Freitag, 22. September 2017

Rhein-Neckar-Kreis nimmt station├Ąre Geschwindigkeitsmessanlagen in Betrieb

Fester Blitzer aus Richtung Ladenburg eingerichtet

Rhein-Neckar, 25. September 2014. (red/pm) In dieser Woche beginnt der Rhein-Neckar-Kreis im Rahmen eines Pilotverfahrens mit der station├Ąren ├ťberwachung des flie├čenden Verkehrs an folgenden f├╝nf ausgew├Ąhlten Standorten. Hierf├╝r werden zwei digitale, laserbasierende und ber├╝hrungslose Messeinrichtungen wechselweise an den Standorten eingesetzt. [Weiterlesen…]

Abbau von Kunstwerken in f├╝nf Kreisverkehren werden gepr├╝ft

T├Âdliche Kreiselkunst?

Eine Sicherheits├╝berpr├╝fung stuft das Heddesheimer "Eingangstor" als potenziell gef├Ąhrlich ein.

 

Rhein-Neckar, 10. Juli. (red/la) Die Kunstwerke auf f├╝nf Verkehrskreiseln werden derzeit gepr├╝ft, ob sie „starre Hindernisse“ und damit verkehrsgef├Ąhrdend sind. Die Gr├╝nde daf├╝r sind eine EU-Vorschrift und die verkehrspolitische „Vision Zero“, die bis 2050 die Anzahl der Verkehrstoten in der EU auf Null senken soll.

Von Reinhard Lask

Seit November sind in Baden-W├╝rttemberg „starre Hindernisse“ in au├čer├Ârtlichen Stra├čenkreiseln nicht mehr erlaubt. Was manch einer aktuell als fixe Idee des gr├╝nen Verkehrsministeriums f├Ąlschlicherweise verdammt, beruht auf der EU-Verordnung 2008/96/EG ├╝ber „Sicherheitsmanagement f├╝r die Stra├čenverkehrsinfrastruktur“. Zu den potenziellen Abhilfema├čnahmen z├Ąhlt die „Beseitigung von neben der Stra├če befindlichen feststehenden Hindernissen“. In Nordbaden werden derzeit f├╝nf Kreisel – je einer in Ladenburg, Rauenberg, Hirschberg, Heddesheim und Laudenbach – als potenziell gef├Ąhrlich eingestuft. Ob die darauf stehenden Kunstwerke auch weg m├╝ssen, steht noch nicht fest. Niemand hat bisher genau festglegt, was unter „gef├Ąhrlich“ zu verstehen sein soll.

Z├Ąhlt jedes Kunstwerk als feststehendes Hindernis? Das Landesverkehrsministerium gibt den Schwarzen Peter weiter. Pressesprecherin Julia Piper sagt auf Anfrage:

Die Sicherheitsaudits sollen potenzielle Gefahrenquellen herausfinden.

Die „Sicherheitsaudits“ sind Ortstermine, bei denen Vertreter von Stra├čenbau├Ąmtern, Polizeipr├Ąsidien und Feuerwehr die Kreisel auf gef├Ąhrliche Hindernisse ├╝berpr├╝fen. Nach welchen Kriterien diese genau vorgehen, dazu wisse das Regierungspr├Ąsidium in Karlsruhe mehr.

Doch auch hier nennt man au├čer „feststehendes Hindernis“ keine weiteren Kriterien. Uwe Herzel, Pressesprecher des Regierungspr├Ąsidiums sagt, sei zwar klar, dass beispielsweise ein „Hinkelstein“ in der Kreiselmitte weg m├╝sse. Aber was wenn es nur eine Stange ist? Wie ein Kunstwerk aussehen muss, um als „strarres Hindernis“ zu gelten, wei├č auch in Karlsruhe noch niemand. „Zeitnah“ sollen Herzel zufolge die Ergebnisse der Audits aus den Kreisen hereinkommen. Erst dann werde ausgewertet und entschieden:

Wir m├╝ssen die Ergebnisse der Sicherheitsaudits abwarten ÔÇô und die laufen noch.

Auch Berno M├╝ller, Pressesprecher der Rhein-Neckar-Kreis, wei├č nur wenig mehr ├╝ber gef├Ąhrliche Kreiselkunst. Wichtig sei, wo der Kreisel sich befindet und wie die Stra├čen beschaffen sind, die dort einm├╝nden. Liegt er innerorts ist er ungef├Ąhrlicher, wenn er au├čerhalb liegt. Am Ortsrand gelegen, kann er einen au├čer├Ârtlichen Charakter haben. Genauer gesagt: Wenn eine schurgerade Stra├če auf der Tempo 70 erlaubt ist, auf einen Kreisel innerhalb der Ortsgrenzen m├╝ndet, hat er au├čer├Ârtlichen Charakter.

Nur potenziell gef├Ąhrlich

Wie unfalltr├Ąchtig sind jedoch Kreisel an sich? Es gibt spektakul├Ąre Unf├Ąlle, wie den in Heitersheim (bei Freiburg) im November 2009. Damals gab es zwei Tote und drei Schwerverletzte beim Aufprall auf eine Flugzeugskulptur, die auf einer massiven Stange stand. Im Rhein-Neckar-Kreis waren Unf├Ąlle in Kreiseln bisher kein Thema, sagt Berno M├╝ller:

Bisher hat sich auch noch niemand ├╝ber Gefahren von Kreiselkunst beschwert.

Auch das Verkehrsministerium r├Ąumt ein, dass Kreisverkehr nicht als unfalltr├Ąchtig gelten. Auch Martin Boll, Pressesprecher des Polizeipr├Ąsidiums Mannheim kennt keinen schweren Unfall an einem Kreisel im Bereich des Pr├Ąsidiums. Die tats├Ąchliche Anzahl von Verkehrstoten oder Schwerstverletzten sei aber f├╝r die Entscheidung nicht relevant, sagt Julia Piper:

Es geht um potenzielle vermeidbare Gefahrenquellen. Das Argument ‚hier ist noch nie was passiert‘, tr├Ągt bei der Kreiselpr├╝fung nicht.

Diese Ansicht deckt sich mit dem verkehrspolitischen Ziel „Vision Zero“, die im „Wei├čbuch Verkehr“ der Europ├Ąischen Union festgehalten wurde. Bis zum Jahr 2050 soll die Anzahl der Verkehrstoten auf Europas Stra├čen „Null“ betragen. Dabei ist das individuelle Verhalten von Autofahrern nicht zu ber├╝cksichtigen. Auch wenn der unverantwortlichste Raser alkoholisiert in einen Kreisel f├Ąhrt, z├Ąhlt allein die Frage, ob er beim Aufprall auf das darauf stehende Kunstwerk sterben k├Ânnte.

Noch ist nicht entschieden, ob ├╝berhaupt ein Kunstwerk weichen muss. Die Entscheidung liegt bei den Regierungspr├Ąsidien und h├Ąngt von den Berichten der lokalen Pr├╝fungskommissionen ab.

Auch das abstrakte Carl-Benz-Automobil in Ladenburg gilt als bedenklich.

Der Anker in Dossenheim gilt als ungef├Ąhrlich.

Auch diese Lore in Dossenheim stellt keine potenzielle Bedrohung dar.

In Hirschberg gelten zwar die Reben als Kunstwerk unbedenklich, allerdings k├Ânnte das Mauerwerk zu hoch sein.

Die Laudenbacher Fr├Âsche sind zwar ungef├Ąhrlich, die Steine und das Mauerwerk hingegen l├Âsten bereits Bedenken aus.