Mittwoch, 22. November 2017

Sanierungsarbeiten dauern mindestens zwei Monate länger als geplant

CBG geht ohne Fenster in den Winter

Ladenburg, 07. November 2014. (red/cb) B√ľrgermeister Rainer Ziegler,¬†G√∂tz Speyerer¬†vom Liegenschaftsamt und Planer Michael Salinger teilten heute¬†in einem Pressegespr√§ch mit, dass sich die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten des¬†Carl-Benz-Gymnasiums um mindestens zwei Monate verz√∂gert. Der Grund: Die beauftragte Fensterbaufirma hat Insolvenz angek√ľndigt – deshalb k√∂nnen die Fenster erst zwei Monate sp√§ter geliefert und montiert werden. [Weiterlesen…]

Schlechte Nachrichten vor der Kommunalwahl im Mai

Zwei Heddesheimer Gemeinderäte sind privatinsolvent

Schulden ohne Ende - das kann jeden treffen. Nach unseren Recherchen sind zwei Gemeinderäte aktuell im Privatinsolvenzverfahren.

Schulden ohne Ende Рdas kann jeden treffen. Nach unseren Recherchen sind zwei Gemeinderäte aktuell im Privatinsolvenzverfahren.

 

Heddesheim, 19. November 2013. (red) Schulden hat niemand gerne. Manchmal werden sie zu hoch. So hoch, dass Privatleute ihre finanziellen Lasten nicht mehr bedienen k√∂nnen. Dann bleibt nur die Privatinsolvenz, wenn man handlungsf√§hig bleiben m√∂chte. Die „Spatzen pfeifen es von den D√§chern“ ist so ein Spruch, der einfach meint: In Heddesheim gehen Ger√ľchte um. Es sind keine. Zwei Gemeinderatmitglieder sind √ľberschuldet und haben sich einem Privatinsolvenzverfahren unterstellt. Ausgerechnet jetzt – ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl.

Von Hardy Prothmann

Den Rettungsschirm mit Abermilliarden und Abermilliarden, die sich kein normaler Mensch mehr vorstellen kann, gibt es nur f√ľr Banken und Staaten. Da treten Sch√§uble und Merkel auf, sie macht die Raute, er l√§chelt gequ√§lt, alles ist staatstragend, die Mienen sauerschwer, man tr√§gt Verantwortung.¬† Aber sicher nicht pers√∂nlich.

Wer selbstverantwortlich in eine Schuldenkrise st√ľrzt, muss daf√ľr gerade stehen. Merkel und Co. helfen da nicht. Egal, ob man zur Partei geh√∂rt oder nicht.

Merkel und Co. gucken die aktuellen Nachrichten durch. Unbelastet. Doch der eigene Blick in den kommunalen Spiegel zeigt jemanden, der gerade am Ende seiner Möglichkeiten ist. Und kein Rettungsschirm ist in Sicht.

Privatinsolvenz als Ausweg aus dem Desaster

Stimmt nicht ganz. Die Privatinsolvenz kann Menschen helfen, das finanzielle Desaster zu ordnen.

Die Gr√ľnde f√ľr eine √úberschuldung sind vielf√§ltig. Sie reichen von verantwortungslosem Konsum bis hin zu Schicksalsschl√§gen, die niemand kontrollieren kann. Ob eine Bank crasht oder eine Privatperson ihre finanziellen Pflichten nicht mehr bedienen kann – in beiden F√§llen gibt es Gl√§ubiger und Schuldner. Die einen wollen Geld, die anderen haben keins mehr. √Ėffentlich kann man das auf Bundesebene wegl√§cheln – vor Ort nicht.

In Heddesheim sind dieses Jahr bis dato 110 Insolvenzmeldungen anh√§ngig. Das sind nicht 110 Personen – im Zuge der Verfahren sind es viele Meldungen. Ohne genauere Pr√ľfung handelt es sich nach unseren Recherchen um einige Dutzend F√§lle. In Ladenburg sind es nur 82 Meldungen, in Schriesheim 113, in Hirschberg 34.

Wie vor – wie zur√ľck?

Wer in ein Privatinsolvenzverfahren geht, wei√ü nicht mehr vor noch zur√ľck. St√§ndig gibt es Mahnungen. Inkassob√ľros schreiben immer unversch√§mtere Rechnungen, die mit der eigentlichen Schuld nichts mehr zu tun haben. Der Gerichtsvollzieher klingelt √∂fter als Freunde. Der Druck steigt. Das Konto wird gepf√§ndet. Dadurch entstehen neue Lasten. Geb√ľhren. Forderungen. Ein Teufelskreis. Man hat √Ąrger ohne Ende und der lastet auf der Seele.

Ganz besonders schlimm ist das, wenn man gar nichts daf√ľr kann. Der Partner, Freunde, Kinder k√∂nnen einen „reingeritten“ haben. Oder die Lebensumst√§nde waren widrig – Unfall, Krankheit, Mobbing, Psychoterror. Oder man ist wirklich selbst „schuld“. Hat √ľber die Verh√§ltnisse gelebt. Es geht finanziell bergab. Die Konsequenz allerdings ist immer gleich: Man ist zahlungsunf√§hig.

Sechs Jahre, um aus der Schuldenfalle rauszukommen

Die Privatinsolvenz soll das ordnen. Soll das Leben wieder lebenswert machen. Wer sich diesem Verfahren stellt, ist die Gerichtsvollzieher los, die Gl√§ubiger, den endlosen Schriftwechsel. Die Sorgen, wie es weitergeht. Es geht n√§mlich weiter. Geordnet, aber nat√ľrlich nicht in Saus und Braus. Im Verfahren werden dann solche Meldungen √∂ffentlich:

In dem Insolvenzer√∂ffnungsverfahren √ľber das Verm√∂gen d. XXX, geb. am xx.xx.xxx, XXX. 3, 68542 Heddesheim -Schuldner- wird am xx.xx.2013 um 15.30 Uhr zur Sicherung der k√ľnftigen Insolvenzmasse und zur Aufkl√§rung des Sachverhalts angeordnet: (¬ß¬ß 21, 22 InsO):

1. Ma√ünahmen der Zwangsvollstreckung einschlie√ülich der Vollziehung eines Arrests oder einer einstweiligen Verf√ľgung gegen d. Schuldn. werden untersagt, soweit nicht unbewegliche Gegenst√§nde betroffen sind; bereits begonnene Ma√ünahmen werden einstweilen eingestellt (¬ß 21 Abs. 2 Nr. 3 InsO).

Von der Er√∂ffnung des Verfahrens bis zum Ende der Schulden vergehen sechs Jahre. Dann ist man schuldenfrei. Egal, ob es 30.000 Euro sind oder 100.000 Euro oder noch viel mehr. Egal, ob man Zahnarzthelferin oder Zahnarzt ist, ob Paketzusteller oder Spediteur, ob Architekt oder Zimmermann, ob Angesteller oder Rentner. Ob einfacher B√ľrger oder Gemeinderat. Nach sechs Jahren sind die Schulden weg. Wenn man alles beachtet, sich ordentlich verh√§lt.

Man kann sogar deutlich mehr als Hartz IV an Einkommen haben. Man muss nicht sechs Jahre am Boden liegen. Auto und andere Dinge, die f√ľr viele zum Leben geh√∂ren, sind m√∂glich. Man bekommt einen Insolvenzverwalter bestellt – aber der regelt nicht bis ins Letzte das Leben. Wenn man sich dem ordentlichen Verfahren stellt. Und einen Schlussstrich zieht. Und aus der Schuldenfalle raus will.

Es trifft B√ľrger wie Gemeinder√§te

In Heddesheim haben zwei aktive Gemeinder√§te diesen Schritt gemacht. Sie sind in Privatinsolvenz gegangen. Das ist zu respektieren. Pikant ist allerdings, dass beide bis heute dem Finanzausschuss angeh√∂ren. Also dem Gremium, das f√ľr den Gemeinderat die „hoheitliche“ Aufgabe des Haushalts vorber√§t, den der Gemeinderat dann beschlie√üt.

Zwei Stimmen, also 20 Prozent dieses zehnk√∂pfigen Gremiums, sind aus welchen Gr√ľnden auch immer in die Lage gekommen, √ľber ihre eigenen Finanzen den √úberblick verloren zu haben. Und stellen sich nun einem gerichtlich bestellten Verahren, um aus der Schuldenfalle herauszukommen. Im Finanzausschuss reden sie mit, planen mit und entscheiden mit √ľber den Haushalt aller B√ľrger/innen.

Der eigenen Schritt in die Privatinsolvenz ist grunds√§tzlich zu achten und nicht ehrenr√ľhrig. Denn wie gesagt: Es kann jeden jederzeit aus unterschiedlichsten Gr√ľnden treffen – tats√§chlich auch g√§nzlich „selbst unverschuldeten“.

Verantwortung √ľber Wohl und Wehe

Ob man allerdings weiterhin als Gemeinderat √ľber das Wohl und Wehe der Gemeinde mitbestimmen sollte, wenn man selbst genug damit zu tun hat, aus dem Wehe heraus und in ein vertr√§gliches Wohl zu kommen, das m√ľssen letztlich die betroffenen Personen selbst entscheiden.

Theoretisch und praktisch kann man sogar als Privatinsolventer B√ľrgermeister sein oder werden. Macht das aber Sinn? Will man sich in der Gemeinde so vertreten lassen? H√§lt man sich wirklich f√ľr repr√§sentativ oder sollte man nicht lieber konsequent sein Leben in den Griff bekommen (was manchmal schwer genug ist) und anderen das Feld √ľberlassen, die den Kopf freier haben?

Dar√ľber werden die beiden Gemeinder√§te nachzudenken haben. Privatinsolvent zu sein hei√üt nicht, das Heft aus der Hand zu geben. Ganz im Gegenteil. Man m√∂chte sein Finanzleben neu ordnen und das braucht erfahrungsgem√§√ü Zeit und Konzentration auf dieses Ziel. Sechs Jahre. Dann sind alle Schulden Geschichte.

K√∂nnen privat Insolvente √ľber √∂ffentliche Haushalte entscheiden? Gesetzlich ja – aber moralisch?

Ob in diesem Zeitraum genug Zeit und Konzentration bleibt, um sich um die Finanzen der Gemeinde zu k√ľmmern, steht auf einem anderen Blatt. Man darf gespannt sein, wie die beiden Betroffenen damit umgehen.

Sie werden damit k√§mpfen, vermeintlich ihr „√∂ffentliches“ Gesicht zu verlieren. Sie k√∂nnen sich aber auch ganz konsequent entscheiden, sich aus der „√Ėffentlichkeit“ konsequent zu verabschieden und sich um das pers√∂nliche Ziel, privat wieder solvent zu werden, k√ľmmern.

Wer dazu bereit ist, hat jede Achtung verdient. Wer nicht, muss gute Gr√ľnde haben, privat insolvent zu sein und gleichzeitig √∂ffentlich als solvent gelten zu wollen. Wer das aushalten will, muss extrem spagatf√§hig sein.

Es geht um Vertrauen

Eigentlich geht es um Finanzen, um Kreditw√ľrdigkeit, also um Glaubw√ľrdigkeit. Anvertrauen, glauben, vertrauen hei√üt auf lateinisch credere. Diesen Kredit haben die Gemeinder√§te gegen√ľber ihren Gl√§ubigern verloren.

B√ľrgermeister nach der S√ľddeutschen Ratsverfassung haben in ihrem Wirkungsbereich tats√§chlich mehr Macht als eine Bundeskanzlerin in deren Verf√ľgungsgewalt. Aber einen Rettungsschirm kann selbst ein Michael Kessler nicht bilden, auch, wenn es ger√ľchteweise hei√üt, dass zumindest einer der Betroffenen hier und da auf Zuwendung „hoffen“ konnte, w√§hrend der andere, ebenso ger√ľchteweise, √ľber viele Jahre „nichts geschenkt“ bekommen hat.

Menschlich muss man den beiden Gemeinder√§ten wie den Privatpersonen w√ľnschen, dass sie wieder auf die Beine kommen. F√ľr die Gemeinde muss man allerdings auch w√ľnschen, dass sie kein falsches Spiel spielen, sondern den Weg der Verantwortung gehen.

Daf√ľr wird man ihnen Respekt zollen und es wird keine „bl√∂den Ger√ľchte“ geben. Schicksale, auch finanzielle, sind menschlich. Man darf gespannt sein, ob die beiden Betroffenen den Schritt der Repr√§sentation ins Private unfallfrei schaffen.

Nach der Insolvenz von Billigstromanbieter Flexstrom erhalten Kunden nun Ersatzversorgung

Niemand sitzt im Dunkeln, aber die „Verbraucher sind die Dummen“

Flexstrom_flyer

Mit diesem Spruch warb FlexStrom. Jetzt ist der Billigstromanbieter pleite. (Quelle: flexstrom.de)

Rhein-Neckar, 30. April 2013. (red/aw/tegernseerstimme.de) Der Billigstromanbieter FlexStrom musste Insolvenz anmelden. Von der Zahlungsunf√§higkeit sind deutschlandweit rund 500.000 Haushalte betroffen, auch in der Metropolregion. Allein¬†im Netzgebiet der MVV sind es etwa 1.200¬†Kunden. Doch was passiert nun? Bleiben die Kunden auf ihren Kosten sitzen und stehen trotzdem bald ohne Strom da? [Weiterlesen…]

L√§nder uneins √ľber staatliche Hilfe

Schlecker-Arbeitspl√§tze h√§ngen von B√ľrgschaft ab

Rhein-Neckar/Stuttgart/Ulm, 28. M√§rz 2012. Verlieren rund 11.000 Mitarbeiter bei Schlecker ihren Arbeitsplatz, weil eine ben√∂tigte B√ľrgschaft ausbleibt? Heute wurde das Insolvenzverfahren vor dem Amtsgericht Ulm er√∂ffnet. Baden-W√ľrttemberg will eine B√ľrgschaft √ľber 70 Millionen Euro geben – aber nur, wenn andere L√§nder r√ľckb√ľrgen, um die Lasten zu verteilen. Vor allem die nieders√§chsische CDU/FDP-Regierung mauert aber.

Der Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Landtags entscheidet heute in Stuttgart dar√ľber, ob das Land mit rund 70 Millionen Euro eine B√ľrgschaft stellt. Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland, Th√ľringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein signalisierten Hilfen. Niedersachsen und Sachsen hingegen Ablehnung.

Einem Bericht einer Unternehmensberatung zufolge seien die Aussichten auf eine erfolgreiche Sanierung gering. Laut Wirtschaftsministerium gäbe es konstruktive Gespräche mit den Ländern, um schnell eine Lösung zu finden.

Unklare Zukunft der Schlecker-Märkte

For you. Vor Ort. Vorbei?

Wie lange gibt es den Schleckermarkt vor Ort noch? Wie viele verlieren Ihre Arbeitsplätze? Was, wenn es nur noch einen Versorgen im Ort gibt? Viele Fragen - keine Antworten.

 

Rhein-Neckar, 24. Januar 2012 (red/jt) Nach Bekanntwerden der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker herrscht große Unsicherheit Рbei Mitarbeitern und bei Kunden. Welche Filialen bleiben bestehen, wo gibt es Schließungen, wer verliert seinen Job? Auch die Metropolregion Rhein-Neckar ist betroffen.

Die Schlecker-Pleite kostet deutschlandweit vermutlich 30.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Viele davon auch in der Region Rhein-Neckar. Im benachbarten Neckar-Odenwald-Kreis hat das Filialsterben bereits angefangen. Die Filiale in Seckach hat laut Rhein-Neckar-Zeitung bereits zum 24. Dezember 2011 ihre T√ľren geschlossen. Auch die Filialen Buchen, Osterburken und H√∂pfingen wurden bereits 2011 dicht gemacht.

In der Metropolregion Rhein-Neckar gibt es ebenfalls erste Opfer unter den Filialen. In Ilvesheim schlie√üt man zum 08. Februar die T√ľren. Die Regale sind schon gro√üenteils leer ger√§umt.

Ungewiss ist die Zukunft der dortigen Mitarbeiter. „Vermutlich werden wir zun√§chst Krankheitsvertretung in den Nachbarfilialen machen“, sagt uns eine Mitarbeiterin. Erfahren habe man von der Schlie√üung √ľbrigens erst vor einer Woche.

Um uns ein genaueres Bild von der Lage vor Ort machen zu können, haben wir auch die Filialen in Edingen-Neckarhausen, Heddesheim und Ladenburg persönlich besucht.

Presse nicht erw√ľnscht

In Ladenburg verweist man mich direkt an die Filialleiterin. Die Dame ist um die 50 Jahre alt. Sie r√§umt gerade Regale ein. Fragen m√∂chte sie keine beantworten. Die anderen Mitarbeiter sehen verstohlen zu uns her√ľber. Antworten gibt es hier keine, bis auch diese: „Die Presse ist hier nicht erw√ľnscht.“

Klare Auskunft in Ladenburg:

 

√Ąhnlich die Reaktion in Heddesheim. Auch dort verweist man an die Filialleitung. Antworten? Fehlanzeige. Die Nummer der Pressesprecherin k√∂nne man uns geben. Diese Auskunft gibt es zwischen T√ľr und Angel. Von einem Fax oder Brief schreibt die Filialleiterin die Nummer ab. Dazu kommt sie nicht mal aus ihrem B√ľro hervor. Sie reicht einen kleinen Zettel mit einer Handynummer darauf. Selbst der Name der Ansprechperson fehlt.

Auf die Nachfrage, ob man denn schon etwas zum Schicksal der Filiale wei√ü, verweist man mich mit einem L√§cheln und Augenzwinkern an die Pressestelle. „Netter Versuch!“, soll das wohl hei√üen.

Verunsicherte Kunden

In Edingen-Neckarhausen antwortet mir ein Mitarbeiter. Die Filialleitung l√§sst sich nicht blicken. Der Mitarbeiter scheint besorgt. Von der Insolvenz habe man durch die Firmenleitung erfahren, ungef√§hr zur gleichen Zeit als es auch in den Medien bekannt wurde. Viele Kunden seien verunsichert, w√ľrden nachfragen, ob die Filiale erhalten bleibt.

Der Ilvesheimer Markt wird schließen - wann ist noch unklar.

 

Von der Schließung in Ilvesheim weiß man hier bereits. Wenn die Presse positiv berichtet, könnte das vielleicht helfen. Eine diffuse Hoffnung. Tatsache ist, neben dem Edeka-Markt ist die Schleckerfiliale die einzige Einkaufsmöglichkeit am Ort. Im Ortsteil Neckarhausen wurde der dortige Drogeriemarkt schon vor einiger Zeit geschlossen.

Ein Passant erzählt uns, die Filiale sei so etwas wie ein Tante Emma Laden.

Das ist das einzige Geschäft direkt hier im Ortskern!

Viele √§ltere Menschen wohnen in Edingen, der Weg zum Industriegebiet ist f√ľr sie zu weit und zu beschwerlich. Als wir ein Bild der Filiale machen, witzelt ein weiterer Passant:

„Sie machen wohl das letzte Bild, was?“

Keine Informationen durch die Pressestelle

Zur√ľck in der Redaktion versuchen wir die Pressestelle zu erreichen. Der Anruf unter der uns mitgeteilten Telefonnummer bleibt erfolglos. Wie zu erwarten. Per email fragen wir erneut nach.

Bitte haben Sie Verst√§ndnis, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen √ľber einzelne M√§rkte, St√§dte oder Regionen treffen k√∂nnen.

Das ist der Informationsgehalt der erhaltenen Antwort. Einen Namen des Pressesprechers sucht man hier √ľbrigens vergebens. Die Mail ist lediglich mit „Pressestelle Schlecker“ unterzeichnet.

 

Deutschlandweite Kritik

Das Thema „Schlecker“ ist zur Zeit fast √ľberall zu finden. Die Unternehmerfamilie Schlecker steht stark in der Kritik. Auch Trigema-Chef Wolfgang Grupp geht hart mit Anton Schlecker ins Gericht.

Gegen√ľber der „WirtschaftWoche“ √§usserte er, Schlecker habe das Geld, das er mithilfe seiner Besch√§ftigten verdient habe, f√ľr sich behalten. Weiter kritisierte er:

Hier werden diejenigen belohnt, die dem Größenwahn und der Gier frönen, während die Anständigen die Dummen sind.

Laut Informationen der Financial Times Deutschland (FTD) soll nun eine sogenannte Planinsolvenz in die Tat umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um ein Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung. Das Unternehmen legt dem Insolvenzrichter dabei ein Sanierungskonzept vor, mit dem es entschuldet werden soll.

Die Familie Schlecker k√∂nnte so Eigent√ľmer der Kette bleiben. Wichtig dabei ist: Der Insolvenzverwalter √ľbernimmt nur die Aufsicht bei einem solchen Verfahren. Die Gesch√§ftsf√ľhrung bleibt weiter im Amt.

Danach w√ľrde auch die Gesch√§ftsf√ľhrung Pl√§ne vorlegen wie es mit Filialschlie√üungen, Stellenabbau und Kostensenkungen weitergeht, nicht der Insolvenzverwalter.

Auf der Facebook-Seite des Unternehmens kommentiert eine Nutzerin das angek√ľndigte Planinsolvenzverfahren wie folgt:

Das rettet unsere Arbeitsplätze auch nicht mehr. Danke Anton.

Laut Spiegel geht es aber nicht nur um die Arbeitspl√§tze, auch die Geh√§lter sind in Gefahr. Mit einer Planinsolvenz kann das Unternehmen auch die bestehenden Tarifvertr√§ge mit ver.di ausserplanm√§ssig k√ľndigen. Schlecker w√§re sonst bis Juni an einen Besch√§ftigungssicherungs-Tarifvertrag gebunden gewesen, der Entlassungen nicht m√∂glich macht.

Seit 2010 waren die Kinder von Firmengr√ľnder Anton Schlecker f√ľr eine Neuausrichtung des Unternehmens zust√§ndig.

Sie versprachen mehr Offenheit – umgesetzt wurde die aber nicht. Das zeigen solche versteckten Schachz√ľge im Insolvenzverfahren ebenso, wie der mangelhafte Umgang mit Presse und √Ėffentlichkeit.

Kundenn√§he und unternehmerische Verantwortung f√ľr die Mitarbeiter geht anders.