Donnerstag, 21. September 2017

Sonderschulpflicht soll im n├Ąchsten Schuljahr fallen

Sckerl: „Noch weit von Inklusion entfernt“

Ladenburg/Rhein-Neckar, 03. Dezember 2014. (red/ld) Die Landesregierung strebt an, die Inklusion von Kindern mit Behinderungen an Schulen voranzutreiben. Daf├╝r ist f├╝r das kommende Jahr eine ├änderung des Schulgesetzes vorgesehen, die bereits im n├Ąchsten Schuljahr greifen soll. Sonderschulp├Ądagogen stehen diesen Pl├Ąnen kritisch gegen├╝ber. Ebenso Eltern von Kindern mit Behinderung. Am Dienstag kamen diese mit dem Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl (Gr├╝ne) zu einer Diskussionsrunde im Ladenburger Domhof zusammen. Dazu hatte der Ladenburger Ortsverband von B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen eingeladen. [Weiterlesen…]

Freiwilligentag am 20. September

Ladenburg „schafft was“

Ladenburg, 07. Juli 2014. (red/pm) Die Stadtverwaltung Ladenburg ruft am 20. September zum vierten Mal zur Beteiligung am Freiwilligentag der Metropolregion auf. [Weiterlesen…]

Bereits ├╝ber 30 F├Ąlle

Falscher Spendensammler weiter auf Diebestour

Mannheim/Weinheim/Edingen-Neckarhausen/Ketsch/Ludwigshafen/Rhein-Neckar, 01. Juli 2014. (red/pol) Nach wie vor in der Region aktiv ist ein illegaler Spendensammler, der vorgibt, im Auftrag einer Mannheimer Schule Spenden zu sammeln. [Weiterlesen…]

Geheime Noten f├╝r die Schulen

Rhein-Neckar, 09. Mai 2014. (red/ld) Halten Schulen, was sie in ihren Leitbildern versprechen? Das untersuchen 90 Mitarbeiter des Landesinstituts f├╝r Schulentwicklung in Baden-W├╝rttemberg im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Fremdevaluation. Die Ergebnisse ver├Âffentlicht das Kultusministerium aber nicht – um ein Schulranking zu vermeiden. [Weiterlesen…]

Schule erringt bei Fremdevaluation Spitzenergebnisse

Astrid-Lindgren-Schule landesweit unter den besten drei Prozent

Ladenburg, 06. Februar 2014. (red/jsc) Die Astrid-Lindgren-Schule hat bei einer „Fremdevaluation“ herausragende Bewertungen bekommen. Mit diesen rangiert die Ladenburger Schule im oberen Drittel aller Schulen in Baden-W├╝rttemberg, sagt Schulleiterin Monika Maier. Sie forderte den Gemeinderat dennoch dazu auf, Gelder f├╝r die Schulsozialarbeit bereitzustellen. [Weiterlesen…]

Asylcaf├ę bietet Gelegenheit f├╝r Begegnung

├ťberw├Ąltigende Hilfsbereitschaft

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Ladenburg, 26. September 2013. (red/ld) 180 Asylbewerber sind derzeit in der alten Martinsschule untergebracht. Die Zimmer sind voll belegt. Seit dieser Woche erhalten die Kinder ab sechs Jahren Sprachf├Ârderung in Kinderg├Ąrten, in der Dalbergschule und der Werkrealschule Unterer Neckar. Auch die Erwachsenen lernen Deutsch und erhalten viel Unterst├╝tzung von der Ladenburger Bev├Âlkerung. Um Begegnungen zwischen den Asylbewerbern und der ├╝brigen Bev├Âlkerung zu erleichtern, findet morgen ab 15:00 Uhr ein Asylcaf├ę in der Martinsschule statt. [Weiterlesen…]

Unglaubliche Strapazen, gestorbene Kinder, Todesangst und Ablehnung - Fl├╝chtlinge berichten

„Wenn wir zur├╝ck m├╝ssen, sind wir verloren“

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Ladenburg/Rhein-Neckar, 19. August 2013. (red/ch/pro) Seit Anfang August sind in der Ladenburger alten Martinsschule 100 Asylbewerber untergebracht. Bis Ende August werden es 160 sein. Die Vertreter des Landratsamtes tun laut Landrat Stefan Dallinger ÔÇ×alles um dem Andrang der Fl├╝chtlinge Herr zu werden.ÔÇť Doch so wirklich interessiert ist man an dem Schicksal der Asylbewerber offenbar nicht. Wir haben dank der Hilfe zweier ├ťbersetzer am vergangenen Freitag mit einigen von ihnen gesprochen. Eine M├╝he, die sich die Beh├Ârden bislang noch nicht gemacht haben. Auch in die Schule d├╝rfen die Kinder nach heutigen Stand nicht – obwohl es auch f├╝r die Kinder der Fl├╝chtlinge eigentlich eine Schulpflicht gibt. [Weiterlesen…]

Auch Quartiermanager Kurt W. Zepf und seine Helfer sind zufrieden.

„Super und voll toll“: Turnfest-G├Ąste von Unterkunft begeistert!

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Carla, Caro und Melli aus Landshut finden die Unterkunft in Landeburg „super“! Daumen hoch!

 

Ladenburg, 23. Mai 2013. Halbzeit des Internationalen Deutschen Turnfest in der Metropolregion Rhein-Neckar. Zeit, neben den Highlights des Veranstaltungskalenders, auch mal den Hintergrund-Check zu machen. Das Turnfest zieht Besucher und Teilnehmer aus ganz Deutschland an. Die nat├╝rlich auch irgendwo untergebracht werden m├╝ssen. Bis zu 620 G├Ąste beherbergt die Stadt derzeit in der Merian-Realschule und dem Carl-Benz-Gymnasium. Kein leichter Job f├╝r Quartiermanager Kurt W. Zepf und seine 130 Helfer. Doch die M├╝he lohnt sich: Die Besucher sind ├Ąu├čerst zufrieden. [Weiterlesen…]

Girls' Day 2013

35 M├Ądchen beim Technischen Hilfswerk

Ladenburg, 25. April 2013. (red/ld) Zum zweiten Mal war das THW Ladenburg beim Girls‘ Day dabei. An f├╝nf Stationen konnten 35 M├Ądchen aus Ladenburger Schulen ausprobieren, wie man mit einem Generator Strom erzeugt, eine Wasserpumpe bedient oder mit hydraulischem Rettungsger├Ąt umgeht. Seit 13 Jahren versucht der Girls‘ Day, M├Ądchen f├╝r klassische M├Ąnnerberufe zu begeistern. „Wir waren ├╝berrascht und erfreut, wie gro├č die Resonanz war“, sagt Stefan Lubienetzki vom THW. [Weiterlesen…]

Auff├╝hrung der Theater-AG des CBG

Das fliegende Klassenzimmer

Ladenburg, 24. April 2013. (red/pm) Die Theater-AG der 6. Jahrgangsstufe des Carl-Benz-Gymnasiums in Ladenburg f├╝hrt nach harter Arbeit am 03. und am 04. Mai um 18.30 Uhr in der Aula das St├╝ck „Das fliegende Klassenzimmer“ auf. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Schulpolitik muss zukunftsorientiert debattiert werden

Die Ganztagesschule muss kommen – aber sie ist trotzdem ein Problem

Rhein-Neckar, 01. Oktober 2012. (red) Alles sch├Ân und gut. Die Forderung nach einer Ganztagesschule ist richtig, aber trotzdem problematisch. Aktuell wurde im Ladenburger Gemeinderat ├╝ber die Einf├╝hrung der Ganztagesschule an der dortigen Werkrealschule diskutiert – aber die Debatte wird auch in anderen Gemeinden unseres Einzugsgebiet laufen. Und vermutlich St├╝ckwerk bleiben. Weil immer nur kurzfristig geplant wird und niemand den Mut aufbringt, mal zehn oder sogar 20 Jahre nach vorne zu schauen. Oder auch mal zur├╝ck.

Kommentar: Hardy Prothmann

Dieser Beitrag kommt ohne Zahlen aus, weil es nicht um Erbsen z├Ąhlen gehen soll, sondern um einen Aufruf zu einer weitsichtigen Debatte, die leider nicht stattfindet.

Baden-W├╝rttemberg ist unbestritten ein guter Schulstandort. Aber die Zeiten ├Ąndern sich. Mit ihnen die Menschen und die Bedingungen, unter denen sie miteiander leben. Deswegen beginne ich auch mit einem Sprung zur├╝ck.

Ich bin 1966 geboren und bin nach der vierten Klasse in Frankenthal aufs Gymnasium gegangen. Mit ein paar Freunden. Andere Freunde wechselten auf die Reals- oder Hauptschule. F├╝r die Freundschaften war das weitgehend unbedeutend. Um 13:00 Uhr l├Ąutete es, ich war um 14:00 Uhr mit Essen und meist auch mit Hausaufgaben fertig, sp├Ątestens um drei ging es raus: Kicken, Rad fahren, Schwimmen gehen, Bl├Âdsinn machen, Vereinstraining. Mit meinen Freunden und anderen Kindern. Beim Abendessen war ich oft todm├╝de, weil ausgepowert.

Gemeinsamkeit

Mit einigen meiner Freunde bin ich unabh├Ąngig vom Schulabschluss und der sp├Ąteren beruflichen „Laufbahn“ immer noch gut befreundet. Die einen arbeiten als Handwerker, andere in Heilberufen ohne ├ärzte zu sein, es gibt H├Ąndler und Dienstleister unter ihnen. Alles feine Leute, die teils mal richtig ordentlich mehr Geld verdienen als ich. Und die oft um einiges weniger arrogant sind als die, die sich f├╝r die Elite halten.

├ťberhaupt diese ganze leidige Elitendiskussion: Wenn ich einem Kumpel einen franz├Âsischen Text ├╝bersetzt habe oder die Inschriften auf alten Denkm├Ąlern lesen und verstehen konnte, wusste ich, dass ich mehr wei├č als mein Hauptschulfreund. Na und? Daf├╝r konnte der flitzeflink sp├Ąter Ma├če und Winkel berechnen, wusste immer, wo gerade die besten Preise f├╝r was auch immer waren. Das erg├Ąnzt sich bis heute.

Zusammen, statt getrennt

Hardy Prothmann (45) fordert mehr Weitblick bei der Schulpolitik.

Damit bin ich beim Kern der Debatte: Vor meiner Zeit wurden Jungs und M├Ądchen getrennt. Auch zu meiner Zeit wurden wir Kinder getrennt. Gemeinsames Lernen gab es nicht. Aber wir hatten neben der Schule viel Zeit f├╝r Gemeinschaft. Heute werden die Kinder auch getrennt, aber durch die Lebenssituation vieler Eltern brauchen sie eine l├Ąngere Betreuung. Sicher sind auch die Anforderungen in der Schule gestiegen, also auch l├Ąnger Schule.

Ich habe zwei Kinder. Der Sohn hat gerade nach dem achtj├Ąhrigen Gymnasium Abitur gemacht, die Tochter besucht die 8. Klasse. Die kennen keine Haupt- und Realsch├╝ler mehr. Nicht wegen Elitegedanken – ich achte drauf, dass sie bewusst bescheiden bleiben -, sondern weil sie keine Zeit haben. Morgens um sechs Uhr aufstehen, Schule bis um 16-17:00 Uhr. Dann noch Hausaufgaben machen, lernen, etwas Sport und etwas Musik. Damit ist der Tag rum. Ab und an treffen sich „beste Freundinnen“ und das ist nat├╝rlich jemand aus der Klasse. Andere Kinder bekommen sie ja nicht zu Gesicht.

Diese Trennung der Kinder f├╝hrt auch irgendwann zu einer Trennung der Gesellschaft. Gymnasiasten wissen nicht wie Realsch├╝ler ticken und die nicht, wie Hauptsch├╝ler so als Menschen sind. Falsche Elitendebatten f├╝hren zu falschen Selbstbildern bei den „Besten“ wie bei denen, die es „halt nicht geschafft haben“. Und vor allem CDU, SPD und FDP hei├čen diese heillosen Debatten auch noch an. Christliche Verbundenheit, soziales Miteinander oder freies F├╝reinander f├Ąllt diesen „politischen Eliten“ nicht mehr ein. Und umgekehrt kriegen die Gr├╝nen Pickel, wenn jemand Elite sagt, obwohl man die ganz sicher ebenso braucht wie den soliden Handwerker.

Der Schultyp der Zukunft, der auch den Gemeinsinn der Menschen st├Ąrkt und der gesellschaftlichen Situation Rechnung tr├Ągt ist die gemeinsame Ganztagsschule. Damit die nachwachsenden Generationen auch f├Ąhig sind, gemeinschaftlich zu denken. Und ├╝bereinander Bescheid wissen. Nat├╝rlich geh├Ârt auch Inklusion dazu.

Und man muss die Sportvereine in die Ver├Ąnderungen ebenso mit einbeziehen wie Musikschulen. Wenn die Ganztags-Werkrealschule kommt, werden die Vereine erneut Kinder und Jugendliche verlieren. Ganz einfach aus dem Grund, dass nicht alle auf ein Mal im Zeitfenster 17:00-19:00 Uhr auf demselben Platz kicken oder diesselbe Halle belegen k├Ânnen.

Alle m├╝ssen zusammenr├╝cken

Fr├╝her ging man nach der Schule in den Sportverein. „Nach der Schule“ ist heute sp├Ąter Nachmittag oder fr├╝her Abend. Also m├╝ssen die Vereine in die Schulen, ebenso die Musikschulen.

Das wird ein gewaltiger Umbau – denn daf├╝r muss vieles neu gedacht werden. Von Geb├Ąuden, ├╝ber Pl├Ątze, ├╝ber Mittel bis hin zur Organisation. In vielen Gemeinden reichen die Hallenkapazit├Ąten nicht mehr aus. Nicht weil die von morgens bis abens belegt sind, sondern weil immer mehr Anspruch auf diesselben Zeitfenster erheben. Wo soll das hinf├╝hren? Dass jeder 10.000-Einwohner Ort vier Hallen und zwei Kunstrasenpl├Ątze hat?

Man muss nicht nur gesellschaftlich die Schulen neu denken, sondern auch wirtschaftlich. Denn bekanntlich fehlt es an Geld zur Unterhaltun und es wird weniger Kinder geben. Ob man sich diesen Luxus, drei Schulsysteme mit entsprechenden Verwaltungen noch wird leisten k├Ânnen, ist heute schon fraglich. Hinzu kommt der Sch├╝lerverkehr, denn die wenigstens laufen nach der Grundschule in eine weiterf├╝hrende Schule.

Was die Hauptsch├╝ler schon mitmachen mussten, Zusammenlegungen, Werkrealschulreform, erneute Zusammenlegung, jetzt Ganztagsschule wird auch auf die anderen Schultypen zukommen. Gymnasien f├╝hren teils wieder die 9-j├Ąhrigen Z├╝ge nach der G8-Reform ein oder bieten beide Z├╝ge an. Die Realschulen haben „Sorge“, dass ihre „Homogenit├Ąt“ durch Hauptsch├╝ler gest├Ârt wird, da der Wegfall der Schulempfehlung nun Kindern die Realschule erlaubt, die sonst auf der Hauptschule gelandet w├Ąren. Und die Hauptschulen, neudeutsch Werkrealschulen, m├╝ssen bangen, ob sie ├╝berleben k├Ânnen.

Man k├Ânnte das Durcheinander auch als „lebendig“ bezeichnen. Tats├Ąchlich wei├č ich aus vielen Gespr├Ąche mit Eltern und Kindern, dass es als chaotisch begriffen wird. Eine „neue Ordnung“ kann nicht mehr Schaden anrichten als das verkorkste Herumexperimentieren der vergangenen Jahre.

Stadt will handeln

Angriff auf die Sauf-Parties

Bier, Wein, Schnaps - es wurde ordentlich gekippt rund ums Drachenboot-Festival. Die Stadt will dagegen vorgehen. Wie, ist noch unklar.

 

Ladenburg, 20. Juli 2012. (red) Hinter den Kulissen gibt es Bewegung – eine „gezwungene“. Die haltlosen Sauf-Parties auf Schulgel├Ąnde, Spielpl├Ątzen oder anderen Orten im Umfeld des Drachenboot-Festivals sollen k├╝nftig nicht mehr geduldet werden. Wie man die negative Entwicklung stoppen kann, ist unklar – dass die Entwicklung negativ ist, nicht.

Von Hardy Prothmann

Nach uns vorliegenden Informationen ist die Stadt, respektive B├╝rgermeister Rainer Ziegler, entschlossen zu handeln. Die Vorkommnisse rund um das Drachenbootfestival h├Ątten sich in den vergangenen Jahren zunehmend negativ entwickelt.

Strategien gegen das jugendliche Saufen

Die Stadt plant, das Netzwerk der in der Jugendarbeit Beteiligten „zusammenzurufen, um ├╝ber Strategien“ zu beraten. Stadt, Sozialp├Ądagogen, Jugendgemeinderat und Polizei sowie Schulen und Lehrer sollen hier gemeinsam „L├Âsungen entwickeln“.

Auf Anfrage ├Ąu├čert sich B├╝rgermeister Rainer Ziegler, dass „man das Thema nicht dramatisieren muss“. „Alkoholkonsum von Jugendlichen“ sei „pr├Ąsent“ – allerdings nicht in der „jetzt erlebten Dimension“.

Klar ist: Bei der Masse von Teilnehmern an den Sauf-Parties kamen viele von „au├čerhalb“. Uns liegen Informationen vor, nach denen auch viele Ladenburger Jugendliche, die teils engagierte Positionen innerhalb der Jugend einnehmen, ebenfalls beteiligt waren.

Klar ist auch, dass gerade diese „engagierten Personen“ ├╝berhaupt kein Interesse haben, erkannt zu werden – w├╝rde das doch ein „negatives Bild“ auf sie werfen.

Klar ist noch mehr, dass es eine Zeit der Besinnung im Schatten des besinnungslosen Besaufens geben muss.

Juristische Konsequenzen

Fest steht auch, dass wir im Zuge unserer Berichterstattung mit „juristischen Konsequenzen“ bedroht worden sind. Eltern (darunter ein vorgeblicher „Journalist“) und Sauf-Party-Teilnehmer haben uns zum L├Âschen von Fotos aufgefordert. Die Begr├╝ndung: Wir h├Ątten „Pers├Ânlichkeitsrechte“ verletzt.

Wir sind dem nachgekommen – nicht in Anerkennung des Vorwurfs -, sondern zur Vermeidung von Rechtsstreitigkeiten und weil unser Anwalt gerade im Urlaub ist und wir nach dessen R├╝ckkehr die Fotos pr├╝fen lassen.

(Anm. d. Red.: Die Betroffenen werden von uns vor einer Ver├Âffentlichung informiert und k├Ânnen also zeitnah eine Unterlassung fordern. Eine „vorbeugende“ Unterlassungsforderung ist nicht „notwendig“ und wird nicht akzeptiert.)

Null Einsicht bei den „Ehrenwerten“

Erstaunlich ist, dass die Abmahner sich mit keinem Wort von der unhaltbaren Tatsache distanziert haben, dass die Beteiligten auf dem Gel├Ąnde einer Grundschule f├╝r Dreck und Scherben gesorgt und ihre Sauf-Utensilien zur├╝ckgelassen haben. Dass es keine Entschuldigung oder irgendeine ├äu├čerung von Bedauern gab, dass man der Stadt und dem Steuerzahler Kosten aufb├╝rdet und riskiert, dass sich kleine Kinder verletzen oder vielleicht aus einer der „limo-m├Ą├čig-aussehenden“ Alko-Pop-Flaschen ein Schl├╝cklein wagen. Das interessiert die Abmahner nicht im geringsten. Ihr Eigeninteresse steht vor dem aller anderen. Sie sind Ego-Assis.

Um eins klar zu stellen: Wir reden nicht ├╝ber „sozial-schwache“ Menschen am „Rande der Gesellschaft“, sondern von angeblich „vorbildlichen“ Ladenburger Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern, deren Eltern sich ebenso „vorbildlich“ engagieren und die angeblich selbst „vorbildliche“ Positionen innehaben. Wir reden also von „ehrenwerten“ Teilen der Ladenburger Gesellschaft. Wir reden von Personen, die ein Bild „vorgeben“ und gegen Bilder, die „aufgenommen“ wurden und der „Eigendarstellung“ widersprechen, mit Klage drohen.

Recht brechen – Recht fordern

Also von Leuten, die selbstverst├Ąndlich „Rechte einfordern“, nachdem sie oder deren Kinder Gesetze, Verordnungen oder einfach nur die „guten Sitten“ einfach missachtet und weggesoffen haben. Irgendeine Form von Schuldbewusstsein, Scham oder Verantwortungsgef├╝hl gibt es in eigener Sache nicht. Wer das dokumentiert oder danach fragt, wird mit „juristischen Schritten“ bedroht. Die Logik: Auf ├Âffentlichen Pl├Ątzen zu saufen und die Ordnung zu st├Âren ist O.K. – das ├Âffentlich zu dokumentieren ist eine „Pers├Ânlichkeitsrechtsverletzung“. Na, denn: Prost. Man „kennt“ also vermeintlich seine „Rechte“.

Haben Grundsch├╝ler ein Recht auf einen sauberen Hof ohne Scherben und sonstigen Dreck? Hat die ├ľffentlichkeit ein Recht, sich nicht durch Horden besoffener Jugendlicher verunsichert zu f├╝hlen?

Offensichtlich ist das gewissen „vorbildlichen“ Mitgliedern der Ladenburger Gesellschaft mehr als egal.

Zwickm├╝hle oder klarer „Zug“?

Die Drachenbootabteilung des FV 03 muss sich diesem Problem abseits aller „vorbildlichen“ Absurdit├Ąten stellen. Denn der Verein ist der Veranstalter des Events und in dessen Umfeld „passieren“ diese ├╝beraus unerfreulichen und f├╝r den Ruf Ladenburgs sch├Ądlichen „Ereignisse“.

Das hat sicher auch damit zu tun, dass das Drachenboot-Festival immer h├Ąrter auf den Event-Charakter als auf das sportliche Ereignis getrimmt worden ist. Ganz sicher ist der Verein gut beraten, hier „zur├╝ck zu paddeln“, um nicht in „unbefahrbares Wasser“ zu geraten.

Vorbild „R├Âmerman“

Ein Beispiel k├Ânnte man sich am R├Âmerman nehmen. Die nach Teilnehmern rund drei Mal gr├Â├čere Veranstaltung der LSV setzt auf das, was das Vereinsziel ist: Sport. Und zwar von der Jugend an ├╝ber Spitzensport bis hin zu Breitensport.

Dieses noch viel gr├Â├čere Mega-Event kommt seit Jahren ohne Skandale aus, r├╝hmt den Ruf der Sportstadt Ladenburg und ist eine durchweg positive Veranstaltung.

Auch hier gibt es eine „Finisher“-Party. Die ist immer gesittet und vollst├Ąndig unproblematisch. Es gibt keine „Begleit-Sauf-Parties“ und auch wenig Beschwerden ├╝ber „Verkehrs-Assis“.

Der R├Âmerman ist allerdings auch durchweg als vereinsorganisiertes Sport-Event geplant. F├╝r das Drachenboot-Festival muss man diesen Anspruch im Vergleich in Frage stellen.

Der Arbeitskreis in Sachen „Alkohol-Exzesse“ wird das mit ber├╝cksichtigen m├╝ssen und eins wird klar sein m├╝ssen: Eine Steigerung der aktuellen Entwicklung bedeutet das Aus f├╝rs Drachenboot-Festival.

Das w├Ąre zum Kotzen. Aber unausweichlich, wenn zuviel gesoffen wird.

Pers├Ânliche Note

Pers├Ânlich ist f├╝r mich klar: Wir sind alle keine Heiligen und sollten die Kirche im Dorf lassen. Jugendliche m├╝ssen sich ausprobieren und ihre Grenzen finden. Ein oder zwei „Bierchen“, mal mehr Wein als gut tut oder auch mal die Grenzen durch Schnapsgenuss kennenzulernen – wer von uns Erwachsenen hat da nicht aus „was zu erz├Ąhlen“?

Es geht aber um Respekt – vor sich selbst und vor anderen. Auf dem Schulhof einer Grundschule, auf Spielpl├Ątzen Scherben und Dreck zu hinterlassen, ist respektlos und unverantwortlich. Und ganz sicher nicht im Sinne von „Erfahrungen sammeln“ zu tolerieren.

Schon gar nicht, wenn 14- und 15-j├Ąhrige Kinder buchst├Ąblich auf der Strecke bleiben und besinnungslos besoffen „eingesammelt“ werden m├╝ssen.

Dann h├Ârt der „Spa├č“ ganz einfach auf.

Die Vertreter der „ehrenwerten“ Gesellschaft haben wir diesmal nicht benannt – nach dem Motto: „Einen Fehlgriff hat jeder frei“.

F├╝r die Zukunft ist klar, dass sich die Exzesse nicht mehr wiederholen d├╝rfen, weil sonst viele Menschen aufgrund der Dummheit von wenigen – und seien sie noch so „ehrenwert“ –┬á Schaden nehmen.

 

 

 

 

 

Negative Bilanz ums Drachenbootrennen herum

Suff im Schatten des Drachens

Bier, Wein, Schnaps - es wird ordentlich gekippt. Und dass schon im Alter von 14 Jahren. Den Abfall l├Ąsst man zur├╝ck.

 

Ladenburg, 16. Juli 2012. (red) B├╝rgermeister Rainer Ziegler und Revierleiter Frank Hartmannsgruber sahen sich fast gen├Âtigt, heute in einer Pressekonferenz die ├ľffentlichkeit ├╝ber „unsch├Âne Begleiterscheinungen“ des Drachenbootrennens zu informieren. Jugendlicher Suff, Verm├╝llung und ein „katastrophales Parkverhalten“ haben Stadt und Polizei mehr als ver├Ąrgert. Der veranstaltende Verein wurde ausdr├╝cklich gelobt.

Von Hardy Prothmann

B├╝rgermeister Rainer Ziegler und Revierleiter Frank Hartmannsgruber sind alles, nur „nicht am├╝siert“ ├╝ber die Nacht vom Samstag. Mehrere hundert Jugendliche haben sich zum Saufen rund um das Drachenbootfestival getroffen. Sie hinterlie├čen Abfall und Scherben und insgesamt drei im Alter von 14 und 15 Jahre auch die Sinne: Die Kinder wurde bewu├čtlos auf der Stra├če gefunden und musste von der DLRG erstversorgt werden.

Das erf├╝llt uns mit Sorge ÔÇô nicht der sportliche Verlauf und das Event an sich. Wir sind alle miteinander erschrocken ├╝ber die Entwicklung, weil viele, viele Jugendliche volltrunken angetroffen worden sind. Das hat uns bedr├╝ckt. Die letzten zwei bis drei Jahre hat sich das ungut entwickelt, jetzt haben wir hier eine Eskalation.

Zugem├╝llte Grundschule - saufen ohne Sinn und Verstand.

B├╝rgermeister Rainer Ziegler ist bekannt f├╝r seine sonst diplomatische Ausdrucksweise. Seine deutlichen Worte sparen nicht mit Kritik – auch an Eltern. Veranstalter, Stadt und Polizei k├Ânnen die Situation allein nicht bew├Ąltigen. Der ├╝berwiegende Teil der Jugendlichen kam von au├čerhalb.

Unsch├Âne Bilanz

Frank Hartsmannsgruber gibt einen droben ├ťberblick: 8 „provokante“ Urinierer wurden verwarnt, also solche, die gesehen werden wollten oder denen alles egal war. Mehrfach wurden Jugendlichen Zigaretten abgenommen und vor allem Alkohol. Zwei 15-J├Ąhrige, ein 16-J├Ąhriger und ein 17-J├Ąhriger waren „hochprozentig“ unterwegs. Irgendein Dummkopf entz├╝ndete Plastikgeschirr unter ein Bank. Auf der Eisenbahnbr├╝cke wurde einem Mann zwei Mal mit der Faust so heftig ins Gesicht geschlagen, dass ein Schneidezahn abgebrochen ist – der T├Ąter ist bislang unbekannt. L├Ąrmend-randalierende Jugendliche mussten zur Ordnung gerufen werden. Rund 100 Jugendliche hat die Polizei direkt angesprochen – ermahnt und aufgekl├Ąrt. Manche auch direkt die Spuren der Saufexzesse wegr├Ąumen lassen. Frank Hartmannsgruber bilanziert:

In der Vergangenheit habe ich immer wieder den Jugendlichen ein gutes Verhalten attestiert. Hier trifft das Gegenteil zu.

Im Innenhof der Dalberg-Grundschule traf die Polizei auf eine Gruppe von rund 50 Jugendlichen, „die sich mit harten Sachen ordentlich vorgew├Ąrmt haben“. Als die Polizei ankam, rannten viele weg, erst auf „deutliche Anordnungen“ hin, kamen ein paar zur├╝ck und haben aufger├Ąumt. Es gibt also wenigstens noch so viel Bewusstsein, dass das Verhalten nicht „normal“ ist und ├ärger droht.

Dieses Gesamtbild k├Ânnen wir auf Dauer so nicht ertragen.

Als sehr positiv bewerten B├╝rgmeister Ziegler und Revierleiter Hartmannsgruber den Verlauf der eigentlichen Veranstaltung. Aus Neckarhausen gab es keine einzige Beschwerde, die Beachparty lief sehr fr├Âhlich aber durch Security ├╝berwacht auch sehr geregelt ab. Fr├╝hzeitige Gespr├Ąche mit Anwohner auf beiden Seiten des Neckars haben gewirkt. B├╝rgermeister Ziegler sagt:

Wir wollen die Vielfalt haben und wollen die Stadt lebendig haben ÔÇô das ist in unserem Sinne. Das ist ein gute Ausstrahlung nach au├čen. Aber wir m├╝ssen auf die Gesamtvertr├Ąglichkeit achten. Ich bin dankbar, dass die Absprachen mit den 03-ern eingehalten wurden. Was abgestimmt worden ist, wurde so umgesetzt.

„Begleitumst├Ąnde bereiten Sorge“

Man m├╝sse zwischen Veranstaltung an sich und dem Gel├Ąnde au├čerhalb des eigentlichen Veranstaltungsorts trennen. Nicht der sportliche Verlauf und das Event an sich, sondern die „Begleitumst├Ąnde“ erf├╝llten den B├╝rgermeister mit „Sorge“.

Ebenfalls richtig „fuchsig“ zeigt er sich mit dem Parkverhalten der Eventbesucher.

Man stellt sich in die Gr├╝nfl├Ąchen, in die Feuerwehrzufahrten. Das Parkverhalten ist eine Katastrophe. Nur wenige nutzen die gut ausgeschilderten Parkm├Âglichkeiten.

"Unfreiwillig" aufger├Ąumte Reste des jugendlichen Saufens.

Es habe einige Abschleppma├čnahmen gegeben. „Wir machen das nicht gern als Gastgeber. Wir haben aber auch einen Anspruch, dass die G├Ąste sich ordentlich verhalten. Mit diesem Verhalten ├╝berfordert man uns und l├Ąuft Gefahr, diese Veranstaltungen kaputt zu machen.“

Im kommenden Jahr werde konsequent jeder aufgeschrieben, der falsch parkt. „Wir wollen kein Geld einnehmen – sondern wir m├╝ssen darauf achten, dass die Ordnung au├čerhalb der Festivit├Ąten erhalten bleibt.“ Wie frech manche sind, schildert Frank Hartmannsgruber: „Wenn Sie mit einem diskutieren m├╝ssen, der sich vor die Polizeiausfahrt stellt, dann zeigt das ungef├Ąhr, wie verantwortungslos viele unterwegs sind.“

Das Res├╝mee hei├čt also: Tolle Veranstaltung der Drachenbootsportler – aber leider viel ├ärger au├čenrum. Auch der Verein wird sich bei L├Âsungswegen mit einbringen m├╝ssen. Nicht das Event ist der Ausl├Âser f├╝r diese Zust├Ąnde – aber anl├Ą├člich des Events finden diese Zust├Ąnde statt. Die schwierige Aufgabe wird sein, das in den Griff zu bekommen. Der sinnlose Suff wirft sonst einen dunklen Schatten auf das Drachenbootfestival.

 

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Edingen: Brand schnell unter Kontrolle

M├╝lltonnen vor Schule angez├╝ndet

Edingen/Ladenburg, 05. Mai 2012. (red/pol) Die Freiwillige Feuerwehr Edingen und das Polizeirevier Ladenburg wurden am Montagabend in den späten Abendstunden zu einem Brand im Ortsteil Edingen gerufen.

Information der Polizei:

„Unbekannte hatten drei vor einem Schulgebäude stehende Mülltonnen angezündet. Zwar hatten die Floriansjünger das Feuer in kürzester Zeit gelöscht, an den Müllbehältern entstand jedoch Totalschaden.

Durch Verbrennungsrückstände und Ruß wurde auch die Fassade des Schulgebäudes in Mitleidenschaft gezogen.

Der Sachschaden beläuft sich nach derzeitigem Ermittlungsstand auf etwa 1.500 Euro.“

Aktuelles zur Diskussion ├╝ber die Einf├╝hrung der Gemeinschaftsschule

Individualit├Ąt vs. Einheitsbrei

Informationen zur Gemeinschaftsschule in Baden-W├╝rttemberg auf den Seiten des Kultusministeriums: http://www.kultusportal-bw.de

Baden-W├╝rttemberg, 14. M├Ąrz 2012. (red/jh) Zum Schuljahr 2012/13 wird es in Baden-W├╝rttemberg landesweit die ersten Gemeinschaftsschulen geben – wenn der Landtag dem Gesetzentwurf der gr├╝n-roten Landesregierung im April zustimmt. Die nicht mehr durchgef├╝hrte fr├╝hzeitige Selektion durch l├Ąngeres gemeinsames Lernen soll sozial gerechter sein und f├╝r bessere Leistungen der Sch├╝ler sorgen, so die Landesregierung. Die Opposition sieht das anders und ist stolz auf das aktuelle Schulsystem im Land.

Von Julian Heck

Sp├Ątestens seitdem sich das Kabinett im Dezember letzten Jahres auf einen Gesetzentwurf zur Einf├╝hrung von Gemeinschaftsschulen in Baden-W├╝rttemberg geeinigt und dieses Papier der ├ľffentlichkeit vorgestellt hat, wird heftig dar├╝ber diskutiert. Die Landesregierung, die seit der letzten Wahl im M├Ąrz 2011 aus den Gr├╝nen und der SPD besteht, ist ├╝berzeugt von der Schulreform, wohingegen insbesondere die CDU dieser sehr kritisch gegen├╝ber steht.

Das neue Konzept und seine Vorteile

Mit der Einf├╝hrung von Gemeinschaftsschulen h├Ątte man in Baden-W├╝rttemberg ein Schulsystem, wie es gegens├Ątzlicher zum momentanen System nicht sein k├Ânnte. Das Konzept der Gemeinschaftsschule sieht vor, von Klasse 5 bis 10 und eventuell sogar schon ab der ersten Klasse gemeinsam unterrichtet zu werden. Eine Gliederung in Haupt-, Real- und Sonderschulen sowie in Gymnasien w├╝rde entfallen. Auch eine Unterteilung in einzelnen F├Ąchern in Kurse mit unterschiedlichem Niveau w├Ąre nicht der Fall.

Stattdessen soll es f├╝r die Sch├╝ler der Gemeinschaftsschule – auch solche mit Behinderung (Stichwort Inklusion) – individuelle F├Ârder- und Lernpl├Ąne geben. Lehrer sollen in Teams zusammenarbeiten und Eltern in regelm├Ą├čigem Kontakt mit diesen stehen. Auf den Gemeinschaftsschulen k├Ânnten alle bisherigen Bildungsabschl├╝sse erreicht werden. Zur Umsetzung w├╝rde das Land entsprechende finanzielle Mittel zur Verf├╝gung stellen, um vor allem die personellen Ressourcen f├╝r eine individuelle F├Ârderung gew├Ąhrleisten zu k├Ânnen.

Zu schnell und zu gr├╝n-rot

Die Opposition ist von der geplanten Schulreform nicht begeistert. Zu schnell seien Starterschulen bestimmt worden, noch bevor der Gesetzentwurf zum Gesetz wird. Ungekl├Ąrte Rahmenbedingungen wie notwendige R├Ąumlichkeiten und die Finanzierung komplettieren f├╝r die CDU das Bild des ├ťberhastens.

Gr├╝n-Rot zieht bildungsideologisches Lieblingskind im Schweinsgalopp durch.

Das war die ├ťberschrift der Pressemitteilung, die der CDU-Landesverband Baden-W├╝rttemberg noch am gleichen Tag ver├Âffentlichte, an dem die Landesregierung den Gesetzentwurf verabschiedet hat. Die Entscheidung sei ├╝berhastet, undurchdacht und nicht nachvollziehbar. Statt ein neues Schulsystem einzuf├╝hren, solle man nach Aussagen der CDU besser das jetzige „erfolgreiche differenzierte Bildungssystem gezielt weiterentwickeln“. Konkrte Vorschl├Ąge, was „gezielt“ bedeutet, macht die CDU allerdings nicht.

Zu exklusiv

Stark kritisiert wird von der CDU die Benachteiligung der anderen Schulformen gegen├╝ber der neuen Gemeinschaftsschule. So soll bei der letzteren die H├Âchstgrenze von Sch├╝lern pro Klasse – der sogenannte Klassenteiler – gesenkt werden. Dies sei nicht gerecht. Die anderen Schulformen d├╝rften nicht hinten dran stehen. Au├čerdem ist f├╝r die individuelle F├Ârderung zus├Ątzliches Personal notwendig, darunter Lehrpersonal und Schulsozialarbeiter. Damit habe die Gemeinschaftsschule eine Exklusivit├Ąt, womit etwa die Haupt- und Realschulen das Nachsehen h├Ątten.

Zu belastend

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begr├╝├čte den Vorschlag der Landesregierung zur Einf├╝hrung von Gemeinschaftsschulen:

Das ist ein historischer Moment f├╝r Baden-W├╝rttemberg.

Trotzdem zeigte sich die GEW entt├Ąuscht dar├╝ber, welche Ressourcen die ersten Gemeinschaftsschulen bekommen und fordert h├Âhere Investitionen. Lehrer seien mit ihrer Stundenzahl ├╝berbelastet und die zus├Ątzlichen zwei Stunden f├╝r jede Gemeinschaftsschulklasse w├╝rden nicht ausreichen. Insgesamt freut sich die GEW jedoch ├╝ber diese Entwicklung und w├╝nscht sich eine schrittweise R├╝ckstufung des differenzierten Schulsystems und die Verbreitung der Gemeinschaftsschule im ganzen Land.

Beschlussfassung im April

Ob der Gesetzentwurf, wie er momentan vorliegt, vom Landtag verabschiedet wird, bleibt abzuwarten. Es ist zwar damit zu rechnen, dass die CDU dagegen stimmen wird. Aufgrund der Mehrheiten ist aber davon auszugehen, dass die ersten 34 „Starterschulen“ im n├Ąchsten Schuljahr an den Start gehen werden.

Information zum ├ťbergang in das Gymnasium

Ladenburg, 24. Februar 2012. (red/pm) F├╝r die Eltern der 4. Grundschulklassen findet am Dienstag, dem 06.M├Ąrz 2012 um 17:00 Uhr im Carl-Benz-Gymnasium, Realschulstr. 4, in Ladenburg ein Informationsabend statt.

Wochenend-Paten f├╝r die ÔÇ×MennekensÔÇť gesucht


Die "Mennekens" suchen Wochenend-Paten. Bild: privat

Ladenburg, 15. September 2011. (red/pm) Der Arbeitskreis ÔÇ×KinderÔÇť der Zukunftswerkstadt Ladenburg stellt zum Einschulungstermin wieder die ÔÇ×MennekensÔÇť auf, die Autofahrer zur R├╝cksichtnahme f├╝r unsere j├╝ngsten Schulkinder auffordern m├Âchten.

Die Ladenburger ÔÇ×MennekensÔÇť suchen ab dem 17.September 2011 f├╝r die kommenden 6 Wochenenden Unterschlupf in einer Garage, Schuppen oder Kinderzimmer!

Leider wurden die letzen Jahre einige der 30 vorhandenen Figuren durch Vandalismus zerst├Ârt. Dies geschah haupts├Ąchlich an den Wochenenden, so dass der AK Kinder nun f├╝r die kommenden 6 Wochenenden Paten sucht, die Freitagsabends das Menneken vom St├Ąnder abmontieren um es Montagsfr├╝h wieder aufzustellen.

Die schweren Barkenf├╝├če mit St├Ąnder bleiben an der Stra├če stehen.

Der Arbeitskreis Kinder und die Stadtverwaltung hoffen somit in diesem Jahr, mehr Mennekens vor Sch├Ąden zu retten, als es ihnen in den letzen Jahren gegl├╝ckt ist.

Die Mennekens werden wieder an den gleichen, bew├Ąhrten Standorten, wie in den letzten Jahren aufgestellt.
Ansprechperson f├╝r eine Patenschaft und weitere Informationen ist

Frau Britta Kautz, Tel: 0170-9193339.

Klasse Vorstellung – Zirkus Meriano begeistert


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Akrobatik, Team-Leistung, Spa├č und Spannung - Zirkus Meriano ist ein "klasse Projekt".

Ladenburg, 21. Mai 2011. (red) Eine Woche Training – eine Woche mal was anderes als Mathe, Englisch, Deutsch oder Erdkunde – und heraus kommt ein gro├čer Spa├č, eine beeindruckende Leistung. Die vier siebten Klassen der Merian-Realschule haben gestern in der Lobdengauhalle gezeigt, wie das ist, wenn sie „Zirkus machen“.

Von Hardy Prothmann

Nach rund eineinhalb Stunden hielt es die G├Ąste nicht auf den Sitzen: Sie klatschen begeistert und brachten sich in Position f├╝r Erinnerungsfotos zum Finale, als alle Artisten sich nochmals gemeinsam pr├Ąsentierten.

Elf Zirkus-Nummern hatten die 120 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler unter Leitung des Zirkusp├Ądagogen Marcus Kohne in der Zirkus-Woche einstudiert. Durch das Programm f├╝hrten Kristina Beyer und Lisa Bischoff. Zuvor war durch einen Sponsorenlauf Geld gesammelt worden, um das Projekt zu finanzieren.

Vor allem die „Rauptier-Nummer“ brachte gute Laune – die „aufgeblasene Clown-Party“ startete ein wenig langsam, aber zum Schluss sehr witzig. Eine Reihe von lustigen Gestalten blies gemeinsam das Hirn durch und einen Ballon auf.

Sehr geschickt und mutig zeigten sich viele M├Ądchen, ob beim Tellerdrehen, Einrad-Fahren, Hochrad-Fahren oder beim „runden Tanz der Farben“, bei dem sie auf gro├čen B├Ąllen balancierten.

Ganz wenige „Nummern“ klappten nicht. Das ist Zirkus. Aber die Fairness, die Anerkennung klappte immer. Es machte viel Spa├č zu sehen, wie die 120 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler jeder f├╝r sich „volle Leistung“ brachten und gemeinsam im Team wirkten.

Das ist auch der tiefere Sinn des Zirkusprojekts – sich und mal was anderes auszuprobieren. Wieviel Spa├č und Begeisterung das allen brachte, war f├Ârmlich zu sp├╝ren. Voll konzentriert meisterten die Siebtkl├Ąssler die beeindruckenden Auff├╝hrungen und das geneigte Publikum – stolze Eltern und Verwandte, aber auch einige, die sich die „Sensation“ anschauen wollten. Schade, dass nur wenige Stadtr├Ąte anwesend waren.

Viel Freude mit unseren Fotos:

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„Gegen das Vergessen“ hei├čt auch hinschauen


Guten Tag!

Ladenburg, 29. Januar 2011. Siebenundrei├čig Stolpersteine sind verlegt. Als Mahnung, als Erinnerung an die grausame, menschenverachtende Zeit des deutschen Nationalsozialismus, der Millionen Menschen den Tod und den Deutschen Schande gebracht hat. Die Brosch├╝re ÔÇ×Spuren j├╝dischen Lebens in Ladenburg – Ein RundgangÔÇť ist ein zus├Ątzliches Dokument, das die Erinnerung an diese f├╝rchterliche Zeit wachh├Ąlt. Man will nicht vergessen. Das ist gut so. Man muss sich aber auch der Realit├Ąt stellen. Das ist besser.

Von Hardy Prothmann

Am 16. November 2010 ist hier auf dem ladenburgblog der Text „Hitlerbart und Nazi-Symbole – wie sich ein Teil der CBG-Jugend im Internet auslebt“ erschienen. Dieser Text hat enorme Aufmerksamkeit gefunden und viel Kritik ausgel├Âst – gegen den Text und gegen mich als Verfasser.

Ich habe allerdings auch sehr viel Zuspruch erfahren. Wie auch immer – bis heute gibt es keine Reaktion von „offizieller Seite“ und das ist mehr als bedauerlich.

Vor allem vor dem Hintergrund des 66. Jahrestags zur Befreiung von Auschwitz und einem offiziellen Festakt, an dem auch das B├╝ndnis „Wir gegen Rechts„, der B├╝rgermeister und andere Honoratioren sowie rund 80 B├╝rgerinnen und B├╝rger der Stadt teilgenommen haben.

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Der 37. Stolperstein f├╝r Lilli Frankenthal - 1942 in Auschwitz ermordet.

Deswegen nehme ich aus „aktuellem Anlass“ das Thema nochmals auf – wer sich mit Ladenburg, Geschichte, Journalismus, lokalen Medien, meiner Person und dem Thema auseinandersetzen m├Âchte, wird sicherlich an den folgenden Informationen interessiert sein.

„Meine“ Geschichte mit der deutschen Geschichte

Ich bin 1966, also 21 Jahre nach dem Ende des „Dritten Reichs“ geboren.

Im Alter von vierzehn Jahren, also 1980, habe ich das erste Mal vom wirklichen Ausma├č der nationalsozialistischen Diktatur im Sozialkundeunterricht erfahren. In den folgenden Jahren lernte ich alles, was wir dar├╝ber lernen mussten.

Aber irgendwann kamen mir Hitler und das Dritte Reich zu den Ohren raus. Nicht nur einmal habe ich gedacht: „Nicht schon wieder.“ Aber der Lehrplan war gnadenlos.

Vor allem die Schuldfrage qu├Ąlte mich. Was hatte ich damit zu tun? Ich war und bin nicht schuld an dem, was passiert ist. Zu keiner Zeit meines Lebens. Auch meine Eltern, 1944 und 1947 geboren, sind frei von jeglicher pers├Ânlicher Schuld.

Ich finde alles, was damals passiert ist, grausam, verachtenswert, ersch├╝tternd.

„Witzfigur“ Hitler?

Und es f├Ąllt mir pers├Ânlich bis heute schwer zu glauben, dass Adolf Hitler, diese „Witzfigur“, dieser kleine, h├Ąssliche Mann mit seinem bl├Âden Bart und seiner ├Ątzenden Stimme solch ein Ver“f├╝hrer“ gewesen sein soll. Irgendetwas „Komisches“ kann ich an diesem Verbrecher bis heute nicht erkennen.

Und ich wusste, Hitler alleine kann nicht f├╝r alles verantwortlich sein. Auch nicht ein paar mehr oder viele mehr. Es waren sehr, sehr viele Deutsche an den Verbrechen beteiligt.

Adolf Hitler, 1933. Quelle: Bundesarchiv, Bild 146-1990-048-29A / CC-BY-SA

Nach der Schule habe ich Germanistik, Politische Wissenschaften und Philosophie in Mannheim studiert. Und nach und nach verstanden, warum wir Sch├╝ler mit dem Thema so „verfolgt“ worden sind. Denn der Geist des Nationalsozialismus, des Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit war und ist unter uns.

Auch in anderen L├Ąndern dieser Welt. Das schm├Ąlert aber in keiner Weise die historische Schuld, die die Bundesrepublik Deutschland zu tragen hat. Das Dritte Reich ist ein Erbe, das man nicht verweigern kann.

Schuldfrage

Wer wie ich als junger Mann denkt: „Was hab ich damit zu tun?“, dem muss man ehrlich antworten: „Ersteinmal nichts.“

Und dann muss man aufkl├Ąren, warum man doch „auch schuldlos“ eine historische Verantwortung tr├Ągt, sich zu dieser bekennen sollte und f├╝r sich und die Zukunft daf├╝r sorgt, dass dieser Geist, der damals herrschte, keinen Platz mehr in Deutschland haben sollte.

Sicher: Vergessen und vergeben ist gut, kann aber genauso sch├Ądlich sein. Vor allem dann, wenn man wegschaut. Und vor allem dann, wenn man wegschaut und unt├Ątig bleibt, obwohl man es besser wissen k├Ânnte oder andere es besser wissen k├Ânnten und einen nicht dar├╝ber informieren, was passiert. Angeblich wussten ja auch angeblich viele Deutsche damals nicht, was vor sich ging.

Damals ist damals gewesen, kann man argumentieren. Doch damals reicht bis in die Gegenwart.

Schattige Vorbilder der Vergangenheit

Der 1913 in Mannheim geborene und 2007 verstorbene und bis heute von vielen geachtete fr├╝here baden-w├╝rttembergische Ministerpr├Ąsident Hans Filbinger (CDU) war ein NSDAP-Mitglied und hat mit der Haltung: „Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht seinÔÇť, von ihm als Nazi-Richter erlassene Todesurteile verteidigt und sich durch eine sture und intolerante Haltung bis zu seinem Lebensende „ausgezeichnet“.

Und er hat lange in der Politik gewirkt, Posten besetzt, Politik und Menschen gepr├Ągt.

Auch den ehemaligen Ministerpr├Ąsidenten G├╝nther Oettinger (CDU), der die Rolle Filbingers in einer Trauerrede anl├Ąsslich dessen Todes verkl├Ąrte. Die „Oettinger-Aff├Ąre“ h├Ątte fast zum R├╝cktritt Oettingers gef├╝hrt. Oettinger nahm seine ├äu├čerung zur├╝ck, woraufhin der Zentralrat der Juden in Deutschland die R├╝cktrittsforderung nicht weiter betrieben hat. Oettinger blieb aber Mitglied des „rechtsnationalen“ Studienzentrums Weikersheim, das Filbinger gegr├╝ndet hat.

12. April 1945: Foto vom KZ-Au├čenlager_Boelcke-Kaserne in Nordhausen, in dem ├╝ber 20 000 Menschen ihr Leben lie├čen. Foto: T4c. James E Myers

Verschiendene K├╝nstler bilden bis heute ganz selbstverst├Ąndlich unsere kulturelle Basis. Beispielsweise August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der den Text des „Lieds der Deutschen“ geschrieben hat, dessen dritte Strophe seit 1952 die deutsche Nationalhymne ist. Von Fallersleben hat auch jede Menge Kinderlieder geschrieben, ob „Alle V├Âglein sind schon da“ oder „Ein M├Ąnnlein steht im Walde“.

Und er war politisch, richtete sich gegen Pressezensur, staatliche Willk├╝r und Kleinstaaterei. Eigentlich sind das gute Eigenschaften.

Ist er deshalb ein Vorbild? Nein. Seine Kinderlieder sind harmlos und nett und d├╝rfen sicherlich gesungen werden. Das macht Fallersleben aber nicht zum Vorbild.

Denn von Fallersleben war bekennender Antisemit und Franzosenhasser. Seine Kinderlieder sind das eine. Seine berechtigter Protest das andere.

Seine Gesinnung muss man ablehnen.

Mein Opa war dabei

Als ich Mitte zwanzig war, kl├Ąrte mich mein Gro├čvater auf, dass er als 16-J├Ąhriger in russischer Kriegsgefangenschaft war, weil er als „Gebirgsj├Ąger“ 14-J├Ąhrige zu Soldaten schulen sollte. Und er war ehrlich: „Ich habe an Hitler geglaubt“, sagte er mir und das fiel ihm nicht leicht: „Erst sp├Ąter habe ich verstanden, wie dumm ich war.“

Meine Gro├čmutter kam aus B├Âhmen, war drei Jahre als junge Frau interniert, weil ihr Vater in der NSDAP war und als sie in Bruchsal ankam, wurde sie von den Leuten dort bespukt. Nicht etwa, weil das keine Nazis gewesen waren, sondern weil man die Fl├╝chtlinge nicht haben wollte. Das Brot und die Chancen waren knapp.

Ich habe lange Jahre sp├Ąter ein Jahr bei meinen Gro├čeltern gelebt, ihnen ging es gut, Brot und leckeres Essen gab es reichlich und sonntags war der „Internationale Fr├╝hschoppen“ mit Werner H├Âfer „Pflicht“. 1987 musste der sehr „renommierte Journalist“ Werner H├Âfer die Sendung aufgeben, weil ihm nachgeweisen werden konnte, dass er aktiv f├╝r die NS-Propaganda t├Ątig war, was er immer bestritten hatte.

Das hat meinen Gro├čvater sehr besch├Ąftigt: „Ich glaube trotzdem, dass es gut war, Dich ├╝ber diese Sendung an die Politik heranzuf├╝hren“, sagte mein Opa. Und er war sehr entt├Ąuscht. Nicht zum ersten Mal in seinem Leben. Ich habe viel von ihm gelernt.

Bagatellisierung von Rechtsextremismus

Anfang der neunziger Jahre habe ich dann nach dem Grundstudium zwei Semester bei Professor Eckhard Jesse studiert, der damals als Privatdozent in Mannheim gastierte. Ein absoluter Extremismus-Experte. Sehr kenntnisreich, argumentativ gewandt. Und ich habe viel gelernt und verstanden. Auch, dass mir Jesse nicht geheuer war. Der h├Ątte gerne gehabt, dass ich „meinen Doktor“ bei ihm mache. Ich wollte nicht.

Mich st├Ârte ein gewisser Revisionismus des Nationalsozialismus und die Gleichsetzung von Rechts- und Linksextremismus. Meiner Auffassung nach ist das nicht zul├Ąssig. Nur weil beide Str├Âmungen extremistisch sind, sind sie noch lange nicht dasselbe. Ich f├╝hlte mich an den Historikerstreit erinnert, der damals noch ganz „frisch“ war.

Anfang 2001 tauchte Jesse in meiner Aufmerksamkeit wieder auf: Er sollte Gutachter im NPD-Verbotsverfahren werden. Nicht nur der von mir sehr gesch├Ątzte Kollege Heribert Prantl (S├╝ddeutsche Zeitung) kritisierte Jesse wegen „Bagatellisierung von Rechtsextremismus„.

Jesse ist zweifellos ein Extremismus-Experte, aber eventuell auch ein „gef├Ąhrlicher Kopf“, dessen Arbeit nicht nur aus der Forschungssicht gesehen werden darf, sondern gerade auch auf gef├Ąhrliche Signale gepr├╝ft werden muss.

Entschuldungsargumentation

Rechtsradikale und fremdenfeindliche Botschaften verlaufen nicht erst heutzutage unterschwellig. Sie sind h├Ąufig nicht sofort als solche erkennbar und werden auch von Personen weitergetragen, die sich vielleicht gar nicht bewusst sind, dass sie mit Rechtsextremismus „Bekanntschaft“ gemacht haben oder gerade machen.

"Lustiger" dummer-Jungen-Streich? Sch├╝ler stellt sich mit Hitlerbart bei Facebook dar.

Hat Hitler nicht die Autobahnen gebaut, den Menschen Arbeit und Hoffnung gegeben, die Jugend gef├Ârdert? Wer so argumentiert, bereitet einer „Entschuldung“ des Terrors des Dritten Reichs T├╝r und Tor.

Extremes Gedankengut wird niemals aus der Welt sein. Und es wird nicht harmloser, indem man „Witze“ dar├╝ber rei├čt oder S├Ątze wie „Nach Frankreich nur auf Ketten“ schreibt.

Damit komme ich auf die „Hitlerbart“-Geschichte zur├╝ck.

Wer argumentiert, mit „Witzen“ und „Parodien“ werde der „Umgang“ einfacher, oder: „Das machen doch auch andere, die haben sogar Preise daf├╝r gewonnen“, hat wenig bis nichts verstanden.

Dumme Jungs?

Die „Spielchen“ von Sch├╝lern kann man als „dumme Jungs-Streiche“ verharmlosen. Kein Problem. Dumme Jungs haben schon immer dumme Streiche gemacht. Dummheit geh├Ârt zur Jugend.

Was die zehn durch die Recherche der Redaktion bekannt gewordenen CBG-Sch├╝ler im Internet bei Facebook „getrieben“ haben, h├Ątte auch an jeder anderen Schule in Deutschland passieren k├Ânnen.

Also, was soll’s?

Es ist aber in Ladenburg passiert und das ladenburgblog hat dar├╝ber berichtet.

Nicht ohne „Folgen“. In den Tagen nach dem Bericht haben rund 120 Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler, die vorher mit dem Account der Redaktion auf Facebook „befreundet“ waren, diese „Freundschaften“ gek├╝ndigt.

Aus „Solidarit├Ąt“ zu denen, die „betroffen“ waren und die sich sehr aktiv darum bem├╝ht haben, den „Spie├č umzudrehen“.

Der Hauptvorwurf: Wir h├Ątten die „harmlose Sache“ hochstilisiert, um mehr Aufmerksamkeit, also mehr Klicks zu erreichen und damit mehr zu „verdienen“. „Auf Kosten“ der Sch├╝ler, die gar nichts B├Âses wollten. Unser Bericht sei geeignet, deren „Existenz“ zu zerst├Âren.

Wie man die Rhetorik, „die wollen sich auf Kosten anderer bereichern“ einsch├Ątzen will, bleibt jedem selbst ├╝berlassen.

Ebenso Gedanken zur „Existenzfrage“ und der ├ťberlegung, was wohl ein Personalchef ├╝ber jemanden denkt, von dem er ein entsprechendes Bild sieht.

Nach unserem Bericht wurde nach unseren Kenntnissen teils enormer Druck auf Sch├╝ler ausge├╝bt, uns die „Freundschaft“ zu k├╝ndigen, denn wer weiter mit „uns befreundet“ sei, sei gegen die betroffenen Personen.

Wer will das schon aushalten m├╝ssen, wenn man sich t├Ąglich auf dem Schulhof begegnet und zwischen 14 und 18 Jahre alt ist?

Auch diesen „extremen“ Druck kann man beurteilen wie man m├Âchte.

Theorien und Tatsachen

Tatsache ist, dass „Klicks“ ├╝berhaupt kein Geld bringen, sondern h├Âchstens Aufmerksamkeit.

In diesem Fall eine, f├╝r die die Reaktion einsteht. In vollem Bewusstsein, dass das eher keine gute Argumentation gegen├╝ber Werbekunden ist, weil die Aufmerksamkeit in diesem Fall keine war, die „Spa├č macht“, ├╝ber die „sich alle freuen“ und „alle zufrieden“ sind.

Diese Aufmerksamkeit hat f├╝r Unruhe und Stress gesorgt. Ganz erheblich. Diese Aufmerksamkeit war eher schlecht f├╝r ein Gesch├Ąft.

Die Entscheidung dazu ist bewusst getroffen worden, weil unser redaktioneller Anspruch ist, hinzusehen, aufzuschreiben, was ist und nicht, was man gerne sehen w├╝rde und wor├╝ber man doch bitte nichts berichten soll.

Wir machen gerne „Gesch├Ąft“ – aber wir entscheiden, mit wem und zu welchen Konditionen. Und schon gar nicht zu jedem Preis.

Wer ist „Wir gegen Rechts“?

In diesem Sinne bringen wir auch die Entt├Ąuschung ├╝ber das Verhalten des B├╝ndnis „Wir gegen Rechts“ zum Ausdruck.

"Wir gegen Rechts" - Seite im Internet. Das Angebot ist nicht aktuell und insgesamt inhaltsleer. Ein Engagement ist nicht zu erkennen. Quelle: B├╝ndnis "Wir gegen Rechts"

Wir haben uns redaktionell im Anschluss an unsere Berichterstattung an diese Organisation gewandt, die aktuell auch zum Gedenktag an die Befreiung von Auschwitz aufgetreten ist.
Wir haben das B├╝ndnis „Wir gegen Rechts“ in einem langen Schreiben, als auch in einem umfangreichen Telefonat um Austausch zum Vorfall gebeten.

Eine Reaktion ist ausgeblieben. Es gab auch keine Antwort, die unserer Bem├╝hung angemessen gewesen w├Ąre.

Wenn man sich die „Arbeit“ von „Wir gegen Rechts“ anschaut, bleibt auch nicht viel au├čer Entt├Ąuschung.

Das „B├╝ndnis“ ist ein „zahnloser Tiger“ – die Internetseite wenig aktuell, wie auch vermutlich die „Aktionen“. Man tritt hier und da auf, best├Ątigt sich und andere und tut so als ob und doch eher nichts.

Reaktionen

Wir haben auch B├╝rgermeister Rainer Ziegler angesprochen, der den Vorfall als Vertreter des „Schultr├Ągers“ uns gegen├╝ber als „Angelegenheit der Schule“ erkl├Ąrt hat. Das ist korrekt, aber insofern „ungew├Âhnlich“, als wir Herrn Ziegler in anderen Zusammenh├Ąngen als sehr engagiert kennen und achten.

Wir haben auch versucht, mit dem Elternbeirat in Kontakt zu treten, der sich nicht zust├Ąndig f├╝hlte.

Das Fazit ist: Man will lieber nichts damit zu tun haben. Das ist ein „zu hei├čes Eisen“.

Tatsache ist: Der Vorfall hat stattgefunden. Tatsache ist auch, dass es nach unserer Kenntnis keinerlei inhaltliche Auseinandersetzung gegeben hat, um nicht „etwas zu sehen“, was man nicht sehen will. „Wenn man es gut genug ignoriert, geht es bestimmt vor├╝ber“, mag der ein oder andere denken, „weil nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Sch├Ân f├╝r alle, wenn es nur ein „Spuk“ war und die Welt danach wieder „in Ordnung“ ist.

Wir haben hingeschaut und vielleicht hat unsere Berichterstattung dazu gef├╝hrt, dass eine ungute Entwicklung gestoppt wurde. Sch├Ân, wenn dem so w├Ąre.

Aufgaben

Wir schauen auch weiter hin. Denn das ist unsere journalistisch-gesellschaftliche Aufgabe. Die nehmen wir ernst. Gegen jede Form von Extremismus.

Und ganz besonders freuen wir uns ├╝ber die rund 60 Leserinnen und Leser, die danach „Freunde“ unseres Facebook-Accounts geworden sind und noch mehr ├╝ber die, die erst die „Freundschaft“ quittiert und danach wieder aufgenommen haben. ­čÖé

Denn wir wissen genau, dass man damit einer Haltung Ausdruck gibt. Und dass das nicht immer einfach ist. Nicht in der Schule. Nicht privat. Nicht im Gesch├Ąftsleben.

Sich aus m├Âglichst vielen ├Âffentlich zug├Ąnglichen Quellen unterrichten zu k├Ânnen, um sich eine Meinung zu bilden und diese zu ├Ąu├čern, ist das nach Artikel 5 GG grundgesetzlich garantierte Recht aller B├╝rgerinnen und B├╝rger.

Artikel 5 unserer Verfassung schreibt nicht vor, dass man das tun muss. Aber es gut, richtig und wichtig, wenn man sich das Recht nimmt!

In diesem Sinne

Ihr

P.S.
Im Artikel sind mehrere Links auf wikipedia dokumentiert. F├╝r die Inhalte ist ladenburgblog nicht verantwortlich. Diese Hinweise dienen einem ersten ├ťberblick ├╝ber h├Ąufig im allgemeinen unstrittige Tatsachen. Im Detail kann das aber durchaus „hinterfragenswert“ sein. Wir bitten deshalb darum, solche Verlinkungen als Quelle zu betrachten, die einen Einstieg zur jeweiligen Thematik erm├Âglicht.

Landtagswahl: Sckerl beherrscht die Debatte


Guten Tag!

Hirschberg, 19. Januar 2011. Am Montagabend diskutierten die vier Landtagskandidaten von CDU, B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen, SPD und FDP ihre Positionen auf Einladung der Freien W├Ąhler.

Ein spannender Termin. Ein anstrengender Termin ├╝ber fast drei Stunden. Anstrengend f├╝r das Podium und f├╝r die rund 70 G├Ąste.

Mit Fakten, Zahlen, Behauptungen, Zur├╝ckweisungen, Anklagen, Polemiken und Versprechen. Es ist Wahlkampf. Die Top-Themen waren nur vordergr├╝ndig Stuttgart21 und die Schulpolitik.

Das echte Top-Thema, das zur Zeit das Land bewegt, ist die innere Verfassung der Politik(er) und der B├╝rger und wer ├╝ber was bestimmt.

Von Hardy Prothmann

Von links nach rechts sitzen am Podium die aktuellen Abgeordneten und Kandidaten Dr. Birgit Arnold (FDP), Gerhard Kleinb├Âck (SPD), Hans-Ulrich Sckerl (B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen) und Georg Wacker (CDU). In der Mitte sitzt Volker Barzyk, stellvertretender Vorsitzender der Freien W├Ąhler und Moderator der Runde.

Bilder f├╝r die Presse.

Die Spannung ist zum Greifen.

Vor dem Podium sitzen rund 70 B├╝rger. Man merkt w├Ąhrend der Wortbeitr├Ąge am Verlauf des Beifalls und der Kommentare, wer f├╝r wen ist. Es sind viele „Gr├╝ne“ da. Nat├╝rlich viele Freie W├Ąhler. Einige CDU oder SPD-Anh├Ąnger und ein paar f├╝r die FDP.

Auch im Publikum ist die Spannung zum Greifen.

Der Ortstermin hat Charme. Denn die Freien W├Ąhler – die st├Ąrkste „kommunalpolitische Kraft“ im Land – d├╝rfen als „objektiv“ gelten, weil sie (noch) nicht mit eigenen Kandidaten am Landtagswahlkampf teilnehmen. Aber sie sind so abh├Ąngig wie alle anderen von den Entscheidungen in Stuttgart – das relativiert die „Objektivit├Ąt“.

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Volker Barzyk, Moderator

Die vordergr├╝ndige Neutralit├Ąt ist torzdem eine gute Voraussetzung f├╝r eine interessante Debatte im Feuerwehrhaus Gro├čsachsen.

Selbst wenn man wei├č, dass die Freien W├Ąhler noch als „eher dem b├╝rgerlichen Lager zugeneigt“ gelten d├╝rften. Unabh├Ąngig von einer Parteifarbe gilt die Realit├Ąt der Entscheidungen in Stuttgart genauso unmittelbar f├╝r sie wie f├╝r die Parteifraktionen vor Ort. Und die Freien W├Ąhler wissen auch in der wohlhabenden Gemeinde Hirschberg, dass die Landespolitik zu oft zu sehr zu Lasten der Kommunen geht.

Kr├Ąftemessen.

Moderator Barzyk beginnt unter Missachtung der „Farbenlehre“ von ihm aus rechts gesehen, vom Publikum aus links, aber korrekt nach dem Alphabet und erteilt Frau Arnold das Wort.

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Dr. Birgit Arnold, FDP

„Ich sehe eine sehr positive Entwicklung. Vor der Schlichtung waren 54 Prozent der B├╝rger gegen Stuttgart21, danach waren 54 Prozent daf├╝r. Das hat sich umgedreht.“ Sie ist „entt├Ąuscht ├╝ber den Umgang der Gr├╝nen mit dem Schlichterspruch“: „Das ist politisch unterm Strich unglaubw├╝rdig“, sagt sie. Sie sagt nat├╝rlich noch viel mehr, aber das ist die Kernbotschaft: „Stuttgart21 wird gebaut. Auch, wenn den Leuten vorgegaukelt wird, dass sich was ├Ąndern w├╝rde.“

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Gerhard Kleinb├Âck, SPD

Herr Kleinb├Âck sagt: „Die SPD hat in der Debatte um Stuttgart21 nur wenig stattgefunden.“ Er informiert, dass die Mehrheit der SPD f├╝r Stuttgart21 sei, er selbst aber dagegen und sagt: „Ich empfehle dringend, den Protest der B├╝rger wahrzunehmen. Viele Abgeordnete haben mit Beginn der Bauma├čnahmen gehofft, dass der Protest abnimmt.“ Und er behauptet: „Wir haben die M├Âglichkeit f├╝r einen Volksentscheid er├Âffnet.“

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Uli Sckerl, B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen

Hans-Ulrich Sckerl sagt: „Die Schlichtung war gut und richtig. Es kann aber nicht sein, dass ein Mann einen Spruch verk├╝ndet und alle haben sich zu f├╝gen. Nur ein Volksentscheid bringt eine Befriedung. Dem w├╝rden wir uns unterwerfen. So gute Demokraten sind wir allemal.“ Und: „Frau Arnold, ich halte nichts davon, dass Sie unseren Rechtsexperten diffamieren und ihren ├╝ber den Klee loben. Wenn man es politisch will, findet man eine L├Âsung.“

„Stuttgart21 ist ein Projekt, dass f├╝r alle Menschen von Vorteil sein wird,“, sagt Georg Wacker als letzter in der ersten Runde: „Sonst wird Baden-W├╝rttemberg umfahren.“ Und: „Drei unabh├Ąngige Gutachter haben festgestellt, dass die Kosten von 4,5 Milliarden im Grunde realistisch sind. Das muss man dann auch akzeptieren, auch wenn ich Herrn Kleinb├Âck und Herrn Sckerl recht gebe, dass es keine 100-prozentige Planung geben kann. Doch nach f├╝nfzehn Jahren politischen Entscheidungsprozessen ist das demokratisch legitimiert. Es gibt eine Verpflichtung der Entscheidungstr├Ąger, zu den Entscheidungen zu stehen.“

Die Details sind nicht wichtig – die gingen eh an den B├╝rgern vorbei.

Gut eine dreiviertel Stunde ist vorbei. Keine Chance, auch nur ann├Ąhernd den 15-j├Ąhrigen Entscheidungsprozess wiederzugeben. Alle Kandidaten haben viel mehr gesagt, als sie hier zitiert werden. Sonst m├╝sste man noch mehrere Seiten Protokoll anf├╝gen.

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Georg Wacker, CDU

Es geht auch nicht ums Detail. F├╝r Details standen 15 Jahre zur Verf├╝gung. „Demokratisch legitimierte Entscheidungsprozesse“. Keiner bestreitet das. Doch alle wissen: Das ging an den B├╝rgerinnen und B├╝rgern voll vorbei. Es wird ├╝ber Prozesse diskutiert, die offenbar zu unverst├Ąndlich oder zu komplex sind. Oder nicht oder falsch oder zu intransparent vermittelt wurden.

Auch Moderator Volker Barzyk ist ├╝berfordert. Er tut so, als k├Ânne er einfach weiterfragen. Ohne dass er das m├Âchte, spiegelt er die gro├če Debatte im „kleinen“ Rahmen.

Bereits an dieser Stelle spannen sich die R├╝cken der G├Ąste. Schon jetzt dr├Ąngen Fragen. Aber es geht weiter.

Der Volksentscheid – die Antwort auf alle Fragen?

„Wie steht die FDP zu einem B├╝rgerentscheid?“, fragt Herr Barzyk.

„Ein Volksentscheid ist gegen die Verfassung“, antwortet Frau Arnold und rechnet vor, dass eine „R├╝ckabwicklung“ bis zu drei Milliarden Euro kosten w├╝rde.

Herr Kleinb├Âck sagt: „Diese Illussion hatte ich nie, dass ein CDU-Mitglied Heiner Geissler f├╝r einen Volksentscheid ist. Dabei ist das die einzige L├Âsung, aus dem Dilemma herauszufinden.“

„Ich h├Âre st├Ąndig neue Zahlen, die immer gr├Â├čer werden, was ein Ausstieg kosten soll“, sagt Sckerl. „Wir m├╝ssen den Menschen exakt sagen, was ein Ausstieg kostet und dar├╝ber informieren, dass sie die Kosten zu tragen haben, wenn sie sich mit Ja oder Nein entscheiden. Wovor haben Sie Angst, Frau Arnold?“

Herr Wacker sagt: „Wir haben die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit im Land, ja in ganz Europa. Die Frage ist, ob wir als moderner Unternehmensstandort erhalten bleiben oder nicht?“ Er nennt viele Zahlen dazu und sagt: „Man muss sich ├╝ber die Tragweite Gedanken machen, was passiert, wenn Stuttgart21 nicht kommt.“

Top-Thema: B├╝rgerinnen und B├╝rger.

Politik besteht nicht nur aus Zahlen und Fakten. Politik ist das, was die Menschen angeht, woran sie teilhaben. Politik ist das, was die Menschen bewegt. Zur Zeit sind die Menschen sehr bewegt.

Das ist das Top-Thema des Wahlkampfs in Baden-W├╝rttemberg – Stuttgart21 oder die Schulpolitik sind nur Synonyme daf├╝r.

Das Top-Thema hei├čt: B├╝rgerinnen und B├╝rger. Und ob sie der Politik noch folgen k├Ânnen oder nicht.

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G├Ąste.

Hans-Ulrich Skerl ist an diesem Abend der Applaus-Sieger. Und nicht nur das: Ich sitze zwischen Freien W├Ąhlern und h├Âre viele positive Kommentare. Und Murren. Vor allem ├╝ber Frau Arnold und auch ├╝ber Herrn Wacker: „Die verarschen uns“, sagt einer.

Uli Sckerl ist definitiv k├╝rzer als die anderen drei, sagt klare S├Ątze: „Die B├╝rger gehen auf die Barrikaden, keine Chaoten, sondern ganz normale B├╝rger wie die hier in Hirschberg.“

Ein Gast ruft: „Die habt ihr in Bussen hingekarrt.“ Uli Sckerl wiegelt ab: „Die Regierung hat ├╝berzogen, ohne Not, als sie einfach weitergemacht hat und den Protest nicht ernst genommen hat. Wenn das so weitergeht, wird es keinen Frieden geben.“

Unruhe vs. Aufmerksamkeit.

Als wenn manche im Publikum ihn best├Ątigen wollten, wird laut dazwischengerufen, gemurmelt, es herrscht Unruhe – wenn Sckerl redet.

Dabei redet er ruhig, verst├Ąndlich und ├╝ber die Rechte von B├╝rgern. Die „Sckerl-Gegner“ in den Reihen der G├Ąste machen keine gute Figur an diesem Abend. Wahrscheinlich halten sie sich f├╝r „gute B├╝rger“ und benehmen sich dabei einfach schlecht.

Wenn Frau Arnold oder Herr Wacker reden, verhalten sich die „gr├╝nen“ G├Ąste ruhig und aufmerksam. Es wirkt wie ein Spiegelbild der Stimmung im Land. Friedliche Proteste, die zu „Gewaltdemos“ stilisiert und niedergekn├╝ppelt werden, stehen krakelenden „rechtschaffenden B├╝rgern“ entgegen.

Zahlen und Verd├Ąchtigungen.

Herr Wacker redet was von „Initiatoren des Protests“.

Uli Sckerl verweist auf die Zahlen: „W├Ąhrend seit Monaten jedes Wochenende und an den Montagen bis zu 100.000 B├╝rger aus der Mitte der Gesellschaft auf die Stra├če gehen, haben die Bef├╝rworter gerade mal 7.500 Menschen versammeln k├Ânnen. Das sind die Zahlen und die muss man ernst nehmen.“ Auch jetzt wird gest├Ârt, aber nicht mehr so sehr.

Es geht weiter mit der Schulpolitik – wieder gibt es zu lange Statements der Kandidaten. Das ist mehr als anstrengend f├╝r die meisten G├Ąste. Man merkt die Anspanung.

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Arnold und Kleinb├Âck.

Moderator Barzyk ist dem Redebed├╝rfnis der Kandidaten kaum gewachsen und setzt zu selten einen Punkt. Zum Thema Bildung verirrt sich der Kandidat Kleinb├Âck in langen Gedankeng├Ąngen. Es f├Ąllt ihm sichtlich schwer, sich zu konzentrieren, obwohl er als Lehrer und Schulleiter eigentlich „der“ Fachmann am Tisch ist.

Frau Arnold wirft Zahlen ├╝ber Zahlen in den Raum und redet nur davon, wie positiv alles sei: „Wir haben die Werkrealschule auf den Weg gebracht.“

Bilderung ja – aber welche und wie?

Georg Wacker, Staatssekret├Ąr f├╝r Bildung bekennt sich wenig ├╝berraschend zum bestehenden Schulsystem und sagt: „Wir m├╝ssen die Realschule st├Ąrken. Sie ist die Schulart des sozialen Aufstiegs.“

Uli Sckerl sagt: „Wir wollen keine Schulform, die von oben verordnet wird. Wenn die Schulreformen so „rosig“ sind, wieso gibt es dann so viel Aufruhr? Wieso ist der Landeselternbeirat dagegen? Warum gibt es so viele Hauptschulrektoren, die sagen, dass diese Schule keine Zukunft hat?“

Herr Wacker und Frau Arnold finden, dass das achtj├Ąhrige Gymnasium „internationaler Standard ist. Da gibt es keinen Weg zur├╝ck.“ Herr Kleinb├Âck sieht das anders und will den Schulen freistellen, ob sie einen „G8“ und einen „G9“-Zug anbieten. Und Uli Sckerl kann sich vorstellen, dass die Sch├╝ler bis Klasse 10 gemeinsam mit unterschiedlicher F├Ârderung „in der Kommune“ unterrichtet werden: „Es gibt Alternativen zum dreigliedrigen Schulsystem.“

Herr Wacker sagt: „Wer die Hauptschule zur Unterschule abstempelt, stempelt die Sch├╝ler ab.“ Es wird geraunt. „Das ist doch die Realit├Ąt“, sagt jemand.

Immerhin, man ist sich einig, dass die „individuelle F├Ârderung“ zunehmen muss.

Die G├Ąste d├╝rfen Fragen stellen. Viele ergehen sich in Erkl├Ąrungen. Der fr├╝here Freie W├Ąhler-Vorsitzende Manfred Kopp sagt: „Nach 57 Jahren Regierung gibt es Verschlei├čerscheinungen. Demokratie lebt vom Wandel. Erleben wir ein „gr├╝nes Wunder“ oder ein Come-Back der regierenden Parteien?“

Um 22:17 Uhr ist die „Diskussion“ beendet, die p├╝nktlich um 19:30 Uhr begonnen hat.

Die G├Ąste und auch die Kandidaten sind sichtlich geschafft von der Anstrengung.

Eindr├╝cke.

Als Beobachter gebe ich meinen pers├Ânlichen Eindruck wieder – der sicher vom Eindruck anderer abweichen kann.

Ich unterstelle allen Kandidaten, dass sie das beste wollen – keiner ist in einer wirklich entscheidenden „Machtposition“, wie es beispielsweise ein Minister ist.

Aber es gibt deutliche Unterschiede. Der Staatssekret├Ąr Wacker „repr├Ąsentiert“ immerhin die Macht als CDU-Mitglied. Er betont immer, wie seri├Âs die Entscheidungen seien. Was mir missf├Ąllt ist seine „Angst-Rhetorik“ – wenn Stuttgart21 nicht kommt, geht Baden-W├╝rttemberg den Bach runter. Wenn man etwas am Schulsystem ├Ąndert, riskiert man ein „erfolgreiches“ Modell. Mit gef├Ąllt, dass er einlenkt und sagt, dass die regierende Politik an den B├╝rgerinnen und B├╝rgern vorbei entschieden hat und dies ein Fehler ist.

Die „Koalitionspartnerin“ Frau Dr. Arnold kann ├╝berhaupt nicht ├╝berzeugen. Sie wirft mit Zahlen um sich, die „k├╝nstlich“ wirken und kann keine echte ├ťberzeugung darstellen. Als sie Herrn Wacker fragt, ob sie sich ├Ąu├čern d├╝rfe, mag das h├Âflich gemeint sein, wirkt aber nur unterw├╝rfig.

Herrn Kleinb├Âck ist die Koalitionsbereitschaft mit den „Gr├╝nen“ mehr als deutlich anzumerken. Zu oft redet er statt zu den G├Ąsten in Richtung Herrn Sckerl. Er scheint sich damit abgefunden zu haben, dass diese Wahl zwischen den Gr├╝nen und der CDU entschieden wird und die SPD keine gro├če Rolle spielt.

Der „Innenpolitische Sprecher“ Hans-Ulrich Sckerl dominierte die Diskussion – nicht durch provokante ├äu├čerungen, sondern durch Einsicht, dass die B├╝rgerinnen und B├╝rger bis ins b├╝rgerliche Lager hinein mit der Regierungsarbeit nicht einverstanden sind. ├ťberzeugend wirkt er durch seine Forderung, diese entscheiden zu lassen und sich einem Votum zu beugen.

Wacker vs. Sckerl. Sckerl vs. Wacker.

Damit ist Herr Sckerl der ernstzunehmende Gegenspieler von Herrn Wacker, der bekennt, dass die CDU-Politik an den B├╝rgern vorbeigegangen ist und dadurch sicherlich auch „Punkte“ macht.

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Die Kontrahenten: Sckerl und Wacker.

Der Wahlkampf wird ganz sicher an dieser Linie entschieden und der Frage, wem der B├╝rger mehr glaubt: Einer „gel├Ąuterten“ CDU oder dem „Einl├Ąuten“ einer neuen ├ära durch die Gr├╝nen.

Die SPD spielt zwischen diesen Lagern keine gro├če Rolle. Die FDP schon gar nicht.

Aller Voraussicht nach wird aber entscheidend sein, ob die FDP den Wiedereinzug ins Parlament schafft – und Die Linke nicht.

Der Weinheimer Kandidat von Die Linke, Matthias H├Ârdt, war an diesem Abend nicht dabei. Angeblich, weil das den „Rahmen“ sprengen w├╝rde, wie die Weinheimer Nachrichten den Freien W├Ąhler-Sprecher Peter Johe zitierten.

Tats├Ąchlich wohl eher, weil Die Linke noch nicht ins „politische Bild“ der Freien W├Ąhler passt. Auch das k├Ânnte sich ├Ąndern, ob das den Freien W├Ąhlern passt oder nicht.

Sollte Die Linke erfolgreich sein, wird deren Erfolg durch die verfehlte Politik der CDU bef├Ârdert – unterst├╝tzt durch eine auch an diesem Abend deutlich gewordene fehlende Positionierung der SPD.

Gr├╝nes Wunder oder b├╝rgerliches Come-Back?

Die Gr├╝nen haben noch l├Ąngst nicht gewonnen – Uli Sckerl machte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass er sich mit seiner Partei bereits an der Macht sieht. Trotzdem war er der souver├Ąnste an diesem Abend. Denn die Gr├╝nen werden mit gro├čer Wahrscheinlichkeit die absoluten Wahlsieger werden.

Ob es reichen wird, die Macht im Land zu ├╝bernehmen, wird erst am 27. M├Ąrz 2011 entschieden.

Das w├Ąre ein „gr├╝nes Wunder“.

Wenn das nicht eintritt, bleibt es trotzdem spannend, ob es zu einem „Come-Back“ der b├╝rgerlichen Parteien kommt oder es beim Dienst nach Vorschrift bleibt.