Freitag, 17. September 2021

Lobdengau-Museum hat einen neuen Leiter

Dr. Hensen: „Ladenburg ist das Filetstück römischer Archäologie in Europa.“

Ladenburg, 09. Februar 2012. (red/jt) Dr. Andreas Hensen tritt ab März seine Position als neuer Leiter des Lobdengau-Museums an. Der Archäologe wurde aus über 80 Bewerbern aus ganz Deutschland ausgewählt. Bürgermeister Rainer Ziegler und Dr. Meinhard Georg vom Heimatbund Ladenburg freuen sich sehr über die damit gelegten „Grundlagen für eine gute Zukunft“.

Das „museale Kleinod“ der Stadt Ladenburg, das Lobdengau-Museum, hat einen neuen Leiter.

Der Lehrbeauftragte am Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik an der Uni Heidelberg, Dr. Andreas Hensen (44), tritt die Halbtagsstelle ab März an.

Aus über 80 Bewerbern aus ganz Deutschland hat die Stadtverwaltung Dr. Hensen als beste Option ausgewäht.

Breite Zustimmung für die Entscheidung

Durch eine Vereinbarung zwischen der Stadt und dem Heimatbund, noch aus der Zeit von Bürgermeister Reinhold Schulz, war vor der Stellenvergabe die Zustimmung des Heimatbundes notwendig. Dieses Einvernehmen erteilte der Heimatbund am Dienstagabend.

Eine eigens gegründete „Personalfindungskommision“ der Ladenburg-Kommision begrüßt die Wahl von Dr. Hensen. Zu der „Personalfindungskommision“ gehören unter anderem der ehemalige Präsident des Landesamts für Denkmalpflege (LAD) Dieter Planck, sowie der neue Leiter des LAD, Claus Wolf.

Bürgermeister Ziegler, der in der Übergangsphase „Museumsleiter und Bürgermeister in Personalunion“ war, sieht in dem Museum ein „Kleinod, dass es verdient, dass man es in eine gute Zukunft geführt wird.“

Das Lobdengau-Museum ist ein Kleinod, das wir schützen müssen. Es ist zudem ein prachtvolles Gebäude, ich bin sehr gerne in dem Haus.

Der neue Leiter folgt dem 2009 verstorbenen Ehrenbürger Dr. Berndmark Heukemes nach, der auch der Gründer des Museums war. Es gäbe für einen Archäologen „nicht viele Chancen auf eine Anstellung mit archäologischem Schwerpunkt“, sagte Hensen. Er sei „von Anfang an“ in sämtlicher seiner Projekte auf die eine oder andere Art „mit Ladenburg verbunden“ gewesen:

Ich freue mich sehr. Für mich ist Ladenburg das Filetstück römischer Archäologie. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.

Schwerpunkt Museumspädagogik

Hensen sagte, man befinde sich „in der Metropolregion in der glücklichen Lage, auf eine hohe Dichte an kulturellen Angeboten“ zurückgreifen zu können. Das bedeute zeitgleich einen starken Wettbewerb der Museen untereinander um in der Menge nicht unterzugehen.

Gerade die Museumspädagogik sei ein gutes Alleinstellungsmerkmal, denn „ein Museum ist nicht nur ein Lernort für Erwachsene“.

Durch kind- und jugendgerechte Abbildungen und Informationstexte werden Museen auch für Kinder interessant. Vor allem „Erfahrungen mit allen Sinnen“ durch Ausstellungsstücke zum Anfassen sorgen für bleibende Eindrücke.

Diesen Bereich möchte Hensen in Zukunft weiter stärken, auch über die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen in der Umgebung denkt er nach.

Ziel ist es, das „museale Kleinod“ noch attraktiver zu machen und mehr Menschen für die Geschichte Ladenburgs zu interessieren.

 

Basilika und Forum bereits im ersten Drittel des zweiten Jahrhunderts fertiggestellt?

Lopodunum V – Die Basilika und das Forum des römischen Ladenburg

Der fünfte Band der Reihe "Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg" wurde vorgestellt. Auf dem Bild: Dr. Meinhard Georg, Prof. Dr. Johannes Eingartner, Dr. Britta Rabold, Prof. Claus Wolf, Bürgermeister Rainer Ziegler (v.l.n.r.)

 

Ladenburg, 26. Januar 2012. (red/jt) Bei der 86. Jahreshauptversammlung des Ladenburger Heimatbundes stellte Professor Johannes Eingartner den fünften Band der Buchreihe „Lopodunum“ vor. Entgegen bisheriger Forschungsergebnisse sind Forum und Basilika womöglich bereits im zweiten Jahrhundert entstanden.

Unter dem dem Titel „Lopodunum V – Die Basilika und das Forum des römischen Ladenburg“ erschien der 124. Band der Reihe „Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg“. Professor Johannes Eingartner von der Universität Augsburg stellte den rund 170 Besuchern das Buch sowie die neusten Forschungsergebnisse über die Geschichte Ladenburgs vor.

Auf einer Fläche von 130 m x 85 m erstreckten sich Basilika und Forum von Ladenburg zwischen St. Gallus-Kirche und Neugasse. Das einst über 10.000 Quadratmeter große Bauensemble ist im gesamten süddeutschen Raum einmalig.

Bereits 1911 entdeckte Hermann Gropengießer Teile der Basilika. Unter der Leitung von Dr. Sebastian Sommer kam es von 1984 bis 1997 zu weiteren Grabungen. Damals legte man das der Basilika angeschlossene Forum frei und erlangte so neue Erkenntnisse über das gesamte Bauwerk.

Eine der vielen Darstellungen im Buch - Rekonstruierte Ansicht der Basilika

Zum damaligen Stand der Forschung datierte man das Bauwerk auf den Beginn des dritten Jahrhunderts. Auch ging man auf Grund der damaligen Allemanenraubzüge davon aus, dass die 19 Meter hohe Basilika niemals fertiggestellt wurde. Das will Eingartner mit den vorliegenden Forschungsarbeiten widerlegt haben.

Für die Fertigstellung spricht neben Kleinfunden aus dem zweiten Jahrhundert auch die Bauweise der Basilika. Eingartner stellte fest, dass das Bauwerk kein Pfahlbau sei, wie bisher vermutet.

Wir wissen nun, dass die Basilika tatsächlich vollendet wurde. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Säulenarchitektur.

Bis zum Auftreten der Konstantinsbasilika am Ende des dritten Jahrhunderts sei das die vorherrschende Bauweise gewesen. Anhand von Bildern verglich Eingartner die Ladenburger Basilika auch mit Bauten aus Lybien und Funden in Rumänien.

Wichtige Arbeit zum Herzstück der Stadt

Die Fachbereichsleiterin für Archäologie beim Regierungspräsidium Karlsruhe, Dr. Britta Rabold, sagte zu der Veröffentlichung:

Es ist mehr als wichtig, diese Arbeit zum Herzstück der antiken Stadt zu veröffentlichen. Auch wenn ich zu den Leuten gehöre, die nicht glauben, dass die Basilika fertig gestellt worden ist. Ich werde das Buch sicher aufmerksam lesen.

Professor Claus Wolf, Leiter des Landesamts für Denkmalpflege hofft, das möglichst viele weitere Leser sich für das Buch und die Geschichte der zur Römerzeit weit und breit wichtigsten Stadt interessieren.

Sein Vorgänger Professor Dieter Planck war vor 30 Jahren Mitgründer der Ladenburg-Kommission und hatte im Jahr 2005 Professor Eingartner mit der Auswertung bislang unbearbeiteter Funddokumentationen beauftragt.

Im Domhofsaal übergab Professor Wolf die Arbeit über die Geschichte Ladenburgs an Bürgermeister Rainer Ziegler und den Chef des örtlichen Heimatbundes, Dr. Meinhard Georg. Auch dankte Wolf Professor Eingartner „für ein neues Bild von Forum und Basilika“ sowie Heimatbund-Chef Georg, seinem Vorgänger Egon Lackner und Dr. Sebastian Sommer für ihr Wirken.

Das Buch:

Eingartner, Johannes

„Lopodunum V – Die Basilika und das Forum des römischen Ladenburg“

244 Seiten mit 29 Abbildungen, 70 Tafeln und 1 Beilage.

Herausgegeben vom Regierungspräsidium Stuttgart – Landesamt für Denkmalpflege

ISBN 978-3-8062-2647-8 – 1. Auflage 2012 – EURO 54,00

Archäologiepreis für „überdurchschnittliches Engagement“ für Stadt und Heimatbund

Guten Tag!

Ladenburg, 14. Oktober 2010. Die Stadt Ladenburg und der Heimatbund Ladenburg e.V. sind von Wirtschaftsminister Ernst Pfister mit dem Archäologiepreis 2010 ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wurde am 12. Oktober 2010 in Stuttgart überreicht.

Information des Wirtschaftsministeriums:

„Für ihr jahrzehntelanges überdurchschnittliches Engagement bei der Unterstützung archäologischer Forschungen und deren Präsentation in der Öffentlichkeit verlieh Wirtschaftsminister Ernst Pfister heute in Stuttgart der Stadt Ladenburg und dem Heimatbund Ladenburg e.V. den Archäologiepreis Baden-Württemberg 2010 in Höhe von 5.000 Euro.

Der Förderpreis in Höhe von 2.500 Euro ging an Gertrud Boley, Armin Krüger, Friedrich O. Müller und Herbert Paul – vier engagierte Bürger der Stadt Asperg, die sich ehrenamtlich große Verdienste um die Vermittlung landesarchäologischer Ergebnisse an die breite Öffentlichkeit erworben haben. Der Archäologiepreis Baden-Württemberg wird alle zwei Jahre von der Wüstenrot Stiftung Ludwigsburg vergeben.

Die Veranstaltung wurde von Dr. Claus Wolf, Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, und Professor Dr. Wulf D. von Lucius von der Wüstenrot Stiftung eröffnet.

ürgermeister Rainer Ziegler bei seiner Dankesansprache, Wirtschaftsminister Ernst Pfister, den Vorsitzenden des Heimatbundes Dr. Meinhard Georg sowie den Leiter des Landesamts für Denkmalpflege und gleichzeitigen Vorsitzenden des Preisgerichts Dr. Claus Wolf. Foto: Karl Fisch, Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

Der Minister betonte, dass die Stadt Ladenburg eine Vielzahl archäologischer Zeugnisse aufweise – unter anderem die Reste aus römischer Zeit und eine der größten stadtartigen Siedlungen rechts des Rheins. Wichtige Grundlagen legte Dr. Berndmark Heukemes, Ehrenbürger der Stadt und spiritus rector der frühen archäologischen Forschungen. Sein Einsatz führte zur Gründung des Lobdengau-Museums.

Der seit 1926 bestehende und heute rund 560 Mitglieder zählende Heimatbund Ladenburg unterstützte die Ausgrabungen von Heukemes und dokumentierte selbstständig archäologische Aufschlüsse. Der Heimatbund betreibt das Lobdengau-Museum, das nur durch erhebliche Finanzmittel der Stadt realisiert und erweitert werden konnte. Die Mitglieder des Heimatbundes führen die Aufsicht, betreuen ein archäologisches Depot, geben Schriften heraus und bieten Museums- sowie Stadtführungen an. Im Jahr 1979 wurde die Ladenburg-Kommission ins Leben gerufen.

Der hochrangig besetzten Kommission gehören Vertreter der Stadt, der Archäologischen Denkmalpflege und der universitären Forschung an. „Die Kommission ist ein Musterbeispiel für die Zusammenarbeit zwischen einer Stadt und institutionalisierter Denkmalpflege“, so Ernst Pfister. „Die Stadt Ladenburg und der Heimatbund Ladenburg e.V. haben ein jahrzehntelanges überdurchschnittliches Engagement bei der Unterstützung archäologischer Forschungen und deren Präsentation in der Öffentlichkeit geleistet – eine beispielhafte Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt, kommunalen und anderen staatlichen Stellen.“

Im Mittelpunkt der Arbeit der vier Bürgerinnen und Bürger der Stadt Asperg stand die Vorbereitung der sehr erfolgreichen Ausstellung „Die Kelten kommen zurück“, die 2008 in Asperg stattfand. Dabei präsentierten die Preisträger ganz bedeutende Funde und Befunde der frühkeltischen Zeit in Asperg und stellten diese archäologische Thematik professionell und didaktisch vorbildlich dar. In diesem Jahr veröffentlichten die vier Autoren das Buch „Kelten am Hohenasperg“. „Sowohl die Ausstellung als auch das daraus entstandene Buch stellen ein exzellentes Beispiel für engagierte und kompetente heimatgeschichtliche Arbeit engagierter Bürger dar“, erklärte der Minister.

Er wies daraufhin, dass das Wirtschaftsministerium als Oberste Denkmalschutzbehörde seit Jahren rund 4,5 Millionen Euro für Projekte der Archäologie bereitstellt.

Ernst Pfister betonte, Baden-Württemberg habe in den vergangenen Jahren bemerkenswerte Archäologie-Ereignisse vorzuweisen. Er nannte hier unter anderem das älteste gefundene Musikinstrument der Welt – eine Flöte aus dem Flügelknochen eines Gänsegeiers und die „Venus vom Hohlen Fels“ bei Schelklingen – eine mindestens 35.000 Jahre alte Frauengestalt.

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Eiszeitliche Tierfigürchen aus den Höhlen des Lone-, Blau- und Achtals gehören zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit. „Deshalb wollen wir die Aufnahme der eiszeitlichen Siedlungslandschaft mit den Höhlen am Südrand der Schwäbischen Alb in die Liste der Welterbestätten der UNESCO vorbereiten“, so der Minister. Derzeit sei Baden-Württemberg auch maßgeblich am multinationalen UNESCO-Antrag zur Aufnahme der jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Pfahlbausiedlungen um die Alpen beteiligt. Mit der Entscheidung sei im Sommer 2011 zu rechnen.

Aktuelle Arbeitsthemen der Landesarchäologie sind derzeit beispielsweise die Schwerpunktgrabungen, die groß angelegte Bauprojekte aus denkmalpflegerischern Sicht begleiten, damit der Verlust oder die Zerstörung von archäologischen Denkmalen bei linearen Großprojekten in Grenzen gehalten wird. Derzeit finden etwa auf den Trassen der neuen ICE-Strecke Stuttgart-Ulm und der Ethylen Pipeline Süd entsprechende Grabungen statt.

Anerkennung erhält die archäologische Forschung in Baden-Württemberg durch eine vielfältige und beachtliche Drittmittelförderung zahlreicher landesarchäologischer Projekte etwa durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. In diesen Projekten werden neueste Methoden angewendet wie beispielsweise eine 3D-Computertomographie beim Projekt zur Aufarbeitung der frühmittelalterlichen Grabfunde von Lauchheim. „Die 3D-Aufnahmen erlauben ganz neue Einsichten in die materielle Welt der Alamannen und Franken, da nun auch Textilien und kleinste Details der Grabbeigaben erkannt und zerstörungsfrei untersucht werden können“, so Ernst Pfister. Die technische Ausrüstung wurde aus Innovationsfördermitteln und aus Denkmalfördermitteln vom Wirtschaftsministerium finanziert.“

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Stadt und Heimatbund gewinnen Baden-Württembergischen Archäologiepreis

Guten Tag!

Ladenburg, 27. Juli 2010. Der Hauptpreis des Baden-Württembergische Archäologiepreises und damit ein Preisgeld von 5.000 Euro geht an die Stadt Ladenburg und den Heimatbund.

Stadt und Heimatbund werden gemeinsam für das „jahrzehntelange überdurchschnittliche Engagement der Stadt und des Heimatbundes für die Erforschung und Bewahrung ihres historischen Erbes öffentlich gewürdigt“, heißt es in einem Schreiben des Leiters des Landesamtes für Denkmalpflege des Regierungspräsidiums.

Der Preis wird am 12. Oktober 2010 um 18:00 Uhr im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart überreicht.

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Auftragsvergaben Hebewerk, Kanalerneuerung und Fassadensanierung

Guten Tag!

Ladenburg, 28. Juni 2010. Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung vom 23. Juni 2010 der Auftragsvergabe „Betonsanierung Pumpenkammer“, „Kanalerneuerung Wichernstraße“ sowie der Fassadensanierung des Lobdengaumuseums sowie der Astrid-Lindgren-Grundschule zu.

Der Auftrag für die Betonsanierung in der Pumpenkammer des Hebewerks Weinheimer Straße geht mit einem Volumen von 43.078 Euro an die Firma Penzel aus Kehl.

Die Kanalerneuerung Wichernstraße (2. Bauabschitt) und Hadrianstraße übernimmt für 289.845 Euro die Firma Hauck aus Waibstadt. Es sollen schadhafte Sammelkanäle ausgetauscht werden. Die Sammelkanäle darüber hinaus zu klein dimensioniert.

Auf Anfrage der SPD bestätigte Bürgermeister Ziegler, dass bei der Kanalerneuerung ein Archäologe hinzugezogen werde, da möglicherweise Relikte aus der Römerzeit gefunden werden könnten.

Andreas Gehrlein aus Sandhausen wird mit der Fassadensanierung des Lobdengaumuseums in Höhe von 105.036 Euro beauftragt. Die Arbeiten werden in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege vorgenommen.

Die Verputzarbeiten für die Fassadensanierung der Astrid-Lindgren-Grundschule übernimmt die Firma Hodzic aus Planckstadt zum Endpreis von 76.474 Euro.

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