Donnerstag, 21. September 2017

Umleitung der Buslinie 628

Radrennen in den WeihergÀrten

Ladenburg, 04. August 2014. (red/pm) Wegen des traditionellen Radrennens des Radsportclubs Ladenburg kommt es am 08. August zu einer Umleitung der Buslinie 628.
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Ersatzweise Nutzung der alten Matinsschule als SchulgebÀude

Sanierung des HauptgebÀudes des Carl-Benz-Gymnasiums

Ladenburg, 16. Juni 2014. (red/pm) Seit vergangener Woche wird das HauptgebĂ€ude des Carl-Benz-Gymnasiums vollstĂ€ndig saniert und ausgebaut. FĂŒr den Zeitraum vom 23. Juni 2014 bis Ende der Sommerferien 2015 werden dann rund 850 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in den RĂ€umlichkeiten der alten Martinsschule unterrichtet. [Weiterlesen…]

Sperrung fĂŒr Kraftfahrzeuge beim Lebendigen Neckar

Kostenlose FĂ€hrfahrt mit dem Rad

Wappen LadenburgLadenburg, 10. Juni 2014. (red/pm) Aus Anlass der Veranstaltung „Lebendigen Neckar“ ist am kommenden Sonntag, dem 15. Juni, die Überfahrt mit der FĂ€hre fĂŒr Kraftfahrzeuge gesperrt, fĂŒr nichtmotorisierte Fahrzeuge ist die Benutzung der FĂ€hre an diesem Tag kostenlos. Die Umleitung fĂŒr Kraftfahrzeuge ist ausgeschildert und fĂŒhrt ĂŒber Ilvesheim und Mannheim-Seckenheim. Der Treffpunkt fĂŒr die vom Heimatbund aus diesem Anlass angebotenen StadtfĂŒhrungen „Mit dem Fahrrad zu den Römern“ um 13:00 Uhr und um 14:00 Uhr ist ebenfalls an der FĂ€hre.

TaktlĂŒcke zwischen 23 Uhr und 1 Uhr wird geschlossen

ZusÀtzliche SpÀtfahrten auf den Linien 628 und 625

Ladenburg/Ilvesheim/Rhein-Neckar, 28. Mai 2013. (red/pm) FĂŒr Nachteulen gibt es ab dem Sommerfahrplan auf der Linie 628 eine zusĂ€tzliche Fahrt ab Mitternacht von Schriesheim Bahnhof ĂŒber Ladenburg, Ilvesheim nach Seckenheim. Diese verkehrt tĂ€glich ab dem 09. Juni 2013 um 0:00 Uhr. [Weiterlesen…]

Ente gut, alles gut

Entenfamilie auf Abwegen

Mannheim/Ladenburg, 03. Mai 2013. (red/pol) Zu einem Einsatz der etwas außergewöhnlicheren Art wurden am Donnerstagnachmittag die Beamten des Polizeireviers Ladenburg gerufen. Ein Seckenheimer BĂŒrger hatte der Polizei gegen 16:00 Uhr mitgeteilt, dass sich eine Entenfamilie in seinen Garten in der Oberrotweiler Straße verirrt habe. [Weiterlesen…]

Generation 60+ im Straßenverkehr: Medikamente und körperliche Defizite hĂ€ufig Unfallursache

Senioren sind nicht automatisch ein Verkehrsrisiko

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Archivbild

 

Rhein-Neckar, 30. April 2013. (red/ae/aw) Wer FĂŒhrerschein und Auto besitzt, ist mobil, unabhĂ€ngig – und diese UnabhĂ€ngigkeit wird ungern wieder aufgegeben. Denn MobilitĂ€t bedeutet LebensqualitĂ€t. Dies gilt auch fĂŒr Seniorinnen und Senioren. Doch ab wann ist man zu alt zum Autofahren und sollte die AutoschlĂŒssel lieber liegen lassen? Erst gestern verursachte ein 82-jĂ€hriger Falschfahrer auf der A81 einen Unfall. Er und ein 40 Jahre alter Mann kamen dabei ums Leben. Statistiken zeigen: Es gibt mehr Ă€ltere Teilnehmer im Straßenverkehr, doch ein erhöhtes Risiko fĂŒr UnfĂ€lle gibt es deshalb nicht unbedingt. [Weiterlesen…]

Eine Studie gibt Einblick, welche BĂŒrger protestieren und Beteiligung verlangen

Zeit, Wissen und eine gut gefĂŒllte Kriegskasse

Die BĂŒrgerinitiative zum Erhalt der Breitwiesen bei der Übergabe von mehr als 5.000 Überschriften. Der Lohn: Der BĂŒrgerentscheid am 22. September 2013. Ganz links: OB Bernhard, Mitte: Fritz Pfrang.

 

Weinheim/Heddesheim/Ilvesheim/Ladenburg/Rhein-Neckar, 07. MĂ€rz 2013. (red/zef/tegernseerstimme.de) Egal, ob die aktuellen Debatte um den Neubau der NeckarbrĂŒcke an der L597 oder die Proteste gegen den Bau eines Logistiklagers der Firma Pfenning in Heddesheim oder die Auseinandersetzung um die Weinheimer Breitwiesen. Schaut man sich die VerĂ€nderungen der letzten Jahre in der Lokalpolitik an, wird eines offensichtlich: Es gibt vermehrt Protest. Die spannende Frage, die sich dahinter verbirgt: Wer sind die BĂŒrger, die protestieren und was bezwecken sie? [Weiterlesen…]

Geprothmannt

Stuttgart21: Falsche Zitate? Falsche Berichte? Falsches Spiel!

Initiativen und BĂŒrgermeister aus Ilvesheim, Seckenheim und Edingen-Neckarhausen ĂŒberreichten Ende Oktober im Beisein von Abgeordneten ihre Unterschriftenlisten an Verkehrsminister Hermann. Foto: privat

 

Rhein-Neckar, 12. November 2012. (red/pro) Stuttgart21 lĂ€sst das Land nicht zur Ruhe kommen und bleibt Konfliktthema Nummer 1. Aktuell haben sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Claus Schmiedel (Wahlkreis Ludwigsburg) sowie seine Stellvertreterin Rosa GrĂŒnstein (Wahlkreis Schwetzingen) fĂŒr eine weitere KostenĂŒbernahme fĂŒr den Bahnhofsbau am Flughafen Stuttgart ausgesprochen – der soll 224 Millionen Euro teurer werden. Notfalls wĂŒrde die SPD mit der Opposition dafĂŒr stimmen, berichteten die Stuttgarter Nachrichten. Nach unseren Informationen fĂŒhlen sich die SPD-Politiker falsch zitiert.

Von Hardy Prothmann

Die Stuttgarter Nachrichten haben am Wochenende fĂŒr eine Sensation gesorgt. Angeblich ĂŒberlege die SPD, einen neuen Finanztopf aufzumachen, um weitere 224 Millionen Euro zu finanzieren, die der Bau des Bahnhofs am Flughafen nach neuen PlĂ€nen (Filderdialog) teurer werden wĂŒrde. Und notfalls wĂŒrde man zusammen mit CDU und FDP dafĂŒr stimmen, wird Frau GrĂŒnstein zitiert:

Bei den teuren Änderungen am Flughafen könne es „eine Mehrheit ohne die GrĂŒnen geben“. CDU und FDP haben ihre Arme fĂŒr die Sozialdemokraten bereits ausgebreitet.

Und auch der 2009 durch den Stuttgarter Gemeinderat getroffene Beschluss, weitere KostenĂŒbernahmen nur durch einen BĂŒrgerentscheid genehmigen zu lassen, sei durch einen neuen Beschluss zu kippen. Zuvor berichtete die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung am 08. November zum Thema und zitiert Herrn Schmiedel:

Es handelt sich um eine qualitative Abweichung von den bisherigen PlĂ€nen, das hat mit Risiko nichts zu tun. Der bessere Filderbahnhof ist das Ergebnis eines maßgeblich von den GrĂŒnen betriebenen BĂŒrgerdialogs. Die GrĂŒnen mĂŒssen nun entscheiden, ob der nur eine Fata Morgana war.

ZĂŒndstoff

Das Thema hat fĂŒr ordentlich ZĂŒndstoff am Wochenende gesorgt und heute Nachmittag wurde zurĂŒckgerudert. Angeblich sei Frau GrĂŒnstein vom Journalisten Konstantin Schwarz in eine „Falle gelockt“ worden, wurde uns zugetragen. Angeblich gebe es ĂŒberhaupt keine Absichten seitens der SPD vom verbindlich im Koalitionsvertrag vereinbarten Kostendeckel von 4,5 Milliarden Euro abzuweichen.

Was nun? Hat die Zeitung Frau Schwarz falsch zitiert oder wollte die SPD einfach nur mal ein bischen die Muskeln spielen lassen und den Koalitionspartner Ă€rgern? Beides ist vorstellbar, letzteres vor allem, weil jeder Kenner der politischen Szene weiß, dass die SPD ihren Wahlverlust und die „Juniorpartnerschaft“ noch lĂ€ngst nicht verkraftet hat.

Frage der Ehre

Was fehlt, ist eine Äußerung vom stellvertretenden MinisterprĂ€sidenten und Minister fĂŒr Finanzen und Wirtschaft, Nils Schmid. Auch ein Schweigen kann beredsam sein. Ist es vorstellbar, dass die Fraktionsvorsitzenden ohne sein Wissen diesen Vorstoß gemacht haben? Auch das wĂŒrde BĂ€nde ĂŒber den Zustand der SPD sprechen.

Die Koalitionspartner werden gut daran tun den Ball flach zu halten. Aber dann sind da noch die Stuttgarter Nachrichten und der Journalist Konstantin Schwarz. Wenn die Zeitung nicht mehr nachlegt, muss man davon ausgehen, dass sie wieder mal falsch berichtet hat und weiter im Sinne konservativer Kreise das Feuer schĂŒrt, um die Koalition zu beschĂ€digen und die „FinanzierungswĂŒnsche“ gewisser Lobbygruppen zu stĂŒtzen. FĂŒr die Zeitung wĂ€re das ein journalistisches Armutszeugnis.

Wenn die Zeitung aber nachlegen und belegen kann, dass die SPD den Sondertopf und eventuell auch eine Abstimmung mit der Opposition plant, dann wĂŒrde alles daraufhin deuten, dass diese Koalition instabiler ist als ein kollabierendes Kernkraftwerk.

Interessenfragen

Die Frage ist, wer daran Interesse haben könnte. SelbstverstÀndlich die Oppositionsparteien, die medial immer noch sehr gut vernetzt sind und hier ihre Botschaften unterbringen können und seien sie auch noch so dumm und utopisch.

Die SPD, weil sie eigentlich nicht der kleine Partner der GrĂŒnen sein will, sondern wenn schon Junior, dann doch lieber mit der CDU.

Wer auch immer welche Ziele verfolgt, hat die GrĂŒnen im Visier.

Wer ĂŒberhaupt kein Interesse daran haben kann, sind die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger. Denn die wissen langsam nicht mehr, auf wen man sich noch verlassen kann. Die alte CDU/FDP-Regierung hat dem Land einen desolaten Haushalt hinterlassen. Zeitungen wie die Stuttgarter Nachrichten und die Stuttgarter Zeitung haben sich zu willigen UnterstĂŒtzern von Lobbyisten machen lassen und eine kritische Berichterstattung zu Stuttgart21 nicht nur nicht „ĂŒbersehen“, sondern gezielt nicht gemacht – denn sie sind Teil des alten korrupten Systems. (Lesetipp! stern: „Fahrt auf schwĂ€bischem Filz„)

Zerstörte Hoffnungen

Ob die SPD-Fraktionsvorsitzenden nun falsch zitiert worden sind, ist eine wichtige Frage und die SPD-WĂ€hlerinnen und -WĂ€hler und vor allem alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger werden genau darauf achten, ob es ein offizielles Dementi gibt. Denn es ist eine Frage der Ehre, ob man sich bei derart wichtigen Projekten falsch zitieren lĂ€sst und nicht darauf reagiert.

Die SPD-Abgeordneten in unserem Berichtsgebiet haben sich fĂŒr Verkehrsprojekte in der Region stark gemacht, ob fĂŒr die NeckarbrĂŒcke Ilvesheim/Edingen-Neckarhausen oder die Ortsumgehung Heddesheim oder, oder, oder. Wenn die Landes-SPD nun nochmals 224 Millionen Euro fĂŒr Stuttgart21 nachschießen wollten, hieße das, dass alle Hoffnung fĂŒr auch nur eines der Projekte hier und sonstwo im Land zerstört wĂ€re.

Was also ist falsch? Das Zitat, die Berichterstattung oder das Spiel?

Drei GaststÀtten geschlossen

GaststÀttenkontrollen in Seckenheim sowie in Ladenburg und Heddesheim

Seckenheim/Ladenburg/Heddesheim, 15. Oktober 2012. (red/pol) Am Donnerstag, den 11. Oktober, in der Zeit zwischen 12.00 Uhr und 22.30 Uhr, fĂŒhrte das Polizeirevier Ladenburg gemeinsam mit der Stadt Mannheim, Fachbereich Sicherheit und Ordnung, dem Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis sowie dem Zollamt Heidelberg, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, im Mannheimer Stadtteil Seckenheim sowie in den zum Rhein-Neckar-Kreis gehörenden Gemeinden Ladenburg und Heddesheim einen Sondereinsatz zur BekĂ€mpfung der illegalen BeschĂ€ftigung und zur ÜberprĂŒfung gaststĂ€tten-, gewerbe- und lebensmittelrechtlicher Bestimmungen durch.

Information des PolizeiprÀsidiums Mannheim:

„Mehrfach wurde festgestellt, dass bei den aufgestellten Geldspielautomaten die behördliche Zulassung fehlte oder abgelaufen war (Seckenheim, Ladenburg, Heddesheim). Ferner waren in einigen Lokalen nicht genĂŒgend Feuerlöscher vorhanden. Auch dies wird zu Nachkontrollen durch die zustĂ€ndigen Behörden fĂŒhren.

Zu guter Letzt drĂŒckte eine Bedienung den Beamten noch einen gefĂ€lschten 50 €-Schein in die Hand, den ihr ein Unbekannter bereits vor ein paar Tagen beim Bezahlen „angedreht“ hatte. Der „Falsche Fuffziger“ wurde sichergestellt und dem zustĂ€ndigen Fachdezernat der Kriminalpolizei zur weiteren Bearbeitung ĂŒbergeben.

Ladenburg

Dem zweiten Wirt wurde bereits vor geraumer Zeit die Konzession entzogen, was ihn jedoch nicht daran hinderte, sein Lokal weiterhin zu öffnen. Als Folge muss er mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen. Seine GaststĂ€tte wurde sofort geschlossen. Kurz darauf wurde in einem weiteren, vor kurzem eröffneten Imbiss festgestellt, dass erhebliche bauliche MĂ€ngel vorliegen. Die Inhaberin ließ sich zur „freiwilligen“ Schließung â€žĂŒberreden“. Die Beamten der LebensmittelĂŒberwachung konnten bei den Kontrollen eine Reihe von HygienemĂ€ngeln feststellen, die zum Teil mit Verwarnungen vor Ort, MĂ€ngelberichten bis hin zum Erlass verwaltungsrechtlicher VerfĂŒgungen zur Beseitigung der MĂ€ngel abgegolten wurden. In einem Fall war zur weiteren Untersuchung eine Lebensmittelprobe vor Ort erforderlich. Bei der ÜberprĂŒfung der Mitarbeiter besteht in einem Fall der Verdacht, dass ein Gastwirt mehrere Mitarbeiter ohne Arbeitserlaubnis beschĂ€ftigt hat. Sollte sich der Verdacht bei den weiteren Ermittlungen erhĂ€rten, muss der Betreiber der GaststĂ€tte mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen (Ladenburg). Weiterhin wird in einem Fall wegen des Verdachts auf Leistungsmissbrauch und mehrere kleinere VerstĂ¶ĂŸe gegen verschiedene Sozialvorschriften ermittelt.

Heddesheim

Bei den ÜberprĂŒfungen wurden auch mehrere „Raucherlokale“ kontrolliert. Aufgrund der vorhandenen Speisekarten ergab sich der Verdacht, dass dort warme Speisen zubereitet und abgegeben werden, was jedoch nach dem Nichtraucherschutzgesetz nicht erlaubt ist. Die Betreiber wurden eindringlich auf die gesetzlichen Vorschriften hingewiesen. In einer Raucherkneipe hielt sich ein MinderjĂ€hriger auf, obwohl der Zutritt erst ab 18 Jahren erlaubt ist, sodass hier ebenfalls ein Bußgeld folgen wird.

Seckenheim

Drei GaststĂ€tten mussten nach der Kontrolle aus den unterschiedlichsten GrĂŒnden schließen: Der erste Wirt hatte zwei GaststĂ€tten unter seinem Namen angemeldet, wollte sich aber anscheinend die Personalkosten sparen und in beiden Lokalen die Aufsicht ĂŒbernehmen. Dies ist aber nach dem GaststĂ€ttenrecht nicht möglich, sodass der Mann gezwungen war, eine LokalitĂ€t zu schließen (Mannheim-Seckenheim).

In dem zehn Stunden dauernden Einsatz unter Beteiligung von fĂŒnf Beamten des Polizeireviers Ladenburg, der Polizeiposten Mannheim-Seckenheim und Heddesheim sowie sieben Beamten der o.g. Behörden wurden insgesamt 14 GaststĂ€tten und 29 Personen ĂŒberprĂŒft. Weitere Kontrollen dieser Art werden auch zukĂŒnftig stattfinden.“

Schuldzuweisungen statt gemeinsame LösungsansÀtze beherrschen Podiumsdiskussion

Diskussion um die NeckarbrĂŒcke / L597

VerhĂ€rtete Fronten: BĂŒrger wollen die BrĂŒcke, die Landesregierung kann sie nicht bezahlen.

Seckenheim/Ilvesheim/Rhein-Neckar, 30. September 2012 (red/ld) Schuldzuweisungen statt gemeinsame LösungsansĂ€tze beherrschten am Donnerstag die Podiumsdiskussion ĂŒber den Neubau der NeckarbrĂŒcke / L597 zwischen Edingen-Neckarhausen und Ladenburg zwischen Vertretern der Landespolitik und den Seckenheimer BĂŒrgern. Einigkeit herrschte nur ĂŒber die Unzumutbarkeit der Verkehrs- und Luftbelastung auf der Seckenheimer Hauptstraße.

(Alle Artikel zum Thema)

In Seckenheim drĂ€ngt die Zeit und drĂŒckt die Luft: Am liebsten wĂ€re es den Seckenheimern und Ilvesheimern, die neue NeckarbrĂŒcke wĂŒrde schon 2016 gebaut. Doch die bereits planfestgestellte BrĂŒcke zwischen Ladenburg und Edingen-Neckarhausen taucht in der PrioritĂ€tenliste der Landesregierung nicht auf. Gemeinsam kĂ€mpfen die beiden Gemeinden Ilvesheim und Seckenheim dafĂŒr, dass die Planfeststellung nicht verfĂ€llt.

Diese VerkehrsverhÀltnisse können der Bevölkerung nicht zugemutet werden,

schrieb OberbĂŒrgermeister Dr. Peter Kurz (SPD) in einem Brief an Ralph Waibel, Bezirksbeirat der SPD in Seckenheim. Er setze sich persönlich fĂŒr den Neubau der BrĂŒcke zwischen Ladenburg und Edingen-Neckarhausen ein. Die Verkehrsbelastung in Seckenheim habe seine Grenzen erreicht, zitiert Waibel weiter aus seinem Briefwechsel mit Herrn Kurz. Weiter bezeichnete Kurz den Neubau als:

(…) eine elementare Maßnahme und in ihrer AusfĂŒhrung weit fortgeschritten.

VerschĂ€rfte Probleme – verhĂ€rtete Fronten

Diese Deutlichkeit hĂ€tte sich Konrad Schlichter (CDU)  gerne frĂŒher vom Stadtoberhaupt gewĂŒnscht:

Die PrioritĂ€t der BrĂŒcke ist durch die Diskussionen im Laufe der Zeit immer weiter zurĂŒckgefallen.

Die Brisanz des Problems habe sich dagegen verschĂ€rft, hat der Ilvesheimer BĂŒrgermeister Andreas Metz herausgefunden. So sei die Prognose fĂŒr den Transitverkehr von Seckenheim nach Ladenburg ĂŒber Ilvesheim von damals 19.400 Fahrzeugen am Tag mit 20.o00 Fahrzeugen bereits jetzt ĂŒberschritten.

Das ist eine unzumutbare Belastung fĂŒr die Anwohner,

fasst Herr Metz das eigentliche Problem zusammen.

Einzige Lösung vs. Finanzloch

Der BrĂŒckenneubau scheint aus Sicht der Betroffenen die einzige Lösung des Problems zu sein, die LĂ€rm und Luftbelastung der beiden Gemeinden zu senken. Die grĂŒn-rote Landesregierung, vertreten durch den Landtagsabgeordneten Wolfgang Raufelder, verkehrspolitischer Sprecher der GrĂŒnen Landtagsfraktion sieht sich zudem einem schwierigen Erbe gegenĂŒber:

Wir haben ein Finanzloch vorgefunden.

Über 730 Straßenbauprojekte habe die schwarz-gelbe VorgĂ€ngerregierung ĂŒber die Jahre geplant, planfestgestellt und versprochen, ohne sich Gedanken um die Finanzierung zu machen. 600 Millionen Euro stehen der Landesregierung fĂŒr Straßen- und Verkehrsprojekte zur VerfĂŒgung. Davon sollen nicht nur die versprochenen Projekte finanziert werden:

Wir mussten bereits begonnene Projekte fortfĂŒhren, die von der alten Regierung nicht durchfinanziert wurden,

erklĂ€rte Raufelder. Bis 2016 könnten daher nur die zehn Projekte verwirklicht werden, die auf dem Priorisierungs- und Maßnahmenplan der Landesregierung von der UniversitĂ€t Stuttgart ausgearbeitet worden sind. Bis dahin mĂŒsse man versuchen, dem Problem mit verkehrsleitenden Maßnahmen Herr zu werden.

Plan noch nicht endgĂŒltig?

Helen Heberer, Landtagsabgeordnete von der SPD, bestĂ€tigt das große Volumen der ĂŒbernommenen Straßenbauprojekte:

Um umzusetzen, was schon alles zugesagt worden ist, brauchen wir acht bis zehn Jahre. Trotzdem kĂ€mpfen wir fĂŒr unseren Standort.

Die Umweltbelastung steigere sich von Jahr zu Jahr. Trotz der Priorisierung anderer Projekte sieht Heberer aber noch Hoffnung fĂŒr die BrĂŒcke. Die kĂ€me von einer Unterredung mit Verkehrsminister Winfried Hermann einen Tag zuvor:

Dieser Plan ist nicht endgĂŒltig, sagte er mir. Ich sehe da also noch Chancen.

Die Priorisierungsliste fĂŒhrt dagegen bei Birgit Sandner-Schmitt (FDP) zu UnverstĂ€ndnis: So so seien darin Projekte aufgefĂŒhrt, die noch gar nicht planfestgestellt sind, in Seckenheim und Ilvesheim wĂŒrde aber die LuftqualitĂ€t zunehmend schlechter. Dazu seien die Staus auf der Seckenheimer Hauptstraße nicht hinnehmbar:

Wir sind die Stadt, in der das Automobil erfunden wurde. Stockenden Verkehr finde ich da unmöglich.

Einigkeit herrscht zur Unzumutbarkeit der Belastungen

Insgesamt sind sich die Parteien einig: Die Umwelt-, Luft- und LĂ€rmbelastung auf der Durchfahrt zwischen Ilvesheim und Seckenheim sind nicht zumutbar. Uneinigkeit herrscht bei den Lösungen. Der BrĂŒckenneubau scheint alternativlos, aber in den nĂ€chsten Jahren nicht durchfĂŒhrbar. Die Alternativangebote der Landesregierung, durch intelligente Verkehrsleitung, ein LKW-Verbot in Seckenheim oder auf dem Weg zur jeweils anderen Gemeinde auf das Auto zu verzichten, werden nicht wahrgenommen.

Stattdessen konzentrieren sich die Diskutanten auf Schuldzuweisungen, warum es die BrĂŒcke immer noch nicht gibt:

Ihre Äußerung bei der Regionalversammlung, Herr Raufelder, fĂŒhrt zu Irritationen.

findet Konrad Schlichter. In der Verbandsversammlung habe Raufelder gegen die BrĂŒcke gestimmt und das Vorhaben so aufgehalten, klagt Sandner-Schmitt. Andreas Metz Ă€ußerte den Wunsch nach mehr Einigkeit der Stadt Mannheim, wenn es ĂŒber ihre Stadtgrenze hinaus ginge.

Raufelder will keine alten Schuhe anziehen

Raufelder weist die VorwĂŒrfe von sich:

Den Schuh werde ich mir nicht anziehen, dass wir jetzt die Projekte noch nicht verwirklicht haben, die die Regierung vorher 40 Jahre lang nicht verwirklich hat.

Man mĂŒsse, mahnte er, auch mit Edingen-Neckarhausen sprechen. Dort wohnen Menschen, die zur Not gegen das Projekt klagen wollen, wegen Wertverlusts ihrer Immobilien und wegen der befĂŒrchteten LĂ€rm- und Umweltbelastung fĂŒr die Gemeinde. Man mĂŒsse auch Edingen-Neckarhausen mit ins Boot holen, fand auch Heberer und Metz pflichtete bei, dass nicht alle Menschen dort gegen die BrĂŒcke seien, und dass den Bedenken der Bewohner Rechnung getragen werden solle.

Wertverlust und bleibender Ärger

BĂŒrger bleiben ratlos, wie es weiter geht:

Wir haben eine Stunde lang nur in der Vergangenheit gerĂŒhrt.

wundert sich Hans-Peter Alter (SPD) aus dem Publikum. Ihn interessiere, was die Teilnehmer der Runde denn noch tun könnten, um die Situation zu verbessern. Die L597 sei ohne die BrĂŒcke nie so gebaut worden, wie sie heute ist, wirft ein anderer Zuhörer ein. Die Bedenken der Neckarhausener empörten eine BĂŒrgerin:

Das ist grotesk! Die Hauptstraße ist nicht mehr zumutbar, unsere HĂ€user sind wertlos und unsere Nerven auch.

Das Problem werde auch dadurch verschĂ€rft, dass Lkw und Autos auf dem Weg nach Heidelberg ĂŒber die Haupstraße statt ĂŒber die Umgehungsstraße fahren. Die, so habe sie beobachtet, werde kaum genutzt.

Einig sind sich die Parteien nur bei dem Problem, nicht aber bei dessen Lösung: So beharren Schlichter, Weiss, Metz und Sandner-Schmitt auf der BrĂŒcke. Raufelder bietet mit Fahrverboten fĂŒr Lkw und Geschwindigkeitsbegrenzungen einen Weg an, den Verkehr aus dem Stadtbereich zu nehmen. Eine Maßnahme, die seiner Ansicht nach schon vor 2016 Linderung bringen könnte.

 

StaatssekretÀrin Dr. Gisela Splett macht sich ein Bild der Verkehrslage

Fotostrecke: Ortsbesichtigung

Edingen-Neckarhausen/Ilvesheim/Seckenheim, 28. September 2012. (red) Vor einer Woche hat die StaatssekretÀrin Dr. Gisela Splett die Neckargemeinden Edingen-Neckarhausen und Ilvesheim sowie den Mannheimer Stadtteil Seckenheim besucht, um sich vor Ort ein Bild der Verkehrslage zu machen und mit Bewohnern und politischen Vertretern zu sprechen. Wir dokumentieren den Vor-Ort-Termin im Bild.

 

 

Dokumentation

NeckarbrĂŒcke: Positionen, RealitĂ€ten, Aussichten

Ilvesheim/Edingen-Neckarhausen/Seckenheim/Rhein-Neckar, 28. September 2012. (red) Vor einer Woche hat die StaatssekretĂ€rin Dr. Gisela Splett die beiden Neckargemeinden Ilvesheim und Edingen-Neckarhausen sowie den Mannheimer Stadtteil Seckenheim besucht, um sich vor Ort ein Bild ĂŒber die Dringlichkeit einer seit Jahrzehnten geplanten NeckarbrĂŒcke zwischen Neckarhausen und Ladenburg zu machen. Wir dokumentieren die Positionen, die im Ilvesheimer Rathaus von den verschiedenen Seiten vertreten wurden.

StaatssekretÀrin Dr. Gisela Splett stellt die Sicht des Verkehrsministeriums dar.

Wolfgang Raufelder, MdL und GrĂŒner Stadtrat in Mannheim mit seiner Sicht auf Seckenheim

MdL Uli Sckerl ĂŒber das schwere Erbe der CDU-VorgĂ€ngerregierung und den Haushalt

Der Ilvesheimer BĂŒrgermeister Andreas Metz fragt nach

Die Frage der Priorisierung

SpielrÀume, um die Verkehrsbelastung zu senken

GemeinderĂ€te kommen zu Wort – Sckerl regt sich ĂŒber „politische Spielchen“ auf

Wird die L597-NeckarbrĂŒcke noch gebaut?

Mannheim/Ilvesheim, 26. September 2012 (red/ld) Rund 150 Bürger aus Ilvesheim und Seckenheim demonstrierten gestern für die lang ersehnte Neckarbrücke zwischen Ladenburg und Edingen Neckarhausen, im Anschluss an die L597. Die neue Brücke soll Entlastung bringen. Doch die Landesregierung hat kein Geld für das Projekt. Spätestens 2020 muss die Brücke gebaut werden, sonst läuft die Planfeststellung aus.

Von Lydia Dartsch

Demonstranten treffen sich auf der  Neckarbrücke zwischen Ilvesheim und Mannheim-Seckenheim.

Die Neckarbrücke zwischen Ilvesheim und Seckenheim soll entlastet werden, fordern die Bürger.

 

Schon vom Ilvesheimer Neckarufer aus sind die Demonstranten für die Brücke aus Seckenheim zu hören: Mit Trillerpfeifen und Vuvuzelas treffen sie sich in der Brückenmitte mit der Ilvesheimer Fraktion. Dann geht es weiter Richtung Ilvesheim, über die Brückenstraße und die Schlossstraße ans Rathaus.

Ilvesheim braucht die „Neue Neckarbrücke / L597

gibt dort ein Banner an der Rathausfassade die Forderung der Bürger wieder. Gemeinderat Peter Riemensperger (Freie Wähler) Ilvesheim argert sich:

Seit 60 Jahren wird uns die Brücke versprochen. Bis heute ist sie nicht realisiert worden.

Es freut ihn, dass von den 200 angemeldeten Demonstranten so viele gekommen sind. Auch die Resonanz einer Unterschriftensammlung in Seckenheim und Ilvesheim stärkt ihm den Rücken.

1.500 Unterschriften habe allein ich gesammelt. Viele Listen liegen noch in den Geschäften aus,

Wie viele Unterschriften es am Ende sein werden, könne er daher noch nicht sagen.

Demonstranten für eine neue Neckarbrücke zwischen Ladenburg und Edingen-Neckarhausen

Die Demonstration war eher ein Aufstand der alten. Überwiegend machten Teilnehmer weit jenseits der „50“ mit – die Autofahrergeneration.

 

Der Stadtverkehr soll entlastet werden, hoffen die aufgebrachten Bürger. Laut einer Zählung der Stadt fahren 33.000 Fahrzeuge täglich allein über die Ilvesheimer Brücke. Im Planfeststellungsverfahren von 2008 war die Verkehrsbelastung im Jahr 2020 auf nur 26.000 Fahrzeuge geschätzt.  Riemensperger sagt empört:

Wir haben die Marke also heute schon übertroffen.

Staus, Lärm und Lkws, die durch Ilvesheim müssen, sind die Folgen. Würde die Brücke zwischen Ladenburg und Edingen-Neckarhausen gebaut, soll das deutlich weniger werden.

Der Neckarbrücke droht das Aus

23 Millionen Euro soll der Bau der Brücke kosten. 380 Millionen Euro groß ist das Budget der Landesregierung für Straßenbauprojekte für die nächsten zehn Jahre. Das Verkehrsministerium in Stuttgart hatte deshalb einen Prioritätenkatalog erarbeitet mit Straßenbauprojekten, die mit dem Geld in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Die Neckarbrücke ist dort allerdings nicht vertreten. Sie wurde auf die Warteliste gesetzt – wie alle Projekte über 20 Millionen Euro.

Jetzt fürchten die Ilvesheimer und Seckenheimer, die 2008 durchgeführte Planfeststellung könnte 2020 endgültig ablaufen, wenn nicht vorher mit dem Bau begonnen würde:

Dann wäre das Projekt durch die Hintertür gestorben,

so Riemensperger. Wenn das geschehe, wären die zweieinhalb Millionen Euro, die die Planfeststellung gekostet hatte, umsonst ausgegeben worden.

Ein Banner am Ilvesheimer Rathaus fordert die "Neue Neckarbrücke / L597"

Transparent am Rathaus in Ilvesheim.

 

Vor dem Rathaus entlädt sich die Aufregung der Demonstranten:

Die Zeit drängt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass noch jemand ein Planfeststellungsverfahren anregen wird,

machte Riemensperger deutlich. Winfried Hermann, dem Minister für Verkehr und Infrastruktur, habe die Bürgerinitiative die Unterschriftenliste übergeben wollen. Doch der wolle sie nicht annehmen. Immer wieder haben sie ihn eingeladen, bekräftigt Riemensperger.

Buuhh!

ist von den Demonstranten zu hören.

Es kann nicht sein, dass Hamster besser leben als Menschen,

ruft Jürgen Zink von der Bürgerinitiative Seckenheim in Anspielung auf artenschutzrechtliche Fragen den Demonstranten entgegen und erntet laute Zustimmung durch Klatschen und Zurufen.

Es ist gut, dass Sie von Ihrem Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch machen,

begrüßte der Ilvesheimer Bürgermeister Andreas Metz die Demonstration.

Unterstützt wurde die Kundgabe parteienübergreifend von FDP-Stadtrat Volker Beisel, MdL Georg Wacker (CDU) sowie der MdL Helen Heberer (SPD), die sich spontan bereit erklärte, die Unterschriftenliste im Ministerium zu übergeben.

Hoffnung macht Riemensperger und der Bürgerinitiative eine Äußerung von Staatssekretärin Gisela Splett vom vergangenen Freitag, den 21. September.

Sie sagte uns, man wolle das Planfeststellungsverfahren nicht verfallen lassen,

Einen Plan, wie es weiter gehen könnte, habe sie ihm aber nicht verraten:

Wir wollen uns nicht abspeisen lassen mit halbherzigen Lösungen.

Die Ilvesheimer Demonstranten für eine neue Neckarbrücke an der L597

Peter Riemensberger (blaues T-Shirt) freut sich über 150 Demonstranten, die sich für einen Brückenneubau einsetzen.

RettungskrÀfte simulieren Strömungs- und Höhenrettungen

Die Osterflut von Weinheim

Rhein-Neckar, 10. April 2012. (red/pm) Am Wochenende retteten Mitglieder von DLRG, Feuerwehren, Bergwacht und THW Menschen aus Autos im Wasser, verunfallte Kanuten aus der Weschnitz, seilten verunglĂŒckte Opfer ab – die vier Tage lange Übung der Rettungsspezialisten simulierte sehr reale Unfallszenarien. Die rund 30 EinsatzkrĂ€fte aus dem ganzen Bundesgebiet trafen sich ĂŒber Ostern zu einer bisland einzigartigen GroĂŸĂŒbung von Strömungs- und Höhenrettern. Und die Erfahrungen waren vielfĂ€ltig.

Von Torsten Ahl

Schwindelerregende Höhen sind fĂŒr sie nicht ungewöhnlich, fĂŒr einen Teil von ihnen aber auch reißende BĂ€che oder von Hochwasser ĂŒberschwemmte FlĂ€chen.

Aus Höhen von 12-16 Metern seilen sich die Höhenretter mit den zu rettenden Opfern ab.

Die „96h – Die Osterflut von Weinheim“ brachte ĂŒber 30 ehrenamtliche und hauptamtliche Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet zu einer in Deutschland bisher einzigartigen gemeinsamen Übung von Strömungs- und Höhenrettern zusammen. Über das gesamte Osterwochenende tauschten sich EinsatzkrĂ€fte von Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), Bergwacht, Feuerwehren, Wasserwacht und Technischem Hilfswerk (THW) ĂŒber ihre Erfahrungen in diesen Spezialgebieten aus.

Organisiert wurde diese Übung vom Wasserrettungsdienst Nordbaden der DLRG und deren Ortsgruppe Weinheim. Von ihrem Basislager am Weinheimer Waidsee aus, starteten die Teilnehmer zu Übungsteilen in Ludwigshafen, Ilvesheim und Birkenau.

Rettungsspezialisten in der Strömung und der Höhe

Höhenretter kommen immer dann zum Einsatz, wenn Menschen z.B. von KrĂ€nen oder TĂŒrmen, aus tieferen BaustellenschĂ€chten oder von GerĂŒsten gerettet werden mĂŒssen und herkömmliche Rettungstechniken oder GerĂ€te wie Drehleitern nicht ausreichend sind.

Matthias Starker, Einsatzleiter und Seiltechnikausbilder bei der DLRG-Ortsgruppe Weinheim erklĂ€rt, warum seine Helfer fĂŒr EinsĂ€tze in durch Regen stark ĂŒberfluteten BĂ€chen, Hochwassern oder fĂŒr Rettungen aus Wildwasserschluchten geeignet sind:

Als Strömungsretter vereinen wir Techniken aus dem Bereich Höhenrettung mit denen des Rettungsschwimmens und aus dem Canyoning-Sport.

Die Strömungsrettung ist dabei die jĂŒngere Disziplin der beiden Spezialrettungsarten und erfĂ€hrt durch immer unberechenbarere Naturereignisse eine immer grĂ¶ĂŸere Verbreitung.

Das gemeinsame viertĂ€gige Training verfolgt laut Axel Manz, Ausbilder fĂŒr Spezialtrettungsverfahren beim THW und gemeinsam mit Starker Übungsleiter, weitaus grĂ¶ĂŸere Ziele als das Nebeneinander der Fachdienste.

Schnellst- und bestmöglichste Hilfe

„Wir wollen diese sehr eng verwandten Fachgebiete stĂ€rker miteinander verzahnen, weil wir erkannt haben, wie sehr wir voneinander lernen können“, betont Manz, dass Menschen in Notlagen von dem Engagement der zumeist ehrenamtlichen Retter profitieren können:

Jeder von uns erkennt in solch einer Übung, wo seine eigenen Grenzen sind und was sein Teampartner leisten kann. Gemeinsam erreichen wir eine best- und schnellstmögliche Hilfe fĂŒr die Betroffenen.

Diese „AHA-Effekte“ fĂŒr alle Teilnehmer stellen sich bereits am Karfreitag auf dem GelĂ€nde des THW in Ludwigshafen ein. Dessen Helfer hatten sich trotz des Feiertags gerne Zeit genommen, um die verschiedenen Seil- und Rettungstechniken kennenzulernen.

An dicken Seilen gesichert, geht es die 16 Meter einer Strickleiter unterhalb des THW-Krans in die Höhe oder vom nahen Übungsturm gemeinsam mit einem VerunglĂŒckten rund 12 Meter hinunter. „Schon hier haben die Teilnehmer gesehen, dass unterschiedliche Wege zum gleichen Ziel fĂŒhren, aber im Ergebnis ebenso sicher sein können“, urteilt Manz am Ende ĂŒber den ersten und die folgenden Übungstage.

Schnell raus aus dem kalten Wasser - doch das ist bei der reissenden Strömung gar nicht so einfach!

Den hohen Stellenwert der Sicherheit bei Übungen und EinsĂ€tzen dieser Art, erleben vor allem die OsterspaziergĂ€nger an der BrĂŒcke ĂŒber den Alten Neckar zwischen Ilvesheim und Mannheim-Seckenheim. Diese ist fĂŒr zwei Tage das Trainingsgebiet.

Katastrophenszenario bei schönstem Wetter

Trotz des strahlenden Sonnenscheins dick in Schutz- oder NeoprenanzĂŒge, Klettergurte und zum Teil Schwimmwesten eingepackte Retter mit Helmen spannen zwischen den BrĂŒckenpfeilern Seile oder fixieren diese am GelĂ€nder, immer unter dem wachsamen Auge mindestens eines Kollegen und mit einem zweiten Karabiner gesichert. Mit der so genannten Schleifkorbtrage befördern die Retter ihre Patienten in rund acht Metern Höhe sicher auf die andere Uferseite.

Andere seilen sich aus etwa fĂŒnfzehn Metern von der BrĂŒckenfahrbahn gezielt zu den im Wasser treibenden Verunfallten ab und werden mit ihnen durch die kalte und starke Strömung mitgerissen. WurfsĂ€cke fliegen durch die Luft – an den darin enthaltenen Leinen werden Retter und Patient zurĂŒck an Land gezogen.

Auch vierbeinige Helfer werden fĂŒr den Notfall trainiert.

In den Strömungsrettungsaufgaben trainieren die Helfer das Schwimmen in diesem, von Steinen direkt unter der WasseroberflĂ€che unberechenbar gemachten, GewĂ€sserabschnitt. Gespannt sind die Zuschauer auf und unter der BrĂŒcke vor allem auf die Rettung aus einem Fahrzeug.

Unberechenbares Wasser

Die DLRGler und ihre MitĂŒbenden mĂŒssen schwimmerisch ein mit zwei Personen besetztes Wrack erreichen, ein Sicherungsseil anschlagen und trotz des wilden Gezerres der Wassermassen die Betroffenen sicher an Land verbringen.

Gegen Abend zeigen die Retter, was sie bei der Übung noch alles erlernt haben. Mit einem selbst gebauten Seilzug und viel Muskelkraft bergen sie ihr Übungswrack unter den neugierigen Blicken der Passanten wieder zurĂŒck an Land.

In der großen AbschlussĂŒbung kurz vor dem hessischen Birkenau, „verunfallen“ schließlich am Montag zwei Kanuten an einem Wehr der Weschnitz.

Die Strömungs- und Höhenretter mĂŒssen ihre die Patienten schnell erreichen, festhalten und vor weiterer UnterkĂŒhlung sichern. Andere Helfer bauen derweil ĂŒber den circa sechs Meter hohen Hang hinunter ein SchrĂ€gseil auf, an dem die stets betreuten VerunglĂŒckten auf den nĂ€chsten Weg und damit zum rettenden Einsatzwagen gebracht werden können.

Jetzt heißt es schnell sein, um den "Verunfallten" vor UnterkĂŒhlung zu schĂŒtzen.

Auch hier kommen die Teilnehmer nochmals richtig ins Schwitzen – trotz des kalten Bergwassers aus dem Odenwald.

Die Übenden loben denn auch das viertĂ€gige intensive Programm, das Manz und Starker gemeinsam mit Vertretern der DLRG-Gruppen Weinheim, Leimen, NeckargemĂŒnd und Mannheim auf die Beine gestellt haben.

Viele kleine und große Überraschungen

„Besonders die variantenreichen Übungsstellen mit ihren immer wieder kleineren und grĂ¶ĂŸeren Überraschungen boten fĂŒr jeden Schwierigkeitsgrad etwas“, zollt Andreas Tegethoff, Beobachter der Übung und Ausbilder fĂŒr Höhenretter bei der Freiwilligen Feuerwehr in Altenbeken, den Kollegen Respekt.

„Das Alles wĂ€re nicht möglich gewesen, ohne die UnterstĂŒtzung des THW in Ludwigshafen und des Ilvesheimer BĂŒrgermeisters Andreas Metz und der Ilvesheimer Minigolfanlage“, gibt Starker den Dank auch gleich an zwei der eingebundenen Stellen weiter. Diese hatten durch ihr VerstĂ€ndnis, eine Übung an diesen hohen Feiertagen durchzufĂŒhren, erst den Weg fĂŒr diese einzigartige Veranstaltung gebahnt.

„NatĂŒrlich ist es schwer, solche ehrenamtlichen Spezialisten fĂŒr einen so langen Zeitraum und mit einer so weiten Anreise an einem Ort zusammen zu bekommen. Da bleiben nur Feiertage wie Ostern oder Pfingsten“, dankte der Seiltechnikausbilder auch den Passanten fĂŒr ihr VerstĂ€ndnis, dass es hie und da auf dem Fußweg der BrĂŒcke doch zu kleineren Behinderungen kam. Starker ist ĂŒberzeugt:

Aber ich gehe davon aus, dass die Leute wussten, dass wir ja fĂŒr Ihre Sicherheit unsere Freizeit und unser Engagement eingebracht haben.

Breite Nachwuchsförderung

Die Bedeutung der Übung im Zusammenhang mit dem derzeit in Mannheim laufenden Kampf um das Hallenbad Seckenheim, betonte Torsten Ahl, Pressesprecher der Veranstaltung und des AktionsbĂŒndnisses „Erhalt Mannheimer BĂ€der“.

Was wir an diesem Wochenende gesehen haben, ist ohne eine breite Nachwuchsförderung nicht möglich. Ohne ausreichende BÀderkapazitÀten werden wir nicht mehr wie bisher aus den vielen, vielen SchwimmanfÀngern und spÀter Rettungsschwimmern genug Nachwuchs gewinnen können!

Derartige Spezialisten fĂŒr den Wasserrettungsdienst könnten dann nicht mehr ausgebildet werden, fordert Ahl den Mannheimer Gemeinderat auf, seine derzeitige Position zum Wassersport zu korrigieren. Andernfalls sieht der DLRG-Mann nachhaltige Einbusen fĂŒr die Sicherheit der Mannheimer Bevölkerung.

Schlimmstenfalls mĂŒsse der Verlust von Menschenleben beklagt werden, so Ahl.

Das AktionsbĂŒndnis aus mehr als sechzehn Vereinen und Institutionen setzt sich fĂŒr den Erhalt des Hallenbades Seckenheim und eine dauerhafte flĂ€chendeckende Versorgung von Mannheims Kindern und Jugendlichen, BĂŒrgern und Vereine mit geeigneten Schwimmeinrichtungen ein.

Anm. d. Red.: Thorsten Ahl ist Pressesprecher der DLRG Mannheim.
Hinweis: Unsere Bildergalerie finden sie im Rheinneckarblog…

Festwochenende: Polizeirevier Ladenburg im Großeinsatz


Der BdS lÀdt am Wochenende zu "Ladenburg bewegt" ein. Bild: ladenburgblog.de

Guten Tag!

Heddesheim/Ladenburg/Seckenheim, 24. Juni 2011. Am Wochenende wird das Polizeirevier Ladenburg viel zu tun haben – in Heddesheim und Seckenheim ist Straßenfest, Ladenburg wird vom BdS „bewegt“ und „tafelt“. Die Polizei appelliert an die Vernuft – vor allem der Straßenfestbesucher. FĂŒr Ladenburg sieht man die Einsatzlage „entspannt“.

Von Hardy Prothmann

Reinhold Dionysius ist entspannt: „Ich gehe davon aus, dass sich unser Konzept bewĂ€hrt“, sagt der Leiter des Heddesheimer Polizeipostens. Eigentlich ist der Posten mit drei Personen besetzt: „Vor allem am Samstagabend sind wir doch ein paar mehr – wie viele kann ich aus einsatztaktischen GrĂŒnden nicht sagen“, erklĂ€rt Dionysius, der den Einsatz leiten wird.

Wenn das Straßenfest am Vormittag startet, wird der Polizeihauptkommissar alleine „prĂ€sent“ sein. Am spĂ€teren Nachmittag kommen Kollegen aus Ladenburg und Mannheim dazu: „Dann werden die Kollegen in Teams das Straßenfest bestreifen. Wir zeigen PrĂ€senz, aber zurĂŒckhaltend, die Leute wollen und sollen ja feiern können.“

Alkohol bei Jugendlichen im Blick

Trotzdem wird die Polizei ein sehr wachsames Auge auf den Alkoholkonsum haben: „Eins ist klar: In Sachen ĂŒbermĂ€ĂŸigem Alkoholgenuss, vor allem bei Jugendlichen werden wir sehr genau hinschauen.“

Und auch die Standbetreiber sind im Blick: „Wir haben in der Vorbereitung sehr deutlich darauf hingewiesen, dass die Betreiber angehalten sind, stark alkoholisierten Personen keine weiteren alkoholhaltigen GetrĂ€nke auszuschenken und sehr genau darauf zu achten, was an Jugendliche ausgeschenkt wird.“ Der umgĂ€ngliche Polizist will trotz aller Freundlichkeit keinen Zweifel lassen: „Sollten wir VerstĂ¶ĂŸe feststellen, ergreifen wird geeignete Maßnahmen.“

PrÀventiv und deeskalierend

Aus Sicht der Polizei will diese das Straßenfest nur begleiten: „Unser Ansatz ist prĂ€ventiv und deeskalierend. Wir suchen das GesprĂ€ch, klĂ€ren auf, werden aber auch AlkoholgetrĂ€nke abnehmen, wenn diese nicht zum Alter der Jugendlichen passen.“ Und wenn nun ein 18-jĂ€hriger beispielsweise Schnaps „besitzt“? „Das hĂ€ngt vom Einzelfall ab – klar darf der VolljĂ€hrige den Schnaps haben und trinken. Wenn wir allerdings den Eindruck haben, dass jemand solche GetrĂ€nke an MinderjĂ€hrige weitergibt, werden wir das unterbinden.“

Das Straßenfest Heddesheim 2010 verlief friedlich - so soll es auch dieses Jahr sein.

Rucksackkontrollen können auch stattfinden, „aber nur im Verdachtsfall“. Wer negativ auffĂ€llt, riskiert einen Platzverweis. „Insgesamt hoffen wir auf ein vernĂŒnftiges Verhalten der Festteilnehmer, dann mischen wir uns auch nicht ein“, sagt Dionysius. „Als Privatmann kann ich jeden verstehen, der gerne feiern möchte und habe gar nichts dagegen. Als Polizeibeamter habe ich die öffentliche Ordnung und den Schutz aller GĂ€ste im Blick. ÜbermĂ€ĂŸiger Alkoholgenuss ist leider oft Ursache fĂŒr SachbeschĂ€digungen oder Gewalt. Ich appelliere daher an die Vernunft jedes einzelnen, auf sich und seine Freunde zu achten und an die Vereine, verantwortungsvoll zu handeln.“

AuswÀrtige GÀste?

Ein weiteres „Problem“ ist identifiziert. In KĂ€fertal entfĂ€llt eine Veranstaltung. FĂŒr Heddesheim und Seckenheim rechnet die Polizei deshalb eventuell mit zusĂ€tzlichen GĂ€sten „von außerhalb“ – in der Vergangenheit hat es dabei mĂ€chtig Ärger gegeben: „Wir haben das im Blick, sind darauf eingestellt und werden frĂŒhzeitig reagieren“, sagt Michael Frank, Leiter des Seckenheimer Postens.

In Seckenheim wird mehr oder weniger dasselbe Konzept wie in Heddesheim zum Tragen kommen.

Alkohol-Scouts in Seckenheim

Allerdings setzt man hier von kommunaler Seite und durch die Vereine selbst auf zusĂ€tzliche PrĂ€vention. „Alkohol-Scouts“, ehrenamtliche Mitarbeiter „bestreifen“ zusĂ€tzlich das Fest und sprechen vor allem Jugendliche gezielt an. Instruiert werden die Helfer durch Roland Matzke von der KriminalprĂ€vention und der Sucht-Expertin Astrid Zapf-Freudenberg, die weiß, dass solche Ansprachen nicht jeden Missbrauch verhindern können, aber eine deutliche Reduzierung herbeifĂŒhren. (Lesen Sie dazu unter Interview mit Astrid Zapf-Freudenberg: Das Thema Alkoholmissbrauch wird immer jĂŒnger.)

Besonders aufmerksam wird die Polizei ab 22:00 Uhr werden: „Es wird dunkel, es wurde schon getrunken, da werden wir besonders achtsam sein mĂŒssen“, sagt Reinhold Dionysius, der damit rechnet, dass „wir eventuell bis 03:00 Uhr im Einsatz sein werden“. Das Fest geht offiziell zwar nur bis um 01:00 Uhr, „aber bis sich alles verlaufen hat und wir mit Kehraus fertig sind, dauert das erfahrungsgemĂ€ĂŸ noch etwas.“

Entspannte Lage in Ladenburg

FĂŒr Ladenburg sieht Revierleiter Frank Hartmannsgruber eine entspannte Lage: „Das Publikum wird deutlich Ă€lter sein als bei den Straßenfesten und wir rechnen nicht damit, dass wir hier groß gefordert werden.“

Der Bund der SelbstĂ€ndigen prĂ€sentiert 40 teilnehmende Betriebe mit „Ladenburg bewegt“ und die Gestronomen laden zu „Ladenburg tafelt“ ein – am Abend wird es auf dem Marktplatz zwar auch Live-Musik geben und damit Partystimmung aufkommen, aber ganz entspannt: „Vergangenes Jahr hatten wir eine fast karibische AtmosphĂ€re auf dem Marktplatz mit einem „lauen LĂŒftchen“, toller Musik und ganz entspannten GĂ€sten – da freu ich mich schon wieder drauf“, sagt Andreas Knoth, Betreiber des Kaffeehaus Ladenburg.

Der Polizeirat Hartmannsgruber, der seit Oktober 2009 das Revier in Ladenburg leitet, war seitdem fast immer bei Großveranstaltungen prĂ€sent, um sein Revier kennenzulernen – und um sein FĂŒhrungskonzept umzusetzen. Er ist mit der Arbeit seiner Beamten sehr zufrieden und nimmt sich deshalb frei: „Meine Kollegen Dionysius und Frank sind erfahrene Polizisten und ich weiß die EinsĂ€tze in guten HĂ€nden.“

Polizei: Sieben neue auf einen Streich


Ladenburg/Edingen-Neckarhausen/Heddesheim/Ilvesheim/Seckenheim, 04. Mai 2011. (red) Beim Polizeirevier Ladenburg arbeiten sieben neue Polizeibeamte. FĂŒnf davon wurden gestern im Rathaus vom BĂŒrgermeister empfangen – zwei ruhten sich von der Nachtschicht aus. Die „NeuzugĂ€nge“ erwartet ein spannendes Revier – nicht so sehr, weil es hier so viele „böse Buben“ gĂ€be, sondern, weil es vielfĂ€ltige Aufgabenstellungen gibt. Und dazu ein modern gefĂŒhrtes Revier.

Von Hardy Prothmann

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler empfing gestern eine Polizistin und vier Polizisten im Rathaus – stellvertretend fĂŒr die anderen BĂŒrgermeister des Einzugsgebiets des Ladenburger Polizeireviers (Edingen-Neckarhausen, Heddesheim, Ladenburg, Seckenheim, Ilvesheim). Zwei der insgesamt sieben „NeuzugĂ€nge“ hatten Nachtschicht gehabt und waren deshalb nicht zugegen.

Gute Zusammenarbeit

Der BĂŒrgermeister betonte die enge und gute Zusammenarbeit der Stadt, dem kommunalen Vollzugsdienst, der Jugendarbeit und der Polizei und deren wichtige Aufgabe innerhalb der Kommunen.

Im Vergleich zu einer Großstadt wie Mannheim ist der Revierbereich eher „ein ruhiges Pflaster“ (siehe KriminalitĂ€tsbericht). Aber natĂŒrlich gibt es fĂŒr die Polizisten hier vielfĂ€ltige Aufgaben zu erledigen, angefangen beim Verkehr, ĂŒber EinsĂ€tze bei den vielen Veranstaltungen in Ladenburg bis hin zur AufklĂ€rung von Straftaten, die natĂŒrlich auch in Ladenburg und anderen Kommunen begangen werden.

Die neuen Beamten ersetzen Kollegen, die pensioniert worden sind oder nun in anderen Dienststellen arbeiten. Unterm Strich verstÀrken sie aber das Revier mit einer Stelle. Aktuell gibt es 68 besetzte Haushaltsstellen im Revier (zuvor 67, bei 71 SollstÀrke). ZusÀtzlich sind beim Revier auch immer Praktikanten tÀtig, aktuell drei.

FĂŒnf der sieben neuen Kollegen wurden durch den "Chef", Frank Hartmannsgruber (2. v. r.) vorgestellt und von BĂŒrgermeister Ziegler (1.v.r.) empfangen.

„Die neuen Beamten kommen ausnahmslos aus dem Raum“, sagt Revierleiter Frank Hartmannsgruber. Das erleichtert fĂŒr die neuen natĂŒrlich „die Orientierung“. Alle waren auch beim vergangenen Einsatz zur „Walspurgisnacht“ beteilgt.

Einige haben bereits am 01. MĂ€rz begonnen, die meisten am 01. April 2011. „Mich freut persönlich, dass die Kollegen jung sind, das wird sich positiv auswirken“, sagt Herr Hartmannsgruber. Das Alter liegt zwischen Ende 20 und Mitte 30.

Frank Hartmannsgruber bei seinem Amtsantritt 2009. Archivbild: ladenburgblog.de

Junge Kollegen – junger Chef.

Das könnte er auch ĂŒber sich sagen. Als Frank Hartmannsgruber Ende 2009 das Revier als Leiter ĂŒbernommen hat, war er 35 Jahre alt. Er hat im „mittleren Dienst“ begonnen und sich „hochgeschafft“, zwei Studien absolviert und ist heute Polizeirat. Ein LeistungstrĂ€ger, der viel von sich und mit Sicherheit auch von seinen Kollegen erwartet.

Kein Großeinsatz findet ohne seine Beteiligung statt. Oft leitet er die EinsĂ€tze, gibt aber auch die Verantwortung ab, beispielsweise zur Zeit hĂ€ufig an seinen Stellvertreter Steffen Hildebrand, der im Rahmen seiner Ausbildung als FĂŒhrungskraft noch bis September 2011 in Ladenburg Erfahrung sammeln soll, bis der eigentliche Stellvertreter, Walter Berka, zurĂŒckkommt. Herr Berka verstĂ€rkt zur Zeit die Pressestelle des PolizeiprĂ€sidiums in Mannheim.

Modern gefĂŒhrtes Revier.

Die NeuzugĂ€nge werden ein modern gefĂŒhrtes Revier vorfinden. PrĂ€senz, PrĂ€vention und Information sind drei Schwerpunkte, die Revierleiter Frank Hartmannsgruber konsequent eingefĂŒhrt und umgesetzt hat. Aus Sicht der Polizeibeamten eine positive Entwicklung, denn die Aufgaben sind „vielfĂ€ltiger“ geworden, die hohe PrĂ€senz und Ansprechbarkeit hat den direkten, positiven Kontakt zu Bevölkerung gestĂ€rkt. Die PrĂ€vention greift ebenfalls und wird sich in der Statistik sicherlich positiv niederschlagen.

Insgesamt, so hört man allerorten, kommt der FĂŒhrungsstil sehr gut an und als jemand, der hĂ€ufig beruflich mit der Polizei zu tun hat, kann ich das nur bestĂ€tigen. Der Umgang ist immer korrekt und darĂŒber hinaus sehr freundlich – mit allen Beamten. Nach zwanzig Jahren Berufserfahrung als Journalist kann ich mich auch an andere Zeiten und Erfahrungen erinnern – zwar nicht in Ladenburg, dafĂŒr an vielen anderen Orten.

Polizeioberkommissar Steffen Hildebrand leitet fĂŒr sechs Monate als Stellvertreter das Revier Ladenburg. Bild: Polizei

Positive Entwicklung.

Diese Entwicklung, die die Polizei durchmacht, ist sehr positiv. Selbst die, die sich „hĂ€ufiger“ durch „Kontrollen gestört“ fĂŒhlen könnten, also Jugendliche, scheinen auf den „neuen Stil“ gut anzusprechen – zumindest hören wir das im Kontakt mit der Jugend.

Freundlichkeit mit „NachlĂ€ssigkeit“ zu verwechseln, wĂ€re ein Fehler. Frank Hartmannsgruber ist Polizist durch und durch: „Wer sich korrekt verhĂ€lt, bekommt auch keinen Ärger„, hat er mal in einem Interview mit uns gesagt. Umgekehrt heißt das: Wer „Ärger“ sucht, bekommt den auch. Mit Sicherheit. Doch das ist keine Drohung, sondern nur eine freundlich gemeinte Feststellung. Und es ist ein offener Umgang mit Kritik, die zuvor am Verhalten der Polizei geĂ€ußert worden war. Statt Kritik abzuweisen, wird diese ernst genommen und man setzt sich damit auseinander. Das ist vorbildlich.

Sicherheit ist das Hauptanliegen von Herrn Hartmannsgruber – fĂŒr die Bevölkerung, aber auch fĂŒr die Beamten. Bei der PrĂ€sentation der neuen Kleidung hat er sich sichtbar mit den Kollegen ĂŒber die schicken neuen Uniformen gefreut. Ebenso ĂŒber den Tragekomfort, denn das ist Arbeitskleidung und noch mehr ĂŒber Sicherheitsfunktionen wie zahlreiche Reflektoren, durch die die Beamten bei schlechter Sicht zusĂ€tzlich (prĂ€ventiv) im Straßenverkehr geschĂŒtzt werden. Frank Hartmannsgruber selbst wurde mal im Dienst Opfer eines Unfalls und weiß „ganz praktisch“, warum er sich um die Sicherheit der Beamten sorgt.

Landeseinheitlicher Schichtdienst – vielfĂ€ltige lokale Aufgaben.

Den Dienstplan kennen die neuen Kollegen – der heißt „landeseinheitlicher Schichtplan“ und funktioniert so. Der Einsatz beginnt mit dem SpĂ€tdienst. Der dauert von 12:00 Uhr Mittag bis 19:00 Uhr am Abend. Dann hat man bis zum kommenden Morgen frei. Um 06:00 Uhr beginnt die FrĂŒhschicht, die um 12:00 Uhr endet. Dann hat man wieder frei bis zur Nachtschicht um 19:00 Uhr, die um 6:00 Uhr endet. Den Rest des Tages, sowie die zwei Folgetage haben die Beamten frei. Dann geht es wieder von vorne los.

Damit wĂŒrde man nicht auf 41 Wochenarbeitsstunden kommen – Trainings und Fortbildungen kommen außerhalb des Schichtdienstes dazu. Insgesamt gibt es in einem Revier fĂŒnf Dienstgruppen, die auf diese drei Schichten verteilt werden.

Dazu kommt der Tagesdienst, beispielsweise auf den Posten wie in Heddesheim. Dort beginnt die Dienstzeit fĂŒr die Beamten um 06:00 Uhr und endet meist um 16:00 Uhr. In der RealitĂ€t mĂŒssen die Beamten aber „hĂ€ufiger ran“ – Sonderdienste, beispielsweise auch zu Stuttgart21 erhöhen die Überstundenzahl. Sicher auch interessant fĂŒr die neuen Beamte: Die revierĂŒbergreifende Zusammenarbeit wird verstĂ€rkt. Hier ein Videobericht ĂŒber eine Kontrolle zur Fasnachtszeit 2011.

Sicher freut die Beamten im Revier Ladenburg, dass der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl, Polizeiexperte bei der neuen GrĂŒn-Roten Landesregierung, sich fĂŒr eine moderne Polizei stark machen will und gestern Abend in Weinheim bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags bereits einige hundert Neueinstellungen angekĂŒndigt hat und die Position der Polizei als Dienstleister fĂŒr die Gesellschaft stĂ€rken will.

Von Seiten der Redaktion aus wĂŒnschen wir den „NeuzugĂ€ngen“ einen guten Start und eine gute Zeit mit ihrer Arbeit im Revier Ladenburg.

Die neuen Polizeibeamten heißen (PM=Polizeimeister, PK=Polizeikommissar):

PM Marc Braun, PK Thorsten Hohenedel, PK Sabine Huber, PK Stephan Kau, PK Sven KohlmĂŒller, PK Mario Notheisen, PM Jens Schlendwein.

RezeptfÀlscher fliegt auf

Guten Tag!

Ladenburg, 27. Oktober 2010 (pm). In Seckenheim hat die Polizei einen Ladenburger festgenommen, der sich mit einem gefÀlschten Rezept Drogenausweichmittel besorgen wollte.

Aus dem Polizeibericht:

„Kein GlĂŒck hatte gestern Nachmittag ein Ladenburger, der mit einem gefĂ€lschten Rezept in einer Apotheke in Seckenheim erschien.

Gegen 16.00 Uhr tauchte der 26-JĂ€hrige im Verkaufsraum auf und legte ein Rezept fĂŒr Drogenausweichmittel vor. Verschiedene Eintragungen auf dem Rezept weckten das Misstrauen der Angestellten, woraufhin sie den als Aussteller vermerkten Arzt anrief. Es stellte sich heraus, dass der Ladenburger dort als Patient nicht bekannt ist.

Die verstĂ€ndigte Polizei nahm den als Drogenkonsument bekannten 26-JĂ€hrigen vorlĂ€ufig fest. Er war in der Vergangenheit bereits wegen gleich gelagerter Delikte in Erscheinung getreten.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog

Sexuell belĂ€stigt – Zeugen gesucht

Guten Tag!

Ladenburg, 20. Oktober 2010. Das Polizeirevier Ladenburg hat heute einen Zeugenaufruf veröffentlicht – es geht um eine mögliche sexuelle BelĂ€stigung. Zeugen werden gebeten, sich mit dem Revier in Verbindung zu setzen.

Aus dem Polizeibericht:

„Die Polizei in Ladenburg fahndet nach einem Unbekannten, der eine Mannheimerin in der Nacht zum Mittwoch in Ilvesheim belĂ€stigt hat.

Gegen 01.50 Uhr ĂŒberquerte die 29-JĂ€hrige die NeckarbrĂŒcke in Richtung Seckenheim. Plötzlich trat ein unbekannter Mann von hinten an die FußgĂ€ngerin heran und berĂŒhrte sie unsittlich. Als das Opfer laut aufschrie, flĂŒchtete der TĂ€ter in Richtung Seckenheim. Eine Fahndung der Polizei blieb ohne Erfolg.

Wie sich bei den Ermittlungen herausstellte, gab es einen Zeugen des Vorfalls, der sich jedoch bis zum Eintreffen der Polizei bereits von der Örtlichkeit entfernt hatte. Er wird gebeten, sich unter der Rufnummer 06203 – 9305-0 mit der Polizei in Ladenburg in Verbindung zusetzen.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog

Die gute Nachricht: Flocke heißt der Nachwuchs von Leo und Locke

Guten Tag

Ladenburg, 17. Oktober 2010. Ende September berichteten wir ĂŒber die erfolgreiche ZusammenfĂŒhrung von Leo und Locke – der Highland-Bulle Leo war ausgebĂŒxt gewesen. Vor zehn Tagen haben die beiden Rindviecher Nachwuchs bekommen – ein weißes KĂ€lbchen mit Namen „Flocke“.

Von Hardy Prothmann

Markus Michl ist sichtbar stolz auf das erste KĂ€lbchen Flocke: „Die Geburt verlief reibungslos und beide sind wohlauf.“

Ende September gab es Aufregung um Leo – denn der Highland-Bulle war aus dem Seckenheimer FreilaufgelĂ€nde ausgebĂŒxt und erkundete die Gegend. Polizeibeamte vom Ladenburger Revier konnten den kapitalen Burschen zurĂŒck zu seiner Kuh Locke geleiten.

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Flocke ist zum Zeitpunkt der Aufnahme genau acht Tage alt.

Leo und Locke sind knapp drei Jahre alt. Leo wiegt rund 400 Kilo, Locke ein bisschen weniger. „Wir halten das Vieh aus Spaß an der Freud“, erzĂ€hlt Michl, der Agrarwirtschaft studiert und irgendwann den Hof ĂŒbernehmen wird: „Mein Großvater hatte noch Vieh. Das lohnt sich heute nur noch als Massentierhaltung. FĂŒr uns ist das uninteressant, aber die beiden hier habe ich sehr ins Herz geschlossen, natĂŒrlich jetzt auf Flocke.“

WĂ€hrend er erzĂ€hlt, kĂ€mmt er die Highland-Rinder, die sich das gerne gefallen lassen: „Das ist ein alte, robuste Rasse, die das ganze Jahr draußen steht. Wenns schneit, haben die viel Spaß, im Sommer lassen wir sie unter ein Dach – in der direkten Sonne ist es ihnen viel zu warm.“

Die Rinder haben sich an Michl und seine Familie gewöhnt: „Normalerweise wĂŒrde ich niemandem raten, auf das GelĂ€nde zu gehen – wenn ich dabei bin, ists in Ordnung“, sagt Landwirt Michl und weiter: „Vergangene Woche ist ein Hund von SpaziergĂ€ngern aufs GelĂ€nde gelaufen – so schnell konnten man fast nicht gucken, wie Leo den Hund mit Anlauf auf die Hörner genommen hat.“ Gut zehn Meter hĂ€tte er den Hund geschleudert – der kam mit dem Schrecken davon und „ein paar Tage kamen die Leute wieder vorbei. Der Hund hat einen Riesenbogen um die Rinder gemacht“, grinst Michl.

Er erzĂ€hlt das mit Absicht: „Diese Rinder haben sehr natĂŒrliche Instinkte und verteidigen sich, wenn ihnen jemand zu nah kommt. Unsere sind Menschen gewohnt und bleiben normalerweise friedlich – wenn jemand aber dem Kalb zu nahe kommt, werden die echt ungemĂŒtlich.“ Gucken ist also erlaubt, alles andere keine gute Idee. „Hier kommen so viele Leute vorbei und freuen sich an dem Nachwuchs“, sagt Michl.

Vor ein paar Tagen wollte Michl das Kalb von den Eltern trennen, um es vom Tierarzt im Ohr beringen zu lassen: „Die haben einen riesigen Aufstand gemacht – wir haben die Aktion aufgegeben.“ Dann zeigt er ein massives Eisenrohr, dass die Rinder einfach so abgebrochen haben, als sie das Gatter weggedrĂŒckt haben: „Da werden unglaubliche KrĂ€fte frei.“ Michl wird das Kalb nun selbst beringen.

Er lacht: „Schauen Sie sich das an, die Kleine Ă€rgert gerne ihren Vater und der jagt sie dann ĂŒbers GelĂ€nde.“ TatsĂ€chlich ist Leo hinter der frechen Flocke her – spielerisch, versteht sich.

Rund zehn Monate wird Flocke bei ihrer Mutter Milch saugen – und kurze Zeit spĂ€ter heißt es Abschied nehmen: „Leo wĂŒrde irgendwann auf Flocke aufspringen, das gĂ€be Inzucht und das wollen wir natĂŒrlich nicht.“

Die Highland-Rinder gibt es in braun, blond, schwarz und ganz selten auch in weiß, wie Flocke.

Viel Freude mit den Bildern:

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Leserbrief: Unglaubliche ZustĂ€nde fĂŒr SchĂŒler im ÖPNV

Guten Tag!

Ladenburg, 15. Februar 2010. Die Redaktion veröffentlicht einen Leserbrief, der eine massive Kritik am Busunternehmen BRN formuliert. Die Darstellungen im Text schildern die Sicht des Verfassers. In der vergangenen Gemeinderatssitzung wies der Verfasser in der Fragezeit fĂŒr BĂŒrger auf seine Erlebnisse hin und forderte AufklĂ€rung beziehungsweise Abhilfe. Das ladenburgblog dokumentiert die schriftliche Schilderung der Kritik am Busbetreiber.

Leserbrief

Erlebnisse bei einer Busfahrt nach Mannheim-Seckenheim

Als Mitglied des Arbeitskreises Netzwerk Berufsfindung der Zukunftswerktadt Ladenburg begleitete ich am 26.01.2010 14 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler der Klasse 8 der Sickingen Haupt- und Werkrealschule mit ihrem Lehrer auf einem Lerngang zum BIZ Berufs-Informations-Zentrum nach Mannheim.

Es sollte um 12.44 Uhr mit dem Bus an der Haltestelle in der Bahnhofstraße, gegenĂŒber der Sparkasse Rhein-Neckar-Nord losgehen.

SchĂŒler, Lehrer und ich waren rechtzeitig an der Haltestelle. Wir warteten geduldig bei -3,5 Grad auf das Eintreffen des Busses, jedoch nichts tat sich.

Die meisten Kinder im Alter von 14 Jahren wohnen in Ilvesheim und besuchen seit Herbst 2009 die Sickingen Haupt- und Werkrealschule, weil die Hauptschule in Ilvesheim fĂŒr ihren Jahrgang geschlossen wurde.

Nachdem der Bus auf sich warten ließ, machten die Kinder ihren Lehrer und mich darauf aufmerksam, dass wir mit ziemlicher Sicherheit mit dem 12.44 Uhr Bus wegen ÜberfĂŒllung nicht mitfahren können und ob das mit dem nĂ€chsten 13.19 h-Bus gelinge, sei ebenfalls zweifelhaft.

Ich hielt das im Stillen fĂŒr ĂŒbertrieben – aber, ich musste dazulernen!

Inzwischen war es kurz vor 12.55 h und unser Bus war immer noch nicht zu sehen.

Aus Richtung Ilvesheim kommend war inzwischen ein Bus mit großer Richtungsanzeige „LEERFAHRT“ an uns vorbeigefahren und am Benz-Platz in Richtung Schwimmbad abgebogen. MerkwĂŒrdig-۩, das Schwimmbad ist doch geschlossen!?

Zwei Minuten vor 13.00 Uhr kam dann endlich unser Bus um die Ecke aus Richtung Wallstadter Straße angefahren, – aber, er hielt gar nicht erst an, sondern fuhr einfach ungebremst weiter in Richtung Ilvesheim, denn er war, wie zu erkennen, bereits brechend voll!

Die SchĂŒler maulten zwar, aber verhielten sich einwandfrei und warteten mit uns zwei Erwachsenen geduldig weiter.

Ein weiterer Bus aus Richtung Ilvesheim kommend mit Richtungsanzeige „LEERFAHRT“ bog wiederum am Benz-Platz in Richtung Schwimmbad ab.

Inzwischen waren noch 4 Ă€ltere SchĂŒlerinnen (etvl. aus Realschule oder Gymnasium) an der Haltestelle angekommen und warteten ebenfalls.

Da, endlich, es war 13.19 Uhr, kam der Bus pĂŒnktlich um die Ecke aus Richtung Wallstadter Straße und hielt sogar an. Trotz ÜberfĂŒllung!

Zwei Insassen stiegen aus (offenbar musste er deshalb anhalten) aber 20 Personen wollten/mussten rein, obwohl alle SitzplÀtze, die MittelgÀnge und Einstiegsplattform besetzt waren.
Also, jeder presste sich – die Luft anhaltend – engstens an die Mitreisenden, versuchte, irgendeine Stange oder Griff zu Festhalten zu packen.

Es wurde gedrĂŒckt und geschoben und geflucht und geschrieen – aber der Busfahrer konnte endlich die TĂŒren schließen. Und schon gings los!

Offenbar musste er irgendwie Zeit aufholen, denn er gab Gas, so dass der Pulk der Stehenden nach hinten schwankte. Beim Bremsen schwankte er nach vorne und je nach Kurve schwankte der Pulk nach rechts oder links.

Positiv war, es konnte keiner umfallen!

Mir ging durch den Sinn, dass es bei diesem GedrĂ€nge leicht wĂ€re, mir meinen Geldbeutel aus der Jackentasche zu klauen, – aber, ich beruhigte mich schnell, denn wir standen ja so eng, dass niemand die Arme bewegen konnte.

An einer Haltestelle wollte eine Frau vor mir, die einen Sitzplatz hatte, aussteigen, aber es war wegen der ÜberfĂŒllung nicht möglich. Sie schrie mich zwar an, sie mĂŒsse aussteigen, aber – ich konnte sie ja nicht durch mich hindurch gehen lassen.

Also bat ich an der Haltestelle die vor der TĂŒr stehenden SchĂŒler doch auszusteigen, um Platz zum Aussteigen fĂŒr diese Frau zu machen. Das taten sie auch ohne murren.

Aber, sie mussten sich gewaltig beeilen, um sich rechtzeitig wieder reinzuquetschen, damit der Busfahrer sie mitnahm und die TĂŒren schließen konnte.

Endlich in Seckenheim angekommen, stiegen wir aus, um mit der Straßenbahn weiterzufahren. Tief Luft holen, war wichtig!

Die RĂŒckfahrt von Seckenheim nach Ladenburg – nach 16.00 h – verlief ĂŒbrigens mangels „Fahrgast-Masse“ erfreulicherweise im Sitzen. Allerdings waren etliche SchĂŒlerinnen und SchĂŒler von der Straßenbahn-Haltestelle Seckenheim zu Fuß nach Ilvesheim gehen.)

Die SchĂŒler sagten zu ihrem Lehrer und mir „ -۩.jetzt haben Sie einmal gesehen, was wir jeden Tag morgens und mittags mitmachen mĂŒssen -€©“

Meine Frage, ob das morgens auf der Fahrt nach Ladenburg nicht doch besser sei, beantworteten sie mit „..da ist es genau so-€©“

Und ihr Lehrer erzĂ€hlte mir, dass mehrfach Kinder zu spĂ€t zum Unterricht kommen, weil der Bus ĂŒberfĂŒllt oder erheblich zu spĂ€t war.

Wenn mir irgendwer vorher erzĂ€hlt hĂ€tte, was ich auf dieser Busfahrt dann selbst erlebt habe – ich hĂ€tte ihm nie und nimmer geglaubt!

Aber – ich habe es selbst erlebt, am 26.01.2010.

Das, was sich der Betreiber des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs hier leistet, ist menschenverachtend! Wo bleibt eigentlich die Verantwortung fĂŒr WĂŒrde und die Sicherheit unserer Kinder?

WĂŒrden Tiere auf Ă€hnliche Weise transportiert, wĂ€ren die Straßen von protestierenden „TierschĂŒtzern“ blockiert. Die Polizei wĂŒrde den Fahrer verhaften, dem Fahrzeughalter wĂŒrde die Transport-Lizenz entzogen und die Presse, Funk und Fernsehen wĂ€ren voll mit dicken Schlagzeilen und großen Berichten ĂŒber die Ungeheuerlichkeiten mit der man mit Tieren umgeht.

Aber, im von mir persönlich erlebten Fall geht es um Menschen, um SchĂŒler, um Kinde – und da regt sich niemand auf, – das wird einfach so hingenommen!

Unfassbar! In welcher Welt leben wir eigentlich??

Diese Erlebnisse habe ich Herrn BĂŒrgermeister Ziegler und den Fraktionsvorsitzenden der im Gemeinderat Ladenburgs vertretenen Parteien am 28.01.2010 schriftlich mitgeteilt und gebeten, sich dieses Problems anzunehmen und dringend fĂŒr Abhilfe zu sorgen.

Am 03.02.2010 erhielt ich von Herrn BĂŒrgermeister Ziegler (er war vorher geschĂ€ftlich vereist) eine mail-Antwort.

Er teilte mir mit, dass er von den aktuellen Problemen Kenntnis hat und in KĂŒrze mit dem Verkehrsunternehmen ein GesprĂ€ch zur Verbesserung dieser Situation fĂŒhren wolle.

Er informierte mich, dass zum 01.01.2010 das Busverkehrsunternehmen von RNV zu BRN gewechselt hat, wodurch offenbar zusÀtzliche Startschwierigkeiten auftreten.

Außerdem meinte er, dass die geschilderten Probleme auch schneebedingt seien, da nahezu alle fahrradfahrenden SchĂŒlerinnen und SchĂŒler auf den ÖPNV umsteigen.

Meine Antworten dazu habe ich wĂ€hrend der Fragestunde in der Öffentlichen Gemeinderatssitzung am 03.02.2010 gesagt und erneut auf die Dringlichkeit hingewiesen.

Klaus Ehry

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