Freitag, 22. September 2017

NPD-Kundgebung in Ladenburg

140 Gegendemonstranten gegen 7 Nazis

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Ladenburg/Rhein-Neckar, 31. August 2013. (red/ld/zef) Aktualisiert. Rund 140 Gegendemonstranten haben sich aktuell in der NĂ€he des Wasserturms am Dr.-Carl-Benz-Platz versammelt. Die NPD ist kurz vor 15 Uhr mit sieben (!) Personen eingetroffen, um eine Kundgebung abzuhalten. Im LĂ€rm der Gegendemonstranten sind die Parolen kaum zu verstehen. [Weiterlesen…]

Geprothmannt

Darf man Rechte mit Eiern bewerfen?

Rhein-Neckar, 18. Februar 2013. (red) In Mannheim haben BĂŒrger/innen, Politik-Vertreter und Mitglieder der linken Szene der NPD wieder einmal gezeigt, dass sie Widerstand gegen Rechtsradikale leisten. Das ist gut so. Nicht gut sind die BegleitumstĂ€nde.

Von Hardy Prothmann

Es gibt Kommentare, die schreibt man nicht gerne. Aber sie mĂŒssen trotzdem geschrieben werden. Am Samstag hat die rechtsradikale NPD eine Kundgebung in Mannheim angemeldet. Die Partei nimmt damit ein Grundrecht unserer Verfassung wahr – ob das den Gegnern der Partei passt oder nicht. [Weiterlesen…]

„Gegen das Vergessen“ heißt auch hinschauen


Guten Tag!

Ladenburg, 29. Januar 2011. Siebenundreißig Stolpersteine sind verlegt. Als Mahnung, als Erinnerung an die grausame, menschenverachtende Zeit des deutschen Nationalsozialismus, der Millionen Menschen den Tod und den Deutschen Schande gebracht hat. Die BroschĂŒre „Spuren jĂŒdischen Lebens in Ladenburg – Ein Rundgang“ ist ein zusĂ€tzliches Dokument, das die Erinnerung an diese fĂŒrchterliche Zeit wachhĂ€lt. Man will nicht vergessen. Das ist gut so. Man muss sich aber auch der RealitĂ€t stellen. Das ist besser.

Von Hardy Prothmann

Am 16. November 2010 ist hier auf dem ladenburgblog der Text „Hitlerbart und Nazi-Symbole – wie sich ein Teil der CBG-Jugend im Internet auslebt“ erschienen. Dieser Text hat enorme Aufmerksamkeit gefunden und viel Kritik ausgelöst – gegen den Text und gegen mich als Verfasser.

Ich habe allerdings auch sehr viel Zuspruch erfahren. Wie auch immer – bis heute gibt es keine Reaktion von „offizieller Seite“ und das ist mehr als bedauerlich.

Vor allem vor dem Hintergrund des 66. Jahrestags zur Befreiung von Auschwitz und einem offiziellen Festakt, an dem auch das BĂŒndnis „Wir gegen Rechts„, der BĂŒrgermeister und andere Honoratioren sowie rund 80 BĂŒrgerinnen und BĂŒrger der Stadt teilgenommen haben.

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Der 37. Stolperstein fĂŒr Lilli Frankenthal - 1942 in Auschwitz ermordet.

Deswegen nehme ich aus „aktuellem Anlass“ das Thema nochmals auf – wer sich mit Ladenburg, Geschichte, Journalismus, lokalen Medien, meiner Person und dem Thema auseinandersetzen möchte, wird sicherlich an den folgenden Informationen interessiert sein.

„Meine“ Geschichte mit der deutschen Geschichte

Ich bin 1966, also 21 Jahre nach dem Ende des „Dritten Reichs“ geboren.

Im Alter von vierzehn Jahren, also 1980, habe ich das erste Mal vom wirklichen Ausmaß der nationalsozialistischen Diktatur im Sozialkundeunterricht erfahren. In den folgenden Jahren lernte ich alles, was wir darĂŒber lernen mussten.

Aber irgendwann kamen mir Hitler und das Dritte Reich zu den Ohren raus. Nicht nur einmal habe ich gedacht: „Nicht schon wieder.“ Aber der Lehrplan war gnadenlos.

Vor allem die Schuldfrage quÀlte mich. Was hatte ich damit zu tun? Ich war und bin nicht schuld an dem, was passiert ist. Zu keiner Zeit meines Lebens. Auch meine Eltern, 1944 und 1947 geboren, sind frei von jeglicher persönlicher Schuld.

Ich finde alles, was damals passiert ist, grausam, verachtenswert, erschĂŒtternd.

„Witzfigur“ Hitler?

Und es fĂ€llt mir persönlich bis heute schwer zu glauben, dass Adolf Hitler, diese „Witzfigur“, dieser kleine, hĂ€ssliche Mann mit seinem blöden Bart und seiner Ă€tzenden Stimme solch ein Ver“fĂŒhrer“ gewesen sein soll. Irgendetwas „Komisches“ kann ich an diesem Verbrecher bis heute nicht erkennen.

Und ich wusste, Hitler alleine kann nicht fĂŒr alles verantwortlich sein. Auch nicht ein paar mehr oder viele mehr. Es waren sehr, sehr viele Deutsche an den Verbrechen beteiligt.

Adolf Hitler, 1933. Quelle: Bundesarchiv, Bild 146-1990-048-29A / CC-BY-SA

Nach der Schule habe ich Germanistik, Politische Wissenschaften und Philosophie in Mannheim studiert. Und nach und nach verstanden, warum wir SchĂŒler mit dem Thema so „verfolgt“ worden sind. Denn der Geist des Nationalsozialismus, des Antisemitismus, der Fremdenfeindlichkeit war und ist unter uns.

Auch in anderen LÀndern dieser Welt. Das schmÀlert aber in keiner Weise die historische Schuld, die die Bundesrepublik Deutschland zu tragen hat. Das Dritte Reich ist ein Erbe, das man nicht verweigern kann.

Schuldfrage

Wer wie ich als junger Mann denkt: „Was hab ich damit zu tun?“, dem muss man ehrlich antworten: „Ersteinmal nichts.“

Und dann muss man aufklĂ€ren, warum man doch „auch schuldlos“ eine historische Verantwortung trĂ€gt, sich zu dieser bekennen sollte und fĂŒr sich und die Zukunft dafĂŒr sorgt, dass dieser Geist, der damals herrschte, keinen Platz mehr in Deutschland haben sollte.

Sicher: Vergessen und vergeben ist gut, kann aber genauso schĂ€dlich sein. Vor allem dann, wenn man wegschaut. Und vor allem dann, wenn man wegschaut und untĂ€tig bleibt, obwohl man es besser wissen könnte oder andere es besser wissen könnten und einen nicht darĂŒber informieren, was passiert. Angeblich wussten ja auch angeblich viele Deutsche damals nicht, was vor sich ging.

Damals ist damals gewesen, kann man argumentieren. Doch damals reicht bis in die Gegenwart.

Schattige Vorbilder der Vergangenheit

Der 1913 in Mannheim geborene und 2007 verstorbene und bis heute von vielen geachtete frĂŒhere baden-wĂŒrttembergische MinisterprĂ€sident Hans Filbinger (CDU) war ein NSDAP-Mitglied und hat mit der Haltung: „Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein“, von ihm als Nazi-Richter erlassene Todesurteile verteidigt und sich durch eine sture und intolerante Haltung bis zu seinem Lebensende „ausgezeichnet“.

Und er hat lange in der Politik gewirkt, Posten besetzt, Politik und Menschen geprÀgt.

Auch den ehemaligen MinisterprĂ€sidenten GĂŒnther Oettinger (CDU), der die Rolle Filbingers in einer Trauerrede anlĂ€sslich dessen Todes verklĂ€rte. Die „Oettinger-AffĂ€re“ hĂ€tte fast zum RĂŒcktritt Oettingers gefĂŒhrt. Oettinger nahm seine Äußerung zurĂŒck, woraufhin der Zentralrat der Juden in Deutschland die RĂŒcktrittsforderung nicht weiter betrieben hat. Oettinger blieb aber Mitglied des „rechtsnationalen“ Studienzentrums Weikersheim, das Filbinger gegrĂŒndet hat.

12. April 1945: Foto vom KZ-Außenlager_Boelcke-Kaserne in Nordhausen, in dem ĂŒber 20 000 Menschen ihr Leben ließen. Foto: T4c. James E Myers

Verschiendene KĂŒnstler bilden bis heute ganz selbstverstĂ€ndlich unsere kulturelle Basis. Beispielsweise August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der den Text des „Lieds der Deutschen“ geschrieben hat, dessen dritte Strophe seit 1952 die deutsche Nationalhymne ist. Von Fallersleben hat auch jede Menge Kinderlieder geschrieben, ob „Alle Vöglein sind schon da“ oder „Ein MĂ€nnlein steht im Walde“.

Und er war politisch, richtete sich gegen Pressezensur, staatliche WillkĂŒr und Kleinstaaterei. Eigentlich sind das gute Eigenschaften.

Ist er deshalb ein Vorbild? Nein. Seine Kinderlieder sind harmlos und nett und dĂŒrfen sicherlich gesungen werden. Das macht Fallersleben aber nicht zum Vorbild.

Denn von Fallersleben war bekennender Antisemit und Franzosenhasser. Seine Kinderlieder sind das eine. Seine berechtigter Protest das andere.

Seine Gesinnung muss man ablehnen.

Mein Opa war dabei

Als ich Mitte zwanzig war, klĂ€rte mich mein Großvater auf, dass er als 16-JĂ€hriger in russischer Kriegsgefangenschaft war, weil er als „GebirgsjĂ€ger“ 14-JĂ€hrige zu Soldaten schulen sollte. Und er war ehrlich: „Ich habe an Hitler geglaubt“, sagte er mir und das fiel ihm nicht leicht: „Erst spĂ€ter habe ich verstanden, wie dumm ich war.“

Meine Großmutter kam aus Böhmen, war drei Jahre als junge Frau interniert, weil ihr Vater in der NSDAP war und als sie in Bruchsal ankam, wurde sie von den Leuten dort bespukt. Nicht etwa, weil das keine Nazis gewesen waren, sondern weil man die FlĂŒchtlinge nicht haben wollte. Das Brot und die Chancen waren knapp.

Ich habe lange Jahre spĂ€ter ein Jahr bei meinen Großeltern gelebt, ihnen ging es gut, Brot und leckeres Essen gab es reichlich und sonntags war der „Internationale FrĂŒhschoppen“ mit Werner Höfer „Pflicht“. 1987 musste der sehr „renommierte Journalist“ Werner Höfer die Sendung aufgeben, weil ihm nachgeweisen werden konnte, dass er aktiv fĂŒr die NS-Propaganda tĂ€tig war, was er immer bestritten hatte.

Das hat meinen Großvater sehr beschĂ€ftigt: „Ich glaube trotzdem, dass es gut war, Dich ĂŒber diese Sendung an die Politik heranzufĂŒhren“, sagte mein Opa. Und er war sehr enttĂ€uscht. Nicht zum ersten Mal in seinem Leben. Ich habe viel von ihm gelernt.

Bagatellisierung von Rechtsextremismus

Anfang der neunziger Jahre habe ich dann nach dem Grundstudium zwei Semester bei Professor Eckhard Jesse studiert, der damals als Privatdozent in Mannheim gastierte. Ein absoluter Extremismus-Experte. Sehr kenntnisreich, argumentativ gewandt. Und ich habe viel gelernt und verstanden. Auch, dass mir Jesse nicht geheuer war. Der hĂ€tte gerne gehabt, dass ich „meinen Doktor“ bei ihm mache. Ich wollte nicht.

Mich störte ein gewisser Revisionismus des Nationalsozialismus und die Gleichsetzung von Rechts- und Linksextremismus. Meiner Auffassung nach ist das nicht zulĂ€ssig. Nur weil beide Strömungen extremistisch sind, sind sie noch lange nicht dasselbe. Ich fĂŒhlte mich an den Historikerstreit erinnert, der damals noch ganz „frisch“ war.

Anfang 2001 tauchte Jesse in meiner Aufmerksamkeit wieder auf: Er sollte Gutachter im NPD-Verbotsverfahren werden. Nicht nur der von mir sehr geschĂ€tzte Kollege Heribert Prantl (SĂŒddeutsche Zeitung) kritisierte Jesse wegen „Bagatellisierung von Rechtsextremismus„.

Jesse ist zweifellos ein Extremismus-Experte, aber eventuell auch ein „gefĂ€hrlicher Kopf“, dessen Arbeit nicht nur aus der Forschungssicht gesehen werden darf, sondern gerade auch auf gefĂ€hrliche Signale geprĂŒft werden muss.

Entschuldungsargumentation

Rechtsradikale und fremdenfeindliche Botschaften verlaufen nicht erst heutzutage unterschwellig. Sie sind hĂ€ufig nicht sofort als solche erkennbar und werden auch von Personen weitergetragen, die sich vielleicht gar nicht bewusst sind, dass sie mit Rechtsextremismus „Bekanntschaft“ gemacht haben oder gerade machen.

"Lustiger" dummer-Jungen-Streich? SchĂŒler stellt sich mit Hitlerbart bei Facebook dar.

Hat Hitler nicht die Autobahnen gebaut, den Menschen Arbeit und Hoffnung gegeben, die Jugend gefördert? Wer so argumentiert, bereitet einer „Entschuldung“ des Terrors des Dritten Reichs TĂŒr und Tor.

Extremes Gedankengut wird niemals aus der Welt sein. Und es wird nicht harmloser, indem man „Witze“ darĂŒber reißt oder SĂ€tze wie „Nach Frankreich nur auf Ketten“ schreibt.

Damit komme ich auf die „Hitlerbart“-Geschichte zurĂŒck.

Wer argumentiert, mit „Witzen“ und „Parodien“ werde der „Umgang“ einfacher, oder: „Das machen doch auch andere, die haben sogar Preise dafĂŒr gewonnen“, hat wenig bis nichts verstanden.

Dumme Jungs?

Die „Spielchen“ von SchĂŒlern kann man als „dumme Jungs-Streiche“ verharmlosen. Kein Problem. Dumme Jungs haben schon immer dumme Streiche gemacht. Dummheit gehört zur Jugend.

Was die zehn durch die Recherche der Redaktion bekannt gewordenen CBG-SchĂŒler im Internet bei Facebook „getrieben“ haben, hĂ€tte auch an jeder anderen Schule in Deutschland passieren können.

Also, was soll’s?

Es ist aber in Ladenburg passiert und das ladenburgblog hat darĂŒber berichtet.

Nicht ohne „Folgen“. In den Tagen nach dem Bericht haben rund 120 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, die vorher mit dem Account der Redaktion auf Facebook „befreundet“ waren, diese „Freundschaften“ gekĂŒndigt.

Aus „SolidaritĂ€t“ zu denen, die „betroffen“ waren und die sich sehr aktiv darum bemĂŒht haben, den „Spieß umzudrehen“.

Der Hauptvorwurf: Wir hĂ€tten die „harmlose Sache“ hochstilisiert, um mehr Aufmerksamkeit, also mehr Klicks zu erreichen und damit mehr zu „verdienen“. „Auf Kosten“ der SchĂŒler, die gar nichts Böses wollten. Unser Bericht sei geeignet, deren „Existenz“ zu zerstören.

Wie man die Rhetorik, „die wollen sich auf Kosten anderer bereichern“ einschĂ€tzen will, bleibt jedem selbst ĂŒberlassen.

Ebenso Gedanken zur „Existenzfrage“ und der Überlegung, was wohl ein Personalchef ĂŒber jemanden denkt, von dem er ein entsprechendes Bild sieht.

Nach unserem Bericht wurde nach unseren Kenntnissen teils enormer Druck auf SchĂŒler ausgeĂŒbt, uns die „Freundschaft“ zu kĂŒndigen, denn wer weiter mit „uns befreundet“ sei, sei gegen die betroffenen Personen.

Wer will das schon aushalten mĂŒssen, wenn man sich tĂ€glich auf dem Schulhof begegnet und zwischen 14 und 18 Jahre alt ist?

Auch diesen „extremen“ Druck kann man beurteilen wie man möchte.

Theorien und Tatsachen

Tatsache ist, dass „Klicks“ ĂŒberhaupt kein Geld bringen, sondern höchstens Aufmerksamkeit.

In diesem Fall eine, fĂŒr die die Reaktion einsteht. In vollem Bewusstsein, dass das eher keine gute Argumentation gegenĂŒber Werbekunden ist, weil die Aufmerksamkeit in diesem Fall keine war, die „Spaß macht“, ĂŒber die „sich alle freuen“ und „alle zufrieden“ sind.

Diese Aufmerksamkeit hat fĂŒr Unruhe und Stress gesorgt. Ganz erheblich. Diese Aufmerksamkeit war eher schlecht fĂŒr ein GeschĂ€ft.

Die Entscheidung dazu ist bewusst getroffen worden, weil unser redaktioneller Anspruch ist, hinzusehen, aufzuschreiben, was ist und nicht, was man gerne sehen wĂŒrde und worĂŒber man doch bitte nichts berichten soll.

Wir machen gerne „GeschĂ€ft“ – aber wir entscheiden, mit wem und zu welchen Konditionen. Und schon gar nicht zu jedem Preis.

Wer ist „Wir gegen Rechts“?

In diesem Sinne bringen wir auch die EnttĂ€uschung ĂŒber das Verhalten des BĂŒndnis „Wir gegen Rechts“ zum Ausdruck.

"Wir gegen Rechts" - Seite im Internet. Das Angebot ist nicht aktuell und insgesamt inhaltsleer. Ein Engagement ist nicht zu erkennen. Quelle: BĂŒndnis "Wir gegen Rechts"

Wir haben uns redaktionell im Anschluss an unsere Berichterstattung an diese Organisation gewandt, die aktuell auch zum Gedenktag an die Befreiung von Auschwitz aufgetreten ist.
Wir haben das BĂŒndnis „Wir gegen Rechts“ in einem langen Schreiben, als auch in einem umfangreichen Telefonat um Austausch zum Vorfall gebeten.

Eine Reaktion ist ausgeblieben. Es gab auch keine Antwort, die unserer BemĂŒhung angemessen gewesen wĂ€re.

Wenn man sich die „Arbeit“ von „Wir gegen Rechts“ anschaut, bleibt auch nicht viel außer EnttĂ€uschung.

Das „BĂŒndnis“ ist ein „zahnloser Tiger“ – die Internetseite wenig aktuell, wie auch vermutlich die „Aktionen“. Man tritt hier und da auf, bestĂ€tigt sich und andere und tut so als ob und doch eher nichts.

Reaktionen

Wir haben auch BĂŒrgermeister Rainer Ziegler angesprochen, der den Vorfall als Vertreter des „SchultrĂ€gers“ uns gegenĂŒber als „Angelegenheit der Schule“ erklĂ€rt hat. Das ist korrekt, aber insofern „ungewöhnlich“, als wir Herrn Ziegler in anderen ZusammenhĂ€ngen als sehr engagiert kennen und achten.

Wir haben auch versucht, mit dem Elternbeirat in Kontakt zu treten, der sich nicht zustĂ€ndig fĂŒhlte.

Das Fazit ist: Man will lieber nichts damit zu tun haben. Das ist ein „zu heißes Eisen“.

Tatsache ist: Der Vorfall hat stattgefunden. Tatsache ist auch, dass es nach unserer Kenntnis keinerlei inhaltliche Auseinandersetzung gegeben hat, um nicht „etwas zu sehen“, was man nicht sehen will. „Wenn man es gut genug ignoriert, geht es bestimmt vorĂŒber“, mag der ein oder andere denken, „weil nicht sein kann, was nicht sein darf.“

Schön fĂŒr alle, wenn es nur ein „Spuk“ war und die Welt danach wieder „in Ordnung“ ist.

Wir haben hingeschaut und vielleicht hat unsere Berichterstattung dazu gefĂŒhrt, dass eine ungute Entwicklung gestoppt wurde. Schön, wenn dem so wĂ€re.

Aufgaben

Wir schauen auch weiter hin. Denn das ist unsere journalistisch-gesellschaftliche Aufgabe. Die nehmen wir ernst. Gegen jede Form von Extremismus.

Und ganz besonders freuen wir uns ĂŒber die rund 60 Leserinnen und Leser, die danach „Freunde“ unseres Facebook-Accounts geworden sind und noch mehr ĂŒber die, die erst die „Freundschaft“ quittiert und danach wieder aufgenommen haben. 🙂

Denn wir wissen genau, dass man damit einer Haltung Ausdruck gibt. Und dass das nicht immer einfach ist. Nicht in der Schule. Nicht privat. Nicht im GeschÀftsleben.

Sich aus möglichst vielen öffentlich zugĂ€nglichen Quellen unterrichten zu können, um sich eine Meinung zu bilden und diese zu Ă€ußern, ist das nach Artikel 5 GG grundgesetzlich garantierte Recht aller BĂŒrgerinnen und BĂŒrger.

Artikel 5 unserer Verfassung schreibt nicht vor, dass man das tun muss. Aber es gut, richtig und wichtig, wenn man sich das Recht nimmt!

In diesem Sinne

Ihr

P.S.
Im Artikel sind mehrere Links auf wikipedia dokumentiert. FĂŒr die Inhalte ist ladenburgblog nicht verantwortlich. Diese Hinweise dienen einem ersten Überblick ĂŒber hĂ€ufig im allgemeinen unstrittige Tatsachen. Im Detail kann das aber durchaus „hinterfragenswert“ sein. Wir bitten deshalb darum, solche Verlinkungen als Quelle zu betrachten, die einen Einstieg zur jeweiligen Thematik ermöglicht.