Freitag, 17. September 2021

A-soziale Netzwerke

Fody’s veröffentlicht problematische Fotos bei Facebook

Unter diesem Albumnamen finden sich rund 200 teils sehr unvorteilhafte Fotos sowie Bilder aus zwei Kirchen, die bestimmt nicht da rein sollten.

Ladenburg/Rhein-Neckar, 09. Juli 2012. (red) Soziale Netzwerke sind modern und natĂŒrlich wollen da viele mitmachen. Das aber will beherrscht sein – sonst passieren schnell Fehler, die das Gegenteil von einem guten Image erzeugen.

Der Ladenburger Gastronomie-Betrieb Fody’s FĂ€hrhaus hat auf Facebook Fotos von der „Dieter Thomas Kuhn Fan After Show Party“ eingestellt. Ob die fotografierten Personen damit glĂŒcklich sind? Das darf man bezweifeln, weil viele Personen unvorteilhaft oder mit Unmengen leerer Bierflaschen abgebildet werden. Auch Chefs und Arbeitskollegen sind in Facebook unterwegs…

Außerdem hat die Fotos irgendjemand gemacht, der nicht mit einem Fotoapparat umgehen kann – schlechte Perspektiven, falsche Belichtung, unscharfe Bilder. Eine grottenschlechte Fotostrecke.

Und die Bildergalerie enthĂ€lt zum Ende Fotos, die nun gar nichts mit der „After Show Party“ zu tun haben. Man sieht dort den Leimener Pfarrer Steffen Groß – ebenfalls teils sehr unvorteilhaft abgebildet. Und Fotos vom 50-jĂ€hrigen OrgeljubilĂ€um eines Herrn in St. Ilgen. Mal abgesehen davon, ob sich die KirchgĂ€nger in der „DTK-Galerie“ wohl fĂŒhlen,  sind auch hier die Fotos teils so unvorteilhaft, dass die Personen – sofern sie von der Veröffentlichung wĂŒssten, bestimmt alles andere als „amused“ wĂ€ren.

Die Fotos sind hier (nicht mehr) zu finden.

Aktualisierung, 17:04 Uhr:

Fody’s hat reagiert und die Fotos der KirchgĂ€nger gelöscht. Dazu veröffentlichte der Seiten-Administrator einen Kommentar, aus dem man entnehmen kann, dass er nicht wirklich das Problem verstanden hat:

„Wer hier „merkwĂŒrdige“ Fotos entdeckt hatte …. SORRY …. die wurden versehentlich aus einem anderen Account hochgeladen. 😉 Hoffentlich haben sich die fröhlichen Betrachter wenigstens amĂŒsiert!“

Unfreundliche, chaotische Bewirtung und schlechter Sound

DTK-Konzert: Massive Kritik vieler Fans am Veranstalter

7.500 GĂ€ste - viele davon kritisierten einen lausigen Ton und ungenĂŒgendes Catering.

 

Ladenburg, 02. Juli 2012. (red/pro) Fanatische Fans kann nichts enttĂ€uschen, wenn ihr DTK auftritt. Doch gibt es jede Menge Beschwerden von KonzertgĂ€sten, die gar nicht zufrieden mit den Rahmenbedingungen beim Konzert von Dieter Thomas Kuhn auf der Ladenburger Festwiese waren. Dabei störte die meisten weniger der Abbruch der Veranstaltung – dafĂŒr hatte man wegen der SicherheitsabwĂ€gungen VerstĂ€ndnis -, sondern man regte sich ĂŒber die Veranstaltung an sich auf. Der Veranstalter Demi Promotion sieht sich nicht verantwortlich und meint, es gĂ€be in ganz Ladenburg keine fĂ€higen Gastronomen.

Von Hardy Prothmann

Viele Fans haben sich per E-Mail bei uns gemeldet, um ihrer EnttÀuschung Ausdruck zu machen. Auch bei Facebook gibt es sehr viele EintrÀge von Fans, die ihren Frust schildern. Beispielsweise:

Mit Freunden zu DTK … mitsingen, Spass haben … das ist wohl Sinn und Zweck dieses Konzertes. Gestern haben wir in der Mitte nix mehr gehört, viel zu leise, mitsingen- keine Chance. Weiter fehlten viele Lieder, glaub diesmal hat er mehr gesprochen, also das war gar nix. Nach einer 3/4 Stunde anstehen, hatte ich dann auch eine Apfelsaftschorle …. Orga=0 ….. FĂŒr 30,90 Eintritt kann ich Leistung erwarten, diese war ĂŒberhaupt nicht vorhanden. Wir waren 22 enttĂ€uschte Leute und Ladenburg Festwiese und die Organisatoren sehen uns nicht wieder. Traurig- schade !!!!!!

Ein anderer Fan schreibt:

dtk konzert gestern war leider der absolute reinfall….die organisation war ja mal ein witz….dass die leute an dem einen (!!!!) weinstand maßlos ĂŒberfordert waren,hĂ€tte man bei so vielen besuchern doch wissen mĂŒssen…aber auch an allen bierstĂ€nden musste man ewig anstehen,wenn man pech hatte das ganze konzert oder man hat halt gar nix bekommen…..der sound war auch super mies….

Der Veranstalter nimmt die Kritik nicht auf die eigene Kappe, sondern reicht sie durch an die bewirtenden Betriebe. Auf Facebook schreibt Demi Promotion teilt Demi Promotion eine Stellungnahme von Dieter Thomas Kuhn:

Die Probleme bei der Gastronomie sind in der Tat unverstÀndlich, jedesmal in Ladenburg. Es scheint dort keinen fÀhigen Gastronomen zu geben. Wir werden dem nachgehen, da könnt ihr sicher ein!

So leicht wird Demi Promotion da aber nicht rauskommen. Schließlich entscheidet der Veranstalter, wie viele StĂ€nde auf dem GelĂ€nde sind und ist dafĂŒr verantwortlich, die erwartete Menge der Zuschauer ausreichend bedienen zu können. Und der Veranstalter gibt selbst zu, dass es wohl auch in der Vergangenheit „Probleme“ gegeben hat („jedesmal in Ladenburg“) – warum wurden dann nicht „fĂ€hige“ Gastronomen aufs GelĂ€nde gebracht?

Schade fĂŒr die Fans, die nach eigenen Aussagen zwischen einer halben und einer Stunde fĂŒr ein GetrĂ€nk anstehen mussten und dabei viel vom Konzert verpassten – war doch aus Sicht von vielen auch der Ton schlecht abgemischt.

FĂŒr die „Festivalwiese“ in Ladenburg ist das keine gute Werbung und es steht zu befĂŒrchten, dass die Fans sich anders orientieren. Ob die Ladenburger Gastronome es sich gefallen lassen werden, als „unfĂ€hig“ durch Demi Promotion dargestellt zu werden, muss man abwarten.

Anm. d. Red.: Wir haben im Text die Kritik an den „Ladenburger Wirten“ korrigiert. Es handelt sich um eine Stellungnahme auf der Facebook-Seite von Dieter Thomas Kuhn, die von der Demi Promotion-Facebook-Seite „geteilt“ worden ist.

7.500 Fans feiern mit Dieter Thomas Kuhn und Band auf der Festwiese

Die bunteste Stadt Deutschlands

Der Meister der Schmachtballaden: DTK.

 

Ladenburg, 02. Juli 2012. (red/la) Am Samstag war Ladenburg wohl die bunteste Stadt Deutschlands. Tausende Schlagerfans in Plateaustiefeln und RĂŒschenhemden pilgerten durch die Straßen in Richtung Festwiese. Dort wollten sie den Abend mit einem der erfolgreichsten deutschen Schlagerbarden verbringen: mit Dieter Thomas Kuhn.

Mitte der 1990er löste der TĂŒbinger Musiker Thomas Kuhn gemeinsam mit dem kurzzeitig erfolgreicheren Kollegen Guildo Horn die Neo-Schlagerwelle aus. Das einfache Konzept hieß Schlager nachzuspielen und dies noch ĂŒbertriebener als die Originalinterpreten tun. Im Gegensatz zu Grand-Prix-Teilnehmer Horn fĂŒllt Kuhn jedoch heute immer noch die Hallen und Festwiesen. Und das, obwohl er mehrere Jahre dem Schlager den RĂŒcken gekehrt hatte. 2006 holte er den Paillettenanzug wieder aus der Mottenkiste und tourt wieder. Am Freitag erschien das neue Album: „Hier ist das Leben“.

Schmachten und jubeln.

7.500 Menschen lockt der 47-JĂ€hrige am Samstagabend auf die Festwiese. Weitere 350 ZaungĂ€ste machen es sich vor der Absperrung oder am Neckarhausener Ufer gemĂŒtlich. Um 20:06 Uhr betreten Dieter Thomas Kuhn und Band in glitzernden PaillettenanzĂŒgen die BĂŒhne. Im Hintergrund lĂ€uft „Musik ist Trumpf“. Sofort recken Hunderte Fans ihre Sonnenblumen jubelnd in die Höhe. Der „Kindergeburtstag“ beginnt. WĂ€hrend er „Sag mir quando“ schmachtet, öffnet die „singende Föhnwelle“ den oberen Teil seines rot-weiß glitzernden Hemds. Zum Vorschein kommt das obligatorische Brusthaartoupet. Diesmal ist die Wolle herzförmig.

Über den langgezogenen Catwalk schreitend steht Kuhn bald mitten im Blumenmeer der Fans. Die erste Sonnenblume fliegt in seine Richtung. Er fĂ€ngt sie singend mit einer lĂ€ssigen Geste im Flug und lĂ€chelt. Wieder brandet Jubel auf. Kuhn wirft HandkĂŒsschen in die Menge.

Dann will Kuhn „Über den Wolken“ anstimmen, aber kommt ĂŒber die ersten drei Worte nicht hinaus. Er stockt. Immer lauter sind die Worte „Dieter, Dieter Thomas Kuhn“ aus der Menge zu hören. Kuhn faltet die HĂ€nde und schĂŒttelt sie dankend:

Ich habe GĂ€nsehaut.

Die Stimmung auf der Festwiese ist locker und ausgelassen. Viele Frauen tragen Kleider mit BlĂŒmchenmuster oder in grellen Farben. Die eingefleischten Schlagerfans tragen HaarbĂ€nder und Plateaustiefel. Doch auch die MĂ€nner haben sich in Schale geworfen. Sie haben sich mit bunten RĂŒschenhemden, schwarzen Afro-PerĂŒcken und großen rosa Brillen auf die Zeitreise in die Goldene Zeit des deutschen Schlagers vorbereitet. Gerade MĂ€nner haben den Ruf „Dieter, ich will ein Kind von Dir“ verinnerlicht. Es riecht ĂŒberall nach Patchouli, nicht nach Hanf. Zwischendurch versuchen einzelne Fans, Massenpolonaisen anzustoßen.

Als die Band speziell fĂŒr Griechenland „Griechischer Wein“ anstimmt, darf eine Frau im perfekten 70er-Outfit als erster Gast mit Kuhn auf die BĂŒhne. SpĂ€ter dĂŒrfen einige mehr zugleich dort stehen.

Plötzlich jedoch ragt ein aufblasbarer Penis vor der BĂŒhne in die Luft. „Wie bist Du mit dem Ding durch die Eingangskontrolle gekommen?“, ruft Kuhn dem Fan zu. „Schwein!“, setzt er amĂŒsiert nach. Die weiter von der BĂŒhne entfernt hochgehobene Gummipuppe ignoriert er.

Ekstase

Bei „Fremder ohne Freunde“ verlĂ€sst der TĂŒbinger von der BĂŒhne und lĂ€uft singend ĂŒber die Festwiese durch die Zuschauer. Dutzende Fans umringen den TĂŒbinger und zĂŒcken ihre Handys fĂŒr ein Foto oder filmen das Bad in der Menge mit. Einige Frauen geraten nach einem KĂŒsschen des SĂ€ngers in Ekstase. Ob diese nur gespielt oder doch echt ist, scheinen viele selbst nicht genau zu wissen.

Es ist Thomas Kuhns Erfolgsrezept die Grenzen zwischen Satire, Hommage und guter Musik so verschwimmen zu lassen, dass sich jeder darin wiederfinden kann. Er persifliert den freundlich-schmierigen Machismo der damaligen Stars ebenso, wie das realitĂ€tsentrĂŒckte eines Christian Anders. Alles zusammen ergibt einen so ĂŒbertriebenen Film, den man nicht mehr ernst nehmen muss, sondern dem man sich bedenkenlos hingeben kann.

Auch wenn der grĂ¶ĂŸte Teil der Zuschauer Ende Dreißig ist, sind auch etliche Teenager und Senioren zu sehen. Die Jungen sind eher neugierig: „Ich hab gehört, dass man das Ganze nur vollgesoffen ertragen kann“, sagt ein 16-JĂ€hriger. Die Senioren, die einige der gecoverten KĂŒnstler noch live gesehen haben dĂŒrften, feiern ebenso ausgelassen mit.

Gegen 21 Uhr nĂ€hern sich jedoch dunkle Wolken aus Richtung SĂŒden. Da eine Schlechtwetterfront Ladenburg wohl vor dem Konzertende erreichen wird, beendet der Veranstalter „Demi Promotion“ das Konzert bereits nach eineinhalb Stunden und Kuhn gibt ein letztes „TrĂ€nen lĂŒgen nicht“ mit auf den Weg. Normalerweise sind zwei Stunden das Minimum bei seinen Konzerten. Allerdings verspricht er seinen Fans noch, dass sie die verlorene Zeit im kommenden Jahr „doppelt und dreifach“ ersetzt bekommen.

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