Montag, 25. September 2017

Gr√ľne rufen zur freiwilligen Abgabe von Waffen auf

Rhein-Neckar, 12. M√§rz 2014. (red/pm) Der Mord in Birkenau ist noch kein Jahr her. Gut ein Jahr ist der Doppelmord von Eberbach her. In Dossenheim gab es im vergangenen Sommer drei Tote bei einer Schie√üerei. Damit sich Bluttaten, wie auch der Amoklauf in Winnenden nicht wiederholen, rufen die Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl und Charlotte Schneidewind-Hartnagel (B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen) zur freiwilligen Abgabe von Waffen auf. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Weg mit den Waffen!

Kinder sind immer Opfer – nicht nur in Newtown

Rhein-Neckar, 17. Dezember 2012. (red/pro) Das Massaker von Newtown/Connecticut hat weltweit Entsetzen ausgel√∂st. Jeder mitf√ľhlende Mensch nimmt Anteil und verabscheut diese Bluttat. Nach dem ersten Schock ist aber k√ľhler Verstand gefragt, um dieses Drama und andere einzuordnen. Denn Newtown kann √ľberall sein und ist es auch.

Von Hardy Prothmann

26 Tote – davon zwanzig Kinder. Wie das St√§dtchen Newtown (25.000 Einwohner) dieses furchtbare Massaker verkraften kann, fragen sich √ľberall auf der Welt die Menschen, nat√ľrlich auch hier bei uns vor Ort. Der amerikanische Pr√§sident versuchte vor Ort Trost zu Spenden – doch was n√ľtzt das? Die Medien berichten „neu“-gierig √ľber alles, was man vermeintlich √ľber den T√§ter an Informationen finden kann. Berichten, hoffentlich einf√ľhlsam und sorgsam, √ľber die Familien und Freunde, √ľber deren Trauer und Schmerz. Anders als bei Spiegel Online, die √ľber ein Asperger-Syndrom des M√∂rders im Zusammenhang mit der Bluttat spekulierten. Weil sich Autisten zu Recht gegen diese Darstellung gewehrt hatten, erg√§nzte Spiegel-Online den Text.

Doch der Fokus ist mit dem Blick auf Newtown zu eng gew√§hlt. Ein bis zwei Dutzend Massaker finden j√§hrlich in den Vereinigten Staaten statt. Das Massaker von Newtown war schon das 20. in diesem Jahr. Rund 30.000 Menschen werden hier Jahr f√ľr Jahr durch den Einsatz von Schusswaffen get√∂tet: Davon sind 18.000 Selbstmorde und 12.000 Menschen werden Opfer von anderen, die – warum auch immer – mit meist gro√ükalibrigen Waffen auf andere Menschen schie√üen:

Auch Deutschland hat schon sechs „School-Shootings“ erlebt, darunter zwei besonders entsetzliche.¬† 2002 in Erfurt: Der 19-j√§hrige Robert Steinh√§user t√∂tete 17 Menschen, bevor er sich selbst erschoss. Der 17-j√§hrige Tim Kretschmer t√∂tete 2009 in Winnenden insgesamt 15 Menschen, verletzte elf weitere Menschen, bevor er sich selbst erschoss. Beide hatten √ľber ihr pers√∂nliches Umfeld Zugang zu Waffen. Ob nun berechtigt oder nicht, spielt keine Rolle. Waffen waren teil ihrer Erfahrungswelt. Und beide konnten mit Waffen umgehen. (Uns bleibt hoffentlich eine Debatte √ľber vermeintlich verantwortliche „Killerspiele“ erspart: „Der M√∂rder, die Journalisten und ihre √Ėffentlichkeit„.)

Jung, männlich, verwirrt Рmit Waffe tödlich

Beim Amoklauf von Ansbach 2009 wurden zwei Sch√ľlerinnen schwer, sowie sieben Sch√ľler/innen und eine Lehrerin leicht verletzt. Der 18-j√§hrige T√§ter hatte „nur“ ein Beil, zwei Messer und Molotowcocktails. Nicht auszudenken, wieviele Todesopfer es durch den Einsatz von Schusswaffen m√∂glicherweise gegeben h√§tte.

Fast alle Schulmassaker werden von jungen M√§nnern ver√ľbt. H√§ufig erf√§hrt man etwas √ľber „psychologische Probleme“ der T√§ter. Die These, dass die Zahl der Massaker und die Zahl der Toten weniger mit einem „Lattenschuss“ als dem Zugang zu t√∂dlichen Schusswaffen zu tun hat, ist angesichts der F√§lle nicht von der Hand zu weisen.

Der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl forderte Anfang 2010 vollkommen zu Recht eine Versch√§rfung des Waffenrechts. Newtown mag manchen weit weg vorkommen: Erfurt ist von uns aus nur etwas mehr als 300 Kilometer entfernt, Winnenden nur noch 125 Kilometer. Und die Bedrohungslage ist bei uns Vort ganz real: In Mannheim gab es zwei Amok-Drohungen an Schulen, in Schriesheim eine. 2009 legte ein Mann aus Viernheim Bomben in Weinheim und verminte seine Wohnung. Er verf√ľgte √ľber ein be√§ngstigendes Waffenarsenal.

So bitter das klingt: √úberall in Deutschland ist es nur eine Frage der Zeit, bis es wieder zu einem √§hnlichen Drama kommen kann. Zwischen April 2002 und September 2009 gab es sechs Amokl√§ufe an Schulen. Dass seit drei Jahren „nichts“ passiert ist, darf man nicht glauben. Es passiert st√§ndig in den K√∂pfen von verwirrten jungen Menschen – ohne t√∂dliche Waffen bleiben „Rachegel√ľste“ aber nur Gedanken und verschwinden irgendwann hoffentlich wieder.

Kinder sind immer Opfer – egal in welchem Kriegsgebiet

Amerika wird von vielen immer noch als vorbildliches Land gesehen. Das ist es nicht. Dieses Land lebt im Dauerausnahmezustand – im Krieg mit sich selbst. Bis an den Hals bewaffnet. Mindestens 250 Millionen Waffen sollen dort in Privatbesitz sein – darunter viele Kriegswaffen. 30.000 zivile Opfer durch Schusswaffengebrauch – das ist eine Zahl von Toten, die in vielen „realen“ Kriegsgebieten nicht erreicht wird.

Nach Angaben von Unicef starben in den vergangengen zehn Jahren zwei Millionen Kinder in den Krisengebieten dieser Welt, in Afrika, Asien, S√ľdamerika und den Randregionen Europas: Ob durch Schusswaffen oder durch Bomben. Sechs Millionen weitere wurden k√∂rperlich verletzt. Die seelischen Sch√§den kann niemand z√§hlen. Davon erf√§hrt man nur selten.

Ohne das Leid der Familien in Newtown zu missachten: Kinder und deren Familien, die in der dritten Welt Opfer von Waffengewalt werden, haben meist keinen Zugang zu einer medizinischen Versorgung, erhalten keine psychologische Betreuung und in aller Regel auch keine Anteilnahme in der Welt, denn meistens erfährt man nichts davon.

Anmerkung der Redaktion: Im aktuell erschienenen R√ľstungsexportbericht der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) vom 10.12.2012 ist nachzulesen: „Kleine und leichte Waffen sowie Munition gingen erneut an Staaten im Nahen und Mittleren Osten sowie an L√§nder in Asien. Insgesamt gingen 8.158 Kleinwaffen an Drittstaaten. Wichtigste Abnehmer waren Saudi-Arabien (4.213 Sturmgewehre), Indonesien (242 Maschinenpistolen, 102 Sturmgewehre) und der Kosovo (900 Sturmgewehre). Gleichzeitig wurden 6.051 leichte Waffen aus Deutschland exportiert. Der Gro√üteil dieser Waffen ging an Singapur (r√ľcksto√üfreie Waffen). Die GKKE fordert die Bundesregierung dazu auf, den Export von kleinen und leichten Waffen sowie dazugeh√∂riger Munition deutlich restriktiver zu handhaben. Angesichts der Zahlen aus dem Berichtszeitraum 2011 verwundert der Vermerk, dass die Bundesregierung auch in Zukunft Kleinwaffenexporte in Entwicklungsl√§nder besonders restriktiv handhaben werde.“

 

Tödlicher Stich ins Herz Рweitere Waffen gefunden

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar/Ludwigshafen, 19. Februar 2010. Gegen den 23-j√§hrigen Mann, der gestern in Ludwigshafen einen 58-j√§hrigen Lehrer niedergestochen hatte, erging heute Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggr√ľnden. In der Wohnung des Mannes fanden die Ermittler weitere Waffen und Chemikalien, die eventuell f√ľr einen Bombenbau vorgesehen waren.

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Frankenthal und des Polizeipräsidiums Rheinpfalz:

„Nach der noch gestern durchgef√ľhrten Obduktion bei der Rechtsmedizin in Mainz liegt das vorl√§ufige Obduktionsergebnis vor. Danach f√ľgte der 23-j√§hrige ehemalige Sch√ľler der BBS II seinem Opfer mehreren Messerstiche zu. T√∂dlich verletzt wurde der 58-J√§hrige durch einen Stich in die Brust, der das Herz verletzte.

Der 23-J√§hrige wurde heute um 11.30 Uhr dem Haftrichter vorgef√ľhrt. Die Vorf√ľhrung erfolgte beim Polizeipr√§sidium Rheinpfalz in Ludwigshafen. Auf Antrag der zust√§ndigen Staatsanwaltschaft Frankenthal erging Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggr√ľnden.
Im Rahmen seiner richterlichen Vernehmung machte der Beschuldigte keine weiteren Angaben.

Bei der zwischenzeitlich erfolgten Durchsuchung seiner Wohnung in Ludwigshafen wurden 16 Schusswaffen, darunter Schreckschuss-, Luftdruck- und Gotcha-Waffen sichergestellt. Weiterhin entdeckte der Entsch√§rfungsdienst des Landeskriminalamtes Chemikalien, die zum Bau von Sprengs√§tzen geeignet sein k√∂nnen. Sie werden zurzeit beim LKA untersucht. Zus√§tzlich wertet die Polizei derzeit schriftliche und elektronische Aufzeichnungen des Tatverd√§chtigen aus. Diese deuten darauf hin, dass er sich mit vorangegangen Amoktaten befasst und m√∂glicherweise bereits vor einiger Zeit mit der Planung einer eigenen Gewalttat begonnen hat.“

Mord aus niedrigen Beweggr√ľnden – Ex-Sch√ľler t√∂tet Lehrer mit Messer

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar/Ludwigshafen, 18. Februar 2010. An der Ludwigshafener Berufsfachschule Technik II in Mundenheim ist heute ein Lehrer von einem ehemaligen Sch√ľler get√∂tet worden. Als Tatmotiv hat der 23-j√§hrige mutma√üliche T√§ter „Wut“ angegeben.

Die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) und der leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig. Bild: hblog

Die Teilnehmer der Pressekonferenz im Ludwigshafener Polizeipr√§sidium waren sichtlich ersch√ľttert √ľber die Tat: „Wir gehen von einer Tat aus niedrigen Beweggr√ľnden aus“, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig gegen√ľber der Presse.

Rund 70 Reporter filmten, fotografierten und schrieben mit. Noch gibt es wenige Details: Alles deutet darauf hin, dass es kein Amoklauf war, sondern eine gezielte Attacke auf den getöteten 58 Jahre alten Lehrer, der seinen Wohnsitz in Hessen hat.

Verletzt wurden ein weiterer Lehrer und der Schulleiter Walter Lautwein. Beide konnten sich aber in Sicherheit bringen. Die Schule wurde umgehend geräumt, Spezialkräfte der Polizei verhafteten kurz darauf den Tatverdächtigen.

Die Berufsbildende Schule Technik II in Ludwigshafen. Bild: hblog

Dieser soll strafrechtlich bislang nicht auff√§llig gewesen sein und habe nach eigenen Angaben die Schule bereits 2004 verlassen. „Wut“ √ľber die schlechte Benotung sei angeblich das Tatmotiv gewesen.

Hinweis:
Der f√ľr dieses blog verantwortliche Journalist Hardy Prothmann auf Focus online: Trostlose Lebenssituation

Redaktion

Amoklauf an Berufsschule in Ludwigshafen? Lehrer getötet

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar, 18. Februar 2010. An der Ludwigshafener Berufsfachschule Technik II in Mundenheim soll es am Vormittag zu einem Amoklauf gekommen sein. Dabei wurde ein Lehrer getötet. Der mutmaßliche Täter soll gefasst sein.

Die Nachrichtenlage ist d√ľnn. Laut Polizei soll sich die Tat gegen 10:00 Uhr ereignet haben. Angeblich soll ein bereits gefasster 23-j√§hriger der mutma√üliche T√§ter sein, der mehrere Personen angegriffen haben soll. Ein Lehrer starb an seinen Verletzungen.

Welche Waffe der Täter benutzte, ist auch noch nicht klar. Vermutlich ein Messer.

Die Schule ist nach Angaben der Polizei durch ein Gro√üaufgebot der Polizei schnell ger√§umt worden. Eltern und Sch√ľler werden nach Angaben der Beh√∂rden psychologisch betreut.

Die Berufsbildende Schule Technik II im Ludwigshafener Stadtteil Mundenheim hat 3.200 Sch√ľler und 130 Lehrer.

Redaktion