Sonntag, 19. November 2017

Viele Waffen, kaum Kontrollen: Drei Tote in Dossenheim, zwei in Eberbach, drei in Sinsheim und ein √ľberfordertes Landratsamt

Tödliches Risiko РSWR-Film kritisiert zu lasche Waffenkontrollen

Mannheim/Stuttgart/Rhein-Neckar, 23, Juli 2013. (red) Der Amoklauf in Dossenheim, das Beziehungsdrama in Eberbach, drei Tote in Sinsheim ‚Äď alle Taten wurden mit legalen Schusswaffen ausge√ľbt. Insbesondere die Gr√ľnen kritisierten zu lasche Kontrollen, sind jetzt aber selbst am Ruder und die Kontrollen bleiben lasch. Der SWR-Autor Claus Hanischd√∂rfer zeigt eine √ľberforderte Beh√∂rde, traumatisierte Opfer und stellt viele Fragen, auf die es wenn, dann oft nur unzureichende oder fassungslos machende Antworten gibt. Klar ist: Waffen sind nicht nur Sport-, sondern auch T√∂tungsger√§te. Bessere Kontrollen k√∂nnten mehr Schutz bieten – bis dahin bleibt ein t√∂dliches Risiko. Filmtipp heute Abend, 20:15 Uhr, SWR-Fernsehen. [Weiterlesen…]

Gr√ľne rufen zur freiwilligen Abgabe von Waffen auf

Rhein-Neckar, 12. M√§rz 2014. (red/pm) Der Mord in Birkenau ist noch kein Jahr her. Gut ein Jahr ist der Doppelmord von Eberbach her. In Dossenheim gab es im vergangenen Sommer drei Tote bei einer Schie√üerei. Damit sich Bluttaten, wie auch der Amoklauf in Winnenden nicht wiederholen, rufen die Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl und Charlotte Schneidewind-Hartnagel (B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen) zur freiwilligen Abgabe von Waffen auf. [Weiterlesen…]

Vermutlich Gewaltverbrechen

50-Jährige tot in Wohnung gefunden

Speyer/Rhein-Neckar, 18. Februar 2014. (red/pol) In Speyer ist heute eine 50-j√§hrige Frau tot in ihrer Wohnung vom Lebensgef√§hrten aufgefunden worden. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal geht von einem Gewaltverbrechen aus. Aus ermittlungstaktischen Gr√ľnden gibt es bislang kaum Informationen. [Weiterlesen…]

Beim NSU-Prozess wird auch der Journalismus verhandelt werden

Täter, Opfer, Verhandlung, Berichterstattung

Beate Zschäpe (38) ist die Hauptangeklagte im "NSU-Prozess". Quelle: BKA

Beate Zsch√§pe (38) ist die Hauptangeklagte im „NSU-Prozess“. Quelle: BKA

Rhein-Neckar, 06. Mai 2013. (red/pro) Heute beginnt der Prozess gegen Beate Zsch√§pe sowie vier weitere Mitangeklagte vor dem Oberlandesgericht M√ľnchen. Der „NSU-Prozess“ hat gigantische Dimensionen, was die Zahl der Opfer und Nebenkl√§ger, die Anklageschrift, die Zeugen oder die Zahl der Verhandlungstage angeht. Und vor allem das Interesse der Medien. Vor Gericht wird nicht √ľber den Journalismus verhandelt werden – aber jeder von uns wird sich ein Urteil √ľber die Berichterstattung der Medien machen. Zwangsl√§ufig – denn die vertreten die √Ėffentlichkeit im Gericht. [Weiterlesen…]

Lilo Beil und Hubert Bär lesen aus ihren neuen Kriminalromanen.

Mord(s)duett

Ladenburg, 27. Februar 2013. (red/pm) Spannung im Doppelpack: Die Tierkrimi-Autorin Lilo Beil und der Kriminalautor Hubert Bär lesen am Donnerstag, den 07. März in der Stadtbibliothek Ladenburg aus ihren neuen Romanen. Gemeinsame Veranstalter des Abends sind das Kreisarchiv des Rhein-Neckar-Kreises und die Stadtbibliothek Ladenburg.

Information der Stadtbibliothek Ladenburg:

„In ihrem neuen Buch „Mord auf vier Pfoten“ erz√§hlt Lilo Beil in 22 tierischen Kurzgeschichten, was alles passieren kann, wenn aus harmlosen Haustieren handelnde „Personen“ werden. [Weiterlesen…]

Landtagsabgeordneter Uli Sckerl kritisiert Waffenbesitz und -gesetze

Doppelmord in Eberbach: „Das sind zwei Tote zuviel“

Rhein-Neckar/Eberbach, 08. Januar 2013. (red/pro) Der gr√ľne Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl zeigt sich wie alle Menschen tief betroffen vom Doppelmord in Eberbach, bei dem ein Lehrer und Stadtrat sowie seine Ehefrau, eine Kinder√§rztin am vergangenen Freitag erschossen im Wohnhaus aufgefunden worden sind. Der innenpolitische Sprecher der Fraktion B√ľndnis90/Die Gr√ľnen im Stuttgarter Landtag √§u√üert sich im Exklusiv-Interview angesichts der Bluttat kritisch gegen√ľber dem deutschen Waffenrecht und dem Besitz von Waffen.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Sckerl, zwei Menschen sind kaltbl√ľtig im beschaulichen Eberbach umgebracht worden. Die beschauliche Stadt im Odenwald trauert um die Eheleute, zwei engagierte, beliebte und friedliche Mitb√ľrger, die, wie nun feststeht, bereits in der Nacht zum 2. Januar gezielt vom Ex-Freund der Frau erschossen worden sind. Der zweij√§hrige Enkel √ľberlebte vermutlich nur durch Zufall. Wie haben Sie das aufgenommen?

Der Jurist Hans-Ulrich Sckerl ist Landtagsabgeordneter f√ľr den Wahlkreis 39 Weinheim und innenpolitischer Sprecher von B√ľndnis90/Die Gr√ľnen. Er fordert seit Jahren mehr Kontrollen und ein sch√§rferes Waffengesetz. Fot0: privat

Hans-Ulrich Sckerl: Mit Entsetzen wie wohl alle Menschen im Land. Das ist einfach furchtbar. Ich hoffe vor allem f√ľr die Tochter, das Enkelkind und die gesamte Familie, dass sie dieses traumatische Erlebnis irgendwie verarbeiten k√∂nnen.

Sie haben bereits vor drei Jahren in einem Interview mit unserer Redaktion eine verst√§rkte Waffenkontrolle gefordert – jetzt sind die Gr√ľnen an der Macht. Wann kommen die st√§rkeren Kontrollen?

Sckerl: Die sind bereits auf den Weg gebracht, aber es muss noch besser werden. Das Innenministerium hat seit 2011 die Kontrolldichte erhöht und es gibt vermehrt unangemeldete Kontrollen, ob Waffen legal besessen werden und sachgerecht aufbewahrt werden. Aber die unteren Waffenbehörden sind personell zu schwach besetzt und die Kontrollen sind nur ein Teil der Lösung auf dem Weg zu weniger Waffen. Noch wichtiger wäre, das Waffengesetz zu verschärfen. Doch das ist nicht Länder- sondern Bundessache.

„Waffen sollten √ľberhaupt nicht privat aufbewahrt werden d√ľrfen“

Was sollte da geändert werden?

Sckerl: Grunds√§tzlich sind wir gegen den privaten Besitz gro√ükalibriger Waffen. In jedem Fall muss die Aufbewahrung bei allen privaten Waffen neu geregelt werden. Mir w√§re am liebsten, dass Waffen √ľberhaupt nicht privat aufbewahrt werden d√ľrfen, aber das ist sehr schwierig umzusetzen. Auf jeden Fall aber sollten Waffen und Munition getrennt aufbewahrt werden, damit der unmittelbare Zugang deutlich erschwert wird.

Was ist daran schwierig?

Sckerl: Ein Beispiel sind J√§ger, das habe ich lernen m√ľssen. Wenn die einem verletzten Unfalltier den Gnadenschuss geben, h√§ufig nachts, irgendwo im Wald, brauchen die eine Waffe und Munition daf√ľr. Bei einem Sportsch√ľtzen kann ich aber keinen einzigen Grund erkennen, warum Waffen und Munition nicht getrennt aufbewahrt werden sollten.

Das wird die Sportsch√ľtzen nicht freuen.

Sckerl: Ich habe √ľberhaupt nichts gegen Sportsch√ľtzen und will auch nicht, dass sie diesen Sport nicht mehr betreiben k√∂nnen. Aber es gibt zu viele F√§lle, bei denen Menschen durch Waffen von Sportsch√ľtzen umgekommen sind, Erfurt und Winnenden sind besonders dramatische Beispiele.

Die Menschen in Eberbach waren fassungslos. Zun√§chst wusste niemand, warum der Lehrer und die Kinder√§rztin sterben mussten. Die Ermittlungsbeh√∂rden fanden heraus, dass der Exfreund der √Ąrztin vermutlich aus verzweifelten Motiven handelte. Als Sportsch√ľtze hatte er gro√ükalibrige Waffen, die auch das Milit√§r benutzt. Mit einer Pistole erschoss der ge√ľbte Sch√ľtze das Ehepaar kaltbl√ľtig. Beide traf er ins Herz, bei der Frau setzte er einen Nachschuss in den Kopf an.

 

„Hier steht Gesch√§ft gegen ein Recht auf Sicherheit der B√ľrger.“

Warum verschärft die Bundesregierung das Waffengesetz Ihrer Meinung nach nicht?

Sckerl: Da ist eine m√§chtige Lobby am Werk, der es um’s Gesch√§ft geht. Mit Waffen l√§sst sich eben nicht nur in Amerika viel Geld verdienen ‚Äď letztlich auf Kosten der Sicherheit der Bev√∂lkerung. Die Menschen haben ein Recht auf Sicherheit und das wird durch das aktuelle Waffengesetz, eine vielerorts zu lasche Handhabung und durch viele Vollzugsdefizite verletzt.

Was können Sie unternehmen?

Sckerl: Mit dem Innenminister herrscht Einigkeit dar√ľber, dass wir eine Bundesratsinitiative zur Eind√§mmung des privaten Waffenbesitzes einbringen wollen. Aber daf√ľr brauchen wir Verb√ľndete, damit das zum Tragen kommt. Das ist harte √úberzeugungsarbeit gefragt, damit wir an den aktuellen Zust√§nden was √§ndern k√∂nnen.

Was sollte ein neues Waffengesetz regeln?

Sckerl: Wie gesagt, halte ich eine Trennung von Waffen und Munition f√ľr wichtig. Wie man das regelt, muss halt verhandelt werden. Weiter w√ľnsche ich mir eine regelm√§√üigere und strengere Eignungspr√ľfung, ob der Betreffende zum Waffenbesitz auch f√§hig ist. Da viele Menschen zahlreiche Waffen und hohe Mengen an Munition zu Hause lagern, muss der Bedarf sehr kritisch auf den Pr√ľfstand. Bei jemandem, der nicht ernsthaft und pflichtbewusst seinem Sport nachgeht, muss angeordnet werden k√∂nnen, dass er die Waffen abzugeben hat.

„Der Doppemord zeigt alarmierend, dass hier Handlungsbedarf besteht.“

Der Doppelm√∂rder von Eberbach ist 2004 Mitglied in einem Sch√ľtzenverein geworden und ist regelm√§√üig zum Schie√ütraining gegangen.

Sckerl: Das zeigt, dass auch die psychologische Verfassung eines Menschen einen einmal erteilten legalen Waffenbesitz sehr problematisch machen kann. Hier wird zu untersuchen sein, welche √úberpr√ľfungen des Waffenbesitzes es seit 2004 gab, ob eine √úberpr√ľfung der Eignung stattgefunden hat. Im aktuellen Eberbacher Fall war der T√§ter wohl in einer psychisch sehr labilen Verfassung. Gleichzeitig war er ein trainierter Leistungssch√ľtze. So jemand darf aber gar keine Waffe besitzen.

Der Sportsch√ľtze verwendete f√ľr seinen Doppelmord ein deutsches Fabrikat, eine SIG Sauer 9 Millimeter. Die Pistole ist selbstladend und wird vor allem vom Milit√§r eingesetzt. Abbildung √§hnlich. Quelle: Wikipedia, Rama, CC BY-SA 2.0 FR

Er hatte sieben Waffen und eintausend Schuss Munition sowie Jagd- und Kampfmesser.

Sckerl: Das zeigt doch in alarmierendem Umfang, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht. Wenn jemand so viele Waffen und diese riesige Menge Munition besitzt, dann hat das nach meiner Erfahrung nur noch wenig mit ‚Äěharmlosem Sport‚Äú, aber viel mit einem Waffennarr zu tun.

Der Täter hatte eine weitere Waffe und weitere Munition bei sich. Hätte es noch schlimmer können, wenn beispielsweise eine Polizeistreife ihn angehalten hätte?

Sckerl: Dar√ľber mag ich √ľberhaupt nicht spekulieren. Fest steht, zwei Menschen sind umgebracht worden. Die Familien trauern wie auch die gesamte Eberbacher B√ľrgerschaft um den Verlust dieser ehrbaren Menschen, die in ihrer Heimatstadt √§u√üerst beliebt waren. Angesichts dieser f√ľrchterlichen Trag√∂die will ich mich weiter daf√ľr einsetzen, dass die Menschen ihr Recht auf Sicherheit bekommen. Das Recht auf Waffen geh√∂rt nicht dazu.

Sieben Jahre Haft wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung

Heddesheim/Mannheim/Rhein-Neckar, 15. Februar 2012. (red/jt) Nach drei Prozesstagen fällte das Landgericht Mannheim sein Urteil im Falle des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in Heddesheim am 07. Juni 2011. Der Angeklagte Stefan H. wurde zu sieben Jahren Haft sowie zu 40.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt.

Das Sch√∂ffengericht unter dem Vorsitz von Richter Dr. Meinerzhagen sah es als erwiesen an, dass der Heddesheimer Stefan H. am 07. Juni 2011 kurz nach Mitternacht eine ehemalige Arbeitskollegin auf heimt√ľckische Weise mit einem Messer angegriffen habe. Ebenfalls als erwiesen erachtete das Gericht den Vorwurf des vors√§tzlichen T√∂tungsversuchs.

Beide arbeiteteten bei einer Ladenburger Gastronomie – die Frau hatte den Mann nach der Arbeit nach Hause gefahren, wo sie im Auto angegriffen worden ist. Der verurteilte Stefan H. verletzte die Frau unter anderem mit einer gut zehn Zentimeter langen Schnittwunde am Hals.

Das Landgericht Mannheim verk√ľndete bereits um 15:00 Uhr des dritten Prozesstages sein Urteil. Grund f√ľr den schnellen Prozessverlauf war unter anderem das vollst√§ndige Schuldeingest√§ndnis des Angeklagten.

Mit sieben Jahren Haft blieben die Richter nahe an dem Vorschlag der Verteidigung. Diese hatte f√ľr ein Strafma√ü von sechs Jahren und neun Monaten pl√§diert.

Das Urteil liegt zudem knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Diese verlangte ein Strafma√ü von acht Jahren. Die Vertreterin der Nebenklage hatte f√ľr eine Verurteilung von elf Jahren pl√§diert. Die Verteidigung bezeichnete diese Forderung in einer Verhandlungspause als „unversch√§mt“.

(Weiterer Bericht folgt)

 


 

Polizei fasst den geflohenen Straftäter Andrej Welz Рgroße Erleichterung


Rhein-Neckar, 09. Mai 2011 (red/pol) Die Polizei hat den fl√ľchtigen Straft√§ter (Mord/Vergewaltigung) Andrej Welz gefasst. Der aus einer Psychatrischen Klinik in Wiesloch entflohene H√§ftling kam auf einem vermutlich gestohlenen Fahrrad nur zw√∂lf Kilometer weit bis nach Zuzenhausen. Der Mann gilt als extrem gewaltbereit und wurde von einem Gro√üaufgebot der Polizei gesucht. Dabei kamen auch Hubschrauber, W√§rmebildkameras und Suchhunde zum Einsatz.

Von Hardy Prothmann

Der als „Taxim√∂rder“ bekannt gewordene Gewaltverbrecher Andrej Welz hatte im vergangenen Jahr eine Taxifahrerin in Hagnau am Bodensee erstochen und eine weitere Taxifahrerin mit einem Messer schwer verletzt und vergewaltigt.

Aus bislang unbekannten Gr√ľnden gelang dem Mann am 07. Mai 2011 gegen 10:30 Uhr die Flucht aus dem Psychiatrischen Zentrum Nordbaden in Wiesloch. Die Polizei fahndete mit einem Gro√üaufgebot nach dem als extrem gef√§hrlich eingestuften 29-j√§hrigen Mann.

Am vergangenen Abend fahndeten 40 Einsatzkr√§fte der Kriminalpolizei, der Schutzpolizei und drei Zielfahnder des Landeskriminalamts im Gebiet, „um den Fahnungsdruck zu erh√∂hen“, wie Uwe Ostertag, Polizeif√ľhrer vom Dienst auf Nachfrage sagte. Die Heidelberger Polizeidirektion wurde dabei von zehn Beamten des Mannheimer Polizeipr√§sidiums unterst√ľtzt.

Mit diesem Fahrrad war der entflohene Gewaltverbrecher unterwegs, bis in eine Zivilstreife stoppte. Bild: Polizei

Der „Druck“ wurde aber nicht durch erkennbare „Polizeipr√§senz“ erh√∂ht, sondern eher intern und gleichzeitig √∂ffentlich. Der als extrem gewaltbereit eingestufte Mann wurde nach seiner Flucht selbstverst√§ndlich in der Bev√∂lkerung als hohes Sicherheitsrisiko eingestuft. Der Sondereinsatz der Polizei sollte diese Bedrohung m√∂glichst schnell durch einen erfolgreichen Einsatz beenden.

Im Video erklärt Polizeisprecher Harald Kurzer die Fahnung. Wir zeigen exklusive Bilder vom Straftäter.

Dabei kamen auch Polizeihubschrauber mit W√§rmebildkameras zum Einsatz sowie Suchhunde. Gegen 22:30 Uhr fiel einer Zivilstreife ein Fahrradfahrer in der Horrenberger Stra√üe in Zuzenhausen auf: „Um diese Uhrzeit sind nicht mehr so viele Fahrradfahrer unterwegs“, sagte Polizeif√ľhrer Ostergag gegen√ľber unserer Redaktion. Als die Beamten den Mann verfolgten, zeigte er offensichtlich einen Fluchtimpuls und wurde durch das Polizeifahrzeug durch eine gezielte Kollission gestoppt.

Eine „kniffelige Angelegenheit“ mit hoher Verletzungsgefahr. Andrej Welz kam mit Sch√ľrfwunden davon. Zielfahnder, die mit dem Fall befasst waren, haben den Mann vor Ort identifiziert. Danach wurde er zu einer √§rztlichen Versorgung in eine Klinik nach Heidelberg verbracht und danach nach Wiesloch in das Psychiatrische Zentrum Nordbaden. „Er ist jetzt wieder in Gewahrsam“, sagte Herr Ostertag.

Ob bereits eine Vernehmung stattgefunden hat, konnte nicht beantwortet werden. Die Polizei hatte diverse Warnungen an die √Ėffentlichkeit gegeben – insbesondere an Taxi-Unternehmen.

In der Gegend wurden eine Reihe von Gartenhauseinbr√ľchen gemeldet. Ob Andrej Welz daf√ľr verantworlich ist, wird noch ermittelt. Ebenso, woher das vermutlich gestohlene Fahrrad stammt.

V√∂llig unklar ist bislang, wie der Straft√§ter entkommen und sogar die Fussfesseln entfernen konnte: „Auch das ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagte Polizeif√ľhrer Ostertag.

Soviel steht fest: Die Polizei hat ihre Fahndung erfolgreich beendet – aber das Psychiatrische Zentrum Nordbaden wird sich unangenehme Fragen gefallen lassen m√ľssen. Denn bislang gibt es von dieser Seite keine vern√ľnftige Erkl√§rung, wieso ein psychisch kranker Gewaltverbrecher allem Anschein nach relativ einfach ausbrechen konnte.

Nach Flucht gefasst: Andrej Welz. Bild: Polizei

Spekulationen diverser Medien, ob der H√§ftling „Hilfe“ hatte, d√ľrften sich als absurd erweisen. Die Fragen, wie ein als gef√§hrlich eingestufter Mann relativ einfach entkommen konnte, d√ľften aber sehr dringend sein.

Gemeinsame Mitteilung der Polizeidirektion Heidelberg und des LKA Baden-W√ľrttemberg:

„Zivilkr√§fte der Heidelberger Kriminalpolizei haben den am Samstagmorgen aus der geschlossen Abteilung des Psychiatrischen Zentrums Nordbaden geflohenen Andrej Welz in der Nacht zum Montag in Zuzenhausen/Rhein-Neckar-Kreis festgenommen.

Welz war mit einem Fahrrad die Horrenberger Stra√üe in Richtung B 45 (Ortsmitte) gefahren, als ihn die Streife gegen 22.35 Uhr erkannte und nach einer kurzen Verfolgungsfahrt festnahm. Zielfahnder des Landeskriminalamtes Baden-W√ľrttemberg, denen Welz aufgrund der Fahndung im vergangenen Jahr pers√∂nlich bekannt ist, identifizierten ihn noch vor Ort.

Welz ist verletzt und wird derzeit unter polizeilicher Bewachung in einer Heidelberger Klinik untersucht.“

Hier wurde der fl√ľchtige Straft√§ter gefasst:

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„Kaninchenmord“ in Ladenburg – ermittelt jetzt eine „Soko Kaninchen“?


Ladenburg, 08. April 2011. (red) Der Mannheimer Morgen berichtet in der Ausgabe „Rhein-Neckar“ am 07. April 2011 √ľber einen „grausigen Fund“ – ein Kaninchen wurde tot in einer Plastikt√ľte gefunden. Steckt ein Kapitalverbrechen dahinter?

Von Hardy Prothmann

Es gibt Meldungen, die lassen einen auf den ersten Blick bass staunen: „Totes Kaninchen in der T√ľte: 500 Euro Belohnung ausgesetzt„, titelt der „MM“.

Es gehe um einen „grausigen Fund“, den eine Spazierg√§ngerin gemacht habe. Sie soll „am Bach zwischen Sch√ľtzenhaus und AWO-Kinderheim am Neuweg“ zwei tote Kaninchen in einer T√ľte gefunden haben.

MM-Redakteur Hans-J√ľrgen Emmerich benutzt wie √ľblich eine Pressemitteilung, in diesem Fall der „Tierschutzorganisation Peta“ und gibt sie als Eigenrecherche aus. Vollst√§ndig ungepr√ľft √ľbernimmt er Aussagen und die Darstellung, dass „der T√§ter die Kaninchen gewissenlos get√∂tet hat“.

Ein Bild der Deutschen Nachrichtenagentur (dpa) bekommt die Bildunterschrift: „Klein, s√ľ√ü und unschuldig: Ein Kaninchen wie dieses musste trotzdem sterben, Tiersch√ľtzter suchen jetzt nach dem T√§ter.“

Behauptungen statt Fakten

Die Behauptung von Peta, die Polizei habe sich nicht gek√ľmmert, l√§sst er weg, denn er erh√§lt die Auskunft, dass die Polizei sehr wohl die toten Tiere in Augenschein genommen und danach dem Bauhof zur Entsorgung √ľbergeben hat. „Spuren von Gewalteinwirkung“ wurden nicht entdeckt, schreibt Emmerich. Wir haben das √ľberpr√ľft und auch uns gegen√ľber best√§tigt das die Polizei.

Emmerich erf√§hrt auch, dass nur ein Kaninchen in der T√ľte gefunden wurde und ein zweites in der N√§he. Er dokumentiert das auch – freilich ohne sich selbst die Frage zu stellen, was die „Zeugenaussagen“ und die Behauptungen wert sind. Die Spazierg√§ngerin sagt: Zwei Kaninchen in der T√ľte. Peta behauptet das in der Pressemitteilung – die Polizei sagt, ein Kaninchen in der T√ľte, ein zweites Wildkaninchen mit „Wildfra√üspuren“ in der N√§he.

Keine „Soko Kaninchen“

Die Polizei hat auf eine „Autopsie“ verzichtet, denn sie konnte durch Augenschein keine Gewalteinwirkung feststellen. Sie spricht auch nicht vom „T√§ter“, sondern vom „Betroffenen“ – so hei√üt das im Falle einer m√∂glichen Ordnungswidrigkeit. Denn richtig ist, dass man Tiere nicht einfach in der Gemarkung entsorgen darf. Selbstverst√§ndlich ist der „Vorgang aktenkundig“ – auf die Einrichtung einer „Soko Kaninchen“ hat die Polizei aber verzichtet.

Tats√§chlich wurde also ein totes Kaninchen in einer T√ľte gefunden und zu einer Story aufgeblasen, deren Inhalt mehr als fragw√ľrdig ist. 500 Euro Belohnung? „Zur Ergreifung des gewissenlosen T√§ters?“ Ein Zeugenaufruf „zur Ergreifung des T√§ters“, der „jeden Respekt vor dem Leben verloren hat“, wie die „Kampagnenleiterin“ von Peta, Nadja Kutscher, zitiert wird?

Verbrechen?

Woher wei√ü die Frau, die in Stuttgart lebt und die Kaninchen nicht gesehen hat, ob hier „Gewalt im Spiel“ war? Wieso geht sie davon aus, dass „der T√§ter die Kaninchen get√∂tet hat“? Wie kann sie behaupten, dass jemand „die Kaninchen gewissenlos get√∂tet hat“? Wie kommt sie darauf, von einem „Verbrechen“ zu sprechen?

Nur soviel ist sicher: Das Ablegen von Tierkadavern im √∂ffentlichen Raum ist eine Ordnungswidrigkeit. Die hat wohl stattgefunden. Die Frage, warum, ist nicht gekl√§rt und wird es wohl auch nie werden. Vielleicht ist das Kaninchen einfach so gestorben. Und der „T√§ter“ hat keinen Garten, um es zu verbuddeln und kein Geld, um es einer „Entsorgung“ zuzuf√ľhren oder war schlicht und einfach √ľberfordert.

Wenn der „T√§ter“ clever ist, stellt er sich selbst der Polizei, kassiert die Belohnung, zahlt davon das Ordnungsgeld und beh√§lt bestimmt noch jede Menge Geld √ľbrig.

Der MM kann dann eine „Geschichte nachschieben“: „Eiskalt – wie der T√§ter seine gruselige Ordnungswidrigkeit auch noch zu Geld machte. Hat er √ľberhaupt kein Gewissen?“

Tödlicher Stich ins Herz Рweitere Waffen gefunden

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar/Ludwigshafen, 19. Februar 2010. Gegen den 23-j√§hrigen Mann, der gestern in Ludwigshafen einen 58-j√§hrigen Lehrer niedergestochen hatte, erging heute Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggr√ľnden. In der Wohnung des Mannes fanden die Ermittler weitere Waffen und Chemikalien, die eventuell f√ľr einen Bombenbau vorgesehen waren.

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Frankenthal und des Polizeipräsidiums Rheinpfalz:

„Nach der noch gestern durchgef√ľhrten Obduktion bei der Rechtsmedizin in Mainz liegt das vorl√§ufige Obduktionsergebnis vor. Danach f√ľgte der 23-j√§hrige ehemalige Sch√ľler der BBS II seinem Opfer mehreren Messerstiche zu. T√∂dlich verletzt wurde der 58-J√§hrige durch einen Stich in die Brust, der das Herz verletzte.

Der 23-J√§hrige wurde heute um 11.30 Uhr dem Haftrichter vorgef√ľhrt. Die Vorf√ľhrung erfolgte beim Polizeipr√§sidium Rheinpfalz in Ludwigshafen. Auf Antrag der zust√§ndigen Staatsanwaltschaft Frankenthal erging Haftbefehl wegen Mordes aus niedrigen Beweggr√ľnden.
Im Rahmen seiner richterlichen Vernehmung machte der Beschuldigte keine weiteren Angaben.

Bei der zwischenzeitlich erfolgten Durchsuchung seiner Wohnung in Ludwigshafen wurden 16 Schusswaffen, darunter Schreckschuss-, Luftdruck- und Gotcha-Waffen sichergestellt. Weiterhin entdeckte der Entsch√§rfungsdienst des Landeskriminalamtes Chemikalien, die zum Bau von Sprengs√§tzen geeignet sein k√∂nnen. Sie werden zurzeit beim LKA untersucht. Zus√§tzlich wertet die Polizei derzeit schriftliche und elektronische Aufzeichnungen des Tatverd√§chtigen aus. Diese deuten darauf hin, dass er sich mit vorangegangen Amoktaten befasst und m√∂glicherweise bereits vor einiger Zeit mit der Planung einer eigenen Gewalttat begonnen hat.“

Mord aus niedrigen Beweggr√ľnden – Ex-Sch√ľler t√∂tet Lehrer mit Messer

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar/Ludwigshafen, 18. Februar 2010. An der Ludwigshafener Berufsfachschule Technik II in Mundenheim ist heute ein Lehrer von einem ehemaligen Sch√ľler get√∂tet worden. Als Tatmotiv hat der 23-j√§hrige mutma√üliche T√§ter „Wut“ angegeben.

Die rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerin Doris Ahnen (SPD) und der leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig. Bild: hblog

Die Teilnehmer der Pressekonferenz im Ludwigshafener Polizeipr√§sidium waren sichtlich ersch√ľttert √ľber die Tat: „Wir gehen von einer Tat aus niedrigen Beweggr√ľnden aus“, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Lothar Liebig gegen√ľber der Presse.

Rund 70 Reporter filmten, fotografierten und schrieben mit. Noch gibt es wenige Details: Alles deutet darauf hin, dass es kein Amoklauf war, sondern eine gezielte Attacke auf den getöteten 58 Jahre alten Lehrer, der seinen Wohnsitz in Hessen hat.

Verletzt wurden ein weiterer Lehrer und der Schulleiter Walter Lautwein. Beide konnten sich aber in Sicherheit bringen. Die Schule wurde umgehend geräumt, Spezialkräfte der Polizei verhafteten kurz darauf den Tatverdächtigen.

Die Berufsbildende Schule Technik II in Ludwigshafen. Bild: hblog

Dieser soll strafrechtlich bislang nicht auff√§llig gewesen sein und habe nach eigenen Angaben die Schule bereits 2004 verlassen. „Wut“ √ľber die schlechte Benotung sei angeblich das Tatmotiv gewesen.

Hinweis:
Der f√ľr dieses blog verantwortliche Journalist Hardy Prothmann auf Focus online: Trostlose Lebenssituation

Redaktion

Amoklauf an Berufsschule in Ludwigshafen? Lehrer getötet

Guten Tag!

Region Rhein-Neckar, 18. Februar 2010. An der Ludwigshafener Berufsfachschule Technik II in Mundenheim soll es am Vormittag zu einem Amoklauf gekommen sein. Dabei wurde ein Lehrer getötet. Der mutmaßliche Täter soll gefasst sein.

Die Nachrichtenlage ist d√ľnn. Laut Polizei soll sich die Tat gegen 10:00 Uhr ereignet haben. Angeblich soll ein bereits gefasster 23-j√§hriger der mutma√üliche T√§ter sein, der mehrere Personen angegriffen haben soll. Ein Lehrer starb an seinen Verletzungen.

Welche Waffe der Täter benutzte, ist auch noch nicht klar. Vermutlich ein Messer.

Die Schule ist nach Angaben der Polizei durch ein Gro√üaufgebot der Polizei schnell ger√§umt worden. Eltern und Sch√ľler werden nach Angaben der Beh√∂rden psychologisch betreut.

Die Berufsbildende Schule Technik II im Ludwigshafener Stadtteil Mundenheim hat 3.200 Sch√ľler und 130 Lehrer.

Redaktion