Montag, 23. Oktober 2017

Facebook-Ger√ľchtek√ľche - keine Hilfe, sondern Spam

Der vermisste Ladenburger Robin C. ist tot

Ladenburg/Mannheim/Mainz/Rhein-Neckar, 28. Januar 2013. (red/pro) Aktualisiert. Die Polizei hat heute mitgeteilt, dass die Identität der bei Nackenheim gefundenen Wasserleiche feststeht. Es handelt sich um den seit dem 20. Dezember 2012 vermissten 24-jährigen Ladenburger Robin C. Nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Untersuchungen gibt es keine Hinweise auf Fremdverschulden.

Urspr√ľnglicher Artikel:

Ladenburg/Mannheim/Mainz/Rhein-Neckar, 26. Januar 2013. (red/pro) √úber email, Kommentare und Facebook wurde uns in der Nacht und am Mittag mitgeteilt, dass der vermisste 24-j√§hrige Ladenburger Robin C. tot in einem Wald in der N√§he von Mainz aufgefunden worden sei. Unsere Recherche ergibt, dass die Ger√ľchtek√ľche auf Facebook und im Internet tobt. Wieder einmal zeigt sich, dass Menschen, die es vermeintlich „gut“ meinen, Schaden und Leid meistens nur noch verschlimmern. Die Polizei best√§tigt auf unsere Nachfrage, dass es sich bei einer bei Oppenheim gefundene Wasserleiche vermutlich um den vermissten Robin C. handelt. Sicherheit wird allerdings erst ein DNA-Abgleich in der kommenden Woche bringen.

Von Hardy Prothmann

In Facebook gibt es eine Seite „VermisstRobinC“, die 318 „Fans“ hat, am 29. Dezember 2012 erstellt worden ist und auf der heute folgender Eintrag zu lesen ist:

„Leider erreichte uns heute eine schmerzliche Nachricht. Robin ist nicht mehr am Leben. Er wurde in der N√§he von Mainz gefunden.

Er hinterl√§sst eine L√ľcke, die wir mit unseren Erinnerungen und Gedanken f√ľllen, aber niemals schlie√üen werden k√∂nnen.

Zur√ľck bleiben Trauer, Verzweiflung, Tr√§nen und die Fragen nach dem Warum.

In tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Robin.

Wir danken euch allen herzlich f√ľr eure Mitarbeit und Unterst√ľtzung.“

Rund 40 Kommentatoren dr√ľcken bislang ihr Beileid aus.

Hinweise, falsche „Tatsachen“, Ger√ľchte

Uns wurde mitgeteilt, dass die Seite vom Vater des vermissten jungen Mannes erstellt worden sei. Wir k√∂nnen uns das nicht vorstellen – zu sachlich ist der Tonfall der Nachrichten auf dieser Seite. Die Information stellt sich als falsch heraus. Tats√§chlich erfahren wir aus einer zuverl√§ssigen Quelle, dass Bekannte von Robin die Seite eingerichtet haben, angeblich, um die Suche zu unterst√ľtzen. Tats√§chlich l√§sst der anonyme Seitenbetreiber Kommentare zu wie „vermutlich Schwulenszene oder Organhandel“. Wieso solche Eintr√§ge nicht sofort gel√∂scht werden kann man diese anonyme Person nicht fragen.

√úber Facebook teilt uns ein angeblicher Freund der Familie mit, dass der Vater ihn √ľber den Tod des Vermissten informiert habe. Dieser habe ihm via Telefon und Facebook mitgeteilt, dass der vermisste Sohn tot „in einem Waldst√ľck bei Mainz“ aufgefunden worden sei. Als wir nachfragen, sperrt uns dieser „Kontakt“. Ein anderer Kommentator will „indirekt“ √ľber die Familie beziehungsweise einen „Freund“ schon gestern Abend √ľber den Tod des Vermissten informiert worden sein.

Auch auf Google+ wurde ebenfalls am 29. Dezember eine Seite erstellt. Auch dort kommentiert ein „Marcus H.“, dass „uns eine traurige Nachricht“ erreicht hat. Der Seitenbetreiber kommentiert das mit „Ich wei√ü..“

Recherche und Tatsachen

Nat√ľrlich gehen wir Hinweisen nach. Noch in der Nacht teilt uns die Polizei in Mainz auf Nachfrage mit, dass es definitiv weder in der N√§he von Mainz noch in einem Wald einen Leichenfund gibt. Tats√§chlich wurde in Nackenheim eine Wasserleiche gefunden, deren Identit√§t nach Auskunft der Polizeien in Mainz und Mannheim noch nicht feststeht, da die Obduktion noch erfolgen wird.

Aus einer anderen Quelle erhalten wir die Information, dass die Obduktion bereits gestern stattgefunden habe. Ein Kriminalbeamter habe die Mutter am Telefon dar√ľber informiert, dass es sich mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ um den vermissten Robin handelt. Es fehle nur noch der DNA-Abgleich.

Der Kriminaldauerdienst in Mannheim wei√ü nach Aktenlage noch nichts von einer Obduktion. Hier ist der Fall immer noch offen, der junge Mann weiter als „vermisst“ registriert. Hinweise, dass es sich bei der Wasserleiche um den gesuchten Mann handeln k√∂nnte, liegen nach Auskunft der Polizei nicht vor.

Wir bleiben dran, am fr√ľhen Abend informiert uns dann der Polizeisprecher Holger Ohm dann, dass es sich bei der Leiche „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ um den gesuchten Robin C. handelt. Eine Obduktion habe stattgefunden. Mit Sicherheit lasse sich dies aber erst nach einem DNA-Abgleich feststellen. Dieser werde Anfang der Woche vorgenommen. Die Polizei agiert in solchen F√§llen normalerweise mit gro√üer Zur√ľckhaltung und Sorgfalt gegen√ľber den beteiligten Personen. Verwunderlich ist, dass die Kriminalpolizei nach unseren Informationen am Freitagnachmittag die Eltern „telefonisch“ √ľber den Ermittlungsstand informiert haben soll. √úberbringt man eine solche Nachricht, zumal, wenn sie noch nicht sicher feststeht, nicht eher pers√∂nlich? Die Polizei wird unsere Hinweise auf den Vorgang pr√ľfen, wie uns mitgeteilt wird.

Was die Polizei nun, nachdem der Leichenfund öffentlich kommentiert wird, weiter mitteilt, ist, dass es keine Hinweis auf ein Fremdverschulden gibt.

Falsche „Freunde“, falsche „Hilfe“

Obwohl wir als Internetzeitung selbst sehr intensiv und selbstverst√§ndlich soziale Netzwerke nutzen, sehen wir solche Aktionen wie Facebook-Suchseiten, exzessives Teilen von Fotos und vermeintlichen „Informationen“ sehr kritisch. Was haben Eintr√§ge wie „vermutlich Schwulenszene oder Organhandel“ auf solchen Seiten verloren? Denkt jemand √ľberhaupt nicht nach, ob das die Person besch√§digen kann? Oder ist gerade das gewollt? Ist es nur Dummheit oder nur Sensationsgeilheit, solche Eintr√§ge vorzunehmen? Wieso sollten viele aus dem Internet zusammengeklaubte Fotos die Suche mehr unterst√ľtzen als ein eindeutiges Profilbild, das von der Polizei zur Vermisstenmeldung herausgegeben worden ist? Was sollen Informationen bringen, wo sich Robin gerne aufgehalten hat, wo er studiert hat? W√§ren das wichtige Informationen, die die polizeiliche Suche unterst√ľtzen k√∂nnten, w√ľrde die Polizei so etwas mitteilen. Auf privaten Seiten ist das nichts anderes als Klatsch.

Umgekehrt k√∂nnte man fragen, wo denn der Unterschied zu unserer Berichterstattung ist? Ist das eine nicht wie das andere √∂ffentlich? Beides ist √∂ffentlich, das trifft zu. Der gro√üe Unterschied liegt in den Details. Wir pr√ľfen Informationen sorgf√§ltig und bereiten diese professionell auf. So ist die Aussage, dass der gesuchte Robin tot ist, solange nicht zutreffend, solange dies nicht sicher festgestellt ist. Die Aussage, man habe ihn in der N√§he von Mainz gefunden, ist nach unserer Recherche falsch. Ebenso der Hinweis auf einen Wald.

√Ėffentliches Interesse vs. privat

Privatpersonen anonymisieren wir im Anschluss, wenn diese tot oder lebendig gefunden worden sind. Aus Achtung vor den Pers√∂nlichkeitsrechten – die auch ein toter Mensch hat. Und aus R√ľcksicht auf die Angeh√∂rigen, die insbesondere, wenn es sich um Privatleute handelt, selbst entscheiden sollen, ob und welche √Ėffentlichkeit sie herstellen m√∂chten. Dabei w√§gen wir immer ab, welche Informationen einem „√∂ffentlichen Interesse“ dienen und welche in der √Ėffentlichkeit nichts zu suchen haben. Dass die Suchseite auf Facebook immer noch die Bilder des vermissten Robin C. zeigt, hat nichts mehr mit „√∂ffentlichem Interesse“ zu tun – hier wird nur noch Voyeurismus bedient. Die Angeh√∂rigen aber brauchen Ruhe und Kraft, um trauern zu k√∂nnen.

Verhindern k√∂nnen h√∂chstens Angeh√∂rige selbst solche Seiten, indem sie nach Kenntnis juristisch dagegen vorgehen oder die Polizei, wenn Straftatbest√§nde vorliegen. Muss man jemandem zumuten, dass er sich auch noch wehren muss, wenn er schon so sehr verletzt worden ist? Das Argument, wann wolle doch helfen, setzt die Frage voraus, ob man das auch verantworten kann: Ob eine solche Hilfe gew√ľnscht ist oder ob eine solche Hilfe sich nicht eher ins Gegenteil verkehrt? √úber diese Verantwortung sollte man vorher nachdenken.

Wir raten in solchen F√§llen Betroffenen immer, auf keinen Fall Informationen oder Fotos an Dritte herauszugeben, deren Gebrauch sie nicht mehr kontrollieren k√∂nnen. Professionelle Redaktionen achten auf einen sorgsamen Umgang mit solchen Informationen im Gegensatz zu anderen, die die Tragweite nicht √ľberblicken oder unter Umst√§nden sogar „niedere Ziele“ verfolgen.

Und Internetnutzer sollten sich immer im klaren dar√ľber sein, ob sie eine vertrauensw√ľrdige Quelle vor sich haben und was man wie teilt und kommentiert. Die einfache Frage: „Wie w√§re das f√ľr mich, wenn ich betroffen w√§re“, kann immer helfen, nicht alles mitzumachen, nur weil man es „einfach“ machen kann.

 

 

A-soziale Netzwerke

Fody’s ver√∂ffentlicht problematische Fotos bei Facebook

Unter diesem Albumnamen finden sich rund 200 teils sehr unvorteilhafte Fotos sowie Bilder aus zwei Kirchen, die bestimmt nicht da rein sollten.

Ladenburg/Rhein-Neckar, 09. Juli 2012. (red) Soziale Netzwerke sind modern und nat√ľrlich wollen da viele mitmachen. Das aber will beherrscht sein – sonst passieren schnell Fehler, die das Gegenteil von einem guten Image erzeugen.

Der Ladenburger Gastronomie-Betrieb Fody’s F√§hrhaus hat auf Facebook Fotos von der „Dieter Thomas Kuhn Fan After Show Party“ eingestellt. Ob die fotografierten Personen damit gl√ľcklich sind? Das darf man bezweifeln, weil viele Personen unvorteilhaft oder mit Unmengen leerer Bierflaschen abgebildet werden. Auch Chefs und Arbeitskollegen sind in Facebook unterwegs…

Außerdem hat die Fotos irgendjemand gemacht, der nicht mit einem Fotoapparat umgehen kann Рschlechte Perspektiven, falsche Belichtung, unscharfe Bilder. Eine grottenschlechte Fotostrecke.

Und die Bildergalerie enth√§lt zum Ende Fotos, die nun gar nichts mit der „After Show Party“ zu tun haben. Man sieht dort den Leimener Pfarrer Steffen Gro√ü – ebenfalls teils sehr unvorteilhaft abgebildet. Und Fotos vom 50-j√§hrigen Orgeljubil√§um eines Herrn in St. Ilgen. Mal abgesehen davon, ob sich die Kirchg√§nger in der „DTK-Galerie“ wohl f√ľhlen,¬† sind auch hier die Fotos teils so unvorteilhaft, dass die Personen – sofern sie von der Ver√∂ffentlichung w√ľssten, bestimmt alles andere als „amused“ w√§ren.

Die Fotos sind hier (nicht mehr) zu finden.

Aktualisierung, 17:04 Uhr:

Fody’s hat reagiert und die Fotos der Kirchg√§nger gel√∂scht. Dazu ver√∂ffentlichte der Seiten-Administrator einen Kommentar, aus dem man entnehmen kann, dass er nicht wirklich das Problem verstanden hat:

„Wer hier „merkw√ľrdige“ Fotos entdeckt hatte …. SORRY …. die wurden versehentlich aus einem anderen Account hochgeladen. ūüėČ Hoffentlich haben sich die fr√∂hlichen Betrachter wenigstens am√ľsiert!“

168 Stunden online? – Jugendliche im Internet


Screenshot von YouTube

Screenshot von YouTube

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 12. M√§rz 2011. Facebook, Skype, SchuelerVZ – Jugendliche bew√§ltigen einen Gro√üteil ihrer „sozialen Kontakte“ √ľber diese Internet-Dienste. Aber wie sieht das typische Verhalten von Jugendlichen im Internet eigentlich genau aus? Unser Praktikant Paul Maa√ü hat das f√ľr uns dokumentiert. Eine Woche lang – 168 Stunden. Insbesondere Eltern d√ľrften sehr daran interessiert sein, was ihre „Kids“ im Netz so „anstellen“. [Weiterlesen…]

Dokumentation: Streit um Twitter & co – oder die Angst vor der Transparenz und Meinungsfreiheit

Guten Tag!

Heddesheim/Rhein-Neckar, 25. Februar 2011. Der Heddesheimer B√ľrgermeister Michael Kessler, die CDU, die SPD und die FDP haben ein Problem mit dem „Verhalten“ des partei- und fraktionsfreien Gemeinderats Hardy Prothmann. Der Vorwurf: Durch „Twittern“ missachte GR Prothmann den Rat. Der Streit um Twitter & co ist nicht auf Heddesheim begrenzt.

In Heddesheim wurde der partei- und fraktionsfreie Gemeinderat Hardy Prothmann in der Gemeinderatssitzung vom 24. Februar 2011 per Mehrheitsbeschluss von B√ľrgermeister Michael Kessler sowie den CDU-, SPD- und FDP-Fraktionen aus der Sitzung ausgeschlossen und vom B√ľrgermeister des Saales verwiesen.

Der erste genannte Grund: Der Gemeinderat Prothmann habe getwittert und damit den Rat angeblich missachtet. Der zweite genannte Grund: Der Gemeinderat Prothmann habe angeblich den B√ľrgermeister beleidigt.

Gemeinderat Prothmann verwahrte sich gegen beide Unterstellungen und hat noch am selben Abend Beschwerde beim Kommunalrechtsamt eingereicht. Die Beschwerde, weitere Dokumentationen und Berichte zum Thema lesen Sie auf dem heddesheimblog.de.

In Augsburg gab es Ende 2009 Zoff ums Twittern. Erst im Sommer 2010 wurde es wieder erlaubt. Quelle: Augsburger Allgemeine

Der „Streit“ um den „Anstand“ zwischen konservativen B√ľrgermeistern, ihren jeweiligen „Rats-Mehrheiten“ und progressiven Gemeinder√§ten wird landauf, landab gef√ľhrt. Im Kern geht es um die Kontrolle der „Deutungshoheit“. Einzelne Gemeinder√§te oder kleine Fraktionen sollen sich der „Mehrheit“ unterordnen. Meinungsfreiheit ist dabei eher ein gering geachtetes Gut.

Wutentbrannte Reaktion

Am 18. Dezember 2009 berichtet beispielsweise die Augsburger Allgemeine Zeitung unter der √úberschrift: „Debatte um Kommunikationsdienst – √Ąrger um Twitter-Nachrichten aus dem Augsburger Stadtrat“ √ľber den damals 26-j√§hrigen Stadtrat Christian Moravcik (Gr√ľne). Moravcik hatte getwittert und andere Stadtr√§te f√ľhlten sich dadurch angeblich „gest√∂rt“.

Lange Zeit allerdings nicht – es war laut Bericht „seit Monaten bekannt“, dass der junge Mann den Internet-Dienst nutzt. Doch bei einer Sitzung verfolgte eine CSU-Stadtr√§tin am Notebook, was der „Kollege“ denn da so an Nachrichten verbreitet.

Eine Bemerkung √ľber den CSU-Fraktionschef f√ľhrte zum Eklat. Die Augsburger Allgemeine, ebenfalls eher eine konservative Zeitung, berichtete: „Kr√§nzle reagierte wutentbrannt.“

Es folgten monatelange Diskussionen um ein Verbot und schlie√ülich eine „Selbstverpflichtung“, wie Twitter zu benutzen sei. Die Augsburger Allgemeine berichtet am 24. August 2010: „Augsburger Stadtrat: Twittern wieder erlaubt.

Die Th√ľringische „Goethe- und Universit√§tsstadt“ Ilemnau (rund 26.000 Einwohner) ist da weiter. Sie achtet die Meinungfreiheit.

Hier ist Twittern sogar ins Ortsrecht aufgenommen worden.

In Ilmenau ist Twittern per Ortsrecht erlaubt

In der „Gesch√§ftsordnung f√ľr den Stadtrat und die Aussch√ľsse sowie die Ortsteilr√§te der Stadt Ilmenau vom 5. November 2009“ hei√üt es unter Paragraf 3 „√Ėffentlichkeit der Sitzungen“:

„(5) Tonbandaufzeichnungen sowie Filmaufnahmen durch Dritte sind nur mit einstimmiger
Zustimmung des Stadtrates zul√§ssig. Die Zustimmung gilt als erteilt f√ľr Fotoaufnahmen,
wenn sie durch Journalisten vom Presseplatz aus erfolgen.
(6) Elektronische Informationen aus der öffentlichen Sitzung (z. B. Twittern) heraus sind
erlaubt. Dies gilt nicht f√ľr die nicht√∂ffentliche Sitzung. Nur derjenige, der die elektronische
Information in das Internet eingibt, ist f√ľr die Rechtsfolgen der Verbreitung der
elektronischen Kurzinformation verantwortlich.“

Dort darf also die Presse sogar vom Platz aus fotografieren und bei Zustimmung des Stadtrates sogar filmen oder Tonbandaufnahmen machen.

In Weinheim ist die CDU Vorreiter

Im Weinheimer Gemeinderat gibt es ebenfalls Stadträte, die sich sozialer Netzwerke bedienen, darunter mindestens ein Stadtrat der CDU.

Die St√§dte Ladenburg und Weinheim sowie die Gemeinde Hirschberg, √ľber die unsere Redaktion auch berichtet, sind dar√ľber informiert, dass wir vom Pressetisch aus w√§hrend der Sitzung twittern, Eintr√§ge bei Facebook vornehmen und sogar aus der Sitzung heraus nach Beschlussfassung Artikel sofort ver√∂ffentlichen.

Die Gemeinder√§te und B√ľrgermeister dieser Kommunen haben nichts dagegen einzuwenden und verhalten sich in dieser Hinsicht vorbildlich in bezug auf Meinungsfreiheit und Transparenz.

Verboten sind dort wie in vielen Gemeinder√§te Ton-, Film- und Fotoaufnahmen, au√üer, sie werden ausdr√ľcklich gebilligt.

In Heddesheim l√§sst der B√ľrgermeister „observieren“

In Heddesheim hingegen r√ľgte der B√ľrgermeister Michael Kessler den partei- und fraktionsfreien Gemeinderat Hardy Prothmann zum wiederholten Male, „Twittern“ sei eine Missachtung des Gemeinderats.

Hier hat Hardy Prothmann einen von "kooptech" Tweet "retweetet", was man am vorgestellten RT erkennt. "kooptech" ist die renommierte IT-Journalistin Christiane Schulzi-Haddouti. Quelle: twitter.com

Der B√ľrgermeister Kessler l√§sst dazu die Twitter-Aktivit√§t des Gemeindrats Prothmann w√§hrend der Sitzung durch Gemeindebeamte beobachten. Die Arbeitsanweisung scheint klar zu sein. Sobald eine Nachricht auftaucht, in die man aus Sicht der Verwaltung eine „Missachtung“ hineininterpretieren kann, unterbricht der B√ľrgermeister die Sitzung, um eine „Stellungnahme“ vorzunehmen.

Die Frage, inwieweit es sich um eine Missachtung des Gemeinderats durch die Verwaltungsmitarbeiter und den B√ľrgermeisters handelt, wenn diese w√§hrend der Sitzung im Internet Twittermeldungen lesen, ist in der Sitzung vom 24. Febraur 2011 nicht gekl√§rt worden.

Angst vor „Kontrollverlust“

Der Hintergrund f√ľr Auseinandersetzungen in Augsburg, Heddesheim oder anderswo ist sicherlich mit der Angst vor „Kontrollverlust“ zu begr√ľnden.

Obwohl es sich um √∂ffentliche Gemeinderatssitzungen handelt, war man es lange gewohnt, dass sich die Fraktionen und Verwaltungen im Vorfeld der Sitzungen absprechen. Man kann das auch „Hinterzimmerdemokratie“ nennen oder „Gemauschel“ oder wie auch immer.

Die wenigen B√ľrger, die bei solchen Sitzungen anwesend sind, erhalten keine Hintergrundinformationen, erleben keine tats√§chliche Debatte. Die „√Ėffentlichkeit“ wird im Nachgang h√§ufig √ľber Monopolzeitungen informiert. Politikverdrossenheit ist da vorprogrammiert.

Eigene Meinungen und Sichtweisen und eine zeitnahe Verbreitung (ver-)st√∂ren da viele „Traditionalisten“, die sich weder einer kritischen √Ėffentlichkeit und schon gar nicht kritischen Gemeinderatsmitgliedern, die alle demokratisch gew√§hlt wurden, stellen wollen.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das heddesheimblog

Anmerkung der Reaktion:
Hardy Prothmann ist verantwortlich f√ľr das heddesheimblog und ehrenamtlicher, partei- und fraktionsfreier Gemeinderat in Heddesheim.

Kinder in sozialen Netzwerken – 7 Tipps f√ľr Eltern

Guten Tag!

Ladenburg, den 27. November 2010. Die „Hitlerbart“-Debatte vor einer Woche hat enormes Aufsehen erregt. Manche Eltern sind vielleicht sogar aus „allen Wolken gefallen“. Sie sollten jetzt jedoch nicht panisch handeln. Oftmals stehen Eltern vor dem Problem, dass sie das Medium „Internet“ zwar kennen und nutzen, aber manche Details unbekannt sind. Doch wie sollen Kinder einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medien lernen, wenn nicht von ihren Eltern? Wir haben in diesem Beitrag 7 praktische Tipps gesammelt, was Eltern beachten sollten.

Screenshot der Gruppe "Ich mache mich jetzt schick und dann lass ich mich volllaufen"

Haben Sie sich schon mal gefragt, worin der Reiz eines Sozialen Netzwerks liegt? F√ľr Jugendliche ist es das Normalste auf der Welt. Man kann dort Freunde „sammeln“, auf einer Art „Pinnwand“ Nachrichten und Bilder ver√∂ffentlichen und „Gruppen“ beitreten beziehungsweise selbst gr√ľnden. Man „netzwerkt“ eben, tauscht sich aus, stellt sich dar. Das ist ein gro√üer Spa√ü, der aber immer auch Gefahren birgt, sofern man gewisse Regeln nicht beachtet.

So gibt es bei StudiVZ beispielsweise die Gruppe: „Ich mache mich jetzt schick und dann lass ich mich volllaufen“. Mehr als 7.000 Nutzer sind dieser Gruppe beigetreten.

Besonders pikant: Die VZ-Netzwerke (StudiVZ, SchuelerVZ und MeinVZ) verf√ľgen nach eigenen Angaben √ľber 17 Millionen registrierte Nutzer (Stand: Juli 2010). Davon entfallen mindestens 6 Millionen auf StudiVZ (Stand: April 2010).

Alle StudiVZ-Mitglieder können sehen, wer dieser Gruppe beigetreten ist.

Da das StudiVZ auf Studenten ausgelegt ist, sind die Mitglieder meist vollj√§hrig und f√ľr sich selbst verantwortlich. Ob sich jemand „verantwortlich“ verh√§lt, wenn er sich einer solchen Gruppe „anschlie√üt“… ist sicher zweifelhaft.

√Ąhnliche Gruppen finden sich jedoch auch bei Facebook & Co. Manche Gruppenmitglieder sind weit entfernt von einer Vollj√§hrigkeit. Nat√ľrliche kennt die Medaille auch eine andere, positive Seite. Zu dieser geh√∂ren Gruppen wie „Gib AIDS keine Chance“ oder „Demokratie f√ľr China“. Und es gibt jede Menge Gruppen oder Seiten zu Schulen, Vereinen oder gemeinn√ľtzigen Organisationen, zu Stars, Musik oder anderen Dingen, f√ľr die sich Jugendliche ganz zu Recht interessieren.

Wichtige Fragen im Zusammenhang mit dem Internet sind: Droht meinem Kind in einem sozialen Netzwerk eine Gefahr und wie kann ich es sch√ľtzen? Was ist sinnvoll und n√ľtzlich, was unsinnig und vielleicht sogar sch√§dlich? Wie kann ich mein Kind daf√ľr sensibilisieren?

Wie auch im realen Leben ist auch im „virtuellen Raum“ ein Schutz vor Gefahren nicht absolut m√∂glich. Aber man kann mi einfachen Regeln Fehler vermeiden.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen traditionellen Medien und dem Internet besteht beispielsweise in der Art des Mediums. Bei Radio, Fernsehen und Print sind die meisten Menschen nur Empf√§nger. Online sind Sie jedoch h√§ufig auch Sender. Sie k√∂nnen also auch selbst Informationen verbreiten an eine wie auch immer geartete √Ėffentlichkeit, die aus wenigen, aber auch Millionen Menschen bestehen kann.

Weihnachtsmarkt Ladenburg - Eine Facebook Gruppe

Bei allen Angeboten des Webs sind insbesondere Soziale Netzwerke darauf ausgelegt, dass ihre Nutzer Inhalte erstellen. Meist in Form von Kommentaren, Fotos oder Videoaufnahmen. Ganz √ľberwiegend sind dies aber „private Informationen“, √ľber deren „Ver√∂ffentlichung“ man erst nachdenken sollte.

Ein konkretes Beispiel: Sie waren auch mal jung und haben vielleicht bei einer Fete √ľber den Durst getrunken. Und dann ist Ihnen etwas peinliches passiert. Kein Problem. Wir alle begehen Fehler. Gl√ľcklicherweise hat sie niemand fotografiert oder gefilmt. Heute sind Kameras allgegenw√§rtig, klein und oft unerkannt im Gebrauch.

Und es macht vielen einen „Heidenspa√ü“, die „Peinlichkeiten“ von anderen aufzunehmen und flugs ins Internet zu stellen. Das zu kontrollieren, ist sehr schwer. Viele stellen aber auch ganz freiwillig Bilder von Saufgelagen oder √§hnlichem ins Internet, weil sie es „lustig“ finden. Dass man damit aber sich selbst und seinen Ruf besch√§digen kann – soweit denken viele nicht.

Das Internet ist ein „Massenmedium“ – wer hier Inhalte erzeugt, muss sich das immer wieder klar machen. Mit einer gewissen Skepsis auf vor dem eigenen Handeln, kommt man hier aber auch gut zurecht.

Nachfolgend finden Sie sieben praktische Tipps, die einen sichereren Umgang mit dem Internet möglich machen.

Tipp 1: Medienkompetenz heißt, klug mit Medien umzugehen

Der vielleicht wichtigste Tipp von allen: Sie m√ľssen die technischen Hintergr√ľnde und Funktionsweisen Sozialer Netzwerke nicht bis ins letzte Detail verstehen, um ihrem Kind eine gewisse Kompetenz zu vermitteln.

Im Prinzip gibt es keinen großen Unterschied zwischen dem realen und dem virtuellen Leben Рbis auf einen: Das Internet ist ein riesiges Protokollmedium, ein Archiv, das wenig vergisst und Computer sind eine Art Kopiermaschine.

Was einmal digitalisiert wurde, l√§sst sich unbegrenzt kopieren und speichen. Und: Wer eine Information ins Internet stellt, verliert unter Umst√§nden sehr schnell die Kontrolle dar√ľber, weil andere diese Information wie auch immer weiternutzen k√∂nnen.

Tipp 2: Vertrauen Sie ihrem Kind

Es ist die Norm, dass zwischen Eltern und Kind ein Vertrauensverhältnis herrscht. Vermeiden Sie es nach Möglichkeit dieses Vertrauensverhältnis zu stören. Jeder Mensch besitzt eine Privats- und Intimssphäre. Auch die eigenen Kinder.

Es gibt Dinge, die ein Kind f√ľr sich behalten will. Die Gr√ľnde hierf√ľr k√∂nnen vielf√§ltig und aus Sicht eines Erwachsenen manchmal nahezu bedeutungslos sein. Nehmen Sie nach M√∂glichkeit trotzdem darauf R√ľcksicht.

Tipp 3: Hören Sie ihrem Kind zu

Wenn ein Kind von der Schule nach Hause kommt, hören wir ihm normalerweise zu. Weil wir selber mal zur Schule gegangen sind. Weil wir aufmerksam sind.

H√∂ren Sie auch zu, wenn ihr Kind am PC war und Ihnen etwas √ľber Facebook, SchuelerVZ & Co. erz√§hlt?

Kennen Sie keines dieser Netzwerke, wird es nat√ľrlich schwierig dort genutzte Begriffe wie „Pinnwand“, „Gruscheln“ oder „Poke“ in einen Kontext zu setzen. H√∂ren Sie dennoch aktiv zu, fragen Sie nach und lassen Sie sich unbekannte Begriffe erkl√§ren oder das jeweilige Netzwerk erkl√§ren. Sie werden schnell merken, ob ihr Kind „verantwortlich“ damit umgeht oder hier ein wenig „Nachhilfe“ braucht.

Tipp 4: Lassen Sie sich auf das Medium ein

Das Internet und soziale Netzwerke sind nicht schlecht oder böse oder gut und hilfreich. Es kommt immer darauf an, was man damit macht und wie man es nutzt.

Klar gilt es, die tats√§chlichen Gefahren im Blick zu haben und Kinder vor radikaler Propaganda, Gewaltdarstellungen und Pornographie zu sch√ľtzen. Es gilt aber genauso, die positiven Seiten zu f√∂rdern, beispielsweise beim √úbergang von der Schule zur Berufsausbildung.

Viele gr√∂√üere Unternehmen googeln inzwischen die Namen ihrer Bewerber, um sich ein „Bild“ der Kandidaten zu machen -auch in Sozialen Netzwerken wird dabei nachgeschaut. Hier kommt es meist zu einem „ersten Eindruck“ – der kann positiv, aber auch negativ sein. Daf√ľr ist man selbst verantwortlich.

Tipp 5: Verdeutlichen Sie ihrem Kind die „Nicht-Anonymit√§t“

Im Netz ist niemand anonym. Zwar kann man falsche Profile anlegen und „Wegwerf“-Mailadressen benutzen. Doch insbesondere in sozialen Netzwerken macht dies keinen Sinn.

Hier ist ein Großteil unter dem echten Namen vertreten.

Machen Sie ihrem Kind klar, dass jede Handlung im Netz auch eine √∂ffentliche Handlung sein kann. Insbesondere bei schwachen Datenschutzeinstellungen. Die Hemmschwelle im Netz etwas zu ver√∂ffentlichen ist h√§ufig geringer, als im „echten“ Leben.

Tipp 6: Vertrauen ist wichtig, Kontrolle aber auch

Sie wollen wissen was „in diesem Netzwerk da“ los ist.

√Ąu√üern Sie diesen Informationswunsch und deuten Sie konkret an, dass sie irgendwann nach „bedenklichen Sachen“ Ausschau halten wollen, aber auch vertrauen, dass ihr Kind „nichts schlimmes“ dort „gemacht“ hat.

Im g√ľnstigsten Fall wird ihr Kind nun selbstverantwortlich mit einer Bereinigung „bedenklicher Inhalte“ beginnen. Diese Form der Selbstkontrolle und die Aussicht auf externe Kontrolle lassen Kinder verantwortlicher mit dem Internet umgehen.

Tipp 7: Netzwerken Sie selbst

Sie m√ľssen daf√ľr nicht unbedingt bei Facebook und Co. ein Profil haben. Tauschen Sie mit anderen Eltern ihre Erfahrungen aus – die positiven wie die negativen.

Anmerkung der Redaktion:

Christian M√ľhlbauer absolviert ein redaktionelles Praktikum bei uns in der Zeit vom 22. November – 10. Dezember 2010. Herr M√ľhlbauer studiert an der Fachhochschule Ansbach ‚ÄúRessortjournalismus.-‚ā¨¬Ě

Gabis Kolumne

Die Normalität von sozialen Netzwerken

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Guten Tag!

Ladenburg, 22. November 2010. Soziale Netzwerke sind voll im Trend. So gut wie alle Kinder und Jugendlichen haben damit zu tun. Fragt sich nur, was man selbst damit zu tun hat, ob man alles versteht und wie man den Kindern den Umgang damit beibringt, meint Gabi.

Vor ein paar Wochen habe ich geschrieben, dass ich mich den Sozialen Netzwerken annähere. Vorsichtig habe ich mich herangetastet. Ich muss gestehen, dass ich mich der Fazination kaum erwehren konnte. Ich habe gechattet, sogar mal was gepostet, wie es so schön heißt. Mein Freundeskreis ist stetig gewachsen. Das zu mir.

Facebook. Aus einem Studentenjahrbuch-Verzeichnis wurde die größte Online-Community der Welt.

Auch meine Kinder sind in sozialen Netzwerken unterwegs: Sch√ľlerVZ und Facebook und wer-kennt-wen. Nat√ľrlich haben wir es zu Hause thematisiert, auf die Gefahren hingewiesen und davor gewarnt, Bilder zu ver√∂ffentlichen.

Die Gefahren im Netz sind subtiler.

Auch wei√ü ich von Freunden und Bekannten, dass deren Kinder hier ‚Äěunterwegs‚Äú sind. Letztendlich sehen wir es aber recht locker, was kann hier schon passieren? Ist es nicht rein virtuell und nichts gegen die Gefahren, denen unsere Kinder im tats√§chlichen Leben ausgesetzt sind?

Doch die Gefahren, die hier lauern, sind viel subtiler. Wie erkennt man, was wer ernst meint? Wo hört der Spaß auf? Ist ein Freund wirklich ein Freund?

Jugendliche berichten √ľber Saufgelage, stellen davon Bilder ins Netz, nehmen politische Haltungen ein, provozieren. Um cool zu sein, aufzufallen, sich abzugrenzen. Dass sie sich damit auch inszenieren und von au√üen nicht immer erkennbar ist, wo der Spa√ü aufh√∂rt und der Ernst anf√§ngt – ist ihnen das klar? Wirklich bewusst?

sntwitter

Twitter – ein Kurznachrichtendienst im Internet.

Was man im Internet ver√∂ffentlicht, daf√ľr ist man letztendlich verantwortlich. Und man stellt eine √Ėffentlichkeit her. Denn, wer teilweise einige hundert Freunde und mehr sein eigen nennt, wird kaum noch ein √úberblick dar√ľber haben und kann nicht davon ausgehen, dass alles nur im ‚Äěstillen K√§mmerlein‚Äú passiert.

„Ich habs nicht so gemeint“, gilt nicht.

Lockere, coole Spr√ľche sind an der Tagesordnung. Was passiert, wenn cool nicht mehr cool ist, sondern rassistisch? ‚ÄěIch hab-‚ā¨‚ĄĘs nicht so gemeint‚Äú, ist schnell gesagt. Aber letztendlich kann man ja nur an den eigenen Worten gemessen werden. Vor allem dann, wenn man es √∂ffentlich macht.

Soll ich meinen Kindern die Netzwerke jetzt verbieten? Gilt es nicht eher mit ihnen dar√ľber zu reden und sie aufzukl√§ren?

Wir wissen heute alle, dass sich Personalchefs gerne im Facebook oder Studi-VZ tummeln. Welches Bild möchte man dann hier nach Außen abgeben?

Wer rechts- oder auch linksextreme Aussagen t√§tig, muss damit rechnen, dass man ihn oder sie f√ľr Ernst nimmt. Und wollen das Jugendliche nicht eigentlich?

Andererseits geh√∂rt zum jung sein, auch √ľber das Ziel hinaus zu schie√üen. Das habe ich getan, das machen immer wieder meine Kinder. Wichtig ist dabei immer wieder Grenzen zu erkennen. Sich betrinken tut sich fast jeder mal in seiner Jugend (oder auch sp√§ter), l√§sst man sich aber volllaufen und besch√§digt sich, andere oder Dinge, hat das eine ganz andere Brisanz.

snfbgroß

Die Frage ist meist nicht, ob man oder ob man nicht, sondern wie man mit Facebook umgeht.

Wie können wir unseren Kinder, in einer Welt, die so zwischen Virtualität und Realität hin- und herspringt, begreiflich machen, wo hier die Gefahren liegen, wo wir doch selbst in dieser Welt meist Fremde sind?

Quatsch ist erlaubt – aber auch ein sauberes Image.

Ich kann meinen Kindern nur den Rat geben, dass sie nur das veröffentlichen, zu dem sie wirklich stehen können. Und wenn es Quatsch ist, muss es auch als Quatsch erkennbar bleiben.

Klar ist, dass soziale Netzwerke f√ľr unsere Kinder normal sind. Klar ist aber auch, dass es darin normal zugehen sollte.

F√ľr mich sind soziale Netzwerke noch neu und ich n√§here mich an. Vorsichtig. Das versuche ich auch meinen Kindern beizubringen.

Und klar Рdie sozialen Netzwerke bieten auch jede Menge Vorteile. Einer ist gerade der, der auch problematisch sein kann: Der öffentliche Austausch mit anderen.

Und eine F√ľlle von Informationen, die man f√ľr das echte Leben nutzen kann, warten im Internet neben all dem Schrott, den es dort auch gibt. Damit unterscheidet sich das Internet nicht wirklich vom realen Leben.

Der entscheidende Unterschied ist der der Dokumentation – was im Internet gepostet wird, kann man zwar wieder l√∂schen. Ob es damit aus der Welt ist? H√§ufig nicht. Denn Informationen werden kopiert, an anderer Stelle wieder eingef√ľgt.

Auch ich muss lernen, Herrin √ľber die Informationen zu bleiben, die ich pflege und die andere √ľber mich haben. Das ist eine ganz sch√∂n verantwortliche Aufgabe, die ich wie meine Kinder erst gerade lerne.

gabi

Gabis Kolumne

Ich bin in Facebook und es ist spannend

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Guten Tag!

Ladenburg, 11. Oktober 2010. Social Media – soziale Medien. Irgendwie ist das dauernd ein Thema – die Kinder machens schon und seit neuestem auch Gabi – die war erst skeptisch und findet es nun richtig spannend.

Eine gute Bekannte ist f√ľr ein Jahr nach Amerika gezogen. Bisher haben wir es weder geschafft miteinander zu telefonieren noch zu mailen. Dennoch wei√ü ich alles √ľber sie. Ich wei√ü, was sie am letzten Wochenende gemacht hat und dass sie endlich den Mann ihrer Tr√§ume gefunden hat.

Sie fragen sich jetzt sicher woher? Aus dem sozialen Netzwerk Facebook. Das ist das erfolgreichtste Social Media-Angebot der Welt und bald vielleicht wichtiger als Google.

Bislang hatte ich das Gef√ľhl, relativ m√ľhelos dem Zeitgeist folgen zu k√∂nnen. Ich bin fr√ľh auf die digitale Kamera umgestiegen, benutze seit 1993 email im Beruf und im privaten Bereich geh√∂ren die auch schon lange zu meinem Alltag, auch wenn ich das Briefeschreiben lange vermisst habe. SMSen finde ich eine absolut praktische Sache und das Navigationssystem im Auto ist wirklich ne tolle Sache.

Auch das ladenburgblog ist bei Facebook: Die erfolgreichste Social-Media-Plattform der Welt. Zur Zeit kommt gerade der Film "The Social Network" in die Kinos.

So weit, so gut, aber womit ich wirklich Probleme hatte, war das Social Networking im Web.

Wer-kennt-wen, Facbook, Twitter, Sch√ľlerVZ…

Vor zwei Jahren h√∂rte ich im Freundeskreis zum ersten Mal von WKW (‚ÄěWer kennt wen‚Äú). Eine Bekannte war vollends begeistert: ‚ÄěIch habe jetzt wieder Kontakt zu Freunden aus meiner Schulzeit und habe insgesamt schon √ľber 300 Kontakte.‚Äú

Und mir wurde schnell klar, viele Kontakte haben ist gut, wer viele Kontakte hat, genießt in diesen Netzwerken ein hohes Ansehen. Auch, wenn ich mich innerlich dagegen wehrte, ein wenig neugierig war ich schon.

Zumal meine Kinder selbstverst√§ndlich das Sch√ľlerVZ nutzen und mein Mann von WKW √ľber Xing bis zu Facebook in allen Netzwerken vertreten ist und auch fr√∂hlich twittert.

Also meldete ich mich bei WKW an und tatsächlich, nach kurzer Zeit tauchten alte Bekannte auf, aber auch welche, die ich nicht kennen oder nicht mehr kennen wollte.

Kaum hatte ich mich ein wenig mit WKW auseinandergesetzt, redeten alle im Bekanntenkreis, und da vor allem die J√ľngeren von Facebook. Also habe ich mir auch da einen Account angelegt.

Dieser Tage habe ich nun das erste Mal gechattet. Mein Mann war auf Geschäftsreise und wir hatten ein Chat-Date (kann man das so sagen?)

Aufregender Anfang.

Ich war h√∂llisch aufgeregt, ich sa√ü vorm Computer starrte auf meine Facebook-Seite und wartete darauf, dass ein gr√ľner Punkt mit seinem Namen erschien.

Es erfolgte ein ‚ÄěPling‚Äú und es erschien ‚ÄěHallo Schatz -‚ā¨¬¶.‚Äú

Schon nach kurzer Zeit war mir klar, die Antworten und Fragen m√ľssen kurz und schnell ausfallen, damit eine vern√ľnftige(?) Kommunikation stattfinden kann. Bastelt man zu lange an dem Response ist das Thema beim Chat-Partner vielleicht schon wieder durch.

Mit dieser neuen Erfahrung nahm ich auch mutig das Chat-Angebot eines Bekannten an, der sich pl√∂tzlich mit dem ‚ÄěPling‚Äú und einem ‚ÄěHi-‚ā¨¬¶‚Äú meldete. Diesmal ging es schon leichter.

Verstehen? Einfach drauf los und siehe da, es klappt.

Der n√§chste Schritt war das Kommentieren von Eintr√§gen und Bildern. Eindeutig Neuland f√ľr mich.

Ich versuchte System und Form zu verstehen. Hoffnungslos! Also einfach drauf los. Und siehe da, es klappte und machte Spa√ü. Und wie von allein wird das Netz immer engmaschiger, das hei√üt es kommen neue Freundschaftsanfragen hinzu. Man wird schnell aufgenommen in der Community der Kommentierenden. Man ist ‚Äěon‚Äú.

Werden wir uns zuk√ľnftig also immer mehr in den Sozialen Netzwerken bewegen, hier unsere Freunde besuchen, an ihrem Leben teilnehmen. Durch Anklicken unseren Freundeskreis erweitern und beim Chatten unsere Probleme besprechen.

Ich muss zugeben, meine Meinung schwankt: Hatte ich vor kurzem diese virtuelle Welt noch verdammt, verstehe ich langsam auch als Bereicherung. Aber nicht als Ersatz f√ľr echte soziale Netzwerke.

Anmerkung der Redaktion: Sie finden uns bei Facebook unter Redaktion ladenburgblog.