Montag, 24. Januar 2022

Was von der Berichterstattung der RNZ unter dem KĂŒrzel „stu“ zu halten ist


Guten Tag!

Ladenburg, 02. MĂ€rz 2011. FĂŒr die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet aus Ladenburg Axel Sturm („stu“). Sein Bericht „SPD will den Verkehr und die GemĂŒter beruhigen“ ist mindestens problematisch.

Von Hardy Prothmann

„Objektive Berichterstattung“ muss man von der „Presse“ erwarten können – geht es nach der „alten Schule“.

Der Terminus „objektive Berichterstattung“ ist lĂ€nst problematisch geworden – seriöse Beobachter der Medien sprechen lĂ€ngst von „subjektiver Berichterstattung“ und konzentrieren sich auf Faktentreue und Transparenz.

Wie objektiv schreibt das SPD-Mitglied Axel Sturm wohl ĂŒber eine SPD-Hauptversammlung? Quelle: RNZ

Denn die „Presse“ ist lĂ€ngst nichts mehr das, was man vor langer Zeit vermutet hat und was eine „Erwartungshaltung“ definiert hat.

„Die Presse“ ist seit vielen Jahren eine breit gefĂ€cherte Medienlandschaft aus Zeitungen, Funk und Fernsehen. Seit gut 15 Jahren gehört das Internet dazu, seit einigen Jahren ist das Internet der treibende Motor fĂŒr „Presseveröffentlichungen“ – das musste nicht nur Herr zu Guttenberg gerade schmerzlich feststellen.

Es mag viele Menschen geben, die das Internet immer noch ablehnen und nicht verstanden haben oder verstehen wollen. Seien es Spießer in Deutschland oder Diktatoren in der arabischen Welt – beide Gruppen haben deutliche Probleme, die Dynamik des Internets zu realisieren.

Aber auch die gedruckte Presse, also Zeitungen, haben ein enormes Problem damit, die „UmwĂ€lzungsprozesse“ zu analysieren und umzusetzen.

Nicht nur „virtuell“, sondern auch ganz real – denn immer mehr Informationen sind ĂŒber das Internet zu erfahren.

Beispielsweise auch, dass die Rhein-Neckar-Zeitung ihren „Ladenburg-Korrespondenten“ Axel Sturm ĂŒber eine Hauptversammlung des SPD-Ortsvereins Ladenburg schreiben lĂ€sst, obwohl der Mitglied der SPD ist und an der Abstimmung teil nimmt.

Was hat das mit objektiver Berichterstattung zu tun? Gar nichts?

TatsĂ€chlich sind in dem Bericht von Axel Sturm „Die SPD will Verkehr und die GemĂŒter beruhigen“ einige Fakten zutreffend und andere geschönt und andere weggelassen. Es handelt sich also um eine subjektive, semiprofessionelle Berichterstattung.

Das allein ist noch nicht bemerkenswert – es gibt in deutschen Regionalzeitungen noch viel „bratwurstigere“ Berichte als selbst ein „Bratwurst-Journalist“ wie Sturm sie anfertigt.

Bemerkenswert ist, dass eine Zeitung wie die Rhein-Neckar-Zeitung einen freien Mitarbeiter, der Mitglied der Partei ist, ĂŒber die er schreibt, dieses tun lĂ€sst. Und zwar ohne einen Hinweis, dass es eine gewisse Befangenheit geben könnte.

Das ist, mit Verlaub, Betrug am Leser und ein Skandal und wenn es das gÀbe, eine schon vorsÀtzliche Straftat in bezug auf eine objektive Berichterstattung.

Die Rhein-Neckar-Zeitung wĂ€re gut beraten, diese „Berichterstattungspraxis“ sofort einzustellen. Alternativ könnte sie zu jedem Bericht von Axel Sturm dazu schreiben, dass dieser aktives SPD-Mitglied und somit bei allen Berichten zur SPD vermutlich befangen ist.

Die RNZ kann darauf aber verzichten – ebenso wie auf ein transparente Berichterstattung. Ob der Zeitung solche „Methoden“ gut tun, darf bezweifelt werden.