Samstag, 18. November 2017

Aktuelle Interimsl├Âsung bis zum Neubau des Sperrtors f├╝r Ladenburg und Ilvesheim

Schutz vor Hochwasser bald wieder bei 100 Prozent

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Der B├╝rgermeister von Ilvesheim, Andreas Metz, im Gespr├Ąch mit dem Baudirektor J├Ârg Huber und G├╝nter Bl├Ą├č (Stadt Ladenburg).

 

Ilvesheim/Ladenburg, 25. Oktober 2013. (red/aw) Die Gemeinde Ilvesheim, die Stadt Ladenburg und das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Heidelberg informierten heute ├╝ber den aktuellen Stand des Hochwasserschutzes in Ladenburg und Ilvesheim. Derzeit laufen die kurzfristig anberaumten Sanierungsma├čnahmen, um die Sicherheit der Bev├Âlkerung bis zum Neubau des Hochwassersperrtores zu garantieren. Bei einer Inspektion im April 2013 stellte das WSA fest, dass akuter Handlungsbedarf best├╝nde, da die Stahlkonstruktion der Korrosion schneller und st├Ąrker zum Opfer fiel als urspr├╝nglich erwartet. Auf den Neubau, der sp├Ątestens im Jahr 2017 fertig gestellt sein soll, kann nicht mehr gewartet werden. Dies verdeutlichte auch das Hochwasser im Mai diesen Jahres. Die Sanierungsarbeiten sollen im Mitte Dezember fertig sein, das Hochwassersperrtor dann wieder volle Sicherheit garantieren.┬á [Weiterlesen…]

Chaos-Berichterstattung: Verschmolzene Nachrichten

Guten Tag!

Rhein-Neckar/Japan/Welt, 13. M├Ąrz 2011. (red) Die Erdbeben-Katastrophe hat zuerst Japan ersch├╝ttert und enorme Zerst├Ârungen angerichtet. Auf die Naturkatastrophe folgt die technische Katastrophe. Weitere, weltweite „Ersch├╝tterungen“ werden folgen. Politische und wirtschaftliche, eventuell auch gesundheitliche. W├Ąhrenddessen ist die Berichterstattung ├╝ber die Katastrophe ein Teil davon.

Von Hardy Prothmann

Die erste Meldung, die ich zur Erdbeben-Katastrophe in Japan wahr genommen habe, sprach von einem starken Beben und mehreren Dutzend Toten.

Ein "Retter" h├Ąlt einen Jungen", tr├Ągt ihn aus der Zone der chaotischen St├Ârung. Der Jung scheint unverletzt, die Kleidung ist sauber, er hat beide Schuhe an, gibt keinen Laut von sich. Ist das glaubhaft, wenn man die Zerst├Ârung im Hintergrund sieht? Oder ist das eine "gestellte" Aufnahme? Die ARD stellt die Frage nicht, sondern zeigt die Bilder und best├Ątigt damit deren "Echtheit". Quelle: ARD

Jede Hoffnung auf einen „glimpflichen Ausgang“ der Tr├Ągodie habe ich mittlerweile aufgegeben.

Denn ein paar Stunden sp├Ąter sind es schon hundert oder zweihundert Tote und ein „enorm schwereres“ Beben.

Einen Tag sp├Ąter ist es das „schwerste, je gemessene“ Beben, dass die japanische Insel seit Beginn der Aufzeichnungen ersch├╝ttert hat und es sind „vermutlich“ ├╝ber 1.000 Tote.

Wiederum Stunden sp├Ąter sind es „m├Âglicherweise“ mehr als 10.000 Tote – die K├╝stenstadt Minamisanriku sei „v├Âllig zerst├Ârt“.

Seit das Beben der St├Ąrke 8,8 auf der Richter-Skala am 11. M├Ąrz 2011 um 06:45 Uhr unserer Zeit das weit entfernte Japan ersch├╝ttert hat, sind noch nicht einmal zwei Tage vergangen.

Die Energie der Katastrophe wird immer unfassbarer.

Und die Nachrichten verdichten sich, schmelzen zusammen. Die Energie der Zerst├Ârung wird immer deutlicher, wenn auch immer noch unfassbar.

Das ausl├Âsende gro├če Beben ist vorbei, Nachbeben ersch├╝ttern das Land.

Und die f├╝rchterlichste Katastrophe l├Ąuft langsam, aber „sicher“ ab. In Block 1 des Kernkraftwerks Fukushima I droht eine „Kernschmelze“.

Die Kettenreaktion der Nachrichtenschleife wiederholt sich.

Auch andere Reaktoren sollen „Probleme“ haben – die Nachrichtenschleife beginnt von vorne.

Erst hei├čt es, es drohe keine Gefahr. Dann, es g├Ąbe gr├Â├čere Sch├Ąden, aber alles sei aber unter Kontrolle. Dann werden Schwierigkeiten gemeldet – die sind nat├╝rlich „unvermutet“.

Alles, was nach „echten Schwierigkeiten“ klingen k├Ânnte, wir dementiert.

Alle Nachrichten sind unsicher. Dann wird best├Ątigt, dass Fukushima „m├Âglicherweise au├čer Kontrolle“ sei. Dann explodiert was. Was genau, kann niemand ganz genau sagen. Aber die Bev├Âlkerung wird zur „Ruhe“ aufgefordert.

"Kontrolleure" winken Personen durch. Ist das glaubw├╝rdig, wenn einer nach dem anderen "durchgewunken" wird? Quelle: Spiegel online

Dann wird eine Sicherheitszone von zehn Kilometern eingerichtet, sp├Ąter auf 20 Kilometer erweitert.

Dann verdichten sich die Nachrichten, dass eine Kernschmelze bevorstehe oder bereits begonnen habe.

Dann gibt es Meldungen, dass Menschen „in Sicherheit“ gebracht, also vermutlich evakuiert w├╝rden.

200.000 Menschen in Sicherheit?

Dann sind es „vermutlich“ 100.000, dann 110.000 und gegen Mitternacht meldet Spiegel Online: „Japan bringt 200.000 Menschen in Sicherheit.“

Das mag man so gerne glauben: Sicherheit f├╝r die Menschen in den betroffenen Gebieten.

├ťberall laufen Videobilder: Menschen werden auf „radioktive Konterminierung“ gepr├╝ft und d├╝rfen weggehen, Helfer holen Kinder, Alte und Verletzte aus den feuchten M├╝llw├╝sten, die der Tsunami hinterlassen hat.

Auffanglager werden gezeigt und statt „Durchhalteparolen“ d├╝rfen interviewte Personen sagen, dass sie Angst haben, aber hoffen und es keinen Ausweg gibt.

Tatsache ist:

Seit um 06:45 Uhr unserer Zeit ein gigantisches Erdbeben Japan ersch├╝tterte, wird zun├Ąchst Japan von einer unglaublichen Katastrophe heimgesucht.

Das Erbeben hat enorme, noch nicht bezifferbare Sch├Ąden ausgel├Âst.

Auf das Erdbeben folgt ein Tsunami mit einer unglaublich zerst├Ârerischen Energie. Aus der sichereren Hubschrauberperspektive aufgenommene Bilder belegen eine nat├╝rliche Zerst├Ârungsgewalt, die bar jeder „Ideologie“ ist, sondern nur physikalischen Gesetzen folgt. Es gibt kein „gut“ oder „schlecht“, sondern nur hohe Wellen mit einem gigantischen Druck, die alles mitrei├čen.

Auf die Naturkatastrophe folgt die technische Katastrophe. Die Infrastruktur des Landes ist besch├Ądigt. Die K├╝hlsysteme von einigen Atomkraftwerken sind angegriffen und versagen.

Die Medien transportieren lange vor der m├Âglichweise stattfindenden Kernschmelze Meldungen aus allen Richtungen, die alle nicht „sicher“ sind.

Die Hoffnung ist zu sp├╝ren – die Meldungen entwickeln sich schlecht.

Oft ist den Meldungen die Hoffnung anzumerken, dass die Katastrophe nach der Katastrophe ausbleibt.

Aber die Meldungen entwickeln sich schlecht und es wird immer klarer, dass der Tsunami die schlimmste Naturkatastrophe in der „aufgezeichneten“ Geschichte Japans ist, aber die sich ank├╝ndigende technische Katastrophe noch „schlimmer“ sein k├Ânnte.

Um das Kernkraftwerk Fukushima wird eine „Sicherheitszone“ eingerichtet, erst zehn Kilometer, dann zwanzig Kilometer.

Ob ARD, ZDF, Spiegel oder andere Nachrichten"quellen" - ├╝berall diesselben Bilder derselben Turnhalle, die als Beleg daf├╝r herhalten muss, dass hunderttausende von Menschen evakutiert werden. Quelle: Spiegel online

Angeblich werden 200.000 Menschen „in Sicherheit“ gebracht. Innerhalb von Stunden – wie das „logistisch“ in einem Land m├Âglich ist, dessen Infrastruktur empflindlich gest├Ârt wurde, berichtet kein Medium. Ebensowenig, wie man mal eben innerhalb von Stunden eine Logistik aufbaut, um 200.000 Menschen „aufzufangen“.

Die Medien berichten trotzdem weiter. Meldung um Meldung kommt in die Redaktionen, wird dort „bearbeitet“ und verl├Ąsst sie wieder – dann und dann sind die Nachrichten auf Sendung, dann und dann m├╝ssen Zeitungen gedruckt werden. Immer braucht es die „neueste“ Nachricht, die „letzte Meldung“.

Doch die Zeitverschiebung verst├Ąrkt das Chaos – Europa ist acht Stunden „hinter“ Japan. Wer sich am Nachmittag oder Abend informieren will, gekommt keine neuen Nachrichten, denn es ist dann Nacht in Japan.

Nachrichten ohne Halbwertzeit.

Und niemals sagt jemand: „Stop – nichts, von dem, was wir berichten, kann irgendjemand ├╝berpr├╝fen. Solange das nicht „gecheckt“ ist, gehe ich damit nicht auf Sendung.“ Oder: „Sie sehen hier Bilder, die wir gekauft haben. ├ťber die Zuverl├Ąssigkeit k├Ânnen wir Ihnen keine Auskunft geben, weil wir nicht vor Ort waren.“

Es gibt keine Halbzeitpause und schon gar keine Halbwertzeit f├╝r Nachrichten.

Nach und nach „verdichten“ sich aber die Nachrichten und es wird immer „klarer“, dass alles, was noch Stunden zuvor gemeldet worden ist, keine G├╝ltigkeit mehr hat.

Aus Sicht der Medien, vor allem der H├Ârfunk- und Fernsehsender, ist das egal. Je mehr Dramatik, umso besser – damit kann man den „Flow“, also die Nachrichtenkette wunderbar weiterf├╝hren.

Voranschreitendes Ungl├╝ck f├╝r Tageszeitungen.

F├╝r die Tageszeitungen, vor allem die lokalen, ist ein solch dramatisch voranschreitendes Ungl├╝ck aber eine andauernd zeitversetzte Katastrophe. Was in der Zeitung als Nachricht steht, ist schon l├Ąngst „vergl├╝ht“ und stimmt aktuell nicht mehr.

Gerade die Lokalzeitungen sind „doppelt getroffen“ – einerseits von dem unglaublichen Ereignis und seiner Geschwindigkeit und andererseits, weil sie keine eigenen Leute vor Ort haben. Korrespondenten leistet sich so gut wie keine Monopolzeitung mehr.

Sie k├Ânnen nur abschreiben, was „die Agenturen“ berichten. Und das nur bis zum Druck des Blattes – jede Korrektur in den Stunden danach findet in der Lokalzeitung nicht mehr statt.

Kollektiver Gau aller „Nachrichtenredaktionen“.

Was es bedeutet, mal eben innerhalb von „Stunden“ 200.000 Menschen dauerhaft zu evakuieren, fragt keiner. Die sind „in Sicherheit gebracht“ und „schlucken Jod-Tabletten“, damit sich kein radioaktives Jog in deren Schilddr├╝se einlagert.

Die Bilder, wo diese „200.000 Menschen“ untergebracht sind, fehlen. Die Frage, wie man das mal eben so innerhalb eines Tages organisiert, auch.

├ťber Gro├čveranstaltungen im Heimatland wie Rock-Konzerte wird hingegen ├╝ber Monate im voraus berichtet, ├╝ber die Herausforderungen f├╝r den Verkehr, die Polizei, die Rettungskr├Ąfte, die Veranstalter und die zu erwartende Show – und das bei funktionierender Infrastruktur.

Sehnsucht nach Halt im Chaos, w├Ąhrend die Kerne schmelzen.

Darum geht es aber gerade nicht. Es geht um die Sehnsucht, dass irgendjemand wei├č, was er tut. Es geht um einen „Halt“ im Tsunami der sich ├╝berschlagenden Nachrichten.

Im Internet und dann auch im Fernsehen werden eine „Turnhalle“ und ein „Zeltunterstand“ mit Bildern von „Kontrolleuren“ in vermeintlichen Maler-Papieranz├╝gen gezeigt, mit der Bildaussage, das „alles unter Kontrolle“ ist.

Nachrichten im Sog der Kernschmelze.

Sp├Ątestens dann wird klar, dass eine journalistische Kernschmelze begonnen hat und nichts mehr „unter Kontrolle“ ist. Dass nur noch in Konkurrenz zu anderen um „die besten Bilder“ ein Theater veranstaltet wird, das seinesgleichen sucht.

Ich gehe davon aus, dass die „Nachrichten“ der kommenden Tage eine Katastrophe zeigen, die noch „unglaublicher als unglaublich“ sein wird.

Die Informationen werden ersch├╝tternd sein – f├╝r Weltbilder, f├╝r die Wirtschaft, f├╝r die Politik, f├╝r den Glauben an die „Zukunft“ – zumindest in Japan, aber vermutlich in der ganzen Welt.

├ťber die Folgen hat noch niemand berichtet – sie werden ebenfalls „unglaublich“ sein.

Bis man sie glauben muss.