Dienstag, 21. November 2017

Zweiter offener Brief von Said Azami

Freundschaftliche Gedanken von Schwetzingen nach Ladenburg

Schwetzingen, 17. Juni 2014. (red/pm) Said Azami aus Afghanistan lebte bis vor drei Monaten als Asylbewerber in der Alten Martinsschule in Ladenburg und nun in der Unterkunft in Schwetzingen. In einem offenen Brief wendet er sich nun an die Ladenburger B├╝rger/innen und B├╝rgermeister Rainer Ziegler. Die von ihm zum Ausdruck gebrachte Dankbarkeit, stellvertetend f├╝r die anderen Fl├╝chtlinge, ist bewegend. Wir dokumentieren sein Schreiben. [Weiterlesen…]

Lobdengau-Museum bietet Sonderf├╝hrungen an

Ausstellung „Lopodunum 3D“ verl├Ąngert

Ladenburg, 18. Dezember 2013. (red/pm) Begleitend zu der aktuellen Pr├Ąsentation „Lopodunum 3D ÔÇô Forum und Basilika einer r├Âmischen Stadt am Neckar“, die bis zum 09. M├Ąrz 2014 verl├Ąngert wird, bietet das Lobdengau-Museum am Freitag, 24. Januar, um 19:00 Uhr und am Sonntag, 26. Januar, um 16:00 Uhr erneut zwei Sonderf├╝hrungen an. Treffpunkt ist der Eingangsbereich des Lobdengau-Museums. Es wird der ├╝bliche Eintrittspreis erhoben (3,50 Euro/erm├Ą├čigt 2 Euro); die F├╝hrungsgeb├╝hr entf├Ąllt.

Aktuelle Interimsl├Âsung bis zum Neubau des Sperrtors f├╝r Ladenburg und Ilvesheim

Schutz vor Hochwasser bald wieder bei 100 Prozent

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Der B├╝rgermeister von Ilvesheim, Andreas Metz, im Gespr├Ąch mit dem Baudirektor J├Ârg Huber und G├╝nter Bl├Ą├č (Stadt Ladenburg).

 

Ilvesheim/Ladenburg, 25. Oktober 2013. (red/aw) Die Gemeinde Ilvesheim, die Stadt Ladenburg und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Heidelberg informierten heute ├╝ber den aktuellen Stand des Hochwasserschutzes in Ladenburg und Ilvesheim. Derzeit laufen die kurzfristig anberaumten Sanierungsma├čnahmen, um die Sicherheit der Bev├Âlkerung bis zum Neubau des Hochwassersperrtores zu garantieren. Bei einer Inspektion im April 2013 stellte das WSA fest, dass akuter Handlungsbedarf best├╝nde, da die Stahlkonstruktion der Korrosion schneller und st├Ąrker zum Opfer fiel als urspr├╝nglich erwartet. Auf den Neubau, der sp├Ątestens im Jahr 2017 fertig gestellt sein soll, kann nicht mehr gewartet werden. Dies verdeutlichte auch das Hochwasser im Mai diesen Jahres. Die Sanierungsarbeiten sollen im Mitte Dezember fertig sein, das Hochwassersperrtor dann wieder volle Sicherheit garantieren.┬á [Weiterlesen…]

Gro├čeinsatz in Ladenburg

90-j├Ąhrige Frau nach Rettung verstorben

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Was gibt es da zu glotzen?

 

Ladenburg/Heddesheim/Ilvesheim, 30. Juli 2013. (red) Die 90-j├Ąhrige Heddesheimerin, die heute vormittag von der Feuerwehr in Ladenburg aus dem Neckar gerettet worden war, ist im Krankenhaus verstorben. Die Polizei geht von einer verzweifelten Lage aus, in der sich die Person befunden hat. [Weiterlesen…]

Ungl├╝ck oder Suizidversuch?

Frau aus Neckar gerettet

Ladenburg/Heddesheim, 30. Juli 2013. (red) Gegen 10:30 Uhr wurde heute eine Frau auf H├Âhe des Carl-Benz-Museums aus dem Neckar gerettet. Nach ersten Informationen wurden flussaufw├Ąrts ein Rollator und Ausweisdokumente gefunden. Danach soll es sich um eine 90-j├Ąhrige Frau handeln, die in Heddesheim lebt. Weshalb die Frau im Wasser war, ist unklar. Vor Ort waren die Feuerwehren Ladenburg und Ilvesheim im Einsatz. Ebenso die Wasserschutzpolizei. M├Âglicherweise k├Ânnte es sich um einen Selbstt├Âtungsversuch handeln – wir berichten nach, sobald uns genauere Informationen vorliegen. [Weiterlesen…]

60 Jahre THW Ladenburg

Tag der Hilfsorganisationen

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Anl├Ąsslich seines 60-j├Ąhrigen Bestehens hatte der THW-Ortverein Ladenburg gestern zum Tag der Hilfsorganisationen eingeladen.

 

Ladenburg/Edingen-Neckarhausen/Viernheim/Rhein-Neckar, 01. Juli 2013. (red/ld) Mit dem Tag der Hilfsorganisationen gestern auf der Festwiese feierte das THW-Ladenburg sein 60-j├Ąhriges Bestehen. Wie das THW beispielsweise bei Verkehrsunf├Ąllen hilft, zeigten die 16 Mitglieder der Jugendgruppe: Sie befreiten einen eingeklemmten Dummy aus einem Auto. F├╝r die gut 600 Besucher boten Feuerwehr und Rotes Kreuz Mitmachaktionen und Bootfahrten auf dem Neckar an. Wer wollte, konnte einen Blick in die speziellen Fahrzeuge von THW, Johanniter, DLRG und Feuerwehr werfen. [Weiterlesen…]

Knapp 80.000 Menschen beim Aktionstag "Lebendiger Neckar"

Mit dem Rad am Fluss entlang

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Gut 700 Sonntagsausflügler hatte Rolf Sauer vom Angelsportverein Ilvesheim am Sonntag nachmittag gezählt. Bis zum Abend waren es da noch einige Stunden. Im Vereinshaus am Festplatz konnten sich die Besucher ausruhen, und sich bei Fischbrötchen und Sekt für die nächste Etappe stärken.

 

Rhein-Neckar, 19. Juni 2013. (red/ld) Der Aktionstag „Lebendiger Neckar“ und der AOK-Radsonntag zogen am vergangenen Sonntag zwischen 70.000 und 80.000 Menschen an den Neckar zwischen Ilvesheim und Eberbach, schätzen die Veranstalter. Mehr habe es nur vor fünf Jahren gegeben, als man auf fast 100.000 Besucher kam. Mannheim nahm in diesem Jahr erstmalig nicht teil. Durch die Organisation des Turnfests seien die Vereine ausgelastet gewesen. [Weiterlesen…]

Ladenburg ist auch dabei

Lebendiger Neckar

Ladenburg, 10. Juni 2013. (red/pm) Am kommenden Sonntag, 16. Juni,┬áfindet zwischen 11.00 und 19:00 Uhr der Aktionstag ÔÇ×Lebendiger Neckar ÔÇô mobil ohne AutoÔÇť statt. Auf die Besucher warten einige Aktionen. [Weiterlesen…]

Hinweis: Reportage zur Personensuche heute Nacht

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Suchaktion in der Nacht, hier an der F├Ąhrstelle Edingen-Neckarhausen.

 

Rhein-Neckar, 03. Juni 2013. (red) Unsere Reportage zur verzweifelten Suche nach einer Person im Neckar lesen Sie auf dem Rheinneckarblog. In der Nacht waren ├╝ber 100 Personen, darunter Rettungskr├Ąfte aus Edingen-Neckarhausen, Ilvesheim, Ladenburg, Heddesheim, Mannheim und Heidelberg an der Suche beteiligt. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Von "Schau mal die Rehe" ├╝ber "Hey, das ist mein Auto" bis zu "Das war ein tolles Gef├╝hl"

Hochwasser: Wenn die Schaulust den Verstand wegsp├╝lt

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Ist das nur „romantisch“ oder einfach nur dumm? Ein Mensch watet bei Sonnenuntergang durchs Hochwasser am Stephanienufer und wird hinterher sagen: „Das war ein tolles Gef├╝hl.“

 

Rhein-Neckar, 03. Juni 2013. (red) Das Hochwasser ist das Thema aktuell. Vor allem in Bayern und Baden-W├╝rttemberg hat das Wasser enorme Sch├Ąden angerichtet. Unz├Ąhlige ehrenamtliche Helfer setzen sich ein, um anderen Menschen zu helfen. Die beste erste Hilfe jedoch w├Ąre, wenn man sich des eigenen Verstandes bem├╝hte. [Weiterlesen…]

Feuerwehren der Region stark gefordert

Hochwasser und Rutschungen sorgen f├╝r Dutzende von Eins├Ątzen

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Pumpen, was die Pumpen hergeben – in Dossenheim war ein B├╝rogeb├Ąude unter Wasser, in Weinheim weicht der Weschnitzdamm auf, in Schriesheim und Hirschberg gabe es Erdrutsche – voller Einsatz f├╝r die Feuerwehren, das THW und teils auch Rettungskr├Ąfte.

 

Weinheim/Schriesheim/Hirschberg/Heidelberg, 31. Mai 2013. (red) Die Landesstra├če L536 zwischen Schriesheim und Wilhemsfeld ist ebenso wie die L596 Hirschberg in Richtung Altenbach/Ursenbach nach Erdrutschen gesperrt. In Heidelberg geht die Polizei davon aus, dass die Neckarstra├če wegen Hochwasser des Neckar im Bereich Alte Br├╝cke in K├╝rze gesperrt wird. Entlang der Bergstra├če gabe es in fast allen Gemeinden Eins├Ątze wegen des anhaltenden Regens, der zu Hochwasser, Erdrutschen und umgest├╝rzten B├Ąumen f├╝hrt. [Weiterlesen…]

Ente gut, alles gut

Entenfamilie auf Abwegen

Mannheim/Ladenburg, 03. Mai 2013. (red/pol) Zu einem Einsatz der etwas au├čergew├Âhnlicheren Art wurden am Donnerstagnachmittag die Beamten des Polizeireviers Ladenburg gerufen. Ein Seckenheimer B├╝rger hatte der Polizei gegen 16:00 Uhr mitgeteilt, dass sich eine Entenfamilie in seinen Garten in der Oberrotweiler Stra├če verirrt habe. [Weiterlesen…]

Schwerpunkte in Heidelberg, Ladenburg, Neckargem├╝nd und Hirschhorn

Schleusen und Wehre am Neckar werden 2013 repariert

Einbau eines Revisionsverschlusses an einer Schleusenkammer - Foto von Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg

Einbau eines Revisionsverschlusses an einer Schleusenkammer. Foto: Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg.

 

Heidelberg/Rhein-Neckar, 09. Januar 2013. (red/pm) F├╝nf Schleusen und sieben Wehre werden 2013 am Neckar repariert. Die Planungen f├╝r die Unterhaltung der┬áWasserstra├če Neckar sind abgeschlossen, die Kosten┬áwerden auf rund vier Millionen Euro kalkuliert. Die┬á┬á├Âffentlichen Ausschreibungen werden vorbereitet.

Information des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg:

„Der Chefplaner des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg, Jochen Bode, spricht von einem ambitionierten Programm f├╝r das Jahr 2013.┬áAn insgesamt 5 Wehren und 7 Schleusenkammern haben wir dieses Jahr Unterhaltungsma├čnahmen geplant. Derzeit sind die Ingenieure dabei, die Ausschreibung f├╝r die Wehrinstandsetzungsma├čnahmen zu erstellen und die Beschaffungen f├╝r die Schleusen vorzubereiten. Wir kalkulieren die Kosten auf rund 4 Millionen. Euro.

Stauanlagen sind Grundlage f├╝r Schifffahrt und Energiegewinnung

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg hat am unteren Neckar zwischen Mannheim und Heilbronn 12 gro├če Stauanlagen mit insgesamt 25 gro├čen Schleusenkammern und 40 Wehrverschl├╝ssen zu unterhalten. Die Stauanlagen sind die Grundvoraussetzung f├╝r die Schifffahrt und Energiegewinnung durch Wasserkraftnutzung.

Die Anlagen haben ein Alter von rund 80 Jahren

erl├Ąutert Bode. ÔÇ×Dies ist zugleich auch unsere gro├če Herausforderung. Durch unsere Unterhaltungsprogramme ist es jedoch gelungen, dass am unteren Neckar bislang auf Grund von Anlagenversagen noch keine l├Ąngerfristige Schifffahrtssperre eingetreten ist. Dies h├Ątte mit Sicherheit auch Auswirkungen auf die Attraktivit├Ąt der Wasserstra├če gehabt.ÔÇť

Ein Schwerpunkt 2013 liegt auf Wehranlage in Ladenburg

Schwerpunkte 2013 liegen an den Wehranlagen in Ladenburg und Heilbronn, wo jeweils ein Wehrverschlussk├Ârper einer Stahlbauinstandsetzung unterzogen wird.┬áIm Rahmen des systematischen Wehrreparaturprogramms des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg wird jeder Wehrverschluss alle 15 bis 20┬áJahre von Grund auf instandgesetzt. ÔÇ×Durch die Praxis best├Ątigt sich dieser┬áTurnusÔÇť erl├Ąutert Projektingenieur Siamak Akhvanpour:

Nach einem 20 j├Ąhrigen Betrieb m├╝ssen bei einer Wehrwalze mit einem Gewicht von 100 Tonnen rund 10 Tonnen an tragendem Stahl ausgebaut und erneuert werden. Die Ma├čnahmen werden als Bauleistung ├Âffentlich ausgeschrieben und vergeben. Dazu kommen noch kleinere Ma├čnahmen an den Wehren in Wieblingen und Neckargem├╝nd.

Jochen Bode erl├Ąutert zum Schleusenreparaturprogramm:

Das Schleusenreparaturprogramm wird seit den 1970er Jahren j├Ąhrlich auf Grundlage der gemeldeten Bauwerksm├Ąngel bei Bauwerkspr├╝fung, Bauwerks├╝berwachung und Bauwerksbesichtigung erstellt. Dabei geht es neben der Beseitigung von Sch├Ąden an den Torkonstruktionen um den Austausch von Verschlei├čteilen an den Schleusentoren (Lager, Dichtungen), den F├╝ll- und Entleerungsorganen (Lager, Dichtungen) sowie an den Antrieben.

Schwerpunkte 2013 in Heidelberg, Neckargemünd und Hirschhorn

Schleusenreparatur in Schwabenheim. Foto: Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg

Weitere Schwerpunkte liegen 2013 neben Heidelberg, Neckargem├╝nd und Hirschhorn an den Schleusen Guttenbach, Neckarzimmern, Kochendorf und Heilbronn.

Am Neckar zeigt sich als Vorteil, dass jeweils zwei Schleusenkammern pro Anlage zur Verf├╝gung stehen. Somit kann f├╝r die Zeit des Schleusenreparaturprogramms eine Kammer gesperrt werden, ohne dass die Schifffahrt zum Erliegen kommt. F├╝r die Unterhaltung des WSA Heidelberg steht die Betriebssicherheit im Vordergrund. Deshalb wird bei l├Ąnger geplanten Sperrungen immer im Vorfeld die nicht zu sperrende Kammer trocken gelegt und inspiziert. Erst wenn hier keine M├Ąngel entdeckt wurden bzw. erkannte Sch├Ąden behoben wurden, wird die andere Kammer f├╝r einen l├Ąngeren Zeitraum au├čer Betrieb genommen.“

MdL Wolfgang Raufelder w├╝nscht sich "Alternativen" in den Debatten

„Die Debatte um die neue Autobr├╝cke ist ein Wahlkampfman├Âver“

Wolfgang Raufelder ist Landtagsabgeordneter, Stadtrat in Mannheim und verkehrspolitischer Sprecher der Gr├╝nen-Fraktion im Landtag.

 

Rhein-Neckar/Mannheim, 28. September 2012. (red) Der Landtagsabgeordnete und Mannheimer Stadtrat Wolfgang Raufelder ist verkehrspolitischer Sprecher der Gr├╝nen-Fraktion im Landtag. Als Seckenheimer kennt er die Probleme der L597 und das Nadel├Âhr der Br├╝cke nach Ilvesheim. Im Exklusiv-Interview ├Ąu├čert er sich zu Hintergr├╝nden was die aktuellen Verkehrsplanungen angeht – vor Ort, aber auch im Land. Und nicht nur zur Stra├če, sondern zu allen Verkehrstr├Ągern.

(Hinweis: Das Interview erscheint auf allen Blogs unseres Netzwerks. Spezifische Themen wie die Neckarbr├╝cke in den betreffenden Ortsblogs. Sie finden alle Blogs in der Men├╝leiste unter Nachbarschaft.)

Interview: Reinhard Lask und Hardy Prothmann

Herr Raufelder ÔÇô das Thema Verkehr ist ein Dauerbrenner. Fassen Sie doch mal kompakt Ihre Haltung f├╝r die Region zusammen.

Wolfgang Raufelder: Grunds├Ątzlich sind wir als Gr├╝ne angetreten auch in der Verkehrspolitik den ÔÇ×ModellsplitÔÇť also die Verkehrsstr├Âme zu ver├Ąndern. Wir sind f├╝r mehr und bessere Angebote ├Âffentlicher Verkehrsmittel im Regional- und Fernverkehr. Wir machen uns f├╝r die Neubaustrecke FrankfurtÔÇôMannheim stark und fordern die Ert├╝chtigung des Hauptbahnhofs Mannheim. Au├čerdem wollen wir die S-Bahn-Verbindung LadenburgÔÇôWeinheim vorantreiben. Bei Ladenburg ist ein Br├╝ckenschlag mit einem dritten Gleis viel notweniger, als die Stra├čenprojekte. Die L597 ist jetzt im Bewertungsschema. Das Land hat dabei die Projekte nach acht Kriterien von Kosten bis Umweltvertr├Ąglichkeit bewertet und eine Rangliste erstellt, wie dringend jedes Projekt ist.

Alte Planungen f├╝r eine neue Br├╝cke

Die L597 ist nach hinten gerutscht.

Raufelder: Nein. Die L597 steht auf einer ÔÇ×ExtrahitlisteÔÇť und hat eine Sonderstellung, weil sie mehr als 20 Millionen Euro kosten w├╝rde. Ich besch├Ąftige mich politisch seit 1993 mit der Br├╝cke. Das Hauptargument damals war eine direkte Verbindung zwischen Viernheim und Schwetzingen zu schaffen, weil es in Schwetzingen eine Gummi-Zellulose-Fabrik gab, in der viele Leute aus Hessen gearbeitet haben. Heute gibt es die Firma nicht mehr, weshalb es keine ├╝berregionale Notwendigkeit mehr gibt.

(von links) Die MdLs Wolfgang Raufelder und Uli Sckerl, Staatssekret├Ąrin Gisela Splett und B├╝rgermeister Andreas Metz vor dem Ilvesheimer Rathaus.

 

Trotzdem gibt es zu viel Verkehr auf der Br├╝cke zwischen Ilvesheim und Seckenheim.

Raufelder: ├ťber die Autobr├╝cke zwischen Ilvesheim und Seckenheim wickeln wir viel Binnenverkehr, aber kaum noch ├╝berregionalen Verkehr ab. Im Mannheimer Gemeinderat hatten wir viele Ideen die Verkehrsprobleme anders zu l├Âsen: mit Lkw-Durchfahrverboten oder Geschwindigkeitsbeschr├Ąnkungen in Seckenheim. Wir haben einen Verkehrsentwicklungsplan f├╝r die Region gefordert. Heraus kam, dass weit mehr als die H├Ąlfte der Fahrten zwischen Seckenheim und Ilvesheim nur zwischen diesen beiden Orten stattfinden – eine ├Ârtliche Belastung, die man sich selber macht. Die Situation k├Ânnte man verbessern, indem zum Beispiel die Seckenheimer mit dem Fahrrad ins Ilvesheimer Schwimmbad fahren. Alternativen wie Busse und Bahnen sind uns immer wichtiger als Stra├čen zu bauen.

„Mir fehlen Alternativen.“

Die B├╝rgerinitiativen sehen das anders. Die haben Sorge, dass die Br├╝cke nie kommt.

Raufelder: Schade ist, wenn B├╝rgerinitiativen nur ÔÇ×Br├╝cke und nichts anderesÔÇť fordern. Er w├Ąre ehrlicher gewesen, wenn da eine Breite der Konzepte herausgekommen w├Ąre. Man hat ja gemerkt, dass das Finanzierungskonzept der Br├╝cke von der CDU mitbestimmt war. Die hatten jahrzehntelang die M├Âglichkeit gehabt, das Projekt Br├╝cke anzugehen. Wir Gr├╝ne waren da schon immer breiter aufgestellt. Bei den Forderungen der B├╝rgerinitiative fehlen mir die Alternativen. Das werden wir aber auch mit den Initiativen noch besprechen. In Seckenheim habe ich das bereits gemacht.

Rund 150 Ilvesheimer und Seckenheimer demonstrierten f├╝r eine zweite Br├╝cke.

 

Wie verlief das Gespr├Ąch?

Raufelder: Es gibt schon viel Verst├Ąndnis daf├╝r, dass wir andere Ideen entwickeln m├╝ssen, um den Verkehr in den Griff zu bekommen. Neue Stra├čen ziehen mehr Verkehr an. Das ist eigentlich eine Binsenweisheit, die aber immer wieder bestritten wird. Man muss aber ├╝berlegen, ob eine weitere Autobr├╝cke wirklich Ilvesheim und Seckenheim entlasten w├╝rde. Seckenheim hat im Zuge der Erneuerung seiner Hauptstra├če ÔÇô den Planken – jetzt eine neue Bushaltestelle erhalten. Erst wollte man die Bushaltestelle rauszunehmen. Dann hat der Einzelhandel gemerkt, dass da rund 40.000 Fahrg├Ąste vorbeikommen und viele davon auch da einkaufen.

Sie haben jetzt viel von den Vorteilen der Alternativen zur Br├╝cke gesprochen. Hei├čt das im Umkehrschluss, dass eine Br├╝cke f├╝r sie nur Nachteile hat?

Raufelder: Vieles was mit der Br├╝cke zusammenh├Ąngt ist negativ. Ich pl├Ądiere daf├╝r, dass die betroffenen Orte wirklich mal Vor- und Nachteile besprechen. In Edingen-Neckarhausen waren zum Beispiel schon immer viele sehr kritisch gegen├╝ber der Br├╝cke. Da es jetzt aber einige Zeit braucht bis das Geld f├╝r den Br├╝ckenbau bereitgestellt werden kann, sollte man sich ├ťbergangsl├Âsungen ├╝berlegen.

Neckargem├╝nd und Branich-Tunnel waren finanziell schlecht geplant

Wer soll die festlegen?

Raufelder: Ich stelle mir da einen Runden Tisch vor, an dem alle betroffenen Gemeinden ausloten was m├Âglich ist. Eine Frage ist, wie stark sich die Kommunen an den Kosten beteiligen k├Ânnen. Der Landesrechnungshof reagiert auf Argumente wie innerst├Ądtische Verkehre und Ortsumfahrten sehr sensibel. Im Gegensatz zu unseren Vorg├Ąngern wollen wir auf den Rechnungshof h├Âren.

Uns ist das Beispiel Neckargem├╝nd noch stark in Erinnerung. Hier sind die die Kosten von 19 Millionen D-Mark auf 53 Millionen Euro gestiegen. Der Rechnungshof bem├Ąngelte, dass es sich nur um eine Ortsumfahrung ohne ├╝ber├Ârtlichen Bedarf handelte.

Die Tunnell├Âsung war also f├╝r den Zweck zu teuer?

Raufelder: Ja. Um Verkehrsprobleme zu l├Âsen, muss man nicht immer teure Stra├čen, Tunnel oder Br├╝cken bauen. Ein Beispiel wie es anders geht: Wir haben mal bei der Firma angefragt, die Navigationskarten f├╝r die Lkw-Navigationsger├Ąte zu aktualisieren. Es kam heraus, wenn man ein Ziel im Casterfeld eingab, riet das Navi immer noch ├╝ber die Ausfahrt Ladenburg durch Ilvesheim zu fahren. Wer ins Gewerbegebiet Ladenburgs will, wird jetzt ├╝ber die Ortsumfahrung Feudenheim, Wallstadt, L597 geleitet ÔÇô fr├╝her wurden die auch durch Ilvesheim geleitet. Das sind kleinere Ma├čnahmen, die viel verbessern k├Ânnen.

Was gibt es noch f├╝r kleine L├Âsungen?

Raufelder: Lkw-Fahrverbote in Ilvesheim und Seckenheim w├Ąren weitere Ma├čnahme. Man k├Ânnte die B├╝rger auf den Festen in den Orten aufkl├Ąren, dass nicht jede Fahrt zwischen den Orten mit dem Auto sein muss. Da geben die Leute ├╝brigens auch oft zu, dass manche Fahrt gar nicht n├Âtig ist.

Vor dem Neubau ist der Sanierungsstau dran

Das klingt jetzt, als w├╝rde die Br├╝cke gar nicht mehr gebaut werden.

Wolfgang Raufelder will „alternative“ L├Âsungen – dazu geh├Âren neue Konzepte, aber auch Stra├čen.

Raufelder: Mit 18 Jahren habe ich mich zum ersten Mal mit der Br├╝cke besch├Ąftigt. Seitdem hat die CDU in jedem Wahlkampf gesagt, dass die Br├╝cke kommt. Zwischendrin gab es immer wieder alternative Ans├Ątze ÔÇô sogar von der FDP! Immer hat die CDU mit der Begr├╝ndung weggewischt, dass bald die Br├╝cke kommen solle und alle immer wieder bis zur kommenden Wahl vertr├Âstet. Ich bin jetzt 55 Jahre alt und die Br├╝cke ist immer noch nicht da. Daher sage ich: Wenn man die Br├╝cke in den kommenden Jahren nicht finanzieren kann, m├╝ssen wir uns ├╝ber Alternativen unterhalten. Wir haben bei der Regierungs├╝bernahme im vergangenen Jahr ├╝ber 700 Stra├čenbauprojekte vorgefunden. Keines war durchfinanziert. Die CDU hat Planfeststellungsverfahren eingeleitet ohne festzulegen, wie das in den kommenden Haushalten zu finanzieren ist. Jetzt wird auch noch der Branichtunnel teurer. Selbst wenn alles gut laufen w├╝rde, w├╝rde die Br├╝cke nicht vor 2020 kommen. Die CDU hat immer mit steigenden Einnahmen gerechnet, doch der Bund stellt nun nicht mehr so viele Gelder zur Verf├╝gung. Hinzu kommt, dass wir den Sanierungsstau angehen wollen. Stra├čenbr├╝cken, die in den 1970er-Jahren gebaut wurden m├╝ssen bald saniert werden. Manche Landesstra├čen wie in Wilhelmsfeld sind mittlerweile v├Âllig marode.

Herr Wacker wird aber nicht m├╝de zu behaupten, dass genug Geld da sei, aber die Gr├╝nen das Geld umgeschichtet h├Ątten, weil sie keine Stra├čen wollen.

Raufelder: Im jetzigen Haushalt wurde noch nichts umgeschichtet. Nur: Das rettet die Neckarbr├╝cke in Ladenburg nicht. Uns dr├Ąngt 1,2 Milliarden Wertsubstanzverlust an den Landstra├čen. Da ist oft nur ein kleines Loch, aber wenn das nicht geschlossen wird und Wasser eindringt und den Untergrund kaputt macht, dann werden aus Sanierungsf├Ąllen im Nu dringende Neubauten.

Aber langfristig ist eine Umschichtung geplant?

Raufelder: Ja. Bei den Stra├čenbauprojekten waren bisher immer 60 Prozent f├╝r den Stra├čenbau und 40 Prozent f├╝r den ├ľPNV vorgesehen. Bis 2016 sollen die Anteile nun gleich sein und danach langsam mehr in den ├ľPNV gehen.

Herr Wacker betreibt klar Wahlkampf

Sie meinen, dass Herr Wacker dieses Thema jetzt auf die Agenda nimmt, um beim W├Ąhler zu punkten?

Raufelder: Das ist ein klares Wahlkampfman├Âver. Ich habe mir mal die L597-Akten aus Stuttgart kommen lassen. In den ganzen Jahren, als wir gefragt haben, wann der Planfeststellungsbeschluss kommt und wie es aussieht, gab es einen oder zwei Briefe von Georg Wacker oder Herrn Reichert. Die lapidare Antwort der CDU-Landesregierung lautete: ÔÇ×Vertr├Âstet eure W├Ąhler vor Ort. Wir werden sowieso zuerst den Branichtunnel vorantreiben.ÔÇť Die alte Regierung versuchte in jedem Wahlkreis irgendeine Stra├če anzufangen, damit der ├Ârtliche Abgeordnete dann gut dasteht. Das haben wir ge├Ąndert. Wir achten jetzt auf den Nutzen eines Stra├čenbauprojekts.

Vor-Ort-Termin in Seckenheim. Der Mannheimer Stadtteil hat ein echtes Verkehrsproblem.

 

Sprich: Er hat sich auch nicht um den Bau der Br├╝cke gek├╝mmert.

Raufelder: Wenn er sich damals am Anfang so stark f├╝r die Br├╝cke eingesetzt h├Ątte, h├Ątte man die Br├╝cke in der CDU-Regierungszeit ja umsetzen k├Ânnen. Wir sind jetzt seit einem Jahr dabei aufzur├Ąumen und entdecken, dass bei der CDU einiges schiefgelaufen ist. Egal, wo wir nachschauen: ├ťberall kommen Haken zum Vorschein ÔÇô sei es bei der EnBW-Aff├Ąre, der Polizei oder der Bildung.

Wie sieht es in der Bildung aus?

Raufelder: Da ist es ganz extrem. Bildungsministerin Annette Schavan schreibt uns, wie positiv sie das zweiz├╝gige Schulsystem findet und im Landtag tut die CDU so, als wenn das nie ein Thema bei ihr gewesen w├Ąre. Wenn Georg Wacker im Parlament pl├Âtzlich erz├Ąhlt, wie toll doch das dreigliedrige Schulsystem sei, kann man nur noch staunen.

Was erstaunt sie daran?

Raufelder: Er hat immer noch dieses Regierungsgehabe und sollte langsam mal in die Realit├Ąt zur├╝ckkehren und schauen, wo wir zusammenarbeiten k├Ânnen. Ich praktiziere das auch, wenn ich Gerhard Stratthaus frage, was er als wichtige Ma├čnahme in der Region ansieht. Was den Ausbau des Mannheimer Hauptbahnhofs anbelangt, herrscht Gott sei Dank auch bei CDU und FDP die ├ťbereinkunft, dass man im Interesse Mannheims da an einem Strang ziehen muss.

„Ich sehe derzeit keine neuen Stra├čen.“

Bleiben wir bei den Stra├čen. Die Landesregierung will in den kommenden Jahren 83 Millionen in den Ausbau von Landesstra├čen stecken. Welche Projekte werden in der Region stattfinden?

Raufelder: Der Gro├čteil wird in den Branichtunnel flie├čen und Sanierungsma├čnahmen einiger Stra├čen betreffen. Neue Stra├čen sehe ich derzeit keine.

Insofern hat Wacker recht, wenn er sagt, dass sie keine Stra├čen bauen wollen.

Raufelder: Schon, aber sie m├╝ssen auch sehen, dass der Rhein-Neckar-Kreis gut erschlossen ist. Wenn man die Verkehrswende ehrlich will, muss man den Bestand erhalten und durch effiziente Systeme effektiver nutzen. Das ist besser, als mehr Stra├čen zu bauen. Wir haben im Kreis oft Parallelverkehr von Bundesstra├čen und Autobahnen. Da gibt es noch viel Potenzial. Die intelligente Stra├če ist Bestandteil unserer Philosophie. Wir wollen, dass f├╝r jeden Nutzer das entsprechende Verkehrsmittel bereit steht: Das geht vom Fahrrad, ├╝ber Fu├čg├Ąngerweg bis zu Bus und Bahn und auch zum Auto. ÔÇ×ModellsplitÔÇť und Flexibilit├Ąt sind da die Stichworte.

Die Mienen der Gemeinder├Ąte aus Ilvesheim und Mitgliedern der B├╝rgerinitiative sprechen B├Ąnde.

Werden sie daf├╝r eine Mehrheit in der Bev├Âlkerung finden?

Raufelder: Ich denke schon. Bei den ├älteren wird das Auto bald auch nicht mehr die Stellung haben, die es in den Generationen zuvor hatte. In vielen l├Ąndlichen Bereichen organisieren sich heute immer mehr Fahrgemeinschaften. Die Rufbussysteme werden immer beliebter. Viele Leute finden den Trend weg vom Auto auch gut, weil sie das Auto nicht mehr als Allheilmittel sehen. Junge Leute sind heute nicht mehr so autoaffin wie meine Generation. Gerade die 18- bis 30-J├Ąhrigen fordern heute vermehrt Carsharing-Modelle. Die wollen kein eigenes Auto besitzen, aber bei Bedarf eins nutzen k├Ânnen, um von A nach B zu gelangen.

„Viele Ortsumfahrten sind gar nicht mehr gewollt.“

Wird dann in Heddesheim zum Beispiel keine Ortsumfahrung n├Âtig sein, weil immer weniger dort ein eigenes Auto besitzen wollen?

Raufelder: Man wird die Heddesheimer kritisch fragen m├╝ssen, wo sie hinwollen. Die Frage ist auch, wie man Heddesheim stadtplanerisch entwickeln will. M├Âchte man zum Beispiel die Landschaft als Teil der Lebensqualit├Ąt vor Ort einbeziehen? Das m├╝ssen die B├╝rger beantworten, wenn es darum geht, wo sie mit der Ortsumgehung hinwollen. Soll der Verkehr nach Mannheim gelenkt werden? Darunter w├╝rde wieder der Heddesheimer Einzelhandel leiden und so auch die Wohnqualit├Ąt.

Die Heddesheimer Ortsumfahrt hat also mehr Nach- als Vorteile?

Raufelder: Was ich damit sagen wollte: Viele Ortsumfahrten sind heute gar nicht mehr gewollt. Wenn nur eine gebaut werden soll, um Gewerbegebiete wie Pfenning dort anzusiedeln, dann wollen wir Gr├╝ne das nicht. So denken auch viele Heddesheimer. Die wollen wissen, was diese Stra├če soll. Die fragen, ob nur wieder riesige Gewerbegebiete entstehen sollen oder sie davon einen Nutzen in Form einer Ortskernentlastung haben.

├ťber 80 Millionen Euro kostet der Branichtunnel in Schriesheim, um den Odenwald anzuschlie├čen. Die alte CDU-Regierung hatte das Projekt nicht durchfinziert.

Raufelder: Ich habe mich au├čerhalb der Ferienzeit auf den Fritz-Kessler-Platz gesetzt, um zu sehen, was da um 17, 18 Uhr los ist. Da gab es keine gro├čen Staus. Ilvesheim und Seckenheim haben da vergleichsweise viel gr├Â├čere Verkehrsprobleme.

Seit Heddesheim ein Einfahrverbot f├╝r Lkws hat, die l├Ąnger als zw├Âlf Meter sind, ist die Situation deutlich besser geworden.

Raufelder: Das meinte ich damit, dass intelligente Verkehrsleitung einiges erreichen und verbessern kann.

Wenn aber Pfenning und Edeka entwickelt sind, k├Ânnten Politik und Unternehmen die Ringstra├če fordern, weil sonst der ganze Lkw-Verkehr durch den Ort geht.

Raufelder: Wenn es so ist, dass viele ausw├Ąrtige Arbeitnehmer dort arbeiten, m├╝ssen sie solche Diskussionen f├╝hren. Da muss man aber so offen diskutieren und die neuen Gegebenheiten wie Edekaerweiterung anerkennen. Es gibt ja so ein Abkommen auch auf regionaler Ebene, dass man den Verkehr sichtet und schaut, ob das alles so klappt, wie man sich das vorstellt. Da m├╝ssen wir auch dranbleiben, das ist auch auf Landesebene deutlich geworden ÔÇô wir m├╝ssen die Verkehre landesweit beobachten ÔÇô auch in ├ťbergangsbereichen.

Wie machen Sie das?

Raufelder: Es gibt diese Pfosten, die sehr diskret z├Ąhlen k├Ânnen. Die werden angebracht und dann machen wir eine Echtz├Ąhlung, um zu messen, wie belastet die Stra├če tats├Ąchlich ist. Oft sind es nur Prognosen durch Simulationen oder Annahmen. Durch die g├╝nstigen Leihpfosten werden wir echte Z├Ąhlungen vornehmen.

„Wir werden anhand von Zahlen entscheiden und nicht leere Versprechungen abgeben.“

Gibt es da bereits Beispiele f├╝r?

Raufelder: Wir haben das in Freiburg mit Fahrr├Ądern gemacht. Dabei kam raus, dass manche Radwege total ├╝berlastet waren und wir mussten diese erweitern. Daher wollen wir jetzt auch bei Stra├čen die Echt├╝berpr├╝fung haben. Dabei kann rauskommen, dass die Belastungswerte so hoch sind, dass auch Gr├╝ne handeln m├╝ssen und wir uns f├╝r Stra├čenbau einsetzen.

Ist das bereits vorgekommen?

Raufelder: Ja, im Fall T├╝bingen-Stuttgart wird jetzt eine dritte Spur angebaut, weil wir festgestellt haben, dass die Verkehrsbelastung zwischen T├╝bingen und Stuttgart sehr stark zugenommen hat. Der Grund ist, dass die Leute gerne nach T├╝bingen ziehen, weil Infrastruktur und Erholungssituation zum Wohnen ideal sind, sie aber in Stuttgart arbeiten. Da macht es Sinn, dass diese Strecke erschlossen wird ÔÇô allerdings auch eisenbahnm├Ą├čig.

Breitgasse: R├╝ckstau soweit das Auge reicht. Die Ampel l├Ąsst immer nur vier, f├╝nf Fahrzeuge durch. Bild: hirschbergblog

Was ist mit der B3 an der Bergstra├če. Hirschberg leidet wie die H├Âlle an dieser Stra├če. Schriesheim auch. K├Ânnen sie da Einfluss nehmen, obwohl die Stra├čen dem Bund unterstehen?

Raufelder: Wir werden vom Bund befragt, wie es mit Bundesstra├čen aussieht. Da haben wir jetzt auch eine Rangfolge von Stra├čen angegeben, die am dringendsten angegangen werden m├╝ssen. Die wurde bisher vom Bund noch nicht best├Ątigt. Bei der B3 wird auf jeden Fall diskutiert und wir schauen, welche Verlagerungspotenziale da sind und welche Doppelfunktion es mit der Autobahn gibt. Da haben wir dem Bund signalisiert, dass wir die Stra├čen gerne erweitern w├╝rden. Der Bund findet es zwar gut, dass wir das so machen, aber er hat letztendlich das Recht, das Geld so zu verteilen, wie er es will.

Wir haben auch ein Verkehrskonzept auf Bundesebene was Bundesautobahnen und -fernstra├čen angeht. Da haben wir eine Erweiterung der Autobahn A6 diskutiert, um dem Bund zu signalisieren, dort besteht zum Beispiel ein Kapazit├Ątsproblem. Die Gr├╝nen machen also auch Stra├čenprojekte ÔÇô wenn sie Sinn ergeben.

„Wir m├╝ssen den Verkehrszuwachs in die richtigen Bahnen lenken.“

Die B3 k├Ânnen sie an der Bergstra├če nicht ausbauen. In Gro├čsachsen bilden die H├Ąuserreihen ein Nadel├Âhr. Die Stra├če geht durch den Ort. Da m├╝sste man die A5 ausbauen.

Raufelder: Die Alternative w├Ąre eine Ortsumfahrung. Bei der B3 ist aber das gro├če Problem, dass sie auch eine Ausweichfunktion zur Autobahn hat. Hier stellt sich auch wieder die Frage: Wie intelligent mache ich die B3, dass sie nur den Verkehr aufnimmt, der an die Bergstra├če will. Die Orte an der Bergstra├če leiden auch unter ihrer touristischen Attraktivit├Ąt. Die Anwohner sind da auch zwiegespalten, ob Stra├čenprojekte immer sinnvoll sind, um den Tourismus weiterzuentwickeln. Es ist nun unsere Aufgabe, die Stra├čen zu optimieren und den Verkehrszuwachs in die richtigen Bahnen zu lenken.

In Hirschberg l├Ąuft richtig was schief. Die OEG ist zwar ausgebaut worden, aber durch die ├ťberg├Ąnge kommt es zu langen Wartezeiten an den Ampeln. Das Problem: Viele sitzen allein im Auto, statt die OEG zu nutzen. Man vermisst bei den Gr├╝nen den ehrlichen Hinweis, dass das so gewollt ist.

Raufelder: Dass die OEG jetzt viel schneller zwischen Heidelberg und Weinheim agiert und das sie eine echte Alternative zum Auto ist, m├╝ssen wir den Leuten noch klar machen.

„Es braucht eine Aufkl├Ąrungskampagne.“

Bei den Benzinpreisen sollte das doch leicht sein, oder?

Raufelder: Noch fehlen gen├╝gend Park-and-Ride-Haltepl├Ątze an den Haltepunkten. Im Koalitionsvertrag steht, dass wir alle Kommunen im Ein-Stunden-Takt erreichbar machen wollen. Da spielt auch der Bus eine wichtige Rolle. Wir wollen auch Parkstationen in Schriesheim, Hemsbach, Laudenbach bauen, um den Verkehr dort aufzunehmen. Dort k├Ânnen die Leute dann in die Bahn umsteigen, um in die Innenst├Ądte von Mannheim, Heidelberg oder Weinheim zu fahren.

Dar├╝ber m├╝ssen die Leute aber auch informiert werden.

Raufelder: Die Aufkl├Ąrungskampagne ist wichtig. Da sind wir immer auch auf die B├╝rgermeister angewiesen, dass die da mitmachen. Das Dilemma mit den Wartezeiten zeigt, dass die Leute noch zu sehr auf das Auto fixiert sind. Wir werden diese Verkehrskonzepte in Zukunft besser kommunizieren und einen guten ├ľPNV auch gut vermarkten. In Berlin oder Stuttgart gibt es viele Bewohner, die in der Innenstadt gar kein Auto mehr haben, weil der ├ľPNV so gut ist. Im Rhein-Neckar-Kreis hat der ├ľPNV-Ausbau jedoch mit dem S-Bahn-Bau erst sp├Ąt angefangen. Da sind wir hintendran. Die hohen Zuwachsraten lassen jedoch hoffen, dass die Leute das mehr und mehr annehmen. Daher ist auch die zweite Ausbaustufe der S-Bahn ein Muss. Selbst die OEG zieht trotz Problemen immer mehr Fahrg├Ąste an. Auch beim AST Heddesheim sind Zuwachsraten da.

Mit ├╝ber 80 Millionen Euro ist der Branichtunnel das teuerste Verkehrsprojekt derzeit. Werden nun deswegen alles anderen im Kreis geplanten auf Eis gelegt?

Raufelder: Nein. Was wirklich reingehauen hat, war der Tunnel in Neckargm├╝nd. Da war eine enorme und unerwartete Steigerung der Baukosten. Da sind jedoch Mittel aus Sanierungsma├čnahmen reingeflossen, sodass wir da noch Luft haben. In Sachen Stra├čensanierung sind wir nun jedoch mehr gefordert, als wir uns das gew├╝nscht h├Ątten.

Die Feudenheimer Schleuse wird f├╝r 135-Meter-Schiffe „ert├╝chtigt“.

 

Die Gr├╝nen wollen auch den Neckar durchg├Ąngig zur wettbewerbsf├Ąhigen Wasserstra├če ausbauen. Wie soll das funktionieren?

Raufelder: Wir wollen die ÔÇ×Bundeswasserstra├če NeckarÔÇť von Mannheim bis Stuttgart leistungsf├Ąhig auszubauen. Dazu m├╝ssen wir erstmal die vorhandene Infrastruktur sanieren. Ein Beispiel ist die Schleuse bei Plochingen, die komplett saniert werden muss.

Viel Verkehr kann von der Stra├če aufs Wasser.

Wer soll denn auf dieser ÔÇ×Bundeswasserstra├čeÔÇť fahren?

Raufelder: Hintergrund ist der, dass Audi und Mercedes sich ├╝berlegen, von Stuttgart aus Schiffe in Roll-in-roll-off-Anlage auf die Wasserstra├če bringen. In Mannheim wollen wir eine zentralen Punkt schaffen, wo Stra├če, Wasserstra├če und Schiene an einem Punkt zu zentralisiert werden und es eine Umladem├Âglichkeit gibt. Wir haben hier in der N├Ąhe das Frachtverladezentrum der BASF, den Hafen Mannheim und den in Ludwigshafen. Heilbronn ist gerade er├Âffnet worden, um die Trimodalit├Ąt zu erreichen. Hinzu kommt, dass wir den Neckar f├╝r 135-Meter-Schiffe fit bekommen m├╝ssen. Dazu soll je eine Scheusenkammer ├╝berall zwischen Mannheim und Stuttgart auf 140 Meter erweitert werden. Kleinere Schiffe und Ausflugsschiffe nutzen die andere kleinere Schleuse.

Wann soll es losgehen?

Raufelder: Beim Bund steht der Ausbau bis Heilbronn bereits auf der Agenda. Allerdings hat Verkehrsminister Ramsauer den Neckar ab Heilbronn bis Stuttgart abgestuft.

Was bedeutet das?

Raufelder: Raufelder: Damit hat der Ausbau in dem Abschnitt kaum Realisierungschancen. Dagegen wollen wir vorgehen, weil wir zur Stra├čenentlastung auf jeden Fall die Wasserstra├čen brauchen. Wir haben das Angebot von Audi und Mercedes, dass sie auf Schiffe als Transportmittel setzen ÔÇô Ford macht bereits seinen gesamten Transport von K├Âln bis nach Rotterdam per Schiff.

Gibt es also einen Trend weg vom Lkw hin zum Schiff ÔÇô wenn es m├Âglich ist?

Ja. Der Rotterdamer Hafen vergr├Â├čert sich bereits in dieser Richtung. Auch die deutsche Industrie setzt auf die Wasserstra├če Neckar-Rhein mit Verladung f├╝r den ├ťberseetransport in Rotterdam. Der Vorteil f├╝r die Unternehmen ist, dass Schiffe von Stuttgart bis Rotterdam durchfahren k├Ânnen und keine Zwischenstopps mehr n├Âtig sind. F├╝r die Logistiker ist das enorm wichtig. Zudem spart man auf den Fl├╝ssen auch die Lkw-Maut. Allerdings lohnt sich das Ganze logistisch erst, wenn 135-Meter-Schiffe eingesetzt werden k├Ânnen. Daher m├╝ssen wir alles daran setzen, den Neckar bis Stuttgart entsprechend zu ert├╝chtigen.

Aber diese Ert├╝chtigung ist doch jetzt angelaufen?

Raufelder: Aber nicht durchg├Ąngig bis Stuttgart. Da sperrt sich Bundesverkehrsminister Ramsauer noch. In Baden-W├╝rttemberg haben wir bei dem Thema ├╝brigens eine gro├če Koalition. Selbst die CDU ist f├╝r die Ert├╝chtigung des Neckars bis Stuttgart. Bei meiner Rede zu dem Thema habe ich im Landtag erstmals sogar Applaus von der CDU bekommen.

Wieviele 40-Tonner passen in ein 135-Meter-Schiff?

Raufelder: Die Logistiker sprechen von rund 120 St├╝ck, die man dann nicht mehr auf der Stra├če h├Ątte. Ein weiterer Vorteil w├Ąre, dass die Autos nicht aufw├Ąndig verpackt werden m├╝ssen und die Verschmutzungs- und Besch├Ądigungsrate weitaus geringer ist, als beim Transport mit Zug oder Lkw. Was noch fehlt, sind entsprechende Wendem├Âglichkeiten f├╝r diese langen Schiffe auf dem Neckar. Die m├╝ssen wir noch zus├Ątzlich anlegen.

Wendepunkt Ladenburg

Wo sollen die entstehen?

Raufelder: Eine m├╝sste im Bereich Ladenburg sein. Vor dem Wehr dort ist jedoch in meinen Augen bereits eine nat├╝rliche Wendem├Âglichkeit. In die Diskussion m├╝ssen wir allerdings die B├╝rger miteinbeziehen, weil das ein massiver Eingriff in die Landschaft ist.

Was muss in Mannheim noch getan werden?

Raufelder: Im Hafen Mannheim muss man ├╝berlegen, wo man Aufstellfl├Ąchen f├╝r Lkws und die Umladefl├Ąchen hinbaut. F├╝r eine intelligente Logistik und Stra├čenf├╝hrung braucht man Alternativen, wo man etwas verladen kann. Wir wollen daf├╝r die Rheintalschiene ausbauen. Da gehtÔÇÖs dann wieder um L├Ąrmschutz, Kapazit├Ąten, das Hafengleis vom Mannheimer Hauptbahnhof zum Hafen muss ert├╝chtigt werden. Da geht es um viele kleine Stellschrauben, die man bedenken muss.

Also reden wir ├╝ber neue Schleusen und Hafenausbau in Mannheim, Stuttgart, Heilbronn ÔÇŽ

Raufelder: Mannheim haben wir schon ausgebaut, Heilbronn haben wir gerade neu er├Âffnet. Es ist schon in die richtige Richtung investiert worden. Wichtig ist jetzt, die alten Schleusen zu sanieren und auf die richtige Gr├Â├če auszubauen.

Wird f├╝r den Flussausbau dann beim Stra├čenbau gespart?

Raufelder: Nein. Beim Ausbau der ÔÇ×Bundeswasserstra├čeÔÇť Neckar geht es um Bundesmittel. Wir m├╝ssen jetzt den Bund dazu bewegen, dass er endlich mit dem Ausbau anf├Ąngt. Wir sind dabei bereits in Vorleistung getreten und haben bei Projekten, die der Bund zahlen m├╝sste, von uns aus Geld vorgelegt, damit es schneller geht. Auch die Rheintalschiene ist da ein Beispiel. Die Umfahrung Offenburg haben wir jetzt f├╝r fast 100 Millionen Euro in die Hand genommen. Wir haben Vertr├Ąge mit Italien und ├ľsterreich und der Schweiz, dass wir eine bestimmte Verkehrslast durch den Gotthardtunnel bis 2013 garantieren m├╝ssen. Sonst m├╝ssen wir eine Strafe zahlen. Es w├Ąre f├╝r uns eine Katastrophe, wenn der Ballungsraum Mannheim dabei abgeh├Ąngt werden w├╝rde.

W├Ąhrend Ilvesheim und Seckenheim den Verkehr ├╝ber haben, holt sich Heddesheim riesige Logistikzentren ins Gewerbegebiet.

 

Aber da herrscht doch Einigkeit unter den Parteien.

Raufelder: Vom CDU-Abgeordneten Georg Wacker und anderen Kollegen h├Ârt man allerdings nichts, wenn wir uns beim Bund massiv f├╝r die Metropolregion einsetzen und zu verhindern versuchen, dass Mannheim abgeh├Ąngt wird. Bedauerlicherweise nehmen auch die Zeitungen das Thema nicht auf. In Offenburg werde ich in der Presse zitiert, dass ich um Verst├Ąndnis werbe, wenn wir in Mannheim investieren. Wenn wir in die Wasserstra├če bei Stuttgart investieren, kommt das wiederum Mannheim zugute. Wir m├╝ssen wegkommen von dieser ÔÇ×G├╝terhaltungÔÇť auf der Autobahn. Wenn sie auf der Autobahn von Heilbronn nach Stuttgart fahren, sehen sie morgens nur Lkw an Lkw. Viele davon sind zudem nur zur H├Ąlfte oder einem Drittel beladen.

Hat zum Beispiel Mercedes nun bereits die entsprechenden Schiffe und Anlagen oder sollen die erst gekauft werden, wenn der Neckar ausgebaut ist?

Raufelder: Wenn die Infrastruktur da ist, wollen sie loslegen.

Gibt es bereits einen Zeitplan? Wann ist der Neckar bereit?

Raufelder: Wir haben mit Minister Ramsauer gesprochen: Bis 2016 brauchen wir ein klares Zeichen, dass der Ausbau bis Stuttgart stattfindet. Wir k├Ânnen nicht mehr lange warten. Was den gewerblichen Verkehre auf den Stra├čen angeht ÔÇô die sind jetzt schon ausgelastet. Die Besch├Ądigung durch Lkws kommt da noch hinzu. Deswegen sind wir auch gegen den Gigaliner, weil die Belastung von Br├╝cken und Stra├čen horrend w├Ąre.

Wie viel Verkehr k├Ânnte der ausgebaute Neckar von den Stra├čen wegnehmen?

Raufelder: Das k├Ânnen wir jetzt noch nicht beziffern. Wenn sie sich aber vorstellen, dass die Werke in Sindelfingen oder Stuttgart einen Gro├čteil ihrer Produktion ├╝ber Wasserstra├čen transportieren w├╝rden, w├Ąre das eine gigantische Entlastung. Eine erste grobe Sch├Ątzung geht davon aus, dass der voll ert├╝chtigte Neckar bis Stuttgart die H├Ąlfte des dortigen Lkw-Verkehrs aufnehmen k├Ânnte. Das ist aber ├╝ber einen ganz dicken Daumen gepeilt, zumal dann auch Logistiker sagen, dass sie die Lkw in diesem Fall anders einsetzen w├╝rden. Aber langfristig wird es eine gro├če Entlastung sein. Gerade f├╝r die Strecke von Heilbronn nach Stuttgart.

Berufskorrespondet Schroeder

Zu viel Wasser – zu wenig fl├╝ssig

Ilvesheim/Mannheim/Rhein-Neckar, 26. September 2012. (red) Berufskorrespondent Schroeder f├╝rchtet sich nicht vor Demonstrationen. Als Berufsdemonstrant Schroeder ist er Stuttgart21-Veterane. F├╝r uns packt Schroeder die ganz hei├čen Eisen an. Aktuell brennt in Ilvesheim und Seckenheim die Luft wegen einer Neckarbr├╝cke und Schroeder hat sich vor Ort ein Bild der skandal├Âsen Verh├Ąltnisse gemacht: Pl├Ąne gibts, aber keine Kohle.

Mehr von Berufskorrespondent Schroeder gibts hier.

Negative Bilanz ums Drachenbootrennen herum

Suff im Schatten des Drachens

Bier, Wein, Schnaps - es wird ordentlich gekippt. Und dass schon im Alter von 14 Jahren. Den Abfall l├Ąsst man zur├╝ck.

 

Ladenburg, 16. Juli 2012. (red) B├╝rgermeister Rainer Ziegler und Revierleiter Frank Hartmannsgruber sahen sich fast gen├Âtigt, heute in einer Pressekonferenz die ├ľffentlichkeit ├╝ber „unsch├Âne Begleiterscheinungen“ des Drachenbootrennens zu informieren. Jugendlicher Suff, Verm├╝llung und ein „katastrophales Parkverhalten“ haben Stadt und Polizei mehr als ver├Ąrgert. Der veranstaltende Verein wurde ausdr├╝cklich gelobt.

Von Hardy Prothmann

B├╝rgermeister Rainer Ziegler und Revierleiter Frank Hartmannsgruber sind alles, nur „nicht am├╝siert“ ├╝ber die Nacht vom Samstag. Mehrere hundert Jugendliche haben sich zum Saufen rund um das Drachenbootfestival getroffen. Sie hinterlie├čen Abfall und Scherben und insgesamt drei im Alter von 14 und 15 Jahre auch die Sinne: Die Kinder wurde bewu├čtlos auf der Stra├če gefunden und musste von der DLRG erstversorgt werden.

Das erf├╝llt uns mit Sorge ÔÇô nicht der sportliche Verlauf und das Event an sich. Wir sind alle miteinander erschrocken ├╝ber die Entwicklung, weil viele, viele Jugendliche volltrunken angetroffen worden sind. Das hat uns bedr├╝ckt. Die letzten zwei bis drei Jahre hat sich das ungut entwickelt, jetzt haben wir hier eine Eskalation.

Zugem├╝llte Grundschule - saufen ohne Sinn und Verstand.

B├╝rgermeister Rainer Ziegler ist bekannt f├╝r seine sonst diplomatische Ausdrucksweise. Seine deutlichen Worte sparen nicht mit Kritik – auch an Eltern. Veranstalter, Stadt und Polizei k├Ânnen die Situation allein nicht bew├Ąltigen. Der ├╝berwiegende Teil der Jugendlichen kam von au├čerhalb.

Unsch├Âne Bilanz

Frank Hartsmannsgruber gibt einen droben ├ťberblick: 8 „provokante“ Urinierer wurden verwarnt, also solche, die gesehen werden wollten oder denen alles egal war. Mehrfach wurden Jugendlichen Zigaretten abgenommen und vor allem Alkohol. Zwei 15-J├Ąhrige, ein 16-J├Ąhriger und ein 17-J├Ąhriger waren „hochprozentig“ unterwegs. Irgendein Dummkopf entz├╝ndete Plastikgeschirr unter ein Bank. Auf der Eisenbahnbr├╝cke wurde einem Mann zwei Mal mit der Faust so heftig ins Gesicht geschlagen, dass ein Schneidezahn abgebrochen ist – der T├Ąter ist bislang unbekannt. L├Ąrmend-randalierende Jugendliche mussten zur Ordnung gerufen werden. Rund 100 Jugendliche hat die Polizei direkt angesprochen – ermahnt und aufgekl├Ąrt. Manche auch direkt die Spuren der Saufexzesse wegr├Ąumen lassen. Frank Hartmannsgruber bilanziert:

In der Vergangenheit habe ich immer wieder den Jugendlichen ein gutes Verhalten attestiert. Hier trifft das Gegenteil zu.

Im Innenhof der Dalberg-Grundschule traf die Polizei auf eine Gruppe von rund 50 Jugendlichen, „die sich mit harten Sachen ordentlich vorgew├Ąrmt haben“. Als die Polizei ankam, rannten viele weg, erst auf „deutliche Anordnungen“ hin, kamen ein paar zur├╝ck und haben aufger├Ąumt. Es gibt also wenigstens noch so viel Bewusstsein, dass das Verhalten nicht „normal“ ist und ├ärger droht.

Dieses Gesamtbild k├Ânnen wir auf Dauer so nicht ertragen.

Als sehr positiv bewerten B├╝rgmeister Ziegler und Revierleiter Hartmannsgruber den Verlauf der eigentlichen Veranstaltung. Aus Neckarhausen gab es keine einzige Beschwerde, die Beachparty lief sehr fr├Âhlich aber durch Security ├╝berwacht auch sehr geregelt ab. Fr├╝hzeitige Gespr├Ąche mit Anwohner auf beiden Seiten des Neckars haben gewirkt. B├╝rgermeister Ziegler sagt:

Wir wollen die Vielfalt haben und wollen die Stadt lebendig haben ÔÇô das ist in unserem Sinne. Das ist ein gute Ausstrahlung nach au├čen. Aber wir m├╝ssen auf die Gesamtvertr├Ąglichkeit achten. Ich bin dankbar, dass die Absprachen mit den 03-ern eingehalten wurden. Was abgestimmt worden ist, wurde so umgesetzt.

„Begleitumst├Ąnde bereiten Sorge“

Man m├╝sse zwischen Veranstaltung an sich und dem Gel├Ąnde au├čerhalb des eigentlichen Veranstaltungsorts trennen. Nicht der sportliche Verlauf und das Event an sich, sondern die „Begleitumst├Ąnde“ erf├╝llten den B├╝rgermeister mit „Sorge“.

Ebenfalls richtig „fuchsig“ zeigt er sich mit dem Parkverhalten der Eventbesucher.

Man stellt sich in die Gr├╝nfl├Ąchen, in die Feuerwehrzufahrten. Das Parkverhalten ist eine Katastrophe. Nur wenige nutzen die gut ausgeschilderten Parkm├Âglichkeiten.

"Unfreiwillig" aufger├Ąumte Reste des jugendlichen Saufens.

Es habe einige Abschleppma├čnahmen gegeben. „Wir machen das nicht gern als Gastgeber. Wir haben aber auch einen Anspruch, dass die G├Ąste sich ordentlich verhalten. Mit diesem Verhalten ├╝berfordert man uns und l├Ąuft Gefahr, diese Veranstaltungen kaputt zu machen.“

Im kommenden Jahr werde konsequent jeder aufgeschrieben, der falsch parkt. „Wir wollen kein Geld einnehmen – sondern wir m├╝ssen darauf achten, dass die Ordnung au├čerhalb der Festivit├Ąten erhalten bleibt.“ Wie frech manche sind, schildert Frank Hartmannsgruber: „Wenn Sie mit einem diskutieren m├╝ssen, der sich vor die Polizeiausfahrt stellt, dann zeigt das ungef├Ąhr, wie verantwortungslos viele unterwegs sind.“

Das Res├╝mee hei├čt also: Tolle Veranstaltung der Drachenbootsportler – aber leider viel ├ärger au├čenrum. Auch der Verein wird sich bei L├Âsungswegen mit einbringen m├╝ssen. Nicht das Event ist der Ausl├Âser f├╝r diese Zust├Ąnde – aber anl├Ą├člich des Events finden diese Zust├Ąnde statt. Die schwierige Aufgabe wird sein, das in den Griff zu bekommen. Der sinnlose Suff wirft sonst einen dunklen Schatten auf das Drachenbootfestival.

 

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Drachenbootrennen 2012

Falscher Dampfer gewinnt die Open-Klasse

Der Falsche Dampfer illuminiert den Wasserturm.

 

Ladenburg, 16. Juni 2012. (red) Es kann nur einen Sieger geben – in diesem Jahr holte sich das Team Falscher Dampfer die Troph├Ąe in der Open-Klassse. Schnellstes Team nach Zeit allerdings waren die Alptraumpaddler in der Mix-Klasse. Die Neckarschneggen dominierten bei den Frauen.

Das Ladenburger Drachenbootrennen stand 2012 im Zeichen der Welle. Heftiger Wind und B├Âen arbeiteten an den gefahrenen Zeiten mit, so dass sich die Streckenzeiten nur bedingt vergleichen lassen. Trotzdem steht fest, dass die Alptraumpaddler mit 53:50′ die schnellste gemessene Zeit eingefahren haben. Sie gewinnen vor den beiden CBG-Mannschaften in der Mix-Klasse.

Die Neckarschneggen holten sich bei den Frauen den Sieg und lie├čen die Flotten Bienen sowie die „Meeresfr├╝chtchen“ hinter sich.

Das Team Falscher Dampfer unter Capitano Freddy Eggers holte sich zum ersten Mal in den acht Jahren den Wanderpokal, nachdem die Mannschaft schon zwei Mal den zweiten Platz belegen konnte. Platz zwei belegten die Dragon Lifters und der lokale Konkurrent Ladeberger Sacktr├Ąger gab sich dem Dampfer fair geschlagen. Die beiden Mannschaften „battlen“ sich freundschaftlich-frotzelnd immer wieder gerne.

Der Falsche Dampfer illuminiert schon fast traditionell den Wasserturm mit seinem Emblem. Ger├╝chten zufolge wurde bis in die fr├╝hen Morgenstunden hinein der Sieg ausgiebig gefeiert. Und der Ehrgeiz ist klar: „Wir werden den Drachen verteidigen“, ist die Losung f├╝rs kommende Jahr.

So sehen Sieger aus - Team und Familienmitglieder vom Falschen Dampfer bejubeln den ersten Sieg.

 

Klasse Open 18 Teams mit je bis zu sechs Frauen:

1: Falscher Dampfer (56:37)
2.Dragon Liferts
3.Ladeberger Sacktr├Ąger

Klasse Mix 28 Teams mit je ├╝ber sechs Frauen:

1. Alptraumpaddler (53:50)
2. CBG
3. CBG All Stars

Klasse Frauen mit 9 Teams:

1. Neckarschneggen 1:02:48
2. Die flotten Bienen
3. Frutti di Mare

Viel Freude mit den Fotos:

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Drachenbootrennen 2012

Wellen, Wind und weniger Besucher zum Start

Widrige Bedingungen - starker Wind sorgte f├╝r einen welligen Neckar.

 

Ladenburg, 15. Juli 2012. (red) Das 8. Drachenbootrennen fand unter widrigen Bedingungen statt. Der Wind sorgte am Samstag f├╝r ordentlich Wellen auf dem Neckar und eher eine ungem├╝tliche Atmosph├Ąre. Die Mannschaften hielten tapfer durch – aber es waren deutlich weniger Zuschauer beim sportlichen Teil zugegen. Die Beachparty hingegen zog wieder viele Besucher an.

Von Hardy Prothmann

Klar – das Wetter war unfreundlich. Angesichts des Winds und des hohen Regenrisikos hatten eindeutig weniger Menschen Lust, sich am Neckar durchpusten zu lassen als in den vergangenen Jahren. Die Mannschaften hielten tapfer durch – ist ja schlie├člich ein Wassersport und nass wird man dabei allemal.

Lediglich im Bereich der „Trib├╝ne“ am Landessteeg waren Freunde und Familien zuhauf vertreten und bei einem Schauer r├╝ckte man unter dem Bootsanleger-Denkmal einfach ein bisschen zusammen.

Das Publikum war freundlich interessiert, die Party-Stimmung kam eher von den verschiedenen Gruppen, die sich in ihren Verkleidungen lautstartk pr├Ąsentierten. Es gab immer wieder „Voice-Battles“ zwischen den einzelnen Mannschaften, freundlich friedliches „Gefrotzel“.

Am Abend kamen mehr G├Ąste, vor allem j├╝ngere – obwohl die Wetteraussichten immer noch nicht gut standen. Daf├╝r stand die Beachparty auf dem Programm.

Die Frage ist, wie sich das Drachenbootrennen weiter entwickelt. Wenn es mehr und mehr Party wird, als ein breitensportliches Ereignis zu sein, wird es in der Zukunft sehr viel Druck geben. Schon in den vergangenen Jahren haben die Anwohner ├╝ber die L├Ąrmbel├Ąstigung geklagt. Dieses Jahr sollten neu ausgerichtete Boxen f├╝r weniger L├Ąrm sorgen. Man wird sehen, wie die Reaktionen von Uferbewohnern und von der Seite Edingen-Neckarhausens sein werden.

Mindestens problematisch ist die Entwicklung zum Sauffest f├╝r Jugendliche – bereits nach 21 Uhr war ein Gro├čteil der sehr vielen Jugendlichen nicht mehr n├╝chtern. Die Polizei war mit vierzehn zus├Ątzlichen Beamten im Einsatz und hatte gut zu tun.

Haufen von Flaschen, Glasscherben und sonstiger Dreck sind keine „sch├Âne“ Begleiterscheinung des Drachenbootrennens. Hier ist der Verein aufgerufen zu handeln, um den sportlichen Geist hoch zu halten und nicht das Image einer Saufparty zu verfestigen.

Viel Freude mit den Fotos:
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Kost├╝mwettbewerb beim Drachenbootrennen 2012

Zwei Haasen holen sich den Drachen

S├╝├če Bommel, stramme L├Ąufe. Die Zwei Haasen machten das Rennen im Kost├╝mwettbewerb.

 

Ladenburg, 15. Juli 2012. (red) Lags an den Bommeln, an den langen Ohren, der guten Laune oder den feschen Beinen? An was auch immer – die „Zwei Haasen“ haben sich den Drachenpokal im Kost├╝mwettbewerb geholt. Vor den Rohrzwergen und den Dragon Flies – im sportlichen Wettkampf spielten alle drei Mannschaften keine Rolle, aus, dass man mitmachte.

Beim Spa├čteil des 8. Drachenbootrennens geht es um gute Laune, verr├╝ckte Kost├╝me und pfiffige Ideen. Die Mannschaften w├Ąhlen sich untereinander und wie so oft, sind die „verr├╝cktesten“ Mannschaften im sportlichen Teil doch eher „unauff├Ąllig“ irgendwo auf den hinteren Pl├Ątzen.

In Ladenburg gibt es mit dem Drachenbootrennen jedenfalls die sechste Jahreszeit – Fasching war gestern. Passend zum Wetter h├Ątten sicher Frosch- oder Regenwurmkost├╝me einen vorderen Platz machen k├Ânnen – so wurden es die „Zwei Haasen“. Die Bommeln waren aber auch zu s├╝├č.

Viel Freude mit den Fotos:
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Sibirische Kaltwetterfront hat den Neckar im Eisgriff

Rien ne va plus ÔÇô Schifffahrt auf dem unteren Neckar praktisch nicht mehr m├Âglich

Einen wunderbaren Anblick bietet der gefrorene Neckar den Bewohnern Heidelbergs. Bild: WSV Heidelberg

 

Heidelberg/Rhein-Neckar, 13. Februar 2012. (red/pm) Der Schiffverkehr auf dem Neckar ist durch die Eisbildung zum Erliegen gekommen. Die Eisbrecher arbeiten unerm├╝dlich, frei gebrochene Fahrrinnen frieren aber binnen Stunden wieder zu. Wann die Schifffahrt wieder aufgenommen werden kann ist bislang unklar.

Information des Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg:

„Aufgrund der weiterhin niedrigen Temperaturen und der damit verbundenen Eisbildung an den Schleusenanlagen zwischen Mannheim und dem Hafen Heilbronn ist nun die Schifffahrt auf dem unteren Neckar zum Erliegen gekommen. Am Abend des 10. Februar wurde gegen 21.30 Uhr der letzte sich noch in Fahrt befindliche Kohlefrachter an der letzten Schleuse vor dem Hafen Heilbronn geschleust.

ÔÇ×Die Schiffe, die derzeit keine M├Âglichkeit haben weiterzukommen, sei es nun zu Tal in Richtung Rhein oder zu Berg in Richtung Heilbronn, bleiben an den Schleusen entlang des Neckars verteilt liegen und warten nun auf die Wiederaufnahme des SchleusenbetriebesÔÇť berichtet Marc Lerch, Leiter des Schifffahrtsb├╝ros im Wasser- und Schifffahrtsamt Heidelberg. Lerch weiter:

Seit gestern Abend sind 10 weitere Frachtschiffe an der ersten Neckarschleuse in Mannheim-Feudenheim angekommen. F├╝r sie ist nun auch erst einmal kein Weiterkommen m├Âglich. Einige Schiffe fahren erst gar nicht in den Neckar rein, sondern warten am Rheinkai in Mannheim auf die Weiterfahrt, da sie so nicht ins bis zu 10 cm dicke Eis im unteren Vorhafen in Feudenheim fahren m├╝ssen.

Die Eisbek├Ąmpfung geht unterdessen vor den Wehranlagen weiter. Am Abend des 10. Februar konnte der Eisbrecher ÔÇ×BrohlÔÇť des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bingen mit einer Notschleusung die Eingangsschleuse in Feudenheim passieren.

Gegen 2.00 Uhr nachts kam er in Neckarsteinach an, wo am darauffolgenden Morgen Treibstoff f├╝r seine Weiterfahrt gebunkert wurde. Zwischenzeitlich hat die ÔÇ×Brohl“ ihre Position vor dem Wehr in Rockenau bezogen, wo sie die Eisdecke bricht.

Aktuell ist es gelungen vor den Wehranlagen von Ladenburg bis Neckarsteinach offenes Wasser herzustellen. An den Wehren Hirschhorn und Rockenau stellt es sich schwieriger dar.

Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Heidelberg, J├Ârg Huber, erl├Ąutert die ergriffenen Ma├čnahmen zu Eisbek├Ąmpfung:

Morgen fr├╝h werden die frei gebrochenen Bereiche zwar wieder zugefrohren sein, allerdings bleibt die Eisdicke gering, so dass das erneute Aufbrechen noch m├Âglich ist. H├Ątten wir bislang nicht jeden Tag das Eis vor unseren Wehren gebrochen, w├Ąren mit Sicherheit aufgrund von Eisversatz Eisdicken bis zu 30 cm entstanden, die dann nicht mehr mit den uns zur Verf├╝gung stehenden Mitteln zu brechen sind

Huber weiter:

Wir hoffen auf w├Ąrmere Temperaturen n├Ąchste Woche, um schnellstm├Âglich wieder Normalbetrieb am untern Neckar zu haben. Wann die Schifffahrt wieder m├Âglich sein wird, kann derzeit nicht abgesch├Ątzt werden.

Bei so viel Eis ist selbst f├╝r die Eisbrecher kein leichtes Durchkommen mehr.

Auch am Sonntag l├Ąuft die Eisbek├Ąmpfung energisch weiter

ÔÇ×Es ist gar nicht so einfach den ├ťberblick zu behaltenÔÇť sagt R├╝diger Englert, der stellvertretende Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Heidelberg. Englert weiter:

Um die Eisbek├Ąmpfung wirksam zu koordinieren, m├╝ssen zw├Âlf Staustufen und die zugeh├Ârigen Bauwerke und Streckenabschnitte im Blick gehalten werden. Dabei kann dann die Lage in den Schleusenkammern eine andere sein als in den Vorh├Ąfen. Wieder anders sieht es dann manchmal an den Wehren aus und auch auf der freien Flusstrecke wechselt die Eislage mitunter. Und neben den Witterungsverh├Ąltnissen sorgen die als Eisbrecher eingesetzten Fahrzeuge f├╝r eine stetige Ver├Ąnderung der Lage.

So kann man diese Lage am unteren Neckar zwischen Mannheim Feudenheim und Heilbronn zusammenfassen:

Auf der Strecke sind immer noch ein erheblicher Teil der Schleusenkammern wegen der Vereisung au├čer Betrieb. Gerade die Schleusen Feudenheim und Heilbronn – sozusagen die Tore in den Heidelberger Amtsbereich – m├╝ssen wegen k├Ąltebedingter St├Ârungen und zur Vermeidung weiterer massiver eisbedingter Sch├Ąden geschlossen bleiben.

In den Vorh├Ąfen und vor den Wehren l├Ąuft unterdessen der Eisbrechereinsatz st├Ąndig weiter. Durch den Eisaufbruch und die Eisabfuhr ins Unterwasser konnten die Wehrbereiche und die oberen Vorh├Ąfen weitgehend eisfrei gehalten werden.

Auf den freien Strecken – gerade in den Odenwaldbereich hinein – sind die Eisst├Ąrken auf gro├čen und durchgehenden Fl├Ąchen aber inzwischen so gewachsen, dass auch die schweren eisbrechenden Fahrzeuge teilweise an ihre Grenzen kommen.

Neben den Fahrzeugbesatzungen waren auch viele weitere Bedienstete des Amtes am Sonntag unterwegs, ob Bauhofspersonal zur St├Ârungsbeseitigung oder Streckenarbeiter bei der Anlagensicherung. Auch der Leitungsbereich des Amtes und der Au├čenbezirke stehen zur Einsatzkoordinierung in st├Ąndigem Kontakt.

Gleichzeitig warten rund 30 betroffene Schiffer im Neckar, sowie etwa 20 vor der Eingangsschleuse Feudenheim buchst├Ąblich auf besseres Wetter. Nach den vorliegenden Anmeldungen befinden sich wohl insgesamt 30 weitere G├╝terschiffe in der Ann├Ąherung an den Neckar.

Gef├Ąhrliche Spazierg├Ąnge auf dem Eis

Au├čer dem anstrengenden Eiseinsatz und der Behinderung der Schifffahrt bereitet den WSA-Vertetern das in den letzten Tagen zunehmende Betreten der Eisfl├Ąchen durch Fu├čg├Ąnger gro├če Sorge.

So warnt der Schleusenbedienstete in Feudenheim:

Wenn wir den Leuten auch auf der freien Strecke das Spazierengehen auf dem Eis nicht verbieten k├Ânnen, so ist davon doch st├Ąrkstens abzuraten. Gerade das Betreten der vorher einmal aufgebrochenen Fl├Ąchen oder von Eisfeldern im Anlagenbereich ist lebensgef├Ąhrlich. Was oberfl├Ąchlich stabil wirkt, kann noch nicht wieder ausreichend gefroren sein. Und auch die Str├Âmungen unter den Eisfl├Ąchen k├Ânnen die Eisdecke so schw├Ąchen, dass Personen ohne Vorwarnung einbrechen.

Nach bisheriger Einsch├Ątzung d├╝rfte die Eislage den Neckar noch am Wochenanfang beherrschen. Die Schifffahrt und das WSA hoffen aber auf den zur n├Ąchsten Wochenmitte gemeldeten Temperaturanstieg.“