Samstag, 20. August 2022

Exklusive Weihnachtsaktion

Wir haben nichts zu verschenken – und tun’s trotzdem

Wir verlosen attraktive Werbepl√§tze – ohne Risiko f√ľr Neukunden.

 

Rhein-Neckar, 11. Dezember 2010. (red) Gewerbetreibende, Dienstleister und Freiberufler k√∂nnen aktuell bei uns Werbeleistungen in H√∂he von 7.700 Euro gewinnen. Ohne jegliche Verpflichtung. Unsere Aktion richtet sich an alle Neukunden, die vorw√§rts denken und realisieren, dass √ľberteuerte Print-Werbung der Vergangenheit angeh√∂rt und Online-Werbung die Zukunft ist. Wir bieten eine hohe Aufmerksamkeit durch eine fundierte und kritische Berichterstattung. Daf√ľr werden wir von unseren Leserinnen und Lesern gesch√§tzt. Die Aufmerksamkeit erarbeiten wir uns hart mit klassischem Journalismus. Unsere Werbekunden profitieren davon – denn heutzutage muss sich jeder der Kritik der √Ėffentlichkeit stellen und wo kann man das besser als bei einem konstruktiv-kritischen Online-Medium?

Von Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (46), Gr√ľnder und Chefredakeur der Rheinneckarblogs. Foto: sap

Wir bieten aktuell eine Verlosung an, die sich an Neukunden richtet. Die Regeln sind ganz einfach. Sie schicken uns eine Email, gewinnen mit etwas Gl√ľck einen unserer Preise und profitieren von unserem Werbeumfeld. Sie gehen keinerlei Verpflichtungen ein. (Hier sehen Sie die Werbeleistungen, die Sie gewinnen k√∂nnen und wie Sie an der Verlosung teilnehmen.) Es gibt kein Abo, keine versteckten Kosten. Es gibt kein Risiko f√ľr Sie. Daf√ľr haben Sie die M√∂glichkeit, unverbindlich unsere Werbem√∂glichkeiten zu testen.

Und wenn Sie das interessiert, dann lesen Sie bis zum Ende weiter.

Glaubw√ľrdigkeit ist Trumpf

Wir bieten dieses „Spiel“ an, weil wir √ľberzeugt sind, dass Sie als Gewinner weiter mit „uns spielen wollen“. Wer ist „uns“? Wir sind eine unabh√§ngige, journalistische Redaktion, die sich der Information der √Ėffentlichkeit verschrieben hat. Wir berichten kritisch. Wir informieren aktuell. Wir sind ehrlich.

Das unterscheidet uns in erheblichem Ma√ü von den „etablierten Medien“, die seit Jahren mehr und mehr an Glaubw√ľrdigkeit verlieren. Am dramatischsten l√§sst sich dieser Glaubw√ľrdigkeitsverlsut bei den Zeitungen erkennen. Die Auflagen sinken und sinken. Die Werbeums√§tze noch drastischer, weil die Preise unversch√§mt sind und die „Werbeleistung“ auch nicht im Ansatz erbracht wird. Zudem wird h√§ufig tendenzi√∂s berichtet.

Im Vergleich zu den Zeitungen, zum Radio und zum Fernsehen sind unsere Blogs, so nennen wir unsere Vor-Ort-Onlinezeitungen, noch relativ klein. Aber im Unterschied zu den anderen Medien verlieren wir keine Reichweite, sondern gewinnen dazu.

Engagierter Journalismus

Wir sind ein kleines Team von rund zehn Journalisten, die mit viel Herzblut und gro√üer √úberzeugung f√ľr die demokratische Aufgabe ihren Job machen. Wir werden von sehr vielen B√ľgerinnen und B√ľrgern unterst√ľtzt, die uns mit Informationen beliefern. Diese Quellen und ihre Bed√ľrfnisse nehmen wir ernst. Ebenso unsere Anzeigenkunden und ihre W√ľnsche. Dabei halten wir uns allerdings strikt an das Gebot der Trennung von Redaktion und Vermarktung.

Denn wir sind √ľberzeugt davon, dass unsere Anzeigenkunden in erheblichem Ma√ü von dieser Trennung und der damit verbundenen Glaubw√ľrdigkeit profitieren. Selbstverst√§ndlich sind unsere Werbekunden f√ľr uns erste Ansprechpartner: Ob es um Finanzen geht, um Hochzeiten, um Bauangelegenheiten, ums Auto, um Bildung, um Freizeit oder Sport oder Demografie. Unsere Kunden sind Experten, auf die wir gerne in unserer Berichterstattung zur√ľckgreifen – aber trotzdem Quellen wie jede andere auch. Und wenn bei einem Kunden etwas schief l√§uft, werden wir auch hier wie gewohnt kritisch berichten. Daf√ľr gab es schon einige Beispiele und bis auf das Logistikunternehmen Pfenning hat keiner der Kunden¬† uns das bislang √ľbel genommen, was f√ľr die gro√üe Souver√§nit√§t unserer Werbepartner spricht.

Bei „etablierten Medien“ ist das erkennbar anders. √úber „gute Kunden“ wird nur Gutes berichtet. Kritik findet nicht statt. Damit besch√§digen „traditionelle“ Medien seit Jahren ihre Glaubw√ľrdigkeit und die ihrer Kunden gleich mit.

Informationsorientierte Leserinnen und Leser

Unser Leserinnen und Leser sind √ľberwiegend zwischen 25 und 50 Jahren alt, sehr interessiert am lokalen Geschehen, an Politik, Gesellschaft und Kultur. Wir erreichen im Gegensatz zu Tageszeitungen auch Leser unter 25 Jahren, die selbstverst√§ndlich elektronische Medien benutzen. Und wir freuen uns, dass immer mehr √ú50-Leser sich aktiv im Netz informieren.

Unsere Nachrichtenangebote machen immer wieder auch √ľberregional Schlagzeilen. Wir bieten Dokumentationen, investigative Stories, hintergr√ľndige Berichte und Service-Informationen f√ľr die Bev√∂lkerung vor Ort. Unser lokaljournalistisches Konzept ist Vorbild f√ľr eine Reihe von anderen Lokalmedien, die in den vergangenen zwei Jahren √ľberall in Deutschland entstanden sind.

Wir finanzieren uns ausschlie√ülich √ľber Werbeeinnahmen. Unsere Kunden sehen wir deshalb als Partner – denn sie unterst√ľtzen und st√ľtzen unsere journalistische Arbeit. Von unserem sehr guten Image profitieren die Partner nat√ľrlich ebenfalls. Wenn Sie sich vorstellen k√∂nnen, Werbepartner bei uns zu werden, freuen wir uns sehr und beraten Sie unverbindlich. Wir bieten mehr als nur die Schaltung von Anzeigen – wir beraten Sie umfassend zu klassischer Image- oder Aktionswerbung und zu Social Media-Kampagnen. Unsere Preise sind fair und passen zu Kleinunternehmern, Dienstleistern bis hin zu gro√üen Firmen aus dem Mittelstand. Unsere renommierten Werbepartner sch√§tzen unser qualitativ hochwertiges Werbeumfeld bereits.

Probieren Sie es einfach aus. ūüôā

Wenn Sie an der Aktion teilnehmen möchten, klicken Sie bitte auf den Link.

Wenn Sie uns direkt erreichen möchten, wählen Sie 0621/ 437 458 30 oder schicken eine email an anzeigen (at) rheinneckarblog.de

Ihr

Altstadt und Verkehr: Die falsche Debatte

„Der letzte wirft den Schl√ľssel in den Neckar“

Ladenburg, 26. Juni 2012. (red/pro) Rund 90 interessierte B√ľrgerinnen und B√ľrger fanden gestern den Weg in den Domhof, um mit B√ľrgermeister Rainer Ziegler und Interessenvertretern √ľber ein Jahr „unechte Einbahnstra√üe“ zu diskutieren. Das ist die falsche Debatte – denn sie f√ľhrt zu nichts.

Kommentar: Hardy Prothmann

Es geht nicht um die Frage, ob man eine Fu√üg√§ngerzone will, alles wie es vorher war oder die jetzige L√∂sung der „unechten Einbahnstra√üe“ fortf√ľhrt. Es kann nur um die Frage gehen – was aus Ladenburg und seiner historischen Innenstadt werden soll.

Außergewöhnliches Flair

Hardy Prothmann ist Chefredakteur von Ladenburgblog.de und blickt mit Sorge auf die Entwicklungen.

Ladenburg ist eine bislang sehr lebendige Stadt mit einem au√üergew√∂hnlichen Flair – dieses besteht aus der Mischung vieler Angebote: Der historischen Altstadt als Attraktion f√ľr Touristen und Ausfl√ľgler, Gastronomie, Einzelhandel, Gewerbe, Dienstleister, aktive Vereine und Festen. Die Menschen kommen gerne nach Ladenburg, bringen Geld in die Stadt, beleben sie und sie nutzen dazu √ľberwiegend das Auto.

Eine Fu√üg√§ngerzone w√ľrde der Gastronomie, dem Handel und den Dienstleistern √ľberwiegend innerhalb von wenigen Jahren den Garaus machen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das n√§chste Opfer w√§re der Tourismus – kein Platz zum Innehalten und sich zu verpflegen, keine Einkaufsm√∂glichkeiten, keine Souvenirs, hei√üt keine Touristen und Ausfl√ľgler. Gastronomie kaputt, Handel kaputt, hei√üt Dienstleister kaputt.

Tote Konsequenzen

Gastronomie, Handel, Dienstleister, Touristen weg, heißt in der Konsequenz, dass die Innenstadt tot wäre. Kein Verkehr, kein Geschäftsbetrieb, keine Auswärtigen. Ladenburg wäre ein Museum ohne Besucher.

Und ohne jede Verkehrsma√ünahme ist Ladenburg jetzt schon auf diesem Weg – das zeigen die Schlie√üungen der L√§den und die abnehmenden Verkehrszahlen – auch ohne jede „unechte Einbahnstra√üe“.

Und mit jedem Laden, der schlie√üt, w√§chst die Gefahr f√ľr andere, dass es ihnen bald ebenso geht. Denn je geringer das Angebot, desto geringer wird die Nachfrage.

Widerstand ist gefragt

Die Stadt Ladenburg w√§re sehr gut beraten, wenn sie sich nicht von sogenannten „Pressure-Groups“ unter Druck setzen lassen w√ľrde, sondern selbst handelt. Mit einem aktiven und kreativen Stadtmarketing.

Das w√ľrde Leute wie den Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinb√∂ck ausschalten, dem ich unterstelle, nur aus wahltaktischen Gr√ľnden immer wieder die Verkehrsdebatte zu f√ľhren. (Wo war der eigentlich?)

Das w√ľrde einzelne Mitglieder des Bunds der Selbst√§ndingen ausschalten, die vorgeben, die H√§ndler zu vertreten und doch nur ihr eigenes S√ľppchen kochen.

Das w√ľrde die ausschalten, die eigentlich nur grunds√§tzlich n√∂rgeln wollen und vor allem gegen den B√ľrgermeister.

Alle genannten sind zwar laut und werden gerne von den lokalen Zeitungen f√ľr Pseudo-Aufreger instrumentalisiert – aber sie sind nur kleine Gruppen, die nicht die Meinung und die Interessen der Mehrheit der Bev√∂lkerung wiedergeben. Und die alten lokalen Medien sind mit ihrer „Sch√∂nschreiberei“ sehr wesentlich f√ľr viele Probleme verantwortlich.

Lösungswege gegen Ausweglosigkeit

Ein aktives Stadtmarketing w√ľrde auch diese „Groups“ h√∂ren, sich aber nicht unter „Pressure“ bringen lassen. Sondern Konzepte und L√∂sungen entwickeln, die der Stadt ingesamt dienen. Ein erster Ansatz w√§re eine „gescheites Parkleitsystem“. Wer von au√üen kommt, findet die oft versteckten Parkm√∂glichkeiten nicht und f√§hrt eben in die Innenstadt.

Klagen gegen Feste wie die von Anwohnern des Marktplatzes sind in unserem Rechtsstaat grunds√§tzlich m√∂glich. Aber sind sie richtig? Muss man so kompromisslos das Einzelwohl √ľber das Gemeinwohl stellen? H√§tte hier ein Marketing mit flexiblen M√∂glichkeiten nicht die Katastrophe (und das ist es) verhindern k√∂nnen? Und ist nicht auch die Verkehrsdebatte eine, die von wenigen √ľber viele gef√ľhrt wird?

Kann man das Gef√ľhl von wenigen, die „ihre absolute Ruhe haben wollen“ nicht in ein Gef√ľhl von „wir sch√§tzen es, dass hier was los ist“ wandeln?

„Ladenburg tafelt“ k√∂nnte zu einer herausragenden Veranstaltung werden – aber nur, wenn man das endlich professionell statt kl√§glich organisiert und den Egoisten klar macht, dass sie alleine nichts rei√üen.

Das Drama des dieses Jahr aus „Organisationsgr√ľnden“ ausgefallenen Ballon-Festivals h√§tte es nicht gegeben. Das ein solches Ballon-Festival erfolgreich ist, seit die Historie in Ladenburg und die Weiterf√ľhrung im Mannheimer Luisenpark. In Ladenburg zeigt der Ausfall nur, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht.

Ein aktives Marketing k√∂nnte vermutlich verhindern, dass Sauf-Parties von Jugendlichen den Ruf der Stadt sch√§digen. Und im Gegenteil daf√ľr sorgen, die Vorz√ľge deutlich herauszustellen.

Tot oder lebendig – das ist die Frage

Ein n√§chster Ansatz w√§re, den Gesch√§ftsleuten klar zu machen, dass es 5 vor 12 Uhr ist. Wer nur an sich denkt und nicht in einer Gemeinschaft der „gemeinsamen Innenwirtschaft“ wird einer nach dem anderen das Licht ausmachen k√∂nnen m√ľssen. Der letzte schlie√üt dann die zweit√§lteste Stadt Deutschland als totes Museums ab und wirft den Schl√ľssel in den Neckar.

Dann herrscht Ruhe. Friedhofsruhe.

Mariettas Kolumne: Der Stolz auf die Schlange ist die Verachtung des Kunden – Urlaub geht anders


Heute keine Schlange und keine 30 Minuten warten.

Von Marietta Herzberger

Wenn der Mensch viel arbeitet, braucht er ab und an ein wenig Urlaub. Die einen zieht es ins K√ľhle, die anderen an Palmenstr√§nde. Meine Freundin Susanne und ich geh√∂ren zu den anderen. Spontan entschlossen wir uns zu einem Pauschalurlaub in Zentraltunesien, in der N√§he von Monastir.

Von der Sahara…

Faszinierende W√ľste! Respekteinfl√∂√üend und fesselnd. Der n√∂tige Ausgleich f√ľr viele Monate harter Arbeit und Strapazen.
Das Hotel Karawansarei in Douz, am Rande der Sahara, war unser Quartier f√ľr eine Nacht innerhalb eines Touristen-Pauschal-Ausflugspaketes. Das Etablissement wirkte von Au√üen eher wie eine Festung und machte seinem Namen alle Ehre. Am n√§chsten Morgen wurden wir dann bereits kurz vor 5 Uhr geweckt, um rechtzeitig am Rande der Sahara einzutreffen, wo uns ein Kamelritt √ľber Sandd√ľnen in den Sonnenaufgang erwartete. Hierzu wurden wir mit unserem Bus direkt bis an die Beduinenzelte gefahren, um ja nicht zu viel Romantik aufkommen zu lassen.

Nun denn: Rauf auf die Kamele und ab in die W√ľste. Unbeschreiblich, welche Ruhe dieses weite Land fernab jeglicher Zivilisation ausstrahlt. Die beeindruckende Weite des Landes, der feine Sand, die Beduinen, die sich am Lagerfeuer vor ihren Zelten w√§rmten, dies alles √ľbte eine unglaubliche Faszination auf uns aus. Daran √§nderte auch die Tatsache nicht viel, dass wir diese Idylle mit ca. 80 weiteren Touristen teilen mussten.

Ein kurzweiliger, kaum vierst√ľndiger Ritt auf den gutm√ľtigen W√ľstenschiffen bei mittlerweise gef√ľhlten 40 Grad im Schatten brachte uns schlie√ülich an einen Kiosk.

Sieht so eine Oase aus?

Ein Kiosk? Mitten in der W√ľste? Ja, ein Kiosk mitten in der W√ľste! Egal! Wir alle d√ľrsteten nach Wasser und einem St√ľckchen Brot. Der Kamelf√ľhrer hob die Hand und rief etwas unverst√§ndliches, woraufhin alle Kamele pl√∂tzlich stehenblieben, sich erst nach vorne absenkten, um dann das Hinterteil ebenfalls zu Boden gleiten zu lassen. Susanne kippte fast vorn√ľber, blieb jedoch zum Gl√ľck mit ihrer G√ľrtelschnalle am Sattelknauf h√§ngen.

Kaum waren alle abgestiegen, gab uns der nette Beduine zu verstehen, dass wir uns hintereinander aufstellen sollten, um dem begehrten Nass inmitten der W√ľste baldig habhaft zu werden. Also standen wir in der Schlange. Wir f√ľhlten uns wie zu Hause. Es war noch keine halbe Stunde vergangen, da vernahmen wir von weit vorne einen Ruf.

‚ÄěSeht!‚Äú, rief ein verdurstender Mitreisender begl√ľckt, ‚ÄěSeht nur!‚Äú Mit ausgestrecktem Arm deutete er auf ein aufgestelltes Schild mit der Aufschrift:

…in die Dienstleistungsw√ľste

‚ÄěTRINKEN!‚Äú, jubilierten wir und erhoben die H√§nde, ‚ÄěESSEN!‚Äú, und etwas ungl√§ubig, ‚ÄěBadeartikel?‚Äú
In diesem Moment brach eine etwas f√ľlligere Frau vor uns in Tr√§nen aus. ‚ÄěEin Pool! Ein POOL!‚Äú
Tats√§chlich! Kurz nach dem kleinen, wei√üen, in der Ferne kaum erkennbaren Geb√§ude, dem ‚ÄěSchwimmbad-Shop‚Äú, leuchtete etwas Blaues. Die Verlockung zeriss mich fast. Susanne heulte ‚ÄěWas sollen wir tun?‚Äú
‚ÄěWarten!‚Äú, kr√§chzte ich selbstbeherrscht.

Die gesichtslose Masse am Anfang der Schlange konnte jedoch nicht an sich halten – zu nah war das erfrischende, k√ľhle Blau des Wassers. Kurzerhand √ľberw√§ltigten einige von ihnen den Kamelf√ľhrer, der erfolglos versuchte, den Mob in der Schlange zu halten.
‚ÄěWollen wir auch in den Pool?‚Äú, hauchte Susanne zwischen vertrockneten Lippen hervor.

‚ÄěNein‚Äú, st√∂hnte ich, w√§hrend ich mir die letzten Schwei√ütropfen von den Armen leckte. Eines stand f√ľr mich fest: Egal wie lang diese Schlange sein mochte, ich w√ľrde aushalten. TRINKEN! ESSEN! Das Kiosk – so weit es auch sein mochte – verk√∂rperte f√ľr mich die Oase schlechthin. Ich w√ľrde warten. Warten w√ľrde ich. Jawoll!

Nach zwei Stunden brach die dicke Frau vor mir zusammen. Ein mitleidiger Mitreisender trat k√ľhn aus seiner gesicherten Position und zog die Gl√ľckliche bis an den Pool. Dann st√ľrzte er wieder in die Schlange zur√ľck. Er musste sich hinten anstellen. Wir hatten eine undurchdringbare Kette gebildet. TRINKEN! ESSEN!

Langsam, sehr langsam ging es vorw√§rts. Die glei√üende Sonne lie√ü uns taumeln; an unseren F√ľ√üen rasselten die Ketten, die bei jedem Schritt den Sand der W√ľste aufwirbelten.

Da! Ein Aufschrei! Gequ√§lt blickten wir nach vorne. Von dort kam der Schrei. Vom Ort der Erl√∂sung. Dann noch ein Schrei. Und noch einer. Viele Schreie. Nein, eher Gebr√ľll. W√ľtendes, verzweifeltes Gebr√ľll einer w√ľtenden, verzweifelnden Herde. Nerv√∂s versuchten wir, einen Blick ins Get√ľmmel zu erhaschen. Mit einem Male st√ľrzten alle nach vorne. Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr, dass manche versuchten, den Kamelf√ľhrer im Pool zu ers√§ufen. Schlie√ülich l√∂ste sich die Schlange g√§nzlich auf.

Willkommen beim Schwimmbad-Shop in Viernheim.

Eben noch das letzte Glied, standen wir nun direkt vor dem ‚ÄěSchwimmbad-Shop‚Äú. Der letzte Schwei√ütropfen verdampfte zischend in der Luft als wir das lieblos aufgestellte Informationsschild vor den heruntergelassenen Rollladen entzifferten:

‚ÄěNur bei sch√∂nem Wetter ge√∂ffnet. Sch√∂nes Wetter ab 60 Grad.‚Äú

Entgeistert starrten wir uns an. Dann st√ľrzten wir in den Pool und halfen, den Kamelf√ľhrer zu ertr√§nken!

‚ÄěMAMAA!‚Äú
Verbl√ľfft l√∂ste ich meine verkrampften Finger aus dem schwarzen Schopf des Beduinen.
‚ÄěMaaaamaaa! Aufwachen!‚Äú

Etwas K√ľhles tropfte zwischen meine Schulterbl√§tter. Langsam √∂ffnete ich die Augen. Es dauerte nur Bruchteile einer Sekunde, bis ich erkannte, wo ich mich befand. Der vertraute Wildwuchs rund um das ehemalige Kinderbecken des Viernheimer Waldschwimmbades ist nicht gerade eine Augenweide, √ľberzeugte mich jedoch glaubhaft, nicht in der W√ľste verdurstet zu sein.

‚ÄěIch hab Hunger‚Äú, maulte Ella, meine Tochter, ‚ÄěDarf ich mir ein Fleischk√§sebr√∂tchen holen?‚Äú

‚ÄěTRINKEN! ESSEN!‚Äú, fl√ľsterte ich.
‚ÄěH√§?‚Äú
‚ÄěHat das Kiosk denn auf?‚Äú, fragte ich nicht grundlos. Gerade eben entdeckte ich eine Wolke am Himmel.

Shopping-Erlebnis.

Denn man muss wissen:
Der ‚ÄěSchwimmbad-Shop‚Äú im Viernheimer Waldschwimmbad hat nur bei sch√∂nem Wetter in Verbindung mit einer gewissen Anzahl an Schwimmbadbesuchern – welche Anzahl das ist, mag nur dem Kiosk-P√§chter bekannt sein – ge√∂ffnet. Ist es ge√∂ffnet, dann ist es in der Regel br√ľllend hei√ü und das Schwimmbad brechend voll. Was den P√§chter aber noch lange nicht dazu veranlasst, das zweite Fenster des Kiosk-¬ī zu √∂ffnen um dort dann evtl. Getr√§nke zu verkaufen. Nein, ein Fenster muss reichen f√ľr Essen und Getr√§nke mit einer Ein-Frau-Besetzung und einigen ‚ÄěZubereitern‚Äú im Hintergrund.

Stolz auf die Schlange?

Trotz allem scheint der P√§chter sehr gewissenhaft zu sein. An schlechten Tagen, so erz√§hlt man sich – wobei ‚Äěschlecht‚Äú durchaus individuell und gef√ľhlt sein kann – sucht er mehrmals die unmittelbare N√§he seines Kiosk auf, schaut gen Himmel, entdeckt eine Wolke, z√§hlt die Badeg√§ste ab und geht wieder.

Sollte der Himmel aufreißen und Scharen Einlass begehren, so öffnet er seine kulinarischen Pforten und bietet Fleischkäsebrötchen, Pommes und Currywurst gegen wenig Geld. Soweit, so löblich. Die Schlange nimmt er offenbar stolz zur Kenntnis, zeigt sie doch auf, wie begehrt sein Angebot ist.

Hastig wirft er Stuhl und Tisch vor die gitternen Tore des Bades, so dass jeder hungrige Platz nehmen kann. Diese herzlich lieblos gestaltete Umgebung verleitet so manch hungriges Geschöpf, die ergatterte Mahlzeit direkt auf der Liegewiese zu sich zu nehmen. Verständlich.

Wer sitzt schon gerne an hei√üen Tagen auf hei√üem Plastik direkt vor Gitterst√§ben in unmittelbarer N√§he zur Stra√üe, zu Toiletten – auch wenn es praktisch erscheinen mag, so harmonieren die gelegentlich her√ľberwehenden D√ľfte nicht wirklich mit dem Aroma von Pommes – und mit Blick auf eingez√§unten Wildwuchs?

Gem√ľtlich geht anders.

Nun, es ist vielleicht nicht nur mir ein seit Jahren existierendes Rätsel, welches wohl nie gelöst werden wird, warum die Pächter des Viernheimer Schwimmbad-Shops offenbar selbst kein Interesse an einem florienden Kiosk aufbringen wollen oder können. Verzeihen Sie mir meine offenen Worte. Niemand kann hinter die Kulissen schauen und ehrlich gesagt, möchte und muss ich das auch nicht.

Dass es auch anders geht, beweisen das Kiosk des Weinheimer Sees oder insbesondere die Gastronomie im Heddesheimer Schwimmbad. Wie sagte ein Freund neulich? ‚ÄěHorche mol. Kummt mol mit ins Heddesheimer Freibad. Do hoggscht wie in die Karibik uff Longschmebel mit de Fie√ü im Sond.‚Äú Ja, denke ich mir, leider gibt es dort aber kein F√ľnzig-Meter-Becken wie im Viernheimer Waldschwimmbad.

Potential ist da – auch um die Ecke.

Potential w√§re da. Totes Kapital liegt gen√ľgend herum, √§hnlich wie die heruntergefallenen Pommes vor dem Ausgabestand, die man sich umst√§ndlich aus den Zehen pulen muss, wenn man auch nur am Kiosk vorbeil√§uft – bei sch√∂nem Wetter wohlgemerkt.

Vor kurzem war sch√∂nes Wetter. Es war warm. Nicht hei√ü, aber warm. Ein paar Wolken zogen √ľber den Himmel. Zusammen mit ein paar M√§dchen im Alter meiner Tochter schwammen wir ein paar Runden. Dann hatten die M√§dchen Hunger. Der Kiosk war geschlossen, wie so oft. Wenn Sie jetzt sagen, dann soll sich die Frau doch etwas mitnehmen, haben Sie recht.

Aber ist das im Sinne des P√§chters? K√∂nnte nicht wenigstens die Grundversorgung – eventuell in Form von Brezeln – gesichert sein? Das w√§re doch mal ein Anfang. Wir meinen es nicht b√∂se. Wir wollen doch nur ein bisschen Verl√§sslichkeit, gesicherte √Ėffnungszeiten, nett sitzen und die leckeren Fleischk√§sebr√∂tchen.

Nun, das ‚ÄěMaximum‚Äú direkt neben dem Schwimmbad ist fu√ül√§ufig in 35 Sekunden zu erreichen. Dort warte ich ca. f√ľnf Minuten in angenehmer Atmosph√§re auf eine Pizza- bekomme noch einen Espresso umsonst, weil ich mich jedes Mal √ľber die ‚ÄěServicew√ľste Viernheimer Waldschwimmbad-Kiosk‚Äú √§rgere – und bin nach ungef√§hr 8 Minuten – die Zeit der Bestellaufnahme und Bezahlung mit eingerechnet – wieder auf dem Handtuch bei meinen M√§dels.

Da habe ich obendrein auch noch ca. 20 Minuten gespart. Warum? So muss niemand von uns 30 Minuten in der Schlange stehen und im g√ľnstigsten Fall f√ľr vier M√§dchen je ein Fleischk√§sebr√∂tchen erstehen. F√ľr Kaffee oder eine ‚ÄěT√ľte S√ľ√ües‚Äú steht man genauso lange. Vorausgesetzt, es ist ge√∂ffnet.

Marietta Herzberger.

Anmerkung der Redaktion: Marietta Herzberger lebt in Weinheim und schreibt in ihren Kolumnen √ľber den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Erfundene Geschichten, in denen doch das eine oder andere wahr ist. Die Personen gibt es meistens, manchmal nicht. Mal ist es, wie beschrieben, mal gnadenlos √ľberzogen. Es sind keine „journalistischen“ Texte mit dem Anspruch auf Faktentreue, sondern Lesetext mit dem Ziel, Lesefreude zu verbreiten. Sie hat jede Menge Weisheiten gerne, zwei sind: „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt, dann werden Sie auch ernst genommen“ – Konrad Adenauer. Und: „Wer k√§mpft, kann verlieren. Wer nicht k√§mpft, hat schon verloren“ – Bertolt Brecht. Wir w√ľnschen unseren Lesern viel Lesespa√ü mit ihren Texten!

Eine Odyssee des √Ąrgers durch die „n√§chtliche“ Gastronomie


Guten Tag

Rhein-Neckar, 07. M√§rz 2011. Es ist Samstagabend, Gabi und ihr Mann besuchen ein Konzert und wollen danach noch etwas essen gehen – der Beginn einer Odysee des √Ąrgers, wie Gabi meint. Das kommt davon, wenn man Neues ausprobieren will.

Mein Mann und ich haben vor kurzem ein Konzert besucht und hatten anschlie√üend noch Hunger. Zugegebenerma√üen, wir befinden uns in Mittel- und nicht in S√ľdeuropa und Hungergef√ľhle nach 22 Uhr sind demnach nicht angebracht.

Doch der Konzertveranstalter hatte angek√ľndigt, ein Restaurant, gleich um die Ecke, sei auf die Konzertg√§ste eingestellt. Und schlie√ülich hatten wir Samstagabend.

Eigentlich hatten wir schon eine sch√∂ne, uns bekannte Gastronomie (tolles Ambiente, gute Preise, supernetter Service) im Blick, aber dann dachten wir: „Ok, was Neues“, und machten uns schnurstracks auf den Weg.

Wir betraten 15 Minuten vor 22 Uhr das Lokal, erfreuten uns der netten Atmosph√§re und der variantenreichen Speisekarte. Wir w√§hlten schnell aus und wollten z√ľgig bestellen – denn, wie gesagt, wir hatten Hunger.

„Entweder Sie nehmen jetzt das oder gar nichts.“

Die Bedienung kam, l√§chelte und erkl√§rte uns, ob der fortgeschrittenen Stunde g√§be es nur noch ein Essen, und zwar ‚ÄěRinderbraten mit Kn√∂del‚Äú. Ob es denn nicht auch etwas Leichteres geben w√ľrde, wollten wir wissen. Etwas, was in der K√ľche nicht viel Arbeit bereitet? ‚ÄěNein‚Äú, lautete die rigorose Antwort, das sei mit dem Konzertveranstalter so ausgemacht, die K√ľche habe schlie√ülich ab 22 Uhr geschlossen und ‚Äěentweder Sie nehmen jetzt das oder gar nichts‚Äú, schloss die Kellnerin ihre „freundlichen“ Ausf√ľhrungen.

Es könnte alles so nett sein, wenn da nicht das Problem mit der "Dienstleistung" wäre. Bild: rheinneckarblog.de

Herzlich willkommen in der Dienstleistungsw√ľste Deutschland, dachten wir, und entschieden uns f√ľr ‚Äěgar nichts‚Äú und verlie√üen die Restauration.

Gleich ums n√§chste Eck, hofften wir, freundlicher empfangen zu werden. Um 22 Uhr betraten wir das n√§chste Lokal, vergewisserten uns, dass die K√ľche bis 22.30 Uhr ge√∂ffnet hatte, und bekamen, leicht genervt, von der Bedienung, denn sie habe ja gleich Feierabend, wie sie uns vor- und die Karte auf den Tisch warf. Wir wechselten einen Blick und entschieden uns, der Dame keine Arbeit zu machen und nochmals die St√§tte zu wechseln.

Nummer drei und vier unserer Odyssee sind nicht wirklich erw√§hnenswert, nur so viel: Bei der dritten Gastronomie gingen wir noch durch die T√ľr und trafen auf eine „geschlossene“ Stammtischgesellschaft, die uns wortlos anglotzte als seien wir St√∂renfriede, beim vierten „Restaurant“ hielten uns die Speisekarte mit ‚ÄěK√ľche bis 22 Uhr‚Äú und gesalzene Preise davon ab einzutreten und unser „Gl√ľck“ in Versuchung zu bringen.

Oder vielleicht doch lieber einen Döner?

Zur Erinnerung Рwir hatten Hunger. Mein verzweifelter Vorschlag, eine Dönerbude aufzusuchen oder bei dem amerikanischen Spezialitätenrestaurant vorbeizuschauen, wurde von meinem Mann ausgebremst Рwahrscheinlich ein Fehler, dachte ich.

Noch war nicht aller Tage Abend, auch wenn wir uns schon bald der 23 Uhr-Grenze näherten.

‚ÄěIch hab-‚ā¨‚ĄĘ da eine Idee‚Äú, sagte mein G√∂ttergatte und wir bestiegen das Auto, um eine weitere Location etwas au√üerhalb aufzusuchen. Dort, da war er sich sicher, w√ľrden wir bestimmt noch etwas bekommen und gut bedient werden.

Lecker geht anders, freundlich auch.

Ja, dachten wir, als wir das Lokal betraten, hier sind etliche Tische noch besetzt, Essen scheint hier auch um diese Uhrzeit kein Problem zu sein. Eine reichliche Speisekarte wurde uns schnell gereicht und alles war bestellbar.

Keine zehn Minuten später wurde das Essen gebracht. Lieblos knallte uns die Bedienung die Teller hin, aber davon wollten wir uns nicht stören lassen, denn schließlich hatten wir ja Hunger und so schlecht sah das alles auch gar nicht aus.

Wir wurden satt. Mehr kann und will ich dazu nicht sagen.

Lecker geht anders, freundlich auch. Hätten wir doch nur einen Döner gegessen.

Oder w√§ren dahin gegangen, wo wir uns wohlf√ľhlen – aber wir wollten ja unbedingt „was Neues“ ausprobieren.

gabi