Sonntag, 19. Januar 2020

50 Millionen Euro mehr nach Selbstanzeigen

Mannheim/Rhein-Neckar, 11. Februar 2014. (red/jsc) Seit die „Steuers├╝nder-CDs“ auf dem Markt sind, steigt die Zahl der Selbstanzeiger. ├ťber 2.100 F├Ąlle sind es in unserer Region seit Februar 2010. Oder mehr als 500 F├Ąlle pro Jahr. Steuerbetrug ist ab 50.000 Euro eine Straftat – wer sich rechtzeitig selbst anzeigt und konsequent alles offenlegt, entgeht aber der Strafverfolgung. Insgesamt wurden den hiesigen Steuerbeh├Ârden ├╝ber 260 Millionen Euro Kapital angezeigt, das zuvor nicht bekannt war. ├ťber 50 Millionen Euro Steuergeld sind davon in die Staatskasse geflossen. [Weiterlesen…]

Kassenpr├╝fung erfolgreich durchgef├╝hrt - Momentaufnahme ergibt 10.859.727,56 Euro im Stadts├Ąckel

Haushaltsplanentwurf l├Ąsst auf sich warten

Ladenburg, 07. Februar 2013. (red/jsc) Der Haushaltsentwurf f├╝r das kommende Jahr liegt trotz entsprechender Planungen noch nicht vor. Dies teilte B├╝rgermeister Rainer Ziegler am Mittwoch in der Gemeinderatssitzung mit. J├Ąhrliche Kassenpr├╝fung einwandfrei abgewickelt. [Weiterlesen…]

Stadtverwaltung will Weihnachtsmarkt f├╝r Zukunft sichern

Adventszeit ohne Weihnachtsmarkt nicht denkbar

Ladenburg, 21. Juni 2013. (red/pm) Der Bund der Selbstst├Ąndigen kann den Weihnachtsmarkt nicht weiter planen und durchf├╝hren, dennoch wird es den Weihnachtsmarkt weiterhin geben. Die Stadtverwaltung sucht Alternativen, um die Durchf├╝hrung┬áeines Weihnachtsmarktes auch f├╝r die Zukunft zu sichern. [Weiterlesen…]

Licht f├╝r Ladenburg: Stadtr├Ątin Ruster macht den „Dunkel“-Selbstversuch


Licht f├╝r Ladenburg - in wkw bereits mit 217 Gruppenmitgliedern. Auch auf Facebook wird die Aktion diskutiert.

Guten Tag!

Ladenburg, 19. Juli 2011. (red) Viele Ladenburgerinnen und Ladenburger sind mit der „Licht-aus-Sparpolitik“ der Stadt nicht einverstanden. Sie diskutieren heftig auf den Plattformen „wer-kennt-wen“ und Facebook ├╝ber ihren ├ärger und wollen, dass die Stadt nachts wieder beleuchtet wird. Nun macht sich die stellvertretende B├╝rgermeisterin und Stadtr├Ątin Gudrun Ruster selbst ein Bild: Nachts um 01:45 Uhr wird sie vom „L├Âwen“ aus die dunkle Altstadt erkunden.

Von Hardy Prothmann

Gudrun Ruster (Freie W├Ąhler) war wie Ingrid Dreier (GLL) gegen den Beschluss, versuchsweise nachts zwischen zwei und vier Uhr die Stra├čenbeleuchtung abzuschalten.

Der Grund f├╝r die Ma├čnahme: Die Stadt will damit bis Jahresende rund 13.000 Euro einsparen. Der Haushalt der Stadt Ladenburg ist extrem belastet, die Schulden dr├╝cken und selbst „Kleckerles“ soll helfen, die finanzielle Situation zu verbessern.

„Meine Meinung ist, dass Beleuchtung da sein muss, f├╝r Sp├Ątheimkehrer, junge Leute oder Frauen, die vielleicht jemanden zum Flughafen fahren oder sp├Ąt aus der Schicht kommen oder fr├╝h zur Arbeit gehen“, sagt Gudrun Ruster.

Am kommenden Freitag, 22. Juli 2011, will sie sich mit einer Kundin selbst ein Bild von der Situation machen: „Wir treffen uns vorm L├Âwen und laufen die Altstadt ab, vor allem die S├╝dstadt und die Weiherg├Ąrten“, sagt die Gesch├Ąftsfrau. „Ich will einfach pers├Ânlich wissen, wie das ist, ob Gesch├Ąfte noch beleuchtet sind und ob man sicheren Weges unterwegs sein kann oder ob Stolperfallen drohen.“

Mittlerweile hat Frau Ruster auch erfahren, dass die Aktion in Facebook und Wer-kennt-wen gelandet ist und ein Aufruf gemacht wurde, mitzulaufen: „Das habe ich geh├Ârt, wei├č das aber nicht aus eigener Erfahrung, da diese Sachen nichts f├╝r mich sind. Ich bin da nicht drin. Ich habe auch keinen Aufruf gestartet und wei├č nicht, wie viele Leute da erscheinen werden.“

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Bei der wkw-Gruppe „LICHT F├ťR LADENBURG!!!“ sind schon 217 Mitglieder eingetragen. Dort wird eifrig diskutiert – auch ├╝ber eine Unterschriftenliste „Licht an“. Au├čerdem werden auf wkw und Facebook Nutzer animiert, mitzulaufen.

Es gibt auch eine Umfrage, ob die Aktion gut ist oder nicht. Zehn haben mit „Ja“ gestimmt, vier mit „Nein“. Die elfte Stimme ist von uns, weil wir das Ergebnis sehen wollen ­čśë

Regierungskoalition scheitert an Reform der Gewerbesteuer


Berlin/M├╝nchen/Rhein-Neckar, 10. Juni 2011. (red) Nach einem Bericht der S├╝ddeutschen Zeitung ist die Reform der Gewerbesteuer gescheitert. Die Kommunen k├Ânnen damit vorerst weiter auf ihre wichtigste Einnahmequelle setzen – auch wenn die schwer kalkulierbar bleibt.

Von Hardy Prothmann

Die aktuelle Kritik an der Regierung durch Berlins regierenden B├╝rgermeister Klaus Wowereit ist deutlich:

„Vor 15 Monaten hat die Bundesregierung die Gemeindefinanzkommission einberufen, mit dem Ziel, die notleidenden Kommunen zu entlasten. Doch statt ├╝ber Entlastungen zu reden, verfolgte die Bundesregierung nur das Ziel, die Gewerbesteuer abzuschaffen und so den Kommunen ihre wichtigste Einnahmequelle ersatzlos zu streichen. Eine ordentliche Alternative zum Wegfall der Gewerbesteuer hat die Bundesregierung nie geliefert.“

In diesem Jahr soll es ein Aufkommen von knapp 39 Milliarden Euro aus der Gewerbesteuer f├╝r die Kommunen geben. CDU und FDP sowie die Wirtschaftsverb├Ąnde fordern seit einigen Jahren die Abschaffung der Steuer. Die von Bundesfinanzminister Wolfgang Sch├Ąuble vorgeschlagene Reform, einen Aufschlag auf die Einkommenssteuer zu erheben, wurde abgelehnt. Bereits Anfang Mai hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Jahresversammlung des Deutschen St├Ądtetags einger├Ąumt, dass eine Abschaffung der Gewerbesteuer nicht m├Âglich sei – jetzt ist auch die Reform offensichtlich vom Tisch.

Die S├╝ddeutsche Zeitung schreibt dazu:

„Auch diese Reform ist nach Angaben aus Verhandlungskreisen vom Tisch. Damit bleibt als einziger gr├Â├čerer Erfolg der Gemeindefinanzkommission die Zusage Sch├Ąubles, dass der Bund den Kommunen k├╝nftig die Zahlungen an Ruhest├Ąndler abnimmt, die gar keine oder eine zur Sicherung des Existenzminimums nicht ausreichende Rente erhalten. Die Ausgaben f├╝r die sogenannte Grundsicherung im Alter belasten die St├Ądte und Gemeinden derzeit mit fast vier Milliarden Euro pro Jahr, mittelfristig werden die Kosten aller Voraussicht nach auf sieben Milliarden Euro anwachsen. Sch├Ąuble war koalitionsintern vorgeworfen worden, den Kommunen dieses Zugest├Ąndnis gemacht zu haben, ohne von ihnen ein Entgegenkommen bei der Gewerbesteuer zu verlangen.“

Die Kommunen sehen sich gerade aber durch „verordnete Ausgaben“ belastet – vor allem im sozialen Bereich. Kommunale Spitzenverb├Ąnde fordern deshalb seit langem nach dem „Konnexit├Ątsprinzip“: „Wer bestellt, zahlt.“

Die zunehmenden Lasten durch von Bund und L├Ąndern und die finanzielle Auswirkung auf die Kommunen belaste die Haushalte und bedrohe das grundgesetzlich verankerte Selbstverwaltungsrecht.

Die Gewerbesteuer ist zwar die wichtigste Einnahmequelle – aber teils extremen Schwankungen unterworfen. Vor allem gro├če Unternehmen haben in der Vergangenheit „Steuertricks“ genutzt, um ihre Gewerbesteuerzahlung teils auf Null zu dr├╝cken.

Dokumentation: Winfried Kretschmann in Weinheim – Teil 5: Kinderbetreuung und solide Finanzen


Winfried Kretschmann (rechts) und Uli Sckerl arbeiten gut zusammen. Bild: weinheimblog.de

Weinheim/Rhein-Neckar, 23. M├Ąrz 2011. Winfried Kretschmann, Gr├╝nen-Spitzenkandidat in Baden-W├╝rttemberg, will neue und bessere Formen der Kinderbetreuung im Land. Solide Finanzen sind auch daf├╝r wichtig – ohne Einschnitte wird es nicht gehen.

Wir dokumentieren die Rede von Winfried Kretschmann in f├╝nf Teilen.

Anschlie├čend an die Aussagen zur Bildung sagte Winfried Kretschmann, dass die Gr├╝nen die Kinderbetreuung und Gleichstellung von Frauen voranbringen wollen: „Wir machen aus dem Kindergarten einen Bildungsgarten“, sagte Kretschmann, „den Kindern lassen wir selbstverst├Ąndlich ihre Kindheit.“

Die Sparanstrengungen m├╝ssten dringend jetzt begonnen werden, was zu Einschnitten f├╝hre, „man kann keinen Haushalt sanieren, ohne das das jemand merkt.“

Au├čerdem will er die Einnahmenseite verbessern, beispielsweise durch zus├Ątzliche Steuerpr├╝fer: „Das kann bis 400 Millionen Euro mehr bringen.“

Abermals kritisiert er die CDU-Politik: „Hier werden Monopolisten ├╝ber die Atompolitik riesige Gewinne zugeschanzt, statt neue Energien zu f├Ârdern.“ Das sei ├Âkonomisch und ├Âkologisch eine Katastrophe: „Das ist ein v├Âllig falscher Kurs.“

Winfried Kretschmann gibt sich zuversichtlich, dass die CDU-gef├╝hrte Landesregierung nach 58 Jahren erstmals abgel├Âst werden kann.

Alle Videos finden Sie in unserem youtube-Portal.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das weinheimblog

Spangenberg: „Ich habe mich schon immer politisch interessiert und engagiert.“

Guten Tag!

Ladenburg, 27. Mai 2010. Alexander Spangenberg wird ab September neuer Gemeinderat und Mitglied der Fraktion „Gr├╝ne Liste Ladenburg“. Im Gespr├Ąch mit dem ladenburgblog erl├Ąutert der Finanzexpterte seine Ziele.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Spangenberg, kommt f├╝r Sie der Einzug in den Gemeinderat ab September ├╝berraschend?
Alexander Spangenberg: „Ja. Es wurde ├╝ber einen m├Âglichen Wechsel gesprochen, aber der Zeitpunkt war f├╝r mich ├╝berraschend.“

Alexander Spangenberg: "Ich war schon immer politisch interessiert, habe mich politisch engagiert und werde das weiter tun - daf├╝r muss man in keiner Partei sein." Bild: privat

Sind Sie vorbereitet?
Spangenberg: „Seit meiner Nominierung als Gemeinderatskandidat habe ich regelm├Ą├čig an den Fraktionssitzungen der Gr├╝nen Liste teilgenommen. Ich bin also ├╝ber die meisten Themen gut informiert, wenngleich ich mich in komplexe Themen wie die Finanzen sicher noch mehr einarbeiten werde.“

Wie das? Sie sind doch Finanzexperte?
Spangenberg: „Eben deshalb. Als Teilnehmer der Fraktionsgespr├Ąche habe ich die Themen verfolgt – sehr interessiert, aber nicht so tief, wie man das als Entscheidungstr├Ąger verantwortlich tun sollte. Das hole ich jetzt nach.“

Sie werden Mitglied der Fraktion der Gr├╝nen Liste Ladenburg sein, sind aber kein Parteimitglied. Warum?
Spangenberg: „Ich bin durch die regen politischen Diskussionen in meinem Elternhaus angeregt. Ich war schon immer politisch interessiert, habe mich politisch engagiert und werde das weiter tun – daf├╝r muss man in keiner Partei sein.“

Da hat man aber vielleicht mehr Einfluss.
Spangenberg: „Das ist sicher so – mir gef├Ąllt aber b├╝rgerschaftliches Engagement besser und je mehr mitmachen, umso gr├Â├čer wird der Einfluss. Ich habe in der Zeit der Studentenproteste in Heidelberg studiert, diese Zeit pr├Ągt nat├╝rlich. Damals entstanden in der Folge auch die Anti-AKW-Bewegung und als neue Form des unmittelbaren B├╝rgerprotestes auf lokaler Ebene die B├╝rgerinitiativen. J├╝ngstes Beispiel in Ladenburg ist B├╝rgenland, das ich mit vielen anderen engagierten Menschen in der Region mitgegr├╝ndet habe. Mit diesen Erfahrungen werde ich mich f├╝r mehr B├╝rgern├Ąhe und Transparenz einsetzen. Man darf nicht alles den Politikern ├╝berlassen.“

Alexander Spangenberg: Finanzen, Fl├Ąchenverbrauch, Stadtentwicklung, Klimaschutz, Verkehr sind seine Themen. Bild: privat

Sie f├╝hlen sich aber der „gr├╝nen Idee“ verbunden?
Spangenberg: „Auf jeden Fall. Umwelt- und Klimaschutz sind mir sehr wichtig. Die fortschreitende Fl├Ąchenversiegelung ist eine katastrophale Entwicklung. Der Grundsatz Innen- vor Au├čenentwicklung ist mir sehr wichtig. Da ich auch Vorsitzender des BUND Ladenburg bin, gibt es also viele Gemeinsamkeiten mit der „Gr├╝nen Liste“.“

Sie betonen aber, dass Sie als „unabh├Ąngiger Kandidat“ angetreten sind.
Spangenberg: „Weil ich unabh├Ąngig bin. Ich entscheide aus meiner Verantwortung heraus und nicht aus Parteiinteressen.“

H├Âren das die „Gr├╝nen“ gerne?
Spangenberg: „Ich denke ja, weil die Gr├╝nen in Sachen B├╝rgerbeteiligung sehr liberal sind, die Parteidisziplin l├Ąngst nicht so ausgepr├Ągt ist wie im konservativen Lager und sie lieber einen kritischen Geist wie mich unterst├╝tzen, als einen „Ja“-Sager.“

Was werden Ihre Themen in Ladenburg sein?
Spangenberg: „Klar die Finanzen, wie schon erw├Ąhnt der Fl├Ąchenverbrauch und damit eine nachhaltige Stadtentwicklung, kommunaler Klimaschutz und die Einbindung der B├╝rgerInnen. Wir m├╝ssen auch nach jahrelanger Diskussion endlich f├╝r die Verkehrsberuhigung in der Ladenburger Altstadt L├Âsungen finden!“

Haben Sie bereits Gremienerfahrung?
Spangenberg: „Ja. Ich habe als sachkundiger B├╝rger beim Gr├╝nprojekt und im Umweltausschuss mitgewirkt.“

Die GLH hat damit geworben, dass die Fraktion mit Hannah Barsch (21) die j├╝ngste Stadtr├Ątin stellte – Sie sind 63 Jahre alt. Was bedeutet das?
Spangenberg: „Dass sich mancher lustig dar├╝ber machen wird, weil der Altersdurchschnitt nun deutlich angehoben worden ist. Ich fand es gut und wichtig, dass die junge Kollegin die Arbeit aufgenommen hat. Aus beruflichen Gr├╝nden kann sie das nicht mehr fortf├╝hren. Das mache ich jetzt – vielleicht mit weniger jugendlichem Elan, aber jeder Menge Erfahrung und der Weisheit eines noch jungen Alters. Und ich freue mich sehr auf die Arbeit.“

Zur Person:
Alexander Spangenberg (63) arbeitet als Unternehmens- und Finanzberater. Der studierte Volkswirt ist ledig und lebt seit 1982 in Ladenburg: „Ich habe Anfang der siebziger Jahre hier als Student in der Ferien als Ausgrabungshelfer gejobbt und Ladenburg lieb gewonnen. Das ist ein h├╝bsches Pl├Ątzchen“, sagt der geb├╝rtige Heidelberger.

Politisch ist Spangenberg in vielf├Ąltiger Hinsicht aktiv. Er ist Vorsitzender des BUND Ladenburg und ma├čgeblicher Mitbegr├╝nder von „B├╝rgenland„, das sich f├╝r eine gentechnikfreie Produktion von Lebensmitteln einsetzt.

B├╝rgertag: Fragen an den B├╝rgermeister

Guten Tag!

Ladenburg, 29. M├Ąrz 2010. Ein gutes Dutzend B├╝rger nutzte den B├╝rgertag um ab 16:00 Uhr „Fragen an den B├╝rgermeister“ zu stellen. Es ging vor allem um das Thema Verkehr.

Von Hardy Prothmann

Zun├Ąchst sah es so aus, als w├╝rden nur wenige B├╝rger (noch) Fragen an den B├╝rgermeister haben. Kurz nach 16:00 Uhr waren nur wenige B├╝rgerInnen im Veranstaltungsraum anwesend.

Doch dann wurden es innerhalb von ein paar Minuten mehr als ein Dutzend, wobei der B├╝rgermeister aber aktiv auch B├╝rger durch die offene T├╝r „herein winkte“.

Verkehr und Parken sind Top-Themen.

Offensichtlich ist das Thema Verkehr und Parken an der neuen Martinsschule ein Thema, das dr├╝ckt. Es kam zuerst zur Sprache. B├╝rgermeister Ziegler sagte: „Wir sind da im Gespr├Ąch, dass die Busse langsamer fahren und eine andere Route nehmen.“ Zum Parken: „Das Gel├Ąnde geh├Ârt dem Kreis, der seine Parkfl├Ąchen bewirtschaften m├Âchte.“

Angeblich seien Parkscheine f├╝r Anwohner im Bereich von 12 Euro im Monat im Gespr├Ąch. Das Dilemma: Der Kreis kann machen, was er will – ausbaden muss es der B├╝rgermeister: „Ich halte das nicht f├╝r zumutbar und suche hier das Gespr├Ąch f├╝r eine einvernehmliche L├Âsung.“

Und das Thema Altstadt und Verkehr ist auch nach der neuen Initiative f├╝r mehr R├╝cksicht ein Thema: „Wir versuchen nun bis Jahresende eine weiche L├Âsung, wobei ich auch Zweifel habe, ob das Erfolg haben wird.“

Die B├╝rger bem├Ąngelten wie Ziegler zu viel Egoismus: „Alle Gesch├Ąfte sind innerhalb weniger Minuten von den Parkpl├Ątzen am Rand der Altstadt zu erreichen.“

Einige B├╝rger bem├Ąngelten, dass es nicht in Ordnung sei, dass das Interesse weniger – konkret der Gesch├Ąftsleute – auf Kosten aller ging: „Ich glaube nicht, dass die Gesch├Ąfte nur Umsatz machen, wenn man direkt davor parkt.“ ├ťber das F├╝r und Wider wurde lange diskutiert.

B├╝rgermeister: Wo k├Ânnen wir sparen?

Dann frage der B├╝rgermeister: „Wenn ich hier mit Ihnen im Gespr├Ąch bin, w├╝rde ich gerne von Ihnen wissen: Wo k├Ânnen wir sparen?“

Dann wurde es ruhiger im B├╝rgerraum. Ziegler erl├Ąuterte nochmals grob die Finanzsituation der Stadt und sagte: „Wir hatten jetzt acht gute Jahre – das wird dieses Jahr und die n├Ąchsten Jahre nicht so sein. Es wird sicher Schlie├čungen geben.“

Doch welche? Eine Antwort wurde nicht gefunden – es war ja auch nur ein Gespr├Ąch, ein Dialog. Ein ├Ąlterer B├╝rger meinte: „Ich finde das Gie├čkannenprinzip gut. Dann muss jede Stelle gucken, wie sie zurecht kommt. Sicher ist, dass wir keine weiteren Schulden machen sollten, die die Kinder tragen m├╝ssen.“

B├╝rgertag: Informationen zur Finanzlage der Stadt

Guten Tag!

Ladenburg, 29. M├Ąrz 2010. Hinterher soll niemand sagen, er h├Ątte es nicht gewusst. Die Stadt kommuniziert offen und transparent ihre Finanzlage – das Interesse am B├╝rgertag war angesichts eines trockenen Themas gut, aber nicht ├╝berw├Ąltigend.

Von Hardy Prothmann

Nur gut ein Dutzend B├╝rgerInnen wollten am B├╝rgertag den Vortrag von Stadtk├Ąmmerer Claus Hessenthaler zur Finanzlage der Stadt h├Âren. Im schlimmsten Fall wird die Stadt dieses Jahr zw├Âlf Millionen Euro Schulden machen: „Wir rechnen nicht damit, dass es so dick kommt, aber das wei├č vorher niemand“, sagte Hessenthaler, der aber einen insgesamt entspannten Eindruck machte.

Claus Hessenthaler sagte: „Wenn es nicht ├╝berraschende Zufl├╝sse bei der Gewerbesteuer gibt, wird es wichtig sein, dass Opfer gebracht werden.“ Deutlicher kann man nicht ank├╝ndigen, dass die derzeitige Einsparrunde die Lage nur leicht mildert: „Auch h├Ąrte Einschnitte sind nicht ausgeschlossen.“

Erfreulich: Mit 3.600 „Einpendlenn“ kommen immer noch mehr Menschen zur Arbeit nach Ladenburg, als die Stadt verlassen: „Das hei├čt, wir haben ein attraktives Arbeitsplatzangebot.“

Die Finanzmisere trifft die Stadt dieses Jahr besonders heftig, weil die Einnahmen au├čerordentlich niedrig sind und die Ausgaben au├čerordentlich hoch. So muss die Einnahmeseite mit gut 52 Prozent aus den R├╝cklagen bestritten werden – rund 66 Prozent der Kosten sind gebundene Kosten, das hei├čt, hier gibt es keine „Spielraum“.

Sollte es in den kommenden Jahren keine Besserung geben, steht die Stadt in zwei bis drei Jahren vor der Wand. Die Rede von „Opfern“ ist kein hohles Geschw├Ątz, sondern bittere Realit├Ąt.

Das Problem ist die Gewerbesteuer – eine wichtige kommunale Einnahmequelle, die aber f├╝r Ladenburg kaum planbar ist, da einige wenige Gro├čunternehmen den gr├Â├čten Teil der Gewerbesteuerzahlungen oder eben auch nicht.

Ab 2015 wird die Ladenburger Finanzverwaltung auf ein „Neues Steuerungsmodell“ umgestellt – vergleichbar mit der betriebswirtschaftlichen Finanzverwaltung in der Wirtschaft. Ob das allerdings eine sofortige Besserung bringt, darf bezweifelt werden – da die Schulden sich damit nicht niedriger Rechnen lassen. Daran l├Ąsst Claus Hessenthaler auch keinen Zweifel.

Besucherandrang am B├╝rgertag in der Feuerwehr

Guten Tag!

Ladenburg, 29. M├Ąrz 2010. Waren es 700 oder 800 Besucher oder gar 1.000 oder mehr? Die Frage ist schwer zu beantworten. Fest steht: Der B├╝rgertag am 28. M├Ąrz 2010 war sehr gut besucht – sicher auch, weil die LadenburgerInnen neugierig auf die neue Feuerwehr waren. Viele Familien nutzten das Angebot f├╝r einen Ausflug.

Halbe Strecke: Blick aus 12 Meter H├Âhe auf den Hof der Feuerwehr. Die Leiter ist auf 23 Meter ausgelegt, kann aber auch bis zu 30 Metern ausfahren. Bild: ladenburgblog

Von 11:00 Uhr morgens bis zum Nachmittag um 17:00 Uhr war es ein st├Ąndiges Kommen und Gehen in der Feuerwehr. Die LadenburgerInnen und G├Ąste von au├čerhalb nutzten den Sonntag, um sich das neue Feuerwehrhaus genau anzuschauen.

Arbeitskreise pr├Ąsentieren sich.

Auch die ehrenamtlichen Arbeitskreise der Stadt profitierten von dem Besucherandrang: Im Schulungsraum pr├Ąsentierten die Arbeitskreise Berufsfindung, Senioren, Stadtmarketing, Touristik und Umwelt ihre Projekte. Fragen zur Verwaltung beantworteten Angestellte der Stadt.

Auch die Kliba war vor Ort, um ├╝bers Energiesparen zu informieren – allerdings mit entt├Ąuschendem Zuspruch -auch zum Vortrag am Nachmittag fanden sich nur zwei Interessierte ein.

(von links) Fritz L├╝ns und B├╝rgermeister Ziegler begr├╝├čen die B├╝rgerInnen im neuen Feuerwehrhaus. Bild: ladenburgblog

B├╝rgermeister Rainer Ziegler und Gemeinderat Fritz L├╝ns vom Arbeitskreis Umwelt der „Zukunftswerkstadt“ er├Âffneten den B├╝rgertag in der Fahrzeughalle.

Ziegler sagte: „Der B├╝rgertag ist ideal, um locker miteinander ins Gespr├Ąch zu kommen. Heute hier im neuen Feuerwehrhaus, in dem Sie herzlich eingeladen sind, sich alles anzuschauen und Fragen zu stellen.“ Das taten die B├╝rger auch – nach der Ansprache war der B├╝rgermeister st├Ąndig in Gespr├Ąche „verwickelt“. Auch die Gemeinder├Ąte stellten sich am „runden Stehtisch“ den B├╝rgerfragen. Im ersten Stock informierte der Jugendgemeinderat ├╝ber seine Arbeit.

Neue Investoren f├╝r Fotovoltaik gesucht.

Zusammen mit Gemeinderat Fritz L├╝ns (Freie W├Ąhler) weihte Ziegler aber zun├Ąchst die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Feuerwehr ein, die allerdings schon seit Dezember in Betrieb ist und bereits 7.000 kWh Energie produziert hat. Insgesamt 23 Privatleute haben in die Solaranlage investiert, darunter auch der B├╝rgermeister. Die 80 kWp-Anlage produziert rund 75.000 kWh im Jahr – damit k├Ânnen umgerechnet 25 Haushalte das ganze Jahr mit Strom versorgt werden.

„Sowohl im Land als auch in Gesamtdeutschland liegen wir im Vergleich mit anderen Kommunen damit im guten Mittelfeld, was die Nutzung regenerativer Energien angeht“, sagte Fritz L├╝ns. Und wichtiger: „Die Anlage spart rund 55 Tonnen CO2 ein.“ Fritz L├╝ns ├╝berwacht die Anlage vom heimischen Computer aus.

Insgesamt an die 1.000 B├╝rgerInnen nutzten den B├╝rgertag im neuen Feuerwehrhaus zur Information. Bild: ladenburgblog

Die G├Ąste ermunterte der Initiator, selbst in eine solche Anlage zu investieren und sich bei ihm zu melden. Es existiere bereits eine Warteliste, so dass bald eine neue Anlage geplant werden k├Ânne. B├╝rgermeister Ziegler versprach, sich f├╝r eine weitere st├Ądtische Dachfl├Ąchen einzusetzen, die kostenlos f├╝r den Betriebe solcher Anlagen seien.

Drehleiter macht Spa├č.

Viel Spa├č hatten die B├╝rgerInnen und Kinder mit der Drehleiter. Wie auf dem Jahrmarkt bildete sich eine lange Schlange – sehr viele Besucher wollten die Welt aus einer H├Âhe von rund 12 Metern betrachten und einen Blick auf die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach werfen.

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