Montag, 24. Januar 2022

Bauschutt und Altreifen in örtlichem Biotop gefunden

Illegale Müllabladestellen in Ladenburg

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Sorgen immer wieder für Ärger, Umweltbelastung und zusätzliche Kosten - wilde Müllabladestellen.

 

Ladenburg, 10. Februar 2012. (red/jt) Rund 10 Kubikmeter Grünschnitt, Müll, Unrat und Bauschutt entsorgt der städtische Bauhof jedes Jahr von sogenannten „wilden Müllabladestellen“ auf der Gemarkung Ladenburg. Der neuste Fund von Alexander Spangenberg, Stadtrat und Vorsitzender des Ortsverbandes des BUND, sind mehrere Haufen Bauschutt, Katzenstreu und drei alte Autoreifen am „Wasserloch“.

Von Jörg Theobald

Gleich zwei „wilde Müllabladestellen“ hat Alexander Spangenberg beim „Wasserloch“ am Neuweg entdeckt. Eine von beiden ist neu, die zweite direkt an der Brücke über den Losgraben ist immer wieder Fundort von größeren Mengen Müll, Unrat, Bauschutt und Grünschnitt.

Wild über die Straße verstreut liegt benutztes Katzenstreu und -futter. Ein Paradies für Ungeziefer.

Daneben in der Böschung Bauschutt, noch mehr Katzenstreu und anderer Müll. Knapp hundert Meter weiter liegt erneut Bauschutt, dazwischen drei alte Autoreifen. Entdeckt habe man das diesmal bei Landschaftspflegearbeiten, so Spangenberg:

Da werden immer wieder Bauschutt und Müll abgeladen, das geht bestimmt schon einige Jahre so. Ich gebe regelmäßig dem Bauhof Bescheid. Das dortige Personal muss das dann immer wegmachen.

Noch zwei weitere Abladestellen sind Spangenberg bekannt. Auch am Feldweg zwischen dem Industriegebiet Hundert Morgen und Neuzeilsheim und an der alten Wallstadter Straße liegt laut seiner Aussage immer wieder Müll.

Kein Einzelfall

Scheinbar "billig entsorgt" für den, der heimlich hier seine Autoreifen und anderen Müll abgelagert hat. Belastet wird die Umwelt und die Stadtkasse - also jeder Bürger.

Auch beim Bauamt sind die Stellen bekannt. Herbert Felbek, Bauamtsleiter der Stadt Ladenburg, ist froh darüber, dass man bisher noch keine giftigen Abfälle gefunden habe. Farben, Lacke, Lösungs- und Reinigungsmittel seien bisher „Gott sei Dank“ noch nicht unter dem Müll.

Mehrmals im Jahr schickt die Stadt zwei Mitarbeiter mit einem Fahrzeug zu den illegalen Müllabladestellen, so Felbek. Pro Stunde Arbeit fallen dabei rund 100 Euro Kosten an.

Das müssen wir dann alle zahlen.

Im Schnitt finde man zwei Kubikmeter Grünschnitt, Bauschutt und Müll pro Reinigungsaktion. Bei drei bis fünf solcher Fahrten kommen dann schnell zehn Kubikmeter „illegaler“ Müll zusammen.

Entsorgt wird der Müll über einen Container, den die AVR der Stadt dafür zur Verfügung stellt. Weitere Kosten, die über Gebühren bei sämtlichen Bürgern hängen bleiben.

Auch Monika Kattermann, Geschäftfsührerin der Recycling- und Entsorgungsanlage Ladenburg (REL) hat immer wieder mit illegaler Müllentsorgung zu kämpfen:

Fast jedes Wochenende finden wir vor dem Tor Müll und Unrat – Elektrogeräte, Sperrmüll, Hausmüll, einfach alles. Vor allem nach Wochenenden, an denen wir geschlossen hatten. Wir sammeln den Müll sogar entlang der Anfahrtswege ein.

Die anfallenden Kosten bleiben an der Firma hängen. Auf gut 2.000 Euro summiert sich der Betrag für das mittelständische Unternehmen dadurch pro Jahr.

Dabei nimmt die Recycling- und Entsorgungsanlage Ladenburg einen Sack unbelasteten Bauschutt bereits für ein bis zwei Euro entgegen, alte Pkw-Reifen kosten um die vier Euro.

Sonderordnungswidrigkeiten

Für Michael Ehinger vom Ladenburger Ordnungsamt sind derlei Probleme keine Seltenheit:

Unschönes Bild für die Tourismusstadt Ladenburg - Müllberge am Wegesrand.

Wenn da mal was liegt, wird das ganz schnell mehr. Man meint fast, der Müll wäre magnetisch.

Regelmäßig hat er mit solchen Verstößen, im Amtsjargon „Sonderordnungswidrigkeiten“ genannt, zu tun. Dabei sind die Bußgelder wesentlich höher als die Entsorgungskosten.

Bauschutt bis zu einer Menge von fünf Kubikmetern kosten zwischen 250 und 2.500 Euro, handelt es sich um giftige Stoffe geht es bis in den fünfstelligen Euro-Bereich. Die drei Altreifen werden laut dem einschlägigen Bußgeldkatalog mit 75 bis 300 Euro belegt.

Die Stadt Ladenburg erstattet bei jedem Fund Anzeige bei der Polizei. Zudem geht eine Meldung an die Bußgeldstelle des Landratsamts weiter.

Böse Absicht möchte der Leiter des Ordnungsamtes niemandem unterstellen:

Vielen Bürgern fehlt einfach das Unrechtsbewußtsein bei solchen Verstößen. Das ist eher Gedankenlosigkeit, keine kriminelle Energie.

Auch die Bürgerinnen und Bürger können mithelfen, in dem sie beim Spaziergang auf verdächtige Fahrzeugbewegungen achten und Stadt oder Polizei darüber unterrichten.