Montag, 17. Dezember 2018

Verschmutzung durch Vogelkot ist gesundheitsgefährdend

Keine Wasservögel füttern

Ladenburg, 08. April 2014. (red/pm) Angesichts der stetig anwachsenden Population der Wasservögel in Ladenburg weist die Stadtverwaltung noch einmal ausdrücklich auf das in der städtischen Polizeiverordnung enthaltene Verbot des Fütterns von Wasservögeln hin. [Weiterlesen…]

Nehmen Sie die Vogelfütterung wieder auf, damit es keinen stummen Frühling gibt


Das Usutu-Virus hat der Amsel schwer zu schaffen gemacht.

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 29. Oktober 2011. Dem Heddesheimer Vogel-Experten Kurt Klemm wurden allein in diesem Sommer rund 300 tote Amseln gemeldet, die vermutlich überwiegend durch das Usutu-Virus eingegangen sind. Deshalb hatte der Vogelschützer im Sommer dazu aufgefordert, keine Vögel zu füttern, um eine gegenseitige Infektion an Futterstellen zu vermeiden. Finkenbestände wurden durch einen Einzeller dezimiert.
Die Vögel, die durchgehalten haben und überwintern, dürften infektionsfrei sein, denn der Hauptüberträger, die Stechmücke, fällt als Überträger aus. Deshalb ruft Kurt Klemm zur Vogelfütterung über den Winter auf, denn viele Vögel finden in der freien Natur längst nicht mehr genug Nahrung.

Von Kurt Klemm

Der Tod vieler drosselartiger Vögel, zu der auch die Amsel gehört, hat alle Vogelfreunde tief erschüttert. Kaum ein melodischer Gesang war in der Natur, vom Sommer bis jetzt, zu hören. Beim morgendlichen Gang durch den Garten herrschte eine gespenstige Ruhe, so dass ein stummer Frühling im kommenden Jahr nicht auszuschließen ist. Schuld daran ist das Usutu-Virus.

Das Usutu Virus, stammt aus Afrika und verdankt seinen Namen einem Fluss in „Swasiland“. Das Virus kann vermutlich durch infizierte Zugvögel oder durch Stechmücken nach Europa gekommen sein. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) in Hamburg wurde der Erreger bei einem Schnelltest bei einer Amsel aus Birkenau (Hessen) nachgewiesen. „Wenige Tage danach ist das Virus bei vier Amseln in Mannheim sowie in Dossenheim in Baden-Württemberg entdeckt worden, dies bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut“, laut Wikipedia. „Betroffen sind auch Sperlinge und Eulen.“

Nach den Verlustmeldunge,n die ich alleine aus dem Rhein-Neckar-Kreis erhielt, wurden mehr als 300 tote Amseln aufgefunden.

Aber die aufgefundenen toten Vögel, sind nur die Spitze des Eisberges, da sich die meisten erkrankten Tiere instinktmäßig im Gebüsch verkriechen, so dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist. Wie hoch genau, das werden wir erst in den nächsten Jahren erfahren. Es ist offen, inwieweit sich die Vogelbestände davon erholen werden.

Auch in unseren Nachbarländer, Österreich (2001-2002), Schweiz (2006), Ungarn (2008) und Italien (2009) hat es in den vergangenen Jahren ein Massensterben unter den Amseln gegeben. Der BNI-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Leiter der virologischen Diagnostik, hat daher wenig gute Nachrichten: „So ein Vogelsterben kann mehrere Jahre andauern, bis die Tiere immun sind.“

Das Virus kann auch auf den Menschen übertragen werden, so wie es 2009 in Italien erstmals der Fall war. In Deutschland ist bisher kein übergreifen auf den Menschen festgestellt worden.

Bei den Singvögeln und hier hauptsächlich bei den Grünfinken grassierte ein Einzeller namens „Trichomonas gallinae“ und führte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin zu großen Verlusten. Dieser Erreger, der von Tauben übertragen wird, hat in diesem Jahr auch bei uns in Nordbaden neben den drosselartigen Vögeln, besonders bei unseren Finken große Bestände vernichtet.

Da beim Usutu-Virus der Hauptüberträger Stechmücken sind, dürfen die Tierliebhaber ihre gefiederten Freunde wieder füttern, da vom Futterhaus keine Gefahr mehr ausgeht.

Zur Person:
Kurt Klemm ist Heddesheimer und anerkannter Vogelschützer. Der Mitgründer des Heddesheimer Vogelparks und Mitglied der Vogelfreunde setzt sich darüber hinaus intensiv für den Umwelt- und Naturschutz ein. Er ist Mitglied der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Heddesheimer Gemeinderat.

Für Rückfragen steht Ihnen Kurt Klemm telefonisch zur Verfügung: 06203-9585824

Porträt Kurt Klemm

Höchste Auszeichnung: AZ-Naturschutzpreis für die Heddesheimer Vogelfreunde

VDW-Naturschutzpreis für Kurt Klemm

Usutu-Virus bei vier toten Amseln nachgewiesen



Vor allem drosselartige Vögel wie die Amsel sind vom Usutu-Virus bedroht und zahlreich verendet. Bild: Andreas Trepte, www.photo-natur.de, CC BY-SA 2.5

Rhein-Neckar/Dossenheim/Mannheim, 15. September 2011. (red/pm) Im Stadtgebiet Mannheim und in Dossenheim wurde bei vier toten Amseln erstmals das Usutu-Virus in Baden-Württemberg nachgewiesen“, teilten das für Tiergesundheit zuständige Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und das Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren mit. Der Krankheitserreger ist bei vier aus Baden-Württemberg stammenden Proben nachgewiesen worden.

Sozialministerium und Verbraucherschutzministerium betonten, dass es keinen „Grund zur Beunruhigung“ gebe. Man solle allerdings den „ungeschützten Kontakt zu Wildvögeln vermeiden“.

Wir hatten bereits Anfang August einen Appell des Heddesheimer Vogelexperten Kurt Klemm veröffentlicht, der die Bevölkerung gebeten hat, dringend Futterplätze und Tränken zu entfernen, weil sich die Tiere dort infizieren könnten. Insbesondere seien Amsel betroffen.

„Bereits im vergangenen Jahr war der Erreger in Stechmücken im Rhein-Neckar-Raum gefunden worden. „Damit ist das Virus in der Umwelt präsent. Deshalb ist weiterhin Vorsicht geboten. Tote Vögel sollten – wie sonst auch – nicht mit bloßen Händen berührt werden. Zur Beunruhigung besteht jedoch kein Anlass, da in Europa bisher nur vereinzelt Erkrankungen beim Menschen nachgewiesen wurden. Außerdem verläuft die Erkrankung in der Regel milde und äußert sich durch Fieber und Hauterscheinungen“, erklärte das Sozialministerium.

Das Usutu -Virus (USUV) ist ein Tropenvirus, das durch Stechmücken übertragen wird und in erster Linie Erkrankungen und Todesfälle bei Amseln und anderen Wildvögeln verursacht. Nach seinem erstmaligen Auftreten in Österreich im Jahr 2001 gab es dort ein großes Vogelsterben. Bis dahin war das Virus nur in Afrika nachgewiesen worden. Aus Österreich ist bekannt, dass die Wildvögel nach einer gewissen Zeit eine Schutz gegen das Virus ausbilden. Der Erreger war am Mittwoch (14. September) bei einer toten Amsel auch im hessischen Birkenau nachgewiesen worden“, so die Ministerien.

Auf der Internetseite des Sozialministerium sind Adresse genannt, bei denen man tote Vögel abgeben kann.

Vogelexperte Kurt Klemm: „Entfernen Sie Vogeltränken und Futterstellen.“


Rhein-Neckar, 02. August 2011. (red) Verkehrte Welt: Sonst wirbt der Heddesheimer Vogelschützer Kurt Klemm für die Ganzjahresfütterung von Vögeln und dem Einrichten von Tränken. Doch aktuell geht vermutlich ein Erreger rum, der diese Sammelplätze zu Todesfallen macht. Deswegen rät Klemm, dass man weder zufüttert, noch tränkt.

Gastbeitrag: Kurt Klemm

Was sonst sinnvoll ist, kann aktuell tödlich sein: Futterstellen für Vögel. Bild: privat

„Nachdem ich in den vergangenen Tagen sehr viele Anrufe von besorgten Vogelfreunden aus den Nachbargemeinden über verendete Vögel erhielt, war mir klar, dass dieses Vogelsterben, das bereits letztes Jahr aufgetreten ist, nun auch unsere Region erfasst hat.

Bei dem infektiösen Massensterben von Wildvögeln, ist der Einzeller Trichomonas gallinae verantwortlich. Der Erreger verursacht Entzündungen des Rachens und Schlundes, außer den Grünfinken sind auch Vogelarten wie Buchfinken, Kernbeißer, Elster, Eichelhäher, Amseln und Haussperlinge betroffen.

Ab sofort sollten die Tierfreunde die Garten-und Singvögel nicht mehr füttern, auch die Vogeltränken sind zu entfernen, da an Futterplätzen und Tränken der Erreger, der bis zu 24 Stunden überleben kann, sich massenhaft übertragen kann.

Vorgefundene tote Vögel sollten sofort entsorgt und gemeldet werden.

Melden können sie die toten Vögel vorübergehend unter der Telefonnummer: 06203 – 44748.“