Sonntag, 23. September 2018

Stadt sucht geeignete eigene Liegenschaften fĂŒr Asylbewohnerheim oder Container-Siedlung

Ladenburg wird vermutlich Asylbewerber aufnehmen

Ladenburg, 03. September 2014. (red/pro) BĂŒrgermeister Rainer Ziegler (SPD) und der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl (BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen) stellten gestern Ergebnisse eines kommunalpolitischen Dialogs der Öffentlichkeit vor. Ein Top-Thema: Die Zahl der Asylbewerber steigt rasant an und Ladenburg prĂŒft mögliche Standorte. Wie viele FlĂŒchtlinge kommen werden, wann und wo sie untergebracht werden können ist allerdings noch offen. [Weiterlesen…]

Informationen, HintergrĂŒnde und ErlĂ€uterungen

So lÀuft das mit der Kreistagswahl

Rhein-Neckar, 14. April 2014. (red/ms) Parallel zu den Europa- und Gemeinderatswahlen wird im Rhein-Neckar-Kreis am 25. Mai ein neuer Kreistag gewĂ€hlt. Dieser reprĂ€sentiert die 540.000 Einwohner des Landkreises auf Kreisebene. Aus unserem Berichterstattungsgebiet dĂŒrfen Menschen aus den Kommunen Weinheim, Schwetzingen, Ladenburg, Schriesheim, Edingen-Neckarhausen, Dossenheim, Hemsbach, Heddesheim, Hirschberg, Ilvesheim und Laudenbach zur Wahl antreten. Hier finden Sie Informationen und HintergrĂŒnde. [Weiterlesen…]

Die kalte RealitĂ€t des Schwetzinger FlĂŒchtling-Camps soll fĂŒr humane dezentrale Unterbringung stehen

FlĂŒchtlinge: Ab in die Container

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Das Container-Camp in Schwetzingen. Kleine RÀume, keine Gemeinschaft, trostlose AtmosphÀre.

 

Schwetzingen/Rhein-Neckar, 12. Februar 2014. (red) Sie fliehen aus ihrer Heimat. Sie haben viel Leid erfahren. Deutschland ist fĂŒr FlĂŒchtlinge aus der ganzen Welt das Ziel ihrer Hoffnungen. Doch in der RealitĂ€t werden sie abgestellt. Auf einem Parkplatz. Vollgestopft mit Containern. Jeder Gang zur Toilette fĂŒhrt ĂŒber einen zugigen, kalten „Hof“. Vor allem fĂŒr die Frauen und MĂŒtter und die vielen oft sehr kleinen Kinder ein Ort der dauerhaften BeschĂ€mung. Doch das allerschlimmste, das wirklich allerschlimmste, sagt ein junger Mann, ist die Nutzlosigkeit dieses Lebens. Und die Langeweile. [Weiterlesen…]

Offener Brief an Landrat Stefan Dallinger (CDU)

Landratsamt behindert Recherchen

Hardy Prothmann, Journalist

Chefredakteur Hardy Prothmann fordert Landrat Stefan Dallinger (CDU) auf, keinen Einfluss auf journalistische Recherchen auszuĂŒben.

Rhein-Neckar, 11. Februar 2014. (red) Das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises mischt sich in unsere Recherchen ein. Das Thema Asylbewerber ist hochpolitisch – insbesondere wegen der bevorstehenden Kommunalwahl. Wir fordern den verantwortlichen Behördenleiter, Landrat Stefan Dallinger (CDU) unmissverstĂ€ndlich auf, dies zu unterlassen und die Meinungs- und Pressefreiheit sowie das Landespresserecht zu respektieren. Alles andere wĂ€re unertrĂ€glich. [Weiterlesen…]

Container in Schwetzingen noch nicht bezugsbereit - verzögert sich Nutzung durch CBG-SchĂŒler?

Asylbewerber werden erst am 15. Januar umgesetzt

 

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Bis 15. Januar bleiben die 180 Asylbewerber in Ladenburg – ab Februar sollen CBG-SchĂŒler in der alten Martinsschule untergebracht werden.

 

Ladenburg, 19. Dezember 2013. (red/pro) Die Auskunft des Landratsamts, es seinen bereits Asylbewerber nach Schwetzingen umgezogen, ist nicht korrekt. Zur Zeit befinden sich noch alle 180 Asylbewerber in Ladenburg. Aber 15. Januar soll die Umsetzung dann erfolgen. [Weiterlesen…]

Asylbewerber-Unterkunft in Heppenheimer Straße

Die BrombeerstrĂ€ucher kommen weg. Auf dem GrundstĂŒck baut der Landkreis ein Asylbewerberheim fĂŒr 200 Personen.

Die BrombeerstrĂ€ucher kommen weg. Auf dem GrundstĂŒck wird der Landkreis einen Wohnkomplex fĂŒr 200 Asylbewerber bauen.

 

Weinheim/Rhein-Neckar/Ladenburg, 03. Dezember 2013. (red/ld) Rund 200 Asylbewerber sollen ab Herbst 2015 (wir hatten zunĂ€chst 2014 berichtet) in Weinheim untergebracht werden. Zu diesem Zweck wird der Landkreis einen vierteiligen GebĂ€udekomplex auf einem stĂ€dtischen GrundstĂŒck an der Heppenheimer Straße neu bauen. Das verkĂŒndeten OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD) und Landrat Stefan Dallinger (CDU) heute bei einer Pressekonferenz im Rathaus. [Weiterlesen…]

Standort beim Krankenhaus

Ab 2014 leben 200 Asylbewerber in Weinheim

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Begegnung zwischen Bevölkerung und Asylsuchenden beim Asylcafé in Ladenburg.

 

Weinheim/Rhein-Neckar, 29. November 2013. (red) Weinheim wird im kommenden Jahr rund 200 Asylbewerber aufnehmen. Geplant ist nach unseren Informationen die Unterbringung im Umfeld des Krankenhauses. Am kommenden Dienstag informieren Landrat Stefan Dallinger (CDU) und OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD) ĂŒber die PlĂ€ne. [Weiterlesen…]

Sportfördermittel fĂŒr 2013 verteilt

Rhein-Neckar, 15. November 2013. (red/pm) Vergangenen Dienstag wurden im Auschuss fĂŒr Schulen, Kultur und Sport die Sportfördermittel des Kreises fĂŒr das Jahr 2013 verteilt. [Weiterlesen…]

Bundestagswahl am 22. September

Dallinger: „Politische Verantwortung ernst nehmen“

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Landrat Dallinger. Foto: LRA RNK

Rhein-Neckar, 06. September 2013. (red/pm) Am 22. September sind die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger des Rhein-Neckar-Kreises zur Wahl ihrer Abgeordneten zum Deutschen Bundestag aufgerufen. Dabei sind die StĂ€dte und Gemeinden des ĂŒber 525.000 Einwohner starken Rhein-Neckar-Kreises wie bei den vorangegangenen Bundestagswahlen drei verschiedenen Wahlkreisen zugeordnet. Die Zuschnitte haben sich gegenĂŒber der Wahl 2009 nicht geĂ€ndert. [Weiterlesen…]

Wahlkampfthema Asylbewerber

Von Terroristen und Schulkindern

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Seltsam, dass das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz von all dem, was die „QualitĂ€tspresse“ berichtet, nichts weiß. Niemand ist alarmiert oder schlĂ€gt Alarm. Quelle: Die Welt

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 12. August 2013. (red/pro) Angeblich steht der Rhein-Neckar-Kreis „mit dem RĂŒcken zur Wand“ – die Zahl der Asylbewerber sei so groß, dass man in höchster Not sei, diese unterzubringen. Vermutlich stimmt das sogar, doch es ist nur die halbe Wahrheit. Seit einigen Monaten wird das Thema „Asylbewerber“ angeheizt. Nicht nur von den ĂŒblichen VerdĂ€chtigen, Rechtsradikalen und anderen Rassisten, sondern durch „konservative KrĂ€fte“, womit nicht nur die CDU gemeint ist – auch die (rechts-)konservative Presse beteiligt sich an der Anti-Asylanten-Kampgagne. In Ladenburg werden Ende August insgesamt 160 Asylbewerber leben, zum Großteil Familien. Neid- und Schuldkampagnen laufen bereits – und machen StĂ€dten wie Ladenburg zusĂ€tzlich Druck. Gezielt und nicht aus Versehen. Vor Ort mĂŒssen alle Menschen, die Einwohner und die Asylbewerber, damit zurechtkommen. [Weiterlesen…]

Schnelles Internet fĂŒr alle

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Vertragsunterzeichnung fĂŒr das landesweite Modellprojekt fibernet.rnk (vorne v.l.n.r.): Nils Drescher (Projektleiter, Rhein-Neckar-Kreis), Landrat Stefan Dallinger, Rudi Feil (GeschĂ€ftsfĂŒhrer Geo Data), Jennifer Reckow (Projektleiterin, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin processline). (hinten v.l.n.r.): Prof. Dr. JĂŒrgen Anders (HS Furtwangen), Volker Weinkötz (Vergabestelle, Rhein-Neckar-Kreis), Manuel Hommel und Werner Riek (beide Geodata GmbH), Ann-Katrin Schwöbel (processline), Kai-Markus Schenek (iuscomm), Detlef Brandt (processline). Foto: Landratsamt Rhein-Neckar

 

Rhein-Neckar, 05. August 2013. (red/pm) Welche Maßnahmen sind im Rhein-Neckar-Kreis notwendig, um die Haushalte und Unternehmen flĂ€chendeckend mit schnellem Internet zu versorgen? Wie soll ein möglicher Ausbau organisiert und finanziert werden? Am 31. Juli fiel im Landratsamt der Startschuss fĂŒr das landesweite Modellprojekt fibernet.rnk, das Antworten auf diese zentralen Fragen geben wird. [Weiterlesen…]

"Augen zu und durch-Strategie" könnte fĂŒr enorme Probleme sorgen - dabei werden die Chancen ĂŒbersehen

Problematische Sprachregelung statt öffentlicher Information

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Dieser Bub spielt unter Aufsicht seines Vaters im neuen „Garten auf Zeit“ – im Hintergrund sieht man Blumen, die er gerade gepflanzt hat.

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 04. August 2013. (red) Landrat Stefan Dallinger (CDU) und BĂŒrgermeister Rainer Ziegler (SPD) mĂŒssen die BĂŒrger/innen schnell und umfassend einbeziehen und die Sprachregelung verĂ€ndern – sonst drohen möglicherweise enorme Probleme fĂŒr die Stadt, wie Beispiele in anderen Orten zeigen. Ladenburg hat eine Chance, tatsĂ€chlich anders zu sein, als andere Gemeinden. [Weiterlesen…]

Hektische Unterbringung von Asylbewerbern

Nervöse Stimmung, offene Fragen – unĂŒberwindbare ZwĂ€nge?

Ladendburg/Rhein-Neckar, 02. August 2013. (red) Der Rhein-Neckar-Kreis bringt seit Mittwoch dieser Woche bis Ende des Jahres bis zu 160 Asylbewerber in der alten Martinsschule unter. Bei einem Pressetermin am Freitag wurde von „ZwĂ€ngen“ gesprochen, einer Notlage, einer Überrumpelungsaktion, einer Aktion ohne Alternative. Landrat Stefan Dallinger sprach von einer verbindlichen Übergangslösung, BĂŒrgermeister Rainer Ziegler sagte die solidarische UnterstĂŒtzung der Stadt zu. [Weiterlesen…]

Wolf: Ein innovativer und Wirtschaftsstandort inmitten einer reizvollen Landschaft

LandtagsprÀsident Guido Wolf zu Besuch im Rhein-Neckar-Kreis

Ladenburg/Eppelheim, 16. April 2013. (red/pm) LandtagsprĂ€sident Guido Wolf (CDU) hat die Reihe seiner Kreisbesuche im Rhein-Neckar-Kreis  gestern, fortgesetzt. Zuerst besuchte er die Wild Werke in Eppelheim. Dort traf Wolf sich auch mit Landrat Stefan Dallinger und BĂŒrgermeister Dieter Mörlein. [Weiterlesen…]

Zweifel am Zeitplan Bahnhofsausbau

Brandschutzsanierung der Werkrealschule wird teurer

07. Februar 2013. (red/ld) Der Gemeinderat hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig die PlĂ€ne zum Ausbau des Bahnhofs in eine barrierefreie S-Bahn-Station zur Kenntnis genommen. Die Bauarbeiten am Bahnsteig sollen im August 2015 starten und bis Ende 2015 abgeschlossen sein. In der Frage um die Brandschutzsanierung der Werkrealschule „Unter Neckar“ und dem Ausbau in eine Ganztagesschule bewilligte der Gemeinderat eine Summe von 505.000 Euro und beauftragte die Firma TWM-Ottenstein aus Mannheim mit dem Bau der LĂŒftungsanlage. Es wurde außerdem beschlossen, dem Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar beizutreten. [Weiterlesen…]

Wenig Änderungen im der Abfallwirtschaft

AbfallgebĂŒhren bleiben 2013 stabil

Rhein-Neckar, 03. Januar 2013. (red/pm) Auch 2013 besteht im Rhein-Neckar-Kreis das von der Abfallwirtschaft des Rhein-Neckar-Kreises (AVR) betreute Ă€ußerst leistungsfĂ€hige Abfallwirtschaftssystem fort. Der Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises hatte im Dezember 2012 nur ganz wenige Änderungen beschlossen.

Information des Landratsamtes Rhein-Neckar:

„Wir bieten damit erneut viele komfortable und individuelle Lösungen entsprechend der BedĂŒrfnisse der Haushalte, gleich ob junge oder Ă€ltere Menschen dort wohnen, und fĂŒr Gewerbebetriebe an“, stellt Landrat Stefan Dallinger fest. Zudem bleiben auch die AbfallgebĂŒhren im kommenden Jahr weiterhin stabil.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Die BioEnergieTonne, von der kreisweit im letzten Jahr 60.000 StĂŒck ausgegeben worden sind, wird auch im Jahr 2013 gebĂŒhrenfrei angeboten, mit Ausnahme der 660 Liter BiomĂŒlltonne bei wöchentlicher Abfuhr. FĂŒr diese Tour sind zu wenige VierradbehĂ€lter im Rhein-Neckar-Kreis aufgestellt, so dass diese Dienstleistung nur mit zusĂ€tzlichem Aufwand erbracht werden kann. Das BehĂ€ltervolumen bei der BioEnergieTonne wird je Bewohner eines GrundstĂŒcks auf 80 Liter festgelegt bei einem vierzehntĂ€glichen Leerungsrhythmus. Weiteres BehĂ€ltervolumen kann gegen GebĂŒhr bei der AVR Abfallverwertungsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises bestellt werden. FĂŒr GrundstĂŒcke mit mehr als 20 Personen können auch 660 l-BehĂ€lter gestellt werden.

Der Rhein-Neckar-Kreis erhebt fĂŒr RestmĂŒllbehĂ€lter eine MindestgebĂŒhr von zwei Leerungen, wenn der BehĂ€lter mehr als 182 Tage im Kalenderjahr dem Nutzer zur VerfĂŒgung stand. Zwischen 32 und 182 Tagen Standzeit wird eine Mindestleerung erhoben und bei weniger als 32 Tagen Standzeit wird keine Mindestleerung berechnet.

Die Anlieferung von SperrmĂŒll und/oder Altholz aus Haushalten bei den Abfallanlagen der AVR bleibt bis zu einer Menge von 4 m3/Tag weiterhin gebĂŒhrenfrei. FĂŒr Anlieferungen von Gemischen aus BiomĂŒll und GrĂŒnschnitt wurden neue GebĂŒhren festgelegt. Die getrennte Anlieferung von BiomĂŒll und GrĂŒnschnitt hingegen wird weiterhin mit GebĂŒhrenfreiheit belohnt. FĂŒr Anlieferungen von Erdaushub werden ab dem 01.01.2013 AbfallgebĂŒhren erhoben und zwar gestaffelt nach den unterschiedlichen Belastungsstufen der Erde. Diese GebĂŒhren werden ab 2013 neu bei der Deponie Wiesloch erhoben.“

1. Sommerfest an der neuen Martinsschule

Jede Spende ist hier gut investiert

Spaß und gute Laune zum 1. Sommerfest in der neuen Martinsschule.

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 03. Juli 2012. (red/la) Die Ladenburger Martinsschule ist eine normale Regelschule fĂŒr besondere Menschen. Am Wochenende wurde Sommerfest und das 30-jĂ€hrige JubilĂ€um des Fördervereins gefeiert. Die Martinsschule ist aber auch ein besonderer Ort – der Freude und Zuneigung.

Von Reinhard Lask

Ich bin zum ersten Mal in der Martinsschule. Heute ist ein schöner Tag. Heute wird Sommerfest gefeiert. Doch mir stehen nach kurzer Zeit die TrĂ€nen in den Augen – ich muss den Anblick von so vielen schwerstbehinderten Kindern erst einmal fĂŒr mich selbst verkraften.

Gerade schiebt eine Mutter einen vermutlich spastisch gelĂ€hmten Jungen an mir vorbei. Ihm lĂ€uft der Speichel aus dem Mund und seine HĂ€nde und Arme sind seltsam verdreht. Aber er lĂ€chelt, freut sich wie ein Schneekönig. Ich schaue seiner Mutter in die Augen – auch sie strahlt, ist freudig, denn heute ist ein Festtag. Und den wollen alle gemeinsam mit guter Laune feiern.

Tradition fortfĂŒhren

Es ist das erste Sommerfest im neuen GebĂ€ude der Martinsschule. Denn erst seit Februar 2010 unterrichten hier 130 Lehrer rund 195 schwer- und schwerstbehinderte Kinder und Jugendliche. 65 weitere SchĂŒler lernen in Inklusionsklassen außerhalb der Martinsschule.

Rektor Kurt Gredel eröffnet das Fest:

In der alten Schule haben wir alle zwei Jahre unser Sommerfest gefeiert. Diese Tradition wollen wir hier weiterfĂŒhren.

Seit acht Jahren ist Kurt Gredel der Rektor – mit Leib und Seele. Er strahlt viel WĂ€rme und eine schier grenzenlose Freundlichkeit aus – so wie alle, die hier mit den SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern arbeiten. Heute ist nicht nur Sommerfest – es ist auch das 30-jĂ€hrige JubilĂ€um des Fördervereins der Martinsschule.

Herzlichkeit

Ein SchĂŒler kommt an die BĂŒhne. Er heißt Kevin und stakst mit seinen verdrehten Beinen langsam auf die Rampe zu. JĂŒrgen Vosloh, der Vorsitzende des Fördervereins muss den Jungen dabei stĂŒtzen, wĂ€hrend dieser zitternd einen Fuß vor den anderen setzt. „Super machst Du das, Kevin“, lobt Rektor Gredel. Er weiß, was der Junge leistet.

Er freut sich, Kevin es am Ende die ganze Rampe hoch bis auf die BĂŒhne geschafft hat. Kevin ĂŒbergibt Vosloh einen Gutschein. Die SchĂŒler schenken dem Förderverein eine mobile Stellwand, auf der sie in Zukunft ihre Arbeit prĂ€sentieren können. Kevin sagt etwas. Die einzelnen Wörter verstehe ich kaum. Aber ich verstehe auch so, was er sagt. Alle im Foyer verstehen ihn. Kevin bedankt sich – aufrichtig. Der darauf folgende Applaus ist herzlich.

Seit 30 Jahren versucht der Förderverein den MartinsschĂŒlern WĂŒnsche zu erfĂŒllen: 1,1 Millionen Euro hat der Verein seit seiner GrĂŒndung gesammelt. Eine ganz ĂŒberragende Summe, die einem außerordentlich guten Zweck zugekommen ist.

Tiefer Respekt

Der nĂ€chste Spender ĂŒberrascht:  Elmar Ludwig ist ein BĂ€r von einem Mann, der eine schwarze Lederkluft trĂ€gt. Er sieht aus wie ein Rocker, ist das auch, aber ein ganz harmloser – die meisten Klubmitglieder sind Beamte, darunter viele Polizisten. Der KlubprĂ€sident des Motorradklubs „Excubitores“ (lateinisch fĂŒr „Die WĂ€chter“) spendet 500 Euro in bar. Bei seiner Ansprache kĂ€mpft er mit seiner Stimme. Auch er ist bewegt:

Wir haben tiefsten Respekt fĂŒr das, was sie alle hier leisten und wollen das auch in Zukunft weiter mit Spendensammlungen unterstĂŒtzen.

Alle Kinder dĂŒrfen die schweren Maschinen anschauen, mit denen die Klubabordnung gekommen ist – kurz mal mitfahren ist allerdings nicht möglich:

Wir hatten auch mal ĂŒberlegt, dass wir mit denen im Kreis fahren, aber das ist zu gefĂ€hrlich.

Herr Ludwig erzĂ€hlt mir, dass ein Kollege eine schwerstbehinderte Tochter hat. Die lag immer wieder auf der Intensivstation. Die Eltern kĂŒmmen sich wunderbar aufopfernd um sie: „Das kostet so viel Kraft“, sagt er. Immer wieder ringt der stĂ€mmige Mann mit seiner Stimme: „Wir haben schon viele andere Spenden gemacht. Hier wollen wir auch weiter helfen“, sagt er. Und: „Ohne meinen Kollegen wĂ€re ich wohl nie hierher gekommen.“

Lebenslange Hilfe nötig

Alle Kinder, die die Martinsschule besuchen brauchen ihr Leben lang Hilfe. So wie ein MÀdchen, das auf einem Pflegebett liegt. Ich erfahre, dass das MÀdchen die meiste Zeit nur im Bett liegen kann. Es kann nicht alleine laufen, nur liegen und sich winden. Das macht sie, wenn sie Musik hört. Dann dreht sie sich im Takt von einer Seite auf die andere. Ich bin froh, dass Musik ihr Freude macht.

Das MĂ€dchen sieht aus, als lĂ€ge es noch immer im Brutkasten. Vielleicht ist es auch so. Manche Menschen mĂŒssen ihr Leben lang im Brutkasten verbringen. Doch die Martinsschule ermöglicht ihnen ein menschenwĂŒrdiges Leben. Eines mit Perspektive. Was viele nicht wissen: Die Martinsschule ist zwar eine Schule fĂŒr Schwerstbehinderte – aber sie ist eine Regelschule. Die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler machen hier ihren Hauptschulabschluss.

NatĂŒrlich gibts in der Römerstadt auch echte Römer.

Mit den Einnahmen des Sommerfestes soll der Schulgarten ausgebaut werden. Bisher sind die Wege fĂŒr Pflegebetten nicht breit genug, sodass das bettlĂ€gerige MĂ€dchen draußen noch keine Pflanzen und Erde fĂŒhlen kann: „FĂŒr den Ausbau brauchen wir zwischen 40.-50.000 Euro“, sagt Rektor Gredel. Landrat Stefan Dallinger hat fĂŒr den Kreis 5.000 Euro gespendet.

Liebe und Förderung

Jede Spende ist hier gut investiert. Ich bin sehr beeindruckt – von der freundichen AtmosphĂ€re und dem liebevollen Umgang mit den Kindern. Von der Offenheit des Hauses und der SelbstverstĂ€ndlichkeit eine normale Schule fĂŒr besondere Menschen zu sein.

In anderen LĂ€ndern sieht man keine Behinderten auf der Straße oder in Schulen. Eine Martinsschule, die vielen der Kinder einen regulĂ€ren Schulabschluss ermöglicht? Undenkbar in vielen LĂ€ndern. Diesen besonderen Menschen einen wĂŒrdevollen Platz inmitten der Gesellschaft geben? Kaum vorstellbar.

Hier in der Martinsschule ist das anders. Auch wenn diese jungen Menschen nicht das GlĂŒck hatten, in „normale“ Körper hineingeboren zu werden, sie haben das GlĂŒck, einen Platz in der Martinsschule gefunden zu haben. Eine Schule voller Menschen, die alles daran setzen, diesen Kindern alle Liebe und die Förderung zu geben, die sie brauchen.

Hintergrund: Die Martinsschule wird von den StĂ€dten Mannheim und Heidelberg sowie dem Rhein-Neckar-Kreis und Kreis Bergstraße getragen.

Spendenkonten des Fördervereins Martinsschule Ladenburg:

Volksbank Kurpfalz H+G Bank
BLZ 672 901 00
Kontonummer: 502 401 00

Sparkasse Rhein Neckar Nord
BLZ 670 505 05
Kontonummer 660 032 21

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ILEK – Modellprojekt „BlĂŒhende Badische Bergstraße“

Heidelberg/Rhein-Neckar, 04. Mai 2012. (red/pm) Wandern in der freundlichen Landschaft der Bergstraße und gleichzeitig etwas über ILEK – Modellprojekt „Blühende Badische Bergstraße“ erfahren, dazu lädt Landrat Stefan Dallinger am Sonntag, dem 6. Mai 2012, alle Mitbürger und Mitbürgerinnen der Badischen Bergstraße herzlich ein. Die Veranstaltung geht von 14:00 – 18:30 Uhr, Treffpunkt ist die alte Turnhalle in Großsachsen, von dort wird zum Festplatz in Schriesheim gewandert, wo ab 17:30 Uhr die Übergabe des ILEK-Abschlussberichts und die Ziehung der Gartenquiz-Gewinner stattfinden.

Bewegung bei S-Bahn-Ausbau

Heidelberg/Rhein-Neckar, 23. MĂ€rz 2012. Die Deutsche Bahn AG will nun doch einen Teil der Baumaßnahmen bis Ende 2015 fertig stellen, wie Landrat Stefan Dallinger gestern bekannt gab. Nach unseren Informationen sollen die Bahnhöfe in Heddesheim, Hirschberg und Ladenburg bis dahin umgebaut sein. In Weinheim soll ein Teil der Gleise bis Ende 2015 umgebaut sein, der Test bis Ende 2016.

Sind gute Nachrichten solche, dass die ganz schlechten nicht eintreffen? Wie auch immer. Nach einer Presseinformation des Landratsamts scheint der Ausbau der S-Bahn nun doch ein wenig schneller zu gehen und zumindest in Teilen nach dem alten Zeitplan zu laufen.

Vor allem ein anderes Bauverfahren fĂŒr die Erneuerung von Kreuzungsbauwerken im Bereich Mannheim-Friedrichsfeld bringt anscheinend einen Zeitgewinn. Genaue Details sind noch nicht bekannt, sollen aber kommenden Mittwoch veröffentlicht werden.

Information des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis:

Die S-Bahn Rhein-Neckar ist eines der wichtigsten Projekte der Region, bisher ein riesiges Erfolgsmodell. „Die Verhandlungen ĂŒber den Zeitplan des Umbaus der Bahnhöfe zur Realisierung der 2. Stufe der S-Bahn haben zu einem echten, aber tragfĂ€higen Kompromiss fĂŒr den Rhein-Neckar-Kreis gefĂŒhrt“, sagte Landrat Stefan Dallinger nach der Sitzung der Verbandsversammlung des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) am Donnerstag, 22. MĂ€rz 2012 und ergĂ€nzte: „Ich habe den aktualisierten Zeitplan fĂŒr den Rhein-Neckar-Kreis akzeptiert. Nach den zahlreichen GesprĂ€chen bin ich sicher, dass auch die OberbĂŒrgermeister und BĂŒrgermeister der an den drei betroffenen S-Bahn-Linien im Rhein-Neckar-Kreis liegenden StĂ€dte und Gemeinden diesem zustimmen können.“

Die DB beabsichtigte, die zweite Stufe des S-Bahn-Ausbaus nicht wie bis vor wenigen Monaten noch vorgesehen, bis Ende Dezember 2015 betriebsbereit fertig zu stellen, sondern den Ausbau der Bahnhöfe im Rhein-Neckar-Kreis um bis zu drei Jahre hinauszuschieben. Die DB begrĂŒndete dies mit der Erneuerung von zwei Kreuzungsbauwerken im Bereich Mannheim-Friedrichsfeld. Diese Verzögerung war nach Ansicht des Rhein-Neckar-Kreises und aller StĂ€dte und Gemeinden, die an den Strecken „Mannheim – Weinheim – Darmstadt“, „Mannheim – Schwetzingen – WaghĂ€usel“ und „Heidelberg – Bruchsal“ liegen, nicht akzeptabel. So forderte Landrat Stefan Dallinger im Einklang mit den OberbĂŒrgermeistern und BĂŒrgermeistern die DB auf, den bisherigen Fertigstellungstermin zum Dezember 2015 einzuhalten. Der Rhein-Neckar-Kreis als Teil des siebtgrĂ¶ĂŸten Ballungsraums in Deutschland braucht den Ausbau der S-Bahn, die gigantische Fahrgastzunahme der Vergangenheit unterstreicht dies und untermauerte die Forderung des Landrats und der BĂŒrgermeister.

Die 2. Ausbaustufe der S-Bahn Rhein-Neckar umfasst die Modernisierung von insgesamt 87 Bahnhöfen, von denen bereits 38 Bahnhöfe bis Dezember 2011 realisiert wurden. 49 Stationen mĂŒssen noch umgebaut werden. Die ursprĂŒnglich angestrebte Fertigstellung aller Infrastrukturmaßnahmen bis Ende 2015 wird aufgrund von lĂ€ngeren PlanungsablĂ€ufen sowie aus baubetrieblichen GrĂŒnden fĂŒr einzelne Streckenabschnitte nicht erreicht. „Aber bis Ende 2015 werden weitere 29 Stationen modernisiert sein“, so Dallinger. „Der jetzt vorgestellte Bauzeitenplan ist ein mit den Vertragspartnern ausgehandelter Kompromiss zwischen maximalen Sperrpausen zum Bauen und möglichst geringen Eingriffen in den Fahrplan“, erlĂ€utert der Landrat weiter. Ermöglicht wurde dies unter anderem dadurch, dass fĂŒr die Erneuerung von zwei Kreuzungsbauwerken im Bereich Mannheim-Friedrichsfeld nun alternative Baumethoden gewĂ€hlt wurden, die den S-Bahn-Ausbau nicht mehr beeintrĂ€chtigen.

So können die Baumaßnahmen an der Strecke „Mannheim – Schwetzingen“ bis Ende 2015, diejenigen fĂŒr „Schwetzingen – Graben-Neudorf“ bis Ende 2016 beendet werden. Der Zeitpunkt der Realisierung der Stationen „Schwetzingen-Nord“ und „Hockenheim“ wird derzeit geprĂŒft. Der Ausbau der Gesamtstrecke bis Ende 2016 bleibt davon jedoch unberĂŒhrt. Der Ausbau der Main-Neckar-Bahn „Mannheim – Weinheim – Darmstadt“ wird bis Ende 2015, einschließlich der Restabwicklung des Bahnhofs Mannheim-Friedrichsfeld, abgeschlossen sein. FĂŒr den Hauptbahnhof Weinheim gilt die Besonderheit, dass die Bahnsteige an den Gleisen 1 bis 3 ebenfalls bis 2015 S-Bahn-gerecht ausgebaut werden können, die ĂŒbrigen Bahnsteige dann 2016. Die geplanten BahnsteigverlĂ€ngerungen an der Strecke „Heidelberg – Bruchsal“ können bis Ende 2017 fertig gestellt sein. Die DB betonte, dass die neue Zielsetzung zur Fertigstellung der Infrastruktur optimale ProzessablĂ€ufe sowie ein gemeinsames Handeln aller Projektbeteiligten voraussetzt.

Landrat Stefan Dallinger dankte abschließend allen, die sich in den Prozesse eingebracht haben. „Mir persönlich war es wichtig, dass die OberbĂŒrgermeister und BĂŒrgermeister der betroffenen Kreiskommunen von Anfang an in den Prozess eingebunden und auch regelmĂ€ĂŸig ĂŒber den Fortgang der Verhandlungen informiert waren“, betont Dallinger. Am vergangenen Freitag hatte er final mit den Vertretern der DB verhandelt und konnte punktuell noch weitere Verbesserungen fĂŒr den Rhein-Neckar-Kreis erzielen. Den abschließend vereinbarten Zeitplan werden die Vertreter der DB bei einem GesprĂ€ch im Heidelberger Landratsamt am Mittwoch, 28. MĂ€rz 2012, den OberbĂŒrgermeistern und BĂŒrgermeistern der an den drei S-Bahn-Strecken im Rhein-Neckar-Kreis liegenden StĂ€dte und Gemeinden vorstellen.

„Ich freue mich, dass es gelungen ist, dem S-Bahn-Ausbau im Rhein-Neckar-Kreis zu einem weiteren Erfolg zu verhelfen“, so das Fazit von Dallinger.

Doppelausstellung - 23. Kreiskulturwoche gestartet

Kunst und Mensch – hautnah

Ausstellungseröffnung "Atelier und KĂŒnstler" in der Martinsschule.

Ladenburg/Hirschberg/Rhein-Neckar, 08. MĂ€rz 2011. (red/sap) Am Sonntag startete zum 23. Mal die Ausstellung „Atelier und KĂŒnstler“ zur Kreiskulturwoche, und zwar diesmal mit einer Doppelausstellung in Ladenburg und Hirschberg. Möglich macht es das im vergangenen Jahr entwickelte Ausstellungskonzept, das den individuellen KĂŒnstlerpersönlichkeiten grĂ¶ĂŸerer Raum zur Darstellung gibt.

Von Sabine Prothmann

Acht KĂŒnstler, die nicht unterschiedlicher sein könnten, zwei Orte, die eine ganz unterschiedliche AtmosphĂ€ren vermitteln.

Die Ladenburger Martinsschule ist ein Vorzeigeobjekt, kĂŒnstlerisch, architektonisch, menschlich – sie wurde vor zwei Jahren eröffnet.

In der Martinsschule werden ganz besondere Kinder unterrichtet, es sind körperbehinderte Kinder, sie sind SchĂ€tze, wie der Schulleiter Kurt Gredel in seiner BegrĂŒĂŸung betonte.

Zehn Kinder stehen oder sitzen in ihren RollstĂŒhlen auf der BĂŒhne, es sind die „Crazy SchĂŒlers“, die Schulband. Sie umrahmen mit ihren Songs die Ausstellungseröffnung – es ist ein ganz besonderer Moment.

Schulband "Crazy SchĂŒlers".

 

Kurt Gredel erzĂ€hlt wie dieser Tage die Kunstobjekte gebracht und aufgebaut wurden. Wie die KĂŒnstler ihre Kostbarkeiten enthĂŒllten und wie besonders sie hier an der Martinsschule empfangen wurden.

In seiner BegrĂŒĂŸung schlĂ€gt er die BrĂŒcke von der Kunst zu den Kindern, die hier unterrichtet werden, zu den ganz besonderen SchĂ€tzen, die „anders sind als normal“ in einer Welt des Normalen, die wertvoll sind, um die man sich kĂŒmmern muss, bei denen man noch nicht weiß, wohin sie sich entwickeln.

„Entdecken, sich auseinandersetzen“ – Gredel spricht von seinen SchĂŒlern und er spricht von der Kunst der vier regionalen KĂŒnstlern, die hier jetzt ausgestellt werden.

„Kunst und Martinsschule passen gut zusammen“

„Kunst ist das ganz andere, es ist das Entdecken des ganz anderen in der Welt der NormalitĂ€t“, sagt Gredel.

Deswegen passen Kunst und Martinsschule gut zusammen.

Das Foyer der Martinsschule ist gut gefĂŒllt, die Menschen, die hier versammelt sind, achten die SchĂŒler und die Kunst.

Auch BĂŒrgermeister Rainer Ziegler freut sich hier begrĂŒĂŸen zu dĂŒrfen, nicht als Hausherr, aber als BĂŒrgermeister der Stadt.

Ziegler erinnert an die 1. Kreiskulturwoche, die am 4. MĂ€rz 1990 im Domhof Premiere gefeiert hatte.

Kunst und Rhein-Neckar-Kreis sei eine großartige VerknĂŒpfung. Doch es brauche Strukturen, um dies zusammenzubringen und entsprechende Signale. In Ladenburg beginne sich ein Kunstverein zu bilden, das sei hervorragend, denn Ladenburg sei ein Ort der Kunst:

Kunst in der Martinsschule ist Kunst in einem Kunstwerk.

Die Ludwigshafener Kunsthistorikerin Barbara Auer hĂ€lt die EinfĂŒhrung zu der Ladenburger Ausstellung und erzĂ€hlt von den vier KĂŒnstlern, die hier ihre Kunst zeigen.

Es sind: Elsa Becke aus Heidelberg, Cholud Kassem aus Heidelberg, Wolfgang Blanke aus Kuhardt und Siegfried Reißing aus Ladenburg.

Schwebende PostkartenhÀuschen in Hirschberg.

Siegfried Reißing stellt Fotografien aus. Er reduziere die Architektur auf die Geometrie, auf die Linien. Er arbeite im Geiste des Konstruktivismus. Die Farbpalette ist minimalistisch, die Architektur erkennt man nicht mehr, es sind Ausschnitte, Lichtblicke, Farben, so Barbara Auer.

Die Heidelberger KĂŒnstlerin Elsa Becke ist Fotografin und Malerin. In der Martinsschule werden nur ihre Fotografien gezeigt. Es sind Foto-Paintings, es geht um RĂ€ume, vom Außenraum zum Innenraum.

Distanz im alltÀglichen Treiben

Der Maler Wolfgang Blanke hat eine ganz besondere Art, seine Farben an zu mischen. Emulsion und Farbpigmente werden auf der Leinwand aufgetragen. Er modeliert mit dem Pinselstrich, Farbschichten werden ĂŒbereinander gelegt.

Er malt Szenen aus dem Alltag, wo sich Menschen begegnen. Es sind vertraute Situationen, aus der Vogelperspektive betrachtet. Damit schafft er eine große Distanz zum alltĂ€glichen Treiben.
Die Bilder sind lichtdurchflutet und haben etwas momenthaft FlĂŒchtiges.

Mit „Kleidchen und GewĂ€nder“ sind die Arbeiten von Cholud Kassem ĂŒberschrieben. „Der Mensch existiere nicht, ist aber dennoch anwesend“.

Es sind die Kleidchen von kleinen MĂ€dchen, GewĂ€nder von geistigen WĂŒrdetrĂ€gern. GewĂ€nder fĂŒr einen rituellen Zweck, fĂŒr die christliche Taufe, fĂŒr ein Bar Mizwa – die KĂŒnstlerin lĂ€sst alles offen.

Zarte Pastelltöne werden auf Fotokarton gebracht. Ganz viele Malschichten werden aufgetragen bis sich die Formen zeigen. Kassem gebe sich der Malerei ganz hin, sagt Auer. Das Motiv schÀle sich heraus, kantig und steif.

„Ihr seid das Synonym fĂŒr gelebtes Miteinander“.

Landrat Stefan Dallinger eröffnet die Ausstellung. Er begrĂŒĂŸt die „Crazy SchĂŒlers“, „das hier ist ein megacooles Fest“, sagt er zu der Band gewandt. Die Jugendlichen strahlen, denn sie sind bedeutend, sie haben ihren Teil beigetragen an diesem besonderen Tag, bei dieser Eröffnung. Er habe die „Crazy SchĂŒlers“ schon gehört, „ich war hier schon sieben Mal zu Gast und ihr werdet immer besser“:

Ihr seid das Synonym fĂŒr gelebtes Miteinander.

Auch Dallinger erinnerte an die 1. Ausstellung der Kreiskulturwoche im Ladenburger Domhof:

Ich hĂ€tte mir kaum einen besseren Ort fĂŒr den Auftakt der Ausstellung vorstellen können.

Sein besonderer Dank galt Dr. Hans-JĂŒrgen Buderer, Direktor Kunst- und Kulturgeschichte an den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. „Er war der Spiritus Rektor der neuen Idee.“

Vier Sammlerinnen in der Hirschberger Rathausgalerie

Szenenwechsel, ein paar Stunden spÀter wird an einem anderen Ort, in der Rathausgalerie in Hirschberg, eine zweite Ausstellung eröffnet.

Vier KĂŒnstlerinnen prĂ€sentieren ihre Installationen und gehen einen Dialog ein mit dem Raum. Es sind: Angelika Dirscherl aus Heidelberg, Andrea Niessen aus Speyer, Christine Fischer aus Ludwigshafen und Ulrike Thiele Mosbach.

Die „Anonymen Saxophonisten“ von der Weinheimer Musikschule umrahmen musikalisch die Vernissage. Das ist richtig gut.

Mit dem Hölderlin-Zitat „Lern im Leben die Kunst, im Kunstwerk lerne das Leben! Siehst du das eine recht, siehst du das andere auch“ beginnt BĂŒrgermeister Manuel Just seine BegrĂŒĂŸung.

Hirschberg sei die heimliche Hauptstadt des Rhein-Neckar-Kreises, meint Just und zwinkert, denn schließlich wohne Landrat Dallinger im Ortsteil Großsachsen.

Bewusst karg ist die Rathausgalerie: Holzbalken, weiße WĂ€nde, Estrich. Der Raum tritt zurĂŒck fĂŒr die Kunst:

Wir wollen der Kunst Raum einrÀumen.

„Es ist nicht hĂ€ufig, dass Kommunen Kunst anhĂ€ufen“, sagt die Kuratorin Julia Philippi in ihrer EinfĂŒhrung. Das Rathaus sei ein Ort der Dienstleistung, offen fĂŒr BĂŒrger, ein öffentlicher Raum der Begegnung und sei ein Ort der Kunst.
Es wurden hier vier KĂŒnstlerinnen ausgewĂ€hlt, die das urweibliche verbindet: Die Frau als Sammlerin.

Angelika Dirscherl sammelt alles aus Papier. Postkarten gebaut zu kleinen HĂ€usern, die von den Balken im Raum schweben. Das Postkartenmotiv ist immer der gleiche Ort, aber zu unterschiedlicher Zeit. „Es ist ein gemeinsamer Erinnerungsort, es ist Heimat“, sagt Julia Philippi.

Metaphysische Wesen aus Stoff

Auch Christine Fischer sammelt. Sie sammelt Stoffe und textiles Gewebe. Es entstehen metaphysische Wesen, die sich in der Galerie verteilen. Es sind keine Kuscheltiere – die Formen sind fast unheimlich, bedrohlich.

Helle, leichte wĂŒrfelartige Gewebe schweben in der Luft – es sind die Kunstwerke der KĂŒnstlerin Andrea Niessen. Sie sammelt weibliche Haare. Mit Leim vermischt entsteht ein starkes Geflecht, hautĂ€hnliches Material. Kleine Holzstiegen ermöglichen das Hineintauchen in die Welt aus Transparenz und Haar. Ein Stock höher wachsen die Haare aus dem Boden.

Ulrike Thiele sammelt Holz, Kunststoff, Metall, Kabelbinder. Es sind AlltagsgegenstĂ€nde, die sie zu einem neuen Kontext verbindet, wie ihre Bodeninstallation „Kartenhaus“. Massive Objekte halten sich gegenseitig im Gleichgewicht und scheinen dann fast zu kippen.

„Wo ziehe ich die Grenze zwischen Ă€ußerem und inneren Raum?“ Mit seiner raumgreifenden PrĂ€senz wird die Kunst nicht zum Gegenstand, sondern zum Erlebnis.

Die Kunst ist dort, wo sie uns ergreift,

sagt Philippi. So sind auch die Kunstobjekte dieser Ausstellung nicht in Reih und Glied aufgestellt. Sie haben ihre eigen Unordnung, der Betrachter muss fast drĂŒbersteigen oder hineinkriechen.

Landrat Stefan Dallinger schafft es auch hier wieder seine Eröffnung sehr persönlich zu gestalten.

Dallinger lobt den Kunsteinsatz seiner Heimatgemeinde, „es ist nicht selbstverstĂ€ndlich, dass so viel Kunst angekauft wird“, sagt der Landrat.

Er stellt die „Anonymen Saxophonisten“ aus Weinheim vor. Er wirkt persönlich, ungezwungen.

Das neue Konzept geht auf, der Start der Doppelausstellung war ein voller Erfolg. DafĂŒr verantwortlich sind KĂŒnstler und Macher, die Menschen im Hintergrund und im Vordergrund und die vielen Besucher. Es sind Kunst und Mensch hautnah.

Ausstellungseröffnung "Atelier und KĂŒnstler" in der Rathausgalerie.

 

Info: Die Ausstellung in der Martinsschule geht vom 04. MĂ€rz bis 06. Mai. Sie ist (außer in den Schulferien) geöffnet von Montag bis Donnerstag 09:00 Uhr bis 12.30 Uhr, Mittwochs von 15.30 Uhr bis 19:00 Uhr, und an den Sonntagen 11. MĂ€rz., 25. MĂ€rz., 22. April und 06. Mai, jeweils von 11:00 Uhr bis 14:00 Uhr.

Ab 2012 veranstaltet der Kreis nun keine große Wanderausstellung mehr, vielmehr stehen nun spezielle Gruppenausstellungen mit wenigen KĂŒnstlern an ausgewĂ€hlten Orten im Fokus, an deren konzeptioneller Erarbeitung die KĂŒnstlerinnen und KĂŒnstler selbst zusammen mit den Kuratoren (den Mitgliedern der Jury: Barbara Auer, Ludwigshafen, Hans-JĂŒrgen Buderer, Mannheim, Hans Gercke, Heidelberg und Julia Philippi, Heidelberg) ganz unmittelbar beteiligt sind. Weitere Ausstellungsorte sind Eberbach, Sinsheim und Walldorf.

Von insgesamt 225 Kunstschaffenden aus der Metropolregion Rhein-Neckar, die sich fĂŒr das Projekt beworben haben, wĂ€hlte die Jury 17 KĂŒnstler aus.

Zur Rahmen 23. Kreiskulturwoche 2012 erschien der Band 8 des „AtelierfĂŒhrers“. Der Kunstkatalog ist an jedem Ausstellungsort fĂŒr einen Unkostenbeitrag von 15 Euro erhĂ€ltlich. Er kann aber auch beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis ĂŒber Anja Sauer, Telefon-Nummer 06221/522-1356, E-Mail anja.sauer@rhein-neckar-kreis.de bestellt werden.

Viel Freude mit den Bildern!

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