Freitag, 28. Januar 2022

Atelier 47: Zu schade, wenn es zu „intim“ bleibt


Guten Tag!

Ladenburg, 26. Mai 2011. (red) Gestern hat der Mannheimer Morgen ├╝ber ein Konzert in Ladenburg berichtet: „Intime Atmosph├Ąre inspiriert„. Das machen Zeitungen und andere Medien so – sie berichten ├╝ber dies und das. Leider war uns ein Bericht zu „dies und das“ nicht m├Âglich, denn wir unterliegen einem Bann. Das Ladenburgblog hat „Hausverbot“ im Atelier 47. Wieso, weshalb, warum? Die Gr├╝nde sind nicht genau bekannt. Oder doch?

Von Hardy Prothmann

Am 06. Oktober 2010 haben wir zum ersten Mal ├╝ber das Atelier 47 berichtet (Berichte siehe am Schluss des Artikels unter „Diese Artikel k├Ânnten Sie auch interessieren“). Mit viel Wohlwollen. Ein K├╝nstleratelier am Marktplatz von Ladenburg. Siegmund Eibel – ein Maler, „Phil Leicht“ – ein Foto-Impressionist . Beide zusammen wollen „Zimmer-Konzerte“ veranstalten. Das kennt man sonst in Deutschland nur aus Hamburg oder Berlin.

Einmal im Monat soll es ein „gro├čes Konzert“ vor „kleinem Publikum“ geben. Keine Massenveranstaltung zu ├╝berh├Âhten Preisen also. Sondern eine bewusst verknappte ├ľffentlichkeit, eine „intime“ Atmosph├Ąre. Besondere Veranstaltungen eben, wie man sie nicht immer erlebt. Auch Lesungen sollen geboten werden. Soweit uns bekannt, gab es bislang nur eine einzige, ├╝ber die wir nicht berichtet haben.

Warum? Weil eine Hamburger K├╝nstlerin zu viel kurpf├Ąlzische Sonne bei zuviel pf├Ąlzer Wein abbekommen hatte. Ein Bericht ├╝ber die misslungene Lesung h├Ątte nur „negativ“ ausfallen k├Ânnen. Wir haben Milde walten lassen, weil wir die Idee nicht besch├Ądigen wollten (was wir nach wie vor nicht wollen).

Wir haben die ersten Konzerte mit viel Wohlwollen begleitet. Gut 30 Personen finden Platz bei diesen Konzerten – wenn man eng steht, k├Ânnten es auch 40 sein. Leider kamen fast nie mehr als ein Dutzend G├Ąste und h├Ąufig dieselben. Wieso es dem Veranstalter nicht gelingt, den Raum voll zu bekommen, ist ein R├Ątsel. Die Atmosph├Ąre hat was, die K├╝nstler sind klasse.

Aktuell berichtet der MM von „20 G├Ąsten“ – bei Zahlenangaben dieser Zeitung sind wir immer sehr vorsichtig, denn meistens stimmen sie nicht. Sind mal hoch-, mal runtergerechnet. Die Rechnung kann so und so gehen: Nur G├Ąste. Oder auch plus Veranstalter, plus Darsteller, plus Familienangeh├Ârige. Wir gehen von unserer Erfahrung aus und wir haben bei Zahlenangaben immer „freundlich“ gerechnet – aus der ├ťberzeugung heraus, dass man kleinen Projekten gerne Raum geben darf. Also anwesende Personen minus der Atelier-K├╝nstler und der auftretenden K├╝nstler.

Die G├Ąste k├Ânnen eine exklusive Vorstellung von tollen K├╝nstlern genie├čen, f├╝r einen wahrhaft guten Preis von 14 Euro. Man sitzt zwar auf Biertischb├Ąnken, aber egal ob ganz vorne oder ganz „hinten“, man ist wirklich in der ersten Reihe.

Ganz besonders hat mich pers├Ânlich gefreut, die Veranstaltung mit dem Ditzner-L├Âmsch-Duo zu besuchen. Erwin Ditzner hat schlie├člich 2009 zusammen mit Laurent LeRoi und einem Bassisten mein Hochzeitsfest ganz hervorragend musikalisch begleitet – davon schw├Ąrmen noch heute alle Hochzeitsg├Ąste. Abgesehen davon kenne ich den herausragenden Schlagzeuger schon seit gut 20 Jahren und seine immergl├╝hende Leidenschaft und sein Humor sind au├čergew├Âhnlich.

Anfang Januar haben wir den K├╝nstler Siegmund Eibel portr├Ątiert – danach war es vorbei mit dem guten Verh├Ąltnis zum „Atelier 47“. Nicht zu Siegmund Eibel – aber zu Herrn „Phil Leicht“ – der im echten Leben Schmitt hei├čt.

Vielleicht oder sogar sehr wahrscheinlich hat Herr Schmitt uns das „pers├Ânlich“ genommen, dass wir nicht „ihn“, sondern den eigentlichen Inhaber des Ateliers portr├Ątiert haben. Vielleicht war das der Grund. Vielleicht war es ein anderer.

Ganz pl├Âtzlich war es vorbei mit dem guten Kontakt.

Ganz pl├Âtzlich hat sich auch der Mannheimer Morgen f├╝r diese kleine Konzertreihe interessiert und berichtet „au├čer Konkurrenz“ – denn wir haben „Hausverbot“.

Herr Schmitt zeigt sich sehr gl├╝cklich, in der Zeitung erw├Ąhnt zu sein – obwohl er eigentlich ein „K├╝nstler“ der Neuen Medien ist. Er experimentiert mit digitalen Fotos und verdient sein Geld in einem Steuerb├╝ro.

Sein Konzept ist charmant – in k├╝nstlerischer Umgebung wird Musik geboten und nach den Konzerten soll es weiter mit „Impressionen“ gehen. Das Publikum ist danach zum Restaurantbesuch geladen. Seit Oktober allerdings schon in die dritte Lokalit├Ąt – vielleicht wird das als Flexibilit├Ąt angepriesen, tats├Ąchlich k├Ânnte es aber auch mit Kommunikationsproblemen zusammenh├Ąngen.

Wie auch immer, was auch immer, warum auch immer. Die Konzertreihe im Atelier 47 ist eine klasse Idee.

Wir finden es sehr schade, per „Hausverbot“ ausgeladen zu sein und damit all unseren Leserinnen und Lesern keine unabh├Ąngige Berichterstattung anbieten zu k├Ânnen.

Wir haben Herrn Schmitt darauf hingewiesen, dass sein selbstgew├Ąhlter Weg mindestens „steinig und hart“ sein kann. Selbstverst├Ąndlich hat er als privater Veranstalter ein Hausrecht. Aber auch eine Pflicht gegen├╝ber den engagierten K├╝nstlern, die sich sicher gerne einem Publikum pr├Ąsentieren. Und einem unabh├Ąngigen Journalismus.

Die Entscheidung von Herrn Schmitt, ├ľffentlichkeit per Hausrecht, also „Hausverbot“, aus vermutlich „pers├Ânlichen Gr├╝nden“ zu bannen, ist nicht nachvollziehbar – vor allem, wenn die K├╝nstler mehr als eine „Kritik“ erhalten k├Ânnten. Und mehr als ein „abgesoffenes“ Bild ohne Aussage, einem dahingeschriebenen Text, an einem Tag, in einer Zeitungsausgabe.

Die Atmosph├Ąre ist klasse im Atelier 47 und sicher tritt hier kein K├╝nstler auf, um Geld zu verdienen. Hier kann in „intimer Atmosph├Ąre“ geprobt werden, ausprobiert werden, versucht werden, der Kontakt zum Publikum gesucht werden. Das ist das Honorar f├╝r die K├╝nstler – plus Fotos, plus eine verst├Ąndige Berichterstattung, plus eine Verbreitung von Text und Bild ├╝ber das Internet und Social Media – also Aufmerksamkeit.

Einer unserer Fotografen, wollte sehr, sehr gerne Thomas Siffling, einen Ausnahme-Trompeter, fotografieren. Ohne Auftrag von uns – weil der Fotograf aber f├╝r uns t├Ątig ist, unterliegt er der „Sippenhaft“, wie Herr Schmitt per email mitteilte. Auch er hat Hausverbot – seit er f├╝r das Ladenburgblog t├Ątig ist.

Herr Schmitt hat nicht nur vielleicht, sondern ganz klar entschieden, dass die K├╝nstler, die im Atelier 47 auftreten, auf eine kritische Begleitung im Ladenburgblog verzichten m├╝ssen. Zu schade.

Offener Brief an Phil Leicht (Atelier 47): Sie sollten Ihr Verhalten dringend ├╝berdenken


Guten Tag!

Ladenburg, 06. April 2011 (red) Was wie ein versp├Ąteter April-Scherz klingt, ist bittere Realit├Ąt: Phil Leicht, einer der K├╝nstler des „Atelier 47“ am Marktplatz hat heute einem unserer freien Mitarbeiter ein „Hausverbot“ ausgesprochen. Einfach so. Der Grund: Vor ein paar Tagen hatte der Fotograf zum ersten Mal f├╝r uns Bilder gemacht. Von einem Ereignis, dass nichts mit dem Atelier 47 zu tun hat. Aus Sicht von Phil Leicht ein schwerwiegender Fehler. Denn damit f├Ąllt unser Mitarbeiter unter „Sippenhaft“. „Unumst├Â├člich“. Der „Bann“ kam per email auf Facebook.

Von Hardy Prothmann

"Phil Leicht" erteilt jedem Hausverbot, der mit dem Ladenburgblog zu tun hat: "unumst├Â├člich".

Sehr geehrter Herr „Leicht“ (Anm. d. Red. „Phil Leicht“ ist ein „K├╝nstlername“),

Sie haben heute Mittag um 12:13 Uhr einem unserer freien Mitarbeiter ein „Hausverbot“ erteilt.

Tats├Ąchlich war Ihnen dieser Fotograf vor kurzem bei einer Veranstaltung noch sehr „willkommen“ und sie lobten die Qualit├Ąt seiner Bilder. Die k├Ânnen wir best├Ątigen, deswegen sind wir froh, dass er ab und an auch f├╝r uns arbeitet.

„Unumst├Â├čliches Hausverbot“

Vor einigen Tagen hat er dies zum ersten Mal getan und kurz darauf erkundigen Sie sich bei ihm ├╝ber Facebook, ob er „nun auch f├╝r das Ladenburgblog arbeitet?“ Der Fotograf best├Ątigt das, woraufhin Sie ihm schreiben:

„ups, dann hast du bei uns ja auch Hausverbot .o(
Herr Prothmann, seine Blogs und seine Mitarbeiter haben bei mir Hausverbot!
unumst├Â├člich!

Warum schreiben wir Ihnen diesen offenen Brief? Am einfachsten w├Ąre es, Sie und Ihr Verhalten zu ignorieren. Ab so „einfach“ ist das nicht – weil wir uns als Redaktion vor unsere freien Mitarbeiter stellen und diese sch├╝tzen. Und weil die ├ľffentlichkeit ├╝ber Ihr absurdes Verhalten informiert sein muss.

Auf den Hinweis zu einer Urheberrechtsverletztung folgt das Hausverbot. Klicken Sie auf das Bild f├╝r eine gr├Â├čere Darstellung.

Ihr Verhalten, Herr Phil Leicht, ist nicht akzeptabel. Es ist sogar mehr als das, es ist skandal├Âs.

Selbstverst├Ąndlich k├Ânnen Sie ein „Hausrecht“ aus├╝ben – als Veranstalter von ├Âffentlichen Konzerten w├Ąre es aber selbst nach einer „negativen Berichterstattung“ nicht hinnehmbar, wenn deswegen Journalisten an einer weiteren Berichterstattung gehindert werden.

„Unumst├Â├čliche“ Missachtung der Presse- und Kunstfreiheit – von einem „K├╝nstler“…

Wer ├ľffentlichkeit herstellt, sollte sich immer auch der ├ľffentlichkeit stellen k├Ânnen und wollen – vor allem der nach Artikel 5 grundgesetzlich garantierten Meinungs- und Pressefreiheit.

Diese gilt f├╝r alle B├╝rgerinnen und B├╝rger Deutschlands, aber insbesondere f├╝r kritische Journalisten und K├╝nstler und ist einer der wertvollsten Artikel des Grundgesetzes als Reaktion auf die Nazi-Diktatur, die eine freie Meinung und deren Bildung mit allen Mitteln der Verfolgung bis hin zu Todesstrafen unterdr├╝ckt hat.

Insbesondere Menschen, die sich als „K├╝nstler“ sehen oder Kunst vermarkten und eine ├ľffentlichkeit suchen, m├╝ssten also das vorrangigste Interesse haben, eine zensurfreie Berichterstattung immer vor jedes andere Interesse zu stellen. Sie, Herr Phil Leicht, tun exakt das Gegenteil.

Sie hatten mir und meiner Frau bereits am 30. Januar 2011 ein „Hausverbot“ ausgesprochen. Wir haben das bislang nicht thematisiert, aus R├╝cksicht auf den anderen K├╝nstler im Atelier 47, Herrn Siegmund Eibel, der nichts mit Ihrem Verhalten zu tun hat.

Vorgeschichte

Was war passiert? Das ist schnell erz├Ąhlt: In insgesamt acht Artikeln haben wir zwischen September 2010 und Januar 2011 ├╝ber das „Atelier 47“ berichtet. Zwei Mal sind Sie pers├Ânlich nur namentlich erw├Ąhnt, es gab zwei Terminank├╝ndigungen, ein Portr├Ąt zum Start der Konzertreihe, zwei Konzertkritiken und ein Portr├Ąt ├╝ber Siegmund Eibel.

Alle Artikel haben eine positive Aussage und Sie, Herr Phil Leicht, zeigten sich sehr bem├╝ht um uns, denn schlie├člich hatte sich sonst kein Medium f├╝r Ihre Veranstaltung interessiert. Und selbst wenn die Berichte kritisch-negativ gewesen w├Ąren, w├Ąre Ihr Verhalten nicht zu rechtfertigen.

Ganz im Gegenteil haben wir sehr zugewandt berichtet, weil uns bis heute das Konzept gut gef├Ąllt, Zimmerkonzerte in kleiner Gesellschaft zu veranstalten. Wir haben darauf verzichtet zu berichten, dass es Ihnen nicht ein Mal gelungen ist, 30 G├Ąste zusammen zu bekommen, obwohl durchaus bekannte K├╝nstler aufgetreten sind.

Wir haben auch auf einen „Verriss“ ├╝ber eine Lesung verzichtet, weil eine der Performance-K├╝nstlerinnen aus Hamburg die Wirkung von Sonne und pf├Ąlzischem Wein ├╝bersch├Ątzt hatte und sturzbesoffenen eine katastrophale „Vorstellung“ ablieferte. Warum? Aus dem Wohlwollen heraus, dass jeder Anfang schwer ist. Und der Abw├Ągung, ob ein negativer Bericht die insgesamt gute Idee unn├Âtig besch├Ądigt.

Den Schaden richten nun Sie selbst an. Vermutlich aus verletzter Eitelkeit oder kleinem Selbstbewusstsein oder einer Mischung aus beidem. Das kann fatal sein.

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Solche Fotos und eine Berichterstattung sind von "Phil Leicht" unerw├╝nscht. Bild: ladenburgblog.de

Kurz nach dem von meiner Frau geschriebenen Portr├Ąt ├╝ber Herrn Eibel, haben Sie Mitte Januar den Kontakt zu uns eingestellt und beispielsweise auf Facebook alle „Freundschaften“ zu unseren Blogseiten gek├╝ndigt. Ohne Nachricht, ohne Begr├╝ndung. Wir k├Ânnen nur vermuten, dass Sie sich selbst als „zu wenig ber├╝cksichtigt“ empfunden haben, aber das ist reine Spekulation.

Sie nutzten aber weiterhin urheberrechtlich gesch├╝tzte Fotos von uns (unter anderem eines, das den B├╝rgermeister Ziegler beim Besuch im Atelier zeigt), was wir aus Freundlichkeit geduldet haben. (Dokumentation auf Facebook – Sie brauchen daf├╝r einen Facebook-Zugang.)

Wie wichtig ein Urheberrecht ist, m├╝ssten Sie als „K├╝nstler“ eigentlich wissen. Wir haben Sie nach Ihrem unfreundlichen Verhalten darauf aufmerksam gemacht, dass sie die Bilder zu entfernen haben.

„Sippenhaft

Daraufhin erhielten wir von Ihnen besagtes Hausverbot, das aber nicht nur mich und meine Frau als Journalisten betrifft, sondern offenbar eine Art „Sippenhaft“ darstellt.

Herr Phil Leicht – Ihr Verhalten ist leider nicht nur absurd, es ist jeder Kunst und jedem K├╝nstler unw├╝rdig. Unsere Leserinnen und Leser bilden sich selbst eine Meinung und entscheiden auf dieser Grundlage, ob sie einen Veranstalter mit Ihrer Haltung weiter durch den Besuch von Konzerten unterst├╝tzen wollen.

Bedauerliche Haltung

Wir nehmen an, dass einige die einzig richtige Konsequenz ziehen und dies solange nicht mehr tun, bis Sie diesen absurden „Bann“ mit einer entsprechenden Entschuldigung aufheben. W├Ąre die Bedeutung, Ihre mindestens zur Zeit vollst├Ąndig undemokratische Haltung nicht so erschreckend, m├╝sste man Ihr Verhalten als l├Ącherlich empfinden.

Mit dem Wissen, was eine solche Haltung f├╝r f├╝rchterliche Folgen schon hatte und ├╝berall auf der Welt in repressiven Systemen hat, vergeht einem aber das Lachen.

Wenn Sie einen lichten Moment haben sollten, werden Sie verstehen, was wir meinen. Und keine Sorge, wir haben in n├Ąchster Zeit nicht vor, ├╝ber eine Ihrer Verstaltungen zu berichten. Auch wenn das aus Sicht der auftretenden K├╝nstler sicherlich bedauerlich ist. Ebenso aus Sicht der interessierten ├ľffentlichkeit.