Dienstag, 19. November 2019

Nehmen Sie die VogelfĂŒtterung wieder auf, damit es keinen stummen FrĂŒhling gibt


Das Usutu-Virus hat der Amsel schwer zu schaffen gemacht.

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 29. Oktober 2011. Dem Heddesheimer Vogel-Experten Kurt Klemm wurden allein in diesem Sommer rund 300 tote Amseln gemeldet, die vermutlich ĂŒberwiegend durch das Usutu-Virus eingegangen sind. Deshalb hatte der VogelschĂŒtzer im Sommer dazu aufgefordert, keine Vögel zu fĂŒttern, um eine gegenseitige Infektion an Futterstellen zu vermeiden. FinkenbestĂ€nde wurden durch einen Einzeller dezimiert.
Die Vögel, die durchgehalten haben und ĂŒberwintern, dĂŒrften infektionsfrei sein, denn der HauptĂŒbertrĂ€ger, die StechmĂŒcke, fĂ€llt als ÜbertrĂ€ger aus. Deshalb ruft Kurt Klemm zur VogelfĂŒtterung ĂŒber den Winter auf, denn viele Vögel finden in der freien Natur lĂ€ngst nicht mehr genug Nahrung.

Von Kurt Klemm

Der Tod vieler drosselartiger Vögel, zu der auch die Amsel gehört, hat alle Vogelfreunde tief erschĂŒttert. Kaum ein melodischer Gesang war in der Natur, vom Sommer bis jetzt, zu hören. Beim morgendlichen Gang durch den Garten herrschte eine gespenstige Ruhe, so dass ein stummer FrĂŒhling im kommenden Jahr nicht auszuschließen ist. Schuld daran ist das Usutu-Virus.

Das Usutu Virus, stammt aus Afrika und verdankt seinen Namen einem Fluss in „Swasiland“. Das Virus kann vermutlich durch infizierte Zugvögel oder durch StechmĂŒcken nach Europa gekommen sein. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts fĂŒr Tropenmedizin (BNI) in Hamburg wurde der Erreger bei einem Schnelltest bei einer Amsel aus Birkenau (Hessen) nachgewiesen. „Wenige Tage danach ist das Virus bei vier Amseln in Mannheim sowie in Dossenheim in Baden-WĂŒrttemberg entdeckt worden, dies bestĂ€tigte das Friedrich-Loeffler-Institut“, laut Wikipedia. „Betroffen sind auch Sperlinge und Eulen.“

Nach den Verlustmeldunge,n die ich alleine aus dem Rhein-Neckar-Kreis erhielt, wurden mehr als 300 tote Amseln aufgefunden.

Aber die aufgefundenen toten Vögel, sind nur die Spitze des Eisberges, da sich die meisten erkrankten Tiere instinktmĂ€ĂŸig im GebĂŒsch verkriechen, so dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist. Wie hoch genau, das werden wir erst in den nĂ€chsten Jahren erfahren. Es ist offen, inwieweit sich die VogelbestĂ€nde davon erholen werden.

Auch in unseren NachbarlĂ€nder, Österreich (2001-2002), Schweiz (2006), Ungarn (2008) und Italien (2009) hat es in den vergangenen Jahren ein Massensterben unter den Amseln gegeben. Der BNI-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Leiter der virologischen Diagnostik, hat daher wenig gute Nachrichten: „So ein Vogelsterben kann mehrere Jahre andauern, bis die Tiere immun sind.“

Das Virus kann auch auf den Menschen ĂŒbertragen werden, so wie es 2009 in Italien erstmals der Fall war. In Deutschland ist bisher kein ĂŒbergreifen auf den Menschen festgestellt worden.

Bei den Singvögeln und hier hauptsĂ€chlich bei den GrĂŒnfinken grassierte ein Einzeller namens „Trichomonas gallinae“ und fĂŒhrte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin zu großen Verlusten. Dieser Erreger, der von Tauben ĂŒbertragen wird, hat in diesem Jahr auch bei uns in Nordbaden neben den drosselartigen Vögeln, besonders bei unseren Finken große BestĂ€nde vernichtet.

Da beim Usutu-Virus der HauptĂŒbertrĂ€ger StechmĂŒcken sind, dĂŒrfen die Tierliebhaber ihre gefiederten Freunde wieder fĂŒttern, da vom Futterhaus keine Gefahr mehr ausgeht.

Zur Person:
Kurt Klemm ist Heddesheimer und anerkannter VogelschĂŒtzer. Der MitgrĂŒnder des Heddesheimer Vogelparks und Mitglied der Vogelfreunde setzt sich darĂŒber hinaus intensiv fĂŒr den Umwelt- und Naturschutz ein. Er ist Mitglied der Fraktion BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen im Heddesheimer Gemeinderat.

FĂŒr RĂŒckfragen steht Ihnen Kurt Klemm telefonisch zur VerfĂŒgung: 06203-9585824

PortrÀt Kurt Klemm

Höchste Auszeichnung: AZ-Naturschutzpreis fĂŒr die Heddesheimer Vogelfreunde

VDW-Naturschutzpreis fĂŒr Kurt Klemm

Peta zieht Abmahnung zurĂŒck


Guten Tag!

Ladenburg, 12. April 2011. (red) Die selbsternannte Tierrechtsorganisation Peta hat die von uns geforderte „strafbewehrte UnterlassungserklĂ€rung“ heute zurĂŒckgezogen.

Von Hardy Prothmann

Irgendjemand bei Peta hatte genug Verstand, um zu erkennen, dass die gegenĂŒber uns ausgesprochene Abmahnung und die Aufforderung, eine „strafbewehrte UnterlassungserklĂ€rung“ bei einem „Streitwert von 10.000 Euro“ zu unterzeichnen, sagen wir mal, „ein wenig ĂŒbertrieben war“.

Am Nachmittag haben wir ein Fax erhalten, dass uns mitteilt, die Abmahnung sei „als erledigt zu betrachten“, weil wir wie gefordert einen Link auf einen externen Artikel gelöscht haben.

Ob sich Peta mit der aggressiven Vorgehensweise einen Gefallen getan hat? Das werden unsere Leserinnen und Leser selbst entscheiden. Bei vielen, die uns angerufen und per email ihre SolidaritÀt versichert haben, ist ein negativer Eindruck entstanden.

Wir hatten im Zusammenhang mit einem toten Kaninchen und einer „Belohnung zur AufklĂ€rung eines Verbrechens“ ĂŒber Peta und die durchaus zweifelhaften Methoden berichtet. Darin hatten wir auf eine Themenseite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung verlinkt, die in mehreren Artikeln sehr kritisch ĂŒber Peta berichtet hatte.

Offensichtlich gab es zu dieser Berichterstattung einen Gerichtsprozess und zwei SĂ€tze mit einer mutmaßlich nichtzutreffenden Tatsachenbehauptung mussten entfernt werden. Man kann also davon ausgehen, dass der Rest der Tatsachenbehauptungen deshalb zutreffend ist, sonst wĂ€re Peta auch dagegen vorgegangen.

Was die HAZ berichtet hatte, finden Sie hier:

Organisation Peta geht immer militanter gegen missliebige „Tiernutzer“ vor
Peta: Vorrang fĂŒr Hunde und Heuschrecken

Übrigens ist das die vierte Abmahnung seit Mai 2009 gewesen (Start heddesheimblog), die von uns gefordert wurde.

  • Die erste Abmahnung hat der Heddesheimer BĂŒrgermeister Michael Kessler durch Heidelberger AnwĂ€lte gegenĂŒber dem heddesheimblog ausgesprochen und zurĂŒckgezogen.
  • Die zweite Abmahnung kam von der MM-Redakteurin Anja Görlitz, ebenfalls gegen das heddesheimblog – hier mussten wir aus KostengrĂŒnden eine Einstweilige VerfĂŒgung akzeptieren.
  • Die dritte Abmahnung kam vom Heddesheimer CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Joseph Doll, ebenfalls gegen das heddesheimblog – diese wurde nicht zurĂŒckgezogen, aber trotz „Terminsetzung“ nicht weiter verfolgt. Wir betrachten sie als erledigt.
  • Die vierte Abmahnung hĂ€tte eigentlich das ladenburgblog treffen mĂŒssen, denn dort „handelt schließlich die Geschichte“. Kurioserweise erging sie aber ebenfalls gegen das heddesheimblog, obwohl im Kontakt mit Peta kein einziges Mal das Wort heddesheimblog gefallen ist.

„Terror im Namen der Tiere“: Peta verlangt UnterlassungserklĂ€rung – Streitwert 10.000 Euro


Guten Tag!

Ladenburg, 12. April 2011. (red) Geht es absurder? Die selbsternannte „Tierschutzorganisation“ verlangt von unserer Redaktion eine „strafbewehrte UnterlassungserklĂ€rung“ mit einem Streitwert von 10.000 Euro. Unser „Verbrechen“: Wir haben einen Link auf eine allgemein zugĂ€ngliche Seite im Internet gesetzt. Als Dokumentation der Berichterstattung einer großen norddeutschen Tageszeitung. Keine unserer eigenen Aussagen wurde angegriffen – nur der Hinweis auf „zwei“ von sehr vielen SĂ€tzen hinter dem Link auf die Berichte in einer Zeitung. Wer nun denkt, dass der „Terror im Namen der Tiere“ eine gute Überschrift war, bildet sich eine eigene Meinung.

Von Hardy Prothmann

Unser Artikel ĂŒber die selbsternannte Tierschutzorganisation „Peta“ hat möglicherweise juristische Folgen.

Der Streitwert wird von der Gegenseite auf 10.000 Euro festgelegt. Unterzeichnet von einem „Dr. Haferbeck“.

Wir haben in einem Artikel ĂŒber „Peta“ exakt diesen Satz geschrieben: „Die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) schrieb 2009 auf einer Themenseite ĂŒber „Terror im Namen der Tiere.“

Auf diese „Themenseite“ haben wir einen Link gesetzt (auf „Terror im Namen der Tiere“). Als „Beleg“ fĂŒr die Aussage, dass die HAZ diese Themenseite veröffentlicht hat. Diese Themenseite ist bei einem Internetdienst als Kopie gespeichert und fĂŒr jeden Internetnutzer auffindbar, der als Suchbegriff in Google: „Terror im Namen der Tiere“ eingibt ( wir haben keinen Einfluss darauf, auf welchen Treffer die Leserinnen und Leser klicken…).

Aggressive Reaktion.

Unser Artikel wurde am 08. April 2011, um 11:33 Uhr, veröffentlicht.

Am 08. April 2011, ging um 17:03 Uhr per Fax die dreiseitige Abmahnung bei uns ein, die ĂŒber das Wochenende bis Montag, den 11. April 2011, 12 Uhr die Abgabe einer „strafbewehrten UnterlassungsverpflichtungserklĂ€rung“ bei einem Streitwert von 10.000 einfordert, weil wir uns angeblich einen „Inhalt zu eigen“ gemacht haben sollen.

Klick öffnet die Abmahnung.

 

Wir stellen fest, dass wir uns weder einen Inhalt zu eigen gemacht haben noch eine Tatsachenbehauptung aufgestellt haben, bis auf die Aussage, dass die HAZ eine Themenseite veröffentlicht hat.

Und wir sind als Redaktion extrem irritiert darĂŒber, dass eine „Tierschutzorganisation“, die sich angeblich fĂŒr etwas gutes einsetzt, in dieser aggressiven Art und Weise reagiert.

Terror im Namen der Tiere.

Leider haben wir den Eindruck, dass der von der HAZ fĂŒr die Themenseite gewĂ€hlte Titel „Terror im Namen der Tiere“ nicht ohne Bedeutung ist.

Wir haben nach Kenntnisnahme der „Abmahnung“, die im ĂŒbrigen jeden, der einfach nur einen Link gesetzt hĂ€tte, nach dem Motto: „Guck mal, hier steht was“, den Link sofort entfernt. Nicht, weil wir ĂŒberzeugt sind, dass mir das mĂŒssen, sondern nur, weil wir keinen unnötigen juristischen Streit suchen.

Streit sucht offensichtlich Peta. Die Kampagnenmanagerin Nadja Kutscher hat sich Namen und Telefonnummer der Redaktion im TelefongesprĂ€ch notiert. Ein Anruf mit einem Hinweis auf den „problematischen“ Link und die rechtlichen HintergrĂŒnde hĂ€tte genĂŒgt, um den Link durch uns entfernen zu lassen.

Leider bleibt der Eindruck, dass eine solch „verbindliche Einigung“ nicht im Interesse von Peta ist. Leider verfestigt sich der Eindruck, dass es in der Sache um den „Terror im Namen der Tiere“ geht. Einem Terror, der eine saubere journalistische Arbeit und die Äußerungen von grundgesetzlich garantierter Meinungsfreiheit missachtet.

Ein Link – mehr nicht.

Im vorliegenden Fall haben wir uns aus allgemein zugĂ€nglichen Quellen – so steht es im Grundgesetz – informiert. Und es war keinerlei inhaltliche Aussage mit der Verlinkung verbunden, sondern nur eine Dokumentation auf eine veröffentlichte Quelle.

FĂŒr den Autoren und fĂŒr die Redaktion war zu keiner Zeit ersichtlich, dass eine solche Verlinkung „strafbewehrt“ sein könnte.

Peta hat zu keinem Zeitpunkt eine „gĂŒtliche Einigung“ angestrebt, sondern sofort zum „rechtsstaatlich zulĂ€ssigen“, aber tatsĂ€chlich aus unserer Sicht eher „einschĂŒchternden Mittel“ der Prozessandrohung gegriffen.

Ob Peta nun den „Terror“ weitertreibt und klagt, weil wir die (absichtlich zu kurz gesetzte) Frist in der absurden Sache nicht einhalten konnten oder Ruhe gibt?

WofĂŒr steht Peta? Hauptsache radikal?

Wer weiß? Peta hat einen radikalen Ruf und fĂŒhlt sich vielleicht gezwungen, diesen zu „rechtfertigen“.

Wir stehen zu unserer eigenen Berichterstattung und werden diese verteidigen. Denn wir sind ĂŒberzeugt davon, dass diese „Abmahnung“ in keinster Weise irgendetwas mit „Tierschutz“ zu tun hat, sondern ausschließlich darauf ausgerichtet ist, die Meinungsfreiheit gezielt und gewollt zu beschĂ€digen.

Und solchen „terroristischen“ Zielen, egal wer sie vertritt, werden unsere Leserinnen und Leser entgegentreten.

Von Peta erwarten wir ein Schreiben, dass die Abmahnungsforderung nach der Löschung des Links offiziell zurĂŒckzieht und vielleicht auch eine Entschuldigung beinhaltet und die Einsicht, dass man gerne fĂŒr die „gute Sache“ kĂ€mpfen darf, aber dabei, bitte schön, „gut“ sein sollte.

Alles andere wÀre unertrÀglich.

Links:

Dokumentation der Abmahnung.
Organisation Peta geht immer militanter gegen missliebige „Tiernutzer“ vor
Peta: Vorrang fĂŒr Hunde und Heuschrecken