Mittwoch, 13. Dezember 2017

Polizeireform

Kriminalpolizeiau├čenstellen im Rhein-Neckar-Kreis werden geschlossen

Dienstmarke der Kripo. Quelle: Wikipedia, Wo st 01, CC BY-SA 3.0

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar/Stuttgart, 31. Juli 2012. (red/pol) Jetzt steht es fest: Opfer der Polizeireform werden die Kriminalpolizeiau├čenstellen (Kast). Die sechs Standorte im Rhein-Neckar-Kreis werden geschlossen und von der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg respektive des Kriminalkommissariats Mannheim ├╝bernommen. Projektleiter Detlef Werner will B├╝rger und Gemeinden nochmals vor Ort ├╝ber die ├änderungen informieren.

Information der Polizei:

„Mit der Entscheidung des Innenministeriums, im Rahmen der Strukturreform der Polizei Baden-W├╝rttemberg nur die bisherige Kriminalpolizei-Au├čenstelle in Bruchsal als k├╝nftiges Kriminalkommissariat zu erhalten, herrscht nun auch in der Rhein-Neckar-Region Klarheit ├╝ber die Zukunft der sechs Au├čenstellen in Eberbach, Sinsheim, Wiesloch, Schwetzingen, Weinheim und Ladenburg: diese ausgelagerten, eher kleinen Standorte werden ab dem Zeitpunkt der Verschmelzung des Polizeipr├Ąsidiums Mannheim mit der Polizeidirektion Heidelberg aufgel├Âst; ihre Aufgaben von Beamten der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg respektive des Kriminalkommissariats Mannheim ├╝bernommen.

ÔÇ×Wir wissen, dass diese Entscheidung insbesondere im Rhein-Neckar-Raum nicht unumstritten istÔÇť signalisierte der Leiter des Projektes ÔÇ×Polizeipr├Ąsidium Mannheim/HeidelbergÔÇť, Detlef Werner, Verst├Ąndnis f├╝r die Proteste, die sich vornehmlich an den Dienstsitzen der Kriminalpolizei-Au├čenstellen ├Âffentlich artikulierten. ÔÇ×Ich kann den Bef├╝rchtungen aber insoweit entgegentreten, dass wir uns mit der kriminalpolizeilichen Betreuung keineswegs aus der Fl├Ąche zur├╝ckziehen. Die Kriminalpolizei wird am Standort Heidelberg k├╝nftig mit rd. 300 Kriminalbeamtinnen und Kriminalbeamten gegen├╝ber heute in doppelter Personalst├Ąrke arbeiten und mit ihrer deutlich erh├Âhten Leistungsf├Ąhigkeit gerade auch den l├Ąndlichen Bereichen des k├╝nftigen Zust├Ąndigkeitsbereichs zu Gute kommen.ÔÇť

Der Leitende Polizeidirektor, nominell noch stellvertretender Leiter der Landespolizeidirektion im Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe, wies darauf hin, dass die hohe Dichte von sechs Kripo-Au├čenstellen auf einem Raum von nur ca. 60 x 20 Kilometern landesweit die ganz gro├če Ausnahme darstellt und die Erfahrungen in den anderen Regionen Baden-W├╝rttembergs zeigen, dass kriminalpolizeiliche Aufgaben sehr wohl zentral bearbeitet werden k├Ânnen. ÔÇ×Der gr├Â├čte Teil der Polizeidienststellen in Baden-W├╝rttemberg verf├╝gte noch nie ├╝ber Kripo-Au├čenstellen, und niemand k├Ânnte behaupten, dass die Betreuung dort schlecht gewesen w├ĄreÔÇť so Detlef Werner weiter.

Dar├╝ber hinaus w├╝rden auch in der heutigen Organisationsstruktur bereits wesentliche kriminalpolizeiliche Aufgaben, insbesondere bei Kapitaldelikten, nahezu ausschlie├člich von den zentralen Standorten der Kriminalpolizei und nicht von den Kriminalpolizei-Au├čenstellen wahrgenommen. Weiterhin seien die Kriminalpolizei-Au├čenstellen im Tagesdienst organisiert, weshalb au├čerhalb der ├╝blichen B├╝roarbeitszeiten schon bisher der Kriminaldauerdienst von Heidelberg bzw. von Mannheim aus alle sofort erforderlichen kriminalpolizeilichen Ma├čnahmen f├╝r die Au├čenstellen wahrgenommen habe. In Zukunft werde dies f├╝r den gesamten Zust├Ąndigkeitsbereich eines Polizeipr├Ąsidiums Mannheim/Heidelberg ein rund um die Uhr einsatzbereiter Dauerdienst zentral von Heidelberg aus ├╝bernehmen.

Dennoch will die Projektleitung des Polizeipr├Ąsidiums Mannheim/Heidelberg der Metropolregion Rhein-Neckar Region die Entscheidung aus Stuttgart nicht einfach nur ├╝bermitteln und dann zur Tagesordnung ├╝bergehen. Detlef Werner will in den n├Ąchsten Wochen zusammen mit seinen f├╝r die Kriminalpolizei-Organisation zust├Ąndigen Teilprojekt-Leitern Gerhard Regele (Leiter der Kriminalpolizei bei der Landespolizeidirektion im Regierungspr├Ąsidium Karlsruhe) und Siegfried Kollmar (Leiter Kripo Heidelberg) das Gespr├Ąch mit den Oberb├╝rgermeistern bzw. B├╝rgermeistern der betroffenen St├Ądte und Gemeinden suchen, um mit ihnen konkret zu besprechen, wie auch in der neuen Dienststellenstruktur die enge und gute Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und der Kriminalpolizei fortgef├╝hrt werden kann.

Erfreut zeigte sich Projektleiter Werner ├╝ber die Zustimmung aus Stuttgart zur Einrichtung von zwei Verkehrskommissariaten in Heidelberg und Walldorf, die der k├╝nftigen Verkehrspolizeidirektion Mannheim nachgeordnet werden sollen. Damit steht die Gliederung der Verkehrspolizei weitestgehend fest.

Am Standort der Verkehrspolizeidirektion in Mannheim sollen eine Verkehrsunfallaufnahme f├╝r den westlichen Teil des neuen Zust├Ąndigkeitsbereichs, Verkehrs├╝berwachungskr├Ąfte f├╝r den Bereich des gewerblichen G├╝ter- und Personenverkehrs sowie Kr├Ąfte zur ├Ârtlichen Verkehrslenkung und Verkehrsregelung angesiedelt werden. Hinzu kommt das Autobahnpolizeirevier in Seckenheim.

Beim Verkehrskommissariat Heidelberg werden Einheiten zur Aufnahme von schweren Verkehrsunf├Ąllen im ├Âstlichen Teil des Zust├Ąndigkeitsbereichs, zur Verkehrs├╝berwachung f├╝r den Bereich Geschwindigkeitsmessung und Videomessverfahren sowie ebenfalls zur ├Ârtlichen Verkehrslenkung und Verkehrsregelung stationiert sein.

Dem Verkehrskommissariat Walldorf werden neben dem normalen Streifendienst der Autobahnpolizei auch der Autobahn-Fahndungsdienst und ein spezieller Ermittlungsdienst f├╝r Sachverhalte aus den Bereichen Fahndungsdienst und Verkehrs├╝berwachung angeh├Âren.

ÔÇťMit dieser Gliederung und ├Ârtlichen Verteilung der Kr├Ąfte der Verkehrspolizei gew├Ąhrleisten wir in den verschiedenen Fachgebieten der Verkehrs├╝berwachung die notwendige Spezialisierung des Personals und haben bei der Aufnahme von schweren und rechtlich komplexen Verkehrsunf├Ąllen sowie bei erforderlichen Ma├čnahmen der Verkehrslenkung und ?regelung kurze Interventionszeiten.ÔÇť

Polizeireform: Projektarbeit hat begonnen

Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar, 10. Mai 2010. (red) Der Umbau des Polizeipr├Ąsidiums Mannheim und der Polizeidirektion Heidelberg hat begonnen. Auf einer Pressekonferenz stellten heute die Projektleiter Detlef Werner und die Polizeipr├Ąsidentin Caren Denner die Eckpunkte vor.

Soviel steht fest: Das nach Stuttgart zweitgr├Â├čte Pr├Ąsidium Mannheim-Heidelberg wird 2.700 Menschen besch├Ąftigen, 2.300 im Vollzugsdienst und 400 Angestellte. Der Sitz wird in L6 in Mannheim sein. Hier ist auch das F├╝hrungs- und Lagezentrum angesiedelt. Ein Name ist noch nicht gefunden.

Die Kriminaldirektion mit rund 500 Beamten wird in Heidelberg in der R├Âmerstra├če angesiedelt, ebenso Kriminaltechnik und Kriminaldauerdienst. Der Standort f├╝r die Verkehrspolizei ist noch offen. Reiterstaffel und Wasserschutzpolizei geh├Âren k├╝nftig zum Pr├Ąsidium Einsatz und werden von G├Âppingen aus gesteuert. Ob der „Stall“ in Mannheim-Stra├čenheim bleibt, liegt nicht in der Entscheidungskompetenz des neuen Pr├Ąsidiums.

Die Reviere und Posten bleiben bestehen – die Kriminalpolizei Au├čenstellen werden ├╝berwiegend nach Heidelberg verlagert. Ausnahmen seien m├Âglich. Mannheim wird ein Kriminalkommissariat mit voraussichtlich 30 Mitarbeitern erhalten.

Insgesamt gibt es sechs Projektteams, die Teilbereiche der neuen Struktur bearbeiten. Diese Aufteilung gilt landesweit. Koordiniert werden die Planungen ├╝ber „Querschnittsprojekte“, die auf die Einhaltung der Standards des Eckpunktepapiers achten.

Bis Dezember sollen die neuen Strukturen entworfen sein, ab Mitte 2013 k├Ânnte die Strukturreform dann greifen.

Einen umfassenden Artikel zum Thema k├Ânnen Sie hier lesen.