Montag, 23. Oktober 2017

Gabis Kolumne

Der Tag der Liebe war gestern. Und heute?

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Guten Tag!

Ladenburg, 15. Februar 2010. Gestern war der Tag der Liebe – heute ist ein neuer Tag. Ohne Liebe? Das wäre aber sehr schade, meint zumindest Gabi. Und ĂĽberhaupt: Was ist das eigentlich? Nur ein Marketing-Schachzug der Floristen oder hat „Valentin“ tatsächlich eine Tradition? Gabi hat recherchiert und ihre Gedanken zum Ergebnis aufgeschrieben. Wie immer montags – den soviel ist sicher: Montag kommt Gabis Kolumne.

Haben Sie gestern etwas zum Valentinstag bekommen? Vielleicht einen Strauß Rosen oder ein Schokoladenherz oder gar einen Gutschein für Schuhe, denn die halten ja bekanntlich länger als Blumen, wie ich vor ein paar Tagen gerade in der Werbung gehört habe. Dann freue ich mich für Sie, ehrlich.

Ich habe nichts bekommen – und das ist auch gut so, denn mich verbindet nichts mit dem „Tag der Liebe“, den in meiner Jugend noch niemand zelebrierte. Ich freue mich auch an anderen Tagen ĂĽber die Aufmerksamkeiten meines Liebsten.

Marketing oder Tradition?

„Ist das nach dem „Muttertag“ wieder eine gutgemachte PR-Kampagne der Blumengeschäfte oder steckt mehr dahinter?“, fragte ich mich und fing an zu googlen.

Als erstes fand ich heraus, dass dieser Tage der Film „Valentinstag“ angelaufen ist. Shortcuts rund um den „Tag der Liebe“ mit vielen Hollywoodstars. Hier dreht sich alles darum, ob und wie man diesen Tag begeht, ob man ein Geschenk oder einen Heiratsantrag bekommt oder vergessen wird.

Auch in einer bekannten deutschen Daily Soap stand der Valentinstag in dieser Woche im Mittelpunkt. Ganz klar, bei den jungen Leuten ist dieser Tag angekommen.

„Aha!“, denke ich: Fleurop macht an diesem Tag zehn Prozent des Jahresumsatzes.

In Mannheimer Schulen konnte man in dieser Woche auch Rosen verschicken, die nach den Ferien auch ĂĽber die Grenzen der eigenen Schule verteilt werden – schlecht, wenn man keine bekommt. Es geht um Liebe und Anerkennung – das kann bei Jugendlichen leicht zur Hysterie fĂĽhren.

Liebe ist gut fürs Geschäft.

Ob Blumen, Schmuck oder Pralinen der „Valentinstag“ kurbelt eindeutig das Geschäftsleben an – und das können wir ja gebrauchen, denke ich, vor allem in Krisenzeiten.

Aber ist der Valentinstag jetzt wirklich nur eine gute Geschäftsidee?

Ich googelte weiter und fand Bischof Valentin auf den dieser Tag namentlich zurĂĽckgehen soll.

Valentin war im dritten Jahrhundert nach Christus der Bischof der italienischen Stadt Terni. Er hatte laut dieser Legende einige Verliebte christlich getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Zudem hat er der Legende nach den frisch verheirateten Paaren Blumen aus seinem Garten geschenkt.

Der arme Valentin wurde geköpft.

Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, haben der Ăśberlieferung nach unter einem guten Stern gestanden. Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet.

Aber ich finde noch mehr: Eine andere Legende bringt das Datum in Zusammenhang mit dem römischen Fest Lupercalia, die Nacht vom 14. auf 15. Februar. Es ist das Fest der groĂźen Göttin er Göttin des „Liebesfiebers“.: Römische junge Männer zogen die Namen von römischen jungen Frauen aus einer Urne, um mit diesen eine Partnerschaft zu bilden.

In Japan beschenken am 14. Februar Frauen ihre Ehemänner, männliche Kollegen, Chefs usw. mit Schokolade. Dafür dürfen sie dann einen Monat später am „White Day weiße Schokolade als Gegengeschenk erwarten.

Ystävänpäivä – so heiĂźt Valentin auf finnisch.

Nicht ganz so romantisch ist der Valentinstag in Finnland („Ystävänpäivä“). Dort ist er ein Freundschaftstag, an dem gute Freunde sich gegenseitig mit Valentinskarten und Valentinsgeschenken bedenken.

Die Popularität des Datums im angelsächsischen Bereich beruht auf einem Gedicht des englischen Schriftstellers Geoffrey Chaucer, „Parlament der Vögel“, das 1383 vermutlich aus Anlass einer Valentinsfeier am Hof Königs Richard II. fertig gestellt und erstmals öffentlich vorgetragen wurde. In dem Gedicht von Chaucer wird dargestellt, wie sich die Vögel zu eben diesem Feiertag um die Göttin Natur versammeln, damit ein jeder einen Partner finde.

Seit dem 15. Jahrhundert werden in England Valentinspaare gebildet, die sich kleine Geschenke oder Gedichte schicken. Die Verbindung mit Blumengeschenken könnte auf die Gattin des Dichters Samuel Pepys zurĂĽckgehen, die 1667 mit einem BlumenstrauĂź auf Pepys‘ Liebesbrief reagierte. Von da an wurde die Verbindung von Brief und Blumen in der noblen britischen Gesellschaft nachgeahmt.

Valentin gibt es bei uns in Deutschland seit 1950.

Englische Auswanderer nahmen den Valentinsbrauch mit in die „Neue Welt“, die USA – und die US-Soldaten brachten nach dem Zweiten Weltkrieg diesen Brauch mit nach Deutschland. So veranstaltete man 1950 in NĂĽrnberg den ersten „Valentinsball“; der Valentinstag wurde offiziell eingefĂĽhrt.

Was ich gefunden habe, hat mich erstaunt: Dann ist dieser „Tag der Verliebten“ doch mehr als eine PR-Kampagne der Blumenläden, Juweliere und Geschenkeproduzenten.

Wie schon gesagt: Ich habe noch nie etwas zum Valentinstag bekommen und das stört mich auch gar nicht. Aber ich freue mich für all-€™ die Jungverliebten, die sich gestern beschenkt haben.

Und „Ich denk-€™ an Dich“ zu sagen, ob mit Gedichten, Blumen oder kleinen Geschenken ist an jedem Tag im Jahr schön, ĂĽberall auf der Welt – auch am Valentinstag.

P.S. Hier noch eine „herzige“ Geschichte auf dem KopfschĂĽttel-Blog