Montag, 20. November 2017

GĂ€rten an der Bergstraße beispielhaft im Land

Land zeichnet SchulgÀrten in der Region aus

Rhein-Neckar, 11. August 2014. (red/pm) Die Landesregierung zeichnete im Rahmen der Schulgarteninitiative „Lernen fĂŒr die Zukunft – GĂ€rtnern macht Schule“ vier SchulgĂ€rten aus. [Weiterlesen…]

28. Oktober bis 03. November 2013

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 28. Oktober bis 03. November 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im MenĂŒ Nachbarschaft im MenĂŒ “Termine”. [Weiterlesen…]

Ausbau geht voran

RĂ€ume der Bachstation sollen bis Herbst fertig sein

Zwei RĂ€ume werden ab Herbst fĂŒr Seminare und "Forschungen" zur VerfĂŒgung stehen.

 

Ladenburg, 09. Mai 2012. (red) Der Ladenburger BUND-Vorsitzende Alexander Spangenberg ist zufrieden. Gut 12.000 Euro werden aktuell in die Bachstation investiert. Zwei RĂ€ume werden bis Herbst fertig sein und können dann fĂŒr Seminare und andere Veranstaltungen genutzt werden.

Von Hardy Prothmann

Das Kleinod „Bachstation“ am Zusammenfluss von Humpelsgraben und Loosgraben entwickelt sich weiter. Das frĂŒher von der Landwirtschaft zur „Begasung“ von Pflanzen genutzte GebĂ€ude wird deutlich aufgewertet. Durch Spenden und einen gelddotierten Preis der SAP sind rund 18.000 Euro auf dem Konto, davon werden 12.000 Euro investiert.

Das GebĂ€ude ist schon von Gutachtern untersucht worden, ob Belastungen in der frĂŒheren „Gasstation“ festzustellen sind. Alexander Spangenberg gibt Entwarnung:

TatsĂ€chlich ist das GebĂ€ude nicht belastet – das Mauerwerk war sehr gut abgedichtet.

Der Architekt JĂŒrgen Borkowski ĂŒbernimmt ehrenamtlich die Planung. Im Erdgeschoss des GebĂ€udes an der Heidelberger Straße werden zwei RĂ€ume ausgestaltet, das bislang offene Dach soll versteift und spĂ€ter fĂŒr ein „Strohlager“ ausgebaut werden.

Im Erdgeschoss können Kinder kĂŒnftig mit Mikroskopen arbeiten und die Umwelt entdecken. Rund 1.000 Kinder kommen jĂ€hrlich zur Bachstation, um hier Natur hautnah erleben zu können. Sehr spannend ist sicher auch ein Abenteuer-Baumhaus, das eine Gruppe von 15 Kinder im Alter zwischen acht und vierzehn Jahren unter Anleitung von Schreiner Johannes Ehrismann am Bach gebaut haben.

Neu dabei ist der Ilvesheimer Mario Kuhn, der ĂŒber das Job-Center an die Bachstation vermittelt worden ist und zunĂ€chst fĂŒr sechs Monate 30 Stunden die Woche vor Ort arbeitet und damit Alexander Spangenberg entlastet.

Das Gras auf der Wiese hinter der Bachstation wÀchst mittlerweile hoch:

Das soll auch so sein, denn hier finden BodenbrĂŒter NistplĂ€tze, die auf Feldern immer weniger werden und zudem oft Todesfallen, wenn die Erntemaschinen zum Einsatz kommen.

Im Herbst kommen die Schafe dann wieder zurĂŒck, die gerade im „Mutterschaftsurlaub“ sind – FrĂŒhjahr ist LĂ€mmerzeit:

Die brauchen dann vier Wochen und die Wiese ist gemÀht.

Das neue, begehbare Insektenhotel.

 

"Seltsame Flaschen" im Bereich Kandelbach in Ladenburg

Entwicklung von innovativen Lockstofffallen

Im Labor wird fleissig an den neuen Lockstofffallen geforscht.

 

Dossenheim/Ladenburg/Rhein-Neckar, 02. Mai 2012. (red/jt) Am Schriesheimer Fußweg in Ladenburg hĂ€ngen bereits seit einiger Zeit „seltsame Flaschen“ in den BĂ€umen. Hinter den „Flaschen“ steckt ein interessantes Forschungsprojekt des nahegelegenen Julius KĂŒhn-Instituts. Es handelt sich dabei um die Prototypen neuartiger Lockstofffallen.

Von Jörg Theobald

Am Julius KĂŒhn-Institut in Dossenheim wird seit dem Herbst 2011 im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Entwicklung von neuartigen Lockstofffallen gearbeitet. Manch einer wird sich ĂŒber die „seltsamen Flaschen“ in den BĂ€umen im Bereich des Kandelbachs in Ladenburg schon gewundert haben.

Laut Dr. JĂŒrgen Gross, Leiter des Fachgebiets Chemische Ökologie, wurden diese Lockstofffallen in einem Umkreis von 10 Kilometern aufgehĂ€ngt. Gross sagt dazu:

Mit dem Forschungsprojekt wollen wir das Wanderverhalten verschiedener Battfloharten wie dem Birnblattsauger untersuchen. Die Insekten ĂŒberwintern oft auf NadelbĂ€umen, also hier in der Region vermutlich im Odenwald, und fliegen dann im FrĂŒhling hinunter in die Ebene. Dort vermehren sie sich dann und kehren spĂ€ter in ihr Winterquartier zurĂŒck.

Friederike Lang forscht im Zuge ihrer Masterarbeit im JKI. UnterstĂŒtzt wird sie dabei von Dr. JĂŒrgen Gross, dem Leiter des Fachbereichs

Die Studentin Friederike Lang von der Fachhochschule Geisenheim fĂŒhrt das Forschungsprojekt im Rahmen ihrer Masterarbeit durch. Betreut wird sie dabei von Dr. Gross und seiner Mitarbeiterin Dr. Astrid Eben.

Noch bis in den Sommer will man in dem Institut erforschen, welche Wanderwege die Blattflöhe nehmen und anhand welcher Duftstoffe sie sich orientieren.

Die Tiere kommunizieren untereinander mit Geschlechtspheromonen, ihre Wirtspflanzen finden sie ebenfalls anhand von Duftstoffen. Schafft man es, einen Stoff kĂŒnstlich herzustellen, der fĂŒr die Tiere interessant ist, hat man noch nicht zwangslĂ€ufig eine funktionierende Falle.

Solche Duftstofffallen mĂŒssen natĂŒrlich eine sehr hohe AttraktivitĂ€t fĂŒr die Tiere haben. Aber nicht alles, was im Labor funktioniert, ist dann auch in der Natur erfolgreich.

Ausserhalb der sterilen Laborumgebung gibt es neben den kĂŒnstlichen Duftstoffen eine Vielzahl anderer Duft- und Botenstoffe. Hinzu kommen Chemiekalien, Abgase, Faktoren wie Regen, Windströmungen und dergleichen mehr.

MillionenschÀden durch Insekten

Durch die SchĂ€dlinge werden Pflanzenkrankheiten, sogenannte Phytoplasmosen ĂŒbertragen. Durch diese Krankheiten entstehen im Obstbau jedes Jahr MillionenschĂ€den.

Eine direkte BekĂ€mpfung der auslösenden Bakterien, den Phytoplasmen, ist nicht möglich. Deswegen ist aktuell noch der breitflĂ€chige Einsatz von Insektiziden im gewerblichen Obstbau ĂŒblich.

Langfristig will das Institut schÀdlingsspezifische Lockstofffallen entwickeln, um so umweltfreundlichere BekÀmpfungsmethoden zu entwickeln.

Wenn uns das gelingt, dann können wir ein Monitoring durchfĂŒhren. Anhand der Anzahl der gefangenen SchĂ€dlinge können wir genau sehen, wann sie sich wohin bewegen. Wenn man genau weiß, wann die Tiere kommen, kann ein gezielter Insektizideinsatz erfolgen.

Möglicherweise kann man die Insekten mit den zu entwickelnden Fallen auch gezielt abfangen, so dass gar kein Insektizid mehr notwendig ist.

Fördergelder und Patente

Das Julius KĂŒhn-Institut versteckt sich in einem unauffĂ€lligen GebĂ€ude mitten zwischen Wiesen und Feldern.

Verdienen wird das Julius KĂŒhn-Institut an den Ergebnissen der Forschung nicht. Lediglich die entstandenen Kosten dĂŒrfe man so wieder hereinholen. Als Bundesforschungsinstitut dĂŒrfe man keine Gewinne erzielen, so Gross.

Wie hoch die Kosten fĂŒr das Institut sind, lĂ€sst sich laut Gross nicht genau beziffern. Dadurch, dass das Projekt von der Studentin Friederike Lang gefĂŒhrt wird und man die Fallen zu großen Teilen selbst herstellt, lassen sich aber einige Kosten sparen.

FĂŒr die Arbeit bekommt das Institut Fördergelder von der Bundesanstalt fĂŒr Landwirtschaft und ErnĂ€hrung (BLE), dem Bundesministerium fĂŒr Wirtschaft und Technologie (BMWi) und dem Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Zudem arbeitet man mit der Firma Insect Services GmbH aus Berlin zusammen.

Sollten aus der Forschung irgendwann Patente hervorgehen, gehen die daraus resultierenden Gewinne wahrscheinlich zu unterschiedlichen Teilen an die Firma Insect Services und den Bund.

Information:

Wer sich fĂŒr die Arbeit des Julius KĂŒhn-Instituts interessiert kann sich am 30. Juni 2012 beim Tag der offenen TĂŒr vor Ort selbst ein Bild machen. Von 11:00 Uhr bis 18:00 Uhr stehen die Mitarbeiter interessierten Besuchern Rede und Antwort.

Nehmen Sie die VogelfĂŒtterung wieder auf, damit es keinen stummen FrĂŒhling gibt


Das Usutu-Virus hat der Amsel schwer zu schaffen gemacht.

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 29. Oktober 2011. Dem Heddesheimer Vogel-Experten Kurt Klemm wurden allein in diesem Sommer rund 300 tote Amseln gemeldet, die vermutlich ĂŒberwiegend durch das Usutu-Virus eingegangen sind. Deshalb hatte der VogelschĂŒtzer im Sommer dazu aufgefordert, keine Vögel zu fĂŒttern, um eine gegenseitige Infektion an Futterstellen zu vermeiden. FinkenbestĂ€nde wurden durch einen Einzeller dezimiert.
Die Vögel, die durchgehalten haben und ĂŒberwintern, dĂŒrften infektionsfrei sein, denn der HauptĂŒbertrĂ€ger, die StechmĂŒcke, fĂ€llt als ÜbertrĂ€ger aus. Deshalb ruft Kurt Klemm zur VogelfĂŒtterung ĂŒber den Winter auf, denn viele Vögel finden in der freien Natur lĂ€ngst nicht mehr genug Nahrung.

Von Kurt Klemm

Der Tod vieler drosselartiger Vögel, zu der auch die Amsel gehört, hat alle Vogelfreunde tief erschĂŒttert. Kaum ein melodischer Gesang war in der Natur, vom Sommer bis jetzt, zu hören. Beim morgendlichen Gang durch den Garten herrschte eine gespenstige Ruhe, so dass ein stummer FrĂŒhling im kommenden Jahr nicht auszuschließen ist. Schuld daran ist das Usutu-Virus.

Das Usutu Virus, stammt aus Afrika und verdankt seinen Namen einem Fluss in „Swasiland“. Das Virus kann vermutlich durch infizierte Zugvögel oder durch StechmĂŒcken nach Europa gekommen sein. Nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts fĂŒr Tropenmedizin (BNI) in Hamburg wurde der Erreger bei einem Schnelltest bei einer Amsel aus Birkenau (Hessen) nachgewiesen. „Wenige Tage danach ist das Virus bei vier Amseln in Mannheim sowie in Dossenheim in Baden-WĂŒrttemberg entdeckt worden, dies bestĂ€tigte das Friedrich-Loeffler-Institut“, laut Wikipedia. „Betroffen sind auch Sperlinge und Eulen.“

Nach den Verlustmeldunge,n die ich alleine aus dem Rhein-Neckar-Kreis erhielt, wurden mehr als 300 tote Amseln aufgefunden.

Aber die aufgefundenen toten Vögel, sind nur die Spitze des Eisberges, da sich die meisten erkrankten Tiere instinktmĂ€ĂŸig im GebĂŒsch verkriechen, so dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist. Wie hoch genau, das werden wir erst in den nĂ€chsten Jahren erfahren. Es ist offen, inwieweit sich die VogelbestĂ€nde davon erholen werden.

Auch in unseren NachbarlĂ€nder, Österreich (2001-2002), Schweiz (2006), Ungarn (2008) und Italien (2009) hat es in den vergangenen Jahren ein Massensterben unter den Amseln gegeben. Der BNI-Virologe Jonas Schmidt-Chanasit Leiter der virologischen Diagnostik, hat daher wenig gute Nachrichten: „So ein Vogelsterben kann mehrere Jahre andauern, bis die Tiere immun sind.“

Das Virus kann auch auf den Menschen ĂŒbertragen werden, so wie es 2009 in Italien erstmals der Fall war. In Deutschland ist bisher kein ĂŒbergreifen auf den Menschen festgestellt worden.

Bei den Singvögeln und hier hauptsĂ€chlich bei den GrĂŒnfinken grassierte ein Einzeller namens „Trichomonas gallinae“ und fĂŒhrte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin zu großen Verlusten. Dieser Erreger, der von Tauben ĂŒbertragen wird, hat in diesem Jahr auch bei uns in Nordbaden neben den drosselartigen Vögeln, besonders bei unseren Finken große BestĂ€nde vernichtet.

Da beim Usutu-Virus der HauptĂŒbertrĂ€ger StechmĂŒcken sind, dĂŒrfen die Tierliebhaber ihre gefiederten Freunde wieder fĂŒttern, da vom Futterhaus keine Gefahr mehr ausgeht.

Zur Person:
Kurt Klemm ist Heddesheimer und anerkannter VogelschĂŒtzer. Der MitgrĂŒnder des Heddesheimer Vogelparks und Mitglied der Vogelfreunde setzt sich darĂŒber hinaus intensiv fĂŒr den Umwelt- und Naturschutz ein. Er ist Mitglied der Fraktion BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen im Heddesheimer Gemeinderat.

FĂŒr RĂŒckfragen steht Ihnen Kurt Klemm telefonisch zur VerfĂŒgung: 06203-9585824

PortrÀt Kurt Klemm

Höchste Auszeichnung: AZ-Naturschutzpreis fĂŒr die Heddesheimer Vogelfreunde

VDW-Naturschutzpreis fĂŒr Kurt Klemm