Montag, 24. Januar 2022

Ladenburg hat viele Probleme – eins sind Leute, die nicht denken, bevor sie reden


Ladenburg, 17. Mai 2011. Bei der öffentlichen Diskussion um Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung ist vor allem ein Teilnehmer unangenehm aufgefallen – und der gehört ausgerechnet zum Arbeitskreis Stadtmarketing. Also einer Runde, die Ladenburg nach vorne bringen sollte, statt die Stadt und seine GeschĂ€ftsleute zu beschĂ€digen. Der Arbeitskreis sollte dringend ĂŒberlegen, wie er sich weiterhin aufstellt, sollte man ihn noch ernst nehmen sollen.

Von Hardy Prothmann

Das Zitat hat es in sich:

„Ich bin grimmig, ich sehe mich einer BdS-Fraktion gegenĂŒber, die in Kreml-Manier Njet sagt. Und ich sehe eine große Gruppe, die sich ĂŒber Jahre jeder Änderung verschließt. Und zu Ihnen, Frau Henseler sage ich ironisch: So wie Sie Ihre WĂ€schestĂ€nder da rausstellen, halten Sie die Altstadt doch schon fĂŒr eine FußgĂ€ngerzone.“

Herr Grimmig Isenbart vom Arbeitskreis Stadtmarketing setzte den Angriff auf Renate Henseler-Sohn, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Modehaus Sohn, die auch Sprecherin des Bundes der SelbstĂ€ndigen ist, gezielt und persönlich ab.

Da ist man als Beobachter erstmal sprachlos. Nicht, weil man nicht weiß, dass es in der Stadt viel blödes GeschwĂ€tz gibt und sich nicht alle grĂŒn sind. Nicht, weil man nicht weiß, dass es immer Diskussionen ĂŒber alles mögliche gibt. Sehr wohl aber darĂŒber, dass ein Mitglied des Arbeitskreis Stadtmarketing so ziemlich genau das Gegenteil von dem tut, was dieser Arbeitskreis sich selbst als Ziel gesetzt hat:

Unser Hauptziel als Arbeitskreis ist es, Ladenburg fĂŒr Einwohner, Touristen, Handel, Handwerk und Industrie attraktiv zu gestalten. Unsere weiteren Ziele sind, die Kaufkraft zu binden aber auch, bei der Entwicklung eines abwechselungsreichen Freizeit- und Kulturangebotes mitzuwirken und uns fĂŒr eine gute Verkehrsanbindung einzusetzen.
Wir möchten dabei mit allen relevanten Gruppen der Stadt zusammenarbeiten.

Welches Problem Herr Isenbart mit Frau Henseler-Sohn „persönlich“ hat, wurde nicht weiter ausgefĂŒhrt. Dass Herr Isenbart ein Problem mit „Marketing“ hat und mit Frau Henseler-Sohn, wurde hingegen sehr deutlich.

Herr Isenbart wirft Frau Henseler-Sohn vor, dass sie ihre Waren prĂ€sentiert. Ihre „WĂ€sche“ hat Frau Henseler-Sohn sicher nicht vor dem GeschĂ€ft stehen. Herr Isenbart zeigte damit, dass er ein grundsĂ€tzliches Problem des „Marketing“ nicht verstanden hat: Marktteilnehmer prĂ€sentieren ihre Waren. Sie „preisen“ sie „an“. Sie wollen sie nĂ€mlich verkaufen. Umsatz machen, ihre Angestellten bezahlen und wenn was ĂŒbrig gleibt, Gewinn machen. Und wenn dieses Marketing funktioniert, will auch die Stadt was davon abhaben. In Form von Steuern.

Ganz sicher funktioniert „Marketing“ heute anders als vor zehn Jahren, vor zwanzig Jahren, vor fĂŒnzig Jahren und seit dem Zeitpunkt, als irgendjemand das Wort „Marketing“ benannt hat.

Ganz sicher ist aber auch: Egal, nach welchen Prinzipien der Markt funktionieren soll, eins war schon immer falsch – undifferenzierte Angriffe, die fĂŒr Irritation und Unruhe sorgen. Gutes Marketing im Sinne von „Wirtschaften auf der Höhe der Zeit“ hat schon immer ein Prinzip verfolgt – nĂ€mlich den Markt zu stĂ€rken und niemals, ihn zu schwĂ€chen.

Marketing braucht klare Ziele und klare Positionen, statt schwammigem Lammentieren. Am wenigsten braucht es unqualifiziertes GestÀnker.

Erfolgreiches Marketing hat viel mit Image zu tun. Image wiederum kann positiv oder negativ sein. Dementsprechend ist der „Markt“. Schlecht oder gut. Willkommen oder abgelehnt. Erfolgreich oder erfolglos.

Herr Isenbart sollte dringend darĂŒber nachdenken, ob er der Stadt Ladenburg, ihren GeschĂ€ftsleuten, den Einwohnern und Touristen wirklich hilft, mit solchen Äußerungen „attraktiv zu gestalten“. Denn „Attraktion“ heißt Anziehung und nicht Abstoßung.

Der Arbeitskreis „Stadtmarketing“ sollte sich dringend ĂŒberlegen, ob er solche Mitglieder braucht, die inhaltlich nichts beitragen, sondern nur mit fragwĂŒrdiger Polemik auffallen.

Vielleicht sollte der Arbeitskreis Stadtmarketing auch insgesamt ĂŒber eine „inhaltliche Neuausrichtung“ nachdenken und vor allem ĂŒber das „SelbstverstĂ€ndnis“. Der bisherige Einsatz und geplante Einsatz ist sicher lobenswert im Sinne eines ehrenamtlichen, freiwilligen Engagements.

Einen professionell-verbindlichen Anspruch aus dem Arbeitskreis abzuleiten, ist sicherlich ein Fehler. Das hat das Auftreten des Herrn Isenbart deutlich unterstrichen. Denn der hat nicht nachgedacht, bevor er sich zu Wort gemeldet hat – und wenn doch, ist es nur umso schlimmer.

OsterbrunnenschmĂŒcken und Hexenrundgang sind „nette“ und insgesamt harmlose AktivitĂ€ten, die ĂŒber den Ort hinaus nicht wirken. Die „Mitarbeit“ an der Gestaltung der „Homepage“ hingegen wirkt weit ĂŒber Ladenburg hinaus und ist ein schwerwiegender Marketingfehler, der dem selbstgesetzten Ziel kontraproduktiv entgegensteht.

Wer sich ĂŒber die Homepage von Ladenburg zu Ladenburg informiert, bekommt von außen gesehen einen falschen, schlechten Eindruck. Wer sich am Auftritt von Herrn Isenbart orientiert leider auch einen von innen.

Dokumentation FußgĂ€ngerzone: Wie der MM das Thema treibt


Guten Tag!

Ladenburg, 02. MĂ€rz 2011. Wir haben die Berichterstattung im Mannheimer Morgen aus dem Monat Februar 2011 zum Thema „FußgĂ€ngerzone“ exemplarisch zusammengefasst – fĂŒr alle, die schon lĂ€ngst keine Zeitung mehr lesen und alle, die sich einen Überblick verschaffen wollen.

Vorbemerkung: Das Datum entspricht dem angegebenen Veröffentlichungsdatum der Zeitung. Alle Überschriften sind im Original von der Website des „MM“ ĂŒbernommen und zusammen mit dem Datum fett markiert. Zitierte Textstellen stehen in AnfĂŒhrungszeichen. Ohne AnfĂŒhrungszeichen stehen Zusammenfassungen der Redaktion. Anmerkdungen stehen in Klammern.

28. Februar 2011
SPD uneins ĂŒber das Thema FußgĂ€ngerzone / Vorsitzender Gerhard Kleinböck im Amt bestĂ€tigt
„Gemeinsamer Weg ist Illusion“

„Wir wollen möglichst viele Beteiligte ins Boot holen“, wird Altstadtrat Hermann GĂ€rtner zitiert. ZunĂ€chst will man „Überzeugungsarbeit, Experten- und BĂŒrgerdiskussionsrunden“ versuchen, „am Ende könnte eine BĂŒrgerbefragung zum Thema FußgĂ€ngerzone stehen“, so die SPD. „Ich gebe die Hoffnung auf einen Konsens nicht auf“, wird SPD-Chef Gerhard Kleinböck zitiert. „Der gemeinsame Weg ist eine Illusion. Der BĂŒrger erwartet die FußgĂ€ngerzone.“ Altstadtrat JĂŒrgen MĂŒller – als Kassenwart laut PrĂŒfbericht der Revisoren Manfred Ramm und Carsten Lutz tadellos – ist gegen einen „Wischiwaschi-Kurs“, schreibt der MM.

25. Februar 2011
BĂŒrgerentscheid laut Kleinböck erst der letzte Schritt
SPD will Konsens bei Verkehrsberuhigung

Laut Bericht sei die Situation aus Sicht der SPD „unbefriedigend“, „viele BĂŒrger“ sĂ€hen einen Handlungsbedarf.
„Die Entwicklung im Zentrum geht permanent bergab“, analysiert der Sozialdemokrat die Lage aus seiner Sicht und appelliert deshalb an die Gewerbetreibenden, „nicht immer nur dagegen“ zu sein.“
„Eine FußgĂ€ngerzone ist fĂŒr mich der Endausbau“, betont Kleinböck. Möglicherweise sei eine Einbahnstraße eine Alternative, deutet er einen Kompromiss an. Wenn es im Gemeinderat nicht zu einer Lösung kommt, dann er an seiner Forderung nach einem BĂŒrgerentscheid fest: „Aber wir mĂŒssen ja nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.“

21. Februar 2011
FußgĂ€ngerzone Thema bei den Christdemokraten
Die „Glaubensfrage“ spaltet auch die Union

Im angeblich voll besetzen WĂŒrzburger Hof sei die Stimmung kontrovers, berichtet der MM. Die stellvertretende Vorsitzende des Bunds der SelbststĂ€ndigen, Renate Henseler-Sohn, wird zitiert, dass sie fĂŒr alle Mitglieder spricht: „Damit FußgĂ€ngerzonen funktionierten, bedĂŒrfe es einer MindestverkaufsflĂ€che, die man in Ladenburg nicht erreiche.“
Michael Salinger wird zitiert, dass er fĂŒr eine „Teil-FußgĂ€ngerzone“ plĂ€diere, er sieht laut Bericht ParkplĂ€tze durch Firmenmitarbeiter und Verwaltungsangestellte blockiert.
„Das Thema ist wahlkampfbelastet“, schickte Stadtrat Dr. Rainer Beedgen voraus. „Nicht grundsĂ€tzlich gegen eine FußgĂ€ngerzone“, warnte er aber im Interesse der GeschĂ€fte „vor zu viel Ruhe“. Als „Masche im Landtagswahlkampf“ des Ladenburger SPD-Stadtrats Gerhard Kleinböck sieht auch CDU-Altstadtrat Hans Sauer die Initiative an. „Wer in der Innenstadt sein Geld verdienen muss, ist dagegen“, meinte Sauer. „Denken sie an Behinderte und Kinderwagen. Ich stehe voll hinter Herrn Kleinböck. Die GeschĂ€fte wĂŒrden aufblĂŒhen“, argumentierte SU-Mitglied Irene Habel als Freie WĂ€hlerin.“

Themenseite "FußgĂ€ngerzone" im "MM. Quelle: Mannheimer Morgen

19. Februar 2011
Analyse: Checkliste aus Bayern auf Ladenburg ĂŒbertragen
Was dafĂŒr und was dagegen spricht

„Anhand einer Studie des bayerischen Einzelhandelsverbands haben wir ĂŒberprĂŒft, welche Faktoren fĂŒr (+) und welche gegen (-) eine FußgĂ€ngerzone in Ladenburg sprechen sowie welche neutral sind (0)“, schreibt der MM.

Von 19 Faktoren sind laut „ÜberprĂŒfung“ 11 postitiv, 6 neutral, 2 negativ.

(Anmerkung der Redaktion: Siehe hierzu unseren Text.)

19. Februar 2011
An der Frage der Verkehrsberuhigung scheiden sich in der Römerstadt am Neckar die Geister
Die Altstadt ganz ohne Auto ein Alptraum?

Laut MM fordert die SPD ein BĂŒrgerbegehren und einen BĂŒrgerentscheid, kann aber nicht genau trennen, was was ist. Thematisiert wird, dass die AnkĂŒndigung eines Antrags auf „BĂŒrgerentscheid“ durch die SPD an den „gesetzlichen Fristen“ scheitere.
„Ladenburg erfĂŒllt heute eine ganze Reihe von Voraussetzungen dafĂŒr, dass eine FußgĂ€ngerzone erfolgreich eingerichtet werden könnte. Das attraktive Umfeld der historischen Altstadt, Brunnen auf dem Gockelsmarkt und auf dem Marktplatz, Kunst im öffentlichen Raum, Gastronomie mit Außenbewirtschaftung, das alles sind Faktoren, die Erfolg versprechen, wenn Autos aus dem Kern der Altstadt verbannt werden.

Doch es sprechen auch jede Menge Aspekte dagegen. So gibt es beispielsweise trotz der großen Zahl von GeschĂ€ften keine durchgehende Schaufensterfront in der Stadt. Es fehlt ein Konzept zum Stadtmarketing und ein Citymanagement. Die Stadt Ladenburg hat keine Zentrenfunktion in der Region, und ParkplĂ€tze sind – trotz anderslautender Statistiken – hĂ€ufig Mangelware. Vor allem aber fehlt es an einem Miteinander der BefĂŒrworter und der Gegner.“

19. Febraur 2011
Kritisches Beispiel: In Lampertheim ein Zankapfel
In der Kaiserstraße nimmt das Angebot ab

Der MM berichtet ĂŒber Lampertheim (22.000 Einwohner), dort sei die FußgĂ€ngerzone seit 20 Jahren ein „Zankapfel“. Es wird der BĂŒrgermeister zitiert:
„Tendenziell hat sich die Versorgung in den vergangenen zwei Jahrzehnten eher verschlechtert“, berichtet Maier, doch das liege nicht unbedingt an der FußgĂ€ngerzone. Dass es immer weniger GeschĂ€fte werden, fĂŒhrt er unter anderem auf die hohen Mietpreise zurĂŒck. LeerstĂ€nde sind ebenfalls ein Problem in der City.“

Die Erfahrungen seien aber nicht „ĂŒbertragbar“: „Überlegt’s euch gut.“ Gegen die „geballte Macht des Einzelhandels“ jedenfalls, so lĂ€sst er durchblicken, sei die Entscheidung fĂŒr eine FußgĂ€ngerzone sehr problematisch.“

19. Februar 2011
Es geht nur mit dem Handel
Hans-JĂŒrgen Emmerich warnt vor Schnellschuss bei FußgĂ€ngerzone

„Auch die ÜberprĂŒfung der Fakten lĂ€sst auf den ersten Blick vermuten, dass vieles dafĂŒr spricht. Es gibt allerdings auch gravierende Gegenargumente.“

„Der örtliche Einzelhandel lehnt sie nahezu einhellig ab, weil er um seine Existenz fĂŒrchtet. Und ohne den Handel ist das Projekt zum Scheitern verurteilt.“

19. Februar 2011
Gelungenes Beispiel: Bummeln und Schlendern mit Blick auf die Alpen
FĂŒr das StĂ€dtchen Murnau ein Segen

Der MM prĂ€sentiert Murnau (12.200 Einwohner, laut MM: 12.400 Einwohner) als positives Beispiel fĂŒr eine „FußgĂ€ngerzone“:
„Rund 60 GeschĂ€fte, schĂ€tzt Rebhold, gibt es in der Marktstraße. Der MĂŒnchner Architekt Emanuel Seidl, Planer des Tierparks Hellabrunn, hat sie 1906 neu gestaltet, unter anderem mit Fassadenmalereien. In der historischen Bausubstanz steht Haus an Haus, befindet sich GeschĂ€ft an GeschĂ€ft, wie Angelika Rebhold im GesprĂ€ch mit dem „MM“ erlĂ€utert.

Über eine LĂ€nge von rund 350 Meter erstreckt sich die FußgĂ€ngerzone von Murnau. Der Bereich dĂŒrfe nicht zu lange sein, mahnt die Vorsitzende des Vereins zur Wirtschaftsförderung. Vor allem mĂŒssten ausreichend ParkplĂ€tze in nĂ€chster NĂ€he vorhanden sein. „Es ist wichtig, dass Leben drin ist in einer solchen Zone“, schildert sie weiter ihre Erfahrung.“

„Anders als das Unterzentrum Ladenburg ist Murnau ein Mittelzentrum, das den umliegenden Dörfern und Gemeinden als Einkaufsziel dient. Die nĂ€chstgrĂ¶ĂŸere Stadt im SĂŒden ist das 25 Kilometer entfernte Garmisch-Partenkirchen, im Norden sind es knapp 20 Kilometer bis Weilheim.“

??. Februar 2011
Braucht Ladenburg eine FußgĂ€ngerzone in der Altstadt?

Der MM startet eine Online-Umfrage. Es fehlen alle Angaben zur SeriositĂ€t dieser „Umfrage“ – es fehlt ein Startdatum, die Zahl der abgegebenen Stimmen, Hinweise zu Methode der Umfrage. Seltsamerweise halten sich FĂŒr und Wider die Waage – obwohl es doch angeblich laut der Berichterstattung eine große Mehrheit dafĂŒr geben soll, wĂ€hrend die Minderheit von der „Macht“ des Einzelhandels bestimmt wird.

(Siehe hierzu unseren Kommentar.)

17. Februar 2011
RĂŒckschlag fĂŒr Vorstoß von SPD-Chef Kleinböck / Landtagswahl als Termin zu frĂŒh
Vorerst kein BĂŒrgerentscheid in Sachen FußgĂ€ngerzone

Der MM berichtet ĂŒber gesetzliche Fristen, die fĂŒr einen von der SPD geplaten BĂŒrgerentscheid nicht eingehalten werden könnten.

„Abgesehen von der Frist, die nicht eingehalten werden kann, war es ohnehin fraglich, ob sich der SPD-Partei- und Fraktionschef Gerhard Kleinböck mit seinem Antrag hĂ€tte durchsetzen können. Denn im Gemeinderat ist eine Zweidrittelmehrheit fĂŒr die DurchfĂŒhrung eines BĂŒrgerentscheids erforderlich, und eine solche ist nach Äußerungen aus den Reihen von CDU, Freien WĂ€hlern und FDP in der jĂŒngsten Ratssitzung nicht unbedingt zu erwarten.

Aktuell bleibt das Thema trotzdem.“

Weiter berichtet der MM: „Im niedersĂ€chsischen Hameln scheiterte im April 2009 ein BĂŒrgerbegehren gegen den vier Millionen Euro teuren Umbau der bestehenden FußgĂ€ngerzone knapp. Obwohl ĂŒber 80 Prozent der WĂ€hler fĂŒr den Erhalt der FußgĂ€ngerzone stimmten, wurde das notwendige Quorum um 412 Stimmen verpasst.“

(Anmerkung der Redaktion: Gescheitert ist der „BĂŒrgerentscheid“ am Quorum, nicht das BĂŒrgerbegehren. Das war erfolgreich und Voraussetzung fĂŒr den BĂŒrgerentscheid.“ Siehe hierzu „Mehr Demokratie e.V.„)

11. Februar 2011
Nach SPD-Vorstoß zu BĂŒrgerentscheid lĂ€uft der Einzelhandel Sturm
Am Thema FußgĂ€ngerzone scheiden sich weiter die Geister

„Nach dem Willen der SPD-Fraktion im Ladenburger Gemeinderat sollen die BĂŒrger entscheiden, ob in Teilen der Altstadt eine FußgĂ€ngerzone eingerichtet wird oder nicht. Was der Fraktionschef Gerhard Kleinböck in der jĂŒngsten Sitzung des Gemeinderates angekĂŒndigt hatte, wird wohl in der nĂ€chsten Sitzung am 2. MĂ€rz als Antrag auf der Tagesordnung stehen“, schreibt der MM.

Der BdS mit rund „50 GeschĂ€ften“ fĂŒrchte um die Existenz der Gewerbetreibenden, so die Zeitung.

„Der Vorschlag, in Ladenburg eine FußgĂ€ngerzone einzurichten, ist nicht neu. Ein unter BĂŒrgermeister Rolf Reble im Auftrag der Stadt erstelltes Verkehrsgutachten schlug zur Verkehrsberuhigung in der Altstadt eine Einbahnregelung vor, die in vier Stufen hĂ€tte realisiert werden können. Die vierte und letzte Stufe wĂ€re dabei eine FußgĂ€ngerzone im inneren Ring aus Hauptstraße, Kirchenstraße und Neugasse gewesen.“

10. Februar 2011
Walter Roznawski schließt GeschĂ€ft zum 31. MĂ€rz / Neuanfang mit „Musik-Box“ in Wald-Michelbach
Musik-Boutique klappt LĂ€den fĂŒr immer zu

Der MM berichtet ĂŒber einen Lade auf der Hauptstraße 30, der nach 31 Jahren schließt:

„Viele Kunden sind traurig“, weiß Roznawski, „aber die letzten vier Jahre ging es rapide bergab.“ Die Möglichkeiten, die das Internet jungen Musikhörern bietet, machten Roznawski zu schaffen. „Das Musikhören, wie wir es in den 70er und 80er Jahren getan haben, ist verloren gegangen“, bedauert Roznawski. Dazu kommt: „Viele Stammkunden sind verstorben oder weggezogen. Ich hatte zuletzt fast mehr Kunden von außerhalb als aus Ladenburg.“

Aber auch das Einkaufszentrum an der Wallstadter Straße sieht Roznawski als mit ursĂ€chlich fĂŒr den Niedergang an: „Die Innenstadt wird deshalb aussterben“, glaubt der Musikboutique-Mann. Die derzeit wieder intensiv diskutierte FußgĂ€ngerzone wĂŒrde nach Roznawskis Ansicht den Prozess sogar beschleunigen: „Dann wird es doch noch ruhiger in den Straßen der Innenstadt, als es jetzt schon die meiste Zeit ĂŒber ist.“ Ob jemand sein gemietetes LĂ€dchen im Erdgeschoss ĂŒbernimmt oder was mit dem ĂŒber 500 Jahre alten Altstadt-GebĂ€ude geschieht, weiß Roznawski nicht.

4. Februar 2011
Verkehr in der Altstadt bleibt ein heißes Eisen / Stadt legt Ergebnisse von Messungen vor
SPD will FußgĂ€ngerzone mit BĂŒrgervotum durchsetzen

„Die SPD Ladenburg will ihre Forderung nach einer FußgĂ€ngerzone in der Altstadt notfalls mit einem BĂŒrgerbegehren durchsetzen. Das hat der Fraktionsvorsitzende Gerhard Kleinböck am Mittwoch Abend im Gemeinderat angekĂŒndigt. Zuvor hatte die Stadtverwaltung eine Auswertung von Geschwindigkeitsmessungen vorgelegt. Danach ist das gefahrene Tempo im vergangenen Jahr insgesamt merklich zurĂŒckgegangen, es sind aber immer noch viele Autos deutlich zu schnell unterwegs. In der Altstadt ist nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt.

Am Thema Verkehrsberuhigung in der Altstadt scheiden sich seit Jahren die Geister. Ein Kompromiss war nach einer Klausur des Gemeinderates die EinfĂŒhrung einer unechten Einbahnstraße. Dies wĂŒrde bedeuten, dass im inneren Ring der Altstadt der Verkehr nur in eine Richtung fließen darf. Vom Rat beschlossen wurde der Kompromiss jedoch nicht. In letzter Minute kippte die vermeintliche Mehrheit. Auf Druck des örtlichen BdS wurde stattdessen entschieden, auf die Vernunft der Verkehrsteilnehmer und auf verstĂ€rkte AufklĂ€rung zu setzen. Nach einem Jahr legten BĂŒrgermeister Rainer Ziegler und Herbert Felbek vom Stadtbauamt jetzt eine vorlĂ€ufige Bilanz vor.“

„FĂŒr die SPD erklĂ€rte deren Sprecher Kleinböck: „Wir sind wild entschlossen, eine Entscheidung herbeizufĂŒhren.“ Wenn die von ihr geforderte FußgĂ€ngerzone nicht im Gemeinderat beschlossen werde, sollten die BĂŒrger das Wort bekommen. Ein BĂŒrgerentscheid sei bereits mit der Landtagswahl am 27. MĂ€rz möglich, wenn sich die nötige Zweidrittelmehrheit im Rat dafĂŒr finde. Wenn nicht, dann werde die SPD den schwierigeren Weg des BĂŒrgerbegehrens gehen. Die BĂŒrger zu befragen oder sie in einer Versammlung zu hören, forderte auch Ingrid Dreier von der GrĂŒnen Liste.“

04. Februar 2011
Endlich die BĂŒrger hören
Hans-JĂŒrgen Emmerich zur Verkehrspolitik in der Altstadt

„Die Verkehrsberuhigung in Ladenburg bleibt ein heißes Pflaster. WĂ€hrend Einzelhandel und Gastronomie eine FußgĂ€ngerzone kategorisch ablehnen, wĂŒnschen sich viele BĂŒrger und Besucher von außerhalb genau das. Ein Dilemma, das man im Gemeinderat mit einem zweifelhaften Kompromiss zu lösen versucht hat, der in letzter Sekunde im Rat scheiterte, nicht zuletzt am Widerstand des BdS. Die jĂŒngste Diskussion im Gemeinderat macht deutlich, dass die Mehrheit des Gremiums nach wie vor keine schĂ€rfere Reglementierung des Verkehrs will.

Durch die von der Verwaltung vorgelegten Zahlen fĂŒhlen sich beide Seiten in ihrer Haltung bestĂ€tigt.“

Der MM thematisiert weiter, dass sich die Menschen in der Altstadt unsicher fĂŒhlten und es an BĂŒrgernĂ€he fehle.

04. Februar 2011
Renate Henseler-Sohn (BdS) verlangt AufklĂ€rung vor BĂŒrgerentscheid
„Ohne GeschĂ€fte ist eine Stadt keine Stadt“

Der BdS wolle erst einmal die vorgelegten „Zahlen“ zur Verkehrsberuhigung „studieren“, schreibt der MM.

„Dass eine Mehrheit der BĂŒrger fĂŒr die Schaffung einer FußgĂ€ngerzone ist, glaubt auch Henseler-Sohn. Allerdings seien sich viele nicht ĂŒber die Konsequenzen im Klaren. Nirgendwo in Deutschland gebe es eine solche Zone mit weniger als 10 000 Quadratmetern VerkaufsflĂ€che, in Ladenburg seien dagegen nur rund 1000 vorhanden. Eine FußgĂ€ngerzone zwischen Altem Rathaus (VHS) und Domhof wĂŒrde die GeschĂ€fte ruinieren: „Und ohne GeschĂ€fte ist eine Stadt keine Stadt.

02. Februar 2011
Heute steht im Gemeinderat eine „Lex Altwasser“ auf der Tagesordnung / Bahnhof und Verkehrsberuhigung in der Altstadt sind weitere Themen
Stadt will Nutznießer zur Kasse bitten

„Die EinfĂŒhrung einer unechten Einbahnstraße in der Altstadt, auf die sich die Fraktionen in einer Klausurtagung bereits geeinigt hatten, war vor allem auf Druck des BdS aufgegeben worden, der auch die von vielen BĂŒrgern geforderte FußgĂ€ngerzone ablehnt.“

Video: Schrittgeschwindigkeit – AufklĂ€rung tut Not

Guten Tag!

Ladenburg, 14. Mai 2010. Die verkehrsberuhigte Zone in der Innenstadt funktioniert nicht zufriedenstellend – Autos, aber auch Radfahrer sind zu schnell unterwegs. Eine AufklĂ€rungskampagne solls richten, nun auch mit elektronischer UnterstĂŒtzung.

Die Handzettel sind gedruckt und werden verteilt – Plakate weisen auf die Verkehrsberuhigung hin. Seit Dienstag, den 11. Mai 2010 gibt es auch noch Schilder und ein mobiles TempomessgerĂ€t, dass die Geschwindigkeit anzeigt und die Verkehrsteilnehmer zĂ€hlt.

Es geht nur miteinander: FußgĂ€nger, Radfahrer, Autofahrer. Und es gilt Schrittgeschwindigkeit: 4-7 Stundenkilometer. Bild: ladenburgblog

Erlaubt sind 4-7 Stundenkilometer – eben Schrittgeschwindigkeit. „Maximal 10 km/h“, wie im Mannheimer Morgen zu lesen war, ist eine Falschinformation.

FĂŒr Autofahrer heißt das: 1. Gang – im 2. Gang ist so gut wie immer schneller als höchstens 7 Stundenkilometer. Automatikfahrer dĂŒrfen eigentlich nur soviel Gas geben, dass das Auto sich bewegt. Das Problem: Die meisten Tachoanzeigen können Schrittgeschwindigkeit nicht darstellen.

Doch auch Radfahrer mĂŒssen sich zurĂŒcknehmen, denn auch sie sind oft zu schnell.

Das MessgerĂ€t hat keine Radarkontrolle. Nach dem Willen der Stadt steht AufklĂ€rung vor Strafe. Auch der Bund der SelbststĂ€ndigen ist daran interessiert – zu groß ist die Sorge, dass rigide Maßnahmen das GeschĂ€ft beeintrĂ€chtigen könnten.

Deshalb beteiligt sich der BdS auch hĂ€lftig an den Kosten – beispielsweise den 2.700 Euro fĂŒr das TempomessgerĂ€t und den Kosten fĂŒr die gedruckten Flyer.

Das GerÀt zeigt den Verkehrsteilnehmern an, wenn sie es richtig machen: Dann erscheint ein gelber Haken.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog

Note 2,3 fĂŒr verkaufsoffenen Sonntag

Guten Tag!

Ladenburg, 22. MĂ€rz 2010. Der Bund der SelbststĂ€ndigen (BdS) bewertete den verkaufsoffenen Sonntag als „einen der erfolgreichsten“ – tatsĂ€chlich ist die Zufriedenheit der GeschĂ€ftsleute ĂŒberwiegend „noch gut“, aber weit von einem „sehr gut“ entfernt. [Weiterlesen…]

Stadt und BdS appellieren an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer

Christiane Ernst, Renate Henseler-Sohn, BĂŒrgermeister Ziegler werden fĂŒr "Schritt fahren" in der Altstadt. Bild: ladenburgblog

Guten Tag!

Ladenburg, 18. MĂ€rz 2010. Die Stadt Ladenburg startet zusammen mit dem Bund der SelbststĂ€ndigen eine kleine Informationskampagne zur „verkehrsberuhigten Innenstadt“. Flyer, gutes Zureden und Kontrollen sollens richten: das Verkehrsproblem.

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler lud zusammen mit Christiane Ernst und Renate Henseler-Sohn, 1. und 2. Vorsitzende des BdS Ladenburg, am Dienstag, den 16. MĂ€rz 2010 zum PressegesprĂ€ch.

Die gemeinsame Aktion „Mit Köpfchen auf dem Kopfstein“ sieht die Verteilung eines kleinen Flyers vor, in dem die Verkehrsregeln kurz und knapp erlĂ€utert werden: „Es geht um ein vertrĂ€gliches Miteinander. Die Verkehrsteilnehmer sind gleichberechtigt“, sagte BĂŒrgermeister Ziegler.

Renate Henseler-Sohn sagte: „Wir haben Regeln, es geht nur darum, dass diese beachtet werden. DafĂŒr wollen wir werben.“ Christiane Ernst sagte: „Unser Ziel ist es, dass die Verkehrsteilnehmer aufeinander RĂŒcksicht nehmen, besser miteinander umgehen.“

Info-Flyer ruft zu mehr RĂŒcksicht auf.

Die Flyer informieren ĂŒber die geltenden Regeln und zeigen eine Übersicht der kostenlosen ParkplĂ€tze in und um die Altstadt.

Die Flyer werden kĂŒnftig auch vom Vollzugsdienst zusammen mit Knöllchen unter die Scheibenwischer von falsch geparkten Fahrzeugen gesteckt. Bald soll es eine „Handy-basierte“ DirektĂŒbertragung der erfassten Falschparker geben, was die bĂŒrokratische Abwicklung enorm erleichtern soll.

Infos zu ParkplÀtzen in der Altstadt.

ZusĂ€tzlich wird eine zweite mobile Geschwindigkeitsanzeige angeschafft, die gefahrene Geschwindigkeiten auch erfassen kann. Diese Daten sollen ausgewertet werden, um einen entsprechenden Handlungsbedarf zu begrĂŒnden.

Zudem habe die Polizei zusĂ€tzliche Radarkontrollen versprochen: In der Altstadt darf nur „Schrittgeschwindigkeit“ gefahren werden, also 4-7 Kilometer pro Stunde.

Ein Jahr lang will die Stadt zusammen mit dem BdS fĂŒr eine „Besserung“ der VerkehrsverhĂ€ltnisse werben.

Eine Parkraumbewirtschaftung, also ParkgebĂŒhren, sind seitens der Stadt noch nicht geplant.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog