Sonntag, 19. November 2017

Geprothmannt

Eskalierende Berichterstattung

Ein Jugendlicher zerstört eine Scheibe und die RNZ suggeriert aufgrund einer „Zeugenaussage“, die Polizei sei schuld, weil zu „rabiat“. Gehts noch?

 

Rhein-Neckar/Schriesheim, 15. Oktober 2012. (red/pro) In Schriesheim gab es vor kurzem so etwas wie Chaostage. Rund 250 zum Teil heftig besoffene Jugendliche treffen sich einer „Abrissparty“. Rund 50 eilig herbeieilende Polizisten bekamen die Lage aber in den Griff. Die „QualitĂ€tspresse“ sieht das anders. Und pumpt einen 20-jĂ€hrigen Chaos-Beteiligten zum „Kronzeugen“ auf.

Von Hardy Prothmann

Nein, ich mache jetzt keine Namensanspielungen zum Beitrag von Carsten Blaue in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 09. Oktober 2012 mit der Überschrift:

Sorgte die Polizei fĂŒr eine Eskalation?

Aber ich frage mich sehr wohl, was den RNZ-Journalisten dazu treibt, eine solche Überschrift zu formulieren und einen Beitrag zu verfassen, der jeden aufmerksamen Leser vollstĂ€ndig erschĂŒttert zurĂŒcklĂ€sst: Ist dieser Artikel ein Beispiel fĂŒr den angeblichen QualitĂ€tsjournalismus der Tageszeitungen?

Abriss“birnen“

Zur Sachlage: Am Abend des 05. Oktobers 2012 finden sich in Summe rund 250 Jugendliche in Schriesheim zusammen, um an einer „Abrissparty“ teilzunehmen. Sie rotten sich in Gruppen zusammen, saufen mitgebrachte Alkoholika, werden auffĂ€llig und die Polizei reagiert. Insgesamt rund 50 Streifenbeamte der Polizeidirektion Heidelberg, unterstĂŒtzt durch das PolizeiprĂ€sidium Mannheim treffen in Schriesheim ein, errichten Kontrollpunkte und versuchen die Lage zu klĂ€ren.

Die Mannheimer Beamten kennen sich vor Ort nicht aus – das geht auch vielen Heidelberger Polizisten so. FĂŒr einen Einsatzplan bleibt keine Zeit. Der Einsatz kommt ĂŒberraschend. Und man „jagt keine Verbrecher“, sondern betrunkene Jugendliche, die unter der Woche sicher Mamas und Papas Liebling sind. Brave Kinder im Alkoholausstand.

Chaos-Nacht in Schriesheim

Die Jugendlichen zerdeppern Flaschen auf der Straße (welche, spielt keine Rolle, es hĂ€tte ĂŒberall sein können), vermĂŒllen den Platz vor einem frĂŒheren Handelsmarkt, demolieren zwei Autos, schlagen die TĂŒrscheibe einer Bahn ein, gröhlen, beleidigen und provozieren Beamte.

Die Jugendlichen werden abgeschirmt, begleitet, in kleinen Gruppen in die Bahnen gesetzt. Nach vier bis fĂŒnf Stunden ist der Spuk am Freitagabend kurz vor Mitternacht vorbei. Die Lage ist beruhigt.

In der Folge schreibt ein 20-jĂ€hriger eine email an die Rhein-Neckar-Zeitung. Die Zeitung nennt den Namen des email-Schreibers, sein Alter und seinen Wohnort. Dass sie dabei gegen jede Grundregel des Quellenschutzes verstĂ¶ĂŸt, ist Redakteur Carsten Blaue scheinst, vollstĂ€ndig egal.

Quellenverbrennung

Guter Journalismus bewahrt „Quellen“ auch vor Selbstschaden. Den hat der junge Mann jetzt. Denn er wird fĂŒr einen vermeintlichen „Scoop“ (journalistische Aufdeckung) klasklar missbraucht. Es gibt journalistisch ĂŒberhaupt keinen Grund, Namen, Alter und Wohnort und „Status“ des Informanten als „Beteiligten“ zu nennen – außer die Folgen fĂŒr den Informanten sind einem RNZ-Journalisten einfach nur egal. Jeder „Informant“ sollte es sich genau ĂŒberlegen, ob man dieser Zeitung trauen kann.

Die Rhein-Neckar-Zeitung stellt tatsĂ€chlich wegen der Behauptung eines einzelnen, jungen „Erwachsenen“ den Einsatz der Polizei in Frage. Fragen zu stellen, ist journalistisch absolut legitim. Geradezu notwendig. Aber welche Fragen wurden gestellt?

Jugendliche in Abrisslaune randalieren, die Polizei bekommt die Lage in den Griff und die Zeitungsberichterstattung „eskaliert“.

 

„Blaues Sicht“ – null Recherche

Der junge Mann behauptet, die Polizei sei „rabiat“ gewesen. Hier muss man nachhaken. Was meint das? Hat die Polizei etwa klare Ansagen gemacht? Oder auch ein bisschen „gedrĂ€ngelt“?

Der junge Mann behauptet laut der Zeitung aber auch, die Polizei sei „gewalttĂ€tig“ gewesen. Und spĂ€testens hier ist Schluss mit lustig. Gewalt hat Konsequenzen: HĂ€matome, blaue Augen, Platzwunden, Verletzungen eben.

Sind Verletzungen dokumentiert? Nein. Wurde die Polizei befragt, ob es Festsetzungen gab, Schlagstock- oder TrÀnengaseinsatze? Nein.

Denn das hĂ€tte ja „den Aufreger“ zunichte gemacht.

Wurde im Ansatz von Herrn Blaue und der Redaktion ĂŒber die Lage vor Ort nachgedacht? Über die Einsatzwirklichkeit der Polizei?

LÀcherliche Polizei vs. blödsinnige Meinung

50 Beamte stehen 250 mehr oder weniger alkoholisierten Jugendlichen gegenĂŒber, die in „Abrissparty-Laune“ sind. Ohne jegliche Vorbereitung. Glaubt der Journalist tatsĂ€chlich, dass die Polizei so dumm ist und durch falsches Verhalten diesen schon sichtbar aggressiven Mob noch mehr zu reizen?

Die Einsatzwirklichkeit von Polizeibeamten beschreibt der Pressesprecher Harald Kurzer so:

Wir sind teilweise das Gespött der Stammtische. FĂŒnf Beamte waren nötig, um einen ausrastenden Betrunkenen unter Kontrolle zu bringen – ja, haben die gar nix drauf?

Gute Frage, nĂ€chste Frage. Sollen die Beamten knĂŒppeln oder gar schießen? Um eine ausrastende Person zu „stabilisieren“, braucht es mindestens zwei, eher drei oder sogar fĂŒnf Personen. Vor allem, um die Person vor Verletzungen zu bewahren, die sonst umungĂ€nglich wĂ€ren. Die Methode „Schlagstock ĂŒber den SchĂ€del ziehen“ wird ĂŒberwiegend nur noch in Diktaturen angewandt, nur Herr Blaue hat das noch nicht mitbekommen.

Gehts noch?

Konkret vor Ort hieße das, die Polizei hĂ€tte nicht mit 50 Beamten, sondern mit 500 oder besser 750 Beamten vor Ort sein mĂŒssen. Wegen einer blöd-besoffenen Abrissparty-Laune, die ĂŒber Facebook „organisiert“ wurde? Gehts noch? Denkt ein Herr Blaue abgesehen von der AbsurditĂ€t der Vorstellung auch mal ĂŒber die Kosten fĂŒr den Steuerzahler nach?

Geht Herr Blaue davon aus, dass am Wochenende hunderte von Polizisten in Einsatzbereitschaft sind, um dem feierwĂŒtigen Nachwuchs klar zu machen, dass man sich mal eben nicht irgendwo trifft, um zu saufen und was kaputt zu machen? Und wenn dies so wĂ€re, berichtete die RNZ dann ĂŒber „PolizeistaatsverhĂ€ltnisse mitten in Deutschland“?

Blödsinniger kann man tatsĂ€chlich nicht „berichten“, als die Rhein-Neckar-Zeitung das im Fall der „Schriesheim-Flashmobs“ getan hat. Ohne Recherche, ohne Sinn, ohne Verstand.

Falsches Ticket

Ich fĂŒr meinen Teil hoffe, dass die Beamten vor Ort den besoffenen Jugendlichen so deutlich wie möglich klar gemacht haben, dass es niemanden interessiert, ob man in die falsche Bahn gesetzt wird und einmal umsteigen muss, nachdem man sich verabredet hat, sich die Birne aufzuweichen und was kaputt zu machen.

Jeder, der an diesem Freitagabend mit dieser Stimmung nach Schriesheim gefahren ist, war „mit dem falschen Ticket“ unterwegs.

Und die Schriesheimer Bevölkerung kann sehr dankbar sein, dass die Polizei dafĂŒr gesorgt hat, dass die Situation vor Ort nicht eskaliert ist und niemand wirklich zu Schaden kam. Den TĂŒreinschlager hat man festgestellt, er wird zur Verantwortung gezogen. Wer noch finanziell (Party-Veranstalter oder Facebook-Einlader) fĂŒr den Einsatz aufkommen muss, wird noch geprĂŒft. Die Besitzer der demolierten Autos haben hoffentlich eine Vollkasko, sonst bleiben sie vermutlich auf dem Schaden sitzen. Alle anderen Autobesitzer sind der Polizei dankbar.

Die friedliche und kĂŒnstlerische Idee des „Flashmobs“ wurde ebenfalls beschĂ€digt, die vielen tollen Möglichkeiten der sozialen Medien ebenso, denn fĂŒr Zeitungen ist alles mit Internet sowieso „igitt“.

Eskalation vs. gute Polizeiarbeit

Die „Eskalation“ hat im Kopf eines Zeitungsschreibers stattgefunden, der journalistische Standards nicht beherrscht, sondern selbst auf Krawall aus ist. Flankiert von einer Zeitung, die an Standards offensichtlich nicht interessiert ist. GewĂŒrzt mit einer (zeitungsredakteursimmanenten) Panikstimmung gegenĂŒber dem Internet. Und der verlorenen Hoffnung, vielleicht irgendeinen blöd-besoffenen Jugendlichen, der eh keine Zeitung liest, fĂŒr die Zeitung zu interessieren.

Es könnte sein, dass die Rhein-Neckar-Zeitung den ein oder anderen Polizisten als Abonnenten verloren hat, der sich solche Berichte „einfach nicht mehr geben muss“.

Dokumentation: Die Berichte in der Rhein-Neckar-Zeitung können Sie hier nachlesen (sofern sie nicht gesperrt werden)

Sorgte die Polizei fĂŒr eine Eskalation?

Mit jeder Bahn kamen mehr Jugendliche?

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung „politisch berichtet, können Sie hier nachlesen:

Politische „Berichterstattung“ bei der RNZ

 

 

 

 

Betriebsferien bis einschließlich 08. Januar 2012

Wir wĂŒnschen ein Frohes Fest und einen guten Rutsch


Viel Freude mit dem von uns produzierten „Halleluja-Flashmob“ in der Weinheim Galerie.

Rhein-Neckar, 24. Dezember 2011. Wir wĂŒnschen allen unsere Leserinnen und Lesern ein Frohes Fest, geruhsame Tage und natĂŒrlich einen guten Start ins neue Jahr 2012. Wir bedanken uns fĂŒr Ihre Aufmerksamkeit und freuen uns, Ihnen auch im kommenden Jahr spannenden, faktenreichen und hintergrĂŒndigen Journalismus anbieten zu können.

Ganz besonders herzlich möchten wir uns bei allen bedanken, die aktiv an unserem Angebot mitwirken, also den Mitarbeitern, den Informanten, den Partnern, unseren Kunden und natĂŒrlich auch den vielen Kontaktpersonen in Behörden und Unternehmen, die mit Ihren Informationen die Presse- und Meinungsfreiheit unterstĂŒtzen.

Wir machen bis einschließlich 08. Januar 2012 Betriebsferien – Sie können selbstverstĂ€ndlich unser Angebot frei nutzen. In unserem Archiv finden Sie alle Informationen.

Wir wĂŒnschen Ihnen eine gute Zeit!

Über 80 ChorsĂ€ngerinnen und - sĂ€nger intonierten HĂ€ndels Halleluja

Halleluja in der Weinheim Galerie – das Video zum Flash Mob

Weinheim/Rhein-Neckar, 06. Dezember 2011. Völlig ĂŒberraschend veranstalteten mehrere Chöre aus der Region einen so genannten „Flash Mob“ in der Weinheim Galerie. Unvermittelt gaben Sie HĂ€ndels „Halleluja“ zum besten. Die Kunden staunten ĂŒber die unvermutete AuffĂŒhrung am 03. Dezember 2011. Jetzt gibt es auf youtube das Video des außergewöhnlichen Ereignisses zu sehen.

Unter der Leitung des Heidelberger Dirigenten Frank Aranowski veranstalteten verschiedene kirchliche Chöre aus der Region dieses einmalige Event. Die SĂ€ngerinnen und SĂ€nger mischten sich unter die Kunden der Weinheim Galerie, um auf ein verabredetes Zeichen hin HĂ€ndels Halleluja zu singen. [Weiterlesen…]

Altstadtfest-Fotostrecke: Gut besucht bei herrlichem Sonnenschein

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Guten Tag!

Ladenburg, 11. September 2010. Eitel Sonnenschein, Flashmob, Fassweinanstich, Musik und Schauspiel, Flohmarkt. Das 37. Ladenburger Altstadtfest ist gut besucht gestartet.

Viel Freude mit unseren Bildern. 🙂

Wenn Sie selbst Fotos zur Galerie hinzufĂŒgen möchten, schicken Sie diese bitte an redaktion(at)ladenburgblog.de

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Bummeln, gucken, kaufen, Spaß haben. Besucher des Altstadtfestes.

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Einen schönen Tag und ein schönes Altstadtfest (auch ohne FĂ€hnchen) wĂŒnscht
Das ladenburgblog

Flashmob „Pro FĂ€hnchen auf dem Altstadtfest“ geplant

Guten Tag!

Ladenburg, 10. September 2010. Zum Altstadtfest plant eine Gruppe von „FĂ€hnchen-Fans“ einen Flashmob. Das ist eine Art kurzfristig zusammengerufene, friedliche Demonstration.

Nach Informationen der Redaktion ist ein so genannter Flashmob zu Beginn des Altstadtfestes geplant. Fans des Altstadtfestes wollen mit der Aktion auf das Fehlen der blau-weißen FĂ€hnchen aufmerksam machen, die aus deren Sicht unbedingt zum Fest dazu gehören.

Die Stadt Ladenburg hat dieses Jahr auf das AufhĂ€ngen der FĂ€hnchen aus KostengrĂŒnden verzichtet. Nach Informationen der Stadt können dadurch 20.000 Euro eingespart werden. Wegen der desolaten Haushaltslage hat der Gemeinderat eine Haushaltssperre beschlossen.

Seit Wochen sind die fehlenden FĂ€hnchen aber Thema bei den Altstadtfest-Besuchern. In Foren wie wer-kennt-wen, facebook oder twitter werden die fehlenden FĂ€hnchen deutlich beklagt und als „Verlust“ an AtmosphĂ€re wahrgenommen.

Die Initiatoren schreiben im Internet:

„“PRO FĂ€hnchen“

Es gab soviel Resonanz, dass wir uns spontan fĂŒr einen Stillen aber effektvollen Protest entschlossen. Wir wollen „FLAGGE ZEIGEN“ und das wörtlich.“

An die 200 FĂ€hnchen-Fans haben schon zugesagt, ĂŒber 800 weitere Personen sind ĂŒber die jeweiligen Netzwerke der Nutzer zur Teilnahme aufgefordert.

Die Initiative zu Flasmobs ist oft privater Natur. HĂ€ufig kennen sich die Teilnehmer nicht, verabreden sich ĂŒbers Internet und Handy, um eine kurzfristige Blitzaktion zu starten.

Bei wikipedia sind prominente Beispiele fĂŒr Flashmobs nachzulesen:

* Am 20. Januar 2008 versammelten sich ca. 700 Menschen auf dem Odeonsplatz in MĂŒnchen, stĂŒrmten eine Filiale von McDonald-€ℱs am Stachus und kauften dort auf einmal 4.385 Hamburger und Cheeseburger. Auf diese Art wurden bereits in vielen deutschen GroßstĂ€dten Flashmobs veranstaltet. Bei einer Ă€hnlichen Aktion am 29. MĂ€rz 2008 wurden in einer Berliner Filiale von McDonald-€ℱs in einer Bestellung 10.355 Burger gekauft.

* Am 4. April 2009 um 16:00 Uhr trafen sich mehrere tausend Jugendliche (Angaben schwanken zwischen 1000 und 5000 Personen) aus Anlass des Pillow-Fight-Day zu einer Kissenschlacht vor dem Kölner Dom.

* Am 8. Juli 2009 trafen sich in Stockholm mehr als 300 Menschen zu Ehren von Michael Jackson. Diese versammelten sich an verschiedenen Orten der Stadt und tanzten zu Jacksons Lied „Beat it“.

Bislang gelten Flashmobs als gewaltfrei. Allerdings kam es im FrĂŒhjahr 2010 im amerikanischen Philadelphia zu Ausschreitungen.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das ladenburgblog