Samstag, 23. September 2017

Ausstellung „Visionen – Abstrakte Malerei“ ab 23. Mai

Friederike Metzger im Domhof

Ladenburg, 20. Mai 2014. (red/pm) Bereits zum dritten Mal findet im Domhof eine Ausstellung der Ladenburger KĂŒnstlerin Friederike Metzger statt. [Weiterlesen…]

Plakatwettbewerb zur AlkoholprÀvention gestartet - Schulen können sich anmelden

„Bunt statt Blau“: SchĂŒler gegen Komasaufen

Mannheim/Rhein-Neckar, 19. Februar 2014. (red/jsc) Die DAK will mit ihrer Plakataktion „Bunt statt Blau“ ein Zeichen gegen Komasaufen setzen. Die jungen Menschen sind dazu aufgefordert bunte Bilder zu malen, die vor dem Rauschtrinken warnen. Schöner Nebeneffekt dabei: Die SchĂŒler denken ĂŒber ihren eigenen Konsum nach. [Weiterlesen…]

Thomas Putze rettet BĂ€ume und macht Kunst aus den Resten

Filigrane KettensÀgenkunst

Ladenburg, 15. Februar 2014. (red/ms) Thomas Putze ist Musiker, LandschaftsgĂ€rtner und KĂŒnstler. Um einen schönen Ladenburger Kirschbaum davor zu bewahren, gefĂ€llt zu werden, hat er ihn beschnitten. Am Freitag konnte man ihn vor dem Lobdengaumuseum dabei beobachten, wie er aus den Ästen und Resten, die dabei angefallen sind, Kunstwerke fertigt – mit einer KettensĂ€ge. Das begeisterte vor allem Kinder, aber auch BĂŒrgermeister Rainer Ziegler. Die Skulpturen können nun im Museum erworben werden.  [Weiterlesen…]

Fotogruppe Edingen eröffnet 24. Bezirksfotoschau Rhein-Neckar und Nordbaden

Von der Dunkelkammer ins Bildschirmlicht

Hans D. Wirtz und Rainer Ludat von der Fotogruppe Edingen zeigen neben Fotos von 15 Clubs der Region auch historische Fotoapparate.

Hans D. Wirtz und Rainer Ludat von der Fotogruppe Edingen zeigen neben Fotos von 15 Clubs der Region auch historische Fotoapparate.

 

Edingen-Neckarhausen/Rhein-Neckar, 04. Dezember 2013. (red/ld) „Traue keinem Bild, das Du nicht selbst bearbeitet hast.“ So könnte das Motto der 24. Bezirksfotoschau des Deutschen Verbandes fĂŒr Fotografie lauten, die zum 50-jĂ€hrigen Bestehen der Fotogruppe Edingen am vergangenen Freitag im Schloss Neckarhausen eröffnet worden ist. 15 Fotoclubs aus der Region Rhein-Neckar und Nordbaden stellen ihre Fotos aus und zeigen dort die ganze Bandbreite der digitalen Fotografie. [Weiterlesen…]

Melle Noire lebt Gothic. Seit 15 Jahren

„Über den Friedhof ist es kĂŒrzer zum Einkaufzentrum“

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Foto: http://www.birgit-heidrich.net/

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 15. August 2013. (red/ch) Melle Noire ist eine ungewöhnliche Frau. Seit 15 Jahren gehört sie der „Gothic-Szene“ an. Sie kleidet sich schwarz, trĂ€gt Accessoires wie ein Stachelhalsband und geschnĂŒrte Boots. Nebenbei posiert sie gerne vor der Kamera und mag Totenköpfe. Doch ĂŒber den Friedhof geht sie nur, „weil es der schnellste Weg zum Einkaufzentrum ist“. [Weiterlesen…]

15. bis 21. April 2013

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 15. bis 21. April 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im MenĂŒ Nachbarschaft im MenĂŒ “Termine”. [Weiterlesen…]

04. bis 10. Februar 2013

Diese Woche: Tipps und Termine

Rhein-Neckar, Tipps und Termine fĂŒr den 04. bis 10. Februar 2013. Montags erscheinen unsere Veranstaltungstipps fĂŒr die laufende Woche. Die Redaktion nimmt gerne weitere Termine und Anregungen auf. Die Kontaktmöglichkeiten finden Sie am Ende der Seite.

Mehr Veranstaltungen vor Ort finden Sie ins unseren Kalendern auf allen Blogseiten im MenĂŒ Nachbarschaft im MenĂŒ “Termine”.

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Montag, 04. Februar 2013, 10:00 Uhr, Karlstorbahnhof.

Heidelberg. Der Froschkönig: MĂ€rchentheater fĂŒr Kinder ab 3 Jahren.

Der Froschkönig ist ein bekanntes MĂ€rchen der GebrĂŒder Grimm.

Witzig und einfallsreich wird hier eines der spannendsten MĂ€rchen neu dargestellt: Die Prinzessin bekommt von ihrem Vater eine goldene Kugel. Warum? Weil sie es schafft, ihre Angst zu besiegen.

Doch da verspielt sie die goldene Kugel leichtfertig und ist untröstlich. Ein Frosch bringt sie ihr zurĂŒck mit der Bedingung, von nun an ihr GefĂ€hrte sein zu dĂŒrfen und sie verspricht es ihm. Versprochen ist versprochen! Der Frosch genießt es, so richtig schön eklig zu sein und bringt die Prinzessin in arge Not.

Da erinnert sich die Prinzessin, was sie mit ihrem Vater geĂŒbt hat: Hinschauen, atmen, tun. Sie wirft den Frosch an die Wand und er verwandelt sich in einen Prinzen.

Spieldauer 45 Minuten. Ensemble: Galli- Theater, Stuttgart. Beginn um 10:00 Uhr. Einlass bereits ab 09:30 Uhr.

Ort: Kulturhaus Karlstorbahnhof, Am Karlstor 1, 69117 Heidelberg.

Eintritt: Tickets kosten 7 Euro regulĂ€r und 5 Euro ermĂ€ĂŸigt. FĂŒr Gruppen ab 15 Personen gibt es die Tickets schon fĂŒr 4 Euro.

Tickets und Infos: http://www.karlstorbahnhof.de/content/.

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Dienstag, 05. Februar 2013, 20:30 Uhr, Hutter im Schloss.

Die Band „ADD-IV“. Quelle: http://www.hutter-im-schloss.de/.

Weinheim. ADD-IV: Ihr Musikstil, den die Band als Deep Lounge bezeichnet, lÀsst sich am besten als eine Mischung aus Lounge, Chillout und Souljazz mit einer Prise Discohouse und Elektronika beschreiben. Das monatliche Konzert hat die Band zu einer musikalischen Einheit werden lassen. Ein eingespieltes Team. Die Songs sind nie gleich, werden bei jedem Konzert ein bisschen, oder manchmal auch ganz, anders gespielt.

Der Szene-Gitarrist David Heintz sieht in „Hutter im Schloss“ den idealen Ort, um sein Deep-Lounge-Konzept zu realisieren. Generell an jedem 1. Dienstag im Monat verwandelt sich der Speise-Tempel in einen Treffpunkt fĂŒr Musikgenuss.

Zu einem gepflegten Glas Wein oder „Badischen Bissen“ können die GĂ€ste entspannt den coolen Sound der Band auf sich wirken lassen. Es gehört zu der Idee von „Deep Lounge“, dass die Band mit wechselnden SĂ€ngerinnen und Solisten auftritt.

Ort: Hutter im Schloss, Obertorstraße 9, 69469 Weinheim.

Eintritt frei!

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Mittwoch, 06. Februar 2013, 20:00 bis 22:30 Uhr, BĂŒrgerhaus Dudenhofen.

Luis Borda gilt als bedeutendster Vertreter des Tango Nuevo.

Speyer. Borda & Bunka & Schaeffer: Dies dĂŒrfte wohl eine mehr als außergewöhnliche Veranstaltung werden, denn an diesem Abend treffen drei so unterschiedliche Muskstile aufeinander, die den ganzen Horizont umspassen.

Der Argentinier Luis Borda ist einer der wichtigsten Vertreter des ‚Tango Nuevo‘, Roman Bunka (frĂŒher bei Embryo) ist einer der bekanntesten europĂ€ischen Virtuosen auf der arabischen Laute, der „Oud“.

Und mit Roland Schaeffer (von Guru Guru) steht ein Musiker auf der BĂŒhne, der schon sich sehr frĂŒh mit dem indischen Blasintrument ‚Nadaswaram‘ beschĂ€ftigt hat und heutzutage einer der fĂŒhrenden Solisten Europas geworden ist.

Alle drei sind GrenzgĂ€nger, verbinden ihre Erfahrung aus Rock und Jazz mit ihren musikalischen Begegnungen aus dem Morgenland und der Pampa, spielen arabische Taksim und indische Kirtanas und verlieren dabei als echte ‚Weltmusiker‘ nie den persönlichen Bereich ihrer gewachsenen ‚Gestalt‘, der improvisierten und erfahrenen Musik ihrer Generation.

Ein seltenes Klangereignis, stilistisch geprÀgt durch die musikalischen Pole von Tango und Taqsim, den Klang-Konstruktionen neuer Musik und der Liebe zu Rhythmus und Improvisation.

Vorverkaufsstellen: Tourist-Information, SpeiÂŽrer Buchladen, Korngasse.

Ort: BĂŒrgerhaus Dudenhofen, Rathausplatz, 67346 Speyer.

Eintritt: Tickets gibt es ab 16,40 Euro im Vorverkauf.

Tickets und Infos:http://www.altedruckerei.com/index.ht.

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Donnerstag, 07. Februar 2013, 20:00 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle.

Grand Malör sorgen fĂŒr Stimmung bei der Ludwigshafener Altweiberfasnacht.

Ludwigshafen. Altweiberfasnacht in Ludwigshafen. Die Party zur Altweiberfasnacht in der Ludwigshafener Friedrich-Ebert-Halle als eine der grĂ¶ĂŸten in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar ist traditionell ein Publikumsmagnet mit Kultcharakter.

Die Altweiberfasnacht in Ludwigshafen genießt in der gesamten Metropolregion einen Ruf als Kultparty. Bis in die frĂŒhen Morgenstunden wird ausgelassen gefeiert, getanzt und gelacht. FĂŒr die passende Partystimmung sorgt die Assenheimer Band Grand Malör, die im Großen Saal so richtig einheizt. UnterstĂŒtzt werden die Jungs von DJ Fredi mit einem Mix der angesagtesten Hits. Im Foyer sorgt DJ Viper fĂŒr die richtigen Beats zum Abtanzen.

Von den PartygĂ€sten total begeistert sind Grand Malör: „Von Anfang ist hier eine prima Stimmung, so etwas findet man nicht ĂŒberall. Das ist das Schönste, was eine Band auf der BĂŒhne erleben kann.“

Vorverkaufsstellen: Tourist-Information Ludwigshafen und alle bekannten Vorverkaufsstellen.

Ort: Friedrich-Ebert-Halle, Erzbergerstraße 89, 67063 Ludwigshafen am Rhein.

Eintritt: Tickets kosten 16 Euro.

Weitere Infos: http://www.ludwigshafen.de/.

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Freitag, 08. Februar 2013, 19:00 Uhr, Muddy`s Club.

Kunst mit Marianne Muno im Muddy`s Club.

Weinheim. MOTIVARTen – Eine Vernissage mit Marianne Muno. MOTIVARTen entstehen bei der KĂŒnstlerin durch die vielen Begegnungen mit Menschen. Die EindrĂŒcke dieser GesprĂ€che setzt Marianne Muno in Bilder um – Bilder die das Leben zeichnen.

Zu ihrer Art mit Farbe auf der Leinwand umzugehen meint Marianne. Muno: „Klar, könnte ich auch Blumen malen!“ Aber wĂŒrde das den Betrachter animieren sich von seiner bisherigen Denkweise abzuwenden und den Versuch wagen neue Wege einzuschlagen?

Ort: Muddy`s Club, Schulstraße 3, 69469 Weinheim.

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Samstag, 09. Februar 2013, 20:30 Uhr, Stadthalle.

„Der Ball der Vampire“ ist Kult in Heidelberg.

Heidelberg. Ball der Vampire: Heidelbergs grĂ¶ĂŸter Kultball mit 5 Bands auf 3 BĂŒhnen.

Scharf – schĂ€rfer – Ball der Vampire! Nichts, aber auch gar nichts ist kultiger als dieser Event der ausgefallenen Masken, das den KostĂŒmverleihern regelmĂ€ĂŸig schlaflose NĂ€chte bereitet. Es ist die Ballnacht, in der Graf Dracula zum heißen Tanz auf dem Party-Vulkan bittet.

Langweiler und Heulsusen haben bei diesem Ball mit Biss nichts zu suchen, genauso wenig wie einfallslose Ringelhemdchen oder MatrosenmĂŒtzen: Bei der alljĂ€hrlichen Zusammenkunft der NachtschattengewĂ€chse geht die Post ab, dass es sich gewaschen hat.

Ort: Kongresshaus Stadthalle Heidelberg, Neckarstaden 24, 69117 Heidelberg.

Eintritt: Tickets kosten 36 Euro im Vorverkauf.

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Sonntag, 10. Februar, 13:45 bis 17:00 Uhr, Innenstadt Mannheim.

Fasnacht in Mannheim und Ludwigshafen.

Mannheim. 61. Fasnachtszug Mannheim-Ludwigshafen. Die SchwesterstĂ€dte Ludwigshafen und Mannheim feiern gemeinsam Fasnacht. Abwechselnd wird hier einmal „driwwe“ und dann wieder „hiwwe geloffe“. 2013 findet der 61. gemeinsame Fasnachtszug am Sonntag, 10. Februar, 13.45 Uhr, in Mannheim statt. Das Motto des Zugs lautet „Ob hiwwe – ob driwwe, wie es auch sei; jeder liebt’s Monnemer Dreierlei“.

Der farbenfrohe Narrenzug begeistert alljĂ€hrlich hunderttausende von GĂ€sten, die aus der gesamten Region zu diesem kunterbunten Spektakel anreisen. Karnevalvereine aus Ludwigshafen, Mannheim und der nĂ€heren Umgebung nehmen mit Prinzenpaar, Garde, Fußgruppen, Musikkapellen und teils mit aufwĂ€ndig dekorierten Wagen am Zug teil.

Erstmals wurden auch Privatpersonen, gesellschaftliche Institutionen und Firmen dazu eingeladen, sich am grĂ¶ĂŸten Fasnachtszug der Metropolregion Rhein-Neckar zu beteiligen.

Ort: Innenstadt, 68161 Mannheim.

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Montags gibt es Tipps und Termine aus unseren Orten fĂŒr die wir Blogs betreiben und der Region.

Sie möchten mit Ihrer Veranstaltung auch gerne dabei sein? Dann schreiben Sie uns an die jeweilige Redaktion.

Wir ĂŒbernehmen Termine aus unserem Berichtsgebiet in den jeweiligen Terminkalender sowie ausgewĂ€hlte Termine in unsere Übersicht “Tipps und Termine: Diese Woche”:

Beispielsweise an: Termine Rheinneckarblog.de – oder termine@derortsnameblog.de. Oben im MenĂŒ sehen Sie unter Nachbarschaft die elf Kommunen, fĂŒr die wir eigene Blogs anbieten.

Unsere Termine erfreuen sich großer Beliebtheit – Sie können bei uns auch gerne fĂŒr sich oder Ihre Veranstaltungen werben: Kontakt zu unserer Anzeigenabteilung.

Wir bieten ein modernes Medium, eine höchst interessierte Leserschaft eine hohe Reichweite bei fairen Preisen und viel mehr, als Printanzeigen zu leisten in der Lage sind. Wir beraten Sie gerne unverbindlich: 😎

Berufskorrespondent Schroeder

Kreisverkehrt: “Irrsinn”, “KopfschĂŒtteln”, “BĂŒrokratentum”

Heddesheim/Ladenburg/Hirschberg/Rhein-Neckar, 01. Oktober 2012. (red/BkS) “Irrsinn”, “KopfschĂŒtteln”, “BĂŒrokratentum” – Kurt Fleckenstein lies seiner Empörung ĂŒber den möglichen Abriss zwei seiner Kunstwerke auf Verkehrskreiseln vor kurzem freien Lauf. Verkehrte Skandale sind fĂŒr unseren Berufskorrespondenten ein Leckerbissen. Hier seine Reportage:

(Anm. d. Red. Alle Stories vom Berufskorrespondenten Schroeder und Hintergrund zu unserem Sondernkorrespondent gibt es auf dem Rheinneckarblog.de.)

Kunstobjekte in Heddesheim und Ladenburg soll abgebaut werden

Kurt Fleckenstein will fĂŒr seine Kreiselkunst kĂ€mpfen

Das abstrakte Carl-Benz-Automobil in Ladenburg soll entfernt werden.

Heddesheim/Ladenburg/Heidelberg, 18. September 2012. (red/pro) Das Landratsamt wird in den nĂ€chsten Tagen die Gemeinden Ladenburg und Heddesheim auffordern, die Kunstwerke des Heddesheimer KĂŒnstlers Kurt Fleckenstein zurĂŒckzubauen. Doch der will sich nötigenfalls gerichtlich wehren.

„Irssinn“, „KopfschĂŒtteln“, „BĂŒrokratentum“ – Kurt Fleckenstein lĂ€sst seiner Empörung ĂŒber den möglichen Abriss von zweien seiner Kunstwerke auf Verkehrskreiseln freien Lauf. Das Straßenverkehrsamt hat das „Eingangstor“ im Heddesheimer Gewerbegebiet und das abstrakte „Carl-Benz-Automobil“ am Ortseingang in Ladenburg als „gefĂ€hrlich“ eingestuft und wird die Gemeinden zu einem freiwilligen RĂŒckbau auffordern. Sollte dies nicht geschehen, will die Behörde das anordnen.

Kurt Fleckenstein fĂŒhrt sein Urheberrecht ins Feld:

Es besteht ein Urheberrecht an diesen Kunstwerken und aufgrund ihrer einmaligen Funktion können diese nicht ohne Zustimmung des Autors entfernt werden. Ich weise schon jetzt darauf hin, dass ich alle juristischen und publizistischen Schritte unternehmen werde um eine Beseitigung oder wesentliche VerÀnderung zu verhindern.

Ob der KĂŒnstler eine Chance gegen die bĂŒrokratische Maßnahme hat, ist offen. Fest steht bis heute: An den Kreiseln ist es nach Auskunft des PolizeiprĂ€sidiums noch nie zu schwerwiegenden UnfĂ€llen gekommen.

Sie auch unseren Bericht vom 10. Juli: „Tödliche Kreiselkunst?“

Geht es nach dem Amtsschimmel, muss das Tor zurĂŒckgebaut werden.

Akkreditierungsbedingungen schrÀnken Pressefreiheit ein

„Im Arsch“ – kein Bericht zu Jan Delay

„Im Arsch“ – feat. Udo Lindenberg.

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 02. Juli 2012. (red/pro) Jan Delay ist aus unserer Sicht der Top-Star der deutschen Musikszene. Trotzdem veröffentlichen wir keine Konzertkritik zum Auftritt in Ladenburg. Der Grund ist eine unerfreuliche Auseindersetzung mit dem Veranstalter Demi Promotion und der pressefeindliche Umgang mit unabhÀngigen Journalisten.

Von Hardy Prothmann

Nach dem Jan-Delay-Konzert stehe ich noch auf dem Platz. Plötzlich kommt ein Mann, will mich sprechen. Wie ich dazu kĂ€me, mich „nicht an die Regeln zu halten“. Ich hĂ€tte mir „unrechtmĂ€ĂŸig“ Zugang verschafft. Mein Verhalten sei „asozial“ gegenĂŒber anderen Journalisten. Ich solle sofort alle Bilder auf meiner Kamera löschen. Es gebe „klare Regeln“ und an die habe sich jeder zu halten. Der Mann hat sich nicht vorgestellt, ich frage deshalb, wer er eigentlich ist: „Gissel, ich bin der Veranstalter.“ Der Wutausbruch von Dennis Gissel dauert gute zehn Minuten, er heißt mich dies und jenes, zum Ende lĂ€uft er weiter und macht eine wegwerfende Handbewegung.

Indiskutable EinschrÀnkung der Pressefreiheit

Der Grund fĂŒr die Aufregung: Ich habe wĂ€hrend des Konzerts ein paar Fotos gemacht – so wie die meisten anderen GĂ€ste auch. Weil ich aber „professionell“ bin, ist das mir nur wĂ€hrend der ersten drei Lieder erlaubt. Wer das vorschreibt, ob der KĂŒnstler, dessen Management oder der Veranstalter, ist relativ egal. Es handelt sich dabei um eine leider mittlerweile fast „normale“ EinschrĂ€nkung der Pressefreiheit. Eigentlich vollkommen indiskutabel – weil viele Medien sich diesen unzumutbaren Diktaten aber beugen, kommen viele Management-Firmen und Veranstalter damit durch.

Der Hintergrund fĂŒr das Verfahren: Das Interesse fĂŒr den KĂŒnstler „dĂŒrfen“ Medien schon haben. Und ĂŒber Pressemitteilungen versucht man gezielt und gesteuert Werbung durch Aufmerksamkeit fĂŒr den KĂŒnstler zu machen. Aber die Vermarktung oder Imagesteuerung soll voll im Griff des Managements und der Veranstalter bleiben – ebenso die eigene kĂŒnstlerische Arbeit der Journalisten.

Wer kritisch berichtet, wird auch schon mal nicht mehr „zugelassen“. Wer sich auf UnabhĂ€ngigkeit beruft, wird in Kenntnis gesetzt, dass eine Veranstaltung privat ist und damit der „Hausherr“ bestimmt, was er zulĂ€sst und was nicht.

Eine paradoxe Situation: Ohne Öffentlichkeit ist alle Kunst nichts – aber die öffentliche Meinung soll sich nur so bilden, wie es den KĂŒnstlern und/oder deren Vermarktungsfirmen passt. Wer eine solche Haltung vertritt, hat das hohe Gut der Pressefreiheit nicht verstanden.

UnabhĂ€ngige Journalisten „nehmen anderen KĂŒnstlern“ nichts weg, sondern erarbeiten hart eigene Inhalte und bereichern damit die öffentliche Meinung und durch positive Berichte auch das Ansehen der KĂŒnstler. Negative Berichte können KĂŒnstler als „Warnzeichen“ sehen, dass etwas schief lĂ€uft, und wenn sie klug sind dazu nutzen, um sich und ihre Kunst zu verbessern.

Urheber beschneiden Urheber

In der Konsequenz beschneiden damit Urheber andere Urheber: Musikgruppen sind KĂŒnstler, Pressefotografen ebenfalls. Die erhalten fĂŒr ein Foto, das in der Tagespresse veröffentlicht wird ein Honorar, das sich nach der Auflage richtet. Bei einer Zeitung wie dem Mannheimer Morgen rund 40 bis 50 Euro. Die von der Hirschberger Agentur „Demi Promotion“ an die Fotografen ĂŒbermittelten „Regeln“ besagen, dass der Fotograf nur in dem Medium veröffentlichen darf, fĂŒr das er „akkreditiert“, also angemeldet und „zugelassen“ ist. Mithin hat der Fotograf keine Chance mehr, das mickrige Honorar durch weitere VerkĂ€ufe zu einem einigermaßen anstĂ€ndigen Honorar zu machen.

Manche KĂŒnstler zeigen dann gewisse KostĂŒme oder Show-Einlagen erst, wenn die Runde fĂŒr die Pressefotografen vorbei ist. Jetzt ĂŒbernehmen Fotografen, die vom Management oder Veranstalter gebucht sind. Deren Bilder sind „exklusiv“ und werden fĂŒr sehr viel mehr Geld als Pressefotografen fĂŒr ihre Arbeit erhalten, an Medien verkauft. Die machen das Spiel mit, weil sie keinen Fotografen vor Ort haben oder eben das „exklusivere“ Bild bringen wollen.

In der Vergangenheit ist dieses Vermarktungssystem teils vollends pervertiert. KĂŒnstler oder deren Management gingen sogar so weit, jedes zu veröffentlichende Bild erst genehmigen und alle Bilder fĂŒr sich selbst honorarfrei (!) verwenden zu wollen.

KnebelvertrÀge

Ob Robbie Williams, Coldplay, Bon Jovi, Destiny’s Child, Fleetwood Mac, Bob Dylan und Böhse Onkelz oder Silbermond – nach Informationen der Journalistengewerkschaft DJV legen diese und andere „KnebelvertrĂ€ge“ vor nach dem Motto: Friß oder stirb. Das heißt fĂŒr Pressefotografen: Du hĂ€lst die an die „Regeln“ oder bist draußen.

FĂŒr wirklich journalistische Pressefotografen, also nicht die Eventknipser, die unkritisch alles mitmahcen, kommt diese „Regelung“ einer beruflichen Kastration gleich. Denn deren „Sprache“ ist das Bild – will ein Fotojournalist ein Geschehen, also das Konzert „beschreiben“, muss er die Möglichkeit haben, vom Anfang bis zum Ende zu – um damit „seinen Blick“ zu dokumentieren. Wenn er das nicht kann, wĂ€re das so, als wĂŒrde man auch schreibenden Journalisten „Regeln diktieren“, sie dĂŒrfen nur ĂŒber die ersten drei Lieder schreiben oder die ersten drei Kapitel eines Buches besprechen oder das erste Drittel eines Kunstwerks. Das wĂ€re absurd – aber fĂŒr Fotografen ist das in der Veranstaltungsbranche die „NormalitĂ€t“.

Dagegen gab es schon frĂŒher Proteste: Beispielsweise blieben Agenturfotografen Konzerten fern. Der Druck wirkte – sie wurden wieder fĂŒr die volle LĂ€nge zugelassen. Aber nur sie – andere Fotografen nicht. „SolidaritĂ€t“ ist unter Journalisten oft ein Fremdwort.

SchÀdliche Vermarktungsgier

Aus Sicht der KĂŒnstler oder auch Sportler (gerade beim Fußball geht es noch heftiger zu) mag die Vermarktungsgier zunĂ€chst in Ordnung sein – doch langfristig schadet man sich selbst, fehlt doch eine unabhĂ€ngige und kritische Berichterstattung in Wort, Ton, Bild und Video. Der „scherzende“ Löw bei der EM ist ein gutes Beispiel, wie Manipulationen TĂŒr und Tor geöffnet sind.

Gerade beim Sport entwickeln sich daraus mafiöse Systeme (aktuell in Italien, Tour de France, Boxsport usw.) und ausgerechnet die KĂŒnstler, die freie Systeme nutzen, um durch Gesten, Kleidung, Verhalten und ihre Musik auch Freiheit zu provozieren, wollen die Freiheit anderer KĂŒnstler einschrĂ€nken? Das ist pervers. Und dumm.

In LĂ€ndern, wo es keine freie Presse gibt, hĂ€tten diese KĂŒnstler keine Chance, die meisten von ihnen wĂŒrden unterdrĂŒckt und bis zum Tode bedroht (Salman Rushdie, Shahin Najafi). Die aufgestellten „Regeln“ bedrohen in unserer „freien“ Welt gerade kleine Medien oder freie Journalisten ebenfalls existenziell.

Wir haben das Management von Jan Delay angeschrieben und uns erkundigt, ob es wirklich der Wille des KĂŒnstlers ist, dass diese „Regeln“ durchgesetzt werden – vielleicht behauptet das ja nur der Veranstalter Demi Promotion um ein wenig „großer Veranstalter“ zu spielen? Wenn nicht, bin ich absolut enttĂ€uscht von Jan Delay, dessen Musik und Performance ich als „Fan“ sehr schĂ€tze. Er ist ein ganz großartiger KĂŒnstler. Aber ich wĂ€re sehr enttĂ€uscht von ihm, wenn er tatsĂ€chlich die Pressefreiheit so gering achtet.

FĂŒr Jan Delay mĂŒssen aber „nur 2.500 GĂ€ste“ ebenfalls enttĂ€uschend gewesen sein – der Mann bekommt mit seiner tollen Band woanders weit mehr Zuschauer zusammen – ob hier die „Vermarktung“ des Veranstalters Demi Promotion nicht funktioniert hat? Wer weiß.

Demi Promotion haben wir ĂŒbrigens schon mehrfach angeboten, bei uns Werbung fĂŒr ihre kommerziellen Veranstaltungen zu schalten. Es gab nie eine Reaktion, dafĂŒr aber immer eifrig die Zusendung von „Presseinformationen“, die die Veranstaltungen kostenlos bewerben sollen.

Einerseits tut man also so, als sei man Veranstalter eines fĂŒr die Öffentlichkeit interessanten Events, dann aber ist man wieder „privat-kommerziell“ – eine seltsame „Auffassung“. Es geht bei solchen Konzerten sicher nicht ums Gemeinwohl, sondern klar ums GeschĂ€ft.

UnabhĂ€ngiger Journalismus vs. „Partnerunwesen“

Vielleicht war Herr Dennis Gissel auch deswegen so ungehalten – weil wir als einzige Redaktion nicht nach seiner Marketing-Pfeife tanzen. Ob verwandtschaftliche Beziehungen von anderen Lokaljournalisten in Ladenburg und Mitarbeitern bei Demi Promotion oder die Medienpartnerschaften von Demi Promotion mit dem Mannheimer Morgen, „Lokalmatador“ und der Rhein-Neckar-Zeitung, die wir hĂ€ufig fĂŒr miese journalistische Leistungen kritisiert haben, auch eine Rolle spielen, darĂŒber kann sich jeder selbst seine Gedanken machen.

Wir werden sehen, ob wir nach dieser Kritik kĂŒnftig noch von Demi Promotion zu Veranstaltungen eingeladen oder zugelassen werden – auch darĂŒber halten wir unsere Leserinnen und Leser auf dem Laufenden. FĂŒr die nĂ€chste Zeit ist uns aber erstmal die Lust vergangen und wenn die „Regeln“ so bleiben, werden wir vermutlich weiter verzichten – klar, dass ist schade fĂŒr die Fans und fĂŒr alle, die unsere unabhĂ€ngige Berichterstattung schĂ€tzen.

WĂŒrden alle Medien im Raum mitziehen, wĂŒrden sich die „Regeln“ schnell Ă€ndern – nur leider ist es mit der eigenen Achtung der Pressefreiheit, mit der SolidaritĂ€t gegenĂŒber einem unabhĂ€ngigen Journalismus und dem eigenen SelbstverstĂ€ndnis einer unabhĂ€ngigen Berichterstattung bei vielen Medien nicht besonders weit her.

Die Geschichte nach dem Jan-Delay-Konzert ging ĂŒbrigens noch weiter: Kurz vor dem Ausgang passten mich zwei muskelbepackte Ordner drohend ab und verlangten, dass ich sofort alle Bilder meiner Kamera löschen sollte. Ich habe das verweigert und die Polizei hinzugezogen. Die klĂ€rte die nicht sehr hellen Ordner auf, dass man mich des Platzes verweisen, sicher aber keine Löschung der Bilder verlangen könne. Wegen des Vorgangs wurden meine Personalien „förmlich“ aufgenommen (die Polizisten kannten mich zwar, aber das nimmt dann seinen behördlichen Lauf). Ich konnte das GelĂ€nde ohne Platzverweis dann nach weiteren 20 Minuten unseliger Diskussion verlassen.

Fotografen-Vereinigung Freelens zu „Silbermond“

Der Tagesspiegel: „Abgeblitzt“ – ĂŒber unsĂ€gliche Arbeitsbedingungen fĂŒr Pressefotografen

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) ĂŒber KnebelvertrĂ€ge

Aus gegebenem Anlass sieht die Fotostrecke so aus:

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Anm. d. Red.: Zu Dieter Thomas Kuhn, ebenfalls von Demi Promotion veranstaltet, haben wir letztmalig eine Fotostrecke gezeigt. Darauf mĂŒssen die KĂŒnstler, die Knebelbedingungen diktieren, zumindest bei uns kĂŒnftig verzichten.

Das Atelier 47 schließt

Siegmund Eibel liebt die Kunst - aber Menschen noch mehr.

Ladenburg, 03. Dezember 2011. Schade – das Atelier 47 schließt am 31. Dezember. Der KĂŒnstler Siegmund Eibel hat Rente beantragt und will es etwas langsamer angehen lassen.

Von Hardy Prothmann

Siegmund Eibel (60) wird Ladenburg fehlen und Ladenburg ihm. 1998 war er das erste Mal in Ladenburg, seit 2005 arbeitete Eibel als KĂŒnstler in der Stadt, erst in der Hauptstraße 47 und seit drei Jahren direkt am Marktplatz (Nummer 43)  im Atelier 47 – er hat die Hausnummer des ersten Standorts einfach mit “umgezogen”.

Ein offenes Atelier, ein offener Austausch mit Menschen – das war Eibel immer wichtig: “Ich mag es, mit de Mensche zu redde”, sagt der gebĂŒrtige PfĂ€lzer, den man oft und gerne beim SchwĂ€tzchen mit anderen beobachten konnte. [Weiterlesen…]

Stadtrat Wagenfeld bezeichnet Werkstatt des KĂŒnstlers Kissel als „Schrottplatz“


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Die Frage nach den Wiederherstellungskosten fĂŒr die Mauer ist legitim - warum bezeichnet CDU-Stadtrat Wagenfeld die Werkstatt des KĂŒnstlers Kissel aber als "Schrottplatz"?

Guten Tag!

Ladenburg, 14. September 2011. (red) Gezielte Provokation und einfach nur dummes GeschwĂ€tz? Stadtrat Uwe Wagenfeld (CDU) erkundigte sich heute nach der im Dezember eingestĂŒrzten Scheunenmauer und bezeichnete die Werkstatt des KĂŒnstlers als „Schrottplatz“.

Sicher ist es zulĂ€ssig, sich nach dem Stand der Arbeiten in Sachen eingestĂŒrzter Scheunenmauer zu erkundigen. Wieso CDU-Stadtrat Uwe Wagenfeld allerdings die Werkstatt des Kinetik-KĂŒnstlers Hans-Michael Kissel als „Schrottplatz“ bezeichnen musste, wurde nicht klar.

Trotzdem waren Frage und Aussage erhellend: Götz Speyerer konnte fĂŒr die Verwaltung nur sagen, dass man nicht wisse, was ein Wiederaufbau koste und dass man immer noch auf die Unterlagen des beauftragten Architekten warte.

Und Herr Wagenfeld machte klar, dass er wenig bis gar nichts von Kunst versteht – denn was er als „Schrott“ ansieht, ist das Arbeitsmaterial von Hans-Michael Kissel, der deutschland- und weltweit bereits seine kinetischen Installationen verkauft hat.

Offener Brief an Phil Leicht (Atelier 47): Sie sollten Ihr Verhalten dringend ĂŒberdenken


Guten Tag!

Ladenburg, 06. April 2011 (red) Was wie ein verspĂ€teter April-Scherz klingt, ist bittere RealitĂ€t: Phil Leicht, einer der KĂŒnstler des „Atelier 47“ am Marktplatz hat heute einem unserer freien Mitarbeiter ein „Hausverbot“ ausgesprochen. Einfach so. Der Grund: Vor ein paar Tagen hatte der Fotograf zum ersten Mal fĂŒr uns Bilder gemacht. Von einem Ereignis, dass nichts mit dem Atelier 47 zu tun hat. Aus Sicht von Phil Leicht ein schwerwiegender Fehler. Denn damit fĂ€llt unser Mitarbeiter unter „Sippenhaft“. „UnumstĂ¶ĂŸlich“. Der „Bann“ kam per email auf Facebook.

Von Hardy Prothmann

"Phil Leicht" erteilt jedem Hausverbot, der mit dem Ladenburgblog zu tun hat: "unumstĂ¶ĂŸlich".

Sehr geehrter Herr „Leicht“ (Anm. d. Red. „Phil Leicht“ ist ein „KĂŒnstlername“),

Sie haben heute Mittag um 12:13 Uhr einem unserer freien Mitarbeiter ein „Hausverbot“ erteilt.

TatsĂ€chlich war Ihnen dieser Fotograf vor kurzem bei einer Veranstaltung noch sehr „willkommen“ und sie lobten die QualitĂ€t seiner Bilder. Die können wir bestĂ€tigen, deswegen sind wir froh, dass er ab und an auch fĂŒr uns arbeitet.

„UnumstĂ¶ĂŸliches Hausverbot“

Vor einigen Tagen hat er dies zum ersten Mal getan und kurz darauf erkundigen Sie sich bei ihm ĂŒber Facebook, ob er „nun auch fĂŒr das Ladenburgblog arbeitet?“ Der Fotograf bestĂ€tigt das, woraufhin Sie ihm schreiben:

„ups, dann hast du bei uns ja auch Hausverbot .o(
Herr Prothmann, seine Blogs und seine Mitarbeiter haben bei mir Hausverbot!
unumstĂ¶ĂŸlich!

Warum schreiben wir Ihnen diesen offenen Brief? Am einfachsten wĂ€re es, Sie und Ihr Verhalten zu ignorieren. Ab so „einfach“ ist das nicht – weil wir uns als Redaktion vor unsere freien Mitarbeiter stellen und diese schĂŒtzen. Und weil die Öffentlichkeit ĂŒber Ihr absurdes Verhalten informiert sein muss.

Auf den Hinweis zu einer Urheberrechtsverletztung folgt das Hausverbot. Klicken Sie auf das Bild fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Darstellung.

Ihr Verhalten, Herr Phil Leicht, ist nicht akzeptabel. Es ist sogar mehr als das, es ist skandalös.

SelbstverstĂ€ndlich können Sie ein „Hausrecht“ ausĂŒben – als Veranstalter von öffentlichen Konzerten wĂ€re es aber selbst nach einer „negativen Berichterstattung“ nicht hinnehmbar, wenn deswegen Journalisten an einer weiteren Berichterstattung gehindert werden.

„UnumstĂ¶ĂŸliche“ Missachtung der Presse- und Kunstfreiheit – von einem „KĂŒnstler“…

Wer Öffentlichkeit herstellt, sollte sich immer auch der Öffentlichkeit stellen können und wollen – vor allem der nach Artikel 5 grundgesetzlich garantierten Meinungs- und Pressefreiheit.

Diese gilt fĂŒr alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger Deutschlands, aber insbesondere fĂŒr kritische Journalisten und KĂŒnstler und ist einer der wertvollsten Artikel des Grundgesetzes als Reaktion auf die Nazi-Diktatur, die eine freie Meinung und deren Bildung mit allen Mitteln der Verfolgung bis hin zu Todesstrafen unterdrĂŒckt hat.

Insbesondere Menschen, die sich als „KĂŒnstler“ sehen oder Kunst vermarkten und eine Öffentlichkeit suchen, mĂŒssten also das vorrangigste Interesse haben, eine zensurfreie Berichterstattung immer vor jedes andere Interesse zu stellen. Sie, Herr Phil Leicht, tun exakt das Gegenteil.

Sie hatten mir und meiner Frau bereits am 30. Januar 2011 ein „Hausverbot“ ausgesprochen. Wir haben das bislang nicht thematisiert, aus RĂŒcksicht auf den anderen KĂŒnstler im Atelier 47, Herrn Siegmund Eibel, der nichts mit Ihrem Verhalten zu tun hat.

Vorgeschichte

Was war passiert? Das ist schnell erzĂ€hlt: In insgesamt acht Artikeln haben wir zwischen September 2010 und Januar 2011 ĂŒber das „Atelier 47“ berichtet. Zwei Mal sind Sie persönlich nur namentlich erwĂ€hnt, es gab zwei TerminankĂŒndigungen, ein PortrĂ€t zum Start der Konzertreihe, zwei Konzertkritiken und ein PortrĂ€t ĂŒber Siegmund Eibel.

Alle Artikel haben eine positive Aussage und Sie, Herr Phil Leicht, zeigten sich sehr bemĂŒht um uns, denn schließlich hatte sich sonst kein Medium fĂŒr Ihre Veranstaltung interessiert. Und selbst wenn die Berichte kritisch-negativ gewesen wĂ€ren, wĂ€re Ihr Verhalten nicht zu rechtfertigen.

Ganz im Gegenteil haben wir sehr zugewandt berichtet, weil uns bis heute das Konzept gut gefĂ€llt, Zimmerkonzerte in kleiner Gesellschaft zu veranstalten. Wir haben darauf verzichtet zu berichten, dass es Ihnen nicht ein Mal gelungen ist, 30 GĂ€ste zusammen zu bekommen, obwohl durchaus bekannte KĂŒnstler aufgetreten sind.

Wir haben auch auf einen „Verriss“ ĂŒber eine Lesung verzichtet, weil eine der Performance-KĂŒnstlerinnen aus Hamburg die Wirkung von Sonne und pfĂ€lzischem Wein ĂŒberschĂ€tzt hatte und sturzbesoffenen eine katastrophale „Vorstellung“ ablieferte. Warum? Aus dem Wohlwollen heraus, dass jeder Anfang schwer ist. Und der AbwĂ€gung, ob ein negativer Bericht die insgesamt gute Idee unnötig beschĂ€digt.

Den Schaden richten nun Sie selbst an. Vermutlich aus verletzter Eitelkeit oder kleinem Selbstbewusstsein oder einer Mischung aus beidem. Das kann fatal sein.

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Solche Fotos und eine Berichterstattung sind von "Phil Leicht" unerwĂŒnscht. Bild: ladenburgblog.de

Kurz nach dem von meiner Frau geschriebenen PortrĂ€t ĂŒber Herrn Eibel, haben Sie Mitte Januar den Kontakt zu uns eingestellt und beispielsweise auf Facebook alle „Freundschaften“ zu unseren Blogseiten gekĂŒndigt. Ohne Nachricht, ohne BegrĂŒndung. Wir können nur vermuten, dass Sie sich selbst als „zu wenig berĂŒcksichtigt“ empfunden haben, aber das ist reine Spekulation.

Sie nutzten aber weiterhin urheberrechtlich geschĂŒtzte Fotos von uns (unter anderem eines, das den BĂŒrgermeister Ziegler beim Besuch im Atelier zeigt), was wir aus Freundlichkeit geduldet haben. (Dokumentation auf Facebook – Sie brauchen dafĂŒr einen Facebook-Zugang.)

Wie wichtig ein Urheberrecht ist, mĂŒssten Sie als „KĂŒnstler“ eigentlich wissen. Wir haben Sie nach Ihrem unfreundlichen Verhalten darauf aufmerksam gemacht, dass sie die Bilder zu entfernen haben.

„Sippenhaft

Daraufhin erhielten wir von Ihnen besagtes Hausverbot, das aber nicht nur mich und meine Frau als Journalisten betrifft, sondern offenbar eine Art „Sippenhaft“ darstellt.

Herr Phil Leicht – Ihr Verhalten ist leider nicht nur absurd, es ist jeder Kunst und jedem KĂŒnstler unwĂŒrdig. Unsere Leserinnen und Leser bilden sich selbst eine Meinung und entscheiden auf dieser Grundlage, ob sie einen Veranstalter mit Ihrer Haltung weiter durch den Besuch von Konzerten unterstĂŒtzen wollen.

Bedauerliche Haltung

Wir nehmen an, dass einige die einzig richtige Konsequenz ziehen und dies solange nicht mehr tun, bis Sie diesen absurden „Bann“ mit einer entsprechenden Entschuldigung aufheben. WĂ€re die Bedeutung, Ihre mindestens zur Zeit vollstĂ€ndig undemokratische Haltung nicht so erschreckend, mĂŒsste man Ihr Verhalten als lĂ€cherlich empfinden.

Mit dem Wissen, was eine solche Haltung fĂŒr fĂŒrchterliche Folgen schon hatte und ĂŒberall auf der Welt in repressiven Systemen hat, vergeht einem aber das Lachen.

Wenn Sie einen lichten Moment haben sollten, werden Sie verstehen, was wir meinen. Und keine Sorge, wir haben in nĂ€chster Zeit nicht vor, ĂŒber eine Ihrer Verstaltungen zu berichten. Auch wenn das aus Sicht der auftretenden KĂŒnstler sicherlich bedauerlich ist. Ebenso aus Sicht der interessierten Öffentlichkeit.

„Ich bin am Üben“ – der KĂŒnstler Siegmund Eibel im PortrĂ€t

Guten Tag! Ladenburg, 11. Januar 2011. Siegmund Eibel ist mitten in Ladenburg. Im Atelier 47 arbeitet er direkt am Marktplatz. Als KĂŒnstler. Oder als GeschichtenerzĂ€hler. Was irgendwie dasselbe ist. Doch es kommt aufs Detail an. Der KĂŒnstler Siegmund Eibel im PortrĂ€t. Von Sabine Prothmann Siegmund Eibel erzĂ€hlt Geschichten. Geschichten von seinem Leben, seiner Kunst, von ZufĂ€llen und Begegnungen. Er erzĂ€hlt von seinen TrĂ€umen und mysthischen ZusammenhĂ€ngen. Seine Geschichten sind bunt wie seine Bilder. Sie sind chaotisch und wenig linear. Genauso wenig wie sein Lebenslauf.

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Siegmund Eibel im Atelier 47 am Ladenburger Marktplatz.

Eine Geschichte ist die seiner Geburt: Siegmund Eibel wurde am 01.11.1951 in einem alten Fachwerkhaus auf einem ehemaligen Klostergrund in Asselheim bei GrĂŒnstadt in der Pfalz geboren. Im Zeichen des Skorpions, unter dem Aszendenten Löwe, erzĂ€hlt er. DafĂŒr stehen die Elemente Wasser und Feuer oder die Farben Blau und Rot. Der 01. November ist Allerheiligen. Auch das ist fĂŒr den KĂŒnstler ein Zeichen. Eine weitere Geschichte ist die, wie er Ladenburg entdeckte: Auf einer Fahrradtour fuhr er um 1997 zufĂ€llig durch Ladenburg.

Aus dem Traum von einer kleinen Altstadt in SĂŒdfrankreich wurde Ladenburg.

„Ich hatte einen Traum von einer kleinen Altstadt mit engen Gassen und ich dachte, sie liege in SĂŒdfrankreich.“ Dann kam er nach Ladenburg und fand, dies könne auch das StĂ€dtchen aus seinem Traum sein.

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Action: Siegmund Eibel bei der Arbeit.

Eigentlich habe er ins Rheinland ziehen wollen. „Denn hier in der Gegend sind alle ein wenig stur, das ist bei den RheinlĂ€ndern anders“. Bei einem seiner nĂ€chsten Besuche entdeckte er in Ladenburg ein kleines Atelier mit der Hausnummer 47. FĂŒr ihn eine magische Zahl. Denn deren Quersumme ergibt seinen Geburtsmonat. Der KĂŒnstler im Atelier war ein Kölner. Das Bild vom Traum passte, die Zahl passte und „wenn ein Kölner schon herkommt, dann brauche ich nicht nach Köln zu gehen“, erzĂ€hlt Eibel. Und lacht. Oder schmunzelt eher. Grient in sich rein und sucht doch gleichzeitig den Blick, um das Mysthische im anderen zu entdecken.

„Ich habe etwas in mir.“ Siegmund Eibel

Ab seinem 5. Lebensjahr wuchs Siegmund Eibel in Frankenthal auf. Sein Vater hatte im Krieg ein Bein verloren. Über den VDK konnte sich die Familie in Frankenthal ein Haus leisten. Nach seiner Schulzeit machte er eine Ausbildung zum Elektriker. „Doch in meinem Innersten spĂŒrte ich, ich habe etwas in mir. Da schlummert etwas. Ich habe nach meinen Wurzeln gesucht.“ Schon in den frĂŒhen 70er Jahren hatte er einen Freund, einen Grafiker, den er fĂŒr seine Bilder bewunderte. „Ich habe mir Ölpastellkreiden und Hartfaserplatten gekauft und angefangen zu malen, rauszuschaben und zu kratzen. Körper, Augen mit surrealistischem Anklang. „Mein Freund hat mich fĂŒr meine Bilder so gelobt.“ Gemeinsam sind sie 1978 zusammen nach Marokko gefahren und haben die Farben der Landschaft, des Himmels und der WĂŒste gemalt. Danach fuhren sie nach SĂŒdfrankreich. Nach der RĂŒckkehr lebte Siegfried Eibel in einer WG in Dirnstein. Er restaurierte FahrrĂ€der, Möbel und HĂ€user.

Beginn der Übungen fĂŒr einen Begabten.

Eines Tages sah er in dem Stadtmagazin „KetchUp“ ein Bild von der Freien Kunstschule Rhein-Neckar in Mannheim, heute Freie Akademie der KĂŒnste, und wusste: „Da will ich hin.“ „Ich nahm mein Fahrrad und fuhr von GrĂŒnstadt nach Mannheim, sagte: „Hier bin ich. Hier möchte ich anfangen zu studieren.“ Wenn Siegmund Eibel das erzĂ€hlt, dann sagt er das und dann guckt er. Und dann weiß man, dass sie so war, diese Geschichte. Man ĂŒberreichte ihm die Unterlagen und er konnte an einer BegabtenprĂŒfung teilnehmen. Ein Semester lang besuchte er an der Kunstschule Kurse in verschiedenen Bereichen, wie Malerei, Fotografie, Bildhauerei, Grafik. „Die anschließende PrĂŒfung habe ich mit Bravour bestanden.“ Siegmund Eibel grinst. „Bravour“. Was fĂŒr ein Wort. Siegmund Eibel grinst weiter. Denn Bravour ist eine Auszeichnung. Das Leben was anderes.

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Siegmund Eibel: KĂŒnstler. GeschichtenerzĂ€hler. PfĂ€lzer. Stipendiat. SĂŒdfranzose in Ladenburg. Am Marktplatz. Im Atelier 47. Bescheiden und mit Humor. „Am Üben.“

ZunĂ€chst wurde das Studium vom Arbeitsamt – Eibel war zu dieser Zeit arbeitslos gemeldet – nicht anerkannt. Daraufhin klagte er und gewann und zunĂ€chst wurde auch das Schulgeld bezahlt. Er begann 1986 mit seinem Kunststudium. Ein Jahr vor seinem Abschluss wurde die staatliche UnterstĂŒtzung in Folge eines Umzugs gestrichen. Er wohnte weiterhin in der Pfalz und hielt sich mit Renovierungsarbeiten ĂŒber Wasser und besuchte nur noch einmal die Woche die Malerei-Kurse an der Kunstschule.

Stipendiat und wunderbare Geschichte.

„Da sprach mich die Rektorin der Akademie an, ob ich mich nicht um ein Stipendium des Lions Clubs bewerben wollte.“ Das Rektorat unterstĂŒtzte ihn bei seiner Bewerbung und Eibel gewann ein Stipendium ĂŒber zwei Semester und konnte so sein Studium 1991 abschließen. So endete die wunderbare Geschichte seines Kunststudiums. Nach seinem Abschluss arbeitete er mehrere Jahre im Messebau bis die fĂŒrchterlichen Schmerzen im RĂŒcken und GesĂ€ĂŸ begannen. Er stellte fest, dass er bei seiner Geburt zunĂ€chst KlumpfĂŒsse gehabt hatte, die korrigiert wurden. Damit erklĂ€rte er sich seine körperlichen Probleme. „Ich war vier Jahre krank geschrieben und hatte Schmerzen. Die vom Arbeitsamt dachten, ich sei ein Faulenzer.“ Das war auch die Zeit, als Eibel begann, mit dem Fahrrad immer wieder nach Ladenburg zu fahren.

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Siegmund Eibel im Atelier 47 beim Konzert mit Silke Hauk.

Doch zunĂ€chst findet er eine Arbeit in einem AntiquitĂ€tengeschĂ€ft in Viernheim, das dafĂŒr UnterstĂŒtzung vom Arbeitsamt erhĂ€lt. „Ich habe dort drei Jahre gearbeitet und hatte einen guten Chef, das hat mich seelisch geheilt.“ Er fing mit einer Aktzeichengruppe an zu malen und sein Chef bot ihm in seinem Laden die Möglichkeit fĂŒr eine Ausstellung an.

Stationen bis Ladenburg.

Eibel malte weiter. Die ersten informellen Bilder entstanden. Es folgten mehrere Ausstellungen und er konnte seine Bilder gut verkaufen. Doch das AntiquitĂ€tengeschĂ€ft lief schlecht und sein Chef konnte ihn nicht mehr bezahlen. Nach einem halben Jahr, indem er noch umsonst weitergearbeitet hatte, hörte er dort auf. Das ist der Zeitpunkt fĂŒr seine Geschichte in Ladenburg. Nach der Bekanntschaft mit dem Kölner KĂŒnstler in dem Atelier in der Hauptstraße 47 steigt er dort ein. Der Kölner lĂ€sst ihn bald in dem Atelier allein zurĂŒck. Es ist schwierig die Miete zu zahlen und es gibt immer wieder Probleme mit dem Vermieter. Die LadentĂŒr lĂ€sst sich nicht mit einem SchlĂŒssel aufsperren, sondern kann nur per Lichtschranke geöffnet werden. Immer wieder muss die TĂŒr repariert werden. Siegmund Eibel trĂ€umt von einem Atelier, das er einfach mit einem SchlĂŒssel aufsperren kann. Da entdeckt er, dass ein Laden zwei HĂ€user weiter leer steht. Er spricht immer wieder Leute darauf an und irgendwann nimmt sein Traum Gestalt an, er trifft auf den Vermieter und kann den Laden ĂŒbernehmen. Er zieht mit seinem Atelier aus der Hausnummer 47 aus, aber der Name bleibt. Doch die Mietkosten kann er nicht alleine tragen. Andere KĂŒnstler steigen mit ein, sie kopieren ihn, es gibt Probleme, sie gehen wieder. Doch irgendwann steht Phil Leicht vor der TĂŒr und sagt, „ich mach hier mit“.

„Ich mach hier mit.“ Phil Leicht

Siegmund Eibel ist skeptisch, er hat schon zu viele kommen und gehen sehen. Doch Phil Leicht steigt ein, vor etwa 2 Jahren. Dann passiert lange nichts. Es dauert fast ein Jahr bis er seine ersten Bilder bringt und sagt: „Das hab-€ℱ ich vor“. Die Idee des Atelier 47 beginnt Gestalt anzunehmen. Ein Ort der kĂŒnstlerischen Begegnung entsteht, die Begegnung zweier unterschiedlicher KĂŒnstler und Kunstrichtungen, die Begegnung von Bildnerischer Kunst und Musik. Siegmund Eibel erzĂ€hlt auch die Geschichte seiner Kunst. Er ist Maler. Im Lauf der Zeit hat sich sein Kunststil verĂ€ndert. „Zu Beginn meines Studiums habe ich mich dem GegenstĂ€ndlichen zugewendet, dem Abbild der RealitĂ€t. Doch ich im Laufe meines Studiums begreife ich, Kunst hat nichts mit dem genauen Abbild zu tun, dafĂŒr gibt es die Fotografie.“

Rot. Blau. Mythos. Eibel.

Den Kunststil, dem der Besucher in den Bildern von Eibel begegnet, bezeichnet der KĂŒnstler Eibel selbst als „informell“. Man könne ihn auch abstrakt nennen oder auch als „story painting“ bezeichnen. Es dominieren die Farben Rot und Blau – fĂŒr Feuer und Wasser, fĂŒr Löwe und Skorpion. „Mit dem Alter nimmt der Einfluss des Aszendenten immer mehr Raum ein. Bei mir ist es das Feuerzeichen Löwe und somit dominiert immer mehr die Farbe Rot in meinen Bildern“, erklĂ€rt Eibel.

„Die 47 ist mein Markenzeichen.“

In den abstrakten Bildern sind immer wieder Körper und Köpfe und Landschaften zu erahnen und immer wieder die Zahl 47: „Das ist mein Markenzeichen.“ Eibel malt mit Acryl, mit Ölpastellen, mit Rostemulsionen und Glasmalfarben. Er ĂŒbermalt, schabt und kratzt. Er lĂ€sst Fragmente stehen und ergĂ€nzt, Ă€ndert ab, fĂŒgt hinzu. In vielen seiner Bilder meint man, es öffne sich ein Fenster. Ist es der Blick von Innen nach Außen oder umgekehrt.

PortrĂ€t. Ideen. Übung.

Als neue Herausforderung stellt sich ihm jetzt die Portraitmalerei. Nicht das Abmalen eines Bildes, sondern das Zeichnen eines Menschen, der sich bewegt, der sich und seine Person in das Bild mit ein bringt, stellt sich ihm hierbei in den Vordergrund. Eibel erinnert sich an eine Begegnung vor Jahren mit drei Pariser Malern. Einer von ihnen malte Portraits. Die Idee, nur einen Block und einen Stift zu brauchen und ĂŒberall unterwegs, in Restaurants, auf der Straße, malen zu können, gefĂ€llt ihm. Wie lange braucht man fĂŒr ein Portrait? Wie viel kann man an einem Tag, in einer Woche, in einem Monat malen? Was kann man dafĂŒr verlangen, was kann man daran verdienen? Er ĂŒberschlĂ€gt und freut sich ĂŒber die Summe, die sich ergeben könnte. Selbst, wenn die Leute nur das geben, was sie wollen, könnte das eine Einnahmequelle sein. Kunst ist immer auch eine Kalkulation. Was man sich leisten kann und will, als KĂŒnstler und als KĂ€ufer. „Ich bin am Üben“, sagt Eibel. Die Besucher beim letzten Konzert im Atelier 47 konnten ihn schon erleben, wie er wĂ€hrend einer AuffĂŒhrung die Zuschauer und Musiker gezeichnet hat. Die meisten seiner Bilder entstehen kurz vorm Einschlafen in seinem Kopf. Als Idee, als Traum, als Mythos. Sie verkaufen sich gut. Weil Siegmund Eibel Geschichten erzĂ€hlt. Siegmund Eibel bei der Arbeit. Viel Freude mit den Fotos: [nggallery id=159]

Kunst gegen den Krieg – Veranstaltungsreihe von Amnesty International

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Guten Tag!

Ladenburg, 25. Oktober 2010 (pm). Eine Veranstaltungsreihe von Amnesty International an der Bergstraße.

Pressemitteilung von Amnesty International, Gruppe Ladenburg/Schriesheim:

„Amnesty International, Gruppe Ladenburg/Schriesheim und das BĂŒndnis „Wir-gegen-Rechts Ladenburg“ zeigen vom 7. November bis zum 5. Dezember im Domhof in Ladenburg, Hauptstraße, die Ausstellung „Verletzte Seelen“ mit Werken des Heddesheimer KĂŒnstlers Bernd Gerstner.

„Verletzte Seelen“ des Heddesheimer KĂŒnstlers Bernd Gerstner

Die Vernissage ist am Sonntag, den 7. November um 11.00 Uhr, musikalische Begleitung Rudolf Klee.

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Ausstellung im Domhof: Verletzte Seelen.

In seinen Bildern, Collagen, Plastiken thematisiert Gerstner die Kriege des letzten Jahrhunderts. Er zeigt die Menschenverachtung und die Sinnlosigkeit kriegerischer Gewalt und stellt die Frage, warum die Menschen daraus nichts lernen, sondern immer wieder Krieg als eine Möglichkeit ansehen, Probleme und Konflikte zu lösen. Selbst wenn der Soldat körperlich intakt aus dem Krieg zurĂŒckkehrt, seine Seele bleibt verletzt.

Der Termin der Ausstellung ist nicht zufĂ€llig gewĂ€hlt: Im November 1918 endete der erste „industrialisierte Krieg“, im November 1938 setzten die Nazis mit der sogenannten Reichskristallpunkt einen Höhepunkt ihrer vernichtenden Menschenhetze, die im 2. Weltkrieg mĂŒndete und Millionen Menschen EntwĂŒrdigung und Tod brachte.
SonderfĂŒhrungen fĂŒr Schulklassen können vereinbart werden: 06203-13717

„Sturm“ im Olympiakino Leutershausen

Im Begleitprogramm zu der Ausstellung in Ladenburg zeigt das Olympia-Kino in Leutershausen vom 12.-17. November den Film „Sturm“ von Hans-Christian Schmid. Der mit zahlreichen Filmpreisen ausgezeichnete Film zeigt die AnklĂ€gerin Hannah Maynard im Kriegsverbrechertribunal in Den Haag im Spannungsfeld zwischen Wahrheitssuche, den Drohungen bosnisch-serbischer Nationalisten und den Interessen der internationalen Politik.

Am Freitag, den 12. November, können die Zuschauer im Anschluss an die VorfĂŒhrung, die um 20 Uhr beginnt, mit Urs Fiechtner, Autor und Menschenrechtler, ĂŒber den Film diskutieren.

Urs Fiechtner ist MitbegrĂŒnder des Ulmer Behandlungszentrums fĂŒr Folteropfer. In seinen zahlreichen Lyrik-und ProsabĂ€nden setzt er sich gegen Folter und Menschenrechtsverletzungen ein. Seine BĂŒcher und Texte haben vielerorts auch Eingang in den Schulunterricht gefunden.

FĂŒr Schulklassen bietet das Olympia-Kino Sondervorstellungen am 15. und 16. November jeweils um 11.00 Uhr an. Der Film wird fĂŒr Jugendliche ab 16 Jahren empfohlen. Anmeldung: 06202-53600 oder foerderkreis@olympia-leutershausen.de

Lesung aus den Werken verfolgter Schriftsteller

Aus den Werken verfolgter Schriftsteller lesen am Freitag, den 26. November um 20.00 Uhr Michael Timmermann und Gabriel Violet in der Stadtbibliothek in Ladenburg, Hauptstraße 8. Michael Timmermann war mehr als drei Jahrzehnte einer der profiliertesten Schauspieler im Ensemble des Nationaltheaters Mannheim. Seit seiner Pensionierung arbeitet er als Rezitator und freier Regisseur.

Gabriele Violet hatte viele Jahre ein festes Engagement in Heidelberg am Kinder- und Jugendtheater. Heute ist sie Sprecherin und Moderatorin beim SWR. Beide engagieren sich fĂŒr Amnesty International und haben schon mehrmals mit der Gruppe Ladenburg-Schriesheim Lesungen veranstaltet.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog

SchwoinemĂ€ĂŸiger Start im Atelier 47 mit Ditzner und Lömsch

Guten Tag!

Ladenburg, 17. Oktober 2010. „Große Konzerte vor kleinem Publikum“ nennt das Atelier 47 seine Konzertreihe – mit dem Ditzner Lömsch Duo ist der Start am 15. Oktober 2010 mehr als gelungen. Gut zwanzig GĂ€ste waren gekommen – dreißig passen vielleicht rein in dieses kleine Atelier. Heißt – zehn Personen haben gefehlt und ein musikalisches Bild verpasst, das nur fĂŒr diesen Abend ausgestellt worden ist.

Von Hardy Prothmann

Ich habe jetzt fĂŒnf Mal das Album „Schwoine“ auf CD gehört – zusammen mit dem Konzert von Erwin Ditzner (Schlagzeug) und Lömsch Lehmann (Saxophon, Klarinette) im Atelier 47 also sechs Mal.

Lömsch Lehmann hatte mir nach dem Konzert empfohlen, zur CD eine gute Flasche Wein aufzumachen, „dann kummschd gut druff, glaab mers“, meinte der Speyerer Musiker. Das habe ich gemacht – beim ersten Mal. Die restlichen Male habe ich auf den Wein verzichtet und nur die CD genossen – ich komme auch ohne Wein mit diesen Aufnahmen gut drauf.

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Lömsch und Ditzner eröffnen Konzertreihe im Atelier 47.

Musikkritiken zu schreiben ist schwer, weil man Musik nicht argumentieren kann. Sie gefĂ€llt einem oder eben nicht. Das gilt ganz sicher auch fĂŒr das, was Ditzner und Lömsch im Atelier 47 aufgefĂŒhrt haben. Nebenbei hören kann man das nicht.

Nach Erwin Ditzners Schlagzeug könnte man Schweizer Uhren stellen – so prĂ€size, so gerade, so erbarmungslos genau spielt dieser Mann. Und dazwischen zieht er einen in den Bann mit vielen kleinen Spielereien. Herausragende Schlagzeuger sind feinsinnige GeschichtenerzĂ€hler. Erwin Ditzner ist so einer. Immer konzentriert, immer auf den Punkt, auch wenn er die SchlĂ€ge verteilen kann, wo und wie er will. Die „Eins“ ist immer ĂŒberall. Das macht sein Spiel so faszinierend. Wenn er zwischen den StĂŒcken ins Publikum lĂ€chelt, dann ist er einfach ein netter Mensch.

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Erwin Ditzner bearbeitet die Schweine.

Lömsch Lehmann erscheint dagegen wie ein Klotz. Mit riesigen HÀnden, ein fleischiger Typ mit einer wirren MÀhne. Er flegelt sich auf den Stuhl und wenn er seine Instrumente in die Hand nimmt, dann hat man fast Angst, dass ihnen was passieren könnte.

Und das tut es auch. Lömsch passiert mit seinem Spiel Musikgeschichte.

Lömsch spielt ĂŒber die ganze Breite des Instruments. Er beatmet sein Instrument. Er schmust es, er lĂ€sst ihm Luft, er quetscht es aus und sich, so als gĂ€be es einen letzten Ton. Und Ditzner taktet und treibt voran, lĂ€sst Lömsch machen, um dann wieder seine Akzente zu setzen.

Die beiden prĂ€sentieren ihre Version von Jimi Hendrix „Up from the skies“ und Lömsch hat das, was sich viele Musiker wĂŒnschen: Er kopiert niemanden, sondern hat seinen ganz eigenen Sound. Der ist teils so wuselig wie seine Korkenzieherlocken, und wenn er gerade richtig globig wird, ist er im nĂ€chsten Moment so zart, wie man es einem massigen Kerl wie ihm nie zutrauen wĂŒrde.

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Lömsch Lehmann beatmet sein Instrument.

Das schwierigste StĂŒck ist sicherlich „Disznó“ – verstörrend und faszinierend wie ein Buch von Stephen King – mit einem unerwarteten Ende. „Schwoine“ ist, das muss man klar sagen, eine absolute Headbanger-Nummer. Lömsch phrasiert dazwischen, aber eigentlich geht es um einen Ton und Ditzner treibt ihn.

Das StĂŒck, mit dem man das Konzert, die CD, die Idee und das GefĂŒhl am besten beschreiben kann, ist fĂŒr mich eindeutig „Ghosts“ von Albert Ayler. Der Jazz-Musiker bekannte sich gnadenlos zu Volks- und Marschmusik, Kinderliedern, zu eingĂ€ngigen Melodien, die jeder nachsingen kann. Was Ayler daraus machte, war seins, „„geisterhafte Interpretationen“„.

Viele der StĂŒcke, die Ditzner/Lömsch spielen haben ganz eingĂ€ngige, einfache Phrasen: „In-A-GADDA-DA-VIDA“ ist sicherlich das lustigste StĂŒck. Eigentlich ein Rocksong, der dank grunsender Schweine voll eingĂ€ngig ist, was Lömsch mit Röhren, Tuten und klarem Sound zum MĂ€rchen macht. Nebenbei lehrt die Bassdrum von Ditzner jeder Techno-Maschine das FĂŒrchten.

Eigentlich mĂŒsste man erwarten, dass Musiker, die Plastikschweine bearbeiten, das irgendwie selbstironisch meinen. Und das tun sie auch – ganz „ernst“.

Das StĂŒck von den Iron Butterfly stammt aus dem Jahre 1968. Ayler nahm sich 1970 im Alter von 34 Jahren wahrscheinlich wegen Drogenproblemen das Leben. Ditzner und Lömsch setzen einen Link in die Vergangenheit und wecken deren alten Geister, die sich, wiedererweckt, in unserer Gegenwart sehr wohl fĂŒhlen.

Die beiden Ausnahmemusiker verlinken Jazz, Rock, Volksmusik, Klassik und Moderne. Was ĂŒberhaupt nichts mit „Cross-Over“ zu tun hat, sondern? Ja, mit was? Mit der Geschichte hinter der Geschichte. Und den Verbindungen, den „Links“.

Das passt zum Atelier 47 und ist ein gelungener Auftakt. Die beiden KĂŒnstler Siegmund Eibel und Phil Leicht wollen ebenfalls „Links“ setzen, fĂŒr Vernetzung sorgen. Die Keimzelle soll das Atelier sein – das Netz die Kunst, die Menschen und ihre Sinne.

Ditzner und Lömsch von der CD zu hören ist klasse, sie zu erleben ist…? Ja was? Klassischer? Es ist unwiderbringlich. Es bedient auf jeden Fall mehr Sinne und das ist der Anspruch, den das Atelier 47 erfĂŒllen will und erfĂŒllt hat. Die Musik lebt weiter auf CD – das Event in der Erinnerung.

Es war ein großes Konzert vor kleinem Publikum – das Interesse wird schnell grĂ¶ĂŸer werden. Der Raum im Atelier ist begrenzt. Die Idee dahinter nicht.

Viel Freude mit den Fotos und dem Video des Rockhousechannel:

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Der Augenblicker: Rudolf Klee stellt im Alten Rathaus aus

Guten Tag!

Heddesheim/Ladenburg, 20. Juni 2010. Rudolf Klee ist ein beeindruckender KĂŒnstler und so ist auch seine Kunst. Im Alten Rathaus ist eine eindrucksvolle Ausstellung des Ladenburgers ĂŒber 40 Jahre kĂŒnstlerisches Schaffen zu sehen. Unser Tipp.

Von Sabine Prothmann

Rudolf Klee: ausdrucksstark. Bild: ladenburgblog

„Kunst kommt von Können“, sagte der Ladenburger VollblutkĂŒnstler Rudolf Klee. „KĂ€me es von Wollen, mĂŒsste es ja schließlich Wulst heißen“.

Und sein Können konnten die gut 40 Besucher bei der Eröffnung seiner Ausstellung am gestrigen Sonntag im Alten Rathaus in Heddesheim bewundern.

Und sein Können erstreckt sich nicht nur in seinen 38 Zeichnungen, Radierungen, Malereien, Lithografien und seinen fĂŒnf Plastiken, die der KĂŒnstler in der Ausstellung des Heddesheimer Kunstvereins unter dem Titel „Vier Jahrzehnte – Malerei und Graphik“ zeigte, sondern auch in seinen Gedichten und Improvisationen am Klavier.

„Es geschieht, nichts ist geplant, ich möchte die Dinge in ihrem Ursprung begreifen“, erklĂ€rte Rudolf Klee.

Was der Ausstellungsbesucher sofort begreift, ist die Ausstrahlung, die AuthentizitĂ€t dieses KĂŒnstlers.

Die breit gefĂ€cherte Vielseitigkeit von Rudolf Klee, die KreativitĂ€t, die außer der bildenden, auch die literarische und musikalische Kunst mit einschließt, betonte Martine Herm, 1. Vorsitzende des Kunstvereins, in ihrer BegrĂŒĂŸung. Was treibt ihn an? „Wir wollen eintauchen in die Welt des Rudolf Klee.“

Die EinfĂŒhrung in sein Werk wollte der KĂŒnstler selbst geben.

Und er nahm seine Besucher mit auf eine Reise durch seine Kunst, sein Empfinden, sein Erleben.

Aus drei Tönen ließ er am Klavier eine Improvisation entstehen. „Drei Töne nehme ich heraus und spiele mit ihnen.“ Drei Töne, drei Striche, drei Worte – das kann der Anfang sein, fĂŒr eine wunderbare Melodie, ein Bild oder ein Gedicht. „Ich mach-€ℱ halt Dinge, die mich berĂŒhren.“

Der 1936 in Bingen geborene Klee ist in Viernheim aufgewachsen. In seiner Jugend verbrachte er viel Zeit als Organist und Messdiener in der Kirche. Er beobachtete die Schatten, die entstanden durch das Licht, das durch die Kirchenfenster fiel. „Ich trĂ€umte von Glas und Edelsteinen.“ Dann habe er ein Bild des Kubisten Lionel Feininger gesehen und er wusste: „Kubismus törnt mich an.“

Beim Ausstreichen der Farbrollen, die er fĂŒr Lithographien verwendete, entstanden Farbbahnen und kubistische Elemente. In die er wiederum zeichnete, wie in dem Bild „Gesetzestafel“.

Der Besuch von Kursen zu Radierungen ließ fĂŒnf kleine Kunstwerke entstehen. Technisch perfekt, außergewöhnlich durch ihre Titel, durch ihren Wortwitz, direkt durch ihre gesellschaftliche Kritik.

Wenn ein Keim aus einer Nuss treibt wird das bei Klee zum „Kernreaktor“. Wenn die Richter anstelle von Köpfen Pilze tragen, ist der Namen Pilzgericht nicht weit und der Galgen wird zur Richtschnur.

Die Freiheit ist fĂŒr ihn ein hohes Gut, „sie wird uns geschenkt“, und er möchte sich nicht zu sehr einengen lassen.

In der Zeichnung „TraumbĂŒhnenlandschaft“, befindet sich ein Fenster – das dem Beschauer in seinen Bildern immer wieder begegnet – als Symbol fĂŒr unsere Gedanken, die entfliehen, die raus gehen.

Ein großes Vorbild fĂŒr Rudolf Klee ist der KĂŒnstler Horst Jansen, „fĂŒr mich ist er der grĂ¶ĂŸte Zeichner des vorangegangenen Jahrhunderts. Er konnte alles.“

Somit begann in den 70er Jahren seine „Jansenphase“. Jansen zeichnete das Selbstportrait von Casper David Friedrich und Klee kopierte, fĂŒgte hinzu, verĂ€nderte, sein „Friedrich nach Jansen“ entstand. Seine Bilder in dieser Schaffensperiode bezeichnet Klee als phantastischen Realismus. Schuhe werden zu „Der Redner und seine Meute“. Das Gesicht von Strauß verwandelt sich in „Metamorphose“ zu dem Gesicht von DĂŒrers Mutter. In einem Landschaftsbild finden wir ein Selbstportrait von Rembrandt, in einer Traumlandschaft das Gesicht eines alten Mannes von Leonardo Da Vinci und doch bleibt es immer ein Klee.

„Jede Landschaft hat ein Gesicht“ – und so entstehen immer wieder Landschaftsbilder mit eindringlichen Portraits verwoben, so wird das melancholische Gesicht mit der Herbstlandschaft zu einer Einheit.

Exponat. Bild: heddesheimblog

„Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar“, zitiert Rudolf Klee seinen berĂŒhmten Namensvetter Paul.

Die nĂ€chsten Bilder, die er dem Betrachter erschließt, sind betitelt mit „Morgen im Feld“, „Abend am Feldrand“ und „Nocturne“. Zarte Violetttöne, leuchtendes Rot,nĂ€chtliches Blau – „Ich bin ein romantischer Mensch“. Und:„Auch Kitsch ist erlaubt“. Aber: „Kunst ist alles, was ehrlich ist, was vom Herzen kommt“ und grenzt sich dabei ab von Kitsch, bei dem Form und Inhalt nicht ĂŒbereinstimmen.

Hat er zunĂ€chst seinen Landschaftsbildern noch Gesichter zugesellt, geht er in seiner nĂ€chsten Phase ein Schritt weiter. „Jedes Portrait beginnt mit dem Auge“ und so reduziert er die Gesichter auf den „Augenblick“ und zitiert Goethe „alle Macht geht vom Auge aus“ und noch weiter „verweile doch du Augenblick, du bist so schön“ als drohenden Niedergang.

Der Augenblick als Zeiteinheit, als Moment, der Augenblick als Wesen. Die Bilder sind betitelt mit „Vor dem Augenblick“, „Dem Augenblick begegnen“ oder auch „Im Tanz mit dem Augenblick“.

In Ölbilder zeichnet und schreibt er Schriften, denn „ich schreibe alles mit der Hand, ich bin ein Fossil, ich habe kein Computer, kein Handy“.

Rudolf Klee möchte die Dinge im Ursprung begreifen, durch die VirtualitĂ€t des Computers gehe fĂŒr ihn das Begreifbare verloren.

Die Ausstellungseröffnung beschließt er mit seiner Poesie mit seiner Musik. Wenn er an George W. Bush das Gedicht „Vom Wert der Ehre“ schreibt und diesem Liszts Prélude zur Seite stellt, wenn er in „EntrĂŒstung“ von „entrĂŒstet euch“ spricht und in „Ein Gebet“ dazu auffordert „lass uns frei sein wie ein Kind“, passiert es, dass der Betrachter und Zuhörer GĂ€nsehaut bekommt. Denn das, was Rudolf Klee mit seiner Kunst, seinen Zeichnungen und GemĂ€lden, seinen Gedichten und seiner Musik zeigt, ist glaubhaft, kommt von Innen und lĂ€sst den Besucher „froh nach Hause gehen“.

Die Ausstellung „Vier Jahrzehnte – Malerei und Graphik“ mit Arbeiten von Rudolf Klee ist noch bis 18. Juli 2010 Im Alten Rathaus, sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr, zu sehen.

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Ausstellung im Domhof: „Menschen wie du und ich“

Guten Tag!

Ladenburg, 16. Februar 2010. „Menschen wie du und ich“ – Frauen und MĂ€nner der Bibel, heißt eine Ausstellung, die ab kommendem Freitag im Domhof zu sehen sein wird.

Am Freitag, den 19. Februar 2010, 19:00 Uhr, eröffnet die Ausstellung „Menschen wie du und ich“ – Frauen und MĂ€nner der Bibel – im Domhof. Die Schau zeigt Malereien der Ladenburger KĂŒnstlerin Ute Fahse.

Die EinfĂŒhrung ĂŒbernimmt die Kunsthistorikerin Dr. Maria Lucia Weigel.

Die Ausstellung ist vom 20. Februar – 7. MĂ€rz 2010, jeweils samstags von 14 – 17 Uhr und sonntags von 11 – 17 Uhr geöffnet. Die KĂŒnstlerin ist jeweils anwesend.

Google Maps: Domhof, Hauptstraße 9, Ladenburg
Telefon 06203/16242

Einen schönen Tag wĂŒnscht
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