Dienstag, 19. November 2019

Fotostrecke: Drachenbootrennen 2013

Der Drache bleibt im Sowieso – Falscher Dampfer verteidigt Titel

Ladenburg/Rhein-Neckar, 14. Juli 2013. (red) Wie das halt so ist – es kann nur einen Sieger geben und der verteidigt den Titel: Zum zweiten Mal in Folge holt sich das Team Falscher Dampfer in der Open-Disziplin den Pokal. Das Drachenbootrennen feiert zudem einen Rekord: 61 Boote mit rund 1.200 Paddlern haben sich am Wochenende zum Contest getroffen. [Weiterlesen…]

Negative Bilanz ums Drachenbootrennen herum

Suff im Schatten des Drachens

Bier, Wein, Schnaps - es wird ordentlich gekippt. Und dass schon im Alter von 14 Jahren. Den Abfall lĂ€sst man zurĂŒck.

 

Ladenburg, 16. Juli 2012. (red) BĂŒrgermeister Rainer Ziegler und Revierleiter Frank Hartmannsgruber sahen sich fast genötigt, heute in einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit ĂŒber „unschöne Begleiterscheinungen“ des Drachenbootrennens zu informieren. Jugendlicher Suff, VermĂŒllung und ein „katastrophales Parkverhalten“ haben Stadt und Polizei mehr als verĂ€rgert. Der veranstaltende Verein wurde ausdrĂŒcklich gelobt.

Von Hardy Prothmann

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler und Revierleiter Frank Hartmannsgruber sind alles, nur „nicht amĂŒsiert“ ĂŒber die Nacht vom Samstag. Mehrere hundert Jugendliche haben sich zum Saufen rund um das Drachenbootfestival getroffen. Sie hinterließen Abfall und Scherben und insgesamt drei im Alter von 14 und 15 Jahre auch die Sinne: Die Kinder wurde bewußtlos auf der Straße gefunden und musste von der DLRG erstversorgt werden.

Das erfĂŒllt uns mit Sorge – nicht der sportliche Verlauf und das Event an sich. Wir sind alle miteinander erschrocken ĂŒber die Entwicklung, weil viele, viele Jugendliche volltrunken angetroffen worden sind. Das hat uns bedrĂŒckt. Die letzten zwei bis drei Jahre hat sich das ungut entwickelt, jetzt haben wir hier eine Eskalation.

ZugemĂŒllte Grundschule - saufen ohne Sinn und Verstand.

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler ist bekannt fĂŒr seine sonst diplomatische Ausdrucksweise. Seine deutlichen Worte sparen nicht mit Kritik – auch an Eltern. Veranstalter, Stadt und Polizei können die Situation allein nicht bewĂ€ltigen. Der ĂŒberwiegende Teil der Jugendlichen kam von außerhalb.

Unschöne Bilanz

Frank Hartsmannsgruber gibt einen droben Überblick: 8 „provokante“ Urinierer wurden verwarnt, also solche, die gesehen werden wollten oder denen alles egal war. Mehrfach wurden Jugendlichen Zigaretten abgenommen und vor allem Alkohol. Zwei 15-JĂ€hrige, ein 16-JĂ€hriger und ein 17-JĂ€hriger waren „hochprozentig“ unterwegs. Irgendein Dummkopf entzĂŒndete Plastikgeschirr unter ein Bank. Auf der EisenbahnbrĂŒcke wurde einem Mann zwei Mal mit der Faust so heftig ins Gesicht geschlagen, dass ein Schneidezahn abgebrochen ist – der TĂ€ter ist bislang unbekannt. LĂ€rmend-randalierende Jugendliche mussten zur Ordnung gerufen werden. Rund 100 Jugendliche hat die Polizei direkt angesprochen – ermahnt und aufgeklĂ€rt. Manche auch direkt die Spuren der Saufexzesse wegrĂ€umen lassen. Frank Hartmannsgruber bilanziert:

In der Vergangenheit habe ich immer wieder den Jugendlichen ein gutes Verhalten attestiert. Hier trifft das Gegenteil zu.

Im Innenhof der Dalberg-Grundschule traf die Polizei auf eine Gruppe von rund 50 Jugendlichen, „die sich mit harten Sachen ordentlich vorgewĂ€rmt haben“. Als die Polizei ankam, rannten viele weg, erst auf „deutliche Anordnungen“ hin, kamen ein paar zurĂŒck und haben aufgerĂ€umt. Es gibt also wenigstens noch so viel Bewusstsein, dass das Verhalten nicht „normal“ ist und Ärger droht.

Dieses Gesamtbild können wir auf Dauer so nicht ertragen.

Als sehr positiv bewerten BĂŒrgmeister Ziegler und Revierleiter Hartmannsgruber den Verlauf der eigentlichen Veranstaltung. Aus Neckarhausen gab es keine einzige Beschwerde, die Beachparty lief sehr fröhlich aber durch Security ĂŒberwacht auch sehr geregelt ab. FrĂŒhzeitige GesprĂ€che mit Anwohner auf beiden Seiten des Neckars haben gewirkt. BĂŒrgermeister Ziegler sagt:

Wir wollen die Vielfalt haben und wollen die Stadt lebendig haben – das ist in unserem Sinne. Das ist ein gute Ausstrahlung nach außen. Aber wir mĂŒssen auf die GesamtvertrĂ€glichkeit achten. Ich bin dankbar, dass die Absprachen mit den 03-ern eingehalten wurden. Was abgestimmt worden ist, wurde so umgesetzt.

„BegleitumstĂ€nde bereiten Sorge“

Man mĂŒsse zwischen Veranstaltung an sich und dem GelĂ€nde außerhalb des eigentlichen Veranstaltungsorts trennen. Nicht der sportliche Verlauf und das Event an sich, sondern die „BegleitumstĂ€nde“ erfĂŒllten den BĂŒrgermeister mit „Sorge“.

Ebenfalls richtig „fuchsig“ zeigt er sich mit dem Parkverhalten der Eventbesucher.

Man stellt sich in die GrĂŒnflĂ€chen, in die Feuerwehrzufahrten. Das Parkverhalten ist eine Katastrophe. Nur wenige nutzen die gut ausgeschilderten Parkmöglichkeiten.

"Unfreiwillig" aufgerÀumte Reste des jugendlichen Saufens.

Es habe einige Abschleppmaßnahmen gegeben. „Wir machen das nicht gern als Gastgeber. Wir haben aber auch einen Anspruch, dass die GĂ€ste sich ordentlich verhalten. Mit diesem Verhalten ĂŒberfordert man uns und lĂ€uft Gefahr, diese Veranstaltungen kaputt zu machen.“

Im kommenden Jahr werde konsequent jeder aufgeschrieben, der falsch parkt. „Wir wollen kein Geld einnehmen – sondern wir mĂŒssen darauf achten, dass die Ordnung außerhalb der FestivitĂ€ten erhalten bleibt.“ Wie frech manche sind, schildert Frank Hartmannsgruber: „Wenn Sie mit einem diskutieren mĂŒssen, der sich vor die Polizeiausfahrt stellt, dann zeigt das ungefĂ€hr, wie verantwortungslos viele unterwegs sind.“

Das ResĂŒmee heißt also: Tolle Veranstaltung der Drachenbootsportler – aber leider viel Ärger außenrum. Auch der Verein wird sich bei Lösungswegen mit einbringen mĂŒssen. Nicht das Event ist der Auslöser fĂŒr diese ZustĂ€nde – aber anlĂ€ĂŸlich des Events finden diese ZustĂ€nde statt. Die schwierige Aufgabe wird sein, das in den Griff zu bekommen. Der sinnlose Suff wirft sonst einen dunklen Schatten auf das Drachenbootfestival.

 

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Drachenbootrennen 2012

Falscher Dampfer gewinnt die Open-Klasse

Der Falsche Dampfer illuminiert den Wasserturm.

 

Ladenburg, 16. Juni 2012. (red) Es kann nur einen Sieger geben – in diesem Jahr holte sich das Team Falscher Dampfer die TrophĂ€e in der Open-Klassse. Schnellstes Team nach Zeit allerdings waren die Alptraumpaddler in der Mix-Klasse. Die Neckarschneggen dominierten bei den Frauen.

Das Ladenburger Drachenbootrennen stand 2012 im Zeichen der Welle. Heftiger Wind und Böen arbeiteten an den gefahrenen Zeiten mit, so dass sich die Streckenzeiten nur bedingt vergleichen lassen. Trotzdem steht fest, dass die Alptraumpaddler mit 53:50′ die schnellste gemessene Zeit eingefahren haben. Sie gewinnen vor den beiden CBG-Mannschaften in der Mix-Klasse.

Die Neckarschneggen holten sich bei den Frauen den Sieg und ließen die Flotten Bienen sowie die „MeeresfrĂŒchtchen“ hinter sich.

Das Team Falscher Dampfer unter Capitano Freddy Eggers holte sich zum ersten Mal in den acht Jahren den Wanderpokal, nachdem die Mannschaft schon zwei Mal den zweiten Platz belegen konnte. Platz zwei belegten die Dragon Lifters und der lokale Konkurrent Ladeberger SacktrĂ€ger gab sich dem Dampfer fair geschlagen. Die beiden Mannschaften „battlen“ sich freundschaftlich-frotzelnd immer wieder gerne.

Der Falsche Dampfer illuminiert schon fast traditionell den Wasserturm mit seinem Emblem. GerĂŒchten zufolge wurde bis in die frĂŒhen Morgenstunden hinein der Sieg ausgiebig gefeiert. Und der Ehrgeiz ist klar: „Wir werden den Drachen verteidigen“, ist die Losung fĂŒrs kommende Jahr.

So sehen Sieger aus - Team und Familienmitglieder vom Falschen Dampfer bejubeln den ersten Sieg.

 

Klasse Open 18 Teams mit je bis zu sechs Frauen:

1: Falscher Dampfer (56:37)
2.Dragon Liferts
3.Ladeberger SacktrÀger

Klasse Mix 28 Teams mit je ĂŒber sechs Frauen:

1. Alptraumpaddler (53:50)
2. CBG
3. CBG All Stars

Klasse Frauen mit 9 Teams:

1. Neckarschneggen 1:02:48
2. Die flotten Bienen
3. Frutti di Mare

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Drachenbootrennen 2012

Wellen, Wind und weniger Besucher zum Start

Widrige Bedingungen - starker Wind sorgte fĂŒr einen welligen Neckar.

 

Ladenburg, 15. Juli 2012. (red) Das 8. Drachenbootrennen fand unter widrigen Bedingungen statt. Der Wind sorgte am Samstag fĂŒr ordentlich Wellen auf dem Neckar und eher eine ungemĂŒtliche AtmosphĂ€re. Die Mannschaften hielten tapfer durch – aber es waren deutlich weniger Zuschauer beim sportlichen Teil zugegen. Die Beachparty hingegen zog wieder viele Besucher an.

Von Hardy Prothmann

Klar – das Wetter war unfreundlich. Angesichts des Winds und des hohen Regenrisikos hatten eindeutig weniger Menschen Lust, sich am Neckar durchpusten zu lassen als in den vergangenen Jahren. Die Mannschaften hielten tapfer durch – ist ja schließlich ein Wassersport und nass wird man dabei allemal.

Lediglich im Bereich der „TribĂŒne“ am Landessteeg waren Freunde und Familien zuhauf vertreten und bei einem Schauer rĂŒckte man unter dem Bootsanleger-Denkmal einfach ein bisschen zusammen.

Das Publikum war freundlich interessiert, die Party-Stimmung kam eher von den verschiedenen Gruppen, die sich in ihren Verkleidungen lautstartk prĂ€sentierten. Es gab immer wieder „Voice-Battles“ zwischen den einzelnen Mannschaften, freundlich friedliches „Gefrotzel“.

Am Abend kamen mehr GĂ€ste, vor allem jĂŒngere – obwohl die Wetteraussichten immer noch nicht gut standen. DafĂŒr stand die Beachparty auf dem Programm.

Die Frage ist, wie sich das Drachenbootrennen weiter entwickelt. Wenn es mehr und mehr Party wird, als ein breitensportliches Ereignis zu sein, wird es in der Zukunft sehr viel Druck geben. Schon in den vergangenen Jahren haben die Anwohner ĂŒber die LĂ€rmbelĂ€stigung geklagt. Dieses Jahr sollten neu ausgerichtete Boxen fĂŒr weniger LĂ€rm sorgen. Man wird sehen, wie die Reaktionen von Uferbewohnern und von der Seite Edingen-Neckarhausens sein werden.

Mindestens problematisch ist die Entwicklung zum Sauffest fĂŒr Jugendliche – bereits nach 21 Uhr war ein Großteil der sehr vielen Jugendlichen nicht mehr nĂŒchtern. Die Polizei war mit vierzehn zusĂ€tzlichen Beamten im Einsatz und hatte gut zu tun.

Haufen von Flaschen, Glasscherben und sonstiger Dreck sind keine „schöne“ Begleiterscheinung des Drachenbootrennens. Hier ist der Verein aufgerufen zu handeln, um den sportlichen Geist hoch zu halten und nicht das Image einer Saufparty zu verfestigen.

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KostĂŒmwettbewerb beim Drachenbootrennen 2012

Zwei Haasen holen sich den Drachen

SĂŒĂŸe Bommel, stramme LĂ€ufe. Die Zwei Haasen machten das Rennen im KostĂŒmwettbewerb.

 

Ladenburg, 15. Juli 2012. (red) Lags an den Bommeln, an den langen Ohren, der guten Laune oder den feschen Beinen? An was auch immer – die „Zwei Haasen“ haben sich den Drachenpokal im KostĂŒmwettbewerb geholt. Vor den Rohrzwergen und den Dragon Flies – im sportlichen Wettkampf spielten alle drei Mannschaften keine Rolle, aus, dass man mitmachte.

Beim Spaßteil des 8. Drachenbootrennens geht es um gute Laune, verrĂŒckte KostĂŒme und pfiffige Ideen. Die Mannschaften wĂ€hlen sich untereinander und wie so oft, sind die „verrĂŒcktesten“ Mannschaften im sportlichen Teil doch eher „unauffĂ€llig“ irgendwo auf den hinteren PlĂ€tzen.

In Ladenburg gibt es mit dem Drachenbootrennen jedenfalls die sechste Jahreszeit – Fasching war gestern. Passend zum Wetter hĂ€tten sicher Frosch- oder RegenwurmkostĂŒme einen vorderen Platz machen können – so wurden es die „Zwei Haasen“. Die Bommeln waren aber auch zu sĂŒĂŸ.

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Berichterstattung: „Schaut einfach mal genau hin.“

Guten Tag!

Ladenburg, 24. Juli 2010. Unsere Berichte und die Fotostrecken zum „Drachenbootrennen in Ladenburg 2010“ wurden insgesamt ĂŒber 80.000 Mal aufgerufen – von rund 12.000 Besuchern in etwas mehr als zwei Tagen. Ecki Mayer, Pressesprecher der „03-er“ wurde oft auf die Berichterstattung angesprochen, vor allem auf den Bericht: „Die Drachen. Die Boote. Die Rennen. Eine RĂŒckschau.“ Und die GrĂŒnde sind bemerkenswert: LeserInnen glauben nicht mehr, was sie lesen, sondern, was sie meinen zu lesen. Das wiederum wirft die Frage auf, warum das so ist? Die Antwort ist: Viele Medien sind unglaubwĂŒrdig – dann glaubt man halt, was man will. Muss das so sein?

Kommentar: Hardy Prothmann

Das Drachenbootrennen in Ladenburg 2010 war ein PhĂ€nomen. Also ein besonderes Ereignis. Wir haben darĂŒber umfangreicher als jedes andere Medium in der Region berichtet. Beides, das Event und unsere Berichterstattung, werten wir als Erfolg.

Trotzdem gibt es offene Fragen. Das ist… normal. Auch darĂŒber haben wir berichtet. In einem Artikel und im direkten Austausch mit dem Pressesprecher des „FV 03 Ladenburg“, Ecki Mayer und mit dem Abteilungsleiter Markus Walz.

Erstaunlich ist, welche „Verwicklungen“ diese Berichterstattung am Rande auslöste. So wurde Ecki Mayer gefragt, wie er dazu komme, so und so ĂŒber das Drachenbootrennen zu berichten.

Ecki Mayer hat nicht berichtet, er hat auf Fragen des ladenburgblogs Antworten gegeben. Also das gemacht, wofĂŒr Pressesprecher da sind. Fragen der Medien zu beantworten.

Eine nicht geringe Zahl Menschen hat angenommen, der Artikel „Die Drachen. Die Boote. Die Rennen. Eine RĂŒckschau.“ sei von Ecki Mayer geschrieben worden.

Auch das ist ein echtes PhĂ€nomen, das unsere Redaktion ehrlich erstaunt hat. Über dem Artikel steht der Name des Autors: Hardy Prothmann. Der Artikel erscheint nicht auf der Homepage des FV 03, sondern auf dem unabhĂ€ngigen ladenburgblog. Ecki Mayer wird darin zitiert – absolut korrekt, wie er in seinem Kommentar bestĂ€tigt. Auch andere Menschen werden zitiert.

Wie kann es also sein, dass offensichtlich viele LeserInnen annehmen, nicht der Autor, sondern Ecki Mayer sei der Verfasser des Textes?

Die Antwort ist einfach und zugleich erschĂŒtternd.

Die Vereinsberichterstattung in den Tageszeitungen ist ĂŒberwiegend heruntergekommen. Und das seit Jahren.

Sie halten das fĂŒr eine „unglaubliche“ Behauptung? Eigentlich haben Sie Recht. Es ist unglaublich, aber leider wahr.

Die gĂ€ngige Praxis vieler Tageszeitungen ist es, sich nach Belieben in Pressetexten und anderen Informationen zu „bedienen“ und so zu tun, als wĂ€ren die daraus entstandenen Texte eigenstĂ€ndige redaktionelle Leistungen.

Doch dem ist nicht so. Viele Medienkonsumenten sehen in Texten selbstverstĂ€ndlich nur die Stimmen und Stellungnahmen der Vereinsvertreter, Lokalpolitiker, Interessenvertreter und so weiter, weil niemand mehr daran glaubt, dass sich vielleicht der verantwortliche Journalist selbst auf Grund seiner eigenstĂ€ndigen Leistung Ă€ußert.

Das ist, ganz ehrlich, eine Katastrophe. FĂŒr die LeserInnen und fĂŒr die Journalisten, die eigenstĂ€ndig, unabhĂ€ngig und kritisch arbeiten. Leider gibt es zu viele „Pseudo“-Journalisten, die nur noch so tun, also ob und damit allen ernsthaften Journalisten schwer zu schaffen machen.

Durch die undifferenzierte, geschönte, verbratwurstete und unkritische Haltung der Haus- und Hofschreiberlinge glauben viele Menschen nicht mehr das, was sie lesen, sondern das, was sie vermuten zu lesen.

Journalismus darf vermuten, ĂŒberwiegend sollte er aber faktisch berichten und kritisch einordnen. Diese Haltung haben aber viele der „etablierten“ Medien schon seit vielen Jahren aufgegeben. Und damit haben sie ihre GlaubwĂŒrdigkeit ohne Not geopfert.

Die „Ladenburger Zeitung“ ist ein Paradebeispiel dafĂŒr. Die Meinungen ĂŒber dieses BlĂ€ttchen sind sehr eindeutig. Auch der Mannheimer Morgen wird nur noch bedingt ernst genommen.

Daran sind diese Medien selbst Schuld. Die Situation ist einfach: GefÀllt wem auch immer eine Berichterstattung, ist die gut. GefÀllt sie nicht, ist sie schlecht.

Undifferenzierter geht es kaum. Es wird gelesen, was man lesen will, nicht, was schwarz auf weiß da steht. Es wird beliebig. Es wird austauschbar. Es wird egal.

Egal heißt gleich. Wenn aber jede Berichterstattung gleich ist, dann wird irgendwann Soße draus. Einheitsbrei. Irgendwas. Uneindeutig. Austauschbar. Beliebig. Unwichtig.

Die Aufgabe von Medien war schon immer, das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen. Medien konnten noch nie und werden nie die ganze KomplexitÀt der Welt abbilden können. Das ist unmöglich.

Medienberichterstattung ist immer eine Dienstleistung. Der Dienst ist die Information der MediennutzerInnen. Die Leistung ist die bestmöglichste Information.

Unsere Gesellschaft ist hochgradig arbeitsteilig organisiert. Jeder macht etwas anderes, was im Idealfall sich gegenseitig ergÀnzt.

So richtet ein Verein ein Sport-Event aus, andere nehmen daran teil, andere sind Zuschauer, wieder andere sind wie auch immer daran beteiligt und Medien berichten darĂŒber.

Die Aufgabe von Medien ist es, einen Überblick zu liefern. Eine Detailbetrachtung zu bieten. Eine Orientierung zu geben.

Der Journalismus begrĂŒndet sich in Deutschland auf Artikel 5 Grundgesetz ĂŒber die Meinungsfreiheit. Jeder darf sich ungehindert und ohne staatliche Zensur unter Zuhilfenahme freier Quellen seine eigene Meinung bilden und diese verbreiten.

Das ist ganz besonderes, demokratisches Privileg. Aber es ist nicht beliebig, sondern es fordert auch einen aufmerksamen Umgang mit diesem Grundrecht.

Wenn sich ein Pressesprecher beschweren muss, dass ein in einem unabhÀngigen Medium veröffentlichter Artikel tatsÀchlich von einem Journalisten verfasst wurde, dann muss einen das nachdenklich stimmen.

Dann muss die Frage gestellt werden, warum LeserInnen nicht ganz selbstverstÀndlich davon ausgehen können, dass eine Redaktion eine eigenstÀndige Leistung erbracht hat?

Diese Frage ist bedeutend. Sie muss jeden Tag bei der LektĂŒre egal welchen Mediums gestellt werden. Ist das, was mich informiert, wirklich das, was es vorgibt zu sein? Werbung muss als Werbung erkannt werden können. Journalismus als Journalismus.

Wenn die Grenzen fließend werden, entsteht ein Brei, eine einzige Soße, bei der niemand mehr die Zutaten erkennen kann. Der Brei schmeckt immer gleich und verliert jeden „Geschmack“.

Das scheint heute leider die Wahrnehmung vieler in Bezug auf die Medienberichterstattung zu sein.

Das ladenburgblog kÀmpft dagegen an. Sie können sich bei uns darauf verlassen, dass, wo ladenburgblog draufsteht, auch ladenburgblog drin ist.

Alle unsere Artikel sind unabhĂ€ngig, ĂŒberparteilich und kritisch selbst erarbeitet. Wir benennen unsere Quellen und markieren „Zitate“. Wenn wir einen Text unbearbeitet ĂŒbernehmen, informieren wir ĂŒber den Verfasser.

Das heißt, wir leisten einen korrekten Dienst fĂŒr unsere LeserInnen. Transparent und nachvollziehbar.

Unser Text ĂŒber das Drachenbootrennen erfĂŒllt genau diesen Anspruch. Überall, wo Ecki Mayer zitiert wurde, machen wir das durch „AnfĂŒhrungszeichen“ kenntlich. Alles andere sind unsere Aussagen oder eben die von anderen Quellen in „AnfĂŒhrungszeichen“.

Seit Jahren gibt es in engagierten Journalistenkreisen immer wieder die Forderung, den Brei aus Pressemitteilungen und unkritischer Übernahme wieder ordentlich zu trennen.

Wenn sogar ein Pressesprecher fordert: „Schaut einfach mal genau hin“, dann stehen alle Zeichen auf Alarm.

NatĂŒrlich ist ein Pressesprecher daran interessiert, das, wofĂŒr er spricht, möglichst gut in die „Presse“ zu bringen. Wenn ein Pressesprecher sich aber mĂŒhen muss, die Öffentlichkeit aufzurufen, „genau hinzuschauen“, dann lĂ€uft irgendetwas schon lange schief.

„Genau hinzuschauen“ sollte eigentlich die selbstverstĂ€ndliche Dienstleistung von Medien sein. Und selbstverstĂ€ndlich sollten sich die Medienkonsumenten darauf verlassen können, dass Journalismus ein einwandfreies Produkt liefert.

Bei uns können Sie sich darauf verlassen. Wenn Sie Zweifel daran haben oder Kritik ĂŒben wollen, stellen wir uns dieser: Nobody is perfect und sicher machen auch wir ab und an einen Fehler. Transparenz, Kontrolle und Dialog sind fĂŒr uns selbstverstĂ€ndlich.

Kleine Fehler korrigieren wir „en passant“, echte Fehler dokumentieren wir in einer eigenen Kategorie „Korrektur“. Bislang haben wir diese nicht gebraucht. (Auf dem heddesheimblog war das schon der Fall, Dokumentation hier.)

Alle Medien, die dies ablehnen, sollten Sie sehr, sehr kritisch beĂ€ugen. Sie können davon ausgehen, dass hier „Fehler“ systematisch gewollt begangen, ĂŒbergangen oder auch vertuscht werden.

Medien, die ihre Quellen verschleiern und mit „zg“ benennen, sind unehrlich. „Zg“ heißt zugeschickt. Ist das eine Information? Nein. Das tut nur so. Weil man nicht erfĂ€hrt, wer der Absender ist, was sein Ziel ist.

Medien, die weite Teile von Pressemitteilungen ĂŒbernehmen und solche „gepatchtworkte“ Texte als eigenstĂ€ndige redaktionelle Leistung verkaufen, begehen einen Betrug am Leser.

„Schaut einfach mal genau hin“, sagt Ecki Mayer und damit hat er absolut Recht.

Schauen Sie hin, vergleichen Sie mehrere Medien und deren Berichte miteinander.

Informieren Sie sich unabhĂ€ngig aus allgemein verfĂŒgbaren Quellen. Das ist ihr grundgesetzlich garantiertes Recht. Und dann bilden Sie sich eine unabhĂ€ngige Meinung.

Drachenbootler: „Wir geben alles – Spaß macht das aber auch.“

Guten Tag!

Ladenburg/Rhein-Neckar, 23. Juli 2010. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Das ladenburgblog hat Pressesprecher Ecki Mayer und Drachenboot-Abteilungsleiter Markus Walz zur Manöverkritik befragt. War alles gut und wenn nicht, wie wirds besser? Die Kernbotschaft von Markus Walz ist ganz klar: „Spaß“.

Interview: Hardy Prothmann

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Ecki Mayer und Markus Walz im Interview. Bild: ladenburgblog.de

Ecki und Markus, wie wart Ihr mit dem Drachenbootrennen 2010 zufrieden?
Ecki Mayer: „Klare Antwort: Ein voller Erfolg.“
Markus Walz: „Wir haben eins der schönsten und grĂ¶ĂŸten Drachenbootrenne im sĂŒddeutschen Raum erlebt. Viele Teams haben sich extra nochmals telefonisch und per email bedankt.“

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Beach-Party vor dem Rennen. Bild: ladenburgblog.de

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Was lief aus Eurer Sicht nicht so gut?
Ecki: „Am Rundklo gabs oft Stau – auch bei den MĂ€nnern.“
Markus: „Viele haben anscheinend nicht von den anderen Toiletten gewusst.“
Ecki: „Das mĂŒssen wir besser beschildern, soviel steht fest.“
Markus: „Im Moment mĂŒssen wir erst mal runterkommen – das war ein strammes Programm die letzten Wochen. Dann sammeln wir alles ein und ĂŒberlegen, was wir noch besser machen können.“

Es gab auch Kritik an den GetrĂ€nkepreisen, 2,50 Euro fĂŒr 0,33 Apfelschorle aus der Plastikflasche ist nicht billig. Und am Pfandsystem, man musste mit den Bestellern immer zum Stand zurĂŒck, wo man gekauft hatte.
Markus: „Da ist sicher was dran, es gab mehrere Systeme. Wir lassen uns was einfallen.“
Ecki: „DafĂŒr war es aber ein ruhiges und friedliches Fest. Da sind wir auch sehr stolz auf unsere GĂ€ste.“

„Großes Lob an alle Helfer.“ Ecki Mayer

Es gab wohl ein paar Störer, aber stimmt, insgesamt war es sehr ruhig und friedlich. Aber es gab auch Kritik am Licht und der LautstÀrke.
Markus: „Die Kritik mit der LautstĂ€rke gibt es leider immer. Wir haben sehr darauf geachtet, dass die Pegel nicht so hoch waren – aber ĂŒbers Wasser geht der Schall trotzdem nach Neckarhausen rĂŒber. Wir hoffen einfach auf das VerstĂ€ndnis der Leute. Beim Licht wollen wir nachlegen, die Ausleuchtung hĂ€tte besser sein können.“
Ecki: „Großes Lob ĂŒbrigens an Herrn BĂŒrgermeiser Ziegler, die Stadt, Polizei und DLRG, die haben uns sehr unterstĂŒtzt, die Stadt auch beim AufrĂ€umen.“
Markus: „Und natĂŒrlich an unsere Helfer, wir hatten zeitweise bis zu 200 Leute im Einsatz. Bei einer Mitgliederzahl von 500 ist das ein krass toller Wert.“

Neckarnixen gewinnen den KostĂŒmwettbewerb. Bild: ladenburgblog.de

Wie viele sind eigentlich aktive Paddler?
Markus: „40-50 sind sehr aktiv. Wir haben aber Lust auf mehr Leute, wer kommen mag, kommt ganz zwanglos zu den Trainingsterminen.“ (Termine siehe unten)

Sind 53 Boote wie aktuell beim Rennen die Höchstgrenze?
Markus: „Vor zwei Jahren hatten wir schon mal 58 Boote. Zwischen 50 und 60 ist in Ordnung. Wir rechnen pro Lauf mit zehn Minuten – bei mehr Booten wĂŒrden wir ein Zeitproblem bekommen, vor allem am Sonntag, da dĂŒrfen wir erst um elf Uhr starten.“

Warum können die Boote nicht nÀher am Ufer fahren?
Markus: „Das könnten sie. Weil der Neckar aber eine Biegung macht, lassen wir die Boote auf einer Geraden durch diese Kurve fahren, damit es keine Nachteile fĂŒr die Mannschaften gibt. Das geht leider nicht anders.“

Bei der Messung gab es kleinere Probleme?
Markus: „Jain. Wir haben hier moderne GPS-gestĂŒtzte Technik mit automatischer Zielkamera im Einsatz. TatsĂ€chlich waren aber bei den beiden HalbfinallĂ€ufen zwei Boote exakt gleich und beim Finale war es so knapp, dass es ein wenig gedauert hatte, bis wir sicher festgestellt hatten, wie die Reihenfolge war.“

Wieso gab es vier Boote im Finale?
Markus: „Das habe ich wegen der Gleichheit spontan entschieden. Dazu stehe ich – in Zukunft machen wir das anders, wie, verrate ich nĂ€chstes Jahr.“

Sind denn alle teilnehmenden Teams angereist oder wo waren die untergebracht?
Ecki: „Viele kommen aus der Region und sind angereist, ein paar haben wir hinter dem Bootshaus zelten lassen. Die Organisation hat reibungslos geklappt.“

Spannende Rennen in toller AtmosphÀre: Hier Havanna-Boys gegen Gauchnix. Bild: ladenburgblog.de

Eure Abteilung ist nicht mitgefahren, trotzdem hat eine 03-er Mannschaft gewonnen, die Havanna-Boys.
Markus: „Das sind Leute von den Alten Herren und die A- und B-Mannschaft. Die haben wie alle anderen auch zwei Mal trainiert. Ein Training ist fĂŒr alle Mannschaften im Startgeld mit unseren SteuermĂ€nnern drin. Unsere Leute sind nicht mitgefahren, weil es ja ein Fun-Turnier sein soll. Ein Sportturnier veranstalten wir ĂŒber 8.000 Meter am 16. Oktober.“

Auch wieder mit so vielen GĂ€sten?
Ecki: „Wahrscheinlich nicht. Das dauert nur 45 Minuten. Wir starten um 15:30 Uhr und um 16:30 Uhr wird das vorbei sein. Hier geht-€ℱs um Wettkampf und nicht um ein Festival. Zuschauer sind natĂŒrlich trotzdem bekommen und kriegen tollen Sport zu sehen.“

Wer sind eigentlich der Falsche Dampfer (2.) und die SacktrÀger (4.)?
Markus: „Falscher Dampfer ist ein Stammtisch aus Ladenburg, die SacktrĂ€gerschaft ist ein Freundeskreis von Ladenburgern und umliegenden Ortschaften.“

„Es geht um Spaß.“ Markus Walz

Die KostĂŒmierung war dieses Jahr anscheinend besonders gelungen. Sind KostĂŒme Pflicht bei Drachenbootrennen?
Markus: „Bei Fun-Turnieren auf alle FĂ€lle. Da kriegt man die dollsten Sachen zu sehen. Darum geht es ja auch: Spaß haben und fĂŒr den schönen Sport begeistern. Eure Kritik an den Firmenfahrern konnte ich nicht nachvollziehen. Das sind auch keine Profis.“
Ecki: „Alle sind ehrgeizig dabei, auch wenns ein Spaßturnier ist. Aber es herrscht ja Meinungsfreiheit. Wir jedenfalls waren mit allen Mannschaften zufrieden und die mit uns.“

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Vorbereitung fĂŒr das Rennen am Samstag in Heidelberg. Bild: ladenburgblog.de

In unseren LeserInnen-Kommentaren gab es schon VorschlÀge, wie man die Diskussion Profi-/Amateurmannschaften lösen könnte?
Markus: „Ja, ich kenne die Wiesbadener Lösung. Ich bin da selbst schon gefahren. Aber auch hier können Mannschaften, die das wollen, sich erst zurĂŒcknehmen, um dann aufzudrehen. Klar ist, dass wir auch darĂŒber disktuieren werden und uns fĂŒr die beste Lösung anstrengen.“

Anstrengend wird es auch am Samstag in Heidelberg, wo ein Sportturnier stattfindet. Wie stehen die Chancen fĂŒr eure MĂ€nner- und Damenmannschaften?
Markus: „Keine EinschĂ€tzung meinerseits. Ich kenne die meisten anderen Mannschaften nicht, aber ich weiß, dass wir gut sind und wir wollen vorne mitfahren.“

Ganz ernst diesmal?
Markus: „Wir geben alles – Spaß macht das aber auch.“

Info:
Die Drachenbootabteilung des FV 03 Ladenburg ist mit dem GrĂŒnprojekt 2005 entstanden. Was sich damals spontan entwickelt hat, ist heute eine feste Institution.
Die Abteilung hat im Römerstadion ein eigenes Bootshaus gebaut, wo auch das Krafttraining stattfindet. Drei Drachenboote (Kosten: rund 11.000 Euro) gehören dem Verein und werden bei Veranstaltungen auch ausgeliehen. Dazu gibt es 2 „Zweier-Outrigger“ und vier „Einer-Outrigger“ (Auslegerkanus).
Das Training findet zwei Mal in der Woche statt: Mittwochs trifft man sich um 18:30 Uhr am Bootshaus, um 19:00 Uhr beginnt das Training auf dem Wasser, samstags ist um 15:30 Uhr Treffen und um 16:00 Uhr Training: „Das ganze Jahr durch ohne Pause“, sagt Markus Walz – außer im Winter, da fĂ€llt der Mittwochtermin wegen Dunkelheit aus. Beim Training wird auf den Trommler verzichtet: „Wir wollen die Leute ja nicht stören.“
Markus Walz und sieben weitere Vereinsmitglieder: Anke Krause-GrÀff Martina Pfister, Caro Kurzbach, Christian Gebler, Peter Anke, Uwe Kautz und Norbert Messerschmitt in den verschiedenen Alterskategorien sind schon erfolgreich auf der vergangenen WM in Prag mitgefahren: Auf 2.000 Meter belegte das deutsche Team Platz 6, auf 1.500 Meter Platz 3, auf 1.000 Meter Platz 2 und auf 200 Meter Platz 4. Bei der Europameisterschaft holten sie Silber und Bronze. Bei diesen Veranstaltungen sitzen 20 und nicht wie in Ladenburg 16 Paddler im Boot.
Alle neun SteuermĂ€nner und eine Steuerfrau der Drachenbootabteilung haben eine spezielle theoretische und praktische Ausbildung, einen entsprechenden Bootsschein und sind die „Chefs“ an Board.
Markus Walz wirbt um neue Mitglieder: „Bei uns muss niemand in Top-Form sein, jede Altersklasse kann mitmachen. Jeder paddelt, wie er kann und will. Wems mal zuviel wird, nimmt das Paddel rein und ruht sich aus. Drachenbootfahren macht Spaß und so soll das auch bleiben.“

Internet:
ladenburg-drachenboot.de
Drachenbootrennen in Heidelberg

Viel Freude mit den Fotos:

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Bens WM-Kolumne: Verloren ist verloren! Jetzt heißt es: Alles oder nichts.

Guten Tag!

Ladenburg, 19. Juni 2010. Unser WM-Kolumnist hatte es vorausgesagt: Gegen Serbien wĂŒrde das Spiel schwerer. Trotzdem glaubte er an einen Sieg – tatsĂ€chlich wurde es eine Niederlage. Benedikt erklĂ€rt, warum es gegen Serbien 0:1 ausgegangen ist.

Von Benedikt Siegfanz

WM-Kolumnist Benedikt Siegfanz ist enttÀuscht vom Spiel gegen Serbien. Bild: local4u

Der erste DĂ€mpfer fĂŒr unsere Jungs. Es gab sicher viele GrĂŒnde, mit denen man den Verlust erklĂ€ren könnte, doch letztendlich war es insgesamt eine zu schwache Leistung der deutschen Mannschaft.

Noch vor fĂŒnf Tagen stand Fußballdeutschland kopf, Spieler wurden mit Weltstars verglichen und die Mannschaft wurde als Weltmeister vorrausgesagt. Womöglich zu viel Lob zu frĂŒher Zeit.

Wo stehen wir? War es nur ein zu schwacher Gegner fĂŒr unsere Jungs im ersten Spiel und nicht die eigene Leistung, die uns alle jubeln ließ? Oder war gerade diese Niederlage gegen Serbien nur ein Ausrutscher? Das Spiel gegen Ghana am kommenden Mittwoch wird ein Endspiel fĂŒr die Nationalmannschaft, das steht fest! Genau dies wollte man vor dem Spiel noch verhindern, jetzt heißt es: alles oder nichts!

Schon in den Anfangsminuten merkte man deutlich, dass die Serben ein anderes Kaliber als Australien sind. Auch spĂŒrte man die Unsichherheit des deutschen Teams, die bereits in der ersten HĂ€lfte viele unnötige Fouls und damit verbundene Gelbe Karten auf sich nahmen.

Als dann in der 37. Minute unser StĂŒrmer Miroslav Klose die Ampelkarte sah, wurde das deutsche Spiel zunehmend unkoordinierter. SpĂ€testens ab diesem Zeitpunkt registrierte wohl jeder, dass der Schiedsrichter Alberto Undiano mit der kompletten Spielsituation leicht ĂŒberfordert war, und insgesamt keine gute Leistung zeigte.

Nur eine Minute nach dem Platzverweis nutzten die Serben eiskalt die Verwirrung der Löw-Elf aus und netzten durch Milan Jovanovic in der 38. Minute ein. Kurz vor der Halbzeit fing sich dann unser Team doch noch ein mal und erspielte sich durch Sami Khedira eine perfekte Torchance, die dann allerdings am Aluminium scheiterte.

Nach der Pause zeigte sich die deutsche Mannschaft weiter kĂ€mpferisch und wurde zunehmend stĂ€rker. Das Spiel war nun einigermaßen ausgeglichen.
Immer weiter kam die Mannschaft unter KapitĂ€n Philipp Lahm an den Ausgleich heran. Als sie dann fast am Ziel waren, fehlte es schlicht an AbgebrĂŒhtheit.

Der Kölner Lukas Podolski verschoss in der 60. Minute klÀglich einen von der serbischen Hintermannschaft verschuldeten Handelfmeter und verspielte damit wohl den Weckruf, den die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt unbedingt gebraucht hÀtte.

So ging es wieder los, und die deutsche Mannschaft rannte gegen eine gut abgeklÀrte serbische Elf des Trainers Radomir Antic an. Es fehlte Deutschland aber der letzte Biss! Bis auf ein paar wenige Chancen auf beiden Seiten lief die Zeit herunter, das deutsche AufbÀumen kam nicht.

Unsere Mannschaft ließ nach der starken Leistung gegen Australien einiges zu wĂŒnschen ĂŒbrig und verlor ungeschickt gegen eine machbare Aufgabe. Auch die Serben spielten keinen allzu sehenswerten Fußball, waren aber letztendlich die cleverere Mannschaft.

Auch starke Auftritte von Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm reichten nicht aus um das Spiel noch zu drehen.

FĂŒr das Spiel gegen Ghana muss unsere Elf auf jeden Fall wieder eine Schippe drauflegen und all das, was uns gegen Australien so viel Freude bereitet hat, wieder abrufen. Wenn unsere Jungs dies schaffen, sehe ich ein Weiterkommen unserer Mannschaft voraus.

Auf gehts Jungs, wir wissen das ihr es könnt!

Junge Fußballer: „Es hĂ€tte jeden treffen können.“

Guten Tag!

Ladenburg/Heddesheim, 04. Mai 2010. Die brutale Fußtrittattacke gegen einen 15-jĂ€hrigen Heddesheimer Spieler des Ladenburger Vereins FV 03 berunruhigt viele Eltern, aber auch die jungen Spieler: „Es hĂ€tte jeden treffen können.“

Von Hardy Prothmann

Heute war ein Teil der 16 jungen B-Fußballer des FV 03 wieder auf dem Platz beim Training. Die Stimmung ist gedrĂŒckt. Nach dem Training erzĂ€hlen die jungen Fußballer, wie es ihnen geht.

Alle denken an ihren Vereinskameraden, der schwerverletzt in Heidelberg im Krankenhaus liegt. Der Kiefer und das Nasenbein sind gebrochen, ZĂ€hne wackeln. Drei Stunden lang wurde der junge Mann operiert.

B-Jugend beim Training: "Es hÀtte jeden treffen können." Bild: ladenburgblog

„Es hĂ€tte jeden von uns treffen können“, sagt einer. Ein anderer: „Es ist nunmal so, dass 70, 80 Prozent der Spieler in unserer Liga AuslĂ€nder sind. Aber die meisten wollen Fußball spielen, so wie wir – es gibt aber einige, die sehr aggressiv sind.“

Wie groß ist das Risiko?

Klar, jeder macht sich Gedanken nach dieser Attacke, die nichts mehr mit einem unnötig harten Foul zu tun hat, sondern ein hemmungsloser Fußtritt war, der eine massive Verletzung zur Folge hatte. „Was, wenn mir das passiert wĂ€re? Soll ich weiterspielen oder ist das Risiko zu groß?“ Auch die Eltern reden natĂŒrlich mit ihren Jungs ĂŒber den unfassbaren Vorfall.

Der stellvertretende Jugendleiter der jungen Kicker, Matthias Schmitt, sagt: „Der Schiedsrichter hat sich selbst in die Bredouille gebracht, weil er nicht von Anfang an konsequent eingeschritten ist.“ Mehr möchte Schmitt nicht sagen: „Die Sache ist jetzt beim Verband und wird dort geregelt.“

Ein Vater schildert den Ablauf so: Von Anfang an sei die gegnerische Mannschaft aggressiv aufgetreten und habe die Ladenburger Spieler, den Schiedsrichter und die Zuschauer ĂŒbelst beschimpft. Es geschah – nichts.

Provokation in der 1. Halbzeit, Eskalation in der 2.

In der zweiten Halbzeit habe der Schiedsrichter versucht, die Lage in den Griff zu bekommen, wegen Schiedsrichterbeleidigung stellte er zwei Spieler aus Mannheim vom Platz, zwei weitere rote Karten und andere Strafen folgten. Die FV 03-Spieler lagen 0:2 hinten und dann 3:2 vorne.

„Dann ist alles ganz schnell gegangen. Der Torwart rannte bis zur Mittellinie und sprang dem Spieler von hinten mit gestreckten Beinen ins Kreuz. Der viel hin und als er sich aufrichten wollte, trat ein anderer ihm voll ins Gesicht.“

Der Heddesheimer Junge habe das Bewusstsein verloren und blieb schwer verletzt liegen. Danach kam es zu einem Handgemenge zwischen Betreuern, Spielern und Zuschauern. „Bis die Polizei mit fĂŒnf Streifenwagen und Hunden vor Ort war, hatte sich die Situation aber schon beruhigt.“

Die beiden Aggressoren, 17 und 16 Jahre alt, wurden in Handschellen vom Platz gefĂŒhrt.

„Der Krankenwagen hat 20 Minuten gebraucht, das ist eigentlich ein Skandal“, sagt ein anderer Vater.

„Wir wollen doch nur Fußball spielen.“

Thomas Thieme, Vorstand des FV 03, sagte: „Ich habe so etwas noch nie erlebt und betrachte es als Ausnahme. Trotzdem: Da muss man rigoros durchgreifen.“

Der Jugendleiter der Blau-Weiß Mannschaft aus Mannheim hat sich bei den Kollegen bereits entschuldigt. Angeblich soll die Mannschaft aufgelöst werden.

Matthias Schmitt sagt: „Ich finde das nicht richtig, wenn alle bestraft werden, weil zwei Spieler jegliches Maß verloren haben.“ Seine Jungs nicken. Einer sagt: „Wir wollen doch nur Fußball spielen.“ Und alle fragen sich: Wie?

„Mit einem solchen Vorfall hat niemand gerechnet“, sagt Schmitt. „Jetzt mĂŒssen wir uns bei jedem Spiel ĂŒberlegen, ob wir antreten und ob wir, wenn die Stimmung aggressiv wird, das Feld verlassen.“ Die Jungs gucken – das will keiner, sie wissen aber nach dieser brutalen Attacke, dass es ihrem Schutz dient.

Der Schiedsrichter hat alles durchgehen lassen.

Einer der VĂ€ter sagt: „Ich habe die Tat genau beobachtet. Wer die TĂ€ter waren, ist klar. Aber der Schiedsrichter hat auch Schuld. Die ganze erste Halbzeit war schon durch AggressivitĂ€t und verbale AusfĂ€lle der GĂ€ste geprĂ€gt. Erst hat er alles durchgehen lassen und als die Ordnung auf dem Platz schon nicht mehr zu retten war, jede Menge Strafen verteilt. Dann gabs Gegentore und die sowieso schon aggressiven tĂŒrkisch-stĂ€mmigen Spieler sind ausgerastet. Ab da wars zu spĂ€t. Innerhalb von Sekunden ist die Situation eskaliert.“

Der Mann ist selbst kein gebĂŒrtiger Deutscher. Auch Schmitt, der Trainer Michael Maurer und die jungen Spieler (Jahrgang 93/94) stellen fest, dass die NationalitĂ€t eigentlich keine Rolle spielen sollte. Aber: „Die aggressivsten Spieler sind ĂŒberwiegend TĂŒrken. Ich weiß auch nicht, warum die so sind.“

Es ging nicht um was.

„Klar reden wir Spieler untereinander“, sagt ein anderer: „Und manchmal wird auch provoziert. Und AggressivitĂ€t gehört dazu, um sich durchzusetzen. Aber so?“ Er schĂŒttelt den Kopf.

Beim Spiel der beiden Mannschaften ging es nicht wirklich „um etwas“. „Wir sind auf dem letzten Platz“, sagt einer, „und die Mannheimer auf dem vorletzten.“

Der schwer verletzte Heddesheimer SchĂŒler steht kurz vor seinem Realschulabschluss. Und wollte danach eine Ausbildung beginnen.

GefĂ€hrliche Körperverletzung bei „Fußballspiel“

Guten Tag!

Ladenburg, 04. Mai 2010. Ein Spiel der B-Junioren geriet am Sonntag, den 02. Mai 2010 außer Kontrolle. 15-jĂ€hriger Spieler wurde so heftig ins Gesicht getreten, dass er eine Kiefer- und Nasenfraktur erlitt. Bereits im Vorfeld waren vier rote Karten vergeben worden.

Aus dem Polizeibericht:

Wohl recht wenig mit einem fairen Fußballspiel hatte am Sonntagnachmittag, gegen 12.20 Uhr, eine B-Junioren Begegnung im Ladenburger Römerstadion zu tun. Nach einem Foul gerieten zunĂ€chst ein 15-JĂ€hriger des FV 03 Ladenburg und ein 16-JĂ€hriger des AuswĂ€rtsteams, Blau-Weiß Mannheim, in Streit. Von dem Foulspiel ebenfalls nicht begeistert, rannte ein weiterer 17-jĂ€hriger Mannheimer Spieler, quer ĂŒber den gesamten Fußballplatz und sprang dem Ladenburger Kicker mit den ausgestreckten Beinen in den RĂŒcken. Als dieser zu Boden fiel, trat ihm der 16-jĂ€hrige Mannheimer mit dem Spann ins Gesicht, wobei dieser sich eine Kiefer-und Nasenfraktur zuzog. Nachdem der Schiedsrichter bereits im Vorfeld 4 Rote Karten vergeben hatte, wurde das „Fußballspiel“ nach 70 Minuten abgebrochen. Der Verletzte wurde in ein nahegelegenes Krankenhaus verbracht. Die Polizei war mit mehreren Streifenwagen vor Ort und hat die Ermittlungen aufgenommen. Die zwei rabiaten Spieler erwartet nun eine Anzeige wegen gefĂ€hrlicher Körperverletzung.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog

Video: Der Sommertagszug

Guten Tag!

Ladenburg, 15. MĂ€rz 2010. Unser Video zeigt Szenen an verschiedenen Orten des Sommertagszugs 2010. Rund eineinhalb Stunden zogen fast 900 Personen durch Ladenburg – an ĂŒber 4.000 Zuschauern vorbei.

Viel Spaß mit dem Video.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog

Sommertagszug 2010: Der Winter ist verbrannt

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Guten Tag!

Ladenburg, 14. MĂ€rz 2010. Insgesamt 45 Gruppen mit fast 900 Personen nahmen am Sommertagszug 2010 teil. Knapp 600 Meter lang war der Zug durch die Gassen und Straßen Ladenburgs. Tausende Zuschauer waren gekommen. [Weiterlesen…]