Mittwoch, 14. November 2018

Stadt sucht geeignete eigene Liegenschaften fĂŒr Asylbewohnerheim oder Container-Siedlung

Ladenburg wird vermutlich Asylbewerber aufnehmen

Ladenburg, 03. September 2014. (red/pro) BĂŒrgermeister Rainer Ziegler (SPD) und der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl (BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen) stellten gestern Ergebnisse eines kommunalpolitischen Dialogs der Öffentlichkeit vor. Ein Top-Thema: Die Zahl der Asylbewerber steigt rasant an und Ladenburg prĂŒft mögliche Standorte. Wie viele FlĂŒchtlinge kommen werden, wann und wo sie untergebracht werden können ist allerdings noch offen. [Weiterlesen…]

Informationen, HintergrĂŒnde und ErlĂ€uterungen

So lÀuft das mit der Kreistagswahl

Rhein-Neckar, 14. April 2014. (red/ms) Parallel zu den Europa- und Gemeinderatswahlen wird im Rhein-Neckar-Kreis am 25. Mai ein neuer Kreistag gewĂ€hlt. Dieser reprĂ€sentiert die 540.000 Einwohner des Landkreises auf Kreisebene. Aus unserem Berichterstattungsgebiet dĂŒrfen Menschen aus den Kommunen Weinheim, Schwetzingen, Ladenburg, Schriesheim, Edingen-Neckarhausen, Dossenheim, Hemsbach, Heddesheim, Hirschberg, Ilvesheim und Laudenbach zur Wahl antreten. Hier finden Sie Informationen und HintergrĂŒnde. [Weiterlesen…]

Die kalte RealitĂ€t des Schwetzinger FlĂŒchtling-Camps soll fĂŒr humane dezentrale Unterbringung stehen

FlĂŒchtlinge: Ab in die Container

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Das Container-Camp in Schwetzingen. Kleine RÀume, keine Gemeinschaft, trostlose AtmosphÀre.

 

Schwetzingen/Rhein-Neckar, 12. Februar 2014. (red) Sie fliehen aus ihrer Heimat. Sie haben viel Leid erfahren. Deutschland ist fĂŒr FlĂŒchtlinge aus der ganzen Welt das Ziel ihrer Hoffnungen. Doch in der RealitĂ€t werden sie abgestellt. Auf einem Parkplatz. Vollgestopft mit Containern. Jeder Gang zur Toilette fĂŒhrt ĂŒber einen zugigen, kalten „Hof“. Vor allem fĂŒr die Frauen und MĂŒtter und die vielen oft sehr kleinen Kinder ein Ort der dauerhaften BeschĂ€mung. Doch das allerschlimmste, das wirklich allerschlimmste, sagt ein junger Mann, ist die Nutzlosigkeit dieses Lebens. Und die Langeweile. [Weiterlesen…]

Offener Brief an Landrat Stefan Dallinger (CDU)

Landratsamt behindert Recherchen

Hardy Prothmann, Journalist

Chefredakteur Hardy Prothmann fordert Landrat Stefan Dallinger (CDU) auf, keinen Einfluss auf journalistische Recherchen auszuĂŒben.

Rhein-Neckar, 11. Februar 2014. (red) Das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises mischt sich in unsere Recherchen ein. Das Thema Asylbewerber ist hochpolitisch – insbesondere wegen der bevorstehenden Kommunalwahl. Wir fordern den verantwortlichen Behördenleiter, Landrat Stefan Dallinger (CDU) unmissverstĂ€ndlich auf, dies zu unterlassen und die Meinungs- und Pressefreiheit sowie das Landespresserecht zu respektieren. Alles andere wĂ€re unertrĂ€glich. [Weiterlesen…]

Asylbewerber-Unterkunft in Heppenheimer Straße

Die BrombeerstrĂ€ucher kommen weg. Auf dem GrundstĂŒck baut der Landkreis ein Asylbewerberheim fĂŒr 200 Personen.

Die BrombeerstrĂ€ucher kommen weg. Auf dem GrundstĂŒck wird der Landkreis einen Wohnkomplex fĂŒr 200 Asylbewerber bauen.

 

Weinheim/Rhein-Neckar/Ladenburg, 03. Dezember 2013. (red/ld) Rund 200 Asylbewerber sollen ab Herbst 2015 (wir hatten zunĂ€chst 2014 berichtet) in Weinheim untergebracht werden. Zu diesem Zweck wird der Landkreis einen vierteiligen GebĂ€udekomplex auf einem stĂ€dtischen GrundstĂŒck an der Heppenheimer Straße neu bauen. Das verkĂŒndeten OberbĂŒrgermeister Heiner Bernhard (SPD) und Landrat Stefan Dallinger (CDU) heute bei einer Pressekonferenz im Rathaus. [Weiterlesen…]

Wahlkampfthema Asylbewerber

Von Terroristen und Schulkindern

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Seltsam, dass das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz von all dem, was die „QualitĂ€tspresse“ berichtet, nichts weiß. Niemand ist alarmiert oder schlĂ€gt Alarm. Quelle: Die Welt

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 12. August 2013. (red/pro) Angeblich steht der Rhein-Neckar-Kreis „mit dem RĂŒcken zur Wand“ – die Zahl der Asylbewerber sei so groß, dass man in höchster Not sei, diese unterzubringen. Vermutlich stimmt das sogar, doch es ist nur die halbe Wahrheit. Seit einigen Monaten wird das Thema „Asylbewerber“ angeheizt. Nicht nur von den ĂŒblichen VerdĂ€chtigen, Rechtsradikalen und anderen Rassisten, sondern durch „konservative KrĂ€fte“, womit nicht nur die CDU gemeint ist – auch die (rechts-)konservative Presse beteiligt sich an der Anti-Asylanten-Kampgagne. In Ladenburg werden Ende August insgesamt 160 Asylbewerber leben, zum Großteil Familien. Neid- und Schuldkampagnen laufen bereits – und machen StĂ€dten wie Ladenburg zusĂ€tzlich Druck. Gezielt und nicht aus Versehen. Vor Ort mĂŒssen alle Menschen, die Einwohner und die Asylbewerber, damit zurechtkommen. [Weiterlesen…]

"Augen zu und durch-Strategie" könnte fĂŒr enorme Probleme sorgen - dabei werden die Chancen ĂŒbersehen

Problematische Sprachregelung statt öffentlicher Information

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Dieser Bub spielt unter Aufsicht seines Vaters im neuen „Garten auf Zeit“ – im Hintergrund sieht man Blumen, die er gerade gepflanzt hat.

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 04. August 2013. (red) Landrat Stefan Dallinger (CDU) und BĂŒrgermeister Rainer Ziegler (SPD) mĂŒssen die BĂŒrger/innen schnell und umfassend einbeziehen und die Sprachregelung verĂ€ndern – sonst drohen möglicherweise enorme Probleme fĂŒr die Stadt, wie Beispiele in anderen Orten zeigen. Ladenburg hat eine Chance, tatsĂ€chlich anders zu sein, als andere Gemeinden. [Weiterlesen…]

Wolf: Ein innovativer und Wirtschaftsstandort inmitten einer reizvollen Landschaft

LandtagsprÀsident Guido Wolf zu Besuch im Rhein-Neckar-Kreis

Ladenburg/Eppelheim, 16. April 2013. (red/pm) LandtagsprĂ€sident Guido Wolf (CDU) hat die Reihe seiner Kreisbesuche im Rhein-Neckar-Kreis  gestern, fortgesetzt. Zuerst besuchte er die Wild Werke in Eppelheim. Dort traf Wolf sich auch mit Landrat Stefan Dallinger und BĂŒrgermeister Dieter Mörlein. [Weiterlesen…]

ILEK – Modellprojekt „BlĂŒhende Badische Bergstraße“

Heidelberg/Rhein-Neckar, 04. Mai 2012. (red/pm) Wandern in der freundlichen Landschaft der Bergstraße und gleichzeitig etwas über ILEK – Modellprojekt „Blühende Badische Bergstraße“ erfahren, dazu lädt Landrat Stefan Dallinger am Sonntag, dem 6. Mai 2012, alle Mitbürger und Mitbürgerinnen der Badischen Bergstraße herzlich ein. Die Veranstaltung geht von 14:00 – 18:30 Uhr, Treffpunkt ist die alte Turnhalle in Großsachsen, von dort wird zum Festplatz in Schriesheim gewandert, wo ab 17:30 Uhr die Übergabe des ILEK-Abschlussberichts und die Ziehung der Gartenquiz-Gewinner stattfinden.

Bewegung bei S-Bahn-Ausbau

Heidelberg/Rhein-Neckar, 23. MĂ€rz 2012. Die Deutsche Bahn AG will nun doch einen Teil der Baumaßnahmen bis Ende 2015 fertig stellen, wie Landrat Stefan Dallinger gestern bekannt gab. Nach unseren Informationen sollen die Bahnhöfe in Heddesheim, Hirschberg und Ladenburg bis dahin umgebaut sein. In Weinheim soll ein Teil der Gleise bis Ende 2015 umgebaut sein, der Test bis Ende 2016.

Sind gute Nachrichten solche, dass die ganz schlechten nicht eintreffen? Wie auch immer. Nach einer Presseinformation des Landratsamts scheint der Ausbau der S-Bahn nun doch ein wenig schneller zu gehen und zumindest in Teilen nach dem alten Zeitplan zu laufen.

Vor allem ein anderes Bauverfahren fĂŒr die Erneuerung von Kreuzungsbauwerken im Bereich Mannheim-Friedrichsfeld bringt anscheinend einen Zeitgewinn. Genaue Details sind noch nicht bekannt, sollen aber kommenden Mittwoch veröffentlicht werden.

Information des Landratsamts Rhein-Neckar-Kreis:

Die S-Bahn Rhein-Neckar ist eines der wichtigsten Projekte der Region, bisher ein riesiges Erfolgsmodell. „Die Verhandlungen ĂŒber den Zeitplan des Umbaus der Bahnhöfe zur Realisierung der 2. Stufe der S-Bahn haben zu einem echten, aber tragfĂ€higen Kompromiss fĂŒr den Rhein-Neckar-Kreis gefĂŒhrt“, sagte Landrat Stefan Dallinger nach der Sitzung der Verbandsversammlung des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) am Donnerstag, 22. MĂ€rz 2012 und ergĂ€nzte: „Ich habe den aktualisierten Zeitplan fĂŒr den Rhein-Neckar-Kreis akzeptiert. Nach den zahlreichen GesprĂ€chen bin ich sicher, dass auch die OberbĂŒrgermeister und BĂŒrgermeister der an den drei betroffenen S-Bahn-Linien im Rhein-Neckar-Kreis liegenden StĂ€dte und Gemeinden diesem zustimmen können.“

Die DB beabsichtigte, die zweite Stufe des S-Bahn-Ausbaus nicht wie bis vor wenigen Monaten noch vorgesehen, bis Ende Dezember 2015 betriebsbereit fertig zu stellen, sondern den Ausbau der Bahnhöfe im Rhein-Neckar-Kreis um bis zu drei Jahre hinauszuschieben. Die DB begrĂŒndete dies mit der Erneuerung von zwei Kreuzungsbauwerken im Bereich Mannheim-Friedrichsfeld. Diese Verzögerung war nach Ansicht des Rhein-Neckar-Kreises und aller StĂ€dte und Gemeinden, die an den Strecken „Mannheim – Weinheim – Darmstadt“, „Mannheim – Schwetzingen – WaghĂ€usel“ und „Heidelberg – Bruchsal“ liegen, nicht akzeptabel. So forderte Landrat Stefan Dallinger im Einklang mit den OberbĂŒrgermeistern und BĂŒrgermeistern die DB auf, den bisherigen Fertigstellungstermin zum Dezember 2015 einzuhalten. Der Rhein-Neckar-Kreis als Teil des siebtgrĂ¶ĂŸten Ballungsraums in Deutschland braucht den Ausbau der S-Bahn, die gigantische Fahrgastzunahme der Vergangenheit unterstreicht dies und untermauerte die Forderung des Landrats und der BĂŒrgermeister.

Die 2. Ausbaustufe der S-Bahn Rhein-Neckar umfasst die Modernisierung von insgesamt 87 Bahnhöfen, von denen bereits 38 Bahnhöfe bis Dezember 2011 realisiert wurden. 49 Stationen mĂŒssen noch umgebaut werden. Die ursprĂŒnglich angestrebte Fertigstellung aller Infrastrukturmaßnahmen bis Ende 2015 wird aufgrund von lĂ€ngeren PlanungsablĂ€ufen sowie aus baubetrieblichen GrĂŒnden fĂŒr einzelne Streckenabschnitte nicht erreicht. „Aber bis Ende 2015 werden weitere 29 Stationen modernisiert sein“, so Dallinger. „Der jetzt vorgestellte Bauzeitenplan ist ein mit den Vertragspartnern ausgehandelter Kompromiss zwischen maximalen Sperrpausen zum Bauen und möglichst geringen Eingriffen in den Fahrplan“, erlĂ€utert der Landrat weiter. Ermöglicht wurde dies unter anderem dadurch, dass fĂŒr die Erneuerung von zwei Kreuzungsbauwerken im Bereich Mannheim-Friedrichsfeld nun alternative Baumethoden gewĂ€hlt wurden, die den S-Bahn-Ausbau nicht mehr beeintrĂ€chtigen.

So können die Baumaßnahmen an der Strecke „Mannheim – Schwetzingen“ bis Ende 2015, diejenigen fĂŒr „Schwetzingen – Graben-Neudorf“ bis Ende 2016 beendet werden. Der Zeitpunkt der Realisierung der Stationen „Schwetzingen-Nord“ und „Hockenheim“ wird derzeit geprĂŒft. Der Ausbau der Gesamtstrecke bis Ende 2016 bleibt davon jedoch unberĂŒhrt. Der Ausbau der Main-Neckar-Bahn „Mannheim – Weinheim – Darmstadt“ wird bis Ende 2015, einschließlich der Restabwicklung des Bahnhofs Mannheim-Friedrichsfeld, abgeschlossen sein. FĂŒr den Hauptbahnhof Weinheim gilt die Besonderheit, dass die Bahnsteige an den Gleisen 1 bis 3 ebenfalls bis 2015 S-Bahn-gerecht ausgebaut werden können, die ĂŒbrigen Bahnsteige dann 2016. Die geplanten BahnsteigverlĂ€ngerungen an der Strecke „Heidelberg – Bruchsal“ können bis Ende 2017 fertig gestellt sein. Die DB betonte, dass die neue Zielsetzung zur Fertigstellung der Infrastruktur optimale ProzessablĂ€ufe sowie ein gemeinsames Handeln aller Projektbeteiligten voraussetzt.

Landrat Stefan Dallinger dankte abschließend allen, die sich in den Prozesse eingebracht haben. „Mir persönlich war es wichtig, dass die OberbĂŒrgermeister und BĂŒrgermeister der betroffenen Kreiskommunen von Anfang an in den Prozess eingebunden und auch regelmĂ€ĂŸig ĂŒber den Fortgang der Verhandlungen informiert waren“, betont Dallinger. Am vergangenen Freitag hatte er final mit den Vertretern der DB verhandelt und konnte punktuell noch weitere Verbesserungen fĂŒr den Rhein-Neckar-Kreis erzielen. Den abschließend vereinbarten Zeitplan werden die Vertreter der DB bei einem GesprĂ€ch im Heidelberger Landratsamt am Mittwoch, 28. MĂ€rz 2012, den OberbĂŒrgermeistern und BĂŒrgermeistern der an den drei S-Bahn-Strecken im Rhein-Neckar-Kreis liegenden StĂ€dte und Gemeinden vorstellen.

„Ich freue mich, dass es gelungen ist, dem S-Bahn-Ausbau im Rhein-Neckar-Kreis zu einem weiteren Erfolg zu verhelfen“, so das Fazit von Dallinger.

Landrat Dallinger im Interview zur Finanzlage: „Wir stehen vor vielen UnwĂ€gbarkeiten im Sozialetat.“


Kreistagssitzung am 11. Oktober 2011 in Edingen-Neckarhausen: Der Haushaltsentwurf 2012 wurde angenommen.

Guten Tag!

Edingen-Neckarhausen/Rhein-Neckar, 16. Oktober 2011 (red) Am vergangenen Dienstag tagte der Kreisrat in Edingen-Neckarhausen. Hauptthema: Der Haushaltsentwurf 2012. Landrat Stefan Dallinger (CDU) stellte den Haushalt in einer halbstĂŒndigen Rede vor: Oberstes Ziel ist die Reduzierung der Verschuldigung auf 100 Millionen Euro bis Ende 2015.

Von Hardy Prothmann

Insgesamt umfasst der Haushalt ein Volumen von rund 512 Millionen Euro fĂŒr das Jahr 2012 – rund 28 Millionen mehr als fĂŒr das Jahr 2011. Am Jahresende wird der Kreis voraussichtlich 115,5 Millionen Euro Schulden haben. Bis 2015 sollen der Schuldenstand auf 100 Millionen Euro gesenkt werden.

Landrat Stefan Dallinger, seit 2010 im Amt als Nachfolger von JĂŒrgen SchĂŒtz, hat erstmals „LeitsĂ€tze“ definiert. So sollen neben den gesetzlichen Aufgaben die Themenkomplexe Jugend und Soziales, Bildung, nachhaltige Finanzwirtschaft, Klimaschutz und Wirtschaftsförderung eine besondere Beachtung finden.

Der Kreisrat nahm den Entwurf an. Jetzt wird der Entwurf in den FachausschĂŒssen nochmals beraten und soll am 13. Dezember 2011 verabschiedet werden.

Landrat Dallinger betonte, dass ihm an einer finanziellen Entlastung der Kommunen gelegen sei, was in diesem und im kommenden Jahr auch durch höhere Steuereinnahmen und einer kleinen Senkung der Kreisumlage um 0,5 Prozentpunkte auf dann 31 Prozentpunkte auch möglich ist.

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Die SpielrĂ€ume sind nicht groß – vor allem im Sozialbereich gibt es „feste Kosten“ von knapp 162 Millionen Euro netto, ohne Personalkosten. In diesem Jahr wendet der Kreis erstmalig das neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen an und startete mit einer „Eröffnungsbilanz“. Danach verfĂŒgt der Kreis ĂŒber ein Basiskapitalvermögen von 156,5 Millionen Euro – was wenig ist. Allerdings sind hier Immobilienwerte nicht eingerechnet, da diese an den Eigenbetrieb „Bau und Vermögen“ ausgegliedert sind. Das ist leider wenig transparent.

Im Rhein-Neckar-Kreis (RNK) leben rund 537.000 Menschen in 54 Kommunen – womit der RNK der einwohnerreichste Kreis Baden-WĂŒrttembergs und der fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte in Deutschland ist.

Im Interview mit unserer Redaktion stellt Landrat Stefan Dallinger die Lage des Kreises aus seiner Sicht dar (Anm. d. Red.: „Wir bitten die leichte UnschĂ€rfe infolge technischer Probleme zu entschuldigen).

Wir dokumentieren außerdem die Rede des Landrats bei der Kreistagssitzung in Edingen-Neckarhausen:

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Landrat Dallinger vereidigt

Guten Tag!

Ladenburg/Rhein-Neckar, 21. Juli 2010. Bei der Kreistagssitzung am 20. Juli 2010 in Heddesheim wurde der Landrat Stefan Dallinger von RegierungsprĂ€sident Dr. Rudolf KĂŒhner im Heddesheimer BĂŒrgerhaus vereidigt. [Weiterlesen…]

Fotostrecke: Landrat SchĂŒtz geht in Ruhestand – Dallinger ĂŒbernimmt

Guten Tag!

Rhein-Neckar-Kreis, 30. April 2010. Am 29. April 2010 hat sich der langjĂ€hrige Landrat Dr. JĂŒrgen SchĂŒtz in den Ruhestand verabschiedet – der beginnt am 1. Mai 2010. Dann ist Stefan Dallinger der neue Landrat des Rhein-Neckar-Kreises.

Landrat Dr. JĂŒrgen SchĂŒtz (links seine Ehefrau Gisela). Bild: rnb

Wir haben die Veranstaltung dokumentarisch fotografiert.

Viel Freude mit den Fotos:

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Anmerkung der Redaktion: Die Bildunterschriften folgen.

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Dokumentation: Die Rede von Landrat SchĂŒtz zur Einweihung der Martinsschule

Guten Tag!

Ladenburg/Region Rhein-Neckar, 25. Februar 2010. Der Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, Dr. JĂŒrgen SchĂŒtz, hat zur Eröffnung der neuen Martinsschule eine umfangreiche Rede gehalten. Da die Rede wichtige Aussagen zur Schule trifft und die hohe Bedeutung dieser Einrichtung unterstreicht, dokumentier die Redaktion die Rede in voller LĂ€nge

Rede zur offiziellen Einweihung der Martinsschule von Dr. JĂŒrgen SchĂŒtz

„Verehrte GĂ€ste,
heute ist einer der schönsten Tage meiner bald zu Ende gehenden 24-jĂ€hrigen Amtszeit als Landrat. Denn jetzt weihen wir gemeinsam die neue Martinsschule hier in Ladenburg ein. Beinahe zehn Jahre lang hat dieses Projekt eines Neubaues unserer regionalen Schule fĂŒr körper- und mehrfach behinderte Kinder mich in meiner Arbeit begleitet, ja, hatte sogar oberste PrioritĂ€t. Und nun, nach vielen GesprĂ€chen, Verhandlungen, Vereinbarungen, nach einem Architektenwettbewerb, Spatenstich, Richtfest, nach knapp zwei Jahren Bauzeit, dem Umzug einer ganzen Schule an einen neuen Standort, ist es soweit. Das erfĂŒllt mich mit großer Freude, ebenso wie Ihrer aller Anwesenheit, und geteilte Freude ist bekanntlich doppelt so fein…

Aus der großen Schar der GĂ€ste, die, wie schon beim Ersten Spatenstich und beim Richtfest zum Beginn ganz gekonnt von der SchĂŒlerfirma mit Cocktails bewirtet wurden – herzlich Dank Euch allen ebenso wie den Mitgliedern der SchĂŒlerband „Crazy-SchĂŒlers“ und den kooperativ-integrativen Klassen 6 und 8, die diese Feierstunde musikalisch und mit BeitrĂ€gen umrahmen, – will ich einige wenige namentlich begrĂŒĂŸen.

Ich heiße Herrn RegierungsprĂ€sidenten Dr. Rudolf KĂŒhner, der nachher als Vertreter der Landesregierung zu uns sprechen wird, herzlich willkommen. Mit ihm und seinem Haus standen wir oft im Kontakt, wenn es um Raumplanung und ZuschĂŒsse fĂŒr die neue Schule ging. Gerne wĂ€re auch KultusstaatssekretĂ€r Wacker gekommen, doch da heute die neue Landesregierung vereidigt wird, muss er in Stuttgart anwesend sein. Voll Dankbarkeit erinnere ich an dieser Stelle noch einmal an den Besuch (2004) der damaligen Kultusministerin Dr. Annette Schavan, die sich von unseren Vorstellungen ĂŒberzeugen ließ und ebenso wie MinisterprĂ€sident GĂŒnter Oettinger (2006) einen Neubau der Martinsschule und eine finanzielle Förderung (6,4 Millionen Euro) durch das Land unterstĂŒtzt hat.

Ich habe die neue Martinsschule einmal als Bauwerk mit Symbolcharakter bezeichnet. Dabei erinnerte ich mich noch gut, was mein ehemaliger Chef im Innenministerium und spĂ€tere BundesprĂ€sident Roman Herzog einmal gesagt hat: „Über die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidet die Gegenwart unserer Kinder“, waren seine Worte. Sicher war die alte Martinsschule noch gut in Schuss, doch sie wurde der stĂ€ndig steigenden Zahl der schwerst mehrfach behinderten Kinder, die zudem oft Medizinische Behandlungspflege brauchen, nicht mehr gerecht. Deshalb ging es darum die Gegenwart zu verbessern, wofĂŒr sich alle kommunalen Partner dieser ĂŒberregional bedeutenden Schule zu diesem Neubau am Ortsrand Ladenburgs entschlossen.
Herzlich begrĂŒĂŸe ich meinen Kollegen Landrat Matthias Wilkes fĂŒr den Kreis Bergstraße, der nachher ebenfalls zu uns sprechen wird, Erster BĂŒrgermeister Christian Specht fĂŒr die Stadt Mannheim sowie Herrn BrĂŒhl, den Leiter des Schulverwaltungsamtes fĂŒr die Stadt Heidelberg. Lassen Sie mich Ihnen und den Vertretern Ihrer Gremien, die ich ebenfalls, wie unsere KreisrĂ€tinnen und KreisrĂ€te, herzlich willkommen heiße, auch an dieser Stelle noch einmal fĂŒr die partnerschaftlich-kooperativen Beziehungen und die Finanzierung dieses 28,2 Millionen Euro-Projektes danken. Sie sind fĂŒr die uns anvertrauten Kinder wirklich zukunftsweisend! Ein herzlicher Gruß gilt auch meinem Nachfolger, Stefan Dallinger, der heute ebenfalls mit dabei sein kann. Dieses Projekt ist abgeschlossen, aber er weiß, dass noch einige weitere, die es noch zu Ende zu bringen gilt, auf ihn warten-۩

Ich glaube, auch fĂŒr die Stadt Ladenburg ist heute ein großer Tag. Nicht nur, dass der Schulstadt ein weiterer Mosaikstein hinzugefĂŒgt wird, der eigentlich, auch diesen Begriff habe ich einmal verwendet, ein Edelstein ist. Denn mit ihrer anspruchsvollen Architektur und Umfeldgestaltung stellt die neue Martinsschule ein selbstbewusst-gelungenes stĂ€dtebauliches Entree der alten Römerstadt dar. BĂŒrgermeister Rainer Ziegler ist heute ebenfalls unter uns und wird ein Grußwort sprechen. Seien Sie und die Mitglieder des Stadtrates herzlich gegrĂŒĂŸt und bedankt fĂŒr die UnterstĂŒtzung der Stadt.

Wenn ich die Architektur anspreche, sind wir beim Architektenehepaar Maximilian Otto und Ursula HĂŒfftlein-Otto angelangt, die uns nachher ebenfalls einige Worte zu Ihrer Arbeit sagen werden. Ich begrĂŒĂŸe Sie beide und Ihr Team des Stuttgarter ArchitektenbĂŒros „OHO“ ganz herzlich und lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Es hĂ€tte uns kaum etwas Besseres als die Zusammenarbeit mit Ihnen passieren können. Vom Planentwurf ĂŒber die AusfĂŒhrung und die Arbeit mit den am Bau beteiligten IngenieurbĂŒros und Firmen – denen ich alle fĂŒr ihre Arbeit danke – bis hin zur Einhaltung von Zeit- und Kostenplan waren Sie unserem Eigenbetrieb Bau und Vermögen, uns allen ein ausgezeichneter Partner. FĂŒr die rund 240 Kinder, die kĂŒnftig hier zur Schule gehen, haben Sie beinahe eine kleine Stadt geschaffen, die durch die verwendeten Baumaterialien und die Einbindung in die Landschaft zwischen Ladenburg und Schriesheim sowie das ihr eigene Modulkonzept schon fĂŒr viel Aufsehen gesorgt hat. WĂ€re die Schule bereits im September fertig gewesen, hĂ€tten der Kreis und Sie beim Auszeichnungsverfahren „Beispielhaftes Bauen Rhein-Neckar-Kreis – 1999 bis 2009“ der Architektenkammer Baden-WĂŒrttemberg ganz gewiss einen Preis eingeheimst, so begeistert war die Jury.

Apropos Modulkonzept: Das ist fĂŒr Versorgung der schwerst-pflegebedĂŒrftigen und schwerst mehrfach behinderten Kinder und Jugendlichen eine ausgezeichnete Sache. Vor allem, weil wir damit noch bessere pĂ€dagogische Förderung, therapeutische Maßnahmen, Betreuung und Versorgung ermöglichen. Denn die NĂ€he im Modul erreicht viel Positives, die Kommunikation im Team, der Einsatz technischer Hilfsmittel bei der Pflege und Betreuung wird erleichtert, die physische und psychische Belastung der Mitarbeiter reduziert. Das gibt mir Gelegenheit, mich bei allen, die sich hier vor Ort fĂŒr die Kinder der Martinsschule engagieren, ganz herzlich Danke zu sagen, von der Schulleitung ĂŒber PflegekrĂ€fte und Betreuungspersonal bis hin zum Elternbeirat mit Anita Baro und dem Förderverein mit JĂŒrgen Vosslo an der Spitze. Sie alle haben sehr aktiv an der Ideenfindung und Planung der neuen Schule mitgewirkt – gerne nennen will ich auch die extra eingerichtete Projektgruppe mit Ursula Grabbert, Ingrid Linsenmeyer-Wenz und Peter Hellriegel, die unseren Schulleiter Kurt Gredel und dessen VorgĂ€nger Paul Hennze, sowie die Stellvertreterin Brigitte Spies-Bechtel unterstĂŒtzt haben. Ein Dankeschön gilt zudem den Mitgliedern des Kollegiums, die die Ferien geopfert haben, um den Umzug in der vergangenen Woche zu realisieren. Schön, dass Sie alle da sind, ebenso wie PflegekrĂ€fte und Betreuungspersonal, die ich gerne in meinen Dank mit einschließe. Ohne jetzt alle namentlich erwĂ€hnen zu können, will ich hier nicht vergessen den großen Kreis der Kooperationspartner und das bestehende Netzwerk der Martinsschule, in dem sich Schulverwaltung und Schulen, die Bundesagentur fĂŒr Arbeit und viele mehr engagieren. Dazu zĂ€hle ich auch die Vertreter der Presse, die uns ĂŒber die ganze Zeit so ausfĂŒhrlich zu diesem Thema begleitet haben! Überblickt man dies alles, könnte man beinahe sagen, ein MĂ€rchen ist wahr geworden, denn selten bringen sich so viele Menschen ĂŒber eine so lange Zeit so beharrlich, mit Fantasie und so intensiv fĂŒr eine Sache ein.

In Abwandlung eines Bibelwortes könnte man auch sagen: Sie alle suchen der Kinder Bestes, was mir Gelegenheit gibt, die Vertreter der Kirchen in Ladenburg herzlich zu grĂŒĂŸen. Die Schule trĂ€gt ja den Namen eines der berĂŒhmtesten Heiligen, und vielleicht hat jeder, der sich fĂŒr unsere Kinder und Jugendlichen hier in der Schule engagiert, ein klein wenig von St. Martin. Heute wie damals braucht es den Martin, der hinschaut, der Not wahrnimmt und seinen Mantel teilt. Und heute ist das der Mantel der GĂŒte und NĂ€he, der Mantel der Sorge und Anteilnahme, der Mantel tatkrĂ€ftiger Hilfe.
Damals war es ein frierender Bettler im Schnee. Wie Martin ihm in seiner Not begegnet ist, daran erinnert die große Stahlskulptur, die der in Hördt/Pfalz lebende KĂŒnstler Andreas Helmling fĂŒr den Verkehrskreisel vor der Schule geschaffen hat. Trotz ihrer Dimension (6 to schwer, Gesamthöhe 3,50 m) strahlt die scherenschnittartige Skulptur eine unglaubliche Leichtigkeit aus und wirkt Ă€ußerst lebendig. Ich freue mich sehr, dazu schon viel Positives von Menschen aus der Stadt vernommen zu haben. Die Plastik schlĂ€gt so den Bogen von der Verehrung des heiligen Martin, die in Ladenburg eine lange Tradition hat, zur Moderne und fordert, wie auch der KĂŒnstler sagt, zu HumanitĂ€t auf.

Eine ganz andere kĂŒnstlerisch gestaltete Skulptur aus Aluminium steht direkt im Eingangsbereich der neuen Schule. Geschaffen hat sie der Heidelberger KĂŒnstler Pieter Sohl, der auch die weitere kĂŒnstlerische Ausgestaltung der Schule ĂŒbernommen hat. Es war fĂŒr ihn eine echte Herausforderung besonders fĂŒr die Kinder zu arbeiten, hat er mir gestanden. Zudem musste es zu der wunderschönen Architektur passen und die einzelnen Bauelemente unterstĂŒtzen. Auch wollte Pieter Sohl nicht nur kindergerecht gestalten, sondern fĂŒr Lehrer, Betreuer und Besucher insgesamt ein Seherlebnis schaffen. Ich denke, das ist ihm gelungen. Sein besonderer Wunsch war es, die Fantasie der Kinder anzuregen und nicht, wie meist ĂŒblich, nur vor dem Eingang als gĂ€ngige Kunst am Bau ein „SchmuckstĂŒck“ zu platzieren. Diese BegrĂŒĂŸungsskulptur gibt es, und eigentlich besteht sie aus dem Grundriss der Schule (und wĂ€re vielleicht auch ein schönes „Schullogo“). Doch auch innen entdeckt man, gleich wo man steht oder geht, immer wieder einen fröhlichen Farbtupfer. Und die beweglichen WĂ€nde innen sollen besonders einladen, sich nach Lust und Laune ein Bild zu drehen – auch mit dem Hintergedanken einer pĂ€dagogischen Funktion.

Meine Damen und Herren, wie man es also dreht und wendet: Mit der neuen Martinsschule haben wir eine moderne, offene und freundliche Schule geschaffen. Wir haben geduldig daran gearbeitet, den behinderten Kindern eine bessere Chance auf einen guten Start ins Leben zu ermöglichen. Die investierten Gelder sind gut angelegt, die Schule wird im Laufe der Jahre noch weiter an Kontur gewinnen und jedem einzelnen Kind und jedem Jugendlichen hier einen optimalen Weg der Förderung bieten. Ich hoffe und wĂŒnsche, dass auch Sie – so wie ich – heute damit einen Augenblick der Dankbarkeit erleben und dass sich alle, die hier arbeiten, und besonders die Kinder, in der neuen Martinsschule wohlfĂŒhlen und das Lernen Freude macht.“

Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich um die schriftliche Fassung der Rede. Der mĂŒndliche Vortrag kann davon abweichen.

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Fotostrecke: Die Einweihung der Martinsschule

Guten Tag!

Ladenburg/Region Rhein-Neckar, 25. Februar 2010. Die neue Martinsschule bietet zur Zeit 235 behinderten und schwerst-behinderten Kindern Ausbildung und Betreuung. Am 24. Februar wurde die Schule offiziell eingeweiht.

Spielecke: Die Martinsschule ist auf den ersten Blick eine Schule. Aber eine besondere. Bild: ladenburgblog

Gut 150 GĂ€ste waren zur Einweihung der Martinsschule gekommen. Die Redaktion zeigt Fotos der Einweihung und Impressionen, wo und wie die Kinder dort unterrichtet und betreut werden.

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Hintergrund: Die neue Martinsschule

Guten Tag!

Ladenburg/Region Rhein-Neckar, 25. Februar 2010. Daten und Fakten zur heute eingeweihten Martinsschule in Ladenburg: 28,2 Millionen Euro hat der Schulbau gekostet. Unterrichtet werden aktuell 235 behinderte und schwerst-behinderte Kinder.

Der Rhein-Neckar-Kreis informiert in einer Presseinformation:

Zwei Freunde umarmen sich. Die Skulptur des KĂŒnstlers Pieter Sohl formt den Grundriß der Schule nach. Bild: lblog

„Die neue Martinsschule ist der Nachfolgebau fĂŒr die bestehende Martinsschule, die momentan 235 Kinder aus Mannheim, Heidelberg, dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Kreis Bergstraße unterrichtet und seit 1978 als regionale Gemeinschaftsaufgabe gefĂŒhrt wird.

Ein Neubau war notwendig geworden wegen der sich stetig vergrĂ¶ĂŸernden SchĂŒlerzahl, der Zunahme des Behindertengrades, darunter viele Schwerst-Mehrfachbehinderungen, den geĂ€nderten, sonderpĂ€dagogischen Gegebenheiten und den höheren baurechtlichen Anforderungen, insbesondere SicherheitsansprĂŒche aus dem Brandschutz.

Mit 28,2 Millionen Euro ist der Schulneubau das grĂ¶ĂŸte Hochbauprojekt des federfĂŒhrenden Rhein-Neckar-Kreises. Die Finanzierung erfolgt durch die regionalen Partner, entsprechend der SchĂŒlerzahlen vom Oktober 2005.

So entfallen auf den Rhein-Neckar-Kreis (65 Kinder, 30,5 %, 6,649 Millionen Euro; Heidelberg, 13 Kinder, 6 %, 1,308 Millionen Euro, Mannheim (90 Kinder, 42 %, 9,156 Millionen Euro und Kreis Bergstraße (46 Kinder, 21,5 %, 4,687 Millionen Euro; das Land zahlt einen Zuschuss von 6,4 Millionen Euro).

Die neue Martinsschule hat rund 12.600 qm FlĂ€che, einen umbauten Raum von 51.000 Quadratmeter und steht auf einem knapp 19.000 qm großen BaugrundstĂŒck.

Das gesamte SchulgebÀude ist in die Bereiche Zentralfunktionen und Klassenmodule gegliedert.

Die Zentralfunktionen – Foyer, Versorgungs- und Speisebereich, Sporthalle und Schwimmhalle sind im Erdgeschoss des GebĂ€udes angeordnet.

Die 8 Klassenmodule mit KlassenrĂ€umen, Therapie- und Pflegebereichen sind um -Âœ Geschoss nach unten bzw. ein -Âœ Geschoss nach oben an den Zentralbereich angebunden. Die Erschließung erfolgt ĂŒber Rampen und 2 AufzĂŒge.

Das zweigeschossige SchulgebĂ€ude bildet verschiedene Höfe aus, die sich in Lage, Funktion und Ausstattung unterscheiden. Um allen Klassen einen ebenerdigen Ausgang in die FreirĂ€ume zu ermöglichen, befinden sich die Höfe hinsichtlich der Höhenabwicklung auf drei unterschiedlichen Niveaus (Niveau Eingang, Werkhof, GartenflĂ€chen zwischen den grĂŒnen Klassenzimmern, Zentraler Pausenhof, Niveau fĂŒr die unteren Klassenmodulen wie Mauerhof, Schulgarten, Wellengarten und Niveau fĂŒr grĂŒne Klassenzimmer). Die Niveauunterschiede sind mit StĂŒtzmauern aus Drahtschotterkörben bewerkstelligt.

Die Schule hat drei Schwimmbecken: Therapiebecken mit Hubboden, Whirlpool, Bewegungsbecken.

Bei der „Klimatisierung“ – außer der Möglichkeit der FensterbelĂŒftung – kommt das Bauer-Optimierungs-System zum Einsatz. Das System wird durch die meteorologischen Wetterlagen inspiriert und arbeitet mit unterschiedlichen LuftdrĂŒcken. ErgĂ€nzend hierzu werden keine festen Luftwechselraten verwendet, die RĂ€ume erhalten je nach gemessener LuftqualitĂ€t mit variablen Volumenströmen.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog

„Zusammen sind wir eins“ – Einweihung der Martinsschule

Guten Tag!

Ladenburg/Region Rhein-Neckar, 25. Februar 2010. Der Schulbeginn war am Montag. Am Mittwoch, den 24. Februar 2010, wurde die Martinsschule in Ladenburg offiziell eingeweiht. In der Schule werden 235 behinderte und schwerst behinderte Kinder unterrichtet und betreut. Landrat Dr. JĂŒrgen SchĂŒtz bezeichnete die neue Martinsschule als „Edelstein.“ Gut 150 GĂ€ste waren zur Einweihung gekommen.

Von Sabine Prothmann

Die Kinder der Martinsschule haben bei der internen Einweihungsfeier vor zwei Tagen die Parole „Zusammen sind wir eins“ auf ein Plakat ĂŒber ihren Alltag und ihr Leben in der Schule geschrieben. KĂŒrzer und besser kann man kaum beschreiben, was die heutige Einweihungsfeier des Neubaus in der Hirschberger Allee 2 vermittelt hat.

Kinder fĂŒhren den "Umzugszug" auf. Bild: ladenburgblog

Die Kinder, die Eltern und die Lehrer haben schon sehr frĂŒh erfahren, dass sie zusammenhalten mĂŒssen, um stark zu sein. Dass sie gemeinsam kĂ€mpfen mĂŒssen, um ihre Ziele zu erreichen. Und dass sie sehr viel Hilfe brauchen, um sich eine Zukunft zu realisieren. MĂŒhe-, aber hoffnungsvoll.

Die Martinsschule wurde 1978 schon einmal eröffnet. Doch die alte Schule ist im Laufe der Zeit zu klein geworden. Die Konzeption, die Planung und die Finanzierung haben viel MĂŒhe und Zeit gekostet – sehr viele Menschen haben an diesem Projekt gearbeitet. Am Montag konnten 235 SchĂŒler zusammen mit 105 Lehrern und 46 Kreisbediensteten in diesen wunderbaren Neubau einziehen. Die MĂŒhe hat sich gelohnt.

Oberste PrioritÀt.

Einer dieser Menschen ist der Landrat Dr. JĂŒrgen SchĂŒtz. Und man glaubt ihm, wenn er in seiner Ansprache sagt: „Dies ist heute ist einer meiner schönsten Tage. Beinahe zehn Jahre lang hast dieses Projekt eines Neubaus unserer regionalen Schule fĂŒr körper- und mehrfach behinderte Kinder mich in meiner Arbeit begleitet, ja, hatte sogar oberste PrioritĂ€t.“

28,2 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Das ist viel Geld, aber es ist gut investiert.

SchĂŒtz bezeichnete die neue Martinsschule als ein Bauwerk mit Symbolcharakter und zitierte den BundesprĂ€sidenten a. D. Roman Herzog: „Über die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidet die Gegenwart unserer Kinder.“

Landrat Dr. JĂŒrgen SchĂŒtz: "Einer meiner schönsten Tage." Bild: lblog

Der Neubau war durch die stÀndig steigende Zahl der hier unterrichteten Kinder notwendig geworden. Diese benötigen oft eine medizinische Behandlungspflege.

„Edelstein“ in Ladenburg.

Mit ihrer anspruchsvolle Architektur und Umfeldgestaltung stelle die Martinsschule ein gelungenes stĂ€dtebauliches Entrée zur alten Römerstadt dar – ein weiterer Mosaikstein der Schulstadt. „Ein Edelstein“, sagte SchĂŒtz. Die Einweihung sei damit auch ein großer Tag fĂŒr die Stadt Ladenburg.

Das Architektenehepaar Maximilian Otto und Ursula HĂŒfftlein-Otto und ihr Team des Stuttgarter ArchitektenbĂŒros „OHO“ haben beinahe eine kleine Stadt geschaffen, eingebunden in die Landschaft zwischen Ladenburg und Schriesheim.

SchĂŒtz hob das Modulkonzept des Neubaus besonders hervor. Dieses ermögliche mehr als nur eine Versorgung, bessere pĂ€dagogische Förderung sowie therapeutische Maßnahmen der schwerst mehrfach behinderten Kinder und Jugendlichen.

Enormer Einsatz.

Der Einsatz des Rektors Kurt Gredel, des Kollegiums, das seine Ferien fĂŒr den Umzug opferte, das des Elternbeirats, des Fördervereins, der PflegekrĂ€fte und des Betreuungspersonals so wie der Kooperationspartner und vieler anderer mehr hĂ€tten die Realisierung des Projekts erst ermöglicht.

„Ein MĂ€rchen ist wahr geworden, denn selten bringen sich so viele Menschen ĂŒber eine so lange Zeit so beharrlich, mit Fantasie und so intensiv fĂŒr eine Sache ein.“ Und: „Sie alle suchen der Kinder Bestes.“

SchĂŒtz erinnert auch an den Namenspatron der Schule, den Heiligen Martin. „Einer der hinschaut, der Not wahrnimmt und seinen Mantel teilt.“

Schulleiter Kurt Gredel (links) mit BĂŒrgermeister Ziegler. Bild: lblog

Besonders lobte SchĂŒtz auch die Skulptur des Heidelberger KĂŒnstlers Pieter Sohl, die am Eingang steht: Zwei Freunde, deren Körper den Grundriss der Schule zeigen, umarmen sich.

Ort der UnterstĂŒtzung.

Der RegierungsprĂ€sident Dr. Rudolf KĂŒhner bezeichnete den Neubau der Martinsschule als Ort des Lebens, Ort der Beratung und UnterstĂŒtzung. „Ja, sagen hier die SchĂŒler, ja, sagen hier die Eltern, ja, sagen hier die Lehrer.“

Die Metropolregion und Baden-WĂŒrttemberg könnten stolz sein auf diese Einrichtung, auf diesen Ort der Begegnung, des Miteinanders, des Lernens, des Förderns und Forderns, der zu einem StĂŒck Heimat wurde.

„Die Finanzierung von sozialen Projekten ist ein Maßstab der Menschlichkeit und der QualitĂ€t einer Gesellschaft insgesamt“, sagte Landrat Matthias Wilkes als Vertreter der Kommunalen Partner fĂŒr den Kreis Bergstraße.

Die staatlichen Vertreter seien oft weit entfernt, doch die Landes- und Kommunalpolitiker konnten und wollten beim Einsatz fĂŒr behinderte Kinder nicht ausweichen. Wilkes ist so sozialisiert worden. Sein Vater war Lehrer fĂŒr gehörlose Menschen.

Viel zu schultern.

„Es ist ein guter und großer Tag fĂŒr unsere Stadt“, sagte BĂŒrgermeister Rainer Ziegler in seiner Ansprache. Ladenburg sei gerne eine Schulstadt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, doch „fĂŒr die Martinsschule haben wir die Rolle des SchultrĂ€gers nicht, dafĂŒr bedarf es breiterer und stĂ€rkerer Schultern“.

"Lichtertanz" zur Einweihung. Bild: lblog

Aber, so betonte der BĂŒrgermeister, Ladenburg sei von Herzen gerne Heimat fĂŒr diese Schule: „Die Menschen in unserer Stadt freuen sich, wenn die SchĂŒler unterwegs sind, teilnehmen und teilhaben.“

Die Lage des Neubaus sei angebunden an die Stadt und an die Natur, gelegen am Kandelbach und in der NĂ€he des Waldparks.

Es gab ein ehrgeiziges Ziel: Es sollten pĂ€dagogische und medizinische Voraussetzungen geschaffen werden, die sich baulich an die Stadt anschmiegen und in die Natur integrieren. „Das haben die Architekten mit diesem baulichen Ensemble ĂŒberzeugend erreicht“, sagte BĂŒrgermeister Ziegler: „Vor 32 Jahren war die Martinsschule ein Vorzeigeprojekt. Und dies ist auch jetzt wieder eindrucksvoll gelungen.“

Wie ein kleines Dorf.

Als eine Schule wie ein kleines Dorf zwischen Stadt und Landschaft beschrieb der Architekt Maximilian Otto bei der symbolischen SchlĂŒsselĂŒbergabe an Landrat Dr. SchĂŒtz und den Sonderschulrektor Kurt Gredel seinen Neubau der Martinsschule.

Es gibt hier einen Bahnhof, einen Marktplatz, eine Cafeteria, Sporthalle und Schwimmbad, HĂ€user aus Backstein, aus Holz, eckig oder „kartoffelig“ rund, grau, blau, maigrĂŒn.

Es gibt Gassen, PlĂ€tze und selbstĂ€ndig „erfahrbare“ Wege. SpielrĂ€ume innen wie außen, als BĂŒhne fĂŒr Begegnung und Kommunikation.

Besonders bedankte sich der Architekt dafĂŒr, „dass sie uns haben machen lassen“.

Beeindruckendes Miteinander.

Beeindruckender als die Architektur ist aber das Miteinander der SchĂŒler, der Eltern und LehrkrĂ€fte.

"Crazy SchĂŒlers" haben Spaß und rappen. Bild: lblog

Es ist beeindruckend, wenn die SchĂŒlerband „Crazy SchĂŒlers“ auftritt. Es ist berĂŒhrend, wie die 6. Klasse ihren „Umzugszug“ darstellt. Es ist ergreifend, wie sich die 8. Klasse zum Lichtertanz bewegt und singt.

„Wir sind hier vier Schulen in einer“, sagt Peter Hellriegel, Leiter der FrĂŒhberatung: „Eine Grund-, eine Haupt-, eine Förderschule und eine Schule fĂŒr Geistigbehinderte.“ Er und andere Lehrer fĂŒhren die GĂ€ste nach den Einweihungsreden durch das SchulgebĂ€ude.

Entdeckung der Langsamkeit.

Viele Menschen drĂ€ngen durch die Flure, Rampen und Treppen. Dazwischen kommt man ins Stocken, wenn zum Beispiel eine gehbehinderte SchĂŒlerin die Treppen mĂŒhsam erklimmt. „Sich in einer Behinderten-Schule zu befinden, ist die Entdeckung der Langsamkeit“, sagt eine Mutter.

Dieses helle und freundliche GebÀude steckt voller Sonderanfertigungen und Sondereinrichtungen.

Ein GelÀnder kann nicht nur ein GelÀnder sein. Ein Schutz ist nötig, damit die Kinder sich nicht verletzen.

Ein Schwimmbad ist nicht einfach ein Schwimmbad. Es ist viel wĂ€rmer, 32-° Grad Celsius. Damit die behinderten Kinder nicht auskĂŒhlen, sondern ihre Körper und sich entspannen können. Es hat eine Transportschiene, damit auch Rollstuhlkinder in eines der drei Becken gehoben werden können.

125 SchĂŒler sind Rollstuhlkinder.

Die vielen Details in diesem einzigartigen GebĂ€ude sind teuer, aber sie tragen den BedĂŒrfnissen der Kinder Rechnung.

Wie in der großen Turnhalle. Da gibt es KletterwĂ€nde fĂŒr die, die viel können. Und Kletterebenen fĂŒr die, die weniger können. Ein großes Trampolin fĂŒr die, die hĂŒpfen können. Aber auch fĂŒr die, die nur gelagert werden und sich an den Schwingungen freuen.

Die SchĂŒlerschaft ist breit gefĂ€chert und so ist auch die Einrichtung. Hier muss auf jeden Einzelnen individuell eingegangen werden. Das geht gar nicht anders.

Und das tut man hier gemeinsam, denn „zusammen sind wir eins.“

Fotostrecke: Die Einweihung der Martinsschule
Hintergrund: Die neue Martinsschule