Samstag, 14. Dezember 2019

29. Oktober bis 04. November 2012

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 29. Oktober bis 04. November 2012. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im MenĂŒ Nachbarschaft im MenĂŒ “Termine”.

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Dienstag, 30. Oktober 2012, 21:00 Uhr, Karlstorbahnhof.

Das PORTICO QUARTET

Heidelberg. Enjoy Jazz: Portico Quartet. Hier gesellt sich Mut zu Eigensinn! „Knee deep in the North Sea“- das in ihrer Heimat hoch dekorierte DebĂŒtalbum der vier jungen Briten, wurde hierzulande komplett verschlafen.

Erst das zweite Album „Isla“ sorgte fĂŒr mĂ€chtiges Rauschen im BlĂ€tterwald. Junger Brit-Jazz schien plötzlich das nĂ€chste, große Ding. Ganz oben auf der Liste: Das Portico Quartet mit seinem Indie-SelbstverstĂ€ndnis und dem recht jungen Perkussionsinstrument namens Hang als Alleinstellungsmerkmal.

Bei der ENJOY JAZZ-Premiere im Oktober 2009 klang der „Post-Jazz“ der Band nach einer sehr melodischen, leicht karibisch klingenden Variante von Minimal Music.

Jetzt, nach dem selbstbetitelten dritten Album, ist alles anders: Der Hang-Virtuose Nick Mulvey ist weg, die Band klingt dunkler und spröder, setzt mehr auf Elektronica und DubStep und steht aufreizend hĂ€ufig an der Schwelle, wo die Musik eigentlich in Richtung Dancefloor explodieren mĂŒsste. Tut sie aber nicht. Oder nur fĂŒr ein paar Takte. Das ist spannend!

Beginn 21 Uhr. Einlass bereits ab 20 Uhr.

Ort: Kulturhaus Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg.

Eintritt: Abendkasse 23 Euro, Vorverkauf 19 Euro + Vorverkaufs-GebĂŒhr.

Tickets und Infos: http://www.karlstorbahnhof.de/content/.

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Mittwoch, 31. Oktober 2012, 20:00 Uhr, Kulturfenster.

Sigi Zimmerschied

Heidelberg. Sigi Zimmerschied: Reißwolf – eine Vernichtung in Akten. Ein ganz großer kommt am Mittwoch den 31. Oktober um 20 Uhr ins Kulturfenster Heidelberg: Sigi Zimmerschied.

Er macht sich Gedanken ĂŒber das Menschsein: „Der Mensch wird erst zum Menschen durch eine Aktennotiz. Und seine Existenz endet mit der Vernichtung der Akte. Quod non in actis est, non est in mundo. So dachten schon die alten Römer.“ Seine Hauptfigur Adalbert Stauber handelt als Fahrer einer Aktenvernichtungsfirma tĂ€glich mit Material, das die Auftraggeber lieber aus der Welt wissen wollen. Wenn es seinen Wertvorstellungen zuwider geht, dann kann es passieren, dass er das seine Kunden auch wissen lĂ€sst.

Die Presse: „Dieser Erpresser könnte ‚a miesa, dafeida, dreggiga Dreg‘ sein und sonst nix. Zimmerschied aber erhebt in kompakten 30 und 45 Minuten Spielzeit die Figur zum Charakter, indem er unklar lĂ€sst, ob dieser der pure Zyniker im Dienste des eigenen Vorteils ist, oder ob er womöglich sogar selber glaubt, dass er ja nur der Wahrheit zu ihrem Recht verhelfen will. So elegant Zimmerschied seine Hauptfigur schmiedet, so virtuos baut er sein Programm auf, nahtlos die SzenenĂŒbergĂ€nge, mĂŒhelos die Wechsel der ErzĂ€hler[
].“

Kleinkunstpreise u.a.: Deutscher Kleinkunstpreis, Österreichischer Kleinkunst- und Kabarettpreis (Hauptpreis).

Ort: Kulturfenster, Kirchstraße 16, 69115 Heidelberg.

Eintritt: Vorverkauf 18 Euro, 16 Euro ermĂ€ĂŸigt (zzgl. SystemgebĂŒhr). Abendkasse 22 Euro, ermĂ€ĂŸigt 20 Euro.

Tickets und Infos: www.kulturfenster.de.

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Mittwoch, 31. Oktober 2012, 18:00 bis 22:00 Uhr, Besucherbergwerk Grube Anna-Elisabeth.

Das historische Besucherbergwerk in Schriesheim

Schriesheim. Halloween im Schriesheimer Bergwerk bedeutet Spass fĂŒr die ganze Familie: Mehr als 100 Meter der sonst zum Besucherrundgang gehörenden Stollen werden zum Gruseln hergerichtet.

Es geht tief in den Berg hinein, vorbei an schaurigen Gestalten, wÀhrend Spinnen und ihre Hinterlassenschaften den Weg sÀumen. Bei Zwielicht und Schauerhall verschwimmen RealitÀt und Fantasie.

FĂŒr das leibliche Wohl sorgen die Mitglieder des Bergwerksvereins Schriesheim.

Ort: Besucherbergwerk Grube Anna-Elisabeth, Bergwerksverein Schriesheim e.V., Talstraße 157, 69198 Schriesheim.

Eintritt: Erwachsene 2 Euro, Kinder 1 Euro.

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Donnerstag, 01. November 2012, 19:30 Uhr, Theater im Pfalzbau.

Szene aus „Octopus“. Quelle: http://www.theater-im-pfalzbau.de/.

Ludwigshafen. Der TÀnzer, Choreograph und Filmemacher Philippe Decouflé wird von der Idee der Schönheit bewegt. Er schuf eine neue Form des Körpertheaters, intim und poetisch zugleich, in dem Bild und RealitÀt, Schein und Illusion, Reflexion und Projektionswand eine Àsthetische Verbindung eingehen.

Seine Choreographien zelebrieren den menschlichen Körper in seiner natĂŒrlichen Anmut. Dabei tĂ€uscht ein raffiniertes Zusammenspiel von Tanz und Videoeffekten die Sinne und fĂŒllt den BĂŒhnenraum mit Illusionen.

Sein neuestes BĂŒhnenwerk Octopus gleicht einer betörenden Entdeckungsreise durch Farb- und Formkontraste und zeigt GefĂŒhle von großer IntensitĂ€t und Sinnlichkeit. Der KĂŒnstler agiert hier als Zauberer, spielt mit seinen Lieblingsmotiven und öffnet sich fĂŒr andere Kunstformen. Von der Einzel- zur Gruppenchoreographie ebnet die Szenenvariation den Weg zum Jubel des Publikums, aber die Aussage des virtuosen Tanzabends ist zweifellos auch durch einen ungewöhnlichen Ernst geprĂ€gt.

Philippe DecouflĂ© erhielt, nach ausgedehnten Reisen durch den Libanon und Marokko, seine Ausbildung an der Ecole du Cirque de Paris und bei Marcel Marceau. Seine ĂŒberragende Inszenierung der Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville hat seinen Ruf bestĂ€tigt, einer der originellsten Choreographen Frankreichs zu sein. FĂŒr seine BĂŒhnenproduktionen, Musikvideos, Kurzfilme und Werbespots (Dior) wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er schrieb und inszenierte die Show Iris fĂŒr den Cirque du Soleil.

Ort: Theater im Pfalzbau, Berliner Str. 30, 67059 Ludwigshafen.

Eintritt: Tickets ab 20 Euro.

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Freitag, 02. November 2012, 20:00 Uhr, Karlstorbahnhof.

Jessica Gall

Heidelberg. Enjoy Jazz: Jessica Gall. „So lange eine Musik authentisch ist, ist doch der Stil egal. Musik muss berĂŒhren. Und ob sie dies nun mit klassischen, jazzigen oder poppigen Stilmitteln tut, spielt schlussendlich keine Rolle.“

Mit diesen Worten hat die Berliner SÀngerin Jessica Gall in einem Interview auf die Frage geantwortet, wie es wohl komme, dass sie von der Kritik gelobt werde, obwohl sie als ausgebildete Jazz-SÀngerin auf ihren bislang drei Alben eher mit Pop oder gar Country kokettiere. Ja, es ist schon ein Kreuz mit den Schubladen in der Musik. Norah Jones, Rebekka Bakken oder auch Silje Nergaard können sicher auch ein Lied davon singen.

Es lohnt sich auf jeden Fall sehr, sich den melancholischen und sehnsĂŒchtigen Songs des von Gall im August veröffentlichten Albums „Riviera“ hinzugeben; und auch die Pedal Steel-Guitar zu genießen, die hier stets im „richtigen“ Moment einsetzt. Gall selbst ist begeistert von der Weite, die man ihrer aktuellen Einspielung anhört, und dem warmen SĂŒdstaaten-Feeling, welches es durch die Instrumentierung transportiert. Nicht nur beeindruckende Musik, sondern auch ein GefĂŒhl von Sommer, das sich wohlig im Körper ausbreitet.

Einlass ab 20 Uhr.

Ort: Kulturhaus Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg.

Eintritt: Abendkasse 22 Euro, Vorverkauf 18 Euro zzgl. SystemgebĂŒhr.

Tickets und Infos: http://www.karlstorbahnhof.de/content/.

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Samstag, 03. November 2012, 20:00 Uhr, Stadthalle.

Gerd Dudenhöffer als Heinz Becker

Speyer. Mit seinem aktuellen Heinz Becker-Programm manövriert Gerd Dudenhöffer seine Kunstfigur bewusst und sprichwörtlich in die „Sackgasse“ – nicht mit Vollgas, eher mit dem Tempo immer am Limit fĂŒr geistig geschlossene Ortschaften.

Diesmal plakatiert der Kabarettist die intellektuellen HohlrĂ€ume, ja die Denkblockade des stoischen KleinbĂŒrgers, schon mit dem Programmtitel. Sackgasse. Vor einer Betonwand platziert, stellt sich der Becker Heinz seinem Publikum. Er trĂ€gt mal wieder kleinkariert und Mief unter der Batschkapp und damit ĂŒbrigens eine Kopfbedeckung, die seit ĂŒber dreißig Jahren als Markenzeichen par excellence funktioniert.

Er kommt nicht gleich zur Sache und schon gar nicht auf den Punkt. Schweift ab und gerĂ€t so mir nichts, dir nichts, von der Belanglosigkeit verdeckt, zum Brennpunkt. Eben noch beim Kaninchenzuchtverein vorbei zum Holocaust. Trifft ins Schwarze, wenn er die romantisierten Kriegserinnerungen seiner Tante mit GĂ€nsehautfeeling – zwischen Heil Hitler und Heile GĂ€nschen – einstreut.

Befreit sich von beklemmenden Katastrophen und Gewaltakten der Gegenwart, in dem er ihre Chronologie mit dem Freizeitaufkommen eines TV-Normal-Verbrauchers erklĂ€rt: „Awwer grad so Überschwemmungen odder Erdbebe, die sinn immer vor Weihnachten. Do sinn halt die meischte Leut deheem“.

Wer feinen Wortwitz und wahre Komik schĂ€tzt, bekommt mehr als er wechseln kann. Und hĂ€lt es dann vielleicht mit dem Becker Heinz sein Vadder: „Besser mojns zwei Schnaps, wie omnds kenner. Ma muß a mo PrioritĂ€ten de Vortritt losse
“ Dudenhöffer bietet Perfektion in jeder theatralisch-humoristischen Dimension. Schenkt seinem Heinz ein unnachahmliches Minenspiel, sein Zögern beim Nichtsagen, beim Unaussprechlichen – und seine unverkennbaren Gesten vom Fingerpochen zum Fusselzupfen, die sich jeder Fan ad hoc vors geistige Auge projizieren kann.

Der KĂŒnstler selbst nennt seine BĂŒhnenwerke um sein Alter Ego Ein-Personen-StĂŒcke zwischen Theater und Kabarett, ganz in alter Qualtinger-Tradition und verspricht mit Sackgasse eine Breitseite bester Unterhaltung. Herein spaziert! Herein spaziert! Hier werden die Lachmuskeln aufs Äußerste strapaziert und dabei die freien Radikalen im DenkstĂŒbchen bekĂ€mpft.

Ort: Stadthalle Speyer, Obere Langgasse 33, 67346 Speyer.

Eintritt: Tickets ab 30 Euro.

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Sonntag, 04. November 2012, 13 bis 18 Uhr, Innenstadt Heidelberg.

Schon im letzten Jahr hat der Verein „PRO Heidelberg e.V.“ einen verkaufsoffenen Sonntag veranstaltet. Foto: PRO Heidelberg e.V.

Heidelberg. Heidelberger Einkaufs-Sonntag: Entspannt bummeln und stressfrei einkaufen: Der verkaufsoffene Sonntag am 4. November 2012 macht es möglich. Von 13 bis 18 Uhr sind die GeschĂ€fte in der Innenstadt geöffnet. Viele EinzelhĂ€ndler haben Aktionen, Angebote und Rabatte vorbereitet. Im DarmstĂ€dter Hof Centrum spielt die Jazzband „so what“.

MarkthĂ€ndler bieten frisches Obst und GemĂŒse, Blumen, Äpfel aus der Region, ZiegenkĂ€se, selbstgemachte Dampfnudeln und andere SpezialitĂ€ten an. Die Stadt auf besondere Art erleben lĂ€sst sich in einer kombinierten klassischen StadtfĂŒhrung und Shoppingtour um 13 Uhr.

Ort: Innenstadt, 69117 Heidelberg.

Infos und Programm: http://proheidelberg.de/.

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Montags gibt es Tipps und Termine aus unseren Orten fĂŒr die wir Blogs betreiben und der Region.

Sie möchten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion.

Wir ĂŒbernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgewĂ€hlte Termine in unsere Übersicht “Tipps und Termine: Diese Woche”:

Beispielsweise an: Termine Rheinneckarblog.de – oder termine@derortsnameblog.de. Oben im MenĂŒ sehen Sie unter Nachbarschaft die elf Kommunen, fĂŒr die wir eigene Blogs anbieten.

Unsere Termine erfreuen sich großer Beliebtheit – Sie können bei uns auch gerne fĂŒr sich oder Ihre Veranstaltungen werben: Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

Wir bieten ein modernes Medium, eine höchst interessierte Leserschaft eine hohe Reichweite bei fairen Preisen und viel mehr, als Printanzeigen zu leisten in der Lage sind. Wir beraten Sie gerne unverbindlich: 😎

Kampagne: Die Vielfalt der Zeitung

Rhein-Neckar/Koblenz/Bundesgebiet, 13. September 2011. Die Kampagne „Die Vielfalt der Zeitung“ geht auch 2011 weiter – solange, bis ein Verlag sie ab- oder einkauft. Das Netz ist aufgerufen, die Zeitung zu retten. Absurd? Keineswegs. Die Zeitung ist eine WundertĂŒte. Denn auch in TĂŒten können Wunder schlummern…

Aktualisiert: Dieser Artikel wurde seit Erscheinen am 03. MĂ€rz 2011 fortlaufend aktualisiert und wird heute mit aktuellem Datum neu veröffentlicht. Schließlich geht es um Zeitungen! In den vergangenen Monaten streikten Redakteure ĂŒberall im Land und erzĂ€hlten was von QualitĂ€tsjournalismus. Doch darum geht es gar nicht. Es geht um Service. Um Nutzwert. Mittlerweile hat unsere Kampagne 47. Argumente fĂŒr die Zeitung. Allen, die mitmachen, wird eine Erfolgsbeteiligung garantiert, falls ein Zeitungsverlag die Kampagne endlich kauft. Denn es geht um die Zukunft der Zeitung – nein, sogar mehr. Es geht um die Zukunft der Zivilisation, oder so Ă€hnlich!

Von Hardy Prothmann

"Ein bisschen Spaß muss sein...", Christian Lindner, Chefredakteur der Rhein-Zeitung ist eigentlich ein ganz seriöser Journalist - hat aber auch ab und an den Schalk im Nacken. Hier prĂ€sentiert er in bunten Hosen die Bastelanleitung fĂŒr eine Narrenkappe. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung.

Die Zeitungen habens arg schwer – die Abos und Leserzahlen gehen zurĂŒck und noch viel schlimmer: Die WerbeumsĂ€tze. Laut Experte Marian Semm verlieren Zeitungen pro 100.000 Auflage seit 2001 rund vier Prozent Umsatzerlöse, was rund einer Million Euro entspricht.

Der MM beispielsweise hat im zweiten Quartal 2010 gut 1.500 Abos verloren und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Da ich mit der Zeitung aufgewachsen bin, bestĂŒrzt mich diese Situation zutiefst. Ähnlich wie bei den Robben-Babys, dem Deutschen Wald und ganz allgemein der Umwelt und unserer Zukunft, muss eine Kampagne her, die dieses langsame Dahinsiechen aufhĂ€lt und die Zukunft der Zeitung sichert.

Vergessen Sie das Leistungsschutzrecht, verehrte Verlage. Selbst die Wirtschaft hĂ€lt das fĂŒr eine Art von Raubrittertum. Überzeugen Sie mit Leistung, dass ist der beste Schutz und das beste Recht.

Ich habe deshalb im Oktober 2010 eine Kampagne gestartet, mit der die bedrohten Zeitungsverlage die Vielfalt der Zeitung darstellen und bewerben können.

Im vergangenen Jahr kamen sage und schreibe 36 VorschlĂ€ge zusammen. Nummer 37 und der erste fĂŒr dieses Jahr kommt von der Rhein-Zeitung (Koblenz) – die schlĂ€gt vor, dass man Narrenkappen aus der Zeitung basteln kann. Sehr kreativ, wie ich finde.

Machen Sie auch mit: Reichen Sie VorschlĂ€ge ein. Save the wundertĂŒte!

Denn die Zeitung ist eine wahre WundertĂŒte – es steckt viel mehr in ihr, als man zunĂ€chst vermutet.

Das lĂ€sst sich in Wort, Bild, Ton und Video in eine wunderbare Imagekampagne umsetzen. Darum dĂŒrfen die Verlag ab sofort gerne pitchen – natĂŒrlich könnten die auch Ideen klauen (was man durchaus gewohnt ist), aber ich setze hoffnungsvoll auf einen Rest von Ehrlichkeit.

Ein Zeitungskollege schreibt als Vorschlag: „Man kann daraus Papierkugeln basteln und Prothmann damit bewerfen. Besser jedenfalls als mit WattebĂ€uschchen“. Diesen Vorschlag lasse ich nicht unerwĂ€hnt, fĂŒge ihn aber nicht als ernst gemeint ein.

Ihre Zeitung – Ihre Vielfalt:

  1. Man kann einen Fisch drin einwickeln (jahrhundertealte Tradition).
  2. Man kann MĂŒcken damit totschlagen (sowie die Zeit).
  3. Man kann sich draufsetzen (gerade bei vollgekoteten ParkbÀnken sinnvoll).
  4. Man kann Geschirr darin einschlagen (wer schon mal umgezogen ist, weiß das).
  5. Man kann damit Fenster putzen (auch wenn manche auf HaRa schwören).
  6. Man kann damit MeerschweinchenstĂ€lle auslegen (auch fĂŒr Kaninchen und Goldhamster geeignet).
  7. Man kann damit RĂ€ume zum Renovieren auslegen (das weiß doch jeder).
  8. Man kann daraus „MalerhĂŒte“ bauen (ist echt einfach).
  9. Man kann darin Blumen einwickeln, vorzugsweise auf dem Wochenmarkt (auf dem Markt Ihrer Wahl).
  10. Man kann damit basteln (Kindergarten und Schule und privat).
  11. Man kann damit Kunst machen (siehe Beuys).
  12. Man kann damit eine Unterlage fĂŒr Gipsarme machen (einfach mal ausprobieren).
  13. Man kann sie gegen Fettablagerung auf KĂŒchenschrĂ€nke legen (das weiß jede gute Hausfrau).
  14. Man kann daraus Möbel basteln (Kreativkurs).
  15. Man kann daraus zusammengerollt eine Selbstverteidigungswaffe machen (siehe Jackie Chan).
  16. Man kann investigativ durch die Zeitungslochtechnik recherchieren (James Bond).
  17. Man kann andere im Zug davon abhalten, ein GesprÀch anzufangen (in allen Bahnen dieser Welt).
  18. Man kann damit wichtig aussehen, vor allem, wen man möglichst viele Bordexemplare auf einmal in allen Sprachen mit zum Platz nimmt.
  19. Man kann damit nasse Schuhe trocknen (Wanderer-Trick 1).
  20. Man kann damit auch im Wald – Sie wissen schon (Wanderer-Trick 2).
  21. Man kann damit den Kamin anzĂŒnden. (read it – then burn it- Prinzip)
  22. Man kann sich damit daten (die und die Zeitung unterm Arm).
  23. Man kann sie sammeln.
  24. Man kann Artikel aus ihr Ausschneiden (sehr beliebt bei BĂŒrgermeistern und GemeinderĂ€ten der GrĂŒnen).
  25. Man kann sich dahinter verstecken (auch den klĂŒgsten Kopf).
  26. Man kann unter Zugabe von Leim jeden Trabbi damit reparieren (fragen Sie Ossis).
  27. Man kann damit seinen Frust abbauen: Stichwort Wutkrumpeln (macht viel mehr Spaß als WutbĂ€lle).
  28. Man kann die Wutkrumpel seinen Katzen zum Spielen geben (die haben auch Spaß damit).
  29. Man kann die Zeitung im Zug vergessen und hoffen, dass sich jemand anderes drĂŒber freut (Danke an Phil, siehe Kommentare).
  30. Man kann sich aus der Zeitung ein Kleid basteln (Danke an Christian Lindner, Chefredakteur Rhein-Zeitung http://ht.ly/31TTj).
  31. Man kann damit seinen Hund erziehen (politisch vielleicht nicht ganz korrekt – danke an Paul J. Hahn).
  32. Man kann damit seinen BrieftrÀger trainieren (erweiterter Vorschlag auf Arg. 31, Danke an Thomas).
  33. Man kann den Hund die Zeitung zerfetzen lassen und damit andere SchÀden vermeiden (Danke an Thomas).
  34. Man kann daraus Buchstaben fĂŒr Bekenner- und Erpresserschreiben ausschneiden (Danke an Michael Klems).
  35. Man kann sie kĂŒndigen und bei Abo-Neuabschluss ne Kaffeemaschine als PrĂ€mie bekommen.
  36. Man kann sie wunderbar als Unterlage beim GemĂŒseschĂ€len verwenden (Danke an Karen Belghaus).
  37. Man dann sich daraus eine Narrenkappe basteln (besten Dank an Christian Lindner von der Rhein-Zeitung.)
  38. Man kann aus Zeitungen auch BrĂŒcken bauen (Japan). (Danke an Christoph von Gallera)
  39. Man kann Zeitungen als TĂŒrsturzfĂŒllung verwenden (im eigenen Haus gefunden als FĂŒllmaterial aus den 50-er Jahren). (Danke an Christoph von Gallera)
  40. Man kann mit einer Zeitung unterm Arm so tun, als wÀre man gebildet. (Danke an Michi.)
  41. Man kann mit einer Zeitung politisch korrekt Geschenke einpacken. (Dank an Michi.)
  42. Man kann mit einer Zeitung Boxen ausstopfen. (Danke an Michi.)
  43. Zur Not kann man sie auch als Klopapier verwenden. (Danke an Michi.)
  44. Man kann mit einer Zeitung und Kleister hĂŒbsche Lampfenschirme basteln. (Danke an Michi.)
  45. Man kann mit der Zeitung auch „Langeweile“ ĂŒberwinden und zunĂ€chst ein Zimmer damit tapezieren und dann erst alle „A“-Buchstaben, dann alle „B“ usw, einkringeln – vielleicht ein neuer Therapie-Ansatz? (Danke an Marietta)
  46. Man kann die Zeitung als Unterlage verwenden, damit man die Tischdecke nicht verkleckert. (Dank an Giesela S.)
  47. Man kann mit einer Zeitung (politisch korrekt) Geschenke einpacken. (Dank an Torsten S.)

Das sind jede Menge gute GrĂŒnde, die zeigen, wie vielfĂ€ltig Zeitung ist oder sein kann – auch wenn viele sie fĂŒr einfĂ€ltig halten. Ob man sie auch noch lesen kann oder will, ist doch nun wirklich nur ein Grund unter vielen.

Und versuchen Sie mal einen der oben genannten GrĂŒnde mit Ihrem Notebook, Ihrem Handy-  oder dem IPad… (naja, bis auf Grund 22, 40).

Sie sehen – die QualitĂ€t der guten alten Tante Zeitung ist einfach atemberaubend vielfĂ€ltig.

Unglaublich ist auch ihr Beitrag zur VölkerverstĂ€ndigung – den ĂŒberall auf der Welt, in allen Sprachen, mit allen politischen HintergrĂŒnden gelten alle Pro-Argumente ĂŒberall gleich.

Und jetzt kommen Sie und zeigen mir auch nur ein einziges Produkt, ein einziges Kulturgut, das Àhnlich vielfÀltig wie die Zeitung ist.

Sie werden keins finden – die Zeitung ist das Symbol fĂŒr Vielfalt, fĂŒr jedweden Nutzen. Oder?

Jetzt muss sich nur noch eine Zeitung finden, die mutig, humorvoll und selbstironisch genug ist, all diese positiven Eigenschaften zu bewerben.

Mal schauen, wer sich so alles um diese einzigartige Kampagne bewerben wird.

Sollte es so sein wie seit vielen Jahren, kopiert irgendjemand aus dem Internet die Idee sehr erfolgreich und die Zeitungen haben wieder das frustvolle Nachsehen.

Lehnen Sie sich auf, verehrte Zeitungsverleger. Geben Sie Gas. Seien Sie mutig.

Es lohnt sich.

Wenn Sie jetzt denken, dass Sie dafĂŒr nichts zahlen mĂŒssen, sind Sie schief gewickelt.

Gute Ideen haben immer ihren Preis – schlechte Zeitungen nicht.

Petry bewegt Dich: RĂŒckentraining fĂŒr zu Hause

Guten Tag!

Ladenburg, 07. Oktober 2010. (red) Der SportpĂ€dagoge Matthias Petry zeigt Ihnen in diesem Artikel sieben Übungen, die Sie zu Hause oder im BĂŒro jederzeit trainieren können, um sich und ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Michael Schmidt, Inhaber der Praxis fĂŒr Physiotherapie in Ladenburg, stand als Experte Modell, um die Übungen vorzufĂŒhren.

Von Matthias Petry

In dieser Ausgabe stelle ich Ihnen ein ausgewogenes RĂŒckentraining fĂŒr zu Hause vor – mit einfachen, effektiven Übungen, die auch was bringen. Und mit Tipps und Hinweisen, wie man richtig und effektiv ĂŒbt.

Üben Sie langsam.

Üben Sie langsam. Atmen Sie ruhig und gleichmĂ€ĂŸig – mit der Belastung ausatmen, mit der Entlastung einatmen. Halten Sie niemals die Luft an. Üben Sie regelmĂ€ĂŸig: Nicht jeden Tag, aber zwei- bis dreimal pro Woche. Der Zeitaufwand betrĂ€gt 15 bis 30 Minuten.

Steigern Sie nach ca. vier Wochen die Anzahl der Übungswiederholungen. Bauen Sie nach ca. drei Monaten neue Übungen in das Programm ein und wechseln Sie die Übungen durch. Das fordert Ihre Muskeln und hilft gegen Eintönigkeit. Wir werden Ihnen natĂŒrlich neue Übungen vorstellen.

Ablenkung beim Üben ist erlaubt – am besten legen Sie Musik auf. Ob entspannende Klaviermusik oder aufpushenden Hardrock – alles ist erlaubt. Probieren Sie aus, was Sie am besten motiviert. Sie mĂŒssen auch nicht immer alle Übungen in einer Trainingszeit absolvieren und können die Abfolge verĂ€ndern.

Gemeinsam machts mehr Spaß.

Gut ist auch, wenn Sie mit anderen zusammen ĂŒben – mit der Nachbarin, dem Ehemann, mit Ihren Kindern. Geteiltes Leid ist halbes Leid! Gemeinsam ĂŒben macht einfach mehr Spaß. Kontrollieren Sie sich gegenseitig, dass Sie die Bewegungen richtig ausfĂŒhren.

Muskelkater? Der kommt mit Sicherheit – stellen Sie sich darauf ein. Ihre Muskeln brauchen Zeit zur Eingewöhnung. Sie sind erstmal leicht ĂŒberfordert und reagieren mit Schmerzen. Das geht aber weg – relativ schnell sogar.

Sie benötigen fĂŒr die Übungen keine Sportkleidung – sie sollte aber so sein, dass „nichts klemmt“. Eine Übungsmatte macht die Übungen angenehmer.

Also: Los gehts!

Übung 1: Diagonalstrecker fĂŒr RĂŒcken, GesĂ€ĂŸ, Schultern
VierfĂŒĂŸlerstand. Linkes Bein nach hinten und rechten Arm nach vorn strecken. Bein, RĂŒcken und Arm bilden eine Linie parallel zum Boden. Jetzt linkes Knie und rechten Ellbogen zusammenfĂŒhren, dabei einen runden RĂŒcken machen. Anschließend wieder strecken. Jede Seite zehnmal wiederholen, am Ende 20 Sekunden in der Streckung halten.

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Übung 2: Beckenheber fĂŒr unteren RĂŒcken, Beine, GesĂ€ĂŸ
Auf den RĂŒcken legen, FĂŒĂŸe dicht am GesĂ€ĂŸ aufstellen. Nun das GesĂ€ĂŸ heben, bis von Schulter bis Knie eine gerade Linie entsteht. Kurz halten, dann langsam absenken. Bevor das Becken den Boden erreicht, das GesĂ€ĂŸ wieder heben. Zehnmal wiederholen, dann in der Streckung 15 Sekunden halten.

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Übung 3: RĂŒckenspanner fĂŒr unteren RĂŒcken und Bauch
Auf den RĂŒcken legen, FĂŒĂŸe dicht am GesĂ€ĂŸ aufstellen, Arme am Körper. Nun Bauch einziehen, Po anspannen und LendenwirbelsĂ€ule auf den Boden pressen, so dass der ganze RĂŒcken auf dem Boden aufliegt. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung 15 Sekunden halten.

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Übung 4: Bauchspanner fĂŒr Bauch
Auf den RĂŒcken legen, FĂŒĂŸe dicht am GesĂ€ĂŸ aufstellen, Arme am Körper. Kopf und Schultern langsam anheben, bis Sie eine Spannung in den Bauchmuskeln spĂŒren. HĂ€nde dabei Richtung FĂŒĂŸe fĂŒhren, die Arme etwas anheben. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung halten.

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Übung 5: Kniebeuge fĂŒr Beine, GesĂ€ĂŸ, unteren RĂŒcken
Aufrecht stehen, Arme nach vorn strecken. In die Knie gehen, am besten so weit, bis Oberschenkel parallel zum Boden stehen. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung halten.

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Übung 6: Schulterheber fĂŒr Schultern und oberen RĂŒcken
Auf den Bauch legen, FĂŒĂŸe sind langgestreckt, Arme liegen gestreckt nach vorn am Boden, Stirn ruht auf einem Handtuch. Nun beide Arme aus den Schultern leicht anheben, dabei den Kopf auf der Unterlage liegen lassen. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung halten.

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Übung 7: Schulterdehner fĂŒr Schultern und RĂŒcken
VierfĂŒĂŸlerstand, Arme weit nach vorn strecken, HĂ€nde auf den Boden. Von den HandflĂ€chen bis zum GesĂ€ĂŸ eine gerade Linie bilden. Dehnung 30 Sekunden halten und dann das GesĂ€ĂŸ zurĂŒckfĂŒhren und auf den Unterschenkeln ablegen, Stirn auf den Boden, Arme seitlich an den Körper. Dehnung 30 Sekunden halten. Dreimal wechseln.

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Mit sportlichen GrĂŒĂŸen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Archiv: Alle Artikel aus unserer Gesundheitsreihe mit Matthias Petry.

Die Fotos wurden mit freundlicher UnterstĂŒtztung gesponsort von: Michael Schmidt, Inhaber der Praxis fĂŒr Physiotherapie in Ladenburg