Samstag, 23. September 2017

Kommunale Kinderbetreuung im Vergleich

Enorme Unterschiede bei Kosten und Angeboten zur Kinderbetreuung

Rhein-Neckar/Ladenburg, 04. April 2014. (red/ae/ms) Seit dem 01. August 2013 haben Kinder ab Vollendung des ersten bis zum Ende des dritten Lebensjahres einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Tageseinrichtung oder einer Kindertagespflege. Reichen die PlĂ€tze in den Gemeinden des Landtagswahlkreis Weinheim? Wie viele KindergĂ€rten und KindertagesstĂ€tten gibt es in den Gemeinden? Was kostet welches Angebot? Wir haben fĂŒr Sie recherchiert und liefern den Überblick zu den Angeboten. [Weiterlesen…]

Gemeinderat beschließt einstimmig Bedarfsplanung

Genug BetreuungsplĂ€tze fĂŒr alle Kinder

Ladenburg, 13. MĂ€rz 2014. (red/ld) In Ladenburg wird es fĂŒr das kommende Kindergartenjahr vermutlich 402 Kinder geben, die einen Rechtsanspruch auf Betreuung haben – zur VerfĂŒgung stehen insgesamt 368 PlĂ€tze. Bislang zeigte sich das als ausreichend, denn es komme nie vor, dass alle Kinder ihren Anspruch auf einen Betreuungsplatz in der Gemeinde geltend machen, sagte BĂŒrgermeister Rainer Ziegler gestern. [Weiterlesen…]

VerlÀngerte Betreuungszeit wird ausgesetzt

Römernest und Haus des Kindes werden teurer

Ladenburg, 16. Mai 2013. (red/ld) Die KindertagesstĂ€tte „Römernest“ und das Haus des Kindes erhöhen ab 01. September ihre BeitrĂ€ge um drei Prozent. Das beschloss gestern der Gemeinderat. Auch die verlĂ€ngerten Betreuungszeiten werden ab dem kommenden Kindergartenjahr ausgesetzt. [Weiterlesen…]

LĂ€ngere Betreuung im „Haus des Kindes“ – Kritik am „Sharing“

Guten Tag!

Ladenburg, 28. Juni 2010. Ab September 2010 wird die Betreuungszeit im „Haus des Kindes“ von 07:00-16:30 Uhr angeboten, in der KindertagesstĂ€tte (Kita) „Römernest“ gibt es drei Betreuungszeiten. Bei beiden Einrichtungen kann eine „optionale“ Betreuungszeit bis 17:00 Uhr gegen GebĂŒhr in Anspruch genommen werden.

Die Betreuungszeit im Haus des Kindes (Hort an der Schule) wird von Montag bis Freitag um je eine halbe Stunde verlĂ€ngert. Die Betreuung ist ab dem Hortjahr 2010/11 von 07:00 – 16:30 Uhr gewĂ€hrleistet – bei Bedarf gegen GebĂŒhr auch bis 17:00 Uhr.

Hortkinder können ab September 2010 von 07:00-16:30 Uhr betreut werden (Anm. d. Red.: Zeiten je Montag-Freitag). Kita-Kinder werden von 07:00-13:30 Uhr, von 07:30-14:00 Uhr oder von 07:00-16:30 Uhr betreut. FĂŒr Hort- und Kita-Kinder gibt es zusĂ€tzlich ein Betreuungsangebot fĂŒr eine altersgemischte Gruppe von 16:30-17:00 Uhr. DafĂŒr wird eine GebĂŒhr von 25 Euro fĂ€llig

Das erweiterte Angebot nahmen bislang drei Kita-Kinder und vierzehn Grundschulkinder in Anspruch. Ab September 2010 sind zur Zeit ein Kindergartenkind und zehn Grundschulkinder dafĂŒr angemeldet – was sich natĂŒrlich aber noch verĂ€ndern kann.

Ab September gilt eine Vereinheitlichung der GebĂŒhrensĂ€tze fĂŒr den Hort und die Kita. Die Beitragstabelle des Hort mit bislang sechs Einkommensstufen wird an die fĂŒnf Einkommensstufen der Kita angepasst.

Außerdem wird ein „Sharing“ angeboten. Danach können sich Eltern Betreuungszeiten fĂŒr ihre Kinder teilen. Beispielsweise wird das Kind aus Familie A von Montag bis Mittwoch betreut – ein Kind aus der Familie B von Donnerstag bis Freitag. Die BeitrĂ€ge werden entsprechend der Betreuungszeiten aufgeteilt.

Hintergrund ist die Anfrage durch Eltern, die Betreuung flexibler zu handhaben. Von Seiten der Stadt habe man darauf reagiert. Bislang gibt es „Sharing“-Anfragen fĂŒr die Regelzeiten, aber noch keine fĂŒr die erweiterte Betreuung bis 17:00 Uhr.

GLL-GemeinderĂ€tin Ingrid Dreier bedankte sich fĂŒr die Zusammenarbeit zwischen Hort und Kita, kritisierte aber: „Die Kinderbetreuung unterliegt eigentlich einem pĂ€dagogischen Konzept. Ich lehne ein „Sharing“ deswegen ab.“ BĂŒrgermeister Rainer Ziegler stimmte der Kritik zu: „Das ist pĂ€dagogisch sicher keine optimale Lösung – andererseits versuchen wir den ElternwĂŒnschen zu entsprechen.“

Die Kritik zielt auf altersgemischte Gruppen und eine hohe Belastung der Erzieherinnen, die bei gleichem Personalstand eine höhere planerische Leistung und mehr ElterngesprĂ€che fĂŒhren mĂŒssten.

In der Praxis bedeutet die neue Regelung fĂŒr Hortkinder, vornehmlich der 1. Klasse, dass diese bei spĂ€terem Schulbeginn in der Kita betreut werden. Hortkinder, fĂŒr die die Schule um 07:30 Uhr beginnt, werden vom Hort in die Schule geschickt, die anderen wechseln bis zu deren Schulbeginn vom Hort in die Kita.

Die Betreuungsentgelte werden zum kommenden Hort-/Kita-Jahr um „moderate“ zehn Prozent angehoben. FĂŒr bestehende VertrĂ€ge gilt eine „Übergangslösung“. Der Gemeinderat nahm die Beschlussvorlage mit zwei Gegenstimmen der GLH an.

Download: Die neuen GebĂŒhrensĂ€tze.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog

Kinderbetreuung wird deutlich teurer

Guten Tag!

Ladenburg, 03. April 2010. (red) Der Gemeinderat hat Beitragserhöhungen fĂŒr die Kinderbetreuung beschlossen. Die meisten BeitrĂ€ge steigen im Durchschnitt um ĂŒber zehn Prozent, einige sogar um 20 Prozent.

Kommentar: Hardy Prothmann

Kinder- und familienfreundlich sind Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent nicht. Die Preise steigen sowohl in der stÀdtischen KindertagesstÀtte als auch bei den kirchlichen TrÀgern.

Vor allem Alleinerziehende, die meisten davon Frauen, sind auf eine Kinderbetreuung angewiesen und werden mit zehn Prozent mehr in der Blockzeitbetreuung belastet. Das erste Kind kostet ab September 2010 nun 88 statt 80 Euro. 37 Prozent der betreuten Kinder sind Einzelkinder.

FĂŒr das zweite Kind werden am dem 01. April 2010 erst zehn Prozent mehr fĂ€llig, also 44 statt 40 Euro und ab September sind es dann mit 48 Euro genau 20 Prozent mehr, gemessen am MĂ€rz 2010.

In der Ganztagesbetreuung steigen die GebĂŒhren auch – meist um zehn Prozent und mehr.

Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren wird ab April 2010 um 19 Prozent teurer – fĂŒr jedes Kind, dass neu betreut wird. Die GebĂŒhrenerhöhung fĂŒr Kinder, die schon in einer Betreuung sind, gilt die Erhöhung erst ab September 2010.

FĂŒr viele Eltern, die „rechnen“ mĂŒssen, wird diese GebĂŒhrenerhöhung weiter das kleine Portemonnaie belasten.

Diese GebĂŒhren wurden beschlossen. Quelle: Stadt Ladenburg

Andererseits: Die Kommunen tragen um die 10.000 Euro pro Jahr und Kind an Kosten, weil sie von Bund und Land finanziell im Stich gelassen werden.

Und: Es hĂ€tte vor allem fĂŒr Geringverdiener noch viel schlimmer kommen können. Der Gemeinderat hat sich entschlossen, dass so genannte „WĂŒrttemberger Modells“ noch nicht einzufĂŒhren.

Danach wĂŒrde die Blockzeitbetreuung bei einem Kind von 80 auf 113,75 Euro steigen. Eine einkommensschwache Familie mĂŒsste eine Steigerung von 66 Prozent oder von 100 auf 166,25 Euro verkraften, wĂ€hrend Gutverdiener nicht mehr 260 Euro, sondern ebenfalls 166,25 Euro zahlen wĂŒrden.

Das das WĂŒrttembergische Modell kommt, ist keine Frage. Die Frage ist, wie Eltern mit geringem Einkommen das verkraften sollen.

Kinder sind in Deutschland ein Armutsrisiko – daran Ă€ndert diese desolate Familienpolitik nicht, sie zementiert diese Misere.