Samstag, 18. September 2021

KriminalitÀtsbericht: Im Vergleich zu Mannheim nur halb so viele Straftaten

Guten Tag!

Ladenburg, 01. Juli 2010. Frank Hartmannsgruber, seit Oktober 2009 neuer Leiter des Polizeireviers Ladenburg, stellte in der Gemeinderatsitzung vom 23. Juni 2009 die KriminalitĂ€tslage der Stadt Ladenburg vor. Verglichen mit anderen Orten ist Ladenburg eher ein „ruhiges“ Pflaster – trotzdem hat die Polizei genug zu tun. Bedauerlich: 2009 gab es insgesamt acht FĂ€lle von sexuellem Missbrauch.

Von Hardy Prothmann

Polizeirevierleiter Frank Hartmannsgruber: "Keine besonderen AuffÀlligkeiten." Bild: ladenburgblog

Von „Entwarnung“ kann keine Rede sein: Auch in Ladenburg gibt es KriminalitĂ€t – WohnungseinbrĂŒche, Körperverletzungen, DiebstĂ€hle, Verkehrsdelikte. Verglichen mit anderen Kommunen steht Ladenburg aber gut da.

Der junge Polizeirat Frank Hartmannsgruber (36) hat im Oktober 2009 das Polizeirevier Ladenburg ĂŒbernommen: „Ich kenne deshalb die meisten VorfĂ€lle nur aus den Berichten – mein persönlicher Eindruck seit der AmtsĂŒbernahme ist aber, dass Ladenburg keine besonderen AuffĂ€lligkeiten zeigt“, sagte er dem ladenburgblog auf Anfrage.

RĂŒckgang der Straftaten um 22,4 Prozent.

Die Zahl der Straftaten ist 2009 um 22,4 Prozent auf insgesamt 551 zurĂŒckgegangen (2008: 710). Leider ist auch die AufklĂ€rungsquote auf 34,1 Prozent abgefallen (2008: 36,9 Prozent).

Die HĂ€ufigkeitsziffer beschreibt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, Opfer einer Straftat zu werden. Sie wird auf 100.000 Einwohner umgerechnet. In Ladenburg liegt sie bei 4.770 je 100.000 Einwohner uns ist erfreulicherweise deutlich zurĂŒckgegangen (2008: 6188). „Im Vergleich zu Mannheim gibt es nur halb so viele Straftaten, gemessen an der Bevölkerungszahl und den Opfern“, sagte Hartmannsgruber.

Es macht einen „gewaltigen“ Unterschied, ob man Opfer eines Diebstahls oder eines so genannten „Rohheitsdelikts“ wird. 2009 gab es in Ladenburg einen Fall von Raub (2008: 3) und 46 Körperverletzungen (2008: 41) – 14 davon „gefĂ€hrlich schwer“ (2008: 18). Auf öffentlichen PlĂ€tzen gab es 6 Körperverletzungen (2008: 9).

„In Ladenburg gibt es relativ viele FahrraddiebstĂ€hle, dafĂŒr wenig Schwarzfahrer und Ladendiebe“, sagte Hartmannsgruber in der Gemeinderatssitzung.

Das drĂŒckt sich auch deutlich in den Zahlen aus: Im vergangenen Jahr wurden 334 Diebstahlsdelikte gezĂ€hlt (2008: 262). Pikant: 114 erfolgten „ohne erschwerende UmstĂ€nde“ (2008: 120): „Es ist erstaunlich, wie hoch dieser Anteil ist“, wunderte sich der Polizeirevierleiter.

„Ohne erschwerende UmstĂ€nde“ heißt, dass beispielsweise FahrrĂ€der nur schlecht gesichert oder gar nicht abgeschlossen waren und so leicht gestohlen werden konnten. Andererseits scheint ein guter Schutz nicht immer ein ausreichender Schutz zu sein: Die Zahl der DiebstĂ€hle unter „erschwerenden UmstĂ€nden“ stieg von 142 im Jahr 2008 auf 220 im Jahr 2009.

Hohe Zahl von FahrraddiebstÀhlen.

Frank Hartmannsgruber empfiehlt, gerade FahrrĂ€der mit einem „externen“ Schloss anzuschließen, möglichst anderen FahrrĂ€dern: „Der Diebstahl wird damit erschwert – Diebe haben es nicht gerne schwer.“ Außerdem empfiehlt er die Fahrradcodieraktionen der Polizei.

Die Zahl der WohnungseinbrĂŒche ist um vier auf neun gestiegen: „Gerade WohnungseinbrĂŒche stellen neben der eigentlichen Strafttat eine große Belastung fĂŒr die Opfer dar“, sagte Hartmannsgruber auf Nachfrage der Redaktion: „Die Polizei bietet hier eine Beratung an, um EinbrĂŒche zu verhindern und sollte es doch dazu kommen, bieten wir Hilfen an.“ Insgesamt und im Vergleich gesehen seien die FĂ€lle dieser Straftaten aber als gering anzusehen. Über die Sommermonate gehen Einbruchsdelikte tendenziell zurĂŒck und mehren sich dann wieder in der „dunklen“ JahreshĂ€lfte.

Die Zahl der SachbeschĂ€digungen hat leicht zugenommen: 116 (2008: 109). Etwa die HĂ€lfte betrifft Kraftfahrzeuge. „DafĂŒr, dass Ladenburg eine große „AngriffsflĂ€che“ bietet, können wir aber auch hier feststellen, dass die Zahlen eher unterdurchschnittlich sind“, sagte Hartmannsgruber.

Mit „AngriffsflĂ€che“ meint der Polizist die große Zahl der Veranstaltungen, die öffentlichen FlĂ€chen oder auch historische GebĂ€ude – eben alles, was „ungeschĂŒtzt“ gegen eine mutwillige SachbeschĂ€digung ist. Ein mittlerweile aufgeklĂ€rter Fall war beispielsweise die BeschĂ€digung des Rundklos vor wenigen Wochen – dieser wird aber in die Statistik 2010 eingehen.

Kaum Drogendelikte.

Sehr beruhigend ist die Zahl der aktenkundigen VerstĂ¶ĂŸe in Sachen BetĂ€ubungsmittel: Nur 37 Delikte wurden 2009 bekannt, „darunter kein Fall von Heroin, sondern ĂŒberwiegend Cannabis“, sagte der Leiter der Kriminalaußenstelle Hartmut Eckert (1. Kriminalhauptkommissar) – der seit 30 Jahren Polizist ist und seit der zweiten JahreshĂ€lfte 2009 seinen Dienst in Ladenburg versieht.

Leider gab es auch acht FĂ€lle von sexuellem Missbrauch. Dabei ist aber kein Kind tatsĂ€chlich körperlich missbraucht worden. In vier FĂ€llen waren exhibitionistische Delikte, bei denen sich MĂ€nner vor Kindern unter 14 Jahren entblĂ¶ĂŸt haben. In vier weiteren FĂ€llen wurden kinderpornographische Daten auf Computern gespeichert. Das Strafmaß fĂŒr diese Delikte reicht von Geld- bis hin zu BewĂ€hrungsstrafen.

In einem Fall wurde wegen Hakenkreuzschmierereien wegen eine politisch motivierten Straftat ermittelt.

Die Zahl der TatverdĂ€chtigen hat sich deutlich verringert: 165 (2008: 235). Wie diese Zahl zu interpretieren ist, bleibt unklar. Es können im Mittel vier bis fĂŒnf Straftaten begangen worden sein, aber auch wesentlich mehr durch einzelne Personen. Auf Nachfrage teilte das Polizeirevier mit, dass „Szenen“ oder spezielle Gruppen nicht bekannt seien.

Weniger JugendkriminalitÀt.

Heranwachsende (18-21 Jahre) gehen mit 16 FĂ€llen in die Statistik ein (2008: 26), Jugendliche (14-18) Jahre mit 27 FĂ€llen (2008: 48). Also in beiden Gruppen eine deutliche Abnahme. Bei Kindern verdoppelte sich allerdings die Fallzahl auf 10.

Der AuslĂ€nderanteil blieb mit 26,7 Prozent (2008: 27,2) stabil: „Hier muss man bei Interpretationen vorsichtig sein, denn es gibt einige Straftaten, die nur von AuslĂ€ndern begangen werden können, beispielsweise VerstĂ¶ĂŸe gegen das Aufenthaltsrecht“, sagte Frank Hartmannsgruber der Redaktion.

Insgesamt wurden 375 VerkehrsunfÀlle gezÀhlt, 65 davon mit PersonenschÀden. Es gab einen Todesfall.

Sehr zufrieden zeigte sich die Polizei mit dem Einbahnstraßenkonzept bei den Open-Air-Veranstaltungen mit PUR und Klassik am Fluss: „Das hat sich bewĂ€hrt, zwanzig Minuten nach Ende der Veranstaltungen waren keine Staus mehr festzustellen“, sagte Hartmannsgruber.

Zusammengefasst gebe es keine besonderen AuffĂ€lligkeiten, erlĂ€uterten die beiden Polizisten im Gemeinderat: „Beachtenswert ist allerdings, dass Gewalt und SachbeschĂ€digung sehr oft unter Alkoholeinfluss stattfinden“, sagte Hartmannsgruber.

VerstÀrkte PrÀsenz und AufklÀrung.

Frank Hartmannsgruber kĂŒndigte weitere Schwerpunktkontrollen „Alkohol“ und „Gurtpflicht“ an: „Ich war erschrocken, wie viele Autofahrer ungesichert am Verkehr teilnehmen. Hier ist weiter AufklĂ€rungsarbeit gefragt.“

In Zusammenarbeit mit der Stadt wird es bald auch Geschwindigkeitskontrollen in der Innenstadt geben. Auch BĂŒrgermeister Ziegler wird daran teilnehmen, um „aufzuklĂ€ren“.

Insgesamt sollen die Fußstreifen der Polizei weiter verstĂ€rkt werden, um eine wahrnehmbare PrĂ€senz zu zeigen, aber auch „um als Ansprechpartner fĂŒr die BĂŒrgerInnen da zu sein“, erlĂ€uterte Hartmannsgruber, der selbst bei vielen EinsĂ€tzen persönlich vor Ort ist: „Ich will wissen, was draußen los ist.“

Ziel sei eine bĂŒrgernahe Polizei und eine hohe Transparenz der polizeilichen Arbeit: „Kontakt zu den BĂŒrgerInnen und AufklĂ€rung sind mir sehr wichtig“, sagte Frank Hartmannsgruber.

Was am ladenburgblog „sonderbar“ ist

Guten Tag!

Ladenburg, 27. Juni 2010. Der Kommentator „warum“ wundert sich ĂŒber unsere Berichterstattung – die Verwunderung ist vorgetĂ€uscht. Wir vermuten, dass die Motive andere sind. Unsere Berichte machen gewisse Kreise in Ladenburg nervös – und das ist gut so.

Von Hardy Prothmann

Der Nutzer „warum“ mit einer ebenfalls anonymen email-Adresse schreibt in einem Kommentar:

„Sehr geehrtes ladenburgblog,
ist es nicht sonderbar, dass eine Vielzahl von Artikeln sich mit Veranstaltungen bei Fody`s bschÀftigen?
Wenn “events-€ wie LSDS tatsĂ€chlich einen Großteil dessen ausmachen wĂŒrden, was Ladenburg kulturell zu bieten hat, mĂŒsste man sich eventuell Sorgen machen.
Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis dieser Kommentar freigeschaltet wird und wie ausfĂŒhrlich Ihr Kommentar dazu ausfĂ€llt.
Ein schönes Wochenende wĂŒnscht Ihnen
warum“

Eine inhaltsgleiche, aber rotzig formulierte email erhielten wir schon vor ein paar Tagen – vielleicht aus einer anderen Quelle, vermutlich aber nicht. Die haben wir gelöscht. Diesmal wurde zumindest der Form halber sauber formuliert.

Sinn und Zweck des Inhalts ist nicht ein Hinweis an die Redaktion mit einem brauchbaren Themenvorschlag, einem Hinweis zu Geschichten, die dieser Kommentator gerne bei uns lesen wĂŒrde. Im Gegenteil wird unterstellt, dass wir den Kommentar eventuell zensieren.

Scheinheilige Kommentare

Sinn und Zweck sind vermutlich eher die BeschÀdigung einer sehr erfolgreichen und aktiven Gastronomie sowie unserer Berichterstattung.

Solche Angriffe kennt die Redaktion zur GenĂŒge beim ersten unserer Angebote, dem heddesheimblog, auch beim hirschbergblog wurde das versucht, nun ist anscheinend das ladenburgblog ins Visier genommen worden.

Andere Unternehmen oder Redaktionen wĂŒrden ĂŒberhaupt nicht erlauben, dass Kritik geĂ€ußert wird – wir erlauben und wĂŒnschen uns das, denn Kritik ist ein gutes Mittel der Kontrolle und kann zu enormen Verbesserungen fĂŒhren.

Die KategorienĂŒbersicht in der rechten Spalte zeigt die Zahl der Texte zu einzelnen Themenbereichen.

Zu Ihrem Kommentar:

Die „Vielzahl“ lĂ€sst sich ganz konkret ausdrĂŒcken: 15 ist die Zahl der Texte, in denen der Begriff „Fody“ auftaucht. Klicken Sie hier fĂŒr das Suchergebnis.

DemgegenĂŒber sind mit Datum von heute seit Mitte Februar 2009 insgesamt 242 Texte auf dem ladenburgblog erschienen. Von den 15 gefundenen Texten, beziehen sich 11 Texte alleine auf Veranstaltungen von Fody’s FĂ€hrhaus.

Das sind keine fĂŒnf Prozent. Ob das einer „Vielzahl“ entspricht, muss jeder selbst bewerten. Von diesen 11 Texten sind 8 Texte dem „Kulturbereich“ zuzuordnen. Insgesamt sind bislang 47 Artikel unter dieser Kategorie gefĂŒhrt. Das entspricht dann 17 Prozent – auch das nicht gerade eine „Vielzahl“. Nimmt man die restlichen sieben der 15 Texte und legt diese auf Sport und Vereine (62 Texte) kommt man auf elf Prozent – auch das keine „Vielzahl“.

TatsĂ€chlich ĂŒbersteigt die Textzahl 15 aber bislang noch jede Textzahl zu Berichten ĂŒber einzelne Vereine – insgesamt gibt es aber bislang 36 Texte zu Vereinen und vier der Texte zu Fody’s FĂ€hrhaus ĂŒber VereinsaktivitĂ€ten dort – das macht elf Prozent. Auch das keine „Vielzahl“.

Falsche „Annahmen“.

Ihre Beobachtung ist also grundsÀtzlich falsch.

Kein Medium dieser Welt kann eine 100-prozentige Abdeckung ĂŒber alle Geschehnisse bieten. Das ladenburgblog ist das jĂŒngste Medium in Ladenburg und befindet sich im Aufbau – finanziert ĂŒbrigens ĂŒber Werbung. Bislang arbeiten wir aber defizitĂ€r – das heißt, die Einnahmen reichen nicht, um unsere journalistische Arbeit zu bezahlen.

Wir berichten ĂŒber Ladenburg journalistisch-redaktionell und bieten ein alternatives Angebot zu anderen Medien fĂŒr die BĂŒrgerInnen, fĂŒr die Wirtschaft, die Politik, die Vereine. Dies machen wir nicht zum VergnĂŒgen – obwohl uns die Arbeit viel Spaß macht – sondern aus geschĂ€ftlichen GrĂŒnden. Journalismus ist eine Dienstleistung, also ein GeschĂ€ft. Im Gegensatz zu anderen Unternehmungen aber eines, das von hohem öffentlichem Wert ist. Zumindest, wenn die dahinterstehende Redaktion diese Haltung vertritt und seine Arbeit dementsprechend betreibt.

Jetzt könnte man „unfreundlich“ vermuten, Fody’s erhalte von uns Aufmerksamkeit, weil das Unternehmen bei uns wirbt. Diese Annahme ist richtig. Sicher erhalten Unternehmen, die bei uns werben, unsere Aufmerksamkeit – wenn es dafĂŒr journalistische GrĂŒnde gibt.

Fody’s zeigt ein vorbildliches Engagement.

Im Fall von Fody’s gibt es jede Menge solcher GrĂŒnde: Das „Spaß- und Popfestival“ ist mit Abstand das zur Zeit grĂ¶ĂŸte und umfangreichste Programm eines privaten Veranstalters in Ladenburg, das in der Summe am meisten Menschen erreicht und aus unserer Sicht eine herausragende Leistung bietet. DarĂŒber hinaus betĂ€tigt sich das Unternehmen glaubwĂŒrdig karitativ fĂŒr das Kinderhospiz Sterntaler e.V. – auch der CDU-Abgeordnete Karl A. Lamers bestĂ€tigt diese Leistung durch seine Schirmherrschaft. Damit ist dieses Programm – unabhĂ€ngig von jeder Werbung – interessant und relevant. Und sicherlich zur Zeit auch „prĂ€sent“ in unserer Berichterstattung.

DarĂŒber hinaus arbeitet Fody’s mit verschiedenen Vereinen zusammen, dem ASV, dem FV 03, der AWO, den Hundefreunden – auch das ein herausragendes Engagement. Lobenswert ist der „Spaßfaktor“ hinter all der ProfessionalitĂ€t – es geht klar auch ums GeschĂ€ft, aber nicht bierernst, sondern mit Lust und Laune.

Wenn Sie sich die Texte inhaltlich anschauen, werden Sie feststellen, dass unsere Berichterstattung trotz der GeschĂ€ftsbeziehung differenziert ist und dies auch bleibt: Wir dokumentieren, wir ordnen ein und wir kritisieren auch, beispielsweise auch zuMo’Roots, einer Musikveranstaltung, die bei Fody’s stattfindet.

Fody’s und Mo’Roots-Chefin Susan Horn haben ĂŒbrigens auf die Kritik reagiert und das GesprĂ€ch mit uns gesucht: Die Veranstaltung lebe ja geradezu davon, dass Musiker von außen dazukommen und eine Session veranstaltet wird, so die Argumentation. Dies ist uns bewusst, trotzdem fanden wir es schade, dass der „Special Guest“ an diesem Abend dadurch etwas in den Hintergrund trat – die Veranstalter haben unsere Kritik akzeptiert und gesagt: „Ok, das ist Pressefreiheit und wir akzeptieren diese Sichtweise.“ FĂŒr diese Haltung ein großes Lob von unserer Seite! Das zeigt GrĂ¶ĂŸe, SouverĂ€nitĂ€t, eine demokratische Grundverfassung, die wir uns von anderen auch wĂŒnschen.

Differenzierte Berichterstattung

Wenn Sie demgegenĂŒber die Berichterstattung in anderen Medien beobachten, werden Sie feststellen, dass es diese kritische Differenzierung dort nicht gibt. Dort gibt es klar und unkritische „Bevorzugungen“ von GeschĂ€ftspartnern, dort gibt es klare tendenziöse Berichterstattungen zur Politik, zum Vereinsleben oder anderer Themen. Aufmerksame LeserInnen merken schnell, wen diese Medien als „Freund“ betrachten und bevorzugen und „nicht-Freunde“ entsprechend „behandeln“.

WĂŒrde uns ein Werbepartner „abspringen“ oder damit „drohen“, weil wir kritisch ĂŒber diesen oder seine AktivitĂ€ten berichten, dann wĂ€re das so – es wird unsere Berichterstattung nicht beeinflussen.

Die Redaktion entscheidet, wie was ĂŒber wen berichtet wird – sofern aus der Perspektive eines Unternehmens gleich welcher Art eine Information dargestellt wird, ist dies entsprechend mit Anzeige oder Sonderveröffentlichung gekennzeichnet, so dass die LeserInnen unterscheiden können, ob eine Information eine werbende Selbstdarstellung ist oder eine redaktionell-journalistische Leistung.

Zutreffend, interessant, hintergrĂŒndig

Wir sind eine kleine Redaktion und erst seit Mitte Februar in Ladenburg prĂ€sent – wir mĂŒssen noch viel ĂŒber die Stadt und ihre Menschen lernen. Das ist ganz selbstverstĂ€ndlich. Und wir sind stolz auf die bisher geleistete Arbeit, weil es uns in kurzer Zeit gelungen ist, ein vielbeachtetes Angebot zu schaffen.

Die stetig steigenden Zugriffszahlen auf unser journalistisches Angebot zeigen, dass wir die richtigen Themen treffen und sich unsere LeserInnen bei uns „wohlfĂŒhlen“ und unsere Informationen schĂ€tzen.

Es gab auf der anderen Seite eine Reihe von Angriffen: Die Fraktionsvorsitzenden der Parteien wurden per anonymen Schreiben vor uns „gewarnt“, auf Berichte folgten Telefonate und Kommentare von „etablierten“ Persönlichkeiten aus Ladenburg, die es mit der Meinungsfreiheit nicht so haben und unser Angebot diskreditieren wollen.

Auch davon lassen wir uns nicht beeinflussen. Wir verstehen diese Reaktionen sogar: Dadurch, dass es ĂŒber Jahrzehnte nur eine eingefahrene, oberflĂ€chliche und interessengeleitete Berichterstattung in Ladenburg gibt, sind einige Kreise in der Stadt den Umgang mit einem unabhĂ€ngigen Journalismus nicht mehr gewohnt.

Wir vermuten, dass der „Gewöhnungsprozess“ beim ein oder anderen ein schwieriger sein wird. Wir sind aber auch zuversichtlich, dass es den meisten gelingen wird, sich damit anzufreunden, dass es „sonderbarerweise“ ein unabhĂ€ngiges journalistisches Medium in Ladenburg gibt, das eine zutreffende, interessante und hintergrĂŒndige Berichterstattung anbietet.

ZurĂŒck zu „warum“. Unser Tipp: Lehnen Sie sich zurĂŒck, atmen Sie tief durch und denken Sie mal quer. Vielleicht gelingt Ihnen dann die Fragestellung, was „sonderbar“ an Ihrer Haltung ist und ob Sie einen Weg finden, aus der Schmollecke herauszukommen. 🙂