Samstag, 24. August 2019

Technischer Ausschuss diskutierte Bau- und Sanierungsmaßnahmen der PflastermĂŒhle

FĂŒr die einen ein Traum, fĂŒr die anderen ein Kostenfaktor

Die PflastermĂŒhle an der Wallstadter Straße. Foto: Ladenburgblog.


Ladenburg, 16. Juni 2012. (red/sap) Die Schreinerei ist aus dem Ostteil der PflastermĂŒhle gezogen. Nun soll die komplette PflastermĂŒhle in der Wallstadter Straße zukĂŒnftig als Jugend-, Kultur- und KleinkunstbĂŒhne genutzt werden. WĂ€hrend fĂŒr die StadtrĂ€tin Ingrid Dreier mit dem Um- und Ausbau der PflastermĂŒhle ein Traum in ErfĂŒllung geht, wollten die anderen Mitglieder des Technischen Ausschusses erst mal wissen, was das alles kostet.

Von Sabine Prothmann

Der Ladenburger Architekt JĂŒrgen Borkowski stellte dem TA die geplanten Bau- und Sanierungsmaßnahmen vor.

Es sollen durch leichte TrennwÀnde im Erd- und Obergeschoss jeweils drei RÀume abgetrennt werden. Dies ermögliche eine flexible Raumgestaltung ohne weitere Investitionen. Der Haupteingang soll verlegt werden und im Obergeschoss soll ein breites Gaubenband zur verbesserten Belichtung von drei RÀumen eingebaut werden. Desweiteren soll die Fassade konstruktiv gesichert und renoviert werden.

Hier ist schon lange das Jugendzentrum "Die Kiste" untergebracht. Foto: Ladenburgblog.

Im Zuge der Freilegung wurde im Kellergeschoss das alte Bachbett einschließlich des ehemaligen MĂŒhlrads wiederentdeckt. Nach erfolgter Instandsetzung sollen BĂŒrger und Besucher die Anlage besichtigen können.

Dies sei ein „echter Hingucker“,  meinte auch BĂŒrgermeister Ziegler.

Der GebÀudekomplex stehe zwar nicht unter Denkmalschutz, aber habe dennoch einen hohen Wert im Hinblick auf die Wirtschaftsgeschichte Ladenburgs.

Bie der PflastermĂŒhle handelt es sich um 14.000 Kubikmeter umbauten Raum, so der Architekt. Das GebĂ€ude sei statisch okay und die Sanierung könne und mĂŒsse in Stufen erfolgen. Zudem sei der Standard eines Jugendzentrums ein anderer als der eines Wohnhauses.

Nur das Dachgeschoss werde man dĂ€mmen und eine Beheizung ist nur tages- und stundenmĂ€ĂŸig vorgesehen. Die Sanierung werde im Leichtbau erfolgen und die Elekrik könne „auf Putz“ verlegt werden.

Es sollen Gruppen- und ProjektrĂ€ume enstehen fĂŒr die dynamische Jugendarbeit. Auch der Jugendgemeinderat soll hier seinen eigenen Raum bekommen.

Ein Traum aus meiner Jugend wird Wirklichkeit,

schwÀrmte Ingrid Dreier (GLL). Und der Jugendgemeinderat werde hier eine Heimat finden.

Petra Erl (SPD) wollte wissen, ob das als Jugend-, Kultur- und KleinkunstbĂŒhne nur der Jugend vorbehalten sei oder auch fĂŒr breite Nutzung gedacht sei. BĂŒrgermeister Rainer Ziegler sagte:

Die PflastermĂŒhle soll ein kulturelles Zentrum werden – generationsĂŒbergreifend.

„Was ist die Endsumme?“

„Was kostet das?“, wollte Steffen Salinger (SPD) konkret wissen. „Was ist die Endsumme?“, fragte auch Gerhard Seidel (CDU).

Es seien 192.000 Euro Fördermittel vorhanden, 60 Prozent werden dabei vom Land finanziert, informierte der Architekt. ZusĂ€tzlich könnte noch einmal knapp die gleiche Summe durch Haushaltsreste und -posten bereitgestellt werden. Das heißt rund 400.000 Euro seien vorhanden.

Die Eigenarbeit von Jugendprojektgruppen, wenige TrennwĂ€nde, Nasszellen und DĂ€mmung wĂŒrden die Kosten fĂŒr die Baumaßnahmen geringer halten. Außerdem machte der BĂŒrgermeister darauf aufmerksam, dass der Umbau schrittweise erfolgen könne.

Rund eine halbe Million Kosten

Salinger beharrte auf die Nennung einer konkreten Summe und bekam schließlich rund 500.000 Euro genannt. Ein Projekt dieser GrĂ¶ĂŸenordnung von rund einer halben Million wollte der SPD-Stadtrat nicht ohne den Gemeinderat beschließen.

Schließlich einigte man sich einstimmig darauf, den Bauantrag zu genehmigen – um durch eine Zeitverzögerung die Fördermittel nicht zu verlieren -, und auch gleichzeitig der Verwaltung den Auftrag zu erteilen, vor der ersten Auschreibung eines Gewerkes dem Gemeinderat einen konkreten Zeiten- und Kostenplan vorzulegen und dies dort zu beraten.

 

 

 

 

Abwechslungsreiches Programm

Osterferien in der „Kiste“

Ladenburg, 12. MĂ€rz 2012. (red/pm) Abwechslungsreiches Ferienprogramm in der „Kiste“. Teilnehmerzahl fĂŒr alle Aktionen begrenzt, deshalb Anmeldeschluss beachten.

In diesem Jahr bietet das Jugendzentrum „Die Kiste“ wieder ein besonderes Osterferien-Programm an. Es richtet sich an Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren und lĂ€uft immer in der Zeit zwischen 12 und 16 Uhr.

Folgende Angebote gibt es:

Montag 02.04. 2012 „Jagd nach Mr. Z“
Verfolgungsjagd durch Ladenburg mit dem Rad und zu Fuß (in Anlehnung an das Brettspiel „Scotland Yard“).
Treffpunkt Jugendzentrum.
Anmeldeschluss Donnerstag 29.03.2012

Dienstag 03.04. 2012 und Mittwoch 04.04. 2012 „Action speaks louder than words“
Alleine und in der Gruppe werden die Jugendlichen vor kleine erlebnispĂ€dagogische Herausforderungen und Aktionen gestellt und mĂŒssen diese bewĂ€ltigen. Am Mittwoch geht es zusĂ€tzlich in den Hochseilgarten nach Viernheim.
Treffpunkt Jugendzentrum.
Anmeldeschluss 30.03.2012, Kosten 5 Euro pro Teilnehmer.

Donnerstag 05.04. 2012 Fußballturnier auf der Neckarwiese
Vier Spieler pro Team. Treffpunkt bei der Minigolfanlage.
Anmeldeschluss 03.04.2012

Dienstag 10.04.2012 Kicker-Turnier
Gespielt wird in Zweier-Teams im Jugendzentrum.

Mittwoch 11.04.2012 und Donnerstag 12.04.2012 „Pimp our garden“
Gemeinsam mit den Jugendlichen wird das AußengelĂ€nde des Jugendzentrums verschönert. FĂŒr alle Helfer gibt es am Donnerstag zum Abschluss ein gemeinsames Barbecue.

Freitag 13.04. 2012 „For girls only“
MĂ€dels gestalten ihren eigenen Schmuck.

Wichtig: Die Teilnehmerzahlen fĂŒr alle Aktionen sind begrenzt, es gilt der jeweilige Anmeldeschluss!

Info: Anmeldungen und alle Informationen bei Angelika Schlechter und Achim Kolb, Jugendzentrum „Die Kiste“, Wallstadter Str. 36-38,68526 Ladenburg, Tel.: 06203/ 16275, Mail: info@diekiste.info

Angelika Schlechter ĂŒberzeugte "100 Prozent"

Neue SozialpĂ€dagogin im Jugendzentrum „Kiste“

Gutes Team (v.l.n.r.): BĂŒrgermeister Rainer Ziegler, Rainer Döhring (TrĂ€gerverein des Jugendhauses), Juli Döhring, Achim Kolb (SozialpĂ€dagoge), Angelika Schlechter (SozialpĂ€dagogin).

 

Ladenburg, 14. Februar 2012. (red) Die „Kiste“ hat nun wieder zwei Sozialarbeiter – allerdings trotzdem eine halbe Stelle weniger, weil Achim Kolb reduziert hat. Die restliche Zeit soll durch HonorarkrĂ€fte, Praktikanten und Ehrenamtliche aufgefangen werden. Ob das reicht? Das kann nur die Zukunft zeigen.

Von Jörg Theobald

Das Jugendzentrum „Kiste“ hat mit der 27-jĂ€hrigen Angelika Schlechter eine neue Mitarbeiterin. Die SozialpĂ€dagogin stellte sich heute als Nachfolgerin von Esther Wiechers vor – die Stelle hat sie bereits am 10. Januar angetreten und sich eingearbeitet.

Die aus Dossenheim stammende SozialpÀdagogin hatte sich im Bewerbungsverfahren unter ihren Mitbewerbern behaupten können.

Von insgesamt 17 Bewerbern kamen vier in die engere Wahl, laut BĂŒrgermeister Rainer Ziegler gelangte man jedoch „schnell und ohne Reibung“ zu einem einstimmigen Ergebnis:

Ich bin 100 Prozent ĂŒberzeugt, dass wir die richtige Wahl getroffen haben.

Transparentes Bewerbungsverfahren

An dem Bewerbungsverfahren waren neben dem BĂŒrgermeister und der Stadtverwaltung auch Sozialarbeiter Achim Kolb sowie der Jugendgemeinderat und Rainer Döhring vom TrĂ€gerverein des Jugendzentrums beteiligt.

Rainer Döhring lobte das „sehr angenehme und transparente Bewerbungsverfahren“. Es sei nicht selbstverstĂ€ndlich, dass die Stadt den TrĂ€gerverein und den Jugendgemeinderat von Anfang an so stark eingebunden habe.

BĂŒrgermeister Ziegler mit Rainer Döhring und dessen Tocher Juli im JUZ.

Angelika Schlechter hat 2011 ihr Studium in Coburg abgeschlossen und schloss ein Praxissemeter in der Dresdner Straßensozialarbeit an. Dort war sie fĂŒr das SuchtprĂ€ventionsprogramm „Keine Macht den Drogen“ tĂ€tig.

Neben dem Studium hat sie fĂŒr „Camp Adventure“ ErlebnispĂ€dagogik wie Klassenfahrten oder Zeltlager kennengelernt – der Umgang und die Arbeit mit Jugendlichen ist ihr also schon vertraut. Zur Zeit erarbeitet sich sich auch die Zusatzqualifiktion „ErlebnispĂ€dagogin“.

Ladenburg kennt die Dossenheimerin zwar gut – ihren neuen Arbeitgeber BĂŒrgermeister Ziegler hatte sie aber erst im Zuge des Bewerbungsverfahrens kennengelernt.

Viele VerÀnderungen

Achim Kolb hat seine Stelle ab Februar auf 50 Prozent reduziert. Schlecht fĂŒrs Angebot der Kiste: Montags ist kĂŒnftig geschlossen. Dienstags bis donnerstags wird es das „bekannte“ Programm geben, freitags ist Workshop- und Kooperationstag.

Wie die halbe Stelle kompensiert werden kann oder soll, dazu gab es noch keine verbindlichen Aussagen. Überlegt wird eine engere Kooperation mit Schulen und ein verstĂ€rktes multimediales sowie kĂŒnstlerisches Angebot.

 

Kiste bietet Ferienprogramm

Guten Tag!

Ladenburg, 29. Oktober 2010. Wer Kind oder Jugendlicher ist und in den Ferien nicht wegfÀhrt, ist eingeladen, im Jugendzentrum Kiste mitzumachen.

Information der „Kiste“:

In den Herbstferien bietet das Jugendzentrum „Kiste“ Ladenburg folgendes Programm an:
Dienstag 02.11.2010 „Mein Ladenburg“:
Fotoprojekt, bei dem Jugendliche ihre Umgebung, ihre LieblingsplÀtze und Orte in Ladenburg darstellen können. Anmeldung bis Freitag 29.10.

Mittwoch 03.11.2010 „Videodreh“:
Jugendliche erstellen ihre Spots zum Thema Surfen im Internet.

Donnerstag 04.11.2010 „Black & White“:
Dahinter verbirgt sich Styling und Fotoshooting in schwarz-weiß nur fĂŒr MĂ€dchen.

Alle Aktionen sind fĂŒr Jugendliche von 11-16 Jahren und finden jeweils von 14-18 Uhr im Jugendzentrum statt. Teilnahme ist nur mit einer verbindlichen Anmeldung bis spĂ€testens einen Tag vor Programmbeginn möglich.

Die gewohnten Öffnungszeiten entfallen fĂŒr die genannten Aktionen in der gesamten Ferienwoche!!!

Anmeldungen und weitere Informationen:
Jugendzentrum „Kiste“ Ladenburg
Wallstadterstrasse 36-36
68526 Ladenburg
Telefon 06203 16275″

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog

BĂŒrgermeister kommt zur Jugendsprechstunde in die „Kiste“

Guten Tag!

Ladenburg, 15. Juli 2010. RegelmĂ€ĂŸig bietet der BĂŒrgermeister eine Jugendsprechstunde im Rathaus an – mit eher mĂ€ĂŸigem Zuspruch. Heute ist der Rathauschef zur Jugend gegangen. Erst wussten die Jugendlichen nicht so viel mit der Situation anzufangen, doch dann entwickelten sich interessierte GesprĂ€che.

Von Hardy Prothmann

Der Termin war nicht ideal gewĂ€hlt – ein Großteil der Jugendlichen, die gerne ins Jugendzentrum (JUZ) „Die Kiste“ kommen, war heute im Europapark Rust. FĂŒnf, sechs MĂ€dchen, drei Jungs aber waren da.

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler bot sich an: „Ich fand die Idee gut, dass der BĂŒrgermeister mal zu den Jugendlichen kommt und nicht umgekehrt. Hier bin ich also. Habt ihr Fragen?“

ZunĂ€chst kamen keine Fragen. „Vielleicht habt ihr keine Fragen, weil wir uns ja oft begegnen“, dachte Ziegler laut oder auch in Richtung „Presse“. TatsĂ€chlich kennt er aber eins der MĂ€dchen.

BĂŒrgermeister Ziegler bei der Jugendsprechstunde. Er guckt einer Jugendlichen ĂŒber die Schulter, um zu lernen, was "wkw" ist. Bild: ladenburgblog

Dann fragt ein MĂ€dchen: „Haben Sie Hobbies?“ Der BĂŒrgermeister sagt: „FrĂŒher mal, Horn spielen. Aber wenn ihr so wollt, ist mein Hobby Ladenburg.“ Die MĂ€dchen grinsen und kichern. „Ladenburg, wie das denn?“

„Ladenburg ist total spannend“, sagt der BĂŒrgermeister: „Da bleibt kaum Zeit fĂŒr andere Hobbies.“ Wieso? Arbeitet er viel? „Siebzig bis neunzig Stunden in der Woche, aber das mache ich gerne“, sagt Ziegler. Die MĂ€dchen staunen. „Den Dienstagabend versuche ich mir freizuhalten, damit ich mit meiner Frau etwas unternehmen kann. Vorgestern waren wir im Kino, in „Vergebung“. Ich habe alle BĂŒcher von Stieg Larsson verschlungen und fand, dass das eine tolle Buchverfilmung war. Wahrscheinlich kennt ihr den aber nicht?“ Die MĂ€dchen kennen weder Buch noch Film.

„Machen Sie Sport?“ Auch hier muss der BĂŒrgermeister passen – zu wenig Zeit. „FrĂŒher habe ich mal Handball gespielt und war im Basketballverein.“

Small-Talk

Und gehts weiter mit „Small-Talk“. Die Jugendlichen erfahren, dass Rainer Ziegler aus Heidelberg-Kirchheim kommt, in Dossenheim wohnt und zwei erwachsene Söhne hat. Außerdem, dass er zwei Jahre bei der Bundeswehr bei der Flugsicherung war, Meeresbiologe werden wollte, dann aber „Verwaltung gelernt“ hat und vor seinem Antritt als BĂŒrgermeister Leiter des Umweltamts in Heidelberg war.

„Und wieso sind Sie dann in Ladenburg BĂŒrgermeister?“, will ein MĂ€dchen wissen? „Ich hatte einen guten Job in Heidelberg, aber Ladenburg gefĂ€llt mir so gut, dass ich mir vorstellen konnte, hier BĂŒrgermeister zu werden und das hat ja auch geklappt“, sagt Ziegler: „Jetzt bin ich 56 Jahre alt und in meiner zweiten Amtszeit.“

Probleme mit dem Fundament und Fußballtoren

„Wie gehts weiter mit dem Fundament?“, fragt plötzlich eine. Das JUZ hat ĂŒberall Risse, weil sich das Haus wegen des Untergrunds „bewegt“. „Daran arbeiten wird. Zur Zeit hoffen wir, dass sich das Haus nicht weiter bewegt und bald wird das Fundament saniert fĂŒr 120.000 Euro“, sagt Ziegler. „Und wir hoffen, dass wir bald mehr der anderen RĂ€umlichkeiten nutzen können, die werden fĂŒr euch gebraucht.“

Auch die beiden Jugendarbeiter, Achim Kolb und Esther Wiechers sind da und moderieren ein wenig das GesprÀch.

Ein MĂ€dchen sagt: „Ich verstehe nicht, dass wir gar nichts mehr auf dem Schulhof haben“, gemeint ist die Sickingen-Schule. „Was meinst du?“, fragt Ziegler. „Wir hatten da mal Fußballtore, aber die sind weg und wir wĂŒrden gerne Fußball spielen.“ Der BĂŒrgermeister weiß nicht, warum die Tore weg sind und will sich kĂŒmmern.

Ein Junge kommt dazu: „Wieso muss ich in Feudenheim auf die Realsschule, ich dachte Ladenburger werden bei der Merian-Realschule bevorzugt?.“ Der Junge war auf dem CBG und ist auf die Realschule gewechselt. „Normalerweise schon. Die Realschule ist knallvoll – vielleicht warst Du zu spĂ€t mit der Anmeldung? Ich kann das so nicht sagen“, antwortet der BĂŒrgermeister.

Dann geht das GesprĂ€ch weiter: Über die Baustelle an der Merian-Realschule, ĂŒber die Schulformen, was die Jugendlichen spĂ€ter mal vorhaben. Über die Sanierung des CBG.

BĂŒrgermeister Ziegler erkundigt sich zum Ferienprogramm und plaudert locker mit den Jugendlichen. „Am 15. August gehen wir beim Jugendferienprogramm ins neue Feuerwehrhaus, wahrscheinlich so gegen 15:00 Uhr. Ihr seid die ersten, die das erfahren. Vielleicht habt ihr ja Lust Euch das mal anzuschauen. Das wird bestimmt spannend, weil man mit den Spritzen hantieren kann und viel ĂŒber die Feuerwehr erfĂ€hrt.“

Die Idee, dass der BĂŒrgermeister zu den Jugendlichen geht, um dort mit ihnen zu sprechen, wo sie sich aufhalten, war eine gute Idee. Und wird sicher wiederholt werden.

„Die Dosis Adrenalin ist garantiert. Skaten gibt ein gutes GefĂŒhl.“

Guten Tag!

Ladenburg, 17. Mai 2010. FĂŒr Marco Masetti war das Skate-Event „Heimspiel #2“ eine mehr als gelungene Veranstaltung. Im Interview erklĂ€rt der Mitorganisator, was Skaten ist, wieso niemand Angst vor Skatern haben muss und warum man sich als Eltern freuen kann, wenn die eigenen Kinder skaten.

Was macht Skaten als Sport aus?
Marco Masetti: „Skaten ist eine Lebenseinstellung. Dazu gehört der Sport, die Klamotten, die Musik, das Verhalten.“

Die Jungs sehen ziemlich cool aus und nicht unbedingt so, wie sich anstĂ€ndige Eltern anstĂ€ndige Kinder wĂŒnschen?
Masetti (lacht): „Ja, das ist das Klischee. So denken viele: Gammler, AbhĂ€nger, Nichtsnutze. Skaten ist fĂŒr konventionell denkende Menschen einfach nichts gescheites. Die Kleidung muss locker sein, damit man sich gut bewegen kann und da schnell mal irgendwo ein Loch drin ist, zieht man sich nicht die besten Klammotten an. Irgendwie logisch, oder?“

Marco Masetti: Schreiner, Skater, Shopbetreiber. Bild: local4u

Wie erklÀren Sie einem konventionell denkenden Menschen, was Skaten bedeutet?
Masetti: „Skaten ist zwanglos – man skatet, wenn man Lust dazu hat und wo man Lust dazu hat und mit wem man Lust dazu hat. FrĂŒher waren Skater noch sehr politisch, eine Protestbewegung gegen die Konsumgesellschaft. Man wollte anders sein – typisch fĂŒr die Jugendkultur. Heute ist Skaten anders politisch: Respekt fĂŒreinander spielt bei Skatern eine große Rolle. Und ganz wichtig: Skater sind cool und kein bisschen aggressiv.“

„Respekt spielt eine große Rolle.“

Heißt?
Masetti: „Die AnfĂ€nger lernen von den Könnern. Die Könner respektieren die AnfĂ€nger, weil sie auch mal angefangen haben und wissen, wie schwer es ist, einen Trick zu beherrschen. Um was zu können muss man mindestens zwei, drei Jahre sehr viel ĂŒben. Man stĂŒrzt, man tut sich dabei weh, man verletzt sich manchmal, man steht wieder auf und probiert es nochmal. DafĂŒr braucht man Disziplin und Biss. Wie hart die StĂŒrze sein können, sieht man ja im Video.“

Ist Skaten eine gefÀhrliche Sportart?
Masetti: „Jeder Sport birgt in sich ein Verletzungsrisiko. Skaten ist gefĂ€hrlich, keine Frage. Aber auch das fĂŒhrt wieder zur Disziplin. Nach den ersten harten Landungen ĂŒberlegt sich jeder sehr genau, was er probiert und was er sich zutraut. Skaten schult also auch die Wahrnehmung und den Umgang mit der Gefahr: wer unbedacht ist, bĂŒĂŸt das sofort auf die ganz harte Weise.“

„Skater sind hart im Nehmen.“

Klingt doch eigentlich ganz vorbildlich, das mit der Disziplin.
Masetti: „Ist es auch. Beim Skaten gilt ein Gesetz: Wenn jemand stĂŒrzt, stĂŒrzt er gleich hart, egal ob Profi oder AnhĂ€nger, das liegt in der Physik der Sache. Bis man sich einigermaßen auf dem Brett halten kann, stĂŒrzt man oft. Plötzlich kommt man weiter. Dann stagniert es wieder monatelang. Skater sind hart im Nehmen, sind fair miteinander und genießen es, wenn es lĂ€uft.“

Der Heidelberger Frank Royal ist erst elf Jahre alt und ein Skater-Talent. Bild: local4u

Wie lief das Heimspiel #2 am Samstag?
Masetti: „Das war eine geile Sache – wir hatten jede Menge Spaß und haben richtig gutes Skaten gesehen. So solls sein.“

Es waren zwei Gruppen am Start, warum?
Masetti: „Das hĂ€ngt von den Leistungen ab. In der Gruppe A sind die gesponserten Fahrer angetreten, die sind so gut, dass sie national bei Contests mitfahren können, nicht unbedingt gewinnen, aber doch gut dabei sein. In der B Gruppe sind die gefahren, die schon viel können, aber noch auf dem Weg in die Gruppe A sind. Alles klar?“

„Skaten schult die Wahrnehmung.“

Verstanden. Gabs Verletzungen?
Masetti: „Zwei verstauchte Handgelenke – also nicht wirklich was schlimmes.“

Obwohl Skaten ein hohes Verletzungsrisiko birgt, hatte kein Fahrer Protektoren an. Warum?
Masetti: „Die Bahnregeln besagen, dass man einen Schutz tragen soll – jeder fĂ€hrt aber auf eigenes Risiko. Das Problem an Protektoren: Die schrĂ€nken einen in der Bewegungsfreiheit ein und behindern damit den Fahrer. Das Verletzungsrisiko ist ganz klar gegeben, aber wie ich eben schon erklĂ€rt habe: Die Leute wissen, wie weh es tun kann und verhalten sich sehr verantwortungsvoll. Beim Fußball oder Handball gibt es wahrscheinlich mehr Verletzungen.“

Der Skatepark Ladenburg ist die Top-Holzbahn im Rhein-Neckar-Kreis.

Sie haben den Skatepark hier in Ladenburg geplant und kennen sich in der Szene aus. Wo wĂŒrden Sie den Park einordnen?
Masetti: „Unter den Holzparks ist Ladenburg ganz sicher im Rhein-Neckar-Kreis die Nummer eins. Holz fĂ€hrt sich ĂŒbrigens weicher und es gibt weniger Verletzungen als bei reinen Betonparks, die auch viel schneller sind. Insgesamt wĂŒrde ich den Skatepark unter die Top 20 einordnen.“

Es gibt immer wieder Vandalismus und MĂŒll im Skatepark. Sind Skater eine Problemgruppe?
Masetti: „Jaja, ich kenne diese VorwĂŒrfe. Das ist kompletter Blödsinn. Die Skater sind froh ĂŒber die tolle Anlage. Warum sollten sie da was kaputtmachen? Oder Flaschen kaputt werfen? Um sich dann durch die Glasscherben ordentlich zu verletzen? Skaten ist ein rauher Sport, Skater sind aber keine Rowdies.“

Skater sind aktive Leute.

Also kein Rucksacktrinken und Àhnliches?
Masetti: „Die Skater, die ich kenne und alt genug sind, um Alkohol trinken zu dĂŒrfen, feiern sicher aber und an mal gerne. Euer Video zeigt es aber ziemlich gut: Die meisten Skater sind drahtige Typen. Man braucht Kraft, Ausdauer, Geschick und bedröhnt oder mit dickem Kopp fĂ€hrt es sich einfach nicht gut. Skater sind gerne an der frischen Luft, sind aktiv und in Bewegung.“

Es waren nur Jungs am Start. Ist Skaten ein MĂ€nnersport?
Masetti: „Skaten ist eine MĂ€nnerdomĂ€ne. Aber ganz langsam kommen auch immer mehr MĂ€dels dazu. Das Geschick bringen Frauen wahrscheinlich genauso gut wie MĂ€nner, aber es ist auch ZĂ€higkeit und Kraft notwendig.“

Was ist ein gutes Alter, um mit dem Skaten zu beginnen?
Masetti: „Frank Royal aus Heidelberg hat eine bockstarke Leistung gezeigt. Der Junge ist elf Jahre alt und fĂŒr ihn gibt es nichts anderes. Aber er ist ein echtes Talent. Typischerweise wĂŒrde ich sagen, etwa ab zwölf Jahre. Dann sind die Jungs motorisch, physisch und psychisch fit genug.“

„Um gut zu skaten, braucht es eine gewisse Reife.“

Warum psychisch?
Masetti: „Kinder wollen immer schnell Erfolgserlebnisse. Die kommen, wie gesagt, beim Skaten aber nicht sofort. Es braucht eine gewisse Reife, Engagement, Ehrgeiz und Lust, sonst hört man schnell wieder auf.“

Marcel Mink. Bild: local4u

Gibt es ein Höchstalter?
Masetti: „Eigentlich nicht. Ich kenne zwar keine 60-jĂ€hrigen Skater – so alt ist das ja auch noch nicht. Aber es gibt viele, die fahren auch ĂŒber 40 noch. Beispielsweise der „Vadder“, der auch am Start war, ist so Anfang 40 und ein echt cooler Skater.“

„Die Dosis Adrenalin ist garantiert.“

Warum wird Skaten so gut wie nie in einem Verein angeboten?
Masetti: „Weil die Leute keinen Bock haben, sich ihre Trainingszeiten vorschreiben zu lassen. Weil sie nicht in einem klassischen Leistungssystem eingebunden, sondern frei sein wollen. Trotzdem bringen sie eine enorme Leistung.“

Zusammengefasst: Was ist Skaten?
Masetti: „Es ist ein unglaubliches GefĂŒhl, wenn man einen Trick steht, egal obs ein Ollie ist oder ein Flip oder Slide. Die Dosis Adrenalin ist garantiert. Wer soweit ist, in der Halfpipe zu gleiten und einen richtig guten Run hat, der fĂŒhlt sich einfach gut und frei. Das ist Skaten.“

Hintergrund zum „Heimspiel #2“
Marco Masetti arbeitet als Schreiner beim Nationaltheater in Mannheim. Zusammen mit der Stadt Ladenburg hat er den Skatepark in Ladenburg entworfen. Gefertigt hat ihn Andreas SchĂŒtzenegger (iou-ramps), der heute zu den Top-Holzskatepark-Konstrukteuren gehört (siehe Skateistan).

In Heidelberg betreibt Masetti mit seinem Partner Philipp Hund einen Skateshop „pier seven“. Sein Herz schlĂ€gt fĂŒrs Skaten: „Einfach ein cooles LebensgefĂŒhl.“

Veranstalter des „Heimspiel #2“ ist das Ladenburger Jugendzentrum „Die Kiste“. Zusammen mit dem Jugendgemeinderat wurde nach dem „Heimspiel“ im Herbst dieses Jahr versucht, den Contest kommerziell zu organisieren, „weil das jede Menge Arbeit und Kosten macht“. „Das erste Heimspiel war ein Riesenspaß, aber auch eine hohe Belastung fĂŒr alle, die mitgemacht haben“, sagt Masetti.

Die Schreinerei Wolf hat eine Graffiti-Wand spendiert. „Besonders dankbar sind wir dem Autohaus Vogel, die haben uns finanziell ganz herausragend gesponsort“, sagt Masetti. EnttĂ€uscht zeigt sich der Ladenburger aber ĂŒber die Vereine und GeschĂ€ftsleute: „Wir haben wirklich viele angesprochen und es kam nichts.“

Insgesamt sieht Masetti eine große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, was die offene Jugendarbeit angeht: „StĂ€ndig wird darĂŒber gesprochen, was fĂŒr Probleme man mit der Jugend hat und wenn man dann etwas auf die Beine stellen will, macht kaum jemand mit.“

Nur der ASV habe sich sofort bereit erklĂ€rt, zu kleinen Preisen, „die sich Jugendliche auch leisten können“, einen Grillstand zu machen. Der Jugendgemeinderat bot Waffeln und Fruchtcockails an. Die evangelische Stadtmission besorgte eine Kletterwand, die Stadt spedierte den Strom, das THW besorgte die technischen AnschlĂŒsse.

Die Kosten fĂŒr die Bands MĂ€hthrĂ€sher und Baxter, die DJs Tommy D und Blastar und die „Free gifts“ wurden vom Skateshop und der „Kiste“ ĂŒbernommen.