Mittwoch, 13. November 2019

Akkreditierungsbedingungen schränken Pressefreiheit ein

„Im Arsch“ – kein Bericht zu Jan Delay

„Im Arsch“ – feat. Udo Lindenberg.

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 02. Juli 2012. (red/pro) Jan Delay ist aus unserer Sicht der Top-Star der deutschen Musikszene. Trotzdem veröffentlichen wir keine Konzertkritik zum Auftritt in Ladenburg. Der Grund ist eine unerfreuliche Auseindersetzung mit dem Veranstalter Demi Promotion und der pressefeindliche Umgang mit unabhängigen Journalisten.

Von Hardy Prothmann

Nach dem Jan-Delay-Konzert stehe ich noch auf dem Platz. Pl√∂tzlich kommt ein Mann, will mich sprechen. Wie ich dazu k√§me, mich „nicht an die Regeln zu halten“. Ich h√§tte mir „unrechtm√§√üig“ Zugang verschafft. Mein Verhalten sei „asozial“ gegen√ľber anderen Journalisten. Ich solle sofort alle Bilder auf meiner Kamera l√∂schen. Es gebe „klare Regeln“ und an die habe sich jeder zu halten. Der Mann hat sich nicht vorgestellt, ich frage deshalb, wer er eigentlich ist: „Gissel, ich bin der Veranstalter.“ Der Wutausbruch von Dennis Gissel dauert gute zehn Minuten, er hei√üt mich dies und jenes, zum Ende l√§uft er weiter und macht eine wegwerfende Handbewegung.

Indiskutable Einschränkung der Pressefreiheit

Der Grund f√ľr die Aufregung: Ich habe w√§hrend des Konzerts ein paar Fotos gemacht – so wie die meisten anderen G√§ste auch. Weil ich aber „professionell“ bin, ist das mir nur w√§hrend der ersten drei Lieder erlaubt. Wer das vorschreibt, ob der K√ľnstler, dessen Management oder der Veranstalter, ist relativ egal. Es handelt sich dabei um eine leider mittlerweile fast „normale“ Einschr√§nkung der Pressefreiheit. Eigentlich vollkommen indiskutabel – weil viele Medien sich diesen unzumutbaren Diktaten aber beugen, kommen viele Management-Firmen und Veranstalter damit durch.

Der Hintergrund f√ľr das Verfahren: Das Interesse f√ľr den K√ľnstler „d√ľrfen“ Medien schon haben. Und √ľber Pressemitteilungen versucht man gezielt und gesteuert Werbung durch Aufmerksamkeit f√ľr den K√ľnstler zu machen. Aber die Vermarktung oder Imagesteuerung soll voll im Griff des Managements und der Veranstalter bleiben – ebenso die eigene k√ľnstlerische Arbeit der Journalisten.

Wer kritisch berichtet, wird auch schon mal nicht mehr „zugelassen“. Wer sich auf Unabh√§ngigkeit beruft, wird in Kenntnis gesetzt, dass eine Veranstaltung privat ist und damit der „Hausherr“ bestimmt, was er zul√§sst und was nicht.

Eine paradoxe Situation: Ohne √Ėffentlichkeit ist alle Kunst nichts – aber die √∂ffentliche Meinung soll sich nur so bilden, wie es den K√ľnstlern und/oder deren Vermarktungsfirmen passt. Wer eine solche Haltung vertritt, hat das hohe Gut der Pressefreiheit nicht verstanden.

Unabh√§ngige Journalisten „nehmen anderen K√ľnstlern“ nichts weg, sondern erarbeiten hart eigene Inhalte und bereichern damit die √∂ffentliche Meinung und durch positive Berichte auch das Ansehen der K√ľnstler. Negative Berichte k√∂nnen K√ľnstler als „Warnzeichen“ sehen, dass etwas schief l√§uft, und wenn sie klug sind dazu nutzen, um sich und ihre Kunst zu verbessern.

Urheber beschneiden Urheber

In der Konsequenz beschneiden damit Urheber andere Urheber: Musikgruppen sind K√ľnstler, Pressefotografen ebenfalls. Die erhalten f√ľr ein Foto, das in der Tagespresse ver√∂ffentlicht wird ein Honorar, das sich nach der Auflage richtet. Bei einer Zeitung wie dem Mannheimer Morgen rund 40 bis 50 Euro. Die von der Hirschberger Agentur „Demi Promotion“ an die Fotografen √ľbermittelten „Regeln“ besagen, dass der Fotograf nur in dem Medium ver√∂ffentlichen darf, f√ľr das er „akkreditiert“, also angemeldet und „zugelassen“ ist. Mithin hat der Fotograf keine Chance mehr, das mickrige Honorar durch weitere Verk√§ufe zu einem einigerma√üen anst√§ndigen Honorar zu machen.

Manche K√ľnstler zeigen dann gewisse Kost√ľme oder Show-Einlagen erst, wenn die Runde f√ľr die Pressefotografen vorbei ist. Jetzt √ľbernehmen Fotografen, die vom Management oder Veranstalter gebucht sind. Deren Bilder sind „exklusiv“ und werden f√ľr sehr viel mehr Geld als Pressefotografen f√ľr ihre Arbeit erhalten, an Medien verkauft. Die machen das Spiel mit, weil sie keinen Fotografen vor Ort haben oder eben das „exklusivere“ Bild bringen wollen.

In der Vergangenheit ist dieses Vermarktungssystem teils vollends pervertiert. K√ľnstler oder deren Management gingen sogar so weit, jedes zu ver√∂ffentlichende Bild erst genehmigen und alle Bilder f√ľr sich selbst honorarfrei (!) verwenden zu wollen.

Knebelverträge

Ob Robbie Williams, Coldplay, Bon Jovi, Destiny‚Äôs Child, Fleetwood Mac, Bob Dylan und B√∂hse Onkelz oder Silbermond – nach Informationen der Journalistengewerkschaft DJV legen diese und andere „Knebelvertr√§ge“ vor nach dem Motto: Fri√ü oder stirb. Das hei√üt f√ľr Pressefotografen: Du h√§lst die an die „Regeln“ oder bist drau√üen.

F√ľr wirklich journalistische Pressefotografen, also nicht die Eventknipser, die unkritisch alles mitmahcen, kommt diese „Regelung“ einer beruflichen Kastration gleich. Denn deren „Sprache“ ist das Bild – will ein Fotojournalist ein Geschehen, also das Konzert „beschreiben“, muss er die M√∂glichkeit haben, vom Anfang bis zum Ende zu – um damit „seinen Blick“ zu dokumentieren. Wenn er das nicht kann, w√§re das so, als w√ľrde man auch schreibenden Journalisten „Regeln diktieren“, sie d√ľrfen nur √ľber die ersten drei Lieder schreiben oder die ersten drei Kapitel eines Buches besprechen oder das erste Drittel eines Kunstwerks. Das w√§re absurd – aber f√ľr Fotografen ist das in der Veranstaltungsbranche die „Normalit√§t“.

Dagegen gab es schon fr√ľher Proteste: Beispielsweise blieben Agenturfotografen Konzerten fern. Der Druck wirkte – sie wurden wieder f√ľr die volle L√§nge zugelassen. Aber nur sie – andere Fotografen nicht. „Solidarit√§t“ ist unter Journalisten oft ein Fremdwort.

Schädliche Vermarktungsgier

Aus Sicht der K√ľnstler oder auch Sportler (gerade beim Fu√üball geht es noch heftiger zu) mag die Vermarktungsgier zun√§chst in Ordnung sein – doch langfristig schadet man sich selbst, fehlt doch eine unabh√§ngige und kritische Berichterstattung in Wort, Ton, Bild und Video. Der „scherzende“ L√∂w bei der EM ist ein gutes Beispiel, wie Manipulationen T√ľr und Tor ge√∂ffnet sind.

Gerade beim Sport entwickeln sich daraus mafi√∂se Systeme (aktuell in Italien, Tour de France, Boxsport usw.) und ausgerechnet die K√ľnstler, die freie Systeme nutzen, um durch Gesten, Kleidung, Verhalten und ihre Musik auch Freiheit zu provozieren, wollen die Freiheit anderer K√ľnstler einschr√§nken? Das ist pervers. Und dumm.

In L√§ndern, wo es keine freie Presse gibt, h√§tten diese K√ľnstler keine Chance, die meisten von ihnen w√ľrden unterdr√ľckt und bis zum Tode bedroht (Salman Rushdie, Shahin Najafi). Die aufgestellten „Regeln“ bedrohen in unserer „freien“ Welt gerade kleine Medien oder freie Journalisten ebenfalls existenziell.

Wir haben das Management von Jan Delay angeschrieben und uns erkundigt, ob es wirklich der Wille des K√ľnstlers ist, dass diese „Regeln“ durchgesetzt werden – vielleicht behauptet das ja nur der Veranstalter Demi Promotion um ein wenig „gro√üer Veranstalter“ zu spielen? Wenn nicht, bin ich absolut entt√§uscht von Jan Delay, dessen Musik und Performance ich als „Fan“ sehr sch√§tze. Er ist ein ganz gro√üartiger K√ľnstler. Aber ich w√§re sehr entt√§uscht von ihm, wenn er tats√§chlich die Pressefreiheit so gering achtet.

F√ľr Jan Delay m√ľssen aber „nur 2.500 G√§ste“ ebenfalls entt√§uschend gewesen sein – der Mann bekommt mit seiner tollen Band woanders weit mehr Zuschauer zusammen – ob hier die „Vermarktung“ des Veranstalters Demi Promotion nicht funktioniert hat? Wer wei√ü.

Demi Promotion haben wir √ľbrigens schon mehrfach angeboten, bei uns Werbung f√ľr ihre kommerziellen Veranstaltungen zu schalten. Es gab nie eine Reaktion, daf√ľr aber immer eifrig die Zusendung von „Presseinformationen“, die die Veranstaltungen kostenlos bewerben sollen.

Einerseits tut man also so, als sei man Veranstalter eines f√ľr die √Ėffentlichkeit interessanten Events, dann aber ist man wieder „privat-kommerziell“ – eine seltsame „Auffassung“. Es geht bei solchen Konzerten sicher nicht ums Gemeinwohl, sondern klar ums Gesch√§ft.

Unabh√§ngiger Journalismus vs. „Partnerunwesen“

Vielleicht war Herr Dennis Gissel auch deswegen so ungehalten – weil wir als einzige Redaktion nicht nach seiner Marketing-Pfeife tanzen. Ob verwandtschaftliche Beziehungen von anderen Lokaljournalisten in Ladenburg und Mitarbeitern bei Demi Promotion oder die Medienpartnerschaften von Demi Promotion mit dem Mannheimer Morgen, „Lokalmatador“ und der Rhein-Neckar-Zeitung, die wir h√§ufig f√ľr miese journalistische Leistungen kritisiert haben, auch eine Rolle spielen, dar√ľber kann sich jeder selbst seine Gedanken machen.

Wir werden sehen, ob wir nach dieser Kritik k√ľnftig noch von Demi Promotion zu Veranstaltungen eingeladen oder zugelassen werden – auch dar√ľber halten wir unsere Leserinnen und Leser auf dem Laufenden. F√ľr die n√§chste Zeit ist uns aber erstmal die Lust vergangen und wenn die „Regeln“ so bleiben, werden wir vermutlich weiter verzichten – klar, dass ist schade f√ľr die Fans und f√ľr alle, die unsere unabh√§ngige Berichterstattung sch√§tzen.

W√ľrden alle Medien im Raum mitziehen, w√ľrden sich die „Regeln“ schnell √§ndern – nur leider ist es mit der eigenen Achtung der Pressefreiheit, mit der Solidarit√§t gegen√ľber einem unabh√§ngigen Journalismus und dem eigenen Selbstverst√§ndnis einer unabh√§ngigen Berichterstattung bei vielen Medien nicht besonders weit her.

Die Geschichte nach dem Jan-Delay-Konzert ging √ľbrigens noch weiter: Kurz vor dem Ausgang passten mich zwei muskelbepackte Ordner drohend ab und verlangten, dass ich sofort alle Bilder meiner Kamera l√∂schen sollte. Ich habe das verweigert und die Polizei hinzugezogen. Die kl√§rte die nicht sehr hellen Ordner auf, dass man mich des Platzes verweisen, sicher aber keine L√∂schung der Bilder verlangen k√∂nne. Wegen des Vorgangs wurden meine Personalien „f√∂rmlich“ aufgenommen (die Polizisten kannten mich zwar, aber das nimmt dann seinen beh√∂rdlichen Lauf). Ich konnte das Gel√§nde ohne Platzverweis dann nach weiteren 20 Minuten unseliger Diskussion verlassen.

Fotografen-Vereinigung Freelens zu „Silbermond“

Der Tagesspiegel: „Abgeblitzt“ – √ľber uns√§gliche Arbeitsbedingungen f√ľr Pressefotografen

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) √ľber Knebelvertr√§ge

Aus gegebenem Anlass sieht die Fotostrecke so aus:

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Anm. d. Red.: Zu Dieter Thomas Kuhn, ebenfalls von Demi Promotion veranstaltet, haben wir letztmalig eine Fotostrecke gezeigt. Darauf m√ľssen die K√ľnstler, die Knebelbedingungen diktieren, zumindest bei uns k√ľnftig verzichten.

Zeitungsstreik: Journalismus heißt, Fragen zu stellen

Heddesheim/Mannheim/Stuttgart, 03. August 2011. Die streikenden Redakteure beim MM stehen unter Druck – einerseits durch die Forderungen der Verleger. Aber ganz immens auch, weil das Produkt Zeitung nicht mehr ankommt. 1.500 Abos hat der MM im zweiten Quartal verloren. Die Auflage ist im Sinkflug. Auch das Anzeigengesch√§ft leidet. Der Vertrauensverlust der Leserinnen und Leser ist enorm. Angeblich streiken die Redakteure f√ľr „Qualit√§t“ und fordern „Solidarit√§t“. Man muss fragen, was sie damit meinen.

Von Hardy Prothmann

Dass ich insbesondere den Mannheimer Morgen massiv kritisiere, ist bekannt. W√ľrde ich in Stuttgart, in Mosbach, in Heidelberg, in Karlsruhe, in Bruschal, in Ludwigshafen oder Neustadt an der Bergstra√üe leben, w√ľrde ich mir andere Zeitungen kritisch anschauen.

Vermutlich w√ľrde ich im Sinne der Leserinnen und Leser meiner Blogs auch an anderen Orten und damit Verbreitungsgebieten von Monopol-Zeitungen viel Kritik an der Berichterstattung √ľben k√∂nnen. Denn der Lokaljournalismus befindet sich in einer tiefen Krise.

Tats√§chlich kann ich aber am besten die Zeitungen beurteilen, deren Nachrichten ich durch eigene Recherchen √ľberpr√ľfen kann. Das sind der Mannheimer Morgen, die Weinheimer Nachrichten und die Rhein-Neckar-Zeitung. Und alle kommen oft nicht gut weg, wobei klar gesagt werden muss, dass der MM besonders problematisch ist.

Meine Kritik an der Zeitung ist massiv, aber sie ist auch begr√ľndet.

Aktuell haben streikende MM-Redakteure Kommentare gel√∂scht – denn Kritik oder andere als „gewogene“ Nachrichten sind nicht erw√ľnscht. So einfach kommen die streikenden Redakteure nicht davon. Sie k√∂nnen nicht so tun, als ob sie kritisch w√§ren und gleichzeitig Informationen l√∂schen oder ignorieren.

Sie fordern Solidarit√§t, schlie√üen aber nicht gew√ľnschte Meinungen aus. Das geht so nicht.

Wer f√ľr Meinungsfreiheit und Qualit√§t der Berichterstattung vorgeblich eintritt, muss selbst auch aushalten k√∂nnen, sich der Kritik stellen und transparent informieren.

√úber verschiedene Kontakte erhalte ich abenteuerlichste Informationen, was die MM-Redakteure von meiner inhaltlichen Kritik halten. Auf einen anonymen Kommentar habe ich dem Dumpfsinn entsprechend, aber trotzdem umfangreich geantwortet.

Die in dem anonymen Kommentar √§u√üerst dumm unterstellten „Motive“ sind haneb√ľchen.

Ich habe mich deshalb in einem Kommentar auf Facebook an einen Redakteur gewandt, von dem ich eine hohe Meinung habe und davon ausgehe, dass er sich Fragen und Kritik stellt.

Es ist der Versuch eines Dialogs. Sicher nicht ohne Provokation. Aber mit der Möglichkeit zu Antworten, die die Zeitung und alle MM-Redakteure den Leserinnen und Lesern lange und längst schuldig sind.

Der Redakteur wurde von mir ausgewählt, weil ich vor zwanzig Jahren gut mit ihm zusammen gearbeitet habe und ich seine damals kritische Haltung schätzte. Und er ist aktiv am Streik beteiligt. Man kann ihn auf Fotos sehen und er postet auf Facebook.

Seit siebzehn Jahren haben wir nichts mehr miteinander zu tun. Wie gesagt, es ist ein Experiment – ich wei√ü nicht, wie der Mann heute „tickt“, aber ich habe Hoffnung.

Denn eigentlich w√ľrde ich mir w√ľnschen, dass der MM eine st√§rkere Konkurrenz bietet, eine gr√∂√üere Herausforderung.

Der MM und meine Blogs haben eine Schnittmenge – also Menschen, die sowohl die Zeitung lesen, als auch die von mir verantworteten Blogs. Die Leserinnen und Leser, die nur meine Blogs lesen, wissen nicht, was in der Zeitung berichtet wird und umgekehrt.

Ich habe √ľberhaupt keine Probleme, auf gute Stories im MM zu verweisen – sie m√ľssen aber gut sein. Dann w√ľrde ich sogar empfehlen, die Zeitung zumindest tagesaktuell zu kaufen. Daf√ľr muss ich aber √ľberzeugt sein, dass sich das f√ľr meine Leserinnen und Leser lohnt.

Hier sind die Fragen. Der Name ist unkenntlich gemacht, weil er nicht viel zur Sache tut. Jeder mit Facebook-Zugang wird ihn schnell recherchieren können, was vollkommen O.K. ist, da er ja unter Klarnamen öffentlich sichtbar dort schreibt.

Vielleicht ist das ein Ansatz, um einen Austausch √ľber „qualitativen Journalismus“ in Gang zu bringen. Vielleicht auch nicht.

Viele Fragen - ob es Antworten geben wird?

Ergänzung

Heute hat Thorsten Hof reagiert. Er schreibt folgendes:

Facebook informiert per email √ľber einen Kommentar - weil die streikenden MM-Redakteure sich abschotten, ist eine direkte Antwort nicht m√∂glich.

Ich h√§tte ja gerne darauf reagiert. Da aber mittlerweile nicht nur f√ľr meinen Hardy Prothmann-Account der Zugang zur „Streikmorgen“-Seite gesperrt ist, sondern die Pinnwand f√ľr alle „Nicht-Freunde“ gesperrt wurde, kann ich leider nicht auf Facebook darauf reagieren.

Die „Vorgeschichte“, die Herr Hof anspricht, meint den Kommentar „Das Drama der journalistischen Prostitution“, den ich im Februar 2010 auf dem http://heddesheimblog.de ver√∂ffentlicht habe. Thema des Textes war die Kritik an einer dauerhaft unkritischen, gef√§lligen Berichterstattung durch die Redakteurin Anja G√∂rlitz.

Gegen diesen Text ist Frau G√∂rlitz juristisch vorgegangen. Insgesamt habe ich rund 5.000 Euro Anwalts- und Gerichtskosten bezahlen m√ľssen. Ein Versuch der „g√ľtlichen“ Regelung wurde nicht unternommen.

Der Anwalt von Frau G√∂rlitz wollte zudem ein Ordnungsgeld von 3.000 Euro gegen mich durchsetzen, das Gericht hat das zur√ľckgewiesen und ein Ordnungsgeld von 300 Euro verh√§ngt.

Der Hintergrund: Zun√§chst wurde ich √ľber meine Privatadresse abgemahnt. Die weitere Post ging aber an mein Mannheimer B√ľro, dass ich damals f√ľr mehrere Wochen nicht besucht hatte. Daher hatte ich s√§mtliche Einspruchfristen verpasst und mich entschieden, aus Kostengr√ľnden die mittlerweile erlassene Einstweilige Verf√ľgung zu akzeptieren. Der Anwalt von Frau G√∂rlitz hat das Maximum an Geb√ľhren angesetzt und der Versuch mit dem Ordnungsgeld zeigen eindeutig, dass es weniger um die „Ehre“ ging als darum, einen wirtschaftlichen Maximalschaden zu erzielen.

Interessant ist die Haltung von Herr Hof schon: Ein einziger Text vor eineinhalb Jahren ist ihm Grund genug, die Haltung der MM-Redakteure zu rechtfertigen. Das zeigt sehr sch√∂n den Korpsgeist dieser Bagage (danke f√ľr den Hinweis auf den Tippfehler, ist korrigiert).

Statt mit eigenen Leistungen zu gl√§nzen, sucht man Tippfehler, baggert den Graben aus und erh√∂ht den Schutzwall auf Facebook. Auch nicht schlecht. ūüėČ

 

Streikende MM-Zeitungsredakteure: Wer oder was nicht passt, wird gelöscht

Heddesheim/Mannheim/Stuttgart, 03. August 2011. √úberall im L√§ndle streiken Zeitungsredakteure. Durchaus mit unterschiedlichem „Berufs“ethos. W√§hrend die einen unzutreffende Informationen korrigieren, l√∂schen die anderen zutreffende Informationen, die ihnen nicht passen. Was wiederum aber zum Image dieser speziellen „Redakteure“ passt. Wer sich Gedanken macht, ob er wirklich „Solidarit√§t“ mit den streikenden Redakteuren beim Mannheimer Morgen haben kann, sollte wissen, welche Haltung diese „Journalisten“ vertreten. Schade f√ľr die gutgl√§ubigen K√ľnstler wie Xavier Naidoo, die auf die Verlogenheit hereinfallen.

Von Hardy Prothmann

Nochmal zur Erinnerung. Zeitungsredakteure sind im Ausstand, weil Berufseinsteiger nicht mehr mit rund 3.000 Euro Gehalt bei 14 Monatsgeh√§ltern und einer 35-Stunden-Woche beginnen sollen, sondern mit bis zu 25 Prozent weniger. Und andere auf das Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten sollen, was rund f√ľnf Prozent weniger bedeutet.

Ich habe heute gegen 17:30 Uhr zwei Kommentare auf der Facebook-Seite der streikenden MM-Redakteure gepostet:

Auch die ARD hat im Morgenmagazin √ľber den Streik berichtet. http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video953858.html

Und kurz darauf:

Weitere Hintergr√ľnde zu meiner Haltung hier. http://istlokal-medien.de/heddesheimblog/2011/08/02/in-eigener-sache-reaktionen-auf-den-beitrag-im-ard-morgenmagazin/

Die Kommentare waren nur f√ľr Stunden zu sehen, bis sie getilgt worden sind.

Gegen 19:30 Uhr waren nicht nur die beiden Kommentare verschwunden, sondern scheinbar die komplette Facebook-Seite. Zumindest f√ľr mich, denn ich wurde „geblockt“. Als geblockte Person ist die Seite nicht mehr aufrufbar. Das Zeichen war ein eindeutig. Kommentare von Hardy Prothmann sind auf der Seite der MM-Redakteure offensichtlich nicht erw√ľnscht.

Kommentare gelöscht - Nutzer blockiert. So sieht Meinungsvielfalt und Transparenz in den Augen der streikenden MM-Redakteure aus.

„Gef√§llt mir sehr, toll, unterst√ľtzenswert, super“ als Kommentar bleibt erlaubt.

Die Erkl√§rung ist vermutlich einfach: In den vergangenen zwei Jahren habe ich die Zeitung immer wieder mit Verfehlungen konfrontiert. Der MM an sich ist mir egal, aber ich kritisiere schlechte Recherche, unterschlagene Meldungen oder abgepinselte Pressemitteilungen. Oder thematisiere die st√§ndige Bratwurstberichterstattung, die nichts weiter tut, als mit verschwurbelten Texten √ľber Wetterg√∂tter zu fantasieren. Schlechte Zust√§nde zu kritisieren, sollte eine journalistische Grundtugend sein. Und es darf keine „Bei√ühemmung“ gegen√ľber √§u√üerst schlechtem „Journalismus“ geben.

Das passt nat√ľrlich √ľberhaupt nicht zum Selbstbild, denn immerhin streiken die MM-Redakteure ja f√ľr „Qualit√§tsjournalismus“ (zumindest, was sie darunter verstehen) und f√ľr eine entsprechende Bezahlung.

Die MM-Redakteure behaupten sogar, dass es um die „Zukunft des Qualit√§sjournalismus“ ginge:

Auf der Blogseite liest sich das etwas ehrlicher – da gehts √ľberwiegend ums Geld und ganz zum Schluss ein bisschen um „die Demokratie“. Und angeblich streiken sie auch f√ľr „unsere Leser“.

Um was geht es? Um Demokratie? Eher doch ums Geld.

Tats√§chlich halten die streikenden MM-Redakteure aber „unseren Lesern“ missliebige Informationen vor. Oder warum l√∂schen sie sonst Kommentare, die weder beleidigend noch anst√∂√üig sind? Sondern zus√§tzliche Informationen enthalten, mit den sich Leserinnen und Leser eine eigene Meinung bilden k√∂nnen? Mal abgesehen davon, dass es in beiden verlinkten Informationen gar nicht „direkt“ um die streikenden MM-Redakteure selbst ging und ich im ARD-Interview sogar die Verlegerseite ordentlich kritisiert habe?

Oder darf-¬† nicht Meinung sein, was nicht der Meinung der streikenden MM-Redakteure entspricht? Oder d√ľrfen die keine Stimme haben, die man nicht leiden kann? Ist es das, was diese Redakteure mit „wir streiken f√ľr unsere Leser“ meinen? Unter Transparenz, Meinungsvielfalt? Unter „Kritik“ und streitbarem Journalismus?

MM-Streiker vs. Tagblatt-Streiker

Ganz anders der Umgang bei den Streikenden vom „Schw√§bischen Tagblatt“. Die verlinken von sich aus auf den ARD-Beitrag, allerdings mit einer fehlerhaften Information und nennen mit einen „bloggenden Ex-Redakteur“. Ich korrigiere das h√∂flich und verlinke ebenfalls zwei Texte, die aus Sicht der Zeitungsredakteure sicher nicht „angenehm“ sind.

Die Reaktion ist anständig: Der Kommentar wird frei geschaltet, der Fehler korrigiert. Auch wenn ich nicht weiß, wie die Berichterstattungsqualität des Schwäbischen Tagblatts ist, habe ich zumindest durch diese Verhalten einen positiven Eindruck gewonnen. Das ist das einzig zu erwartende Verhalten.

Die Streikenden beim Schwäbischen Tagblatt haben Kritik zugelassen.

Immerhin: Man k√∂nnte auch annehmen, dass vielleicht nur die MM-Streikenden f√ľr die „L√∂sch-Aktion“ verantwortlich sind, die die Facebook-Seite betreuen. Aber das w√§re nur eine billige Ausrede f√ľr die Gesamt-Bagage.

Wer einen Funken Ehre im Leib hat, was ich bei vielen nicht vermute, m√ľsste sofort auf diese Aktion reagieren und sein Missfallen ausdr√ľcken. Das aber ist doch mehr als unwahrscheinlich. (Ich bin fast sicher, dass sich niemand f√ľr diese „L√∂sch“-Aktion entschuldigt oder sie kritisiert.)

Leider haben die MM-Redakteure im Ausstand noch nicht verstanden, dass sie l√§ngst nicht mehr alleine „Meinungen bilden“, also nicht mehr bestimmen k√∂nnen, √ľber wen und was sie wie informieren oder was sie lieber „unterdr√ľckt“ sehen wollen.

Das Internet macht die Welt transparenter. Und zeigt, wie dumm oder hilflos manche Journalisten, die eigentlich daran mitwirken sollten, reagieren.

Absurd wird es, wenn dieser Haufen das Wort „Qualit√§tsjournalismus“ f√ľhrt. Sie stehen weder f√ľr Qualit√§t noch Journalismus noch f√ľr die Kombination aus beidem.

Ich unterst√ľtze die Forderungen der Verleger kein bisschen – aber im Fall der MM-Streikenden w√§re ich sogar mit der ein oder anderen fristlosen K√ľndigung vollkommen einverstanden.

Es wäre sicher kein allzu großer Verlust.

Denn die MM-Redakteure fordern Solidarität, die sie selbst nicht bereit sind zu geben. Dieser Kommentar wartet immer noch auf Freischaltung.

Solidarität mit dem journalistischen Prekariat, den "Freien"? Nicht bei den streikenden MM-Redakteuren.

P.S.
Das Internet l√§sst sich nicht so einfach kontrollieren, „verehrte Kollegen“, wie ihr das denkt. Und das ist gut so. Schlecht ist: Das habt ihr leider noch nicht verstanden und vermutlich werdet ihr das auch nicht verstehen.

Zeitungsstreik: Solidarität? Wieso, weshalb, warum?

Heddesheim/Mannheim/Stuttgart, 03. August 2011. Die streikenden Zeitungsredakteure fordern Solidarit√§t ein. Denn ihnen drohen Lohnk√ľrzungen und schlechtere Arbeitsbedingungen. Doch ist deren „Emp√∂rung“ wirklich nachvollziehbar? Haben sie sich „Solidarit√§t“ verdient?

Von Hardy Prothmann

Es gibt sie noch, die sehr guten Redakteure. Vereinzelt. Aber deren Einfluss ist gering. Sie haben schon l√§ngst keine Lobby mehr und im Zweifel finden die, die kritisch berichten und die Folgen tragen m√ľssen, keine Solidarit√§t bei den „Kollegen“. Der Gesamtzustand der Branche ist desolat.

Ob der Kommentar jemals frei geschaltet wird? Knapp acht Stunden nach dem Erstellen auf der MM-Streikseite wartet er immer noch auf "Freischaltung".

Es gibt genau eine Perspektive, unter der man die Empörung der streikenden Zeitungsredakteure verstehen kann: Noch verdienen die meisten Verlage satte Renditen, häufig im zweistelligen Bereich. Wenn die Arbeitgeber vor diesem Hintergrund bis zu 25 Prozent unter dem bisherigen Tarif Berufsanfänger beschäftigen wollen, dann ist das skandalös und grob sittenwidrig. Damit endet die eine Perspektive.

Honorardumping ist der Normalzustand

Die anderen sehen so aus:

Skandal√∂se „Auftragsverh√§ltnisse“ sind der „Normalzustand“, mit dem man die Einkommensituation von vielen freien Journalisten oder „Mitarbeitern“ beschreiben kann.

Deswegen hat es sich auch schon mit meiner Solidarit√§t gegen√ľber den Zeitungsredakteuren. Ich werfe den meisten von ihnen Kumpanei, Mitt√§terschaft, Honorar-Dumping, Untertanentum, Eitelkeit, √úberheblichkeit, Weltentr√ľcktheit und Respektlosigkeit vor. Sie sind Teil eines mafiosen Systems und haben solange still gehalten, solange sie ihren Teil der Beute abbekommen haben. Jetzt sind sie im Streik, weil ihnen ihr „Anteil“ zu klein scheint.

Und ich wei√ü, wovon ich rede. Denn ich bin seit 20 Jahren freier Journalist und meine „Abnehmer“ waren √ľber 18 Jahre lang Redakteure. Mit vielen davon habe ich sehr gut zusammengearbeitet. Fr√ľher. Doch die Zeiten haben sich ge√§ndert. Die Zusammenarbeit wurde immer schwieriger – nicht unbedingt, aber auch inhaltlich. Vor allem aber wirtschaftlich.

HorrorHonorargeschichten

1994 bin ich nach drei Jahren mit meinem Universit√§tsabschluss vom lokalen in den √ľberregionalen Journalismus gewechselt. Denn nur dort waren einigerma√üen gute Honorare zu erwirtschaften.

Was ich niemals erlebt habe, war ein „Bonus“ f√ľr eine au√üergew√∂hnlich gute Arbeit, der mir einfach angeboten oder √ľberwiesen worden w√§re. Was ich ab und an erleben durfte, waren ein klein wenig h√∂here Honorare, wenn ich diese mit guten Argumenten nachgefordert hatte. Was ich meistens erlebt habe, waren „Honorare“ die ihrem Namen keine Ehre machten. Die Zeilen- oder Beitragshonorare waren niemals √ľppig, selten gut, oft „gingen sie grad so“, meist waren sie nicht akzeptabel. Jedenfalls, wenn man davon leben wollte.

Beim Mannheimer Morgen habe ich 55 Pfenning (27 Cent) die Zeile „verdient“. Brutto. Ein mittlerer zweispaltiger Bericht mit 80 Zeilen ergab demnach 44 Deutsche Mark. Rechnete man im Schnitt eine Stunde Wegstrecke, 1,5 Stunden Schreiben, 1,5 Stunden vor Ort, eine Stunden Vor- und Nachbereitung, kam man auf einen Stundenlohn von 8,80 Deutsche Mark.

In den drei Jahren beim MM habe ich rund 1.000 Artikel geschrieben. Ich war als „freier Mitarbeiter“ damit ganz gut „im Gesch√§ft“. Einwandfreie Qualit√§t wurde selbstredend immer erwartet. Alle Artikel wurden ver√∂ffentlicht. Manchmal waren 100 Zeilen bestellt, 70 wurden abgedruckt und nur 70 wurden zun√§chst bezahlt. Weil ich gut war und gebraucht wurde, hatte meine Intervention Erfolg – ich bekam die bestellten und abgelieferten Zeilen bezahlt, sollte dazu aber gegen√ľber anderen Mitarbeitern stillschweigen.

In diesen drei Jahren ist es mir in einem einzigen Monat gelungen, 1.700 Deutsche Mark zusammenzuschreiben. Der Grund: Viele Redakteure waren in Urlaub, also gab es mehr als sonst zu tun und es gab ein paar spannende Themen und viele Vereinsfeste. Damals war ich 25 Jahre alt. Im Schnitt habe ich rund 800 Mark mit meinem freien Journalismus verdient. Brutto.

„Das Thema kriegen wir nicht durch.“

Davon musste ich ein Auto unterhalten, ein B√ľro, Computer, Telefon. Irgendeine „Kostenpauschale“ stand nicht zur Disposition. Ein paar Redakteure bestellten ab und an zehn Zeilen mehr als sie f√ľr den Abdruck vorgesehen hatten. Die 5,5 Mark waren sowas wie ein „Anerkennung“, weil ich immer einsatzbereit war.

Termine kamen aus der Redaktion, die meisten Themenvorschl√§ge von mir. Meist wurden sie angenommen, aber immer wieder h√∂rte ich den Satz: „Das Thema kriegen wir nicht durch.“

Ab 1994 √§nderten sich meine Verh√§ltnisse mit einem Artikel f√ľr Die Zeit. Dort erhielt ich 2,8 Mark die Zeile und sogar ein Fotohonorar von 150 Euro. Zusammen waren das f√ľr einen „Job“ 430 Euro. Das war sensationell. Fortan konzentrierte ich mich auf gr√∂√üere Zeitungen, Wochenzeitungen, Magazine sowie √ľberwiegend den ARD-H√∂rfunk, der am l√§ngsten ganz gut bezahlte und auch heute noch akzeptable Honorare bietet.

Und ich habe oft „Angebote“ ausgeschlagen, die immer wieder angefragt wurden, weil ich den „Markt“ nicht kaputt machen wollte. Unter 350 Mark habe ich keine Magazinseite geschrieben. Niemals unter einer Mark eine Zeile (au√üer f√ľr die taz, die 70 Pfenning die Zeile zahlte).

Dazu habe ich an Zeitschriftenentwicklungen mitgewirkt, das brachte am meisten Geld, Redaktionsvertretungen gemacht, Vorträge und Seminare gehalten.

Um auf das Einstiegsgehalt eines Zeitungsredakteurs von damals rund 4.000 Mark Brutto zu kommen, musste ich rund 6.000 Mark verdienen und zus√§tzlich Geld f√ľr die „Infrastruktur“ wie Auto, Telekommunikation, Computer, Kamera. Manchmal hat das funktioniert, manchmal nicht.

Nochmal zur Verdeutlichung: Bei 55 Pfenning pro Zeile und 150 Zeilen täglich wäre ich bei einer 5-Tage-Woche auf 1.650 Mark gekommen. Rechnet man noch sechs Wochen Urlaub ein, wären rund 1.440 Mark brutto geblieben. Krank durfte man nicht werden, Nein sagen auch nicht. Und es gab damals Zeitungen, die nur 25 Pfenning pro Zeile zahlten.

Durch meinen Wechsel in die „h√∂here Honorarliga“ war ich in der gl√ľcklichen Lage, nicht jeden Mist machen zu m√ľssen, sondern mir Themen und Auftr√§ge aussuchen zu k√∂nnen.

Die meisten Kollegen versuchten, irgendwie eine Festanstellung zu bekommen. Nicht, um journalistisch interessanter arbeiten zu können, sondern um versorgt zu sein.

Doch die „T√∂pfe“ f√ľr „Honorare“ wurden zunehmend geringer. Viele Kollegen klagten nur noch, schlugen sich mehr schlecht als recht durch, auch ich hatte Einbu√üen, aber es ging noch ganz gut.

FAZ: 70 Cent pro Zeile sind „normal“

Als ich 2003 einen exklusiven Text mit einem enormen Rechercheaufwand geschrieben hatte, bekam ich 70 Euro √ľberwiesen. F√ľr einen 100-zeiligen Artikel. Also 70 Cent pro Zeile. Ich habe mich daraufhin beim Herausgeber Schirrmacher beschwert, der mir zur√ľckgeschrieben hat, dass dies einem „durchaus √ľblichen Honorar“ entspr√§che, ich aber eine Nachzahlung von 90 Euro erhielte. Eine weitere Zusammenarbeit war nicht mehr gew√ľnscht.

Als ich 2004 zuf√§llig zum Tsunami auf der thail√§ndischen Insel Phuket war, berichtete ich 18 Tage lang f√ľr mehrere deutsche Medien. Darunter Spiegel, Spiegel Online, Spiegel TV, Focus, Handelsblatt, Zeit, tagesspiegel, Berliner Morgenpost, Welt, SWR und noch ein paar andere. In knapp drei Wochen habe ich rund 15.000 Euro Umsatz gemacht.

Ich war 16-20 Stunden im Einsatz, habe am Tag nach der Katastrophe 600 Leichen gez√§hlt, um die Zahl der Opfer absch√§tzen zu k√∂nnen, habe unter anderem eine Reportage √ľber die Arbeit der DVI-Teams (Desaster Victims Identification) geschrieben, Tage im Krankenhaus verbracht und √ľber das Leid und die Hoffnung berichtet.

5.000 Euro die Woche? Kein schlechtes „Honorar“. Doch zu welchem Preis? F√ľr welchen Einsatz? H√§tte ich ein „psychologisches“ Problem bekommen, einen Unfall erlitten – wer h√§tte f√ľr mich gesorgt? Es gibt f√ľr freie Journalisten selten eine Kostenerstattung und so gut wie nie eine Absicherung durch die „Auftraggeber“. Aber es gibt noch Jobs f√ľr alle die, die „gut“ verdienen wollen – √ľberall da, wo es gef√§hrlich ist. Denn da gehen die Redakteure nicht hin.

Tagessätze von unter 250 Euro habe ich niemals akzeptiert. Mein Normalsatz waren 350 Euro. Heutzutage sind 75 Euro kein Ausnahmefall.

Lokalberichterstattung ist Ausbeutung auf höchstem Niveau

Im „Lokalen“ sieht es am bittersten aus. Da bleiben f√ľr Freie meist nur die „Krumen“. Feste und Vereine. Eben alles das, wof√ľr sich die Redakteure meist zu schade sind. Plus Abend- und Wochenendtermine, weil die meisten Redakteure dann frei haben. H√§ufig sind das Rentner, die nicht unbedingt dazu verdienen m√ľssen oder Hausfrauen. Oder ehemalige Praktikanten wie ich, die dann f√ľr Hungerl√∂hne Zeilen schinden und anfangen, irgendwas blumig zu erdichten.

Zeitungsredakteure geben das in Auftrag, nehmen es ab und ver√∂ffentlichen diesen Schund. Diese Bratwurstberichterstattung √ľber Wetterg√∂tter, allgemeine Zufriedenheit, k√ľhlen Gerstensaft und leckere Bratw√ľrste. Sie suchen die N√§he der „M√§chtigen“ und schreiben den meisten nach dem Maul – au√üer, der Herr Verleger oder der Chefredakteur haben jemand „auf dem Kieker“ – der wird dann „runtergeschrieben“. Ansonsten dient man sich an.

Redakteure bilden den unsolidarischst-vorstellbaren Haufen

Es gibt keinen unsolidarischeren Haufen als diese Zeitungsredakteure, die sich einen Dreck drum scheren, wie es „ihren“ freien Mitarbeitern geht. Meist erlebt man Arrogantlinge, die vor Selbst√ľberheblichkeit kaum noch laufen k√∂nnen und mit ihrer Schere im Kopf st√§ndig bem√ľht sind, keinen √Ąrger zu bekommen, statt „Anwalt des Lesers“ zu sein und „Missst√§nde aufzudecken“. Sie halten sich f√ľr „unabh√§ngig“ – wie wenig sie das sind, zeigt ihr Streik.

Redakteure, die es genie√üen, hoffiert zu werden, die selbstverst√§ndlich immer ihre „Extra-Wurst“ einfordern, sich auf Reisen einladen lassen, sich beschenken lassen und „Presserabatte“ einfordern. Und ihr Sal√§r gerne mal mit einer „Moderation“ aufarbeiten und gar nicht so selten in ihrer Freizeit „Berichte“ f√ľr Unternehmen oder Politiker schreiben, die sie als „Pressemitteilung“ dieser Unternehmen oder Politiker dann als „Grundlage“ f√ľr ihre „journalistischen Berichte“ verwenden.

Sie agieren dabei genauso, wie viele Chefredakteure und Redaktionsleiter, die in teure Hotels zu wichtigen Konferenzen eingeladen werden, wo Unternehmen, Politiker, Verb√§nde und Lobbyisten dann „Themenstrecken“ und Anzeigenbuchungen aushandeln. Und vor allem, √ľber was nicht berichtet wird.

Man kann vermuten, dass einige Redakteure bei Tageszeitungen journalistisch auch einfach zu inkompetent sind, um dieses Zusammenhänge verstehen zu wollen, geschweige denn zu sehen. Man liegt aber auch richtig, wenn man annimmt, dass viele dies schweigend zur Kenntnis nehmen und wissen, was sie und was sie nicht zu berichten haben.

Transparenz √ľber die Hintergr√ľnde ihrer Arbeit findet man von den Redakteuren in den Zeitungen so gut wie niemals.

Und diese Leute fordern nun Solidarität. Also einen Zusammenhalt, eine Haltung?

Arrogante Verlogenheit

Wer sich und andere √ľber Jahrzehnte selbst bel√ľgt, kann wahrscheinlich die eigene Verlogenheit irgendwann nicht mehr erkennen.

Mit dem Blick von au√üen sehe ich aber keinen Grund, mich mit diesen Leuten zu solidarisieren, von denen ich und die allermeisten freien Journalisten in Deutschland niemals „Solidarit√§t“ erfahren haben.

Und wenn Leserinnen und Leser w√ľssten, wie respektlos und despektierlich sich „Redakteure“ oft √ľber ihre Kunden auslassen – sie w√§ren entsetzt. „Die da drau√üen“ sind f√ľr viele Redakteure einfach nur dumme Leute. Solange es kaum eine M√∂glichkeit gab, die „Kontrolleure“ zu kontrollieren, mussten die Leute „glauben, was in der Zeitung steht“.

Das Internet hat das ver√§ndert – heute gibt es so viele Quellen und so viele M√∂glichkeiten sich per email, Facebook oder anderen Medien zu informieren und auszutauschen. Und es gibt viele Redakteure, die ihre Verachtungshorizont auf das Internet ausgeweitet haben, wo man angeblich „nur Dreck findet“. Und es gibt nicht wenige, die stolz darauf sind, dass sie das Internet nicht benutzen.

Darin unterscheiden sie sich nicht von denen, gegen die sie gerade streiken – die Verleger als Arbeitsgeber.

Nachtrag:
Alle Redakteure, mit denen ich gut zusammengearbeitet habe und dies weiterhin tue, schließe ich selbstverständlich aus und hoffe, dass sie ihren schweren Stand weiter halten können.

Zeitungsstreik: „Finger weg vom Mantel“


Wer ist wir und bittet "um Verst√§ndnis"? Das ist die einzige Information heute zum Streik der Angestellten beim MM. Gehts d√ľrftiger?

Mannheim/Rhein-Neckar, 28. Juni 2011. (red) √úberall in Baden-W√ľrttemberg streiken zur Zeit Redakteure, Drucker und Verlagsangestellte. Der Grund: Die schamlose Forderung der Verleger, Tarifvertr√§ge nicht nur nicht zu erh√∂hen, sondern im Gegenteil deutliche Einkommenseinbu√üen zu aktzeptieren. Die Zeitungsbranche-¬† ist einer massiven Krise. Den Streik werden die Verleger gewinnen – wenn nicht, werden die Redaktionen umgebaut und die Verlage w√§hlen die Tarifflucht.

Von Hardy Prothmann

Beim „Mannheimer Morgen“ ist es der Tag der Volont√§re, freien Mitarbeiter und Praktikanten: Sie d√ľrfen endlich einmal ihr K√∂nnen unter Beweis stellen, w√§hrend 65 der 80 gestandenen Redakteure im Streiklokal sitzen und das weitere Vorgehen beraten. Vier Druckseiten d√ľnner ist das Blatt am Freitag. Horst Roth, Chefredakteur und Mitglied der Gesch√§ftsleitung, √§rgert sich √ľber den Ausstand: „Bei jedem Streik stehen wir in der ersten Reihe.“

So beginnt ein Bericht auf Spiegel Online am 30. Januar 2004. √úber 2.000 der damals noch 14.000 Zeitungsredakteure waren damals im Ausstand. Die Forderungen der Gewerkschaften dju (Deutsche Journalisten-Union in ver.di) und DJV (Deutscher Journalistenverband) sind fast bescheiden zu nennen: Sie wollen, dass die Manteltarifvertr√§ge f√ľr Redakteure, Drucker und Verlagsangestellte nicht angetastet werden. Also so eine Art Nullrunde.

20-25 Prozent weniger fordern die Verleger

Ganz anders die Verleger: Sie wollen neue tarifliche Regelungen und 20-25 Prozent weniger zahlen. Ein Redakteur steigt heute mit rund 3.200 Euro Brutto ein, nach zehn Jahren verdient er etwa 4.500 Euro brutto. Ein Beruftseinsteiger hat heutzutage typischerweise ein Studium hinter sich und eine ein bis dreijährige Volontariatszeit, meist kommen ein bis zwei Jahre Praktika und freie Mitarbeit hinzu. Das bedeutet eine knapp zehnjährige Ausbildung mit einem aus Verlegersicht angemessen Einstiegsgehalt von dann 2.400 Euro brutto.

2004 zitiert Spiegel online einen Redakteur der S√ľddeutschen Zeitung:

Rainer Olbert, Nachrichtenredakteur der „S√ľddeutschen Zeitung“, der wie 180 seiner Kollegen im S√ľddeutschen Verlag die Arbeit niederlegte, l√§sst das Argument des FAZ-Betriebsrats nicht gelten: „Die Zeitungsverleger d√ľrfen die schwierige wirtschaftliche Lage nicht dazu nutzen, einen Horrorkatalog aufzustellen.“ Hinnehmbar sei eine Lohnerh√∂hung, die nur die Inflation ausgleiche, inakzeptabel sei aber, Leistungen zu k√ľrzen, sagt er.

Wie m√ľssen die Arbeitnehmer in Verlagen heute die Lage sehen, wenn die Forderungen 2004 schon der „Horror“ waren? Als Super-Horror? Als Lohn-Gau?

Gerhard Vohs, Mannheimer ver.di-Sektret√§r im Fachberich 8 (Medienbetrieben, Journalismus, Kulturellen Einrichtungen, Bildender und Darstellender Kunst, Literatur und Musik, Druckindustrie, Papier, Pappe und Kunststoffverarbeitenden Betrieben, Betrieben der industriellen Dienstleistung) bringt die Forderung auf den Punkt: „Finger weg vom Mantel“.

Hei√üt, keine K√ľrzungen bei Urlaubsgeld – momentan erhalten Redakteure 14 Monatsgeh√§lter bei einer 35-Stunden-Woche. „2007 und 2008 waren Spitzenjahre f√ľr die Verlage, 2009 bis heute konnten die Zeitungen wohl nicht in gleichem Ma√üe vom Aufschwung profitieren wie die erzeugende Industrie, aber immer noch wird gut verdient.“

Zweistellige Umsatzrenditen bei Verlagen

Wie gut, l√§sst sich nicht genau sagen, weil die Verlage sich nicht in die Karten schauen lassen. Mitte der Neunziger galten Umsatzrenditen von √ľber 20 Prozent noch fast als „normal“, mittlerweile m√ľssen sich viele Verlag mit „nur noch“ zehn bis f√ľnfzehn Prozent „zufrieden geben“.

Auch wenn das Produkt nicht vollwertig ist - der Abonnent zahlt trotzdem. Quelle: Impressum MM

Um die Gewinne hoch zu halten werden die Redaktionen immer mehr ausged√ľnnt – redaktionelle Inhalte werden mit Pressemitteilungen und Vereintexten gef√ľllt. Freie Mitarbeiter f√ľhlen die Zeilen f√ľr einen Hungerlohn. Am √ľbelsten wird den meist freien Fotografen mitgespielt, die technisch immer auf der H√∂he der Zeit sein m√ľssen und nur noch Minimalsthonorare erhalten, wenn nicht freie Mitarbeiter ohne Fotografiekenntnisse die Bilder vor Ort gleich mitmachen.

Der dumme ist der Kunde

Laut Gerhard Vohs sind rund 80 Prozent der 80 Redakteure beim Mannheimer Morgen gestern und heute im Ausstand. Bei der Rhein-Neckar-Zeitung haben sich die Kollegen nicht angeschlossen, dort sei man „verunsichert“. Vohs sagt: „Die Stimmung ist fast √ľberall in Baden-W√ľrttemberg so, dass wir vielleicht sogar eine ganze Woche in den Streik gehen k√∂nnten, das wird dann bitter, weil keine vorgefertigten Texte mehr da sind und nur noch echte Notausgaben erscheinen k√∂nnten.“

In den Zeitungen selbst wird kaum √ľber die Streik berichtet, die die eigene Branche betreffen.

Egal, wie die Verhandlungen ausgehen – die Abonnenten zahlen unabh√§ngig vom Produkt und den Inhalten den vollen Preis. Auch hier zeigen die Verleger sich knallhart. Wem das nicht gef√§llt, kann nat√ľrlich das Abo k√ľndigen. Bei den Tarifverhandlungen haben dju und DJV meist klein beigegeben – zu gro√ü ist der Druck im Arbeitsmarkt. Abo-K√ľndigungen aber f√ľrchten die Verleger, denn die Auflage diktiert immer noch die unversch√§mten Anzeigenpreise.

Ausgliedern als ultima ratio

Landauf- landab haben viele Verlage schon vorgemacht, wie sie damit umgehen, wenn die Gewerkschaften nicht spuren. Dann werden Redaktionen kurzerhand entlassen und neue GmbHs gegr√ľndet, bei denen die Redakteure sich dann mit teil 40-prozentiger Einkommenseinbu√üen wieder verdingen k√∂nnen.

Wer nicht spurt, fliegt raus und kann sicher sein, nirgendwo anders einen Job zu erhalten – es sei denn, zu noch schlechteren Bedingungen.

In eigener Sache: Berichte √ľber unsere blogs


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 18. Mai 2011. (Aktualisiert) heddesheimblog, hirschbergblog, ladenburgblog, weinheimblog, rheinneckarblog, viernheimblog sind lokal-journalistische Informationsplattformen im Internet. Weder der Journalismus, noch das Internet sind neu. Neu ist die Kombination von kritischem Lokaljournalismus im „weltweiten Netz“. Dazu gibt es viele Meinungen. Was andere √ľber uns und unseren Journalismus denken – lesen Sie hier. Wir aktualisieren diese Liste seit November 2009 fortlaufend.

sueddeutsche

sueddeutsche.de interviewt Hardy Prothmann.

Der Anspruch ist ein einfacher: Bester Journalismus f√ľrs Lokale. Seit Mai 2009 berichtet das heddesheimblog √ľber Heddesheim und manchmal √ľber die Gemeindegrenzen hinaus. Seit Dezember 2009 gibt es das hirschbergblog, seit Februar 2010 das ladenburgblog, seit November 2010 das weinheimblog, seit Januar 2011 das rheinneckarblog, seit April 2011 das viernheimblog.

Vorbildfunktion.

Diese Arbeit hat die Aufmerksamkeit vieler Journalisten und Medienmacher √ľberall in der Republik auf sich gezogen.

Warum? Ganz einfach.

Obwohl der größte Teil des Journalismus in Deutschland im Lokalen stattfindet, gilt der Lokaljournalismus als qualitativ minderwertig. Kein Wunder, ruhen sich doch die meist monopolistischen Lokalzeitungen auf ihrer konkurrenzlosen Position aus.

Lokal = spannend.

Unsere Redaktion hält dagegen und beweist seit nunmehr zwei Jahren, dass lokale Themen spannende Themen sind. Lokale Berichterstattung ist eine Herausforderung Рdie viele Zeitungen seit Jahren nicht mehr annehmen РRadio und Fernsehen schon gar nicht.

Unsere Blogs genie√üen eine hohe Aufmerksamkeit bei den Leserinnen und Lesern – weil sie seri√∂sen, kritischen und meinungsstarken Journalismus bieten. Weil wir recherchieren und nachhaken – die Bratwurstberichterstattung √ľberlassen wir anderen.

Wir sind davon √ľberzeugt, dass es wichtig ist, das kommunale „Zeitgeschehen“ abzubilden. √úberall auf der Welt leben die Menschen lokal – die Nachrichten √ľber das lokale Leben sind der exklusivste Inhalt vor Ort.

Lokal = exklusiv.

Wir berichten auch √ľber gro√üe Themen der Republik, wir holen diese aber ins Lokale. Wir sind im engen Kontakt mit unseren LeserInnen – ganz pers√∂nlich aber auch √ľber neue „Social Media“-Plattformen wie Twitter und Facebook oder Wer-kennt-wen.

„Wir“ sind eine kleine Redaktion mit freien Mitarbeiter, die alle eins verbindet – hohes Engagement.

√úber die Kommentarfunktion bringen sich die LeserInnen zudem ein und bereichern (meistens) die Berichterstattung. Aktiver Austausch von Fakten, Argumenten und Meinungen ist wichtig f√ľr das Zusammenleben in der Gemeinde.

Finanziert wird unsere Arbeit durch Werbung und die Beratung von Firmen und Institutionen zum Einsatz von Blogs und „Social Media“ – modernes Marketing ist l√§ngst mehr als die langweilige, teure und passive Zeitungsanzeige. W√§hrend Print kontinuierlich verliert, gewinnt das Internet rasant. Immer mehr Menschen lesen und informieren sich online – alle Markstudien belegen diese Tatsache.

dctp

dctp-Journalist Philip Banse interviewt Hardy Prothmann.

Unsere Blogs bieten also aktiven Journalismus. Und die Arbeit der Redaktion ist transparent.

Seit Anfang Mai 2011 haben wir uns mit anderen Internet-Zeitungen deutschlandweit zusammengeschlossen: istlokal.de ist ein Netzwerk von lokalen Internetmedien, die sich gegenseitig unterst√ľtzen. Zu: Journalismus, Vermarktung, Technik und Recht. Rund 50 Angebote machen derzeit mit.

Kritik = konstruktiv.

Unsere kritische Haltung gef√§llt nicht jedem – weil viele durch die unkritische Berichterstattung der „etablierten“ Medien nicht mehr mit Kritik umgehen k√∂nnen.

Kritik bedeutet aus unserer Sicht nicht, dass wir „jemanden schlecht machen“, sondern dass wir aufzeigen, wo es „nicht gut l√§uft“, wo etwas zu verbessern ist.

Kritik hei√üt, sich mit einer Sache oder Personen auseinanderzusetzen und kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Falsche R√ľcksichtnahmen sind in unseren Augen die Garantie daf√ľr, dass sich nichts ver√§ndert.

Wir „kritisieren“ aber auch immer gerne „positiv“, wenn es „gute“ Nachrichten zu berichten gibt.

Zukunft des Lokaljournalismus.

Deswegen orientieren sich viele andere Journalisten und Redaktionen bereits an unserer Arbeit – die lokale Berichterstattung im Internet gilt vielen als die Zukunft des Lokaljournalismus.

Hardy Prothmann, verantwortlicher Journalist f√ľr diese neue Form des Lokaljournalismus, ist gern gesehener Gast bei Medientagungen. Ob beim Frankfurter Tag des Onlinejournalismus auf Einladung der Evangelischen Kirche Deutschland und des Hessischen Rundfunks, beim katholischen ifp (Institut zur F√∂rderung publizistischen Nachwuches e.V.) oder bei der Hochschule Darmstadt-Dieburg, um nur drei Beispiele zu nennen.

Diese Zukunft machen wir schon heute. Nachfolgend lesen Sie Artikel, Interviews, Beitr√§ge von anderen Medien √ľber unsere Blogs.
Neueste Beitr√§te wie √ľblich oben.

evangelisch

Porträt bei evangelisch.de

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Die Redaktion heddesheimblog, hirschbergblog, ladenburgblog

In eigener Sache: Wir begr√ľ√üen Christian M√ľhlbauer

Guten Tag!

Heddesheim, 23. November 2010. Seit Montag, 22. November 2010, absolviert Christian M√ľhlbauer ein journalistisches Praktikum bei uns. Der Journalistik-Student bringt eine gute Internet-Vorbildung mit und will die lokale Berichterstattung kennenlernen.

Christian M√ľhlbauer (22) studiert seit dem Wintersemester 2009/2010 an der Hochschule Ansbach Ressortjournalismus. Dabei handelt es sich um einen neuen Studiengang. Neben einer fundierten journalistischen Ausbildung liegt der Blickpunkt insbesondere auf einer crossmedialen Arbeitsweise. Dar√ľber hinaus m√ľssen die Studenten einen journalistischen Studienschwerpunkt (Ressort) w√§hlen.

Die Hochschule bietet hier die Schwerpunkte Kultur, Sport, Energie und Umwelt, Politik und Wirtschaft, Medizin sowie Medientechnik an: „Ich plane den Schwerpunkt Politik und Wirtschaft zu belegen.“

Seit fast drei Jahren arbeitet Christian M√ľhlbauer als freier Journalist f√ľr eines der 100 gr√∂√Į¬¨‚Äöten deutschen Webportale. Sein journalistischer Schwerpunkt liegt dort bei den Themengebieten (IT-)Recht sowie Neue Medien.

Beim DJV-Kongress „Besser online 2010“ besuchte Christian M√ľhlbauer Anfang Oktober 2010 einen Vortrag von Hardy Prothmann (verantwortlich f√ľr diese Seite) √ľber lokale Berichterstattung im Internet und bewarb sich spontan f√ľr ein redaktionelles Praktikum, um diese Arbeit vor Ort kennenzulernen.

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