Mittwoch, 20. September 2017

270.000 Euro fĂŒr Ladenburg und Weinheim

Land fördert SportstÀtten in Ladenburg und Weinheim

Ladenburg/Weinheim, 25. April 2013. (red/pm) Wie die grĂŒn-rote Landesregierung heute bekannt gab, werden insgesamt 82 kommunale Maßnahmen im SportstĂ€ttenbereich mit rund 12,2 Millionen Euro gefördert. [Weiterlesen…]

Eine Studie der UniversitÀt Stuttgart misst erstmals Schadstoffverbreitung von Kohlekraftwerken

Großkraftwerk verursacht jĂ€hrlich 71 vorzeitige TodesfĂ€lle

Der Block 9 des Großkraftwerk Mannheim soll 2015 in Betrieb gehen. Wissenschaftler der UniversitĂ€t Stuttgart haben im Auftrag von Greenpeace errechnet, dass rund 48 vorzeitige TodesfĂ€lle im Jahr auf sein Konto gehen werden. Foto: GKM AG

 

Mannheim/Rhein-Neckar, 04. April 2013. (red/pm) Laut einer Studie der UniversitĂ€t Stuttgart setzen Kohlekraftwerke neben Treibhausgasen wie Kohlendioxid und Kohlenmonoxid auch Feinstaub, giftige Metalle und Schwefeldioxid frei. Diese Stoffe seien verantwortlich fĂŒr Atemwegserkrankungen, Asthma und verkĂŒrzen die Lebenszeit deutlich, und zwar deutschlandweit um 33.000 Lebensjahre pro Jahr. Bezogen auf die Bevölkerung entspricht das 3.100 frĂŒhzeitiger TodesfĂ€lle im weiten Umkreis von Kohlekraftwerken. 71 davon gehen laut der Studie auf das Konto des kohlebetriebenen Großkraftwerk Mannheim. Wenn der Block 9 in zwei Jahren in Betrieb geht, rechnen die Forscher mit etwa 48 vorzeitigen TodesfĂ€llen, allein fĂŒr diese Anlage. Die Blöcke 3 und 4 werden dann abgeschaltet. Die Blöcke 6, 7 und 8 bleiben am Netz.

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Erste-Hilfe-Apps im Test - auch lokal

Helfen – ja, aber mit dem Smartphone?

Unser Testsieger: Die Erste-Hilfe-App des Samariterbund Österreich

 

Rhein-Neckar, 01. MĂ€rz 2013. (red/jkr) Ob Verkehrsunfall, verschluckte Erdnuss oder Herzinfarkt – urplötzlich muss man Ersthelfer sein. Und dann? 73 Prozent der Menschen haben Angst, etwas falsch zu machen. Nicht unberechtigt, denn nur 3,5 Prozent der Befragten konnten die richtige Reihenfolge der zu treffenden Maßnahmen an einem Unfallort nennen. Können Erste-Hilfe-Apps im Notfall helfen? Wir haben einige unter die Lupe genommen.

Von Johanna Katharina Reichel

Wer hat nicht schon einmal auf der Autobahn im Stau gestanden, weil ein Unfall passiert ist? Wer hat nicht schon einmal im Freundes- oder Bekanntenkreis von einem Herzinfarkt gehört? Wer hat nicht als Kind irgendetwas angestellt, was ihn oder sie in Gefahr brachte?

Jedem von uns kann frĂŒher oder spĂ€ter in eine Situation kommen, in der wir als Ersthelfer gefragt sind. Doch liegt bei rund 40 Prozent der Erste-Hilfe-Kurs schon ĂŒber zehn Jahre zurĂŒck. Das ergab eine Studie des Samariterbunds Österreich. Viele Rettungsorganisationen haben daher so genannte “Erste-Hilfe-Apps” rausgebracht, die den Laien zur Ersthilfe ermutigen sollen. [Weiterlesen…]

„Einfach ausgedrĂŒckt“: Tag Eins – der Kampf gegen Zoppo Trump


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Was machen die HĂ€nde, wenn kein Glimmstengel mehr da ist?

Guten Tag!

Weinheim, 09.Juli 2011. (red) Unsere Kolumnistin Marietta Herzberger hört auf. Jetzt. Einfach so. Ihr reicht es. Sie will nicht mehr… rauchen. DafĂŒr schreibt sie ab sofort, wie es ihr geht. So, wie sie sich fĂŒhlt. Sie schreibt ĂŒbers Aufhören, um ein Leben ohne Zigaretten anzufangen. Oder ists umgekehrt? Schreibt sie ĂŒbers Anfangen, um aufzuhören? Wir alle drĂŒcken ihr die Daumen, dass sie es schafft. Welche HĂŒrden sie dabei zu ĂŒberwinden hat, schreibt sie auf. Ganz egoistisch, um sich zu motivieren. Aber auch fĂŒr alle, die es auch schon lange tun wollen: „Einfach ausdrĂŒcken“. Tag Eins.

Von Marietta Herzberger

Als heute morgen mein Wecker klingelte, war mein erster Gedanke: Heute geht es los! Heute ist der erste Tag ohne Zigarette. Sofort meldete sich mein persönlicher Schweinehund – ich nenne ihn Zoppo Trump – und gab zu bedenken: Der erste Kaffee ohne die geliebte Zigarette schmeckt nicht!

Ich ignorierte ihn tapfer. Nach nur einem Augenblick war er weg. Huch? Das war jetzt aber einfach. Kann so weitergehen, dachte ich mir.

Wer Zoppo Trump nicht kennt: Zoppo war der kleine, miese, fiese, unsympathische Widersacher vom „Kleinen König Kalle Wirsch“ aus der Augsburger Puppenkiste.

Ich finde, das passt ganz gut. Auch ich kÀmpfe nun tÀglich gegen meinen kleinen, miesen, fiesen, unsympathischen Rauchelf, der mir hinterlistigste Fallen stellt.

Im Auto ließ ich wie gewohnt die Fensterscheibe hinunter, so wie ich es immer machte, um mir dann eine anzĂŒnden zu können. Nur heute zĂŒndete ich keine an. Zoppo flog kurz durch meinen Kopf.

Das war gestern. Die Kippe im Mund.

Erstmals registrierte ich, dass der Wagen leicht nach Rauch mĂŒffelte. Nach kaltem Rauch. Nicht, dass ich dieses Geruch bislang noch nie wahr genommen hĂ€tte – doch gestern ĂŒberlagerte ich den Geruch des alten Rauches mit frischem Rauch. Wobei wir „frischen Rauch“ genau dort einordnen können, wo sich die „geraden Kreise“ befinden.

Buschfunk im Raucherzimmer

Bald war das erste Drittel des Vormittags geschafft. Meine Kollegin war ohne mich „eine rauchen“. Ich schaute ihr wehmĂŒtig hinterher. „Still im Aug-ÂŽ erglĂ€nzt die TrĂ€ne …“.

Wen wird sie treffen? Mit wem wird sie sich unterhalten? Man darf diesen Buschfunk im Raucherzimmer nicht unterschĂ€tzen! Wertvolle Informationen werden „mal eben schnell“ ausgetauscht.

Fast könnte man sagen, die wirklich wichtigen Dinge werden im Raucherzimmer entschieden. Man kennt sich, man mag sich, denn – man hat etwas gemeinsam. Die Sucht. Sie verbindet, sie schweißt zusammen, sie signalisiert: Du und ich – wir sind vom selben Schlag.

Das macht den Informationsfluss flĂŒssiger, die kurze Zeit im ungemĂŒtlichen, stinkenden Raucherzimmer mit stets ĂŒbervollen Aschenbechern und vergilbten WĂ€nden ertrĂ€glicher. Und es entwickelt sich eine eigene Routine.

Was spielt sich im Kopf ab? Ist es nur Wille? Sinds die Botenstoffe?

Seltsamerweise sind die AbstĂ€nde zur NikotinauffĂŒllung fast annĂ€hernd die gleichen. Das ist schön. So trifft man sich immer wieder zu festen Zeiten. Es hat so etwas VerlĂ€ssliches. Das freut Zoppo und er meint triumphierend: Rauchen macht glĂŒcklich, denn rauchen bedient das Belohnungszentrum im Gehirn und lĂ€sst Botenstoffe wie Dopamine, Noradrenaline, Serotonine und Endorphine wasserfallartig deinen Körper – und durch Überwindung der Blutschranke – auch dein Gehirn in Beschlag nehmen.

„Halt-ÂŽs Maul, Zoppo!“

Endorphine und Serotonine schĂŒtte ich beim Sport heute Mittag aus. Die gut 150 bis 200 Kalorien, welche mir der, durch den Nikotinentzug verlangsamte, Stoffwechsel tĂ€glich oben drauf gibt, verbrauche ich locker, wenn ich ungefĂ€hr 15 Minuten lĂ€nger laufe, als ich es normalerweise tun wĂŒrde. Damit lĂ€sst sich leben. Und die Endorphin-Gratis-Portion gibt es obendrauf. Weitere Serotonine hole ich mir ĂŒber Kiwis, Bananen, Ananas, Tomaten, ein wenig Schokolade, WalnĂŒsse, Kakao. Alles lecker und gesund.

Das Dopamin ist laut IFG (Institut fĂŒr Gesundheitsökonomik) MĂŒnchen ein VerfĂŒhrer, bei dessen Anblick sich die Damen wahnsinnig gut fĂŒhlen. Mister „Dop“ löst Wollen aus, freudige Erwartungen, Begehren. Er gibt uns Antrieb und Erregung und erhĂ€lt diese ZustĂ€nde aufrecht. Ohne ausreichend Dopamin sind wir trĂ€ge, lustlos und schlecht drauf. Aber Milch, Eier, Kartoffeln, Reis, KĂ€se, NĂŒsse und Bier sollen da ein wenig Abhilfe schaffen können.

Zoppo sitzt vor mir auf der Tastatur

Puh, der Gedanke an eine Zigarette – vielmehr an die Inhalation von Rauch – kommt jetzt öfter hoch. Zoppo sitzt vor mir auf der Tastatur, hat die Arme verschrĂ€nkt und meint lĂ€chelt wissend: „Na komm, du willst es doch auch!“ Meint er. „Nö, will ich nicht!“, denke ich, wische ihn mit einer Handbewegung zur Seite und stecke mir ein StĂŒck Ananas in den Mund. NatĂŒrlich muss ein Ersatz her! Ananas ist besser als Schokolade. Zudem ist der halbe Vormittag rum und ein Liter Wasser ist schon getrunken. Ananas und Wasser. Das ist verdammt gesund.

Mein erster Tag neigt sich dem Ende entgegen. Ich bin mĂŒde, obwohl es erst kurz vor zwanzig Uhr ist. Das könnte daran liegen, dass ich heute die kleinen Zigarettenpausen mit Kaffee auf der Terrasse ausgelassen habe.

Mindestens drei davon fehlen mir. Drei Pausen mit der Tasse in der einen, der Zigarette in der anderen Hand. Hier nippen, da ziehen und dabei in die Ferne schauen. Entspannen. Den „Geist fließen lassen“.

Das hat mir heute gefehlt. Also bin ich jetzt mĂŒde, weil mir „diese Entspannung“ fehlt. Ob dabei dann eine Zigarette die Rolle gespielt hĂ€tte, wage ich anzuzweifeln. Morgen werde ich es ausprobieren.

Ganz oft streifte mich heute ein GefĂŒhl, welches ich mit „Ich könnte jetzt eine rauchen“, umschreiben wĂŒrde. Immer in bekannten Situationen. Ignorieren hilft. An etwas anderes denken, etwas anderes tun hilft. Einmal packte mich heute der Yeeper, die Schmacht, das Verlangen.

Das erste Jammertal war durchschritten!

„Ich MUSS jetzt eine rauchen. SOFORT!“ Das war heute Nachmittag. Ich verkaufte brav den Kuchen in der Schule meiner Tochter. Es war laut, es war voll, es war schwĂŒl. Ich war umgeben von köstlichstem Kuchen, Torten, Muffins, Brownies. Und ich hatte Hunger!

Es war Zeit, eine zu rauchen. Ging nur nicht so ohne Zigaretten, ohne Feuerzeug. Kurze innerliche Hitzewallung, kurzes Erzittern. Nur weg mit den Gedanken. Wohin? Sie möchten noch ein StĂŒck Kuchen? Marmor? Bitte sehr. Einen Euro. Danke. Puh, das erste Jammertal war durchschritten. Der Yeeper weg und Zoppo sauer. Recht so.

Gestern war das recht so - heute fehlt was? Oder hat Marietta etwas verloren und dadurch gewonnen?

Wissen Sie was? FĂŒr heute ist es Zeit fĂŒr mich, mir selbst auf die Schulter zu klopfen.

Direkt nach dem BĂŒro bin ich in meine Joggingklamotten gesprungen. Brustgurt um, Pulsuhr an, Hund geschnappt und los. Eine Stunde trabte ich in dieser schwĂŒlen Hitze locker vor mich hin. Ich bildete mir ein, es schon zu spĂŒren, das rauchfreie Leben.

Der Atem floss irgendwie leichter und der Puls war definitiv einige SchlĂ€ge niedriger als sonst. Zwar lief ich nicht schneller, jedoch leichter. Die ersten zwanzig Minuten packte mich eine enorme Euphorie und gab mir das GefĂŒhl, stundenlang weiterlaufen zu können. Die Hitze regulierte das dann ab Minute FĂŒnfundzwanzig. Trotzdem: Es lief sich leichter! Ja, Zoppo, grins Du nur und zweifle. Das ist mir egal.

Und irgendwie bin ich ĂŒberrascht. Schon oft ich den Absprung versucht. Oft bin ich bereits in den ersten zwei bis drei Stunden umgefallen. Heute nicht. Warum nicht? Was ist anders? Vielleicht will ich es dieses Mal wirklich.

Wann spĂŒrt man vorher, ob bei diesem Versuch nun der Wille ausreicht? Gar nicht, denke ich. Einfach machen. Der erste Tag wird es zeigen.

Heute war mein erster Tag. Ich bin hundemĂŒde und irre stolz auf mich! Das ist ein gutes GefĂŒhl. Probieren Sie es aus. Es ist besser, als das GefĂŒhl wĂ€hrend der Zigarette. Viel besser.

Eure Marietta

Anmerkung der Redaktion:
Unsere Kolumnistin Marietta Herzberger macht den Selbstversuch – sie beginnt neu als Nichtraucherin. Und hört auf, Raucherin zu sein. DarĂŒber schreibt sie so, wie sie das möchte. Am Anfang vermutlich tĂ€glich, so hat sie sich das vorgenommen, spĂ€ter immer dann, wenn es „was neues“ gibt. Die Texte sind einen Tag „versetzt“, weil sie ja erst am Ende des Tages schreiben kann, was sie in ihrem neuen rauchfreien Leben erlebt hat.

„Einfach ausgedrĂŒckt“ – Marietta hört auf


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Braucht eine gut aussehende Frau ein Kippe, um "cool" zu sein? Das Leben zu genießen? Marietta sagt: Nein. Nach 30 Jahren Raucherei. Wird sie es schaffen?

Guten Tag!

Weinheim, 07. Juli 2011. (red) Unsere Kolumnistin Marietta Herzberger hört auf. Jetzt. Einfach so. Ihr reicht es. Sie will nicht mehr… rauchen. DafĂŒr schreibt sie ab sofort, wie es ihr geht. So, wie sie sich fĂŒhlt. Sie schreibt ĂŒbers Aufhören, um ein Leben ohne Zigaretten zu beginnen. Wir alle drĂŒcken ihr die Daumen, dass sie es schafft. Welche HĂŒrden Sie dabei zu ĂŒberwinden hat, schreibt sie auf. Ganz egoistisch, um sich zu motivieren. Aber auch fĂŒr alle, die es auch schon lange tun wollen: Einfach ausdrĂŒcken.

Von Marietta Herzberger

Ich bin Mitte Vierzig, sportlich, nicht wirklich ĂŒbergewichtig, arbeitende Mutter, Ehefrau, Hundebesitzerin, Kolumnistin. Und Raucherin. Seit gut 30 Jahren.

Ich habe sehr frĂŒh begonnen, rauche seitdem, hĂŒstel, 20 bis 30 Zigaretten am Tag. In Gesellschaft auch mehr. Beim Wein sowieso.

WÀhrend der Schwangerschaft und einmal wegen des Sports habe ich gut drei Jahre nicht geraucht. Heimlich habe ich schon oft aufgehört und doch weitergeraucht.

Warum will ich ausgerechnet morgen das Rauchen sein lassen? Warum nicht an einem bedeutungsvollen Tag? Zum Beispiel am Tag meiner Geburt, dem Geburtstag meiner Tochter, Hochzeitstag, Namenstag oder an dem Tag, wo mein geliebtes Kind sich in eine einwöchige Ferienfreizeit verabschiedet.

Warum miete ich mich nicht mutterseelenallein in eine Finca ein, schreibe wie eine Blöde, springe ab und an in einen Pool und rauche dabei NICHT?

Langes Elend ohne die richtige Zeit

Weil es fĂŒr mich persönlich nicht der Weg sein kann, ein Ziel in der Zukunft zu suchen und mich dann langsam darauf vorzubereiten. Das verlĂ€ngert das Elend nur noch. Da ist dann nix mit Vorfreude, sondern nur mit Vorpanik.

Und: Weil es keine „richtige Zeit“ , nicht den „richtigen Tag“ zum Aufhören gibt. Es gibt nur das Aufhören – egal wann. Am besten sofort. Ohne großes Gedöns. Schnappzack. Weg mit. Aufhören. Und gut ist.

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Letzte ZĂŒge: Marietta liebt die SpaziergĂ€nge mit ihrem Hund. Aber sie "liebt" auch die Zigaretten. Auch in der Natur. Warum nur?

So, nun fixiere ich hier schriftlich vor aller Welt meinen Willen. Und mache NÀgeln mit Köpfen.

Ab morgen höre ich auf. Punkt.

Dabei höre ich gar nicht auf zu rauchen. Ich fange einfach nicht wieder an. DafĂŒr rauche ich heute noch mal was das Zeug hĂ€lt. Jetzt auch. Moment – ich stecke mir gerade eine an. Glas Rotwein dazu. Lecker.

Irgendwann gehört die Zigarette dazu. Zu allem.

Lecker? Ja, der Rotwein. Die Zigarette nicht. War noch nie so. Aber sie gehört dazu. FĂŒr mich. Zum Rotwein.

Heute noch.

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Noch macht Marietta Faxen - Raucher können nie genug kriegen. Ist das Aufhören einfacher, als man denkt oder knallhart?

Auch zum Kaffee. Nach dem Essen. In der Pause zwischen Fenster putzen und Boden wischen. Beim Autofahren am offenen Fenster. Am Computer. Beim konzentrieren. Nach dem Kino.

Morgen nicht mehr.

Und wo soll ich ab morgen mit meinen HĂ€nden hin? ErsatzbeschĂ€ftigung suchen. Bierdeckel und Post-It-ÂŽs zerpflĂŒcken, in der Nase bohren. Letzteres kommt allerdings in Gesellschaft nicht so gut und scheidet daher aus.

Hypnose? Vielleicht hilft es.

Na ja, ich gebe zu, so ganz ohne UnterstĂŒtzung traue ich mich nicht. Eines möchte ich versuchen. Hypnose.

Lachen Sie nicht!

Diese Hypnotiseure sollen sich da irgendwie einen Weg in dein Unterbewusstsein graben können, legen dann dort einen Schalter um und – schwupps – magst du keine Zigaretten mehr. Vereinfacht ausgedrĂŒckt.

Ich bin sehr skeptisch, möchte es aber dennoch einmal ausprobieren. Wer weiß. Erdbeeren mit schwarzem Pfeffer sollen ja auch ganz gut schmecken.

Vergangene Woche hatte ich ein GesprĂ€ch mit einem Mentaltrainer. Am nĂ€chsten Montag, den 11. Juli 2011, werde ich fĂŒr schweineteueres Geld bei ihm eine Hypnosesitzung haben.

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Die Zigarette - so lange gehörte sie dazu.

Er meinte, dass ich weiterhin rauchen kann, mir aber zwischendurch immer mal wieder eine Situation ohne Zigarette vorstellen und auch mal leben solle, in welcher ich mich sonst mit Zigarette befinde. Habe das vier-, fĂŒnfmal praktiziert und muss sagen, die Vorstellung gefiel mir.

„Eine rauchen“

Dann zĂŒndete ich mir eine an. Man muss es ja nicht gleich ĂŒbertreiben.

Da ich 24 Stunden vor der Hypnose sowieso keine rauchen darf, kann ich eigentlich auch ab morgen keine mehr rauchen. Ich muss sowieso in die Schule meines Kindes und drei Stunden Kuchen verkaufen. Davor bin ich im BĂŒro und zwischendrin gehe ich mit meinem Hund joggen. Das spielt sich sowieso alles ohne Glimmstengel ab.

Manchmal kommt dann eins zum anderen. Heute Morgen erzĂ€hlte ein Kollege, dass es unglaublich hart fĂŒr ihn wĂ€re, seinen Vater im Krankenhaus zu besuchen. Dieser wĂ€re erst 64 und habe COPD. Vom Rauchen. „Chronic Obstructive Pulmonary Disease“ – Chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Schauder.

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Wer ist mÀchtiger? Die Frau...

Er schilderte den Verfall seines Vaters sehr plastisch, sehr erschreckend, dramatisch erschĂŒtternd. Kurz danach ging meine Kollegin „eine rauchen“. Ich wollte nicht mit, so sehr steckte mir die COPD-Story in den Knochen.

Dabei habe ich vor einem Jahr meine Lunge ĂŒberprĂŒfen lassen. Röntgen und Lungenfunktionstest. Die Zeit nach der Untersuchung im Wartezimmer war die Hölle. Um mich herum hustende, grĂ€ulich gefĂ€rbte Gesichter und die Frage: Hat der Mann dort drĂŒben, der so hoffnungslos vor sich hin starrt Lungenkrebs? Habe auch ich Lungenkrebs? Was, wenn die Diagnose „Lungenkrebs“ lautet?

Meine HĂ€nde waren feucht, mein Puls erhöht und ich hatte das GefĂŒhl, die Leichenstarre lag schon vor mir auf der Lauer. Ehrlich? Ein absolutes ScheißgefĂŒhl.

Dann die Diagnose: Alles in bester Ordnung. Lungenvolumen sogar ĂŒberdurchschnittlich. Sport und gute Gene. Ein paar mahnende Worte vom Arzt und der Entschluss, nicht mehr zu rauchen begleiteten mich bis ans Auto.

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...oder die Zigarette?

Dann zĂŒndete ich mir eine Zigarette an. Vor Erleichterung.

Bin ich eigentlich total bescheuert? Ich mache Sport – schon immer. Und rauche – schon immer?

Zwischendurch habe ich mal nicht geraucht. Habe wegen des Sports aufgehört, um nach drei Jahren wieder anzufangen. In der Schwangerschaft habe ich nicht geraucht, um nach der Stillzeit wieder anzufangen.

Noch bescheuerter! 30 Jahre! Mein Gott!

Ich stelle mir jetzt einfach nicht die Frage, ob bei mir noch was zu retten ist, oder das leichte Stechen auf dem linken Rippenbogen von der WirbelsÀule kommt.

Ich werde keinen Nichtraucherkalender fĂŒhren oder das gesparte Geld in eine Rauchsau werfen. Ich werde das Rauchen ab morgen nicht mehr zum Thema machen, außer hier im Blog.

Soweit der Vorsatz. Die Zigarette sollte kein Thema sein, nicht einmal ein unwichtiges.

Denn es gibt wichtigeres im Leben. Ich mag mich mit diesem Stinkezeugs nicht mehr befassen mĂŒssen.

Ha! – „MĂŒssen“ – Falle!

Ich muss gar nix! Ich will es einfach nicht mehr.

Wenn ab morgen die Zigarette in mein Hirn will und meine Lunge nach dem Gift lechzt, werde ich „Halts Maul und zieh Leine!“ schreien. Egal, wo ich bin und wer das hört. Einfach ausgedrĂŒckt: Ich mache mich lieber unmöglich, als dass ich mir wieder schnell „eine anstecke“.

DrĂŒckt mir Daumen!

Eure Marietta

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Petry bewegt Dich: Keine Angst vor Mucki-Buden!

Guten Tag!

Ladenburg, 21. Februar 2011. Schweiß, Stahl und Stöhnerei – stimmt dieses Image von „Mucki-Buden“ noch? Unser Kolumnist Matthias Petry meint: Nein. Das Fitnessstudio ist lĂ€ngst offen fĂŒr Leute wie Dich und mich.

Von Matthias Petry

Fitnessstudios? Das sind doch diese Folterkeller, in denen irgendwelche Muskelprotze Eisenhanteln stemmen und dabei fĂŒrchterlich schwitzen und stöhnen. Was hat das denn mit Gesundheit zu tun? Das ist wohl eher nichts fĂŒr mich!

Stimmt! Bodybuilding von frĂŒher hatte nichts mit Gesundheit zu tun. Und Arnold Schwarzenegger hat auch als Schönheitsideal lĂ€ngst ausgedient. Das ist alles schon eine Weile her – und trotzdem assoziieren viele Menschen, wenn sie Fitnessstudio hören, diesen Begriff sofort mit Schweiß, Stahl und Stöhnerei. – und sind negativ eingestellt.

Dabei haben sich Fitnessstudios schon lange gewandelt – und mit ihnen ihre Klientel. Die meisten Anlagen bieten heute ein komplettes gesundheitssportliches Angebot. Von Kinderturnen bis RĂŒckentraining fĂŒr Senioren. Von Zirkeltraining an GerĂ€ten bis Speck-weg-Wochen. Entspannung und Wellness sowieso. Und natĂŒrlich Geselligkeit – Leute kennenlernen, quatschen, gemeinsam Spaß haben.

Um sich zu erzeugen, sollten Sie einfach in einem Fitnessstudio Ihrer Wahl einen Besichtigungstermin vereinbaren. Sie werden möglicherweise ĂŒberrascht sein. Keine dunklen, schlecht gelĂŒfteten KellerrĂ€ume warten da auf Sie, sondern ein helles, lichtdurchflutetes und freundliches Ambiente. Kunden sollen sich wohl fĂŒhlen und gerne kommen.

Was sofort auffĂ€llt: Hier trainieren „Leute wie Du und Ich“. Der nette Nachbar von gegenĂŒber stĂ€rkt seinen RĂŒcken – die Friseurin radelt ihre Pfunde weg. Kontakte sind schnell geknĂŒpft, wenn das gewĂŒnscht ist. Wer lieber seine Ruhe haben will, bleibt fĂŒr sich – Kommunikation kann, muss aber nicht sein.

Vorbei an Bistro und GetrÀnkebar stehen auf der TrainingsflÀche vorne meist die AusdauergerÀte, mit denen Herz-Kreislaufsystem gestÀrkt und Kalorien verbrannt werden: Fahrradergometer, LaufbÀnder, Ruderergometer, Stepper und sogenannte Crosswalker oder Elypsentrainer, die besonders viele Muskelgruppen ansprechen.

Vielseitigkeit erhöht die Motivation

Die Parole heißt Abwechslung. Das Ausdauertraining lĂ€sst sich vielseitig gestalten – das erhöht die Motivation. Damit das Treten nicht allzu zĂ€h und langweilig wird, kann der Blick auf TV-Monitore oder durch ein Panoramafenster nach draußen gehen.

Nach den AusdauergerĂ€ten kommt das HerzstĂŒck der Anlage: der GerĂ€tepark: KrafttrainingsgerĂ€te fĂŒr jeden Muskel, meist thematisch geordnet und nummeriert. Moderne GerĂ€te fĂŒhren die Bewegung kontrolliert – Fehler fast ausgeschlossen. Gewichte lassen sich ganz leicht einstellen und verĂ€ndern.

Zum GerĂ€tepark gehört auch ein Kurzhantelkomplex mit Spiegelfront, der natĂŒrlich etwas an die alten Zeiten erinnert. Doch Übungen mit Kurzhanteln gehören einfach fĂŒr den fortgeschrittenen Fitnesssportler dazu. Eine Ecke mit Gymnastikmatten fĂŒr Bauch- und DehnĂŒbungen ist ebenfalls obligatorisch. Damit schließt man meist den Trainingsdurchgang ab.

Gute Studios haben gute Trainer

Und wie funktioniert das alles jetzt? DafĂŒr gibt-ÂŽs die Trainer. Sie fĂŒhren ein erstes GesprĂ€ch mit Ihnen, bevor Sie das Training aufnehmen. Das ist wichtig, denn hier informieren Sie Ihren Trainer ĂŒber etwaige gesundheitliche Beschwerden und EinschrĂ€nkungen.

Diese Informationen fließen dann zusammen mit Ihren Fitnesszielen – mehr Kraft, mehr Ausdauer, mehr Beweglichkeit, weniger Gewicht – und einem kleinen sportmotorischen Test in den Trainingsplan ein, den Ihnen die Trainer an die Hand geben.

Die ersten Monate sollten Sie nur nach Ihrem Trainingsplan trainieren, dann kommen auch schnell die ersten Erfolge. Die Trainer erklĂ€ren Ihnen, wie Sie die GerĂ€te bedienen, kontrollieren Ihre BewegungsablĂ€ufe und stehen fĂŒr Fragen zur VerfĂŒgung.

Training ist besser als Medikamente

Ein individuell abgestimmtes Krafttraining wirkt besser als jedes Medikament. Sie können sich dadurch fit fĂŒr die Belastungen von Job und Alltag machen und bestimmte gesundheitliche Beschwerden dauerhaft ausschalten.

Ohne ihn geht es auch nicht mehr: den Gymnastikraum fĂŒr das wöchentliche Kursangebot. Wem das GerĂ€tetraining an Ergometern und Kraftmaschinen zu einsam oder zu langweilig ist, der kann unter vielen Sportkursen auswĂ€hlen:

Aerobic und Stepp zu flotter Musik, WirbelsĂ€ulengymnastik, Pilates und Bauch-Beine-Po fĂŒr Schwachstellen und Problemzonen, Indoor-Cycling auf speziellen StandfahrrĂ€dern fĂŒr die Ausdauer – oft zielgruppenspezifisch, aber immer in der Gruppe mit anderen.

Unschlagbar sind die Wassergymnastik- und Aquajogging-Kurse in großen Anlagen, wenn diese ĂŒber entsprechende infrastrukturelle Bedingungen – sprich ein Hallenbad – verfĂŒgen.

Die Sportmöglichkeiten sind vielseitig und wetterunabhĂ€ngig. Outdoorsportangebote bilden das TĂŒpfelchen auf dem „i“: Walking, Lauftraining, Mountainbiking, Tai Chi im Garten. Raus ins Freie und in die Natur.

Zum Training gehört heute oft Wellness

Was noch fehlt: Entspannung und Wellness. Kaum ein Studio mehr ohne Sauna und Ruheraum. Viele haben eine eigene Wellnessanlage in Betrieb, die keine WĂŒnsche offen lĂ€sst. Perfekt fĂŒr die Belohnung nach dem anstrengenden Sport.

Fitnessstudios sind meist in privater Hand. Allerdings gibt es auch immer mehr grĂ¶ĂŸere Vereine, die eigene Studios erfolgreich betreiben. Wie auch immer: Ein monatlicher Beitrag fĂ€llt natĂŒrlich an, doch der ist meist gut investiert.

Alles unter einem Dach. FĂŒr jeden Geschmack. FĂŒr jedes Alter. FĂŒr Einsteiger und fĂŒr Fortgeschrittene. FĂŒr DĂŒnne und fĂŒr Übergewichtige. WĂ€re das vielleicht doch was fĂŒr Sie?

Sind Sie neugierig geworden? Dann machen Sie doch gleich in einem nahegelegenen Studio einen Termin aus – und dann woanders noch einen. Und vergleichen Sie. Nutzen Sie ein Probetraining. Und dann ran an-ÂŽs Eisen, Ă€h -۩ natĂŒrlich an die GerĂ€te.

Mit sportlichen GrĂŒĂŸen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Petry bewegt Dich: In diesem Jahr wird alles besser


Guten Tag!

Ladenburg, 17. Januar 2011. 2011 – neue VorsĂ€tze, Neubeginn, Neuanfang. Der Jahreswechsel muss oft als „Tag X“ herhalten. Zum Start des neuen Jahres hört man auf zu rauchen, man beginnt eine DiĂ€t oder man treibt regelmĂ€ĂŸig Sport. So weit die Theorie.

Von Matthias Petry

Die PlĂ€ne dafĂŒr sind schnell gemacht – meist nach dem Sommer. Da geht das leicht von der Hand. Weihnachten und Neujahr sind noch weit entfernt – man hat noch so viel Zeit. Die Absicht ist bekundet, das Gewissen ist beruhigt.

Erstmal gilt aber: so weitermachen. Wenn dann doch Silvester irgendwann kommt, lĂ€sst man es nochmal so richtig krachen. Die letzten Kippen, Sekt und mampfen bis zum Abwinken, ausschlafen, der erste Morgen im neuen Jahr, und nun -۩?

Das neue Leben soll losgehen.

Jetzt soll es also losgehen, das neue Leben. Das passt aber gerade ganz schlecht – da sind noch ein Paar Zigaretten in der Schachtel, die Reste vom BĂŒffet mĂŒssen auch noch gegessen werden und an Bewegung ist nicht zu denken – man hat Kopfweh.

Einen Tag kann das neue Leben ja schließlich noch warten. Obwohl, morgen muss man ja wieder zur Arbeit – Stress, Hektik, Alltag sind ganz schlecht fĂŒr einen Start. Dann halt kommendes Wochenende, nĂ€chsten Monat oder am besten erst zum nĂ€chsten Jahreswechsel 2012!

Sie finden dieses Szenario ĂŒbertrieben? Ist es nicht. Es ist leider eine Tatsache, dass Menschen die guten VorsĂ€tze und PlĂ€ne, die sie sich fĂŒr den Jahreswechsel vornehmen, selten in die Tat umsetzen. Die Projekte scheitern reihenweise.

Und scheitert reihenweise.

Warum? Weil die Strategie des VerdrĂ€ngens und Rausschiebens verhindert, dass man richtig aktiv wird. Es ist eine Art Selbstbetrug, eine EinschlĂ€ferungstaktik. Man gaukelt sich vor, den ersten Schritt – mit der Planung – schon gemacht zu haben.

Dabei ist es ein RĂŒckschritt. Man entfernt sich damit weiter vom Ziel. Denn der Druck wird grĂ¶ĂŸer, je nĂ€her der „Tag X“ kommt. Das Scheitern ist dann vorprogrammiert. Man schafft es nicht, hat aber gleich eine Lösung parat: Erneut verschieben.

DafĂŒr gibt es dann sofort zehn gute GrĂŒnde: Stress, Kopfschmerzen, Wetter und so weiter, und so weiter. Das Unterbewusstsein zerpflĂŒckt jeden noch so guten Plan. Es hat ja auch alle Zeit der Welt dafĂŒr.

Wie der Schweinhund zum HĂŒndchen wird.

Was tun? Es gibt nur eine Lösung: Sofort loslegen. Keine langfristigen PlĂ€ne schmieden, keinen „Tag X“ festlegen, kein „morgen“ oder „nĂ€chste Woche“. Hier und jetzt. Egal, um was es letztendlich geht: Um mit dem Rauchen aufzuhören, um abzunehmen, um mehr Sport zu treiben …

Nur durch den Überraschungseffekt lĂ€sst sich das Unterbewusstsein ĂŒberlisten. Gelingt diese List öfter – sagen wir mal regelmĂ€ĂŸig sechs Wochen lang – dann wird der innere Schweinehund schwĂ€cher. Er wird dann zum HĂŒndchen – zahm, folgsam.

Er lÀuft dann mit, lÀuft nebenher. Plötzlich lÀuft auch er gern und meldet sich sogar, wenn wir mal auf dem Sofa liegen bleiben. Dann tauscht er die Rolle: Der Bremser wird zum Antreiber. Er macht uns ein schlechtes Gewissen, wenn wir mal faul sind.

Dann hat man es geschafft. Wenn der innere Schweinehund mit im Boot ist, kann nichts mehr schief gehen. Er ist ein starker Partner. Mit ihm lassen sich die persönlichen Ziele erreichen. Er braucht nur etwas Pflege und FĂŒrsorge – sozusagen eine spezielle Behandlung.

Bewegen Sie sich. Realistisch. Nicht zu hart. Aber tun Sies.

Wenn es um Sport und Bewegung geht, dann sieht die weitere Behandlung des inneren Schweinehunds folgendermaßen aus:

Treiben Sie regelmĂ€ĂŸig Sport, probieren Sie vieles aus, setzen Sie sich realistische Ziele, trainieren Sie nicht zu hart, hören Sie immer mit einem guten GefĂŒhl auf, belohnen Sie sich hin und wieder, erzĂ€hlen Sie anderen von Ihren Erfolgen.

In diesem Sinne wĂŒnsche ich Ihnen einen guten Start ins neue Jahr!

Mit sportlichen GrĂŒĂŸen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Petry bewegt Dich: Fit auf die Piste

Guten Tag

Ladenburg, 02. Dezember 2010. Die Wintersportler jauchzen angesichts der Wetterlage: Endlich Schnee – ab auf die Piste heißt es in den kommenden Monaten. Ski fahren macht aber nur dann wirklich Spaß, wenn man sich drauf vorbereitet. Dann sinkt auch die Gefahr von Verletzungen.

Von Matthias Petry

Matthias Petry: Gesundheit ist alles. Foto: local4u

Haben Sie auch schon den Winterurlaub gebucht? Geht-ÂŽs wieder fĂŒr eine Woche zum Skifahren in die Berge? Haben Sie damit dann Ihr jĂ€hrliches Sportprogramm erfĂŒllt? Dann gehören Sie zu einer (recht großen) Risikogruppe.

Der Spaß kann gefĂ€hrlich werden.

Wer das ganze Jahr ĂŒber keinen Sport treibt und dann eine Woche lang Skipisten runterbrettert, lebt gefĂ€hrlich. Das gilt besonders fĂŒr AnfĂ€nger – aber auch fĂŒr gute Techniker und „alte Hasen“.

Sie kennen das: Anfangs lĂ€uft es auf der Piste noch wie geschmiert – die ersten HĂ€nge nehmen Sie mit links. Doch bald werden die Beine schwer, der RĂŒcken zwickt, die Lunge brennt. Dann liegen Sie zum ersten Mal auf der Nase. Gerade nochmal gut gegangen …

Skifahren ist Ă€ußerst komplex. Es setzt koordinative und konditionelle FĂ€higkeiten voraus – Kraft und Ausdauer sind gefragt. Hinzu kommt eine hohe Sturzgefahr und damit verbunden: eine hohe Verletzungsgefahr. Das wird meist unterschĂ€tzt – Skifahren ist wie Autofahren ohne Knautschzone und Airbag.

Die Chirurgen sind besser im Training als ihre Patienten.

Ein Skiunfall kann das UrlaubsvergnĂŒgen schnell zum Horrortrip werden lassen. KnochenbrĂŒche, BĂ€nderrisse, SchĂ€deltraumata – die KrankenhĂ€user in den Alpenregionen sind gut ausgelastet und machen gute GeschĂ€fte. Die dortigen Chirurgen gehören zu den besten ihrer Zunft – kein Wunder, denn sie sind stĂ€ndig im Training!

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Doch das Unfallrisiko auf der weißen Piste können Sie reduzieren. DafĂŒr bemĂŒhen wir nochmal das Beispiel Autofahren: Wie prĂ€parieren Sie Ihr Auto fĂŒr den Winter? Inspektion, Winterreifen, Frostschutzmittel? Dann machen Sie ja alles richtig. Und wie prĂ€parieren Sie Ihren Körper fĂŒr Wintersport? Gar nicht? Dann mĂŒssen Sie was tun.

Um Ihren Körper zu stĂ€rken und fĂŒr den Wintersport zu prĂ€parieren, mĂŒssen Sie ein Grundlagentraining absolvieren, das bereits im Herbst beginnen sollte: Die Muskeln krĂ€ftigen – vor allem die Beinmuskulatur – aber auch RĂŒcken, Bauch, Schultern und Arme. Am besten in einer wöchentlichen Skigymnastik.

Üben, ĂŒben, ĂŒben.

Auch eine WirbelsĂ€ulengymnastik (siehe Oktoberausgabe) passt da bestens – allerdings ergĂ€nzt durch Übungen fĂŒr die Beinmuskulatur (z. B. Kniebeugen) und fĂŒr die Arme. Kaufen Sie sich fĂŒr zu Hause ein Theraband inklusive Übungsanleitung.

Und trainieren Sie Ihre Ausdauer, Ihr Herz-Kreislaufsystem. Gehen Sie regelmĂ€ĂŸig walken, laufen, radfahren oder schwimmen. Mindestens zweimal pro Woche fĂŒr mindestens eine halbe Stunde.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Ist Ihr Körper fĂŒr den Wintersport vorbereitet, ermĂŒdet er weniger schnell. Und die meisten StĂŒrze passieren dann, wenn Kraft und – damit unweigerlich verbunden – auch Konzentration und Reaktion nachlassen.

Ein trainierter Körper beugt Verletzungen vor.

StĂŒrze kommen dann weniger oft vor – aber natĂŒrlich sind sie auch nicht unvermeidbar. Eine trainierte Muskulatur, die Knochen, Sehnen und Gelenke schĂŒtzt, kann dann StĂŒrze abfedern und das Verletzungsrisiko dadurch erheblich verringern.

Und man schĂŒtzt damit natĂŒrlich auch die anderen Wintersportler, wenn man Kollisionen auch noch am Nachmittag ausweichen kann. Wenn die Muskeln den Befehlen des Gehirns zuverlĂ€ssig Folge leisten.

Außerdem ist man mit einer guten Fitness selbstsicherer und lockerer, man hat mehr Zutrauen in die eigenen FĂ€higkeiten und damit mehr Spaß auf der Piste.

Ein Skiunfall kann schlimme Folgen haben. Körperliche Fitness ist die beste PrÀvention, damit einem selbst und anderen nichts passiert.

In diesem Sinne wĂŒnsche ich Ihnen Ski heil!

Mit sportlichen GrĂŒĂŸen
Matthias Petry

In eigener Sache:
Nach einem halben Jahr und sechs fachlichen BeitrĂ€gen zum Thema „Sport und Gesundheit“ möchte ich mich bei allen Lesern bedanken.

Die sehr guten Zugriffszahlen zeigen, dass meine Artikel in der Reihe „Petry bewegt Dich“ auf ein breites Interesse stoßen, was mich sehr freut. 🙂

Es geht mir aber nicht nur um Unterhaltung, sondern vor allem darum, Menschen zu mehr Bewegung und Sport zu animieren.

Deshalb wĂŒrde ich gern von Ihnen wissen, ob meine RatschlĂ€ge bislang auch irgendetwas praktisch bewirkt haben.

Wenn Sie also den einen oder anderen Tipp umgesetzt haben oder sich gar mehr bewegen wie frĂŒher, dann schreiben Sie doch ein kurzes Feedback als Kommentar.

Das wĂŒrde wiederum mich noch mehr motivieren, Ihnen auch im kommenden Jahr als „gutes Gewissen“ zur Seite zu stehen. Themen gibt-€ℱs genug, denn ohne Gesundheit ist alles nichts!

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Petry bewegt Dich: Lieber leichter leben

Guten Tag!

Ladenburg, 11. November 2010. Haben Sie auch schon mal probiert abzunehmen? Hat das vielleicht anfangs auch geklappt – nur spĂ€ter waren Sie dann ein paar Kilos schwerer als vorher? Sind Sie vielleicht deshalb ratlos, verzweifelt und haben innerlich aufgegeben?

Dann lesen Sie bitte weiter. Es könnte nĂ€mlich sein, dass Sie ein einfaches Rezept ĂŒbersehen haben. Ein einfaches, effektives Mittel, dass in der Masse der DiĂ€tangebote, ErnĂ€hrungsvorschriften und Abnehmtabletten leicht ĂŒbersehen wird.

Von Matthias Petry

Der Grund: Mit ihm lĂ€sst sich nicht viel Geld machen – es ist nahezu kostenlos und wird deshalb nur schwach beworben. Aber jeder trĂ€gt es in sich, jeder kann es nutzen und sich selbst helfen. Es liegt so nah, dass man nur zugreifen muss: Die Rede ist von Bewegung.

Nur durch Bewegung werden wir wieder leichter – und halten uns dauerhaft schlank. Warum? Weil wir nur durch Bewegung zusĂ€tzliche Kalorien verbrennen – sonst durch nichts. Nicht durch Pillen, DiĂ€ten, vibrierende GĂŒrtel oder leere Versprechungen.

Bewegung bedeutet Energie zu verbrauchen.

Die Formel, die ĂŒber unser Körpergewicht entscheidet, ist einfach: Nimmt man mehr Energie (Nahrung) zu sich als man verbraucht, nimmt man zu. Nimmt man weniger Energie zu sich als man verbraucht, nimmt man ab. Mehr ist es nicht. Und es ist auch nicht so kompliziert, wie viele tun.

Bewegen Sie sich mehr im Alltag (siehe Juliausgabe), treiben Sie mehr Sport, dann werden Sie mehr Energie verbrennen und dadurch langfristig Gewicht verlieren. So einfach ist das. Oder scheint das. Denn das Konzept hat auch seine TĂŒcken.

Ein paar GrundsĂ€tze mĂŒssen Sie beachten – ein paar Regeln einhalten. Geschenkt wird Ihnen wie immer nichts – Sie mĂŒssen es sich erarbeiten. DafĂŒr können Sie aber mit Recht Stolz sein auf sich selbst, weil Sie es aus eigener Kraft angehen.

Geduld und RegelmĂ€ĂŸigkeit

Der Gewichtsverlust verlĂ€uft sehr langsam. Seien Sie also bitte geduldig, wenn nach zwei Wochen die KleidergrĂ¶ĂŸe noch unverĂ€ndert ist. Sie nehmen dafĂŒr aber kontinuierlich und gesund ab – aber auch nur dann, wenn Sie immer am Ball bleiben. Versuchen Sie nicht, ein schnelles Abnehmen mit Gewalt zu erzwingen, indem Sie von Null auf Hundert durchstarten. Denn dann blockiert Ihr Körper und reagiert mit Schmerzen in Muskeln und Gelenken. Also, langsam starten und langsam aufbauen.

Disziplin

Schlagen Sie beim Essen nicht mehr ĂŒber die StrĂ€nge. Und wenn doch, mĂŒssen Sie das durch ein Plus an Bewegung ausgleichen. Bleiben Sie konsequent. Bewegung gehört jetzt fest zu Ihnen. Werden Sie wieder inaktiv, nehmen Sie auch wieder zu.

Steigerung der Bewegung

Nach einiger Zeit tut sich immer weniger. Ihr Körper hat sich an das Aktivprogramm angepasst und pegelt sich gewichtsmĂ€ĂŸig ein. Sie mĂŒssen jetzt die Bewegung steigern: Sport in Ihren Alltag einbauen, lĂ€ngere Wege spazieren, öfter mit dem Rad fahren und Muskeln krĂ€ftigen.

QualitÀt der Bewegung

Um abzunehmen gibt es gute und sehr gute Bewegungsformen. Generell sollte möglichst Ihr ganzer Körper in Bewegung sein, wie das beim spazieren, laufen, schwimmen, radfahren der Fall ist – und weniger beim Minigolf und Bizepstraining. Setzen Sie also möglichst viel Muskelmasse ein. Und krĂ€ftigen Sie zusĂ€tzlich große Muskelgruppen (siehe Oktoberausgabe). In der Muskulatur wird die Energie verbrannt – die Muskeln sind der Motor. Leistungsstarke Motoren verbrennen mehr Energie.

Viel hilft viel

Das trifft hier ausnahmsweise mal zu. Lange Bewegungseinheiten verbrennen natĂŒrlich mehr Kalorien als kurze. Wenn Sie sich eine halbe Stunde durchgehend bewegen, machen Sie nichts falsch – fĂŒnf Minuten sind besser als nichts, aber fĂŒrs abnehmen nicht sehr effektiv.

Bewusst essen und trinken

Hilft natĂŒrlich dabei. Sie wissen das lĂ€ngst schon: mehr Obst und GemĂŒse, weniger Fastfood, weniger Weißmehl- und dafĂŒr mehr Vollkornprodukte. Viel Wasser trinken, Alkohol in Maßen. Das ist natĂŒrlich gesund – und schlĂ€gt nicht so auf Ihre Kalorienbilanz. Gegen regelmĂ€ĂŸige Völlerei und fettreiche ErnĂ€hrung sind aber auch die effektivsten Bewegungseinheiten machtlos.

Zielsetzung und Belohnung

Sind auch wichtig – vor allem fĂŒr die Motivation. Setzen Sie sich schrittweise kleine Ziele – z. B. einen Gewichtsverlust von mindestens einem Kilo pro Monat – und belohnen Sie sich, wenn Sie das erreicht haben. Bewegen Sie sich weiter, auch wenn Sie irgendwann mit Ihrem Gewicht und Ihrer Figur zufrieden sein sollten.

Leichter leben – das ist zu schaffen. UnspektakulĂ€r, ohne großen Aufwand, billig. Wenn Sie die genannten GrundsĂ€tze beherzigen – Disziplin, Willenskraft, Durchhaltevermögen aufbringen, dann winkt ein neues – leichteres, zufriedeneres und gesĂŒnderes – Leben.

Ich wĂŒnsche Ihnen viel Erfolg dabei!

Mit sportlichen GrĂŒĂŸen
Matthias Petry

Petry bewegt Dich.

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Archiv: Alle Artikel aus unserer Gesundheitsreihe mit Matthias Petry.
Foto: local4u

Petry bewegt Dich: RĂŒckentraining fĂŒr zu Hause

Guten Tag!

Ladenburg, 07. Oktober 2010. (red) Der SportpĂ€dagoge Matthias Petry zeigt Ihnen in diesem Artikel sieben Übungen, die Sie zu Hause oder im BĂŒro jederzeit trainieren können, um sich und ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Michael Schmidt, Inhaber der Praxis fĂŒr Physiotherapie in Ladenburg, stand als Experte Modell, um die Übungen vorzufĂŒhren.

Von Matthias Petry

In dieser Ausgabe stelle ich Ihnen ein ausgewogenes RĂŒckentraining fĂŒr zu Hause vor – mit einfachen, effektiven Übungen, die auch was bringen. Und mit Tipps und Hinweisen, wie man richtig und effektiv ĂŒbt.

Üben Sie langsam.

Üben Sie langsam. Atmen Sie ruhig und gleichmĂ€ĂŸig – mit der Belastung ausatmen, mit der Entlastung einatmen. Halten Sie niemals die Luft an. Üben Sie regelmĂ€ĂŸig: Nicht jeden Tag, aber zwei- bis dreimal pro Woche. Der Zeitaufwand betrĂ€gt 15 bis 30 Minuten.

Steigern Sie nach ca. vier Wochen die Anzahl der Übungswiederholungen. Bauen Sie nach ca. drei Monaten neue Übungen in das Programm ein und wechseln Sie die Übungen durch. Das fordert Ihre Muskeln und hilft gegen Eintönigkeit. Wir werden Ihnen natĂŒrlich neue Übungen vorstellen.

Ablenkung beim Üben ist erlaubt – am besten legen Sie Musik auf. Ob entspannende Klaviermusik oder aufpushenden Hardrock – alles ist erlaubt. Probieren Sie aus, was Sie am besten motiviert. Sie mĂŒssen auch nicht immer alle Übungen in einer Trainingszeit absolvieren und können die Abfolge verĂ€ndern.

Gemeinsam machts mehr Spaß.

Gut ist auch, wenn Sie mit anderen zusammen ĂŒben – mit der Nachbarin, dem Ehemann, mit Ihren Kindern. Geteiltes Leid ist halbes Leid! Gemeinsam ĂŒben macht einfach mehr Spaß. Kontrollieren Sie sich gegenseitig, dass Sie die Bewegungen richtig ausfĂŒhren.

Muskelkater? Der kommt mit Sicherheit – stellen Sie sich darauf ein. Ihre Muskeln brauchen Zeit zur Eingewöhnung. Sie sind erstmal leicht ĂŒberfordert und reagieren mit Schmerzen. Das geht aber weg – relativ schnell sogar.

Sie benötigen fĂŒr die Übungen keine Sportkleidung – sie sollte aber so sein, dass „nichts klemmt“. Eine Übungsmatte macht die Übungen angenehmer.

Also: Los gehts!

Übung 1: Diagonalstrecker fĂŒr RĂŒcken, GesĂ€ĂŸ, Schultern
VierfĂŒĂŸlerstand. Linkes Bein nach hinten und rechten Arm nach vorn strecken. Bein, RĂŒcken und Arm bilden eine Linie parallel zum Boden. Jetzt linkes Knie und rechten Ellbogen zusammenfĂŒhren, dabei einen runden RĂŒcken machen. Anschließend wieder strecken. Jede Seite zehnmal wiederholen, am Ende 20 Sekunden in der Streckung halten.

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Übung 2: Beckenheber fĂŒr unteren RĂŒcken, Beine, GesĂ€ĂŸ
Auf den RĂŒcken legen, FĂŒĂŸe dicht am GesĂ€ĂŸ aufstellen. Nun das GesĂ€ĂŸ heben, bis von Schulter bis Knie eine gerade Linie entsteht. Kurz halten, dann langsam absenken. Bevor das Becken den Boden erreicht, das GesĂ€ĂŸ wieder heben. Zehnmal wiederholen, dann in der Streckung 15 Sekunden halten.

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Übung 3: RĂŒckenspanner fĂŒr unteren RĂŒcken und Bauch
Auf den RĂŒcken legen, FĂŒĂŸe dicht am GesĂ€ĂŸ aufstellen, Arme am Körper. Nun Bauch einziehen, Po anspannen und LendenwirbelsĂ€ule auf den Boden pressen, so dass der ganze RĂŒcken auf dem Boden aufliegt. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung 15 Sekunden halten.

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Übung 4: Bauchspanner fĂŒr Bauch
Auf den RĂŒcken legen, FĂŒĂŸe dicht am GesĂ€ĂŸ aufstellen, Arme am Körper. Kopf und Schultern langsam anheben, bis Sie eine Spannung in den Bauchmuskeln spĂŒren. HĂ€nde dabei Richtung FĂŒĂŸe fĂŒhren, die Arme etwas anheben. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung halten.

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Übung 5: Kniebeuge fĂŒr Beine, GesĂ€ĂŸ, unteren RĂŒcken
Aufrecht stehen, Arme nach vorn strecken. In die Knie gehen, am besten so weit, bis Oberschenkel parallel zum Boden stehen. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung halten.

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Übung 6: Schulterheber fĂŒr Schultern und oberen RĂŒcken
Auf den Bauch legen, FĂŒĂŸe sind langgestreckt, Arme liegen gestreckt nach vorn am Boden, Stirn ruht auf einem Handtuch. Nun beide Arme aus den Schultern leicht anheben, dabei den Kopf auf der Unterlage liegen lassen. Zehnmal wiederholen, dann in der Anspannung halten.

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Übung 7: Schulterdehner fĂŒr Schultern und RĂŒcken
VierfĂŒĂŸlerstand, Arme weit nach vorn strecken, HĂ€nde auf den Boden. Von den HandflĂ€chen bis zum GesĂ€ĂŸ eine gerade Linie bilden. Dehnung 30 Sekunden halten und dann das GesĂ€ĂŸ zurĂŒckfĂŒhren und auf den Unterschenkeln ablegen, Stirn auf den Boden, Arme seitlich an den Körper. Dehnung 30 Sekunden halten. Dreimal wechseln.

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Mit sportlichen GrĂŒĂŸen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Archiv: Alle Artikel aus unserer Gesundheitsreihe mit Matthias Petry.

Die Fotos wurden mit freundlicher UnterstĂŒtztung gesponsort von: Michael Schmidt, Inhaber der Praxis fĂŒr Physiotherapie in Ladenburg

Petry bewegt Dich: Das Kreuz mit dem Kreuz

Guten Tag!

Ladenburg, 16. September 2010. Sie habens im RĂŒcken? Aha. Sie denken, der ist ĂŒberlastet? Meistens stimmt das nicht, sagt unser Kolumnist Matthias Petry. Der SportpĂ€dagoge weiß, dass unsere RĂŒcken oft zu wenig belastet sind und dann dieser Schmerz kommt, wenn man ihn mal doch anstrengt – denn Unterforderung ist Gift fĂŒr unseren Körper.

Von Matthias Petry

Unser RĂŒcken muss tĂ€glich einiges aushalten – harte StĂŒhle, weiche Matratzen, schwere Lasten. Schwere Lasten? Wohl eher selten. Die Zahl der Menschen, die körperlich schwer arbeitet, nimmt stetig ab und im Haushalt lĂ€uft alles maschinell.

Nein, was unser RĂŒcken tatsĂ€chlich tĂ€glich aushalten muss, sind nicht Anstrengung und Belastung, sondern genau das Gegenteil: Unterforderung und Entlastung. Unser Kreuz ist sozusagen von allen Pflichten befreit – es hat das ganze Jahr Urlaub.

Das klingt erstmal nicht schlecht. Entlastung ist immer gut. Gestresst und angespannt sind wir doch schon genug. Da ist es doch schön, wenn wenigstens ein Teil von uns – unser RĂŒcken – entspannt bleiben kann. Ist es nicht!

Unterforderung ist Gift

Unterforderung ist Gift fĂŒr unseren Körper – Gift fĂŒr unseren RĂŒcken. Seine Strukturen – Muskeln, Knochen, Sehnen – leben davon, dass sie bewegt und gefordert werden. Haben sie nichts zu tun, verkĂŒmmern sie. Sie werden ja sowieso nicht gebraucht.

Irgendwann kommt er: der Schmerz. Anfangs noch weggelÀchelt, wird er zunehmend penetranter. ZunÀchst noch weggelockert, sitzt er spÀter immer fester. Zu Beginn als kleine EinschrÀnkung wahrgenommen, macht er manchem das Leben zur Hölle.

Dann wehren wir uns: Schmerzmittel, Spritzen, Krankengymnastik, Massagen. Hilft alles – aber nicht fĂŒr lange. Beseitigt kurzzeitig das Symptom – nicht aber die Ursache. Ist bequem und einfach – nicht aber effektiv.

Was tun, wenn der RĂŒcken schmerzt?

RĂŒckenschmerzen entstehen also meist durch Bewegungsmangel und einseitige Körperhaltungen, wie Sitzen mit rundem RĂŒcken am Arbeitsplatz, Stehen mit durchgedrĂŒckten Knien und vorgeschobenen Schultern.

Muskeln verkĂŒmmern, verspannen, verhĂ€rten. Knochen werden weicher, dĂŒnner, instabiler. Bandscheiben trocknen aus, verschleißen, verschieben sich. Schmerzen kommen, gehen, nehmen zu – und bleiben dann stĂ€ndiger Begleiter.

Was also tun? Als regelmĂ€ĂŸiger Leser wissen Sie es wahrscheinlich bereits schon: Bewegen! Bewegen, bewegen, bewegen. Der RĂŒcken ernĂ€hrt sich von der Bewegung. Er lebt dann auf, wenn er was zu tun hat. Geben Sie ihm Nahrung, dann bleibt er gesund.

Bewegung hilft.

Das Programm fĂŒr einen bewegten Alltag ist ein guter Einstieg. Aber fĂŒr den „Patient RĂŒcken“ braucht es mehr Einsatz. Und zwar WirbelsĂ€ulengymnastik, Krafttraining, Stretching- und MobilisationsĂŒbungen.

Radfahren und spazieren gehen sind fĂŒr unser Kreuz zu wenig. Kraft muss her: Muskeln mĂŒssen aufgebaut werden, Knochen gestĂ€rkt und Bandscheiben ernĂ€hrt. Der RĂŒcken muss belastet und gefordert werden – dann macht er auch keine Zicken.

Das Gute daran: RĂŒckentraining hilft immer, egal, wann man einsteigt. PrĂ€ventiv wĂ€re natĂŒrlich am besten – aber wer ĂŒbt schon bevor der Schmerz eingesetzt hat. Meistens muss erst ein Warnsignal kommen, bevor man was tut.

Dann aber loslegen: Mit Fitnesstraining an GerĂ€ten, Yoga, WirbelsĂ€ulengymnastik, Qi Gong oder Tai Chi und vielem anderen mehr. Es ist fĂŒr jeden Geschmack was dabei. Ob in der Gruppe im vhs-Kurs oder allein beim GerĂ€tetraining im Fitness-Studio.

RegelmĂ€ĂŸiges Training.

Angeleitet durch einen guten Kursleiter oder Trainer ist natĂŒrlich empfehlenswert – vor allem zu Beginn. Dann muss es regelmĂ€ĂŸig stattfinden. Nicht jeden Tag, aber zwei- bis dreimal pro Woche. Es sollte abwechslungsreich sein und auf Steigerung abzielend.

RĂŒckentraining hat natĂŒrlich keinen hohen Fun-Faktor, d. h. der Spaß ist begrenzt. Die Fortschritte sieht und spĂŒrt man aber schnell – wenn die Muskelspannung steigt und die Schmerzen weniger werden. Das gibt Schwung und Motivation.

Aber: Angeleitetes RĂŒckentraining kostet auch was – eine KursgebĂŒhr oder einen Mitgliedsbeitrag. Doch das Geld ist gut angelegt – die Rendite hoch: nĂ€mlich Aussicht auf ein gesundes und belastbares Kreuz.

In der nĂ€chsten Ausgabe im Oktober stellt Ihnen Matthias Petry ein ausgewogenes RĂŒckentraining fĂŒr zu Hause vor – mit einfachen, effektiven Übungen, die auch was bringen. Und mit vielen Tipps und Hinweisen fĂŒr ein gesundes Kreuz.

Mit sportlichen GrĂŒĂŸen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Petry bewegt Dich: Und der Tag gehört Dir…

Guten Tag!

Ladenburg, 05. August 2010. FĂŒr viele Menschen, fĂŒr viele Familien ist der August der Ferienmonat – endlich ausspannen. Vom Job, von der Schule. „Ist das gut so, ist das gesund?“ fragt unser Kolumnist Matthias Petry. Entspannung ist sicher gut, aber ohne Spannung nichts. Deswegen plĂ€diert Matthias Petry fĂŒr Bewegung. Denn die hĂ€lt uns und unsere Welt eben in… Bewegung.

Von Matthias Petry

Aktiv in den Ferien

August, Sommerferien, Urlaub – die schönste Zeit des Jahres. Jetzt mal richtig lang ausschlafen und tagsĂŒber faulenzen. Das haben wir uns redlich verdient, nachdem wir doch das ganze Jahr schuften. Endlich ich – Zeit fĂŒr mich!

Die FĂŒĂŸe hochlegen und nichts tun – ob zu Hause oder am Urlaubsort – das ist echte Erholung. Am Baggersee, Strand oder Hotelpool liegen, ab und zu die Zehen ins Wasser, dann kurz mal zum Kiosk laufen, dann wieder aufs Handtuch. Super!

Abends auf die eigene Terrasse, dann Fernseher und ab ins Bett. Oder Abendessen im Hotel, dann Animationsprogramm anschauen, dann Fernseher im Hotelzimmer und ab ins Bett. Und das jeden Tag – wie schön!

Urlaub steht fĂŒr abschalten – vom Alltag, unser Körper aber will und braucht Bewegung.

An dieser Stelle muss die Frage erlaubt sein: Ist das gesund? Was hat unser Körper von der freien Zeit? Ignorieren wir seine BedĂŒrfnisse damit im Urlaub nicht genauso, wie wir das im Alltag tun? Wo bleibt da die Bewegung, die wir doch so dringend brauchen?

"Beweg Dich, so wie es Dir gefÀllt", sagt Matthias Petry. Auch im Urlaub, denn unser Körper will bewegt werden. Bild: local4u

Jetzt steht uns endlich freie Zeit zur VerfĂŒgung. Einen Teil davon könnten wir gut fĂŒr Bewegung nutzen. Doch das bleibt meist aus. Wir sind zwar im Urlaub, unseren Körper haben wir aber leider im Alltag zurĂŒckgelassen. Das ist traurig.

FĂŒr unseren Körper macht es keinen Unterschied, ob wir auf dem Balkon im Liegestuhl sitzen oder am Schreibtisch vor unserem BĂŒro-PC, ob wir im Mietauto ĂŒber eine Insel kurven oder im eigenen Auto zur Arbeit. Er wird in allen FĂ€llen zu wenig bewegt.

Machen Sie aktiv Urlaub.

Unser Körper leidet, wenn er nicht gefordert wird. Die RĂŒckenschmerzen sind auch auf Mallorca dieselben, das Übergewicht macht auch auf den Malediven zu schaffen und die Laune ist auch nicht die beste, wenn die Liege am Pool auf Kreta belegt ist.

Da muss ein neues Konzept her – eine neue Strategie, die den Körper im Urlaub mehr einbezieht: Bewegung! Den Urlaub aktiv verbringen – die Zeit hat man dafĂŒr. Und erst die Möglichkeiten – unzĂ€hlige. Man muss sie nur nutzen.

Pool, Meer und Baggersee sind zum Schwimmen da – tun Sie-ÂŽs! Leihen Sie sich ein Fahrrad und kein Auto! Machen Sie ausgiebige SpaziergĂ€nge vor allen Mahlzeiten – am besten barfuß am Strand oder in Wanderschuhen den Berg hinauf.

Was bietet das Animationsprogramm im Hotel? Gut, es muss nicht Wasserball um 13 Uhr in der Mittagshitze sein – auch Minigolf können Sie gegebenenfalls auslassen. Aber vielleicht gibt-ÂŽs ja eine gute Morgengymnastik oder Beachvolleyball in den Abendstunden?

Yoga, Minigolf, Tanzen, Aerobic – ganz egal, nutzen Sie Bewegungsangebote!

Ausprobieren ist angesagt – wenn nicht jetzt, wann dann? Nordic Walking, Aerobic, Yoga – meistens gibt-ÂŽs doch fĂŒr jeden etwas passendes. Und wenn doch nicht, dann wenigstens abends tanzen gehen, wenn die Musik in der Lobby aufspielt.

Sie werden sehen: Bewegung macht Spaß – Sport wertet den Urlaub auf. Es ist ein gutes GefĂŒhl, wenn man vor dem FrĂŒhstĂŒck eine halbe Stunde schwimmen war. Oder beim Abendessen richtig reinhauen kann, weil man am Nachmittag mit dem Rad unterwegs war.

Schwerer heimkommen als ankommen ist in jedem Fall schlecht – dagegen sind Bewegung und Sport ein gutes Mittel. Im Urlaub schmeckt das Essen meist noch besser als zu Hause – genießen lĂ€sst sich das trotzdem: Wenn man aktiv bleibt.

Mit Sport schmecken die Köstlichkeiten noch besser.

NatĂŒrlich ist das leichter gesagt als getan. Mit der Motivation ist das so eine Sache. Wenn das Unterbewusstsein stĂ€ndig Signale sendet wie: „Bleib-ÂŽ sitzen“, „schlaf dich aus“, „kannst auch morgen noch anfangen“, „heute ist doch so schönes Wetter“.

Hören Sie da nicht hin. Fangen Sie sofort an. Absolvieren Sie jeden Tag ein Programm – probieren Sie unterschiedliche AktivitĂ€ten aus. Übertreiben Sie nicht. Powern Sie sich nicht aus – beenden Sie jede AktivitĂ€t mit einem guten GefĂŒhl. Bleiben Sie konsequent.

Belohnen Sie sich – aber erst nach Ihrer Leistung. Setzen Sie sich kleine, realistische Ziele: jeden Tag 50 Meter mehr schwimmen, fĂŒnf Minuten lĂ€nger spazieren oder eine BauchĂŒbung dazu. Dann wird das auch was.

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub – soweit klar. Trotzdem verpuffen die gesundheitlichen Verbesserungen wieder schnell, wenn man nach vierzehn Tagen Aktivurlaub wieder in den bewegungsarmen Alltagstrott verfĂ€llt.

Sport hilft beim Abschalten.

Zu Hause gilt es, an den Urlaubsleistungen anzuknĂŒpfen. Die Motivation hochzuhalten. Bewegung in den Alltag einzubauen. Wie das gelingen kann, lĂ€sst sich in der Juliausgabe (siehe Link) nachlesen. Bleiben Sie am Ball – jetzt nicht abreißen lassen.

Vielleicht haben Sie auch an einer Sportart, die Sie im Urlaub ausprobiert haben, Gefallen gefunden. Dann sollten Sie schauen, wo Sie diese zu Hause weiterbetreiben können: im Sportverein, im Tennisclub, bei der Volkshochschule oder im Fitness-Studio oder auch gerne, wenn sie die Treppe statt dem Aufzug benutzen, ein wenig mehr laufen.

Bewegen Sie sich. Es lohnt sich ganz sicher 🙂

Ich wĂŒnsche Ihnen einen aktiven Urlaub, wo auch immer Sie diesen verbringen!

Zu Hause gilt es, an den Urlaubsleistungen anzuknĂŒpfen. Die Motivation hochzuhalten. Bewegung in den Alltag einzubauen. Wie das gelingen kann, lĂ€sst sich in der Juliausgabe nachlesen. Bleiben Sie am Ball – jetzt nicht abreißen lassen.

Mit sportlichen GrĂŒĂŸen
Matthias Petry

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Petry bewegt Dich: Und der Tag gehört Dir…

Guten Tag!

Ladenburg, 01. Juli 2010. Der innere Schweinehund ist verdammt stark – Du auch, sagt Matthias Petry. Deshalb sollte man sofort loslegen – jeder Anfang ist schwer, aber schon nach kurzer Zeit wird die tĂ€gliche Dosis Bewegung immer leichter, immer wichtiger.

Von Matthias Petry

Sie haben Schmerzen im RĂŒcken und im Nacken vom stundenlangen Sitzen? Ein paar Kilo zu viel auf den Rippen? Aber weder Zeit fĂŒr Sport noch Lust darauf?

Eines ist klar: Ohne mehr Bewegung wird sich am Status quo nichts Àndern. Was kann man also tun?

LiegestĂŒtzen kann man ĂŒberall machen - erst ein paar, dann mehr, dann viele. Bild: local4u

Es muss nicht in erster Linie Sport sein. Ob wir das als Sport bezeichnen, wenn wir uns bewegen, ist unserem Körper herzlich egal – Hauptsache er wird bewegt. DafĂŒr ist er nĂ€mlich da – und nur dann bleibt er gesund: Wenn man ihn fordert.

Hauptsache: Bewegung.

Wer keine Lust hat auf Fitnessstudio, Badminton oder Waldlauf, kann trotzdem sich und seinem Körper Gutes tun. Wie? Indem man die Bewegungsmöglichkeiten des Alltags nutzt: Fahrrad statt Auto, Treppe statt Fahrstuhl, Spaziergang statt Kantine.

Das Beste daran: Diese AktivitĂ€ten kosten keine oder nur sehr wenig Zeit – Zeit haben wir ja alle nicht. Und sie helfen, den beruflichen und privaten Alltag gesĂŒnder zu gestalten. Besser als jede Tablette und jede Massage und jede DiĂ€t.

Man muss nur wollen, anpacken, anfangen – und dann konsequent sein und dabei bleiben. Ausreden und Ausnahmen gelten nicht. Klar, ist Disziplin gefragt – und man muss anfangs ĂŒber seinen Schatten springen. Aber spĂ€ter dann, geht vieles leichter.

Der innere Schweinehund.

NatĂŒrlich ist der innere Schweinehund verdammt stark. Eigentlich wissen wir ja schon lĂ€ngst, dass wir uns mehr bewegen mĂŒssen, aber wir haben dafĂŒr jetzt wirklich keine Zeit, außerdem Kopfschmerzen und das Wetter ist gerade total mies – und ĂŒberhaupt -۩

Da hilft nur eins: Sofort loslegen. Nicht morgen – heute. Feste Termine machen – keine Ausnahmen zulassen. Realistische Ziele setzen. FĂŒr Abwechslung sorgen – verschiedene Bewegungsformen ausprobieren. Und natĂŒrlich sich selbst hin und wieder belohnen.

SpÀter dann, nach ein paar Wochen konsequentem Bewegungshandeln, will man nichts anderes mehr. Man braucht es, man kann nicht mehr ohne, man ist abhÀngig im positiven Sinn. Die tÀgliche Dosis Bewegung ist auf einmal so wichtig, wie essen und trinken.

Dann hat man es geschafft. Dann sollte man mal in seiner Freizeit die eine oder andere sportliche AktivitĂ€t zusĂ€tzlich einplanen. DafĂŒr ist man jetzt bereit – man will mehr leisten, man kann mehr leisten.

Am besten fÀngt man einfach an.

Wie könnte jetzt so ein bewegter Alltag aussehen? Das folgende Beispiel zeigt es. Vieles wird man schon kennen oder fĂŒr profan halten – manches ist vielleicht neu. Ganz egal, es geht nur darum, dass man handelt und die Dinge umsetzt. Viel Spaß dabei!

Morgens

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Zehn Minuten Zeit am Morgen sind gut investiert. Bild: local4u

  • Den Wecker zehn Minuten frĂŒher stellen – sich ausgiebig recken, strecken und lockern, direkt nach dem Aufstehen.
  • Brötchen holen zu Fuß oder mit dem Rad, dabei einen kleinen Umweg einbauen.
  • Das Auto stehen lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder auf der Bus- bzw. Bahnfahrt eine Haltestelle frĂŒher aussteigen und den Rest zur Arbeit laufen.
  • Wenn man nicht aufs Auto verzichten kann: Nicht direkt vor der Firma parken, sondern 500m weiter weg und den Rest zu Fuß gehen.
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Treppen fordern den ganzen Körper - FahrstĂŒhle nur einen Finger, der den Knopf drĂŒckt. Bild: local4u

Im BĂŒro

  • Treppen nutzen, FahrstĂŒhle strikt meiden.
  • BĂŒroarbeitsplatz ergonomisch einrichten lassen.
  • Jede halbe Stunde aufstehen, ein paar Schritte machen, den Nacken lockern, Arme anheben und Schultern kreisen.
  • Jede Möglichkeit zum aufstehen und gehen nutzen, nicht mit dem BĂŒrostuhl zum Aktenregal rollen.
  • Einen Teil der Mittagspause fĂŒr einen ausgiebigen Spaziergang verwenden.

Zu Hause

  • Vor dem Abendessen noch eine Runde um den Block, ĂŒbers Feld, egal wo. Das ist gut und macht den Kopf frei.
  • Mit den Kids Fußball spielen im Garten, statt gleich den Fernseher anzuschalten.
  • Auf die Fernbedienung verzichten, Programme direkt am Fernseher umschalten.
  • Werbepausen nutzen fĂŒr ein paar Schritte zwischendurch.
  • Vor dem Zubettgehen noch ein paar LockerungsĂŒbungen.

Ja, und ab hier sind dann eigene Ideen gefragt – wie gesagt, jede Bewegung zĂ€hlt -۩

Wo lÀsst sich noch Bewegung in den Alltag integrieren? Haben Sie weitere Beispiele? Können Sie die Liste erweitern? Dann mailen Sie Ihren Kommentar. Wir sind gespannt!

Ich wĂŒnsche Ihnen einen sportlichen Tag!

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Petry bewegt Dich: Jeden ersten Donnerstag im Monat

Guten Tag!

Ladenburg, 30. Juni 2010. Das ladenburgblog begrĂŒĂŸt einen neuen Kolumnisten: Der Sportwissenschaftler Matthias Petry schreibt an jedem ersten Donnerstag im Monat seine Sportkolumne „Petry bewegt Dich“ mit alltagstauglichen Tipps zu Sport, Fitness und Gesundheit.

Von Matthias Petry

Erachtet man die Gesundheit als das höchste Gut des Menschen, so ist ihre Erhaltung, Förderung und Verbesserung ohne sportliche BetÀtigung nahezu undenkbar. Leben braucht Bewegung!

Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und schreibt monatlich ĂŒber Tipps zu Sport, Fitness und Gesundheit. Foto: local4u

Der Mensch ist durch seine anatomischen und genetischen Grundlagen auf Bewegung ausgerichtet – er tickt, was seinen Körper angeht, noch auf Steinzeitniveau.

Die Gesamtheit unserer 25 000 Gene (unser Genom) hat sich seit 40 000 Jahren nicht mehr groß verĂ€ndert. Alle FunktionsablĂ€ufe unseres hochkomplexen Organismus sind nach wie vor ausgerichtet auf die Bedingungen der FrĂŒh-Steinzeit.

Aus 20 Kilometern pro Tag sind 800 Meter geworden.

Die damaligen extremen Witterungsbedingungen und Gefahren waren nur zu bewĂ€ltigen durch jagen, weglaufen, weiterziehen – gut 20 Kilometer legten die Menschen damals tĂ€glich zurĂŒck – heute kommen wir gerade noch auf 800 m.

Auch bei uns Menschen der Moderne sind die lebens- und gesundheitserhaltenden FunktionsablĂ€ufe auf das Überlebensgesetz ausgerichtet: „ErnĂ€hrung durch Bewegung“. Das Sammeln und Jagen beschrĂ€nken wir aber auf den Griff ins Supermarktregal.

Beanspruchen wir unsere Organe, Muskeln oder Knochen regelmĂ€ĂŸig, dann werden diese leistungsfĂ€hig und robust – bleiben wir untĂ€tig, verkĂŒmmern sie. Vor allem unser Gehirn lebt von der Bewegung.

Die BewegungsqualitĂ€t und -quantitĂ€t, die wir zur Gesunderhaltung nötig hĂ€tten, lösen wir in der Regel nicht mehr ein. Auch deshalb, weil Bewegungsmöglichkeiten in der neuzeitlichen technisierten Welt immer mehr zurĂŒckgedrĂ€ngt werden.

Raus aus dem Sitz, rein in die Bewegung.

Computer und Maschinen nehmen uns die körperliche Arbeit ab, FahrstĂŒhle ersetzen Treppen, motorisierte Fahrzeuge ersetzen die eigene Bewegung. Ein Großteil der BundesbĂŒrger verbringt viele Stunden des Tags im Sitzen.

„Vom Bett ins Auto, vor den Computer, dann wieder ins Auto, auf das heimische Sofa vor den Fernseher und dann wieder ab ins Bett“ – ein typischer Tagesablauf bei dem die Gesundheit auf der Strecke bleibt.

Wir beuten unseren Körper ganz selbstverstĂ€ndlich aus und belasten ihn durch eine unnatĂŒrliche Lebensweise. Erst, wenn etwas nicht funktioniert oder etwas schmerzt, erinnern wir uns wieder an ihn.

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Technik, Komfort und Bequemlichkeit lösen einen allgemeinen Bewegungsmangel aus, der wiederum SchÀden am Bewegungsapparat zur Folge hat, der Zivilisationskrankheit Nr. 1.

Hilfe zur Selbsthilfe.

Auch im Zuge leerer Gesundheitskassen muss der Einzelne mehr Eigenverantwortung gegenĂŒber seinem Körper und seiner Gesundheit aufbringen – „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist angesagt.

Sport und Bewegung in den Alltag einzubauen ist gar nicht so schwer, wie man vielleicht denkt. Die Sportkolumne gibt Antworten auf Fragen:

  • Was kann man fĂŒr seinen RĂŒcken tun?
  • Wie kann man Bewegung am BĂŒroarbeitsplatz integrieren?
  • Wie bringt man das Herz-Kreislaufsystem gezielt in Schwung?
  • Was kann die ErnĂ€hrung leisten?
  • Wie kann ich mich entspannen?

Die LeserInnen sind gerne aufgerufen, sich mit Fragen oder Hinweisen an Matthias Petry zu wenden – machen Sie mit. Bringen Sie sich ein!

Zur Person:
Matthias Petry ist Sportwissenschaftler und als Dozent im Gesundheitsbereich tĂ€tig. Matthias Petry gibt Antworten auf Fragen rund um Sport, Fitness und Gesundheit und möchte dazu motivieren, dass Menschen wieder mehr Bewegung in ihren Alltag einbauen und dadurch schrittweise gesĂŒnder werden.

Gabis Kolumne

Das Kreuz mit der (gesunden) ErnÀhrung

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Guten Tag!

Ladenburg, 29. MĂ€rz 2010. Mit dem Essen ist das so eine Sache – was schmeckt, ist meistens nicht gesund. Und obwohl es DiĂ€ten an jeder Ecke gibt, gab es noch nie so viele Essgestörte, Übergewichtige und FalschernĂ€hrte, meint Gabi.

Dieser Tage hat im Radio ein Komedian ĂŒber die guten alten Zeiten berichtet, als es bei der Oma noch den fetten Schweinebraten gab, die Torte mit guter Butter gebacken wurde und die Sahne im Kaffee alles andere als „light“ war.

Können Sie sich auch noch dran erinnern?

Gesundes Essen vs. leckeres Essen.

Heute haben wir die ErnĂ€hrungsberatung. Die fĂ€ngt im Kindergarten, nein, eigentlich schon frĂŒher, in der Schwangerschaft an. Unsere Kinder und natĂŒrlich auch wir Eltern lernen von ErnĂ€hrungswissenschaftlern, wie ein gesundes FrĂŒhstĂŒck auszusehen hat: Körnerbrot, Salatblatt, eventuell Gurke und dann gesunde Wurst oder KĂ€se.

Ein No-Go, und da werden Sie mir sicher Recht geben, ist ein Toastbrot mit Nutella oder eine Dampfnudel.

Dummerweise, essen das die meisten Kinder aber richtig gerne. ZusĂ€tzlich wurde uns im Fernsehen von Boris Becker erklĂ€rt, und der war immerhin jahrelang die Nummer Eins auf der Tennisweltrangliste, dass der Schoko-Nuss-Brotaufstrich gesund ist und man bei regelmĂ€ĂŸigem Verzehr damit ganz nach oben kommt.

NatĂŒrlich wissen wir alle, dass man nicht alles glauben darf, was im Fernsehen kommt. Denn es steckt weder in der Milchschnitte die Extraportion Milch, noch in den Fruchtgummis die wichtigen Vitamine – blöd nur, dass diese Dinge unseren Kindern schmecken.

Freude am Essen ist toll – viele haben keine.

Kommen wir jetzt noch mal zurĂŒck zur ErnĂ€hrungsberatung. Nach dieser jahrelangen Beschulung mĂŒsste sich doch der Erfolg zeigen. Doch das Gegenteil ist der Fall, noch nie gab es so viele ĂŒbergewichtige Kinder, noch nie gab es so viele junge Menschen mit Essstörungen.

Meine Kinder bringen regelmĂ€ĂŸig Freunde mit zum Essen. Und das finde ich auch ganz toll.

Dummerweise haben die meisten so ihre Essmacken. Der eine Freund meines Sohnes ist nichts aus Hackfleisch. Der andere ist spezieller, vom HĂŒhnchen ist er nur die BrĂŒste, im Salat mag er keine Zwiebeln, er ist Hackfleisch, aber nicht in der Soße, er ist keinen Fisch, kein Lamm und nur bestimmtes GemĂŒse.

Eine Freundin meines Sohnes ist Vegetarierin. Eine Freundin meiner Tochter isst nur getrennt Gerichte. Also niemals einen Auflauf, kein Fleisch mit Soße, kein gemischtes GemĂŒse. Eine andere isst nichts Überbackenes.

Diese Liste ist noch beliebig erweiterbar.

FĂŒr viele Kinder zu Kochen ist fast nicht mehr möglich.

Kommen gleichzeitig mehrere Freunde, ist das Unternehmen „Kochen“ fast ein Ding des Unmöglichen. Und in solchen Momenten bedauere ich aufrichtig, dass der Spruch „gegessen wird, was auf den Tisch kommt“, in heutiger Zeit keine Bedeutung mehr hat.

Möchte ich es mir einfach machen, gibt es Pizza – die isst komischerweise auch das MĂ€dchen, das Lebensmittel ansonsten nur getrennt zu sich nimmt, ebenso wie die, die nichts Überbackenes mag – oder FischstĂ€bchen – die von dem nicht Fisch essenden Freund meines Sohnes immer begeistert begrĂŒĂŸt werden – oder Chicken Nuggets.

Als aufgeklĂ€rte Mutter weiß ich, dass die Gemeinsamkeit dieser Gerichte ist: Sie sind NICHT gesund!

In der Schule meiner Kinder sorgt ein Caterer fĂŒr ausgewogene ErnĂ€hrung. Doch kaum dĂŒrfen die Kinder das SchulgelĂ€nde verlassen, rennen sie zu McDonald, zur Dönerbude oder zu Subway.

Ist das nun der Erfolg der ErnÀhrungsberatung?

Jetzt mal einen Blick weg von unseren Kindern, betrachten wir uns.

SĂŒndige Gedanken vs. Vernunft.

Ich esse gerne ein gesundes Körnerbrötchen zum FrĂŒhstĂŒck, aber ich liebe es, ein duftendes, warmes Croissant mit „guter“ Butter und Marmelade zu bestreichen.

Obstsalat zum Nachtisch ist echt lecker, aber fĂŒr Pannacotta oder CrÚme Brulée könnte ich sterben.

Kartoffelknödel mit geschmolzener Butter zu einem Sauerbraten mit cremiger Soße, Spaghetti mit KĂ€se-Sahne-Soße, SpĂ€tzle mit Apfelmus, panierte Wiener Schnitzel mit Pommes, Bratkartoffeln mit gebackenem Fisch, Spargel mit Sauce Bernaise, WĂŒrstchen mit Kartoffelsalat – vielleicht ist ja auch ein Gericht dabei, wo Ihnen das Wasser im Munde zusammenlĂ€uft.

Und das passiert sicher nicht bei dem Gedanken an GrĂŒnkernbratling, gedĂŒnstetem Fisch oder GemĂŒse.

Ich weiß, was gesund ist und ich weiß, was mir schmeckt und viele gesunde Gerichte esse ich richtig gerne. Aber bei den ungesunden, habe ich sĂŒndige Gedanken. Wie das ja so immer ist, mit dem UnvernĂŒnftigen und Verbotenen. Es tut meistens nicht gut, aber man kann nicht widerstehen.

Probieren statt diskutieren.

Und damit sind wir beim Maß angelangt. Ich versuche mich und meine Lieben gesund und vernĂŒnftig zu ernĂ€hren. Aber so, wie ich mir ab und an ein zweites Glas Wein erlaube und zeitweise auch beim Essen ĂŒber die StrĂ€nge schlage, gestehe ich das auch meinen Kindern zu.

Ich gebe schon mal das Nutellatoast oder den Schokoriegel mit in die Schule oder gehe mit ihnen Junk Food essen, dafĂŒr mĂŒssen sie aber im Gegenzug auch GemĂŒse, Körnerbrot und Co. akzeptieren.

Nach dem Motto: „PROBIERT wird alles, was auf den Tisch kommt“.