Montag, 27. Mai 2019

Fotostrecke: Leistungsschau der Kaninchen- und GeflĂŒgelzĂŒchter

kleintierzuchtverein-2219

Ein Zwerg-Rexe, castorfarben, mit der Gesamtbewertung "sehr gut".

Ladenburg, 01. November 2011. (red) Bei der Leistungsschau der Kaninchen- und GeflĂŒgelzĂŒchter waren wieder wunderbare Exemplare der Kleintierzucht zu sehen. NatĂŒrlich wurden intern die besten Tiere von Schiedsrichtern bewertet – wie immer luden die KleintierzĂŒchter die Bevölkerung ein, auf einen Besuch vorbeizuschauen.

Nicht die GrĂ¶ĂŸe macht den Hasen aus, sondern die Körperhaltung und Form.

Kaninchen mit roten Augen sind nicht zwangsweise Albinos und die mit den Schlappohren nennt man Widder.

Der ZĂŒchter schaut bei der Bewertung auf viele Kriterien, Form, Fell, Gewicht.

Setzt man ein Kaninchen hin, sollte es vorne genauso breit sein wie hinten, “also wie eine Walze ausschauen-€, erklĂ€rt Zuchtwart Franz Olaf Singer.

Die Körperform sollte möglichst rund sein und das Fell je nach Rasse dicht, weich oder aber auch nicht zu weich.

Viel Freude mit den Fotos!

[nggallery id=228]

Kampagne: Die Vielfalt der Zeitung

Rhein-Neckar/Koblenz/Bundesgebiet, 13. September 2011. Die Kampagne „Die Vielfalt der Zeitung“ geht auch 2011 weiter – solange, bis ein Verlag sie ab- oder einkauft. Das Netz ist aufgerufen, die Zeitung zu retten. Absurd? Keineswegs. Die Zeitung ist eine WundertĂŒte. Denn auch in TĂŒten können Wunder schlummern…

Aktualisiert: Dieser Artikel wurde seit Erscheinen am 03. MĂ€rz 2011 fortlaufend aktualisiert und wird heute mit aktuellem Datum neu veröffentlicht. Schließlich geht es um Zeitungen! In den vergangenen Monaten streikten Redakteure ĂŒberall im Land und erzĂ€hlten was von QualitĂ€tsjournalismus. Doch darum geht es gar nicht. Es geht um Service. Um Nutzwert. Mittlerweile hat unsere Kampagne 47. Argumente fĂŒr die Zeitung. Allen, die mitmachen, wird eine Erfolgsbeteiligung garantiert, falls ein Zeitungsverlag die Kampagne endlich kauft. Denn es geht um die Zukunft der Zeitung – nein, sogar mehr. Es geht um die Zukunft der Zivilisation, oder so Ă€hnlich!

Von Hardy Prothmann

"Ein bisschen Spaß muss sein...", Christian Lindner, Chefredakteur der Rhein-Zeitung ist eigentlich ein ganz seriöser Journalist - hat aber auch ab und an den Schalk im Nacken. Hier prĂ€sentiert er in bunten Hosen die Bastelanleitung fĂŒr eine Narrenkappe. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung.

Die Zeitungen habens arg schwer – die Abos und Leserzahlen gehen zurĂŒck und noch viel schlimmer: Die WerbeumsĂ€tze. Laut Experte Marian Semm verlieren Zeitungen pro 100.000 Auflage seit 2001 rund vier Prozent Umsatzerlöse, was rund einer Million Euro entspricht.

Der MM beispielsweise hat im zweiten Quartal 2010 gut 1.500 Abos verloren und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Da ich mit der Zeitung aufgewachsen bin, bestĂŒrzt mich diese Situation zutiefst. Ähnlich wie bei den Robben-Babys, dem Deutschen Wald und ganz allgemein der Umwelt und unserer Zukunft, muss eine Kampagne her, die dieses langsame Dahinsiechen aufhĂ€lt und die Zukunft der Zeitung sichert.

Vergessen Sie das Leistungsschutzrecht, verehrte Verlage. Selbst die Wirtschaft hĂ€lt das fĂŒr eine Art von Raubrittertum. Überzeugen Sie mit Leistung, dass ist der beste Schutz und das beste Recht.

Ich habe deshalb im Oktober 2010 eine Kampagne gestartet, mit der die bedrohten Zeitungsverlage die Vielfalt der Zeitung darstellen und bewerben können.

Im vergangenen Jahr kamen sage und schreibe 36 VorschlĂ€ge zusammen. Nummer 37 und der erste fĂŒr dieses Jahr kommt von der Rhein-Zeitung (Koblenz) – die schlĂ€gt vor, dass man Narrenkappen aus der Zeitung basteln kann. Sehr kreativ, wie ich finde.

Machen Sie auch mit: Reichen Sie VorschlĂ€ge ein. Save the wundertĂŒte!

Denn die Zeitung ist eine wahre WundertĂŒte – es steckt viel mehr in ihr, als man zunĂ€chst vermutet.

Das lĂ€sst sich in Wort, Bild, Ton und Video in eine wunderbare Imagekampagne umsetzen. Darum dĂŒrfen die Verlag ab sofort gerne pitchen – natĂŒrlich könnten die auch Ideen klauen (was man durchaus gewohnt ist), aber ich setze hoffnungsvoll auf einen Rest von Ehrlichkeit.

Ein Zeitungskollege schreibt als Vorschlag: „Man kann daraus Papierkugeln basteln und Prothmann damit bewerfen. Besser jedenfalls als mit WattebĂ€uschchen“. Diesen Vorschlag lasse ich nicht unerwĂ€hnt, fĂŒge ihn aber nicht als ernst gemeint ein.

Ihre Zeitung – Ihre Vielfalt:

  1. Man kann einen Fisch drin einwickeln (jahrhundertealte Tradition).
  2. Man kann MĂŒcken damit totschlagen (sowie die Zeit).
  3. Man kann sich draufsetzen (gerade bei vollgekoteten ParkbÀnken sinnvoll).
  4. Man kann Geschirr darin einschlagen (wer schon mal umgezogen ist, weiß das).
  5. Man kann damit Fenster putzen (auch wenn manche auf HaRa schwören).
  6. Man kann damit MeerschweinchenstĂ€lle auslegen (auch fĂŒr Kaninchen und Goldhamster geeignet).
  7. Man kann damit RĂ€ume zum Renovieren auslegen (das weiß doch jeder).
  8. Man kann daraus „MalerhĂŒte“ bauen (ist echt einfach).
  9. Man kann darin Blumen einwickeln, vorzugsweise auf dem Wochenmarkt (auf dem Markt Ihrer Wahl).
  10. Man kann damit basteln (Kindergarten und Schule und privat).
  11. Man kann damit Kunst machen (siehe Beuys).
  12. Man kann damit eine Unterlage fĂŒr Gipsarme machen (einfach mal ausprobieren).
  13. Man kann sie gegen Fettablagerung auf KĂŒchenschrĂ€nke legen (das weiß jede gute Hausfrau).
  14. Man kann daraus Möbel basteln (Kreativkurs).
  15. Man kann daraus zusammengerollt eine Selbstverteidigungswaffe machen (siehe Jackie Chan).
  16. Man kann investigativ durch die Zeitungslochtechnik recherchieren (James Bond).
  17. Man kann andere im Zug davon abhalten, ein GesprÀch anzufangen (in allen Bahnen dieser Welt).
  18. Man kann damit wichtig aussehen, vor allem, wen man möglichst viele Bordexemplare auf einmal in allen Sprachen mit zum Platz nimmt.
  19. Man kann damit nasse Schuhe trocknen (Wanderer-Trick 1).
  20. Man kann damit auch im Wald – Sie wissen schon (Wanderer-Trick 2).
  21. Man kann damit den Kamin anzĂŒnden. (read it – then burn it- Prinzip)
  22. Man kann sich damit daten (die und die Zeitung unterm Arm).
  23. Man kann sie sammeln.
  24. Man kann Artikel aus ihr Ausschneiden (sehr beliebt bei BĂŒrgermeistern und GemeinderĂ€ten der GrĂŒnen).
  25. Man kann sich dahinter verstecken (auch den klĂŒgsten Kopf).
  26. Man kann unter Zugabe von Leim jeden Trabbi damit reparieren (fragen Sie Ossis).
  27. Man kann damit seinen Frust abbauen: Stichwort Wutkrumpeln (macht viel mehr Spaß als WutbĂ€lle).
  28. Man kann die Wutkrumpel seinen Katzen zum Spielen geben (die haben auch Spaß damit).
  29. Man kann die Zeitung im Zug vergessen und hoffen, dass sich jemand anderes drĂŒber freut (Danke an Phil, siehe Kommentare).
  30. Man kann sich aus der Zeitung ein Kleid basteln (Danke an Christian Lindner, Chefredakteur Rhein-Zeitung http://ht.ly/31TTj).
  31. Man kann damit seinen Hund erziehen (politisch vielleicht nicht ganz korrekt – danke an Paul J. Hahn).
  32. Man kann damit seinen BrieftrÀger trainieren (erweiterter Vorschlag auf Arg. 31, Danke an Thomas).
  33. Man kann den Hund die Zeitung zerfetzen lassen und damit andere SchÀden vermeiden (Danke an Thomas).
  34. Man kann daraus Buchstaben fĂŒr Bekenner- und Erpresserschreiben ausschneiden (Danke an Michael Klems).
  35. Man kann sie kĂŒndigen und bei Abo-Neuabschluss ne Kaffeemaschine als PrĂ€mie bekommen.
  36. Man kann sie wunderbar als Unterlage beim GemĂŒseschĂ€len verwenden (Danke an Karen Belghaus).
  37. Man dann sich daraus eine Narrenkappe basteln (besten Dank an Christian Lindner von der Rhein-Zeitung.)
  38. Man kann aus Zeitungen auch BrĂŒcken bauen (Japan). (Danke an Christoph von Gallera)
  39. Man kann Zeitungen als TĂŒrsturzfĂŒllung verwenden (im eigenen Haus gefunden als FĂŒllmaterial aus den 50-er Jahren). (Danke an Christoph von Gallera)
  40. Man kann mit einer Zeitung unterm Arm so tun, als wÀre man gebildet. (Danke an Michi.)
  41. Man kann mit einer Zeitung politisch korrekt Geschenke einpacken. (Dank an Michi.)
  42. Man kann mit einer Zeitung Boxen ausstopfen. (Danke an Michi.)
  43. Zur Not kann man sie auch als Klopapier verwenden. (Danke an Michi.)
  44. Man kann mit einer Zeitung und Kleister hĂŒbsche Lampfenschirme basteln. (Danke an Michi.)
  45. Man kann mit der Zeitung auch „Langeweile“ ĂŒberwinden und zunĂ€chst ein Zimmer damit tapezieren und dann erst alle „A“-Buchstaben, dann alle „B“ usw, einkringeln – vielleicht ein neuer Therapie-Ansatz? (Danke an Marietta)
  46. Man kann die Zeitung als Unterlage verwenden, damit man die Tischdecke nicht verkleckert. (Dank an Giesela S.)
  47. Man kann mit einer Zeitung (politisch korrekt) Geschenke einpacken. (Dank an Torsten S.)

Das sind jede Menge gute GrĂŒnde, die zeigen, wie vielfĂ€ltig Zeitung ist oder sein kann – auch wenn viele sie fĂŒr einfĂ€ltig halten. Ob man sie auch noch lesen kann oder will, ist doch nun wirklich nur ein Grund unter vielen.

Und versuchen Sie mal einen der oben genannten GrĂŒnde mit Ihrem Notebook, Ihrem Handy-  oder dem IPad… (naja, bis auf Grund 22, 40).

Sie sehen – die QualitĂ€t der guten alten Tante Zeitung ist einfach atemberaubend vielfĂ€ltig.

Unglaublich ist auch ihr Beitrag zur VölkerverstĂ€ndigung – den ĂŒberall auf der Welt, in allen Sprachen, mit allen politischen HintergrĂŒnden gelten alle Pro-Argumente ĂŒberall gleich.

Und jetzt kommen Sie und zeigen mir auch nur ein einziges Produkt, ein einziges Kulturgut, das Àhnlich vielfÀltig wie die Zeitung ist.

Sie werden keins finden – die Zeitung ist das Symbol fĂŒr Vielfalt, fĂŒr jedweden Nutzen. Oder?

Jetzt muss sich nur noch eine Zeitung finden, die mutig, humorvoll und selbstironisch genug ist, all diese positiven Eigenschaften zu bewerben.

Mal schauen, wer sich so alles um diese einzigartige Kampagne bewerben wird.

Sollte es so sein wie seit vielen Jahren, kopiert irgendjemand aus dem Internet die Idee sehr erfolgreich und die Zeitungen haben wieder das frustvolle Nachsehen.

Lehnen Sie sich auf, verehrte Zeitungsverleger. Geben Sie Gas. Seien Sie mutig.

Es lohnt sich.

Wenn Sie jetzt denken, dass Sie dafĂŒr nichts zahlen mĂŒssen, sind Sie schief gewickelt.

Gute Ideen haben immer ihren Preis – schlechte Zeitungen nicht.

„Kaninchenmord“ in Ladenburg – ermittelt jetzt eine „Soko Kaninchen“?


Ladenburg, 08. April 2011. (red) Der Mannheimer Morgen berichtet in der Ausgabe „Rhein-Neckar“ am 07. April 2011 ĂŒber einen „grausigen Fund“ – ein Kaninchen wurde tot in einer PlastiktĂŒte gefunden. Steckt ein Kapitalverbrechen dahinter?

Von Hardy Prothmann

Es gibt Meldungen, die lassen einen auf den ersten Blick bass staunen: „Totes Kaninchen in der TĂŒte: 500 Euro Belohnung ausgesetzt„, titelt der „MM“.

Es gehe um einen „grausigen Fund“, den eine SpaziergĂ€ngerin gemacht habe. Sie soll „am Bach zwischen SchĂŒtzenhaus und AWO-Kinderheim am Neuweg“ zwei tote Kaninchen in einer TĂŒte gefunden haben.

MM-Redakteur Hans-JĂŒrgen Emmerich benutzt wie ĂŒblich eine Pressemitteilung, in diesem Fall der „Tierschutzorganisation Peta“ und gibt sie als Eigenrecherche aus. VollstĂ€ndig ungeprĂŒft ĂŒbernimmt er Aussagen und die Darstellung, dass „der TĂ€ter die Kaninchen gewissenlos getötet hat“.

Ein Bild der Deutschen Nachrichtenagentur (dpa) bekommt die Bildunterschrift: „Klein, sĂŒĂŸ und unschuldig: Ein Kaninchen wie dieses musste trotzdem sterben, TierschĂŒtzter suchen jetzt nach dem TĂ€ter.“

Behauptungen statt Fakten

Die Behauptung von Peta, die Polizei habe sich nicht gekĂŒmmert, lĂ€sst er weg, denn er erhĂ€lt die Auskunft, dass die Polizei sehr wohl die toten Tiere in Augenschein genommen und danach dem Bauhof zur Entsorgung ĂŒbergeben hat. „Spuren von Gewalteinwirkung“ wurden nicht entdeckt, schreibt Emmerich. Wir haben das ĂŒberprĂŒft und auch uns gegenĂŒber bestĂ€tigt das die Polizei.

Emmerich erfĂ€hrt auch, dass nur ein Kaninchen in der TĂŒte gefunden wurde und ein zweites in der NĂ€he. Er dokumentiert das auch – freilich ohne sich selbst die Frage zu stellen, was die „Zeugenaussagen“ und die Behauptungen wert sind. Die SpaziergĂ€ngerin sagt: Zwei Kaninchen in der TĂŒte. Peta behauptet das in der Pressemitteilung – die Polizei sagt, ein Kaninchen in der TĂŒte, ein zweites Wildkaninchen mit „Wildfraßspuren“ in der NĂ€he.

Keine „Soko Kaninchen“

Die Polizei hat auf eine „Autopsie“ verzichtet, denn sie konnte durch Augenschein keine Gewalteinwirkung feststellen. Sie spricht auch nicht vom „TĂ€ter“, sondern vom „Betroffenen“ – so heißt das im Falle einer möglichen Ordnungswidrigkeit. Denn richtig ist, dass man Tiere nicht einfach in der Gemarkung entsorgen darf. SelbstverstĂ€ndlich ist der „Vorgang aktenkundig“ – auf die Einrichtung einer „Soko Kaninchen“ hat die Polizei aber verzichtet.

TatsĂ€chlich wurde also ein totes Kaninchen in einer TĂŒte gefunden und zu einer Story aufgeblasen, deren Inhalt mehr als fragwĂŒrdig ist. 500 Euro Belohnung? „Zur Ergreifung des gewissenlosen TĂ€ters?“ Ein Zeugenaufruf „zur Ergreifung des TĂ€ters“, der „jeden Respekt vor dem Leben verloren hat“, wie die „Kampagnenleiterin“ von Peta, Nadja Kutscher, zitiert wird?

Verbrechen?

Woher weiß die Frau, die in Stuttgart lebt und die Kaninchen nicht gesehen hat, ob hier „Gewalt im Spiel“ war? Wieso geht sie davon aus, dass „der TĂ€ter die Kaninchen getötet hat“? Wie kann sie behaupten, dass jemand „die Kaninchen gewissenlos getötet hat“? Wie kommt sie darauf, von einem „Verbrechen“ zu sprechen?

Nur soviel ist sicher: Das Ablegen von Tierkadavern im öffentlichen Raum ist eine Ordnungswidrigkeit. Die hat wohl stattgefunden. Die Frage, warum, ist nicht geklĂ€rt und wird es wohl auch nie werden. Vielleicht ist das Kaninchen einfach so gestorben. Und der „TĂ€ter“ hat keinen Garten, um es zu verbuddeln und kein Geld, um es einer „Entsorgung“ zuzufĂŒhren oder war schlicht und einfach ĂŒberfordert.

Wenn der „TĂ€ter“ clever ist, stellt er sich selbst der Polizei, kassiert die Belohnung, zahlt davon das Ordnungsgeld und behĂ€lt bestimmt noch jede Menge Geld ĂŒbrig.

Der MM kann dann eine „Geschichte nachschieben“: „Eiskalt – wie der TĂ€ter seine gruselige Ordnungswidrigkeit auch noch zu Geld machte. Hat er ĂŒberhaupt kein Gewissen?“

Nicht die GrĂ¶ĂŸe macht den Hasen aus – Lokalschau der Kaninchen- und GeflĂŒgelzĂŒchter

Guten Tag

Ladenburg, 18. Oktober 2010. Der Kaninchen- und GeflĂŒgelzuchtverein 1910 in Ladenburg lud an diesem Wochenende zu seiner „100 Jahre JubilĂ€umslokalschau“ ein – erstaunlich, wie viele Arten Federvieh und Kaninchen es gibt.

Von Sabine Prothmann

Deutsche Riesen, Loh-Rexe, Chabos, Breda, Appenzeller Spitzhauben, Sumatra -۩aufpassen, hier geht es um Kaninchen und GeflĂŒgel.

kleintierzuchter067

Ein "Houdan" mit Schmetterlingskamm.

Der 2. Vorsitzende des Vereins und Zuchtwart Franz Olaf Singer nahm sich viel Zeit, um mich durch die Lokalschau zu fĂŒhren. Sein großes Wissen um Kaninchen und Gefieder brachte mich dabei mehr als einmal in großes Staunen und rĂ€umte IrrtĂŒmer aus dem Weg.

Und es wurde ein ganz besonderer Besuch.

Kaninchen habe ich in den letzten Jahren nur bei Freunden als Schmusetiere ihrer Kinder gesehen und GeflĂŒgel eher als Mahlzeit auf dem Tisch. In meiner Kindheit, erinnere ich mich, gab es das schon noch öfter, dass man „Hinkel“ im Hof oder Garten, nicht nur auf dem Bauernhof, herum rennen sah, doch in den vergangenen drei Jahrzehnten – Fehlanzeige.

Der Stallhase ist auch nur ein Kaninchen

Nicht die GrĂ¶ĂŸe macht den Hasen aus, sondern die Körperhaltung und Form, erfuhr ich und auch der typische Stallhase ist nur ein Kaninchen. Eine weitere Unterscheidung: Im Gegensatz zu den Kaninchen ist der Feldhase ein NestflĂŒchter, das heißt sofort nach der Geburt verlĂ€sst er seine Mutter.

Kaninchen mit roten Augen sind nicht zwangsweise Albinos und die mit den Schlappohren nennt man Widder.

Der ZĂŒchter schaut bei der Bewertung auf viele Kriterien, Form, Fell, Gewicht. Setzt man ein Kaninchen hin, sollte es vorne genauso breit sein wie hinten, „also wie eine Walze ausschauen“, erklĂ€rte Franz Olaf Singer. Die Körperform sollte möglichst rund sein und das Fell je nach Rasse dicht, weich oder aber auch nicht zu weich.

Besonders schön sind die Loh-Rexe mit ihrem kurzen, dunklen weichen Fell, das an einen Maulwurf erinnert. Das Lohkaninchen von Steffen Kunze hat alle Kriterien erfĂŒllt und damit eine vorzĂŒgliche, und damit beste Wertung erreicht. Körperform und Gewicht sind perfekt und das Fell ist weich, aber nicht zu weich, denn auch das könnte einen Abzug geben.

Werden die Kaninchen paarweise oder in Gruppen gehalten, will ich wissen? Und staune nicht schlecht, dass es geradezu gefĂ€hrlich sein kann, wenn Kaninchen zusammen auf zu engem Raum leben, „vor allem, wenn es Rammler sind“, so Franz Singer Senior, der sich inzwischen unserer Runde durch die Lokalschau angeschlossen hat. Also niemals zwei Rammler zusammen, aber auch bei einem PĂ€archen könne es vorkommen, dass die HĂ€sin tot gebissen wird.

Wir verlassen den Kaninchenbereich, gehen am ZiergeflĂŒgel vorbei und kommen zum NutzgeflĂŒgel. Wunderschönes und ausgefallenes Federvieh prĂ€sentiert sich hier dem Besucher: Die weißen kleinen Chabos Okina genauso wie die Appenzeller Spitzhauben und die schwarzen Bredas.

Die Farbe des Eis hat keinen Einfluss auf den Geschmack

„Meine Tochter behauptet, sie schmeckt den Unterschied zwischen weißen und braunen Eiern, kann das sein?“, frage ich. Die Farbe der Eier habe weder Einfluss auf den Geschmack, noch auf die Dicke der Schalen, sondern nur das Futter, lasse ich mir von fachkundiger Seite versichern.

Baut man eine Beziehung zu den Tieren auf, will ich von Franz Olaf Singer wissen. Nein, meint er, dann könnte man sie nicht mehr schlachten. Und dieser Gang ist fĂŒr die Zuchttiere unausweichlich. Und auch hier weiß Singer: „Die kleinern Tiere schmecken meistens besser und das Fleisch ist feiner.“

kleintierzuchter014

Ein "Loh-Kaninchen".

Und umgekehrt, „erkennen die HĂŒhner Sie, wenn Sie das Gehege betreten“, frage ich weiter? „Ja, die wissen, wer das Futter bringt“, antwortet Singer und lacht.

Bei den ZĂŒchtern leben die HĂŒhner garantiert im Freiland, versichert mir der 1. Vorsitzende. Und je nach Anzahl der Hennen sind auch immer mehrere HĂ€hne dabei.

Anders als die HĂŒhner, leben Tauben oft monogam, erfahre ich. Man weiß, wer die Eltern des KĂŒkens sind, das vereinfacht die Zucht.

Die Formtauben sind von massivem Körperbau und der Schwanz zeigt eher nach oben, die Eistauben dagegen sind sichtlich zierlicher und die Schwanzspitze zeigt nach unten. Das seinen die besseren Flieger, erzĂ€hlt Singer. LĂ€sst man Formtauben fliegen, sind sie eine leichte Beute fĂŒr Raubvögel.

Tauben mit gefiederten FĂŒĂŸen fallen mir auf, „das sind Agaran Tauben, die sind belatscht“, erklĂ€rt mir Franz Olaf Singer.

Bei der Zucht mĂŒsse immer darauf geachtet werden, dass die Tiere durch die ausgeprĂ€gten und verĂ€nderten Zuchtformen keine EinschrĂ€nkungen haben. So muss bei Gefieder mit Hauben immer sicher gestellt sein, dass die Sichtfreiheit gewĂ€hrt bleibt.

Unsere Tour durch die Lokalschau fĂŒhrt uns noch zu den FrĂ€nkischen LandgĂ€nsen und zu den PommerngĂ€nsen. Die sind riesig und oft schĂ€rfere WĂ€chter als Hofhunde, erzĂ€hlt Franz Olaf Singer.

Bei dem Malayischen Glanzfasan mit dem Federkleid in allen Farben des Regenbogens endet mein Rundgang.

Ich habe viel und Interessantes ĂŒber Kaninchen und GeflĂŒgel erfahren und auch einen kleinen Einblick in die Sichtweise eines ZĂŒchters bekommen.

Infos: Insgesamt haben 17 ZĂŒchter ausgestellt. Wertungen: Vereinsmeister GeflĂŒgel: 1. Lothar Koch mit Zwerg Sperber gesperbert, 2. Dobrasin Bojovic mit Kraienköppe silberhalsig, 3. Elke Purschke mit Bielefelder KennhĂŒhner. Vereinsmeister Tauben: Thorsten Mayer mit Eistauben. Erringer der Minister Ehrenpreise; Tim Klemm mit SperbertĂ€ubchen, Dobrasin Bojovic mit Kraienköppe silberhalsig. Erringer der LV BĂ€nder: Herbert Brummer mit Blauer Ohrfasan, Franz Singer mit Houdan schwarz-weiß-gescheckt, Lothar Koch mit Zwerg Sperber gesperbert. GeflĂŒgel Jugend, Verinsmeister HĂŒhner: 1. Zgm. Singer mit Zwerg Paduaner, 2. Max Christian Purschke mit Zwerg Houdan. Vereinsmeister Tauben: 2. Zgm. Singer mit Zwerg Paduaner. Erringer der BJM: Zgm. Singer mit Zwerg Paduaner Chamois. Vereinsmeister Kaninchen: 1. Steffen Kunze mit Lohkaninchen schwarz, 2. Elfriede Brummer mit Fuchszwerge Blauauge, 3. Karl-Heinz Purschke mit Satin Lux. Erringer Ehrenpreis und LV Plaketten: 1. Steffen Kunze mit Lohkaninchen (Hocker), 2. Elfriede Brummer Fuchszwerge Blauauge, 3. Franz Singer mit Perlfeh, 4. Karl-Heinz Purschke mit Satin Lux, 5. Ursula Kunze mit Kleinsilber hell. Kaninchen Jugend Vereinsmeister: 1. Zgm. Singer mit Hermelin Blauauge, 2. Max Christian Purschke mit Russen Rexe, 3. Marvin Brummer mit Zwergwidder chinchillafarbig. Erringer der Ehrenpreise: Pokal gestiftet J. GlĂ€ser: Zgm. Singer mit Hermelin Blauauge, StĂ€nder gestiftet J. GlĂ€ser: Max Christian Purschke mit Russen Rexe.

Viel Freude mit unseren Fotos:

[nggallery id=137]