Montag, 18. November 2019

28. Oktober bis 03. November 2013

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine für den 28. Oktober bis 03. November 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps für die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im Menü Nachbarschaft im Menü “Termine”. [Weiterlesen…]

11. bis 17. März 2013

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine für den 11. bis 17.März 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps für die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite. [Weiterlesen…]

Berufskorrespondent Schroeder

Kreisverkehrt: “Irrsinn”, “Kopfschütteln”, “Bürokratentum”

Heddesheim/Ladenburg/Hirschberg/Rhein-Neckar, 01. Oktober 2012. (red/BkS) “Irrsinn”, “Kopfschütteln”, “Bürokratentum” – Kurt Fleckenstein lies seiner Empörung über den möglichen Abriss zwei seiner Kunstwerke auf Verkehrskreiseln vor kurzem freien Lauf. Verkehrte Skandale sind für unseren Berufskorrespondenten ein Leckerbissen. Hier seine Reportage:

(Anm. d. Red. Alle Stories vom Berufskorrespondenten Schroeder und Hintergrund zu unserem Sondernkorrespondent gibt es auf dem Rheinneckarblog.de.)

Offener Brief an Phil Leicht (Atelier 47): Sie sollten Ihr Verhalten dringend überdenken


Guten Tag!

Ladenburg, 06. April 2011 (red) Was wie ein verspäteter April-Scherz klingt, ist bittere Realität: Phil Leicht, einer der Künstler des „Atelier 47“ am Marktplatz hat heute einem unserer freien Mitarbeiter ein „Hausverbot“ ausgesprochen. Einfach so. Der Grund: Vor ein paar Tagen hatte der Fotograf zum ersten Mal für uns Bilder gemacht. Von einem Ereignis, dass nichts mit dem Atelier 47 zu tun hat. Aus Sicht von Phil Leicht ein schwerwiegender Fehler. Denn damit fällt unser Mitarbeiter unter „Sippenhaft“. „Unumstößlich“. Der „Bann“ kam per email auf Facebook.

Von Hardy Prothmann

"Phil Leicht" erteilt jedem Hausverbot, der mit dem Ladenburgblog zu tun hat: "unumstößlich".

Sehr geehrter Herr „Leicht“ (Anm. d. Red. „Phil Leicht“ ist ein „Künstlername“),

Sie haben heute Mittag um 12:13 Uhr einem unserer freien Mitarbeiter ein „Hausverbot“ erteilt.

Tatsächlich war Ihnen dieser Fotograf vor kurzem bei einer Veranstaltung noch sehr „willkommen“ und sie lobten die Qualität seiner Bilder. Die können wir bestätigen, deswegen sind wir froh, dass er ab und an auch für uns arbeitet.

„Unumstößliches Hausverbot“

Vor einigen Tagen hat er dies zum ersten Mal getan und kurz darauf erkundigen Sie sich bei ihm über Facebook, ob er „nun auch für das Ladenburgblog arbeitet?“ Der Fotograf bestätigt das, woraufhin Sie ihm schreiben:

„ups, dann hast du bei uns ja auch Hausverbot .o(
Herr Prothmann, seine Blogs und seine Mitarbeiter haben bei mir Hausverbot!
unumstößlich!

Warum schreiben wir Ihnen diesen offenen Brief? Am einfachsten wäre es, Sie und Ihr Verhalten zu ignorieren. Ab so „einfach“ ist das nicht – weil wir uns als Redaktion vor unsere freien Mitarbeiter stellen und diese schützen. Und weil die Öffentlichkeit über Ihr absurdes Verhalten informiert sein muss.

Auf den Hinweis zu einer Urheberrechtsverletztung folgt das Hausverbot. Klicken Sie auf das Bild für eine größere Darstellung.

Ihr Verhalten, Herr Phil Leicht, ist nicht akzeptabel. Es ist sogar mehr als das, es ist skandalös.

Selbstverständlich können Sie ein „Hausrecht“ ausüben – als Veranstalter von öffentlichen Konzerten wäre es aber selbst nach einer „negativen Berichterstattung“ nicht hinnehmbar, wenn deswegen Journalisten an einer weiteren Berichterstattung gehindert werden.

„Unumstößliche“ Missachtung der Presse- und Kunstfreiheit – von einem „Künstler“…

Wer Öffentlichkeit herstellt, sollte sich immer auch der Öffentlichkeit stellen können und wollen – vor allem der nach Artikel 5 grundgesetzlich garantierten Meinungs- und Pressefreiheit.

Diese gilt für alle Bürgerinnen und Bürger Deutschlands, aber insbesondere für kritische Journalisten und Künstler und ist einer der wertvollsten Artikel des Grundgesetzes als Reaktion auf die Nazi-Diktatur, die eine freie Meinung und deren Bildung mit allen Mitteln der Verfolgung bis hin zu Todesstrafen unterdrückt hat.

Insbesondere Menschen, die sich als „Künstler“ sehen oder Kunst vermarkten und eine Öffentlichkeit suchen, müssten also das vorrangigste Interesse haben, eine zensurfreie Berichterstattung immer vor jedes andere Interesse zu stellen. Sie, Herr Phil Leicht, tun exakt das Gegenteil.

Sie hatten mir und meiner Frau bereits am 30. Januar 2011 ein „Hausverbot“ ausgesprochen. Wir haben das bislang nicht thematisiert, aus Rücksicht auf den anderen Künstler im Atelier 47, Herrn Siegmund Eibel, der nichts mit Ihrem Verhalten zu tun hat.

Vorgeschichte

Was war passiert? Das ist schnell erzählt: In insgesamt acht Artikeln haben wir zwischen September 2010 und Januar 2011 über das „Atelier 47“ berichtet. Zwei Mal sind Sie persönlich nur namentlich erwähnt, es gab zwei Terminankündigungen, ein Porträt zum Start der Konzertreihe, zwei Konzertkritiken und ein Porträt über Siegmund Eibel.

Alle Artikel haben eine positive Aussage und Sie, Herr Phil Leicht, zeigten sich sehr bemüht um uns, denn schließlich hatte sich sonst kein Medium für Ihre Veranstaltung interessiert. Und selbst wenn die Berichte kritisch-negativ gewesen wären, wäre Ihr Verhalten nicht zu rechtfertigen.

Ganz im Gegenteil haben wir sehr zugewandt berichtet, weil uns bis heute das Konzept gut gefällt, Zimmerkonzerte in kleiner Gesellschaft zu veranstalten. Wir haben darauf verzichtet zu berichten, dass es Ihnen nicht ein Mal gelungen ist, 30 Gäste zusammen zu bekommen, obwohl durchaus bekannte Künstler aufgetreten sind.

Wir haben auch auf einen „Verriss“ über eine Lesung verzichtet, weil eine der Performance-Künstlerinnen aus Hamburg die Wirkung von Sonne und pfälzischem Wein überschätzt hatte und sturzbesoffenen eine katastrophale „Vorstellung“ ablieferte. Warum? Aus dem Wohlwollen heraus, dass jeder Anfang schwer ist. Und der Abwägung, ob ein negativer Bericht die insgesamt gute Idee unnötig beschädigt.

Den Schaden richten nun Sie selbst an. Vermutlich aus verletzter Eitelkeit oder kleinem Selbstbewusstsein oder einer Mischung aus beidem. Das kann fatal sein.

atelier47061

Solche Fotos und eine Berichterstattung sind von "Phil Leicht" unerwünscht. Bild: ladenburgblog.de

Kurz nach dem von meiner Frau geschriebenen Porträt über Herrn Eibel, haben Sie Mitte Januar den Kontakt zu uns eingestellt und beispielsweise auf Facebook alle „Freundschaften“ zu unseren Blogseiten gekündigt. Ohne Nachricht, ohne Begründung. Wir können nur vermuten, dass Sie sich selbst als „zu wenig berücksichtigt“ empfunden haben, aber das ist reine Spekulation.

Sie nutzten aber weiterhin urheberrechtlich geschützte Fotos von uns (unter anderem eines, das den Bürgermeister Ziegler beim Besuch im Atelier zeigt), was wir aus Freundlichkeit geduldet haben. (Dokumentation auf Facebook – Sie brauchen dafür einen Facebook-Zugang.)

Wie wichtig ein Urheberrecht ist, müssten Sie als „Künstler“ eigentlich wissen. Wir haben Sie nach Ihrem unfreundlichen Verhalten darauf aufmerksam gemacht, dass sie die Bilder zu entfernen haben.

„Sippenhaft

Daraufhin erhielten wir von Ihnen besagtes Hausverbot, das aber nicht nur mich und meine Frau als Journalisten betrifft, sondern offenbar eine Art „Sippenhaft“ darstellt.

Herr Phil Leicht – Ihr Verhalten ist leider nicht nur absurd, es ist jeder Kunst und jedem Künstler unwürdig. Unsere Leserinnen und Leser bilden sich selbst eine Meinung und entscheiden auf dieser Grundlage, ob sie einen Veranstalter mit Ihrer Haltung weiter durch den Besuch von Konzerten unterstützen wollen.

Bedauerliche Haltung

Wir nehmen an, dass einige die einzig richtige Konsequenz ziehen und dies solange nicht mehr tun, bis Sie diesen absurden „Bann“ mit einer entsprechenden Entschuldigung aufheben. Wäre die Bedeutung, Ihre mindestens zur Zeit vollständig undemokratische Haltung nicht so erschreckend, müsste man Ihr Verhalten als lächerlich empfinden.

Mit dem Wissen, was eine solche Haltung für fürchterliche Folgen schon hatte und überall auf der Welt in repressiven Systemen hat, vergeht einem aber das Lachen.

Wenn Sie einen lichten Moment haben sollten, werden Sie verstehen, was wir meinen. Und keine Sorge, wir haben in nächster Zeit nicht vor, über eine Ihrer Verstaltungen zu berichten. Auch wenn das aus Sicht der auftretenden Künstler sicherlich bedauerlich ist. Ebenso aus Sicht der interessierten Öffentlichkeit.

„Ich bin am Üben“ – der Künstler Siegmund Eibel im Porträt

Guten Tag! Ladenburg, 11. Januar 2011. Siegmund Eibel ist mitten in Ladenburg. Im Atelier 47 arbeitet er direkt am Marktplatz. Als Künstler. Oder als Geschichtenerzähler. Was irgendwie dasselbe ist. Doch es kommt aufs Detail an. Der Künstler Siegmund Eibel im Porträt. Von Sabine Prothmann Siegmund Eibel erzählt Geschichten. Geschichten von seinem Leben, seiner Kunst, von Zufällen und Begegnungen. Er erzählt von seinen Träumen und mysthischen Zusammenhängen. Seine Geschichten sind bunt wie seine Bilder. Sie sind chaotisch und wenig linear. Genauso wenig wie sein Lebenslauf.

img_0886

Siegmund Eibel im Atelier 47 am Ladenburger Marktplatz.

Eine Geschichte ist die seiner Geburt: Siegmund Eibel wurde am 01.11.1951 in einem alten Fachwerkhaus auf einem ehemaligen Klostergrund in Asselheim bei Grünstadt in der Pfalz geboren. Im Zeichen des Skorpions, unter dem Aszendenten Löwe, erzählt er. Dafür stehen die Elemente Wasser und Feuer oder die Farben Blau und Rot. Der 01. November ist Allerheiligen. Auch das ist für den Künstler ein Zeichen. Eine weitere Geschichte ist die, wie er Ladenburg entdeckte: Auf einer Fahrradtour fuhr er um 1997 zufällig durch Ladenburg.

Aus dem Traum von einer kleinen Altstadt in Südfrankreich wurde Ladenburg.

„Ich hatte einen Traum von einer kleinen Altstadt mit engen Gassen und ich dachte, sie liege in Südfrankreich.“ Dann kam er nach Ladenburg und fand, dies könne auch das Städtchen aus seinem Traum sein.

img_0882

Action: Siegmund Eibel bei der Arbeit.

Eigentlich habe er ins Rheinland ziehen wollen. „Denn hier in der Gegend sind alle ein wenig stur, das ist bei den Rheinländern anders“. Bei einem seiner nächsten Besuche entdeckte er in Ladenburg ein kleines Atelier mit der Hausnummer 47. Für ihn eine magische Zahl. Denn deren Quersumme ergibt seinen Geburtsmonat. Der Künstler im Atelier war ein Kölner. Das Bild vom Traum passte, die Zahl passte und „wenn ein Kölner schon herkommt, dann brauche ich nicht nach Köln zu gehen“, erzählt Eibel. Und lacht. Oder schmunzelt eher. Grient in sich rein und sucht doch gleichzeitig den Blick, um das Mysthische im anderen zu entdecken.

„Ich habe etwas in mir.“ Siegmund Eibel

Ab seinem 5. Lebensjahr wuchs Siegmund Eibel in Frankenthal auf. Sein Vater hatte im Krieg ein Bein verloren. Über den VDK konnte sich die Familie in Frankenthal ein Haus leisten. Nach seiner Schulzeit machte er eine Ausbildung zum Elektriker. „Doch in meinem Innersten spürte ich, ich habe etwas in mir. Da schlummert etwas. Ich habe nach meinen Wurzeln gesucht.“ Schon in den frühen 70er Jahren hatte er einen Freund, einen Grafiker, den er für seine Bilder bewunderte. „Ich habe mir Ölpastellkreiden und Hartfaserplatten gekauft und angefangen zu malen, rauszuschaben und zu kratzen. Körper, Augen mit surrealistischem Anklang. „Mein Freund hat mich für meine Bilder so gelobt.“ Gemeinsam sind sie 1978 zusammen nach Marokko gefahren und haben die Farben der Landschaft, des Himmels und der Wüste gemalt. Danach fuhren sie nach Südfrankreich. Nach der Rückkehr lebte Siegfried Eibel in einer WG in Dirnstein. Er restaurierte Fahrräder, Möbel und Häuser.

Beginn der Übungen für einen Begabten.

Eines Tages sah er in dem Stadtmagazin „KetchUp“ ein Bild von der Freien Kunstschule Rhein-Neckar in Mannheim, heute Freie Akademie der Künste, und wusste: „Da will ich hin.“ „Ich nahm mein Fahrrad und fuhr von Grünstadt nach Mannheim, sagte: „Hier bin ich. Hier möchte ich anfangen zu studieren.“ Wenn Siegmund Eibel das erzählt, dann sagt er das und dann guckt er. Und dann weiß man, dass sie so war, diese Geschichte. Man überreichte ihm die Unterlagen und er konnte an einer Begabtenprüfung teilnehmen. Ein Semester lang besuchte er an der Kunstschule Kurse in verschiedenen Bereichen, wie Malerei, Fotografie, Bildhauerei, Grafik. „Die anschließende Prüfung habe ich mit Bravour bestanden.“ Siegmund Eibel grinst. „Bravour“. Was für ein Wort. Siegmund Eibel grinst weiter. Denn Bravour ist eine Auszeichnung. Das Leben was anderes.

img_0885

Siegmund Eibel: Künstler. Geschichtenerzähler. Pfälzer. Stipendiat. Südfranzose in Ladenburg. Am Marktplatz. Im Atelier 47. Bescheiden und mit Humor. „Am Üben.“

Zunächst wurde das Studium vom Arbeitsamt – Eibel war zu dieser Zeit arbeitslos gemeldet – nicht anerkannt. Daraufhin klagte er und gewann und zunächst wurde auch das Schulgeld bezahlt. Er begann 1986 mit seinem Kunststudium. Ein Jahr vor seinem Abschluss wurde die staatliche Unterstützung in Folge eines Umzugs gestrichen. Er wohnte weiterhin in der Pfalz und hielt sich mit Renovierungsarbeiten über Wasser und besuchte nur noch einmal die Woche die Malerei-Kurse an der Kunstschule.

Stipendiat und wunderbare Geschichte.

„Da sprach mich die Rektorin der Akademie an, ob ich mich nicht um ein Stipendium des Lions Clubs bewerben wollte.“ Das Rektorat unterstützte ihn bei seiner Bewerbung und Eibel gewann ein Stipendium über zwei Semester und konnte so sein Studium 1991 abschließen. So endete die wunderbare Geschichte seines Kunststudiums. Nach seinem Abschluss arbeitete er mehrere Jahre im Messebau bis die fürchterlichen Schmerzen im Rücken und Gesäß begannen. Er stellte fest, dass er bei seiner Geburt zunächst Klumpfüsse gehabt hatte, die korrigiert wurden. Damit erklärte er sich seine körperlichen Probleme. „Ich war vier Jahre krank geschrieben und hatte Schmerzen. Die vom Arbeitsamt dachten, ich sei ein Faulenzer.“ Das war auch die Zeit, als Eibel begann, mit dem Fahrrad immer wieder nach Ladenburg zu fahren.

a15

Siegmund Eibel im Atelier 47 beim Konzert mit Silke Hauk.

Doch zunächst findet er eine Arbeit in einem Antiquitätengeschäft in Viernheim, das dafür Unterstützung vom Arbeitsamt erhält. „Ich habe dort drei Jahre gearbeitet und hatte einen guten Chef, das hat mich seelisch geheilt.“ Er fing mit einer Aktzeichengruppe an zu malen und sein Chef bot ihm in seinem Laden die Möglichkeit für eine Ausstellung an.

Stationen bis Ladenburg.

Eibel malte weiter. Die ersten informellen Bilder entstanden. Es folgten mehrere Ausstellungen und er konnte seine Bilder gut verkaufen. Doch das Antiquitätengeschäft lief schlecht und sein Chef konnte ihn nicht mehr bezahlen. Nach einem halben Jahr, indem er noch umsonst weitergearbeitet hatte, hörte er dort auf. Das ist der Zeitpunkt für seine Geschichte in Ladenburg. Nach der Bekanntschaft mit dem Kölner Künstler in dem Atelier in der Hauptstraße 47 steigt er dort ein. Der Kölner lässt ihn bald in dem Atelier allein zurück. Es ist schwierig die Miete zu zahlen und es gibt immer wieder Probleme mit dem Vermieter. Die Ladentür lässt sich nicht mit einem Schlüssel aufsperren, sondern kann nur per Lichtschranke geöffnet werden. Immer wieder muss die Tür repariert werden. Siegmund Eibel träumt von einem Atelier, das er einfach mit einem Schlüssel aufsperren kann. Da entdeckt er, dass ein Laden zwei Häuser weiter leer steht. Er spricht immer wieder Leute darauf an und irgendwann nimmt sein Traum Gestalt an, er trifft auf den Vermieter und kann den Laden übernehmen. Er zieht mit seinem Atelier aus der Hausnummer 47 aus, aber der Name bleibt. Doch die Mietkosten kann er nicht alleine tragen. Andere Künstler steigen mit ein, sie kopieren ihn, es gibt Probleme, sie gehen wieder. Doch irgendwann steht Phil Leicht vor der Tür und sagt, „ich mach hier mit“.

„Ich mach hier mit.“ Phil Leicht

Siegmund Eibel ist skeptisch, er hat schon zu viele kommen und gehen sehen. Doch Phil Leicht steigt ein, vor etwa 2 Jahren. Dann passiert lange nichts. Es dauert fast ein Jahr bis er seine ersten Bilder bringt und sagt: „Das hab-€™ ich vor“. Die Idee des Atelier 47 beginnt Gestalt anzunehmen. Ein Ort der künstlerischen Begegnung entsteht, die Begegnung zweier unterschiedlicher Künstler und Kunstrichtungen, die Begegnung von Bildnerischer Kunst und Musik. Siegmund Eibel erzählt auch die Geschichte seiner Kunst. Er ist Maler. Im Lauf der Zeit hat sich sein Kunststil verändert. „Zu Beginn meines Studiums habe ich mich dem Gegenständlichen zugewendet, dem Abbild der Realität. Doch ich im Laufe meines Studiums begreife ich, Kunst hat nichts mit dem genauen Abbild zu tun, dafür gibt es die Fotografie.“

Rot. Blau. Mythos. Eibel.

Den Kunststil, dem der Besucher in den Bildern von Eibel begegnet, bezeichnet der Künstler Eibel selbst als „informell“. Man könne ihn auch abstrakt nennen oder auch als „story painting“ bezeichnen. Es dominieren die Farben Rot und Blau – für Feuer und Wasser, für Löwe und Skorpion. „Mit dem Alter nimmt der Einfluss des Aszendenten immer mehr Raum ein. Bei mir ist es das Feuerzeichen Löwe und somit dominiert immer mehr die Farbe Rot in meinen Bildern“, erklärt Eibel.

„Die 47 ist mein Markenzeichen.“

In den abstrakten Bildern sind immer wieder Körper und Köpfe und Landschaften zu erahnen und immer wieder die Zahl 47: „Das ist mein Markenzeichen.“ Eibel malt mit Acryl, mit Ölpastellen, mit Rostemulsionen und Glasmalfarben. Er übermalt, schabt und kratzt. Er lässt Fragmente stehen und ergänzt, ändert ab, fügt hinzu. In vielen seiner Bilder meint man, es öffne sich ein Fenster. Ist es der Blick von Innen nach Außen oder umgekehrt.

Porträt. Ideen. Übung.

Als neue Herausforderung stellt sich ihm jetzt die Portraitmalerei. Nicht das Abmalen eines Bildes, sondern das Zeichnen eines Menschen, der sich bewegt, der sich und seine Person in das Bild mit ein bringt, stellt sich ihm hierbei in den Vordergrund. Eibel erinnert sich an eine Begegnung vor Jahren mit drei Pariser Malern. Einer von ihnen malte Portraits. Die Idee, nur einen Block und einen Stift zu brauchen und überall unterwegs, in Restaurants, auf der Straße, malen zu können, gefällt ihm. Wie lange braucht man für ein Portrait? Wie viel kann man an einem Tag, in einer Woche, in einem Monat malen? Was kann man dafür verlangen, was kann man daran verdienen? Er überschlägt und freut sich über die Summe, die sich ergeben könnte. Selbst, wenn die Leute nur das geben, was sie wollen, könnte das eine Einnahmequelle sein. Kunst ist immer auch eine Kalkulation. Was man sich leisten kann und will, als Künstler und als Käufer. „Ich bin am Üben“, sagt Eibel. Die Besucher beim letzten Konzert im Atelier 47 konnten ihn schon erleben, wie er während einer Aufführung die Zuschauer und Musiker gezeichnet hat. Die meisten seiner Bilder entstehen kurz vorm Einschlafen in seinem Kopf. Als Idee, als Traum, als Mythos. Sie verkaufen sich gut. Weil Siegmund Eibel Geschichten erzählt. Siegmund Eibel bei der Arbeit. Viel Freude mit den Fotos: [nggallery id=159]