Freitag, 20. September 2019

BĂŒrgermeister Ziegler: "Danke fĂŒr ihre Zeitspende"

Letzte Sitzung des alten Gemeinderats

Ladenburg, 25. Juli 2014. (red/ms) Bei 22 StadtrĂ€ten sind fĂŒnf neue Gesichter dabei. Am vergangenen Mittwoch kam der „alte Gemeinderat“ ein letztes Mal zusammen, um die fĂŒnf ausscheidenden Mitglieder zu verabschieden. BĂŒrgermeister Ziegler bedankte sich bei jedem einzelnen und ganz besonders bei Prof. Dr. Rainer Beedgen, der 30 Jahre lang Stadtrat fĂŒr die CDU gewesen ist. Neben den Verabschiedungen wurden acht StadtrĂ€te fĂŒr ihr langjĂ€hriges kommunalpolitisches Engagement ausgezeichnet. [Weiterlesen…]

BĂŒrgermeister Ziegler zeigt sich konsterniert und verschiebt TOP auf September

„Das ist ein ziemlicher Klotz“ – Martinshöfe in der Kritik

Ladenburg, 18. Juli 2014. (red/pro) Zwei Sitzungsunterbrechungen, gegenseitige VorwĂŒrfe, ein verschobener Tagesordnungspunkt – das gibt es selten im Ladenburger Gemeinderat. Doch am Mittwoch sorgte TOP 5 „Bebauungsplan der Innenentwicklung Martinshöfe“ fĂŒr Ärger. BĂŒrgermeister Rainer Ziegler war „not amused“ und nahm den Punkt lieber von der Tagesordnung, statt bei einer Abstimmung eine Ablehnung in Kauf zu nehmen. [Weiterlesen…]

Werden Hockenwiese und Wohngebiete ausreichend geschĂŒtzt?

Bauchschmerzen wegen LĂ€rm im Wohngebiet

Ladenburg, 26. Juni 2014. (red/ld) Das Gebiet um die Benzstraße hĂ€tte eigentlich zum Industriegebiet erklĂ€rt werden sollen – zumindest nach den Festsetzungen verschiedener BebaunngsplĂ€ne in den vergangenen Jahrzehnten. Die Entwicklungsvorstellungen wurden nicht erfĂŒllt, die erwartete Ansiedlung von Industrie und Gewerbe blieb aus. Jetzt geht es darum, die Hockenwiese als kĂŒnftiges Wohngebiet vor dem LĂ€rm des Gewerbegebiets zu schĂŒtzen. [Weiterlesen…]

CDU bleibt stÀrkste Kraft im Kreistag - FDP verliert weiter

Kreistagswahl: WĂ€hlervereinigungen und GrĂŒne gewinnen

Rhein-Neckar, 03. Juni 2014. (red/ld) Drei Kreistagssitze mehr fĂŒr die GrĂŒnen und die Freien WĂ€hler und einen fĂŒr die erstmals angetretene Weinheimer Liste sind das Ergebnis der Wahl vom 25. Mai. Zwar verliert die CDU zwei Sitze, bleibt aber mit 36 Sitzen stĂ€rkste Kraft vor SPD und den Freien WĂ€hlern. [Weiterlesen…]

Rege Diskussion im Gemeinderat

Masterplan Nordstadt nach TĂŒbinger Vorbild

Ladenburg, 08. Mai 2014. (red/ld) Die Entwicklung eines neuen Baugebietes Nordstadt soll vorankommen. Gemeinsam mit dem Urban Index Institut aus Darmstadt will die Stadtverwaltung einen Masterplan dafĂŒr entwickeln und sich dabei an TĂŒbingen orientieren. Im Gemeinderat ergab sich daraus am Mittwoch eine Diskussion darĂŒber wie schnell dieser Plan fertig werde, und ob die BĂŒrger an der Ausarbeitung beteiligt wĂŒrden. [Weiterlesen…]

Laufende Kosten sorgen fĂŒr Kritik

Gemeinderat beschließt Rekordhaushalt: 53.325.750 Euro

Ladenburg, 27. MĂ€rz 2014. (red/ld) Im vergangenen Monat wurde der Haushaltsplan 2014 in gleich zwei Gemeinderatsitzungen öffentlich vorberaten. Die Abstimmung erfolgte erst am Mittwoch, dem 26. MĂ€rz. [Weiterlesen…]

Verwaltungsvorlage mit 10:10 Stimmen gescheitert

Keine Beregnung fĂŒr die Festwiese

Ladenburg, 25./26. September 2013. (red/hp) Auf der Festwiese wird es bald eine Beregnungsanlage geben – allerdings nur in einer abgespeckten Form, zu dem, was ursprĂŒnglich einmal geplant war. Wie es bei der Festwiese in der Vergangenheit schon hĂ€ufiger vorkam, hat man sich bei der Ausschreibung dazu entschieden, die Arbeiten aufzuteilen. Nun gibt es eine Basis, die nur die HauptflĂ€che umfasst, und Erweiterungsoptionen, die auch den Ankerplatz und die Rasenböschungen beinhalten. Es gingen drei Angebote ein, die mit Kosten zwischen 146.000 Euro und 171.Euro allesamt deutlich ĂŒber dem Haushaltsansatz liegen. Nun wird auf die Erweiterungsoptionen ersatzlos verzichtet.  [Weiterlesen…]

Gemeinderatssitzung 17. Juli 2013

Viel LĂ€rm um LĂ€rm

Ladenburg, 20. Juli 2013. (red/sap) Die Benzstraße ist mit einer Fahrzeugbelegung von mehr als 8.500 Fahrzeugen pro Tag – neben der Wallstadter Straße – eine der am stĂ€rksten belasteten Hauptverkehrsstraßen in Ladenburg. Jetzt soll eine Geschwindigkeitsreduzierung kommen. Der Gemeinderat fĂ€llte eine knappe Entscheidung. Kontroverse Diskussion um LĂ€rmaktionsplan. Gemeinderat stimmte fĂŒr Neuordnung des Bebauungsplans östlich der Benzstraße und Neuerschließung der Hockenwiese westlich der Benzstraße. [Weiterlesen…]

StÀdtebauliche Entwicklung des GelÀndes der ehemaligen Martinsschule

CBG-SchĂŒler werden wĂ€hrend der Sanierung in der alten Martinsschule untergebracht

Ladenburg, 19. Juli 2013. (red/sap) Einstimmig entschied sich der Ladenburger Gemeinderat fĂŒr den Entwurf von Bouwfonds/Immobilienentwicklung GmbH/Immoprojekt GmbH/Re2area fĂŒr das GelĂ€nde der ehemaligen Martinsschule. Ohne Gegenstimme entschied man sich auch fĂŒr die Unterbringung der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler wĂ€hrend der Sanierung des Carl-Benz-Gymnasiums in der alten Martinsschule. [Weiterlesen…]

Zweifel am Zeitplan Bahnhofsausbau

Brandschutzsanierung der Werkrealschule wird teurer

07. Februar 2013. (red/ld) Der Gemeinderat hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig die PlĂ€ne zum Ausbau des Bahnhofs in eine barrierefreie S-Bahn-Station zur Kenntnis genommen. Die Bauarbeiten am Bahnsteig sollen im August 2015 starten und bis Ende 2015 abgeschlossen sein. In der Frage um die Brandschutzsanierung der Werkrealschule „Unter Neckar“ und dem Ausbau in eine Ganztagesschule bewilligte der Gemeinderat eine Summe von 505.000 Euro und beauftragte die Firma TWM-Ottenstein aus Mannheim mit dem Bau der LĂŒftungsanlage. Es wurde außerdem beschlossen, dem Landschaftserhaltungsverband Rhein-Neckar beizutreten. [Weiterlesen…]

Finanzbericht wird dem Gemeinderat vorgelegt

Steffen Salinger: „Wir schwimmen im Geld“

Ladenburg, 22. Dezember 2012. (red/sap) KĂ€mmerer Claus Hessenthaler legte in der vergangenen Gemeinderatssitzung den aktuellen Finanzbericht vor. Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer und auch bei der Einkommensteuer sorgte fĂŒr Freude beim Ladenburger Gemeinderat. Kritische Stimmen warnten vor Begehrlichkeiten und mahnten die strukturellen Probleme im Verwaltungshaushalt nicht zu vergessen.

Die Gewerbesteuer-Einnahme von rund 15,4 Millionen Euro bezeichnete Hessenthaler als historisch hoch und sie liege damit um gut neun Millionen höher als ursprĂŒnglich kalkuliert. Die ZufĂŒhrung in die RĂŒcklage kann somit um neun Millionen erhöht werden.

Hessenthaler befĂŒrchtet aber auch, dass durch das Umlageverfahren der Haushalt 2014 wieder „schwierig“ werde. Denn von den Mehreinnahmen bleiben nur 20 Prozent in Ladenburg, ein großer Teil geht durch den Finanzausgleich an den Rhein-Neckar-Kreis.

Und auch die Entwicklung der Einkommensteuer sorgte fĂŒr Freude in der Ladenburger Verwaltung, diese liegt um rund 437.500 Euro ĂŒber dem Ansatz.

„Man sieht, der Industrie und den BĂŒrgern in Ladenburg geht es gut“, meinte Stadtrat Prof. Dr. Rainer Beedgen (CDU). „Und das Geld werden wir noch gut brauchen können.“

„Wir schwimmen im Geld“, kommentierte Stadtrat Rainer Salinger (SPD) und versah die Aussage mit einem „großen Aber“, „wir haben Probleme, die sich hier nicht abbilden“, der Verwaltungshaushalt sei stark belastet mit laufenden Ausgaben. „Die strukturellen Probleme haben wir noch nicht so gut gelöst“. Es sei jetzt die Gelegenheit, im Verwaltungshaushalt fĂŒr strukturelle VerĂ€nderungen zu sorgen und Defizite auszugleichen. Man sollte gut investieren und die Sanierung der GebĂ€ude voran treiben, um die laufenden Ausgaben zu reduzieren, unterstrich Salinger.

Die Gewerbesteuer wĂŒrde oft als „launische Diva“ bezeichnet, sagte Gudrun Ruster (FW). Diesmal habe sie es mit Ladenburg gut gemeint. „Wir mĂŒssen dafĂŒr sorgen, dass die Industrie bei uns bleibt“. Und trotz des guten Ergebnisses sagte Ruster: „Geschenke haben wir keine zu verteilen.“

„Wir wĂŒnschen uns, dass sich die Industrie weiter gut entwickelt“, so Martin Schmollinger (GLL), und zwar in zwei Richtungen, einmal in Bezug auf die Ertragslage, aber auch in Bezug auf die UmweltverttrĂ€glichkeit der Produktion.

„Wir haben mehr Geld als gedacht, aber ich gehe nicht so weit wie Herr Salinger, denn lange werden wir nicht ĂŒber Wasser bleiben“, sagte Dr. Rudolf Lutz (FDP) und erinnerte an die notwendige Sanierung des CBGs.

Die "unechte Einbahnstraße" bleibt

„Ein Schritt in die richtige Richtung“

Nach einem Jahr wurde Bilanz gezogen – jetzt wurde entschieden. Quelle: Stadt Ladenburg.

Ladenburg, 25. Oktober 2012. (red/sap) Bei sieben Gegenstimmen wurde in der gestrigen Gemeinderatssitzung beschlossen, dass die „unechte Einbahnstraßen“-Regelung in der Ladenburger Altstadt bestehen bleibt. Aber auch den BefĂŒrwortern war klar, dass man mit dieser Entscheidung nicht allen Ladenburger Einwohnerinnen und Einwohnern „gerecht“ werde.

Von Sabine Prothmann

Am 25. Mai 2011 hatte der Ladenburger Gemeinderat den Beschluss gefasst, fĂŒr ein Jahr auf Probe in der Altstadt das System einer „unechten Einbahnstraße“ einzufĂŒhren.

Die „unechte Einbahnstraße“ regelt den Verkehr in der Hauptstraße und in der Kirchenstraße. Es gibt ein Einfahrtsverbot in alle Straßen der Altstadt von Samstag 14:00 Uhr bis Montag 7:00 Uhr sowie an Feiertagen, mit Ausnahme der Anlieger.

Zudem gibt es ein Einfahrtsverbot und ein „Anlieger frei“ von der Kirchenstraße in die Neugasse sowie am Wochenende ein Einfahrtshindernis in Form von Pollern am Neckartorplatz und am Schriesheimer Tor.

„Unecht“ ist die Einbahnstraße, da man an manchen Stellen auch in die Gegenrichtung fahren kann, denn anders ist es fĂŒr viele Anwohner der Altstadt nicht möglich in ihre Einfahrten zu gelangen. An drei Stellen gibt es in der Altstadt Einfahrtsverbote und ansonsten „muss man nur den Verkehrsschildern folgen“.

Am 25. Juli 2012 hatte man in einer Informationsveranstaltung eine erste Bilanz gezogen und den Ladenburger BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern, die Gelegenheit fĂŒr einen Meinungsaustausch gegeben. Hier Ă€ußerten vor allem die Anwohner der Kirchenstraße und der Neugasse ihren Unmut.

Mehr positive als negative Effekte

Die VerkehrszĂ€hlung im Mai 2012 hatte ergeben, dass an mehren Stellen der Altstadt, am Alten (-24 Prozent) und am Neuen Rathaus (-16 Prozent) und an der TrĂ€nke (-9 Prozent), der Verkehr deultich abgenommen habe, nur am Kirchenvorplatz habe der Verkehr wieder sehr deutlich, und zwar um 37 Prozent innerhalb eines Jahres, zugenommen. Es wurde festgestellt, dass viele Fahrzeuge aus der Altstadt raus ĂŒber die Kirchenstraße und dann ĂŒber die Heidelberger Straße in die Trajanstraße fahren.

Insgesamt bewertet der BĂŒrgermeister die positiven Effekte höher als die negativen und „ich bin dafĂŒr die Reglung so bestehen zu lassen und sie nicht zurĂŒckzufĂŒhren“, erklĂ€rte er in der gestrigen Gemeinderatssitzung.

Rainer Ziegler kĂŒndigte an, dass in nĂ€chster Zeit Verkehrskontrollen durchgefĂŒhrt wĂŒrden, aber es verstehe sich von selbst, dass er keinen genauen Termin nennen könne.

„Die Schließung der Altstadt ist in keinster Weise gewĂŒnscht“, betonte Stadtrat Prof. Dr. Rainer Beedgen (CDU).

Will man eine Wohnstadt gibt es kein stÀdtisches Leben. Will man stÀdtisches Leben, muss man Verkehr in irgendeiner Weise ertragen.

Ziel mĂŒsse sein, den weiteren RĂŒckzug des Warenangebots zu verhindern. Beedgen sah Gefahr, dass sich in der Ladenburger Altstadt eine Monokultur der Gastronomie ausbreite. „Ich bin kein Fan der „unechten Einbahnstraße“, dann lieber Chaos“, so Beedgen.

„Wir haben schon sehr viel gemacht, in kleinen behutsamen Schritten“, sagte Stadtrat Wolfgang Zahner (SPD) und erinnerte daran, dass frĂŒher der Nahverkehr durch die Altstadt fuhr und Marktplatz und Domhof große öffentliche ParkplĂ€tze waren. Heute habe man in der Altstadt eine Spielstraßenregelung.  Es sei schon betrĂ€chlich ruhiger geworden.

Egal, was wir machen, es gibt immer Gegner und BefĂŒrworter. Wir können nichts schaffen, was fĂŒr alle richtig ist.

Die „unechte Einbahnstraße“ sei ein Schritt in die richtige Richtung, erklĂ€rte Zahner.

„Wir brauchen das Auto in der Innenstadt. Mir ist es zu ruhig“, sagte StadtrĂ€tin Gudrun Ruster (FW) und deswegen wolle sie die alte VerkehrsfĂŒhrung zurĂŒck. Damit stehe sie allein innerhalb ihrer Fraktion.

„Wir sind fĂŒr die Beibehaltung der „unechten Einbahnstraße“, erklĂ€rte Ingrid Dreier fĂŒr die GLL. Klar ist:

FĂŒr die einen ist es zu viel, fĂŒr die anderen zu wenig Beruhigung.

Doch insgesamt ĂŒberwiegten die positiven Effekte in der gesamten Altstadt und jetzt wolle man Klarheit fĂŒr die Zukunft, sagte die StadtrĂ€tin.

Das Warenangebot in der Altstadt nehme ab und damit gĂ€be es weniger EinkĂ€ufer oder es gibt weniger EinkĂ€ufer und deshalb weniger Angebot. „Wo ist hier die Ursache, wo ist hier die Wirkung?“, fragte Dreier.

„Die jetzige Regelung ist keine Lösung, die alle befriedigt“, sagte Wolfgang Luppe, deshalb stelle seine Fraktion den Antrag, eine echte Einbahnstraße einzufĂŒhren.

Es gĂ€be zwei GrĂŒnde, die gegen eine echte Einbahnstraßenregelung sprĂ€chen, erklĂ€rte BĂŒrgermeister Rainer Ziegler. Da sind zum einen die Einfahrten, die nur von einer bestimmten Richtung zu erreichen seien, und zum anderen die riesige Zahl an Schildern, die das zur Folge hĂ€tte. Gut 40 Verkehrschilder mĂŒssten an den StraßeneinmĂŒndungen beidseitig aufgestellt werden.

Die Altstadt habe erheblich an QualitĂ€t gewonnen, sagte Dr. Peter Hilger (FW) und bezeichnete die geltende Regelung als „tragbarsten Kompromiss“.

„Wir können es nicht allen Recht machen und wir können vor allem den Anwohnern der Kirchenstraße nicht gerecht werden“, sagte abschließend BĂŒrgermeister Ziegler.

Bei der Abstimmung stimmten nur die beiden FDP-StadtrĂ€te fĂŒr Wolfgang Luppes Antrag, eine echte Einbahnstraße zu realisieren.

Der Antrag von Gudrun Ruster, die jetzige Verkehrslenkung wieder aufzugeben und den alten Zustand wieder einzufĂŒhren, wurde bei acht zu elf Stimmen abgelehnt.

Bei sieben Gegenstimmen wurde beschlossen, die jetzige Situation zu belassen.

 

 

MerkwĂŒrdige Luxusdebatten

Feuer unterm DachschÀdel

Ladenburg, 21. Juli 2012. (red/pro) Die ausgefallene JahreshauptĂŒbung der Feuerwehr setzt ein Zeichen. Die Feuerwehr spart. Sie folgt dem Willen des Gemeinderats und muss sich dafĂŒr „merkwĂŒrdige“ Kommentare bieten lassen. Die Frage ist, ob manchen StadtrĂ€ten bewusst ist, dass sie die Feuerwehr beschĂ€digen.

Ein Kommentar von Hardy Prothmann

Kommandant Harald Lange lĂ€sst dieses Jahr die HauptĂŒbung der Feuerwehr ausfallen – um Kosten einzusparen. Und gewisse StadtrĂ€te sehen das als Affront gegen ihre Spar- und Streichpolitik gegenĂŒber der Feuerwehr und nehmen das „persönlich“.

Hallo? Geht’s noch? Insbesondere Dr. Rainer Beedgen (CDU), Dr. Peter Hilger (Freie WĂ€hler) und Wolfgang Luppe (FDP) sind drauf und dran, mit ihrer durchweg verqueren Haltung und ihren unpassenden Kommentaren der Stadt Ladenburg Kosten in ungeahnter Höhe „aufzunötigen“.

Warum? Die Logik ist ganz einfach. Jede Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, eine Feuerwehr zu unterhalten. Ob freiwillig oder beruflich, ist erst mal dahingestellt. Ab dem Moment, wo nicht mehr genug Freiwillige bereit sind, ihren Lebensrhythmus, ihr Familienleben, ihre Freizeit und auch ihr Arbeitsleben (oft ĂŒber Generationen) in den ehrenamtlichen Dienst der Feuerwehr zu stellen, muss eine Berufswehr her. Und die erzeugt Kosten, von denen die Herren Beedgen, Hilger und Luppe offensichtlich noch nicht mal im Ansatz irgendeine Ahnung haben.

Die unsachliche Kritik dieser StadtrĂ€te an der Feuerwehr und damit den Menschen, die sich besonders herausragend fĂŒr die Gemeinschaft und deren Schutz von Leben und Haben und Gut einsezten, wird hoffentlich keine Spuren hinterlassen. Sollte das doch der Fall sein, wird sich in Zukunft jeder Feuerwehrfreiwillige fragen, „ob man sich das gefallen lassen muss“.

Bei Tag und Nacht und Wind und Wetter sich fĂŒr andere einzusetzen und sich dann abwertende SprĂŒche anhören zu mĂŒssen ist sicher nicht motivierend.

Die Feuerwehr Ladenburg vereint – wie alle Wehren – Menschen, die sich ĂŒber GebĂŒhr fĂŒr die Gemeinschaft einsetzen. Man muss selbstverstĂ€ndlich auf die Kosten achten, was unter Kommandant Harald Lange verantwortungsvoll geschieht. Eine „Luxusdebatte“ zu fĂŒhren, reichlich ahnungslos die EinsatzfĂ€higkeit von Fahrzeugen anhand des Kilometerstands zu beurteilen oder pikiert zu reagieren, wenn man sich als Stadtrat bei Bier und Schnitzel nicht der Bevölkerung prĂ€sentieren kann, ist nicht zielfĂŒhrend, sondern extrem kontraproduktiv.

Aus unserer Sicht gibt es keinen Luxus bei der Feuerwehr Ladenburg. Es gibt eine Investition in die ZukunftsfĂ€higkeit der Wehr, das Feuerwehrhaus, Schutzkleidung fĂŒr die Mannschaft, neue Fahrzeuge, um effektiver EinsĂ€tze fahren zu können.

Aus unserer Sicht gibt es keine „unverstĂ€ndlichen“ Forderungen, sondern klare BedĂŒrfnisse im Sinne des Gemeinwohls. Je besser eine Wehr ausgestattet ist und ihre Mitglieder schulen und binden kann, umso grĂ¶ĂŸer ist der Schutz von Leib und Leben. Von Hab und Gut.

Im Ladenburger Gemeinderat fallen ĂŒber die Feuerwehr Äußerungen, die geradezu verstörend sind. Noch hat die Feuerwehr Ladenburg viele Jugendliche, die sich auf den freiwilligen Dienst im Sinne der Gemeinschaft vorbereiten und die Zukunft einer Freiwilligen Wehr bilden. Die meisten werden innerhalb der Feuerwehrfamilien rekrutiert. Wenn die Feuerwehr weiter so schlecht geredet wird, wie das gewisse GemeinderĂ€te tun, wird die Bereitschaft, sich zu engagieren, schlagartig abnehmen.

Und das wird schlagartig Kosten erzeugen, gegen die die „Einsparforderungen“ geradezu lĂ€cherlich sein werden. Und man darf vermuten, dass dann StadtrĂ€te der Kategorie Beedgen, Hilger und Luppe darĂŒber klagen, dass das „ehrenamtliche“ Engagement doch „zu wĂŒnschen ĂŒbrig lasse“. Und dass man dafĂŒr „kein VerstĂ€ndnis“ habe.

Es gibt keinen Luxus bei der Feuerwehr Ladenburg. Es gibt ein außergewöhnliches Engagement der Feuerwehrleute, Leben und Hab und Gut zu beschĂŒtzen und zwar fĂŒr alle Menschen in einer Gemeinde. Die Gemeinde stellt dafĂŒr das notwendige Geld zur VerfĂŒgung – die Freiwilligen in der Wehr bringen sich und ihre Zeit ein. Wenn die Gemeinde streicht, kann auch das Engagement gestrichen werden.

Unterm Strich verlieren alle.

Aus dem Gemeinderat

Haushaltsreden und Beschlussfassung zu den HaushaltsplÀnen 2012

Ladenburg, 29. MĂ€rz 2012. (red/jt) In der gestrigen Gemeinderatssitzung hielten die Gemeinderatsfraktionen ihre Haushaltsreden. Anschließend wurde ĂŒber die gut 37 Millionen Euro schweren HaushaltsplĂ€ne der Stadt Ladenburg abgestimmt.

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Aus dem Gemeinderat

Ehrung fĂŒr langjĂ€hrige kommunalpolitische TĂ€tigkeit

Ladenburg, 29. MĂ€rz 2012. (red/jt) Bei der Gemeinderatssitzung am 28. MĂ€rz 2012 wurden mehrere StadtrĂ€tinnen und StadtrĂ€te fĂŒr 10 beziehungsweise 25 Jahre kommunalpolitische TĂ€tigkeit geehrt. Die Ehrung nahm BĂŒrgermeister Rainer Ziegler stellvertretend fĂŒr den Gemeindetag Baden-WĂŒrttemberg vor.

Solche "Stelen" erhielten die StadtrĂ€tinnen und StadtrĂ€te fĂŒr ihre jahrelange TĂ€tigkeit. Bild: Gemeindetag BaWĂŒ

Laut BĂŒrgermeister Ziegler sind in Deutschland mehr als 23 Millionen Menschen ehrenamtlich engagiert. Ihre Motivation sei es grĂ¶ĂŸtenteils, an der gesellschaftlichen Gestaltung aktiv teilzunehmen. Dazu zĂ€hlten auch die rund 300.000 ehrenamtlichen Kommunalpolitiker in Deutschland.

Ziegler bezeichnete sie als „demokratische SĂ€ulen kommunaler Selbstverwaltung“. Bisher seien fĂŒr das Ehrenamt, welches den Charakter einer „Zeitspende“ aufweise, nur Ehrungen nach 20- oder 30-jĂ€hrigem Engagement vorgenommen worden.

Mit der neuen Regelung erfolgen Ehrungen fĂŒr jeweils 10, 20, 25, 30 und 40 Jahre. Im Zuge dieser Änderung komme es auch zur Ehrung bereits verstrichener JubilĂ€en.

Mit einer sogenannten „Stele“ sowie einer Urkunde wurde Prof. Dr. Rainer Beedgen fĂŒr seine 25-jĂ€hrige TĂ€tigkeit als Stadtrat geehrt. Er ist bereits seit 1975 mit Unterbrechungen im Gemeinderat vertreten.

Neben Beedgen erhielten auch Karl-Martin Hoffmann, Gudrun Ruster, Steffen Salinger, Ilse Schummer und Gerhard Seidel fĂŒr 10 Jahre Ehrenamt je eine Stele und eine Urkunde. Ihre JubilĂ€en fanden bereits 2009 statt. Steffen Salinger hatte bereits 2007 die 10 Jahre voll, da er bereits 1997 in den Gemeinderat nachrĂŒckte.

Die Erste BĂŒrgermeisterstellvertreterin Gudrun Ruster ĂŒberreichte im Anschluss der Ehrungen noch eine weitere Stele. Ziegler erhielt selbst ebenfalls eine Ehrung des Gemeindetags von Baden-WĂŒrttemberg fĂŒr zehn Jahre im Amt des BĂŒrgermeisters von Ladenburg.

Antrag des Jugendgemeinderats wird abgewiesen

„Mit der Schließung des Römerstadions wird uns die Chance verwehrt, uns außerschulisch sportlich zu bewegen.“

Ladenburg, 15. Dezember 2011. (red/sap) Der Jugendgemeinderat wurde von der Verwaltung in seiner letzten nicht-öffentlichen Sitzung darĂŒber in Kenntnis gesetzt, dass fĂŒr das Römerstadion eine neue Schließanlage installiert wird. Diese sieht vor, dass nur noch bestimmte Personengruppen (Vereine, Schulen) Zugang zum Römerstadion erhalten sollen. Dies wĂŒrde bedeuten, dass kein Jugendlicher mehr spontan und ohne Verpflichtungen die Möglichkeit hĂ€tte, das Stadion zum Fußballspielen oder fĂŒr sonstigen Sport zu nutzen.

„Das ist fĂŒr uns nicht im Sinne der Ladenburger Jugend“, heißt es im Antrag des Jugendgemeinderats, der in der gestrigen Sitzung an den Gemeinderat gestellt wurde.

Deshalb beantragte der Jugendgemeinderat, „das Römerstadion nicht komplett zu schließen und eine flexible Nutzung des Gummiplatzes möglich zu machen.“

Im Antrag rÀumte der Jugendgemeinderat aber auch ein, dass er die Beanstandung der Zerstörung, insbesondere des neuen Kunstrasenplatzes, sehr wohl verstehen könne.

„Mit der Schließung des Römerstadions wird uns die Chance verwehrt, uns außerschulisch sportlich zu bewegen“,

erklÀrte Hannah Karl, stellvertretende Vorsitzende des Jugendgemeinderates, und forderte, den Gummiplatz zugÀngig zu machen.

Keine Lösung parat

„Ich habe keine Lösung parat, außer in einen Verein einzutreten“, sagte Gemeinderat Bernd Garbaczok (SPD): „Wir mĂŒssen das Stadion erst mal schließen.“

Allgemein war man sich einig, dass man gerne fĂŒr die Ladenburger Jugend eine Lösung finde möchte, dass aber eine teilweise Öffnung des Stadions – zum Beispiel des Gummiplatzes – mit Kosten verbunden sei.

Dr. Rainer Beedgen (CDU) verwies auf die Neckarwiese als Möglichkeit fĂŒr sportliche BetĂ€tigung.

Julian Albrecht, Vorsitzender des Jugendgemeinderats, und Hannah Karl waren mit dem Verweis auf Vereine nicht zufrieden.

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler wies den Jugendgemeinderat darauf hin, dass die Ladenburger Jugend in den Zeiten, wenn Vereine und Schulen im Römerstadion sind, die Möglichkeit hĂ€tte, dort Sport zu treiben.

„Ihr mĂŒsst euch in Gruppen zusammenschließen“, meinte Gemeinderat Bernd Garbaczok (SPD).

Dem Antrag des Jugendgemeinderates wurde nicht statt gegeben.

Vorschlag des Jugendgemeinderats zum temporĂ€ren Abschalten der Straßenbeleuchtung

„Die Idee ist gut“, aber das Licht bleibt – noch – aus

Ladenburg, 15. Dezember 2011. (red/sap) Seit Mai 2011 bleibt in Ladenburg nachts zwischen 02:00 und 04:00 Uhr frĂŒh die Straßenbeleuchtung aus. Der Jugendgemeinderat der Stadt Ladenburg stellte in der gestrigen Gemeinderatssitzung einen Antrag an den Gemeinderat, am Wochenede die Straßenbeleuchtung anzulassen und unter der Woche schon eine Stunde frĂŒher, um 01:00 Uhr, das Licht auszuschalten. Zudem sollte in den Sommermonaten, die Beleuchtung um 04:00 Uhr nicht wieder eingeschaltet werden.

Von Sabine Prothmann

„Die Idee ist gut“, war der allgemeine Tenor bei der Gemeinderatssitzung am gestrigen Mittwoch. Doch das Licht bleibt – zunĂ€chst noch – auch am Wochenende aus.

Der Ladenburger Jugendgemeinderat hatte an den Gemeinderat den Antrag gestellt, dass man die Straßenbeleuchtung in den NĂ€chten von Freitag auf Samstag und von Samstag bis Sonntag wieder anstellen sollte.

„Es ist unangenehm, im Dunklen heimzukehren“, sagte Julian Albrecht, Vorsitzender des Jugendgemeinderates.

Zudem machte die Ladenburger Jugend den Vorschlag, in den NĂ€chten von Sonntag bis Freitag die Straßenbeleuchtung schon um 01:00 Uhr nachts auszuschalten und in den Sommermonaten um 04:00 Uhr frĂŒh erst gar nicht mehr einzuschalten.

Der Ladenburger Gemeinderat hatte mit Beschluss vom 20. April 2011 der Nachtabschaltung von 02:00 bis 04:00 Uhr und einer einjĂ€hrigen Testphase mit abschließender Bilanz zugestimmt.

Obwohl allgemeine Übereinstimmung herrschte, dass der Antrag des Jugendgemeinderates ein guter Vorschlag sei, wollten vor allem die Fraktionen der GrĂŒnen Liste Ladenburg und der SPD zunĂ€chst die einjĂ€hrige Testphase abwarten „bevor wir schon wieder etwas Neues ausprobieren“. Danach könne man noch mal darĂŒber reden.

Bislang 12.000 Euro eingespart

Die StadtrÀte der CDU und der FDP sahen darin kein Problem, denn auch bei dem Vorschlag des Jugendgemeinderates handle es sich ja noch um einen Test.

StadtrĂ€tin Gudrun Ruster (Freie WĂ€hler) blieb dabei, dass sie das Abschalten des Lichtes zu keiner Zeit fĂŒr gut heiße. Sie habe im Juli zwischen 02:00 und 04:00 Uhr eine Begehung gemacht und vor allem im Bereich der Oststadt gĂ€be es „viele Stolpersteine“.

Bisher hat das Ausschalten der Straßenbeleuchtung von 02:00 bis 04:00 Uhr frĂŒh gut 60.000 kWh gespart, „das sind rund 12.000 Euro“ erklĂ€rte BĂŒrgermeister Rainer Ziegler.

Laut dem Ladenburger Polizeichef wurden in den vergangenen Monaten keine vermehrten UnfĂ€lle oder kriminelle Delikte vermerkt: „Es lag nichts AuffĂ€lliges“ vor, so Ziegler. Der den Vorschlag des Jugendgemeinderates positiv beurteilte.

„Ich sehe am Wochenende schon Bedarf das Licht anzulassen“, meinte Stadtrat Dr. Rainer Beedgen (CDU).

„Wir sollten es bei einem Jahr Testphase belassen und die Bevölkerung nach einem Jahr fragen, wie ist es gelaufen“, sagte Petra Erl (SPD).

Auch Dr. Peter Hilger (Freie WĂ€hler) war dafĂŒr, das Ende der Testphase abzuwarten.

„Ich habe großen Sympathie fĂŒr den Vorschlag des Jugendgemeinderats“, versicherte auch Alexander Spangenberg (GrĂŒne). Doch letztendlich handle es sich dabei um drei Teile und die sollten nach der einjĂ€hrigen Testphase „auf Wiedervorlage“ gesetzt werden.

„Der Vorschlag ist begrĂŒĂŸenswert und das Ziel Bilanz zu fĂŒhren, sehe ich davon nicht beeintrĂ€chtigt“, meinte Stadtrat Rudolf Lutz (FDP).

Jugendgemeinderat Julian Albrecht ergĂ€nzte: „Bis Mai kennt die Bevölkerung dann beide Alternativen.“

Testphase soll eingehalten werden

„Wir sind nicht inhaltlich gegen den Vorschlag, aber wir wollen zunĂ€chst die einjĂ€hrige Testphase einhalten“, meinte auch Wolfgang Zahner (SPD).

StadtrĂ€tin Ilse Schummer (SPD) verwies darauf, dass mit dem Vorschlag des Jugendgemeinderats nur ein Teil der Bevölkerung reprĂ€sentiert sei und man wolle schließlich alle Bevölkerungsgruppen einbeziehen.

„Eine Testphase sei schließlich zum Testen da“, deshalb habe er kein Problem damit, den Vorschlag des Jugendgemeinderats umzusetzen, sagte Gerhard Seidel (CDU).

Mit 11 Gegenstimmen wurde der Antrag abgelehnt.

„Drei AtemzĂŒge bis zum Tod“ – Feuerwehr Ladenburg klĂ€rt vorbildlich auf und lĂ€sst sich begutachten


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Nach Ansicht von FDP-Stadtrat Luppe ein "Neuwagen" - tatsÀchlich scheidet der GerÀtewagen Transport nach 19 Jahren "Dienst" aus.

Ladenburg, 27. September 2011. (red) Der Tag der offenen TĂŒr war einer der „eingerannten“ TĂŒr fĂŒr die Feuerwehr Ladenburg. Dank bestem Wetter und einer bekanntermaßen sehr zugĂ€nglichen Feuerwehrtruppe war die Veranstaltung aus Sicht der Feuerwehr und der GĂ€stge ein voller Erfolg. Vorbildlich war die AufklĂ€rung in Sachen Brandvorsorge.

Von Hardy Prothmann

Eines der Ă€ltesten Fahrzeuge der Feuerwehr Ladenburg, den „GerĂ€tewagen Transport“ wollten viele Besucher gerne sehen. Dieses 19 Jahre alte Fahrzeug, das der Stadtrat Wolfgang Luppe wegen des Kilometerstands von rund 30.000 Kilometern als „Neuwagen“ bezeichnet hatte.

Überhaupt war das ein großes Thema in der Feuerwehr und bei allen, die sich fĂŒr die Feuerwehr interessieren und deren ehrenamtliche Arbeit schĂ€tzen. Die Äußerungen mancher StadtrĂ€te machte nicht wirklich wĂŒtend, sondern sehr enttĂ€uscht: „Die wissen ĂŒberhaupt nicht, wovon sie reden. Das ist Ă€rgerlich und frustrierend“, hörte man immer wieder.

Auch das Wort „Nikolausliste“ (Stadtrat Hilger, FW) machte die Runde. Manche Äußerungen in der vergangenen Gemeinderatssitzung haben die Feuerwehr schwer getroffen – oder auch nicht. Vielleicht sind deshalb noch mehr Besucher gekommen, aus SolidaritĂ€t.

Sehr informativ war das Brandschutzmobil des Kreisfeuerwehrverbands Rastatt. Das erst zwei jahre alte Fahrzeug zeigt mobil Brandgefahren sehr eindrĂŒcklich. In einer KĂŒche können verschiedene GerĂ€te „entflammt“ werden. TatsĂ€chlich ist es „Disco-Nebel“. Man kann sehr gut sehen, wie sich der Rauch verteilt, „von oben nach unten“, wie der Leiter des Arbeitskreis Brandschutz, Hans Riemer, erklĂ€rt.

Konkret gefragt, ist seine Antwort eindeutig: „Wenn es brennt, haben Sie keine Chance mit einem Lappen vor dem Mund. Das gibt es nur im Action-Film. In Wirklichkeit verlieren Sie in einem stark verrauchten Raum nach drei AtemzĂŒgen das Bewusstsein und sind so gut wie tot.“ Da gibt es nicht wirklich viel zu diskutieren. Sondern nur zu lernen.

Die Feuerwehren bewerben Rauchmelder: „Im Schlaf bemerken die meisten den tödlichen Rauch nicht. Rauchmelder sind ein absolutes Plus an Sicherheit.“ Dem stimmen auch Kommandant Harald Lange und sein Stellvertreter Ralf Tiemann zu. Da gibt es nichts zu diskutieren, das ist so.

fw-ladenburg-2011-1629

Volles Haus - viel Information - geselliges Beisammensein. Der Tag der offenen TĂŒr 2011 war ein voller Erfolg.

Mit verschiedenen VorfĂŒhrungen wurden die GĂ€ste „unterhalten“: Beispielsweise wurden Spraydosen zur Explosion gebracht. ErnĂŒchternd fĂŒr viele, die sich nicht vorstellen konnten, wie die „Dinger hochgehen“. Leider gibt es immer wieder Jugendliche, die damit rumspielen. Die Folgen können fĂŒrchterlich sein.

Der Tag der offenen TĂŒr war hingegen ein voller Erfolg. Das neue Feuerwehrhaus mit dem großzĂŒgigen Platz erweist sich als Magnet fĂŒr die Bevölkerung. Feuerwehr ist nicht nur Einsatz, sondern auch Gemeinschaft.

Übrigens darf der „Neuwagen“ bald nach 19 Jahren aus dem Dienst treten – die Mehrheit des Gemeinderats hat die Anschaffung eines neues GerĂ€tewagens Logistik genehmigt.

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Hoch hinaus zur Menschenrettung: Die Ladenburger Drehleiter.

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Feuerwehr erhĂ€lt neues Fahrzeug „GerĂ€tewagen Logistik 1“ (GW-L1)


Guten Tag!

Ladenburg, 21. September 2011. (red) Die Feuerwehr Ladenburg erhĂ€lt ein neues Fahrzeug im Wert von rund 125.000 Euro – allerdings nach umfangreicher „Beratung“. Die StadtrĂ€te Peter Hilger (FW) und Wolfgang Luppe (FDP) stimmten dagegen, Petra Erl und Ilse Schummer (beide SPD) enthielten sich.

Die Feuerwehr wartet schon seit mehreren Jahren auf ein neues Fahrzeug: „Ein Vollautomatikgetriebe muss sein, das bringt erhebliche Vorteile, kostet aber auch 15.000 Euro mehr.“o

Insgesamt kostet das Fahrzeug trotz eines Zuschusses des Rhein-Neckar-Kreieses von 10.500 Euro insgesamt 10.447 Euro mehr, als im Haushalt veranschlagt. Babei wird auf einen „nicht nachrĂŒstbaren Lichtmast“ fĂŒr rund 7.000 Euro verzichtet.

Stadtrat Gerhard Seidel (CDU) mahnte: „Mich stört die Mehrausgabe. Muss es denn ein Automatikgetriebe sein? Gibt es nicht genug kompetenten Fahrer?“

Wegen der technischen Fragen nahm Feuerwehrkommandant Harald Lange am Tisch Platz und sagte, dass es genug Fahrer gĂ€be, die das Fahrzeug fahren könnten, aber nicht alle dieselbe Erfahrung hĂ€tten. Überall wĂŒrde auf Automatik aus GrĂŒnden der Sicherheit umgestellt werde: „Die Maschinisten können sich auf den Verkehr konzentrieren und dass ist bei EinsĂ€tzen wichtig.“

Stadtrat Steffen Salinger (SPD) stellte mehrere Fragen, die wichtigste: „Können wir angesichts des Haushalts die Anschaffung nicht verschieben? Ist das Fahrzeug unbedingt nötig?“

Harald Lange sagte: „Sie kennen den Feuerwehrbedarfsplan, wir haben zurĂŒckgesteckt und wenn wir das jetzt wieder schieben, verschiebt sich alles weiter.“

Stadtrat Dr. Peter Hilger bezeichnete den Feuerwehrbedarfsplan als Nikolausliste, als Wunschzettel der Feuerwehr: „Wie oft wir das Fahrzeug genutzt, ist es fahrtauglich?“ Kommandant Lange erklĂ€rte, dass es fast immer bei den EinsĂ€tzen dabei ist und fahrtauglich ist.

„Die Feuerwehr sollte das bekommen, was sie dringend braucht, alles andere sind WĂŒnsche, die man nicht erfĂŒllen kann, wenn man sparen will. Man muss nicht alles haben, was es gibt, sondern das, was man dringend braucht. Ich verstehe ihe Wunschvorstellung als Interessenvertreter der Feuerwehr, aber meiner Meinung nach kann man diese Anschaffung schieben.“

BĂŒrgermeister Ziegler sagte: „Es gibt einen Einsatzzeit von 15 Jahren, dieses Fahrzeug ist seit 18 Jahren im Einsatz, also drei Jahre drĂŒber. Deswegen ist das kein Wunsch, sondern das Fahrzeug ist ĂŒber die Zeit. Das Fahrzeug ist einsatzbereit, entspricht aber nicht mehr dem Stand der Technik, der benötigt wird.“

Stadtradt Wolfang Luppe (FDP) frage, wieviele „Kilometer das Auto“ hat. Auf die Antwort 30.000 Kilometer sagte er: „Da ist doch ein neuwertiges Fahrzeug.“ Harald Lange erklĂ€rte: „Wir fahren mit diesen Fahrzeugen nicht spazieren, mehr Kilometer haben die Autos nicht in ihrer Lebenszeit. Aber es sind Einsatzfahrzeuge, die eben im Einsatz belastet werden.“

Kommandant Lange erklĂ€rte auf Anfrage die Vorteile: „Wir haben eine hydraulische ArbeitsbĂŒhne fĂŒr unsere Materialine, die wir heben mĂŒssen. Außerdem ersetzt es bis zu drei HĂ€nger, auf denen wir bisher ArbeitsgerĂ€t verlasten.“

BĂŒrgermeister Ziegler antwortete auf die Anfrage der StadtrĂ€tin Erl, ob diese „Dinge der Menschenrettung dienen?“: „NatĂŒrlich gehören die Materialien, die dieses Fahrzeug transportiert, zur Grundausstattung der Feuerwehr.“ Kommondant Lange ergĂ€nzte: „Dieses Fahrzeug und seine GerĂ€te sind stĂ€ndig im Einsatz.“

StadtrĂ€tin Ilse Schummer (SPD) sagte: „Ich habe den Eindruck, dass nur die HubbĂŒhne eine Verbesserung darstellt.“

Karl-Martin Hoffmann, Stadtrat der CDU sagte: „Verstehe das richtig? Die Feuerwehr spart beim Personal, um diese Investition ausgleichen zu können.“ Kommandant Lange sagte: „Richtig ist, dass wir viele Eigenarbeit leisten konnten und dadurch bei der Fahrzeugsunterhaltung einsparen konnten.“

Stadtrat Dr. Rainer Beedgen (CDU) sagte: „Also ich fahr auch Automatik, bin aber ein alter Mann, aber braucht die Feuerwehr das, die sind doch jĂŒnger.“

Kommandant Lange ergĂ€nzte: „Das Fahrzeug, das jetzt ersetzt wird, hatte eine Lebensdauer von 15 Jahren, das neue, grĂ¶ĂŸere eine von 30 Jahren. Das sollte man auch bedenken.“

Kommandant Lange sagte: „Nein, es gibt ganz praktische GrĂŒnde, beispielswiese bekommen wir Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung und sogar bei den Reifen. Neulich war der Wagen fĂŒnf Tage nicht einsatzfĂ€hig, bis ein Ersatzteil eingetroffen ist.“

Der Gemeinderat stimmte fĂŒr die Beschaffung des Fahrzeugs laut Angebot. Dagegen stimmten die StadtrĂ€te Dr. Peter Hilger (Freie WĂ€hler) und Wolfgang Luppe (FDP), die SPD-StadtrĂ€tinnen Petra Erl und Ilse Schummer enthielten sich.

Beauftragt wird die Firma Hensel Fahrzeugbau in Waldbronn.

SitzungsmĂŒdigkeit I: Die Debatte

Guten Tag!

Ladenburg, 25. November 2010. Gemeinderatssitzungen sind manchmal tatsĂ€chlich ĂŒberraschend. Vor allem, wenn sie sich selbst in Frage stellen. So geschehen im Oktober und wiederholt im November 2010. Stadtrat Gerhard Kleinböck (SPD) reichte im Oktober einen Antrag auf eine zeitliche Begrenzung von Sitzungen ein, den er im November 2010 selbst wieder kassiert.

Von Hardy Prothmann

In der Gemeinderatssitzung am 24. November 2010 zieht BĂŒrgermeister Rainer Ziegler den Punkt 8 der „Tagesordnung“ vor: „Denn hier geht es um eine weitreichende Entscheidung.“

Warum die „weitreichende Entscheidung“ vom BĂŒrgermeister Rainer Ziegler (SPD), der schließlich Sitzungsleiter ist, nicht schon in der Tagesordnung nach vorne „gehoben“ wird, fragt niemand nach.

Die „weitreichende Entscheidung“ ist ein Antrag der SPD, vorgetragen von Stadtrat Gerhard Kleinböck, der zugleich nachgerĂŒckter Landtagsabgeordneter der SPD ist. Sein Antrag: Die Sitzungsdauer von Gemeinderatssitzungen auf das aus seiner Sicht nach ertrĂ€gliche Maß von 18:00-20:00 Uhr zu beschrĂ€nken.

Sitzungsleiter Ziegler fĂŒhrt ein, dass der „Ältestenrat“, also die Fraktionsvorsitzenden und der BĂŒrgermeister, sich auf „einen Weg verstĂ€ndigt“ hĂ€tten.

Dieser Weg heißt „rege Disziplin“. Man wollle keine „absolute Regelung“, wohl aber „inhaltsgleiche WortbeitrĂ€ge“ kĂŒnftig vermeiden. Eine „Soll-Endzeit“ werde man „anstrengen“, also 20:00 Uhr.

Um eine zeitliche Optimierung zu erreichen, wĂŒnscht sich der BĂŒrgermeister, „Anfragen zuvor zukommen zu lassen“. Die Verwaltung könne dann „Antworten vorbereiten – soweit möglich“: „Wenn Fragen kommen, verlieren wir uns oft in langen GesprĂ€chen.“ Der letzte Tagesordnungspunkt sei einer der lĂ€ngsten.

Der SPD-Antrag des Herrn Kleinböck forderte eine rigorose Zeiteinteilung: „Das Problem der langen Sitzungsdauer wurde mehrfach thematisiert, leider erfolglos.“

Die SPD forderte also, „die öffentliche Sitzung spĂ€testens 20:00 Uhr zu beenden und die nichtöffentliche Sitzung spĂ€testens 21:00 Uhr zu schließen“.

„Nicht bearbeitete TOP mĂŒssen dann auf die nĂ€chste Sitzung verschoben werden.“

BĂŒrgermeister Ziegler moderierte: „Das kann dazu fĂŒhren, dass wir die eine oder andere Gemeinderatssitzung zusĂ€tzlich brauchen. Wir haben Verwaltungsratssitzungen, die wir nicht immer in Anspruch nehmen. Halten Sie sich diese Sitzungen dann frei.“

Gerhard Kleinböck sagte: „Das sind fruchtlose Anmerkungen, insofern ist der Antrag nachvollziehbar.“

Und er zog „Konsequenzen“: „Wir werden in der Fraktion die Tagesordnung besser vorbereiten. Um unterschiedliche Positionen deutlich zu machen, werden wir einen Redner bestimmen.“

Dann zieht Gerhard Kleinböck seinen Antrag zurĂŒck: „Um nicht formal Beschluss fassen zu mĂŒssen. Aber ich schaue mir das an, ob wir nicht doch einen Beschluss brauchen.“

Professor Rainer Beedgen, der nicht nur Stadtrat, sondern auch Kreisrat ist, sagt: „Es geht ja nicht darum, Prinzipen zu reiten. Der Antrag ist mir sympathisch. Die Sitzungen sind zu lang.“ Und: „In einer grĂ¶ĂŸeren Fraktion gibts halt mehr Meinungen wie in einer kleineren Gruppe.“

Herr Beedgen moniert weiter, dass statt „drei, vier Spezialisten“ bei „manchen Punkten“ auch „einer“ reiche, denn „die werden ja teuer bezahlt.“

Und er sagt: „Themen ohne Vorlagen kann man nicht beraten.“

Und: „Lange Sitzung heißt nicht, dass die Entscheidungen besser werden.“

Und: „Wir folgen Ihnen da (SPD, Anmerkung der Redaktion). Wenn das Thema nicht behandelt wird, dann ist es besser, es zu verschieben. Ein Freund von zusĂ€tzlichen Sitzungen bin ich nicht.“

Und: „Ich nehme mir das Recht heraus, das zu sagen.“

BĂŒrgermeister Ziegler sagt: „Ich schaue mal auf die Uhr.“

Ingrid Dreier, StadtrĂ€tin der GrĂŒnen Liste Ladenburg (GLL), sagt: „Ich beantrage das Ende der Debatte.“

Damit ist die Debatte beendet.