Sonntag, 17. Oktober 2021

Ballonfestival 2012 findet nicht statt

Die Luft ist raus

Ladenburg, 02. Juli 2012. (red/pro) Das Ballonfestival 2012 findet nicht statt. Es sei nicht gelungen, einen Ersatz f├╝r die LSV-Fu├čballer zu finden, nachdem diese sich als Partner zur├╝ckgezogen hatten.

Kommentar: Hardy Prothmann

B├╝rgermeister Rainer Ziegler best├Ątigte heute, was viele schon lange vermutet haben: Das Ballonfestival findet in diesem Jahr nicht statt. Seit dem R├╝ckzug von Michael Bering und seiner Firma Heidelberg-Ballon steht das Ballonfestival unter keinem guten Stern.

2005 hatte Bering das Ballonfestival im Rahmen des Gr├╝nprojekts etabliert. 2010 ├╝berwarfen sich Bering und Herbert Rittlinger, Abteilungsleiter bei der LSV. Michael Bering wollte das Festival mit weiteren Catering-Angeboten aufwerten und kommerziell erfolgreicher machen. Die LSV streubte sich dagegen und beharrte auf dem alleinigen Recht f├╝rs Catering. Doch gerade das stand ebenfalls in der Kritik – durch ein veraltetes „Bon“-System und ein absolutes Standard-Angebot.

Bering stellte die Kooperation mit der LSV ein und wechselte in den Mannheimer Luisenpark, wo er seitdem sehr erfolgreich ein Ballonfestival durchf├╝hrt.

Als Nachfolger von Heidelberg-Ballon ├╝bernahm der Maxdorfer Ballonfahrer Uwe Hilzendegen. 2010 scheiterte das Festival an zu starkem Wind, 2011 an zu starkem Regen. Nat├╝rlich sind Ballonfahrten vom Wetter abh├Ąngig – aber vielleicht h├Ątte man das mit einem „sicheren“ Termin an einem anderen Wochenende besser im Griff – in Mannheim starteten die Ballone.

Selbstverschuldet.

Selbstverschuldet ist allerdings der vollst├Ąndig unprofessionelle Umgang mit der Veranstaltung. 2010 wurde der „Krach“ zwischen Bering und Rittlinger publik – zwei Sturk├Âpfe knallten hier aufeinander. Vor einigen Wochen k├╝ndigte die LSV dann an, sich als Partner zur├╝ckzuziehen. Viel zu sp├Ąt, um neue Partner zu finden, wie sich jetzt endg├╝ltig herausstellt.

Als w├Ąre das nicht peinlich genug, k├╝ndigte der Verein einige Tage sp├Ąter an, man w├╝rde doch mitmachen, aber nicht mehr verantwortlich. Als neue Partner wolle man Ladenburger Gastronome gewinnen, hie├č es dann. Doch die scheinen nicht gewollt zu haben – nach unseren Informationen wegen zu heftiger Geldforderungen durch Uwe Hilzendegen.

Unterm Strich ist das Ergebnis ganz einfach: Die Luft ist raus aus dem Ballonfestival. Und ob es kommendes Jahr wie jetzt angek├╝ndigt wieder stattfinden wird, wird man dann sehen, wenn es tats├Ąchlich so weit ist. Ein Argument f├╝r einen Ausfall des Festivals f├Ąllt definitiv weg: Man habe zu wenig Zeit gehabt, einen Partner zu finden. Daf├╝r ist jetzt ├╝ber ein Jahr Zeit – wir sind gespannt, ob es dann wieder stattfindet und in welchem Rahmen und zu welchem Termin.

Denn auch das d├╝rfte sicher sein: Der f├╝r 2012 vorgesehene Termin eine Woche nach dem Altstadtfest war mindestens so ungl├╝cklich wie der ganze Rest dieses Trauerspiels.

Sie k├Ânnen alle Artikel zum Thema hier nachlesen.

Ballonstarts h├Ąngen vom Wetter ab – und das ist kritisch

Guten Tag!

Ladenburg, 14. August 2010. Das 6. Ballonfestival in Ladenburg begann verhalten mit wenigen G├Ąsten. F├╝r 18:00 Uhr stehen die Starts von zw├Âlf Hei├čluftballons an – wenn das Wetter mitspielt. Um 22:00 Uhr soll das Ballongl├╝hen beginnen, eine halbe Stunde fr├╝her als geplant.

img_8341

Spielt das Wetter mit? Ob die Ballons um 18:00 Uhr starten k├Ânnen ist noch unklar. Die Stratocumulus-Wolken verhei├čen nichts Gutes. Bild: ladenburgblog

Uwe Hilzendengen (Maxdorf), Organisator der Ballonfahrer, muss warten: „Wir bekommen bis jetzt keine genauen Wetterdaten. Wir hoffen nat├╝rlich, dass wir um 18:00 Uhr starten k├Ânnen, aber die Wolken da oben k├Ânnen schnell eine Eigendynamik entwickeln. Mal schauen, klar ist, die Sicherheit geht vor.“

Dreizehn Ballonfahrer hatte Hilzendegen in kurzer Zeit f├╝r das Festival verpflichten k├Ânnen – einer ist wegen Krankheit kurzfristig ausgefallen. Insgesamt k├Ânnten also zw├Âlf Hei├čluftballone am fr├╝hen Abend starten – so das Wetter h├Ąlt. Pro Ballon k├Ânnen drei bis f├╝nf G├Ąste mitfahren.

Ballonfahrten werden meist morgens oder abends gestartet – morgens vor der einsetzenden Thermik, abends nach der Thermik.

Das Ballongl├╝hen war f├╝r 22:30 Uhr vorgesehen, wird nun aber eine halbe Stunde auf 22:00 Uhr nach vorne gezogen, weil es eine Unwetterwarnung gibt und mit Regen gerechnet werden muss.

Die ersten f├╝nf Jahre haben die Stadt Ladenburg zusammen mit der LSV und dem Heidelberger Ballonfahrer Michael Bering das Festival veranstaltet. Auf Grund von Spannungen zwischen Bering und der LSV war Bering ausgestiegen. Lange Zeit war unklar, ob das Festival stattfinden kann. Den Eheleuten Rittlinger ist es f├╝r den LSV letztlich doch noch gelungen, das Festival zu organisieren. Die LSV ist erstmals allein verantwortlicher Veranstalter.

B├╝rgermeister Rainer Ziegler erinnerte daran und sagte zur Er├Âffnung kurz nach 14:00 Uhr: „Das waren sch├Âne und erfolgreiche Festivals. Wie Sie mich kennen, sage ich kein b├Âses Wort in die Vergangenheit, sondern bedanke mich bei Herrn Bering. Und ich darf Herrn Hilzendegen als neuen Partner der LSV begr├╝├čen und bin froh und gl├╝cklich, dass es der LSV, hier danke ich vor allem Anna Rittlinger, gelungen ist, einen neuen Partner zu finden.“

Insgesamt sind 125 ehrenamtliche Helfer beteiligt.

[nggallery id=99]

Und ein Video ├╝ber den Ballonfahrer Uwe Hilzendegen:

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das ladenburgblog

Ballonfestival – der ├ärger ist noch nicht verflogen

Guten Tag!

Ladenburg, 07. Juli 2010. Das Ladenburger Ballonfestival wird am 14.-15. August 2010 stattfinden. Kleiner, als man es aus den vergangenen Jahre kannte.

Von Hardy Prothmann

Jeder Streit kostet Kraft – im Fall des Ballonfestivals h├Ątte es beinahe die Veranstaltung an sich gekostet. Herbert Rittlinger ist es f├╝r die LSV gelungen, einen neuen Partner zu finden: Uwe Hilzendegen aus Maxdorf/Pfalz.

Gerade noch. Bis vergangene Woche wollten die Rittlinger noch keine Details nennen. Jetzt steht fest: Die LSV ist weiterhin verantwortlich f├╝r die Versorgung der G├Ąste mit Essen und Getr├Ąnken und will ein noch nicht n├Ąher benanntes Rahmenprogramm anbieten. Eine H├╝pfburg f├╝r die Kleinen wird es geben und Ballonmodellbauer Michael Kampmann wird es Kindern erlauben, mal selbst einen Modellballon per Fernbedienung zu steuern.

Statt 20 Ballonen, die der bisherige Organisator Michael Bering an den Start brachte, gibt es bis jetzt nur 12 Zusagen f├╝rs Ballongl├╝hen, von denen elf auch Fahrten anbieten – mithin also nur die H├Ąlfte der gewohnten Ballonzahl.

B├╝rgermeister Rainer Ziegler betonte, dass die Zusammenarbeit mit Bering immer „sehr gut war“: „Manchmal gehen aber auch Partner getrennte Wege, die sich eigentlich gut verstehen.“

Herbert Rittlinger musste immer wieder von seiner Frau und dem B├╝rgermeister gez├╝gelt werden, um nicht doch noch etwas ├╝ber die „sehr guten Partner“ zu sagen. Einen Satz konnte man nicht verhindern: „Ich verstehe nicht, wieso der immer noch die Internet-Adresse ballonfestival-ladenburg.de hat?“

Auf Nachfrage sagt Herr Bering, dass ihn niemand gefragt habe, ob er die Adresse hergibt. Au├čerdem habe er gedacht, dass man f├╝r kommendes Jahr noch im Gespr├Ąch sei, aber das habe sich wohl erledigt: „Ich war gerne in Ladenburg und w├╝rde dort auch gerne wieder sein.“

Die LSV hat sich die Adresse ladenburg-ballonfestival.de gesichert – hier landet man zur Zeit noch auf der Seite der LSV, ohne jegliche Information zum Ballonfestival. Auch das ein Punkt, der schnellstens bearbeitet werden muss.

Nach Angaben von Bering hat dieser nie Geld mit dem Ladenburger Ballonfestival verdient. Dass nun ein anderer Veranstalter dies ├╝bernommen habe, k├Ânnte darauf hindeuten, dass die LSV in der Not andere Konditionen gegeben hat.

Soviel ist klar – es ist ein enormer Wind um den Streit gemacht worden, der ├ärger ist noch l├Ąngst nicht verflogen auf Seiten Rittlingers und Berings. Der eine betont, wie wichtig ihm das Festival in Ladenburg gewesen sei, quasi ein Herzblut-Projekt, der andere, dass unangemessene Forderungen gestellt worden seien und eins klar sei: Die Versorgung liegt bei der LSV. Au├čerdem sei man an den Kapazit├Ątsgrenzen, was beispielsweise die Stromversorgung angeht. Man k├Ânne das gar nicht so gro├č machen, wie Bering sich das vorgestellt hat.

Mit ├╝ber 100 Helfern sei es eine gro├čartige Leistung, wie die LSV sich hier einbringe, betonte B├╝rgermeister Ziegler und machte klar, dass die Hauptorganisation in der Hand des Vereins liege und dort auch bleibe: „Wir haben bewusst an unsere Vereine Verantwortung abgegeben, das Ballonfestival bleibt bei der LSV wie das Drachenbootrennen bei den 03-ern.“

Die Behauptung, dass die Organisation unprofessionell sei, weist er wie die Rittlingers zur├╝ck: „Zu den Spitzenzeiten gibt es immer Schlangen geben, das schafft auch kein professioneller Caterer.“

Trotzdem sei man bem├╝ht, sich jedes Jahr zu verbessern: Die Kassensysteme, der Aufbau der St├Ąnde, die Pfandglasr├╝ckgabe, an allem werde gearbeitet.

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen und ein gewichtiger Grund ist sicherlich das Geld: Das Festival k├Ânnte eventuell besser organisiert werden, aber zu Lasten der Einnahmen der LSV – verst├Ąndlich, dass der Verein das nicht will.

Verst├Ąndlich auch, dass Michael Bering neu im Luisenpark startet. Er ist Unternehmer und guckt auch aufs Geld. Sein Festival findet nun eine Woche sp├Ąter statt als das Ladenburger Festival: „Damit das niemand falsch versteht: Wir wollen nicht fr├╝her sein, um fr├╝her zu sein, das war und ist unser Termin“, sagt der B├╝rgermeister.

Die LSV organisiert nun im Hauruck-Verfahren mit einem neuen Ballonfahrten-Veranstalter das Festival auf den letzten Dr├╝cker. Wenn etwas nicht l├Ąuft oder gr├╝ndlich schief geht, wird man das darauf schieben.

Aus Sicht von Frau Rittlinger seien aber 99 Prozent der Besucher zufrieden mit dem Service der LSV – unzufriedene N├Ârgler werde es immer geben: „Man kann es nie allen recht machen“, sagte der B├╝rgermeister.

Die Sache ist entschieden. Jetzt hat die LSV viel Arbeit vor sich und alle Ballonfestival-Fans hoffen, dass es auch dieses Jahr wieder ein sch├Ânes Festival mit eindrucksvollem Ballongl├╝hen geben wird.

Die Hardcore-Ballon-Fans hingegen d├╝rfen sich freuen, sie k├Ânnen jetzt an zwei Wochenenden hintereinander ein Ballonfestival in der Region besuchen. Sie sind die Dritten, die sich freuen, wenn zwei sich streiten.

Ballonfestival findet statt

Guten Tag!

Ladenburg, 07. Juli 2010. Heute haben die Stadt Ladenburg und die Ladenburger Sportvereinigung, vertreten durch die Eheleute Rittlinger, auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass das Ladenburger Ballonfestival am 14.-15. August 2010 stattfinden wird.

Neuer Organisator der Ballonfahrten: Pfalzgasballon von Uwe Hilzendegen. Bild: privat

Als neuer Organisator ist der Ballonfahrten-Unternehmer Uwe Hilzendegen aus Maxdorf/Pfalz mit an Bord. Hilzendegen hat selbst schon als Pilot an fr├╝heren Ballonfestivals in Ladenburg teilgenommen und ist nach eigener Aussage erfahren in der Organisation solcher Festivals. Feste Zusagen gibt es schon von 12 Ballonfahrern, 15 werden angestrebt. Hilzendegen selbst wird mit zwei Ballons vor Ort sein.

Ebenfalls mit dabei ist der Ballonmodellbauer Michael Kampmann.

F├╝r die Organisation des Rahmenprogramms zeichnet weiterhin die LSV verantwortlich. B├╝rgermeister Rainer Ziegler versprach, dass es „wie gewohnt eine sehr gute Veranstaltung“ geben werde.

Der fr├╝here Partner, Michael Bering, veranstaltet sein Ballonfestival erstmalig im Luisenpark in Mannheim – eine Woche sp├Ąter als das Ladenburger Ballonfestival.

Siehe unseren Kommentar.

Anzeige

Halbfinale.
Public Viewing.
Fody’s F├Ąhrhaus.
Deutschland-Spanien.
de-arg0072
Tolle Atmosph├Ąre.
Toller Service.
Tolles Essen.
Tolles Bild.
Toller Ton.
Spa├č!
Mehr Bilder hier.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das ladenburgblog

Ballonfestival doch in Ladenburg?

Guten Tag!

Ladenburg, 22. April 2010. Die Redaktion wurde anonym informiert, dass das Ballonfestival nun doch in Ladenburg stattfinden soll. Nach dem Stand unserer Recherche gibt es aber noch keine verbindliche Aussage.

Bei der Stadt Ladenburg war man ├╝berrascht, dass vom 13.-15. August 2010 das Ballonfestival in Ladenburg stattfinden soll – weder ├╝ber den Termin noch ├╝ber die angebliche Tatsache ist die Stadtverwaltung informiert.

Nach Auskunft der LSV ist man noch in der Planungsphase und will in den n├Ąchsten vierzehn Tagen eine Entscheidung herbeif├╝hren.

Bis dahin wird weder der Termin best├Ątigt, noch, ob das Festival ├╝berhaupt stattfindet. Fest steht nur, dass sich die LSV weiterhin um das Ballonfestival bem├╝ht.

Der fr├╝here Partner, Michael Bering, hatte sich nach Auseinandersetzungen mit der LSV zur├╝ckgezogen und veranstaltet nun sein Ballonfestival im Mannheimer Luisenpark.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das ladenburgblog

Luisenpark pr├╝ft Ballonfestival-Konzept

Guten Tag!

Ladenburg, 05. M├Ąrz 2010. Nach Informationen des ladenburgblogs gab es gestern zwischen dem Ballonfahrten-Unternehmer Michael Bering und der Leitung des Mannheimer Luisenparks ein Gespr├Ąch ├╝ber eine m├Âgliche Kooperation.

Der Gesch├Ąftsf├╝hrer der Stadtpark Mannheim GmbH, Joachim K├Âltzsch, sagte auf Anfrage: „Herr Bering hat uns gestern sein Konzept vorgestellt. Das werden wir nun pr├╝fen.“ Mit einer Entscheidung rechnet K├Âltzsch bis Ende kommender Woche.

Auf Nachfrage wollte Michael Bering keine Auskunft zum Stand der Verhandlungen geben: „Wir werden Sie per Pressemitteilung zu gegebener Zeit informieren.“

Lesen Sie auch:
Das Ballonfestival, die Protagonisten und ihr Streit
Ballonfestival in Mannheim statt in Ladenburg?

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das ladenburgblog

Hintergrund: Das Ballonfestival, die Protagonisten und ihr Streit

Die Artikel wurde ├╝berarbeitet: Siehe Bild und Ende des Textes.

Ladenburg, 03. M├Ąrz 2010. Der Streit um das Ballonfestival in Ladenburg hat vielf├Ąltige Hintergr├╝nde. Wir dokumentieren die Aussagen der Verantwortlichen.

Von Hardy Prothmann

Der Streit um das Ballonfestival hat drei Seiten, die unterschiedlicher nicht sein k├Ânnten.

Dokumentation: Zuerst hatten wir ein Ballonbild aus dem Pressebereich von heidelberg-ballon verwendet - angeblich h├Ątten wir das nicht gedurft... Quelle: heidelberg-ballon

Michael Bering ist Ballonfahrten-Unternehmer und sozusagen der Initiator des Ballonfestivals im Jahr 2005 zum damaligen Gr├╝nprojekt. Seither hat sich das Ballonfestival pr├Ąchtig entwickelt und gilt nach f├╝nf Jahren im Veranstaltungskalender der Region als „feste Gr├Â├če“.

Im Gespr├Ąch erkl├Ąrt Bering, dass er als Unternehmer bislang das Festival als Marketing-Instrument gesehen hat, aber durch die zunehmende Gr├Â├če mittlerweile auch seine erheblichen Investitionen zur├╝ckflie├čen m├╝ssten. Ein Standpunkt, den man aus Sicht eines Unternehmers nachvollziehen kann.

Image, Unternehmertum, Vereinsf├Ârderung

Die Stadt Ladenburg, vertreten durch ihren B├╝rgermeister Rainer Ziegler, hat die Infrastruktur bereitgestellt: Strom, Wasser, Abfallentsorgung beispielsweise. Sie profitiert einerseits von der hohen Aufmerksamkeit, die ein gutes Image f├Ârdert.

Auf der anderen Seite bleiben ihr ├╝berwiegend Kosten f├╝r die Dienstleistungen. In Zeiten knapper Kassen gibt es nicht unbedingt ein besonderes Interesse, f├╝r Kosten zu k├Ąmpfen, weswegen Herr Ziegler die Absage Berings bedauert, aber auch nicht mehr. Ein Standpunkt, den man aus Sicht eines Verwaltungsbeamten nachvollziehen kann.

Herbert Rittlinger ist langj├Ąhriger Abteilungsleiter Fu├čball beim LSV Ladenburg. Eine „Vereinsf├Ârderung“ durch die Stadt gibt es nicht wirklich. Tats├Ąchlich aber schon. Die Vereine erhalten exklusive Catering-Rechte, d├╝rfen also G├Ąste „bewirten“.

Monopol als Mittel der Vereinsf├Ârderung.

So die Fu├čballer des LSV beim Ballonfestival. Bei rund 20.000 Besuchern, die essen und trinken wollen, kommt da schon einiges an Geld zusammen. Rittlinger und der F├Ârderverein f├╝hlen sich von Bering unter Druck gesetzt, weil der gerne einen professionellen Caterer besch├Ąftigen w├╝rde. Damit w├Ąre das Monopol des LSV dahin, was der Verein nicht will. Ein Standpunkt, den man aus Sicht eines Vereins nachvollziehen kann.

Michael Bering stellte dieses Monopol in Frage, was sich Herbert Rittlinger nicht gefallen lassen will. B├╝rgermeister Ziegler sitzt „zwischen den St├╝hlen“, wird sich aber im Zweifel – wie geschehen – f├╝r die LSV entscheiden.

Gro├čes Einzugsgebiet: Bering muss nicht in Ladenburg starten. Bild: heidelberg-ballon.de

Die hat gut 2.000 Mitglieder und ist das ganze Jahr vor Ort und Teil der Stadt – Bering macht nur einmal im Jahr ein Festival an drei Tagen, das zwar gut f├╝rs Image ist, aber die Kasse der Stadt belastet.

Rainer Ziegler betont denn auch im Gespr├Ąch, dass er beide Seiten versteht: „Ich habe von der Absage aus der Zeitung (MM) erfahren“, sagt Ziegler auf Anfrage. Der B├╝rgermeister betont die „erheblichen Leistungen“ der Stadt, findet das Festival aber toll, hat die „Rollenverteilung“ initiiert. Und sagt: „Es gab auch kritische Stimmen, aber die LSV hat jedes Jahr dazu gelernt.“

Verein vs. Unternehmer

Er sei aber auch nicht der Anwalt der LSV: „Wenn viele Menschen gleichzeitig versorgt werden wollen, dann muss man das leisten.“ F├╝r den „technischen Dienstleister“ Michael Bering hat er Verst├Ąndnis: „Es ist nicht mehr so einfach, Gelder ├╝ber Sponsoring zu bekommen, da muss man sich was einfallen lassen. Dass andere Wege der Finanzierung gesucht werden, verstehe ich.“ Andererseits: „Wir wollen die LSV halten.“

Und: „Irgendwann sind auch die Kapazit├Ąten ersch├Âpft. Man darf das nicht ├╝berfrachten. Es geht hier auch um Stil und Qualit├Ąt. Unsere Infrastruktur hat Grenzen.“ Und: „Die Rollenverteilung ist klar.“

Der B├╝rgermeister sagt: „Wir wollen dieses attraktive Ballonfestival, aber wir wollen die LSV nicht schw├Ąchen. Bis auf wenige Ausnahmen darf kein anderer Caterer rein. Ich habe die Entscheidung von Herrn Bering zu akzeptieren – er stellt Forderungen, weil er das Geld braucht, aber ich muss darauf achten, was f├╝r die Neckarwiese vertr├Ąglich ist. Leider hat Herr Bering das Gespr├Ąch abgebrochen.“

Was genau die Kosten sind, ist von Seiten der Stadt Ladenburg nicht ausgerechnet worden.

Michael Bering sieht das anders: „Die Unterst├╝tzung der Stadt Ladenburg f├╝r den LSV halte ich f├╝r eine gute Sache. Tats├Ąchlich habe ich Angebote ├╝ber mehr als das Doppelte, was mir der LSV bezahlt.“

4.000 vs. 10.000 Euro

Konkret bezahlt die LSV 4.000 Euro an den Ballon-Unternehmer Bering. Professionelle Catering-Firmen h├Ątten um die 10.000 Euro geboten, sagt Bering.

„Bislang habe ich nur draufgelegt“, sagt Bering. Und: „Mittlerweile hat das Festival eine Dimension erreicht, wo man das nur noch professionell betreiben kann oder lassen muss.“ Die Kritik zielt auf den LSV: „Wenn viele tausend Menschen etwas zu essen und zu trinken wollen, kann es nicht sein, dass man erst einen Bon f├╝r Pommes kaufen muss und dann genau Pommes kriegt, die erst in die Fritteuse geworfen werden, wenn jemand Pommes bestellt hat.“

Michael Bering wollte eine einfache L├Âsung: „Bons zu 50 Cent oder einem Euro, am Stand wird dann bestellt und abgerechnet. Ich will… und kriege das dann auch.“ Die Antwort: „Das geht so nicht, dann muss zu viel gerechnet werden…“, bringt Bering zur Wei├čglut: „Wenn Sie den Andrang umrechnen, muss innerhalb von ein paar Sekunden jemand bedient werden. Wenn es hei├čt, ein Bier, und jemand f├Ąngt dann an zu zapfen, funktioniert nichts mehr.“

Streit um „professionelle Dienstleistung“.

Bering kritisiert auch die Behandlung der Ballon-Teams: „Die Teams m├╝ssen innerhalb k├╝rzester Zeit richtig viel Arbeit leisten. Und auch die haben Hunger und Durst und ohne die l├Ąuft nichts. Wenn die sich dann aber ebenso in die Schlangen einreihen m├╝ssen, wird es „komisch“. Noch „komischer“ wird es aus seiner Sicht, wenn der Ton „komisch“ wird, „weil man das kritisiert.“

Unternehmer Bering plant "die Wiese". LSV f├╝hlt sich "scheibchenweise" ├╝bernommen. Bild: heidelberg-ballon.de

Bering kritisiert weiter, dass das Angebot des LSV zu beschr├Ąnkt sei: „Bratwurst und Steacks sind ok. Der LSV soll auch sein Gesch├Ąft machen. Aber ein attraktives Festival bietet mehr als das. Wenn man sich beim Angebot beschr├Ąnkt, ist das nicht professionell.“

Weiter sagt er, dass zu viele an ihm „gezerrt haben“ und dass er „viele unangenehme Erlebnisse“ gehabt habe: „Ich mache mich doch nicht zum Deppen.“

Scharfer Ton: „Ich mach mich doch nicht zum Deppen.“

Den „unangenehmen Ton“ k├Ânne er mit Unterlagen belegen. Auch die email-Kommunikation mit der Stadt und dem Verein. Auf Anfrage ist Herr Bering aber nicht bereit, diese Unterlagen zur Verf├╝gung zu stellen: „Ich will da nicht noch mehr ├ärger machen, als es schon gibt“, sagt er zur Begr├╝ndung. Einen Beleg bleibt er schuldig.

Herbert Rittlinger gibt sich von der Entwicklung ├╝berrascht: „Wir hatten nur ein Gespr├Ąch. Alles lief nach Plan, eigentlich waren wir uns einig, wer f├╝r was zust├Ąndig ist.“

Also die LSV f├╝r das Catering, Bering f├╝r das „Sportliche“, die Stadt f├╝r die Infrastruktur des Festivals.

„Herr Bering hat dann die Zust├Ąndigkeiten ignoriert“, sagt Rittlinger. „St├Ąndig wollte er was Neues. Wir haben auch einen Cr├â┬¬pe-Stand akzeptiert und einen Eis-Stand. Aber dann war da mit einem Mal der „Langosch“-Anbieter und Herr Bering wollte immer mehr“, sagt Rittlinger: „Wir sollten scheibchenweise ausgebootet werden.“

„Dabei sind wir diejenigen, die f├╝rs Catering zust├Ąndig sind“, sagt Herr Rittlinger. Das sagt er oft und: „Dar├╝ber haben wir Herrn Bering per email in Kenntnis gesetzt.“

Wer hat recht? Monopol vs. Unternehmerwillen.

Und: „Wenn viele Menschen gleichzeitig etwas wollen, dann entstehen Schlangen, das haben wir schon oft erlebt.“ Man m├╝sse das auch anders sehen: „Wir haben hier 100 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Hier geht es auch ums Soziale. Um die Jugendarbeit, das will Herr Bering nicht verstehen“, sagt Herr Rittlinger.

Und: „Herr Bering will dieses Engagement madig machen. Es kam der Punkt, an dem ich sagte, bis hierhin und nicht weiter. Es kann nicht so laufen, dass Herr Bering immer mehr fordert und St├Ąnde einteilt. Wir haben das Monopol f├╝r das Catering.“

„Wir haben akzeptiert, dass Herr Bering mehr machen wollte, aber irgendwann ist Schluss. Herr Bering will den Verein rausdr├Ąngen, wenn er behauptet, dass andere 10.000 Euro bezahlen. Das akzeptieren wir nicht.“

Herr Rittlinger ist bereit, die Konsequenzen zu tragen. Auf die Frage, ob der Einnahme-Verlust nicht sch├Ądlich f├╝r den Verein sei, sagt er: „Das k├Ânnen wir vertragen. Wir bem├╝hen uns um einen anderen Veranstalter.“

Verhandlungen.

Gibt es konkrete Gespr├Ąche? „Wir sind im Gespr├Ąch“, sagt Herr Rittlinger. Details mag er nicht nennen.

Michael Bering ist im Gespr├Ąch mit dem Luisenpark. Freilich erst am Anfang.

B├╝rgermeiser Ziegler ist in der Zwickm├╝hle: Bei diesen verh├Ąrteten Positionen steht er zur LSV. Die ist ihm n├Ąher. Und er wei├č um die Forderungen von Bering. Und er wei├č um die Finanzlage seiner Stadt.

Gibt es eine M├Âglichkeit, das Gespr├Ąch nochmals aufzunehmen? „Von meiner Seite aus sicher“, sagt B├╝rgermeister Ziegler.

Was soll ein B├╝rgermeister auch sonst sagen?

Link: Auf der Seite von heidelberg-ballon.de sind die Informationen zum 6. Internationalen Ballonfestival Ladenburg gel├Âscht. Auf den Seiten von ballonfestival-ladenburg ist das geplante Programm aber noch erreichbar…. (Stand: 02. M├Ąrz 2010, Anm. d. Red.) Update: 05. M├Ąrz 2010, die Seiten wurden gel├Âscht.

Update
Dokumentation: Plan Ballonfestival

Update: Der Ballonfahrten-Unternehmer Michael Bering hat uns „gebeten“, die zun├Ąchst verwendeten Bilder aus dem Pressebereich seiner homepage sofort zu l├Âschen. Angeblich h├Ątten wir diese ohne Nachfrage nicht verwenden d├╝rfen. Dies ist nicht zutreffend. Das Unternehmen bot ├╝ber das zun├Ąchst in Ladenburg geplante 6. Ballonfestival Pressetexte und Bilder zur freien Verwendung an. Ein Hinweis, dass eine Verwendung erst genehmigt werden muss, fehlte.

Ballonfestival in Mannheim statt in Ladenburg?

Die Artikel wurde ├╝berarbeitet: Siehe Bild und Ende des Textes.

Guten Tag!

Ladenburg, 02. M├Ąrz 2010. Nach Informationen des ladenburgblogs hat der Ballonfahrten-Unternehmer Michael Bering Gespr├Ąche mit der Leitung des Luisenparks in Mannheim aufgenommen, um dort im Sommer ein Ballonfestival zu veranstalten. In Ladenburg will man sich um einen anderen Ballonfahrten-Betreiber bem├╝hen.

Von Hardy Prothmann

Nach Informationen des ladenburgblogs ist der Ballonfahrten-Unternehmer Michael Bering (Heiligkreuzsteinach) im Kontakt mit der Leitung des Luisenparks, um dort ein Ballonfestival im Sommer zu veranstalten.

Dokumentation: Zuerst hatten wir ein Ballonbild aus dem Pressebereich von heidelberg-ballon verwendet - angeblich h├Ątten wir das nicht gedurft... Quelle: heidelberg-ballon

Luisenpark und Bering waren bereits in der Vergangenheit mit Ballonstarts im Park „miteinander“ im Gesch├Ąft. Nach unseren Informationen gibt es bislang aber nur eine Anfrage und keine konkreten Verhandlungen.

Auch auf der anderen Seite gibt es nur die Aussage, der LSV sei auf der Suche nach einem anderen Ballonfahrten-Veranstalter als Ersatz f├╝r Berings Firma.

Von Seiten der Stadt Ladenburg gibt es keine Aussage zur Sache. Dort wei├č man nur, dass Bering seine Teilnahme per email am Freitagnachmittag abgesagt hat.

Sollte es dem LSV gelingen, einen anderen Ballonfahrt-Anbieter f├╝r das Festival zu gewinnen, k├Ânnten die noch nicht ausgeloteten Chancen f├╝r ein Mannheimer Ballonfestival f├╝r Bering schlecht stehen.

Ungewisser Ausgang – Luft-Schach

Immerhin ist das Ladenburger Ballonfestival als dieses bekannt und nicht als „Berings Ballonfestival in Ladenburg“. Beim Luisenpark wird man sich genau ├╝berlegen, ob man hier in eine Konkurrenz gehen w├╝rde.

Zur Zeit wird also Schach gespielt. Bering lotet seine Chancen in Mannheim aus und setzt damit die LSV enorm unter Druck. Die wiederum kann versuchen, einen anderen Anbieter zu finden, der sich auf die Konditionen des LSV-Catering-Monopols einl├Ąsst. W├╝rde das gelingen, w├Ąre Bering sowohl in Ladenburg als auch in Mannheim abgest├╝rzt.

Sollte dies nicht gelingen, geht der Druck wieder zur├╝ck nach Ladenburg. Wenn Bering und der Luisenpark sich einig werden sollten, wird es k├╝nftig das „Luisenpark Ballonfestival“ sein. Dagegen eines im kommenden Jahr in Ladenburg zu organisieren d├╝rfte kaum erfolgreich sein.

Ladenburg w├Ąre die Kosten, aber auch diesen Imagefaktor los und B├╝rgermeister Ziegler wird sich fragen lassen m├╝ssen, ob er nicht mehr h├Ątte unternehmen m├╝ssen. Gr├Â├čter Verlierer w├Ąre aber die LSV – der werden die sicherlich guten Einnahmen in der Vereinskasse fehlen.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird die LSV den B├╝rgermeister dr├Ąngen, seinen Einfluss geltend zu machen, um dies zu verhindern. Dann w├╝rde aus dem Streit ein Politikum werden. Denn das w├╝rde der B├╝rgermeister aller Voraussicht nach nicht tun – genau das w├╝rde man ihm aber vorwerfen.

Der Streit ums Ballonfestival ist dabei, eine neue H├Âhe zu erreichen.

Die Verhandlungsposition von Bering ist gut. Nach seinen Angaben hat er bislang mit dem Ballonfestival keinen Gewinn gemacht. Wird aus dem Neustart in Mannheim nichts, kann er es woanders versuchen.

Den Imageschaden hat zur Zeit die Stadt Ladenburg, weil sie diesen „Magnet“ verloren hat. Den finanziellen Schaden hat die LSV, weil ihr Einnahmen entgehen.

LSV-Abteilungsleiter Herbert Rittlinger gibt sich gelassen und guter Dinge, einen neuen Ballonbetreiber zu finden. Gelingt ihm das nicht, muss er sich fragen lassen, ob nicht er die Verantwortung f├╝r das ganze Dilemma tr├Ągt – egal, ob sich Michael Bering in seinen Augen nun richtig oder falsch verhalten hat.

Update: Der Ballonfahrten-Unternehmer Michael Bering hat uns „gebeten“, die zun├Ąchst verwendeten Bilder aus dem Pressebereich seiner homepage sofort zu l├Âschen. Angeblich h├Ątten wir diese ohne Nachfrage nicht verwenden d├╝rfen. Dies ist nicht zutreffend. Das Unternehmen bot ├╝ber das zun├Ąchst in Ladenburg geplante 6. Ballonfestival Pressetexte und Bilder zur freien Verwendung an. Ein Hinweis, dass eine Verwendung erst genehmigt werden muss, fehlte.