Freitag, 28. Januar 2022

Licht fĂŒr Ladenburg: StadtrĂ€tin Ruster macht den „Dunkel“-Selbstversuch


Licht fĂŒr Ladenburg - in wkw bereits mit 217 Gruppenmitgliedern. Auch auf Facebook wird die Aktion diskutiert.

Guten Tag!

Ladenburg, 19. Juli 2011. (red) Viele Ladenburgerinnen und Ladenburger sind mit der „Licht-aus-Sparpolitik“ der Stadt nicht einverstanden. Sie diskutieren heftig auf den Plattformen „wer-kennt-wen“ und Facebook ĂŒber ihren Ärger und wollen, dass die Stadt nachts wieder beleuchtet wird. Nun macht sich die stellvertretende BĂŒrgermeisterin und StadtrĂ€tin Gudrun Ruster selbst ein Bild: Nachts um 01:45 Uhr wird sie vom „Löwen“ aus die dunkle Altstadt erkunden.

Von Hardy Prothmann

Gudrun Ruster (Freie WĂ€hler) war wie Ingrid Dreier (GLL) gegen den Beschluss, versuchsweise nachts zwischen zwei und vier Uhr die Straßenbeleuchtung abzuschalten.

Der Grund fĂŒr die Maßnahme: Die Stadt will damit bis Jahresende rund 13.000 Euro einsparen. Der Haushalt der Stadt Ladenburg ist extrem belastet, die Schulden drĂŒcken und selbst „Kleckerles“ soll helfen, die finanzielle Situation zu verbessern.

„Meine Meinung ist, dass Beleuchtung da sein muss, fĂŒr SpĂ€theimkehrer, junge Leute oder Frauen, die vielleicht jemanden zum Flughafen fahren oder spĂ€t aus der Schicht kommen oder frĂŒh zur Arbeit gehen“, sagt Gudrun Ruster.

Am kommenden Freitag, 22. Juli 2011, will sie sich mit einer Kundin selbst ein Bild von der Situation machen: „Wir treffen uns vorm Löwen und laufen die Altstadt ab, vor allem die SĂŒdstadt und die WeihergĂ€rten“, sagt die GeschĂ€ftsfrau. „Ich will einfach persönlich wissen, wie das ist, ob GeschĂ€fte noch beleuchtet sind und ob man sicheren Weges unterwegs sein kann oder ob Stolperfallen drohen.“

Mittlerweile hat Frau Ruster auch erfahren, dass die Aktion in Facebook und Wer-kennt-wen gelandet ist und ein Aufruf gemacht wurde, mitzulaufen: „Das habe ich gehört, weiß das aber nicht aus eigener Erfahrung, da diese Sachen nichts fĂŒr mich sind. Ich bin da nicht drin. Ich habe auch keinen Aufruf gestartet und weiß nicht, wie viele Leute da erscheinen werden.“

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Bei der wkw-Gruppe „LICHT FÜR LADENBURG!!!“ sind schon 217 Mitglieder eingetragen. Dort wird eifrig diskutiert – auch ĂŒber eine Unterschriftenliste „Licht an“. Außerdem werden auf wkw und Facebook Nutzer animiert, mitzulaufen.

Es gibt auch eine Umfrage, ob die Aktion gut ist oder nicht. Zehn haben mit „Ja“ gestimmt, vier mit „Nein“. Die elfte Stimme ist von uns, weil wir das Ergebnis sehen wollen 😉

Kinder in sozialen Netzwerken – 7 Tipps fĂŒr Eltern

Guten Tag!

Ladenburg, den 27. November 2010. Die „Hitlerbart“-Debatte vor einer Woche hat enormes Aufsehen erregt. Manche Eltern sind vielleicht sogar aus „allen Wolken gefallen“. Sie sollten jetzt jedoch nicht panisch handeln. Oftmals stehen Eltern vor dem Problem, dass sie das Medium „Internet“ zwar kennen und nutzen, aber manche Details unbekannt sind. Doch wie sollen Kinder einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medien lernen, wenn nicht von ihren Eltern? Wir haben in diesem Beitrag 7 praktische Tipps gesammelt, was Eltern beachten sollten.

Screenshot der Gruppe "Ich mache mich jetzt schick und dann lass ich mich volllaufen"

Haben Sie sich schon mal gefragt, worin der Reiz eines Sozialen Netzwerks liegt? FĂŒr Jugendliche ist es das Normalste auf der Welt. Man kann dort Freunde „sammeln“, auf einer Art „Pinnwand“ Nachrichten und Bilder veröffentlichen und „Gruppen“ beitreten beziehungsweise selbst grĂŒnden. Man „netzwerkt“ eben, tauscht sich aus, stellt sich dar. Das ist ein großer Spaß, der aber immer auch Gefahren birgt, sofern man gewisse Regeln nicht beachtet.

So gibt es bei StudiVZ beispielsweise die Gruppe: „Ich mache mich jetzt schick und dann lass ich mich volllaufen“. Mehr als 7.000 Nutzer sind dieser Gruppe beigetreten.

Besonders pikant: Die VZ-Netzwerke (StudiVZ, SchuelerVZ und MeinVZ) verfĂŒgen nach eigenen Angaben ĂŒber 17 Millionen registrierte Nutzer (Stand: Juli 2010). Davon entfallen mindestens 6 Millionen auf StudiVZ (Stand: April 2010).

Alle StudiVZ-Mitglieder können sehen, wer dieser Gruppe beigetreten ist.

Da das StudiVZ auf Studenten ausgelegt ist, sind die Mitglieder meist volljĂ€hrig und fĂŒr sich selbst verantwortlich. Ob sich jemand „verantwortlich“ verhĂ€lt, wenn er sich einer solchen Gruppe „anschließt“… ist sicher zweifelhaft.

Ähnliche Gruppen finden sich jedoch auch bei Facebook & Co. Manche Gruppenmitglieder sind weit entfernt von einer VolljĂ€hrigkeit. NatĂŒrliche kennt die Medaille auch eine andere, positive Seite. Zu dieser gehören Gruppen wie „Gib AIDS keine Chance“ oder „Demokratie fĂŒr China“. Und es gibt jede Menge Gruppen oder Seiten zu Schulen, Vereinen oder gemeinnĂŒtzigen Organisationen, zu Stars, Musik oder anderen Dingen, fĂŒr die sich Jugendliche ganz zu Recht interessieren.

Wichtige Fragen im Zusammenhang mit dem Internet sind: Droht meinem Kind in einem sozialen Netzwerk eine Gefahr und wie kann ich es schĂŒtzen? Was ist sinnvoll und nĂŒtzlich, was unsinnig und vielleicht sogar schĂ€dlich? Wie kann ich mein Kind dafĂŒr sensibilisieren?

Wie auch im realen Leben ist auch im „virtuellen Raum“ ein Schutz vor Gefahren nicht absolut möglich. Aber man kann mi einfachen Regeln Fehler vermeiden.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen traditionellen Medien und dem Internet besteht beispielsweise in der Art des Mediums. Bei Radio, Fernsehen und Print sind die meisten Menschen nur EmpfĂ€nger. Online sind Sie jedoch hĂ€ufig auch Sender. Sie können also auch selbst Informationen verbreiten an eine wie auch immer geartete Öffentlichkeit, die aus wenigen, aber auch Millionen Menschen bestehen kann.

Weihnachtsmarkt Ladenburg - Eine Facebook Gruppe

Bei allen Angeboten des Webs sind insbesondere Soziale Netzwerke darauf ausgelegt, dass ihre Nutzer Inhalte erstellen. Meist in Form von Kommentaren, Fotos oder Videoaufnahmen. Ganz ĂŒberwiegend sind dies aber „private Informationen“, ĂŒber deren „Veröffentlichung“ man erst nachdenken sollte.

Ein konkretes Beispiel: Sie waren auch mal jung und haben vielleicht bei einer Fete ĂŒber den Durst getrunken. Und dann ist Ihnen etwas peinliches passiert. Kein Problem. Wir alle begehen Fehler. GlĂŒcklicherweise hat sie niemand fotografiert oder gefilmt. Heute sind Kameras allgegenwĂ€rtig, klein und oft unerkannt im Gebrauch.

Und es macht vielen einen „Heidenspaß“, die „Peinlichkeiten“ von anderen aufzunehmen und flugs ins Internet zu stellen. Das zu kontrollieren, ist sehr schwer. Viele stellen aber auch ganz freiwillig Bilder von Saufgelagen oder Ă€hnlichem ins Internet, weil sie es „lustig“ finden. Dass man damit aber sich selbst und seinen Ruf beschĂ€digen kann – soweit denken viele nicht.

Das Internet ist ein „Massenmedium“ – wer hier Inhalte erzeugt, muss sich das immer wieder klar machen. Mit einer gewissen Skepsis auf vor dem eigenen Handeln, kommt man hier aber auch gut zurecht.

Nachfolgend finden Sie sieben praktische Tipps, die einen sichereren Umgang mit dem Internet möglich machen.

Tipp 1: Medienkompetenz heißt, klug mit Medien umzugehen

Der vielleicht wichtigste Tipp von allen: Sie mĂŒssen die technischen HintergrĂŒnde und Funktionsweisen Sozialer Netzwerke nicht bis ins letzte Detail verstehen, um ihrem Kind eine gewisse Kompetenz zu vermitteln.

Im Prinzip gibt es keinen großen Unterschied zwischen dem realen und dem virtuellen Leben – bis auf einen: Das Internet ist ein riesiges Protokollmedium, ein Archiv, das wenig vergisst und Computer sind eine Art Kopiermaschine.

Was einmal digitalisiert wurde, lĂ€sst sich unbegrenzt kopieren und speichen. Und: Wer eine Information ins Internet stellt, verliert unter UmstĂ€nden sehr schnell die Kontrolle darĂŒber, weil andere diese Information wie auch immer weiternutzen können.

Tipp 2: Vertrauen Sie ihrem Kind

Es ist die Norm, dass zwischen Eltern und Kind ein VertrauensverhÀltnis herrscht. Vermeiden Sie es nach Möglichkeit dieses VertrauensverhÀltnis zu stören. Jeder Mensch besitzt eine Privats- und IntimssphÀre. Auch die eigenen Kinder.

Es gibt Dinge, die ein Kind fĂŒr sich behalten will. Die GrĂŒnde hierfĂŒr können vielfĂ€ltig und aus Sicht eines Erwachsenen manchmal nahezu bedeutungslos sein. Nehmen Sie nach Möglichkeit trotzdem darauf RĂŒcksicht.

Tipp 3: Hören Sie ihrem Kind zu

Wenn ein Kind von der Schule nach Hause kommt, hören wir ihm normalerweise zu. Weil wir selber mal zur Schule gegangen sind. Weil wir aufmerksam sind.

Hören Sie auch zu, wenn ihr Kind am PC war und Ihnen etwas ĂŒber Facebook, SchuelerVZ & Co. erzĂ€hlt?

Kennen Sie keines dieser Netzwerke, wird es natĂŒrlich schwierig dort genutzte Begriffe wie „Pinnwand“, „Gruscheln“ oder „Poke“ in einen Kontext zu setzen. Hören Sie dennoch aktiv zu, fragen Sie nach und lassen Sie sich unbekannte Begriffe erklĂ€ren oder das jeweilige Netzwerk erklĂ€ren. Sie werden schnell merken, ob ihr Kind „verantwortlich“ damit umgeht oder hier ein wenig „Nachhilfe“ braucht.

Tipp 4: Lassen Sie sich auf das Medium ein

Das Internet und soziale Netzwerke sind nicht schlecht oder böse oder gut und hilfreich. Es kommt immer darauf an, was man damit macht und wie man es nutzt.

Klar gilt es, die tatsĂ€chlichen Gefahren im Blick zu haben und Kinder vor radikaler Propaganda, Gewaltdarstellungen und Pornographie zu schĂŒtzen. Es gilt aber genauso, die positiven Seiten zu fördern, beispielsweise beim Übergang von der Schule zur Berufsausbildung.

Viele grĂ¶ĂŸere Unternehmen googeln inzwischen die Namen ihrer Bewerber, um sich ein „Bild“ der Kandidaten zu machen -auch in Sozialen Netzwerken wird dabei nachgeschaut. Hier kommt es meist zu einem „ersten Eindruck“ – der kann positiv, aber auch negativ sein. DafĂŒr ist man selbst verantwortlich.

Tipp 5: Verdeutlichen Sie ihrem Kind die „Nicht-AnonymitĂ€t“

Im Netz ist niemand anonym. Zwar kann man falsche Profile anlegen und „Wegwerf“-Mailadressen benutzen. Doch insbesondere in sozialen Netzwerken macht dies keinen Sinn.

Hier ist ein Großteil unter dem echten Namen vertreten.

Machen Sie ihrem Kind klar, dass jede Handlung im Netz auch eine öffentliche Handlung sein kann. Insbesondere bei schwachen Datenschutzeinstellungen. Die Hemmschwelle im Netz etwas zu veröffentlichen ist hĂ€ufig geringer, als im „echten“ Leben.

Tipp 6: Vertrauen ist wichtig, Kontrolle aber auch

Sie wollen wissen was „in diesem Netzwerk da“ los ist.

Äußern Sie diesen Informationswunsch und deuten Sie konkret an, dass sie irgendwann nach „bedenklichen Sachen“ Ausschau halten wollen, aber auch vertrauen, dass ihr Kind „nichts schlimmes“ dort „gemacht“ hat.

Im gĂŒnstigsten Fall wird ihr Kind nun selbstverantwortlich mit einer Bereinigung „bedenklicher Inhalte“ beginnen. Diese Form der Selbstkontrolle und die Aussicht auf externe Kontrolle lassen Kinder verantwortlicher mit dem Internet umgehen.

Tipp 7: Netzwerken Sie selbst

Sie mĂŒssen dafĂŒr nicht unbedingt bei Facebook und Co. ein Profil haben. Tauschen Sie mit anderen Eltern ihre Erfahrungen aus – die positiven wie die negativen.

Anmerkung der Redaktion:

Christian MĂŒhlbauer absolviert ein redaktionelles Praktikum bei uns in der Zeit vom 22. November – 10. Dezember 2010. Herr MĂŒhlbauer studiert an der Fachhochschule Ansbach “Ressortjournalismus.-€

Kino-PrĂ€ventionswoche in Mannheim ĂŒber Gefahren Sozialer Netzwerke

Guten Tag!

Ladenburg, 24. November 2010. Bereits seit 12 Jahren veranstaltet das „Netzwerk Neue Medien Mannheim (NM)“ die sogenannte Kino-PrĂ€ventionswoche. Ziel des Netzwerks ist es, Kinder, Eltern und PĂ€dagogen Medienkompetenz zu vermittelt. Deshalb geht es jedes Jahr um ein bestimmtes Themenfeld, das Gefahren fĂŒr Jugendliche beinhaltet. In diesem Jahr befasst man sich mit der „Generation Facebook“.

Von Christian MĂŒhlbauer

Das Netzwerk Neue Medien Mannheim möchte ĂŒber den Umgang mit sozialen Netzwerken aufklĂ€ren. Was tun, wenn das eigene Kind immer mehr in eine digitale Welt abdriftet? Worauf sollten Eltern achten? Welche Gefahren drohen in Sozialen Netzwerken?

Kinosaal

Der Kinosaal war nahezu vollstĂ€ndig gefĂŒllt

Mehrere Mannheimer Schulklassen besuchen im Laufe dieser Woche das Cineplex-Kino. Die beiden Filme sollen die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler fĂŒr die Gefahren von Cybermobbing und Sozialer Netzwerke sensibilisieren. Auf dem Programm stehen: „The Social Network“ und „Ben X“.

Fast alle SchĂŒlerinnen und SchĂŒler sind in „social networks“ aktiv.

„Seid ihr in sozialen Netzwerken aktiv?“, frage ich einige der SchĂŒler am Ende der Vorstellung. Im ersten Augenblick wirken manche ĂŒberrumpelt. Man tauscht blicke mit den Freunden aus, ehe zögerliche Antworten folgen. Unter den befragten SchĂŒlern antwortet die Mehrheit mit einem Ja.

Marvin (15) sagt, dass er bei „WKW“ sei (Wer-Kennt-Wen). „Sorgst du dich um deine Daten oder achtest du darauf, nichts „falsches“ zu veröffentlichen?“ Die Antwort kommt prompt: „Ich passe schon auf, was ich da schreibe und welche Bilder ich einstelle.“ PrimĂ€r veröffentlicht er dort harmlose Sachen – sagt er: „Ich schreibe beispielsweise an die Pinnwand, wenn ich gerade ein Buch lese.“ Harmlose Sache? Naja, die Werbeindustrie könnte sich dafĂŒr interessieren.

Antonia (15), SchĂŒlerin einer Mannheimer Werkrealschule, ist gleich in mehreren Netzwerken vertreten. Facebook, SchĂŒlerVZ, Wer-Kennt-Wen. Die Namen der Netzwerke erfahre ich wie auf Kommando. Auch zwei SchĂŒlerinnen neben ihr erklĂ€ren mir, dass sie in sozialen Netzwerken sind. Vor allem Facebook.

Interessant wird es, als ich sie nach ihren Eltern frage. Wissen die, wie „diese Sachen“ funktionieren? Antonia (15) und Klaudia (16) bejahen dies. Jaqueline (15) schĂŒttelt jedoch energisch den Kopf, andere ebenso. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass weniger als die HĂ€lfte der Eltern wissen, was ihre Kinder im Internet so machen.

Medienkompetenz muss vermittelt werden

„Es geht nur gemeinsam mit Eltern und Lehrer“, erklĂ€rt mir Astrid Fleck, beim PolizeiprĂ€sidium Mannheim zustĂ€ndig fĂŒr PrĂ€ventionsarbeit, noch vor dem Film. Oftmals wĂŒrden die Kinder mehr ĂŒber Facebook und das Internet wissen als ihre Eltern. Eine Medienerziehung wird damit natĂŒrlich schwierig. Wie soll man Kinder im Umgang mit etwas vertraut machen, das man selbst kaum kennt?

Deshalb bietet man diese KinoprĂ€ventionswochen an. Eine dazugehörende Abendveranstaltung fĂŒr Eltern am vergangenen Montag war restlos ausgebucht, sagt Frau Fleck. Ist das nicht eigentlich ein Zeichen dafĂŒr, dass sich Eltern sehr wohl fĂŒr das interessieren, was ihre Kinder da so im Netz treiben? Das waren einige hundert Eltern, insgesamt werden 1.200 SchĂŒler sich die Filme anschauen. 100 Prozent der Eltern wĂ€ren 2.400 Menschen.

„The Social Network“ sowie „BenX“ – digitale Schicksale

Petra Schwarzweller

Die MedienpĂ€dagogin und FSK-PrĂŒferin Petra Schwarzweller fĂŒhrte die Diskussion

Der erste Film zeigt die GrĂŒndungsjahre des Sozialen Netzwerks „Facebook“. Der Student Mark Zuckerberg hat die Idee, auf einer Website Bilder von zwei Frauen zu vergleichen. Die Benutzer können wĂ€hlen, welche davon attraktiver ist. Um genĂŒgend Bildmaterial zu erhalten, hackt er sich in die Datenbanken der UniversitĂ€ts-Wohnheime. Dort kopiert er sĂ€mtliches Bildmaterial aus den JahrbĂŒcher.

Parallel veröffentlicht er auf seinem Blog wiederkehrend Beleidigungen an seine Ex-Freundin Erica Albright. Seine abwertendes Verhalten gegenĂŒber Dritten wird zunehmend zum Problem und zieht sich durch den gesamten Film. Die Schlussszene zeigt ihn in einem Raum. Er schickt eine Freundschaftsanfrage an seine Ex-Freundin Erica Albright, die er öffentlich gedemĂŒtigt hat. Im Sekundentakt lĂ€dt er die Website neu, in der Hoffnung, dass Erica die Anfrage bestĂ€tigt.

Es ist die traurige Erfolgsgeschichte ĂŒber den GrĂŒnder der zur Zeit erfolgreisten Community-Plattform der Welt, in der sich 500 Millionen Menschen in Freundesnetzwerken zusammenschließen, wĂ€hrend er allein zurĂŒckbleibt.

Der zweite Film „BenX“ ist weitaus ernster und beinhaltet am Ende gar eine unerwartete Wendung. Es geht um den Jugendlichen Ben. Dieser leidet an dem Asperger-Syndrom. Eine Form des Autismus.

Infolge seiner Erkrankung wird er von seinen MitschĂŒlern immer wieder gemobbt, gedemĂŒtigt, geschlagen. Ein Videoclip davon wird online veröffentlicht. Ben plant ab diesem Augenblick seinen Selbstmord und flĂŒchtet sich derweil in die Welt des Computerspiels „Archlite“. Dort ist er mit der Spielerin „Scarlite“ befreundet.

Zwischen beiden kommt es beinahe zu einem Treffen, an dessen Ende sich Ben vor einen Zug werfen will. Scarlite kann ihn jedoch davon abhalten. Um weiteren Mobbing-Attacken zu entgehen, plant Ben nun gemeinsam mit Scarlite eine andere Version des „Endgames“. Das Ende soll hier nicht erzĂ€hlt werden – der Film ist so spannend und gut, dass man sich ihn selbst anschauen sollte.

Eine irritierende Anschlussdiskussion

Am Ende beider Filme folgte eine kurze Diskussionsrunde mit der MedienpĂ€dagogin und FSK-PrĂŒferin Petra Schwarzweller.

Insbesondere bei Ben X irritiert mich, dass wĂ€hrend der Diskussionsrunde oftmals gelacht wird. AmĂŒsant war der Film nĂ€mlich keinesfalls. Vielmehr bedrĂŒckend und ernst. „Man ĂŒberzeichnet damit die eigene Unsicherheit. Sobald das im Klassenverbund, also in kleineren Gruppen gemacht wird, hört das auf“, erklĂ€rt mir Frau Schwarzweller spĂ€ter.

Es mangelt den Kindern von heute also nicht am EinfĂŒhlungsvermögen: „Es scheitert eher daran, dass man in der Gruppe „cool“ sein will.“ Gerade hier können Eltern viel erreichen – im GesprĂ€ch mit ihren Kindern.

Dass die Kinder und Jugendlichen von heute ĂŒbrigens im realen Leben allzu freizĂŒgig mit persönlichen Daten wĂ€ren, kann ich nicht feststellen. Alle befragten SchĂŒler zögerten, ehe sie ihren Vornamen, Alter und Schulzugehörigkeit nannten.

Ich kann nur hoffen, dass sie sich diese Vorsicht im scheinbar anonymen Internet bewahren.

Anmerkung der Redaktion:

Christian MĂŒhlbauer absolviert ein redaktionelles Praktikum bei uns in der Zeit vom 22. November – 10. Dezember 2010. Herr MĂŒhlbauer studiert an der Fachhochschule Ansbach „Ressortjournalismus.“

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Gabis Kolumne

Ich bin in Facebook und es ist spannend

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Guten Tag!

Ladenburg, 11. Oktober 2010. Social Media – soziale Medien. Irgendwie ist das dauernd ein Thema – die Kinder machens schon und seit neuestem auch Gabi – die war erst skeptisch und findet es nun richtig spannend.

Eine gute Bekannte ist fĂŒr ein Jahr nach Amerika gezogen. Bisher haben wir es weder geschafft miteinander zu telefonieren noch zu mailen. Dennoch weiß ich alles ĂŒber sie. Ich weiß, was sie am letzten Wochenende gemacht hat und dass sie endlich den Mann ihrer TrĂ€ume gefunden hat.

Sie fragen sich jetzt sicher woher? Aus dem sozialen Netzwerk Facebook. Das ist das erfolgreichtste Social Media-Angebot der Welt und bald vielleicht wichtiger als Google.

Bislang hatte ich das GefĂŒhl, relativ mĂŒhelos dem Zeitgeist folgen zu können. Ich bin frĂŒh auf die digitale Kamera umgestiegen, benutze seit 1993 email im Beruf und im privaten Bereich gehören die auch schon lange zu meinem Alltag, auch wenn ich das Briefeschreiben lange vermisst habe. SMSen finde ich eine absolut praktische Sache und das Navigationssystem im Auto ist wirklich ne tolle Sache.

Auch das ladenburgblog ist bei Facebook: Die erfolgreichste Social-Media-Plattform der Welt. Zur Zeit kommt gerade der Film "The Social Network" in die Kinos.

So weit, so gut, aber womit ich wirklich Probleme hatte, war das Social Networking im Web.

Wer-kennt-wen, Facbook, Twitter, SchĂŒlerVZ…

Vor zwei Jahren hörte ich im Freundeskreis zum ersten Mal von WKW („Wer kennt wen“). Eine Bekannte war vollends begeistert: „Ich habe jetzt wieder Kontakt zu Freunden aus meiner Schulzeit und habe insgesamt schon ĂŒber 300 Kontakte.“

Und mir wurde schnell klar, viele Kontakte haben ist gut, wer viele Kontakte hat, genießt in diesen Netzwerken ein hohes Ansehen. Auch, wenn ich mich innerlich dagegen wehrte, ein wenig neugierig war ich schon.

Zumal meine Kinder selbstverstĂ€ndlich das SchĂŒlerVZ nutzen und mein Mann von WKW ĂŒber Xing bis zu Facebook in allen Netzwerken vertreten ist und auch fröhlich twittert.

Also meldete ich mich bei WKW an und tatsÀchlich, nach kurzer Zeit tauchten alte Bekannte auf, aber auch welche, die ich nicht kennen oder nicht mehr kennen wollte.

Kaum hatte ich mich ein wenig mit WKW auseinandergesetzt, redeten alle im Bekanntenkreis, und da vor allem die JĂŒngeren von Facebook. Also habe ich mir auch da einen Account angelegt.

Dieser Tage habe ich nun das erste Mal gechattet. Mein Mann war auf GeschÀftsreise und wir hatten ein Chat-Date (kann man das so sagen?)

Aufregender Anfang.

Ich war höllisch aufgeregt, ich saß vorm Computer starrte auf meine Facebook-Seite und wartete darauf, dass ein grĂŒner Punkt mit seinem Namen erschien.

Es erfolgte ein „Pling“ und es erschien „Hallo Schatz -€©.“

Schon nach kurzer Zeit war mir klar, die Antworten und Fragen mĂŒssen kurz und schnell ausfallen, damit eine vernĂŒnftige(?) Kommunikation stattfinden kann. Bastelt man zu lange an dem Response ist das Thema beim Chat-Partner vielleicht schon wieder durch.

Mit dieser neuen Erfahrung nahm ich auch mutig das Chat-Angebot eines Bekannten an, der sich plötzlich mit dem „Pling“ und einem „Hi-€©“ meldete. Diesmal ging es schon leichter.

Verstehen? Einfach drauf los und siehe da, es klappt.

Der nĂ€chste Schritt war das Kommentieren von EintrĂ€gen und Bildern. Eindeutig Neuland fĂŒr mich.

Ich versuchte System und Form zu verstehen. Hoffnungslos! Also einfach drauf los. Und siehe da, es klappte und machte Spaß. Und wie von allein wird das Netz immer engmaschiger, das heißt es kommen neue Freundschaftsanfragen hinzu. Man wird schnell aufgenommen in der Community der Kommentierenden. Man ist „on“.

Werden wir uns zukĂŒnftig also immer mehr in den Sozialen Netzwerken bewegen, hier unsere Freunde besuchen, an ihrem Leben teilnehmen. Durch Anklicken unseren Freundeskreis erweitern und beim Chatten unsere Probleme besprechen.

Ich muss zugeben, meine Meinung schwankt: Hatte ich vor kurzem diese virtuelle Welt noch verdammt, verstehe ich langsam auch als Bereicherung. Aber nicht als Ersatz fĂŒr echte soziale Netzwerke.

Anmerkung der Redaktion: Sie finden uns bei Facebook unter Redaktion ladenburgblog.