Dienstag, 21. November 2017

Neukonzeption des Brandschutzübungsplatzes

Zwei Millionen für den Brandschutz

Ladenburg, 07. Dezember 2012. (red/sap) Das Brandschutzunternehmen Total investiert rund zwei Millionen für die Neukonzeption des Brandschutzplatzes und die Errichtung eines Pumpenhauses. Bei zwei Enthaltungen wurde der Bauantrag angenommen.

Das Unternehmen Total (Tyco) plant in der Industriestraße die Neukonzeption einer Anlage zur Durchführung von Brandschutzübungen, Brandschutzversuchen und Löschvorführungen sowie den Neubau eines Pumpenhauses.

Wie der Technische Leiter Rainer Hillenbrand berichtete, sollen hier Brandschutzseminare und Löschtraining sowie die Ausbildung von Sachkundigen stattfinden.

Insgesamt investiert das Brandschutzunternehmen rund zwei Millionen Euro.

Folgende Maßnahmen, so Hillenbrand, sollen umgesetzt werden: Die Sanierung der vorhandenen Flächen, dazu soll belastetes Bodenmaterial abgetragen werden. Die Deckelung der gesamten Fläche mit Asphalt, um zu verhindern, dass Schadstoffe ins Grundwasser gelangen. Das Aufbringen von zwei Betonflächen für Brandübungen und Brand- bzw. Löschversuche. Die Errichtung eines Pumpenhauses mit Meisterbüro, sanitären Anlagen und Werkstatt sowie die Errichtung von Lagerbehältern für die Aufnahme von Oberflächen-, Lösch- und Reinigungswasser vor der Abgabe in die Entsorgung bzw. Einleitung in die Kanalisation.

Stadtrat Wolfgang Luppe (FDP) thematisierte die schwarzen Rauchwolken, die immer wieder zu sehen seien und mutmaßte, dass bei einer Erweiterung des Brandübungsplatzes diese noch häufiger entstünden.

Hillenbrand bestätigte dies, versicherte aber, dass keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen nötig seien. Man habe dies geprüft, so Hillenbrand. Und Bürgermeister Ziegler erklärte, dass die Anlage von Fachbehörden überwacht werde.

Der Bauantrag wurde bei zwei Enthaltungen von Wolfgang Luppe und Steffen Salinger (SPD) angenommen.

Altstadt und Verkehr: Die falsche Debatte

„Der letzte wirft den Schlüssel in den Neckar“

Ladenburg, 26. Juni 2012. (red/pro) Rund 90 interessierte Bürgerinnen und Bürger fanden gestern den Weg in den Domhof, um mit Bürgermeister Rainer Ziegler und Interessenvertretern über ein Jahr „unechte Einbahnstraße“ zu diskutieren. Das ist die falsche Debatte – denn sie führt zu nichts.

Kommentar: Hardy Prothmann

Es geht nicht um die Frage, ob man eine Fußgängerzone will, alles wie es vorher war oder die jetzige Lösung der „unechten Einbahnstraße“ fortführt. Es kann nur um die Frage gehen – was aus Ladenburg und seiner historischen Innenstadt werden soll.

Außergewöhnliches Flair

Hardy Prothmann ist Chefredakteur von Ladenburgblog.de und blickt mit Sorge auf die Entwicklungen.

Ladenburg ist eine bislang sehr lebendige Stadt mit einem außergewöhnlichen Flair – dieses besteht aus der Mischung vieler Angebote: Der historischen Altstadt als Attraktion für Touristen und Ausflügler, Gastronomie, Einzelhandel, Gewerbe, Dienstleister, aktive Vereine und Festen. Die Menschen kommen gerne nach Ladenburg, bringen Geld in die Stadt, beleben sie und sie nutzen dazu überwiegend das Auto.

Eine Fußgängerzone würde der Gastronomie, dem Handel und den Dienstleistern überwiegend innerhalb von wenigen Jahren den Garaus machen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das nächste Opfer wäre der Tourismus – kein Platz zum Innehalten und sich zu verpflegen, keine Einkaufsmöglichkeiten, keine Souvenirs, heißt keine Touristen und Ausflügler. Gastronomie kaputt, Handel kaputt, heißt Dienstleister kaputt.

Tote Konsequenzen

Gastronomie, Handel, Dienstleister, Touristen weg, heißt in der Konsequenz, dass die Innenstadt tot wäre. Kein Verkehr, kein Geschäftsbetrieb, keine Auswärtigen. Ladenburg wäre ein Museum ohne Besucher.

Und ohne jede Verkehrsmaßnahme ist Ladenburg jetzt schon auf diesem Weg – das zeigen die Schließungen der Läden und die abnehmenden Verkehrszahlen – auch ohne jede „unechte Einbahnstraße“.

Und mit jedem Laden, der schließt, wächst die Gefahr für andere, dass es ihnen bald ebenso geht. Denn je geringer das Angebot, desto geringer wird die Nachfrage.

Widerstand ist gefragt

Die Stadt Ladenburg wäre sehr gut beraten, wenn sie sich nicht von sogenannten „Pressure-Groups“ unter Druck setzen lassen würde, sondern selbst handelt. Mit einem aktiven und kreativen Stadtmarketing.

Das würde Leute wie den Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck ausschalten, dem ich unterstelle, nur aus wahltaktischen Gründen immer wieder die Verkehrsdebatte zu führen. (Wo war der eigentlich?)

Das würde einzelne Mitglieder des Bunds der Selbständingen ausschalten, die vorgeben, die Händler zu vertreten und doch nur ihr eigenes Süppchen kochen.

Das würde die ausschalten, die eigentlich nur grundsätzlich nörgeln wollen und vor allem gegen den Bürgermeister.

Alle genannten sind zwar laut und werden gerne von den lokalen Zeitungen für Pseudo-Aufreger instrumentalisiert – aber sie sind nur kleine Gruppen, die nicht die Meinung und die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung wiedergeben. Und die alten lokalen Medien sind mit ihrer „Schönschreiberei“ sehr wesentlich für viele Probleme verantwortlich.

Lösungswege gegen Ausweglosigkeit

Ein aktives Stadtmarketing würde auch diese „Groups“ hören, sich aber nicht unter „Pressure“ bringen lassen. Sondern Konzepte und Lösungen entwickeln, die der Stadt ingesamt dienen. Ein erster Ansatz wäre eine „gescheites Parkleitsystem“. Wer von außen kommt, findet die oft versteckten Parkmöglichkeiten nicht und fährt eben in die Innenstadt.

Klagen gegen Feste wie die von Anwohnern des Marktplatzes sind in unserem Rechtsstaat grundsätzlich möglich. Aber sind sie richtig? Muss man so kompromisslos das Einzelwohl über das Gemeinwohl stellen? Hätte hier ein Marketing mit flexiblen Möglichkeiten nicht die Katastrophe (und das ist es) verhindern können? Und ist nicht auch die Verkehrsdebatte eine, die von wenigen über viele geführt wird?

Kann man das Gefühl von wenigen, die „ihre absolute Ruhe haben wollen“ nicht in ein Gefühl von „wir schätzen es, dass hier was los ist“ wandeln?

„Ladenburg tafelt“ könnte zu einer herausragenden Veranstaltung werden – aber nur, wenn man das endlich professionell statt kläglich organisiert und den Egoisten klar macht, dass sie alleine nichts reißen.

Das Drama des dieses Jahr aus „Organisationsgründen“ ausgefallenen Ballon-Festivals hätte es nicht gegeben. Das ein solches Ballon-Festival erfolgreich ist, seit die Historie in Ladenburg und die Weiterführung im Mannheimer Luisenpark. In Ladenburg zeigt der Ausfall nur, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht.

Ein aktives Marketing könnte vermutlich verhindern, dass Sauf-Parties von Jugendlichen den Ruf der Stadt schädigen. Und im Gegenteil dafür sorgen, die Vorzüge deutlich herauszustellen.

Tot oder lebendig – das ist die Frage

Ein nächster Ansatz wäre, den Geschäftsleuten klar zu machen, dass es 5 vor 12 Uhr ist. Wer nur an sich denkt und nicht in einer Gemeinschaft der „gemeinsamen Innenwirtschaft“ wird einer nach dem anderen das Licht ausmachen können müssen. Der letzte schließt dann die zweitälteste Stadt Deutschland als totes Museums ab und wirft den Schlüssel in den Neckar.

Dann herrscht Ruhe. Friedhofsruhe.

Römerman 2012 - Positive Bilanz

„Faszinierende Atmosphäre“

Der erste Text stammt vom Veranstalter, der zweite ist ein übernommener Artikel - ein Unterschied ist nicht zu erkennen. Quelle: Roemerman.de

 

Ladenburg, 24. Juli 2012. (red) Korrekturmeldung. An dieser Stelle wurde heute Abend kurz vor 20 Uhr ein Text veröffentlicht, den wir für eine zusammenfassende Mitteilung der Veranstalter des Römermans hielten und entsprechend als solchen kennzeichnet haben – dabei ist ein Fehler passiert.

Der Text las sich wie ein besserer Vereinsbericht oder eine Pressemitteilung. Tatsächlich handelte es sich dabei wohl um eine nur unzureichend gekennzeichnete textliche Übernahme eines Artikels aus dem Mannheimer Morgen. Der Text wurde im Fließtext unter „Pressemeldungen“ angeboten. Ganz am Ende gibt es einen abgesetzen Hinweis auf die Quelle, die wir übersehen haben.

Eine professionelle Pressearbeit trennt zwischen „Pressemeldungen“ oder „Presseinformationen“ und „Pressestimmen“. Auf der Seite des Römerman werden diese Texte gemischt, was uns nicht bekannt war. Weil die Veranstaltung außerordentlich gut organisiert ist, gingen wir davon aus, dass es sich bei Pressemeldungen um Informationen zur Verwendung durch die Presse handelt.

Eine saubere Trennung ist sowohl für Medien wichtig, als auch für Veranstalter. Leider ist das nicht die Realität. So veröffentlichen viele Medien Presseinformationen als eigene Artikel und viele Veranstalter Artikel als eigene Presseinformationen.

Wir haben nach Kenntnis den Artikel sofort gelöscht und in der Kategorie „Korrektur“ indexiert – in Deutschland gibt es nur sehr wenige Medien, die eigene Fehler als solche auch eindeutig kennzeichnen.

Wir haben den Veranstalter darauf hingewiesen, dass es von Vorteil wäre, Textübernahmen und Quellen deutlich zu kennzeichnen, weil wir ganz sicher kein Interesse haben, Texte anderer Medien zu verwenden. Und weil wir selbstverständlich Quellen und Fremdtexte immer kenntlich machen. Und zwar deutlich.

Unabhängig davon können Leserinnen und Leser davon ausgehen, dass wir größte Sorgfalt bei der Verarbeitung von Informationen walten lassen, aber selbst das nicht vor Irrtümern schützt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Redaktion Ladenburgblog.de

Dokumentation: Auszug aus unserem Schreiben an die Veranstalter

„Wer unsere Berichterstattung verfolgt, weiß, wie viel Wert wir auf korrekte Informationen und die richtige Kennzeichnung der Quellen verwenden. Deswegen habe ich den Text auch als Information des Veranstalters gekennzeichnet, weil ich davon ausgegangen bin, dass er eine solche ist. Die Kategorie „Pressemeldungen“ und die Fließtextformatierung ließen darauf schließen.

Der Text las sich wie eine bessere Pressemitteilung und in meinem Verständnis bin ich davon ausgegangen, dass der sehr gut organisierte Römerman eben auch bessere Pressemitteilungen verfasst, als man das sonst von anderen Veranstaltern gewohnt ist. Dass es sich um einen Text des Mannheimer Morgen handelt, überrascht insofern nicht, als die Zeitung meist nicht über das Niveau besserer Pressemitteilungen hinauskommt, wenn sie nicht sowieso Pressemitteilungen als eigene Leistung veröffentlicht oder mit dem „redaktionellen“ Kürzel zg für „zugeschickt“ versieht.

Dass das Ladenburgblog nun ausgerechnet vom MM einen Text übernommen hat, den wir sonst sehr gerne kritisieren, ist „unschön“. Aber nach wie vor unser Fehler – unterm Text steht bei Ihnen die Quelle als „Kleingedrucktes“.

Meine Mitarbeiter bekommen als erste Regel von mir mit auf den Weg: „Traue keinem! – noch nicht mal Dir selbst“. Das heißt nicht, dass man aller Welt misstrauen muss, sondern das Fehler passieren und es nur einen Weg gibt: „prüfen, prüfen, prüfen“. In der kommenden Besprechung gehe ich als „gutes Beispiel“ voran, dass auch mir Fehler unterlaufen, weil ich nicht ausreichend „geprüft“ habe – alles schien ja so „eindeutig“.

Leider habe ich mich verlassen und das war ein Fehler. Euch würde ich bitten, im Sinne einer guten „Streckenführung“, künftig Pressestimmen und eigene Veröffentlichungen zu trennen und die Quellen deutlich erkennbar oben zu positionen. Dann kann man sich nicht verlaufen.“

Kassenprüfer Horst Müller: "Irgendwann muss mer uffhere, und das is heid!"

Heimatbund verkleinert Vorstand – Kassenprüfer hört auf

Horst Müller verabschiedete sich nach 30 Jahren von seinem Amt als Kassenprüfer.

 

Ladenburg, 26. Januar 2012 (red/jt) Am 22. Januar 2012 fand im Domhof in Ladenburg die 86. Jahreshauptversammlung des Heimatbund Ladenburg e.V. statt. Der Vorstand des Geschichtsvereins wurde dabei um zwei Mitglieder verkleinert. Auch Kassenprüfer Horst Müller legte nach 30 Jahren sein Ehrenamt nieder.

Erster Vorsitzender Dr. Meinhard Georg fasste das Jahr 2011 in einem Rückblick für alle Anwesenden der 86. Jahreshauptversammlung des Heimatbund Ladenburg e.V. zusammen. [Weiterlesen…]

Basilika und Forum bereits im ersten Drittel des zweiten Jahrhunderts fertiggestellt?

Lopodunum V – Die Basilika und das Forum des römischen Ladenburg

Der fünfte Band der Reihe "Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg" wurde vorgestellt. Auf dem Bild: Dr. Meinhard Georg, Prof. Dr. Johannes Eingartner, Dr. Britta Rabold, Prof. Claus Wolf, Bürgermeister Rainer Ziegler (v.l.n.r.)

 

Ladenburg, 26. Januar 2012. (red/jt) Bei der 86. Jahreshauptversammlung des Ladenburger Heimatbundes stellte Professor Johannes Eingartner den fünften Band der Buchreihe „Lopodunum“ vor. Entgegen bisheriger Forschungsergebnisse sind Forum und Basilika womöglich bereits im zweiten Jahrhundert entstanden.

Unter dem dem Titel „Lopodunum V – Die Basilika und das Forum des römischen Ladenburg“ erschien der 124. Band der Reihe „Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg“. Professor Johannes Eingartner von der Universität Augsburg stellte den rund 170 Besuchern das Buch sowie die neusten Forschungsergebnisse über die Geschichte Ladenburgs vor.

Auf einer Fläche von 130 m x 85 m erstreckten sich Basilika und Forum von Ladenburg zwischen St. Gallus-Kirche und Neugasse. Das einst über 10.000 Quadratmeter große Bauensemble ist im gesamten süddeutschen Raum einmalig.

Bereits 1911 entdeckte Hermann Gropengießer Teile der Basilika. Unter der Leitung von Dr. Sebastian Sommer kam es von 1984 bis 1997 zu weiteren Grabungen. Damals legte man das der Basilika angeschlossene Forum frei und erlangte so neue Erkenntnisse über das gesamte Bauwerk.

Eine der vielen Darstellungen im Buch - Rekonstruierte Ansicht der Basilika

Zum damaligen Stand der Forschung datierte man das Bauwerk auf den Beginn des dritten Jahrhunderts. Auch ging man auf Grund der damaligen Allemanenraubzüge davon aus, dass die 19 Meter hohe Basilika niemals fertiggestellt wurde. Das will Eingartner mit den vorliegenden Forschungsarbeiten widerlegt haben.

Für die Fertigstellung spricht neben Kleinfunden aus dem zweiten Jahrhundert auch die Bauweise der Basilika. Eingartner stellte fest, dass das Bauwerk kein Pfahlbau sei, wie bisher vermutet.

Wir wissen nun, dass die Basilika tatsächlich vollendet wurde. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine Säulenarchitektur.

Bis zum Auftreten der Konstantinsbasilika am Ende des dritten Jahrhunderts sei das die vorherrschende Bauweise gewesen. Anhand von Bildern verglich Eingartner die Ladenburger Basilika auch mit Bauten aus Lybien und Funden in Rumänien.

Wichtige Arbeit zum Herzstück der Stadt

Die Fachbereichsleiterin für Archäologie beim Regierungspräsidium Karlsruhe, Dr. Britta Rabold, sagte zu der Veröffentlichung:

Es ist mehr als wichtig, diese Arbeit zum Herzstück der antiken Stadt zu veröffentlichen. Auch wenn ich zu den Leuten gehöre, die nicht glauben, dass die Basilika fertig gestellt worden ist. Ich werde das Buch sicher aufmerksam lesen.

Professor Claus Wolf, Leiter des Landesamts für Denkmalpflege hofft, das möglichst viele weitere Leser sich für das Buch und die Geschichte der zur Römerzeit weit und breit wichtigsten Stadt interessieren.

Sein Vorgänger Professor Dieter Planck war vor 30 Jahren Mitgründer der Ladenburg-Kommission und hatte im Jahr 2005 Professor Eingartner mit der Auswertung bislang unbearbeiteter Funddokumentationen beauftragt.

Im Domhofsaal übergab Professor Wolf die Arbeit über die Geschichte Ladenburgs an Bürgermeister Rainer Ziegler und den Chef des örtlichen Heimatbundes, Dr. Meinhard Georg. Auch dankte Wolf Professor Eingartner „für ein neues Bild von Forum und Basilika“ sowie Heimatbund-Chef Georg, seinem Vorgänger Egon Lackner und Dr. Sebastian Sommer für ihr Wirken.

Das Buch:

Eingartner, Johannes

„Lopodunum V – Die Basilika und das Forum des römischen Ladenburg“

244 Seiten mit 29 Abbildungen, 70 Tafeln und 1 Beilage.

Herausgegeben vom Regierungspräsidium Stuttgart – Landesamt für Denkmalpflege

ISBN 978-3-8062-2647-8 – 1. Auflage 2012 – EURO 54,00

Dokumentation: Redemanuskript zum Antoniustag

Ziegler: „Das bürgerschaftliche Engagement ist eine Stütze unserer Stadt.“

Guten Tag!

Ladenburg, 24. Januar 2011. Anläßlich des Antoniustages 2011 am 22. Januar 2011 richtete sich Bürgermeister Rainer Ziegler mit einer umfangreichen Neujahrsrede an die Bürgerinnen und Bürger Ladenburgs. Wer sich einen Überblick über alle wichtigen Themen der Stadt verschaffen will, sollte sich die Zeit für den Text nehmen. Wir dokumentieren die Schriftfassung – es galt das gesprochene Wort.

Ansprache von Bürgermeister Rainer Ziegler:

„Es ist nicht unsere Aufgabe, die Zukunft vorauszusagen, sondern gut auf sie vorbereitet zu sein, wusste bereits der Staatsmann Perikles 500 Jahre vor Christus.

Wenn ich Ihnen diese Weisheit zurufe, dann tue ich das nicht ohne Grund. Ich muss Sie nämlich heute zunächst fragen, warum Sie überhaupt gekommen sind. Doch hoffentlich nicht, weil Sie das miterleben wollen, was die Wahrsagerin Antonia Weitblick vor kurzem mittels der Rhein-Neckar-Zeitung und der Ladenburger Zeitung über die Geschehnisse im Jahr 2012 vorausgesagt hat.

Zu vielen Bereichen unserer Stadt Ladenburg hat sie sich auf das dünne Eis der Wahrsagung begeben. Ich werde später noch auf einige ihrer Prognosen eingehen.

Dem Fass sozusagen den Boden ausgeschlagen hat neben ihrer – natürlich unhaltbaren – Ankündigung, dass der Gemeinderat von 22 auf 16 Mitglieder verkleinert wird, ihre Behauptung, ich würde heute bekannt geben, dass ich aus der SPD austrete, um künftig das CDU-Parteibuch zu tragen – und zwar aus dem Grund, weil mir die SPD-Räte zu aufmüpfig geworden seien und ich mit den CDU-Leuten viel besser zurecht käme.

Das Tollste ist, ziemlich viele Leute – wie ich hörte – haben das auch noch geglaubt. Also, mit dieser Antonia Weitblick würde ich gerne ein Hühnchen rupfen, wenn sie mir unter die Augen käme. Ist sie vielleicht sogar da?

Bürgermeister Rainer Ziegler.

Sie haben doch nicht wirklich erwartet, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass ich dieser Prophezeiung folge. Ich habe meine sozialdemokratischen Grundwerte und werde diese auch nicht verlassen.

Und als aufmüpfig empfinde ich die Mitglieder der SPD nicht – zumindest nicht mehr, als die Mitglieder der anderen Parteien oder der Wählervereinigung. Dass wir uns kaum wirklich `mal streiten im Gemeinderat, hat natürlich gute Gründe. Mein Beitrag dazu ist, dass ich über parteiliche Grenzen hinweg versuche, im Sinne von guten Lösungen für unsere Stadt mit allen politischen Kräften im Gemeinderat zusammenzuarbeiten und das werde ich auch in Zukunft so halten.

Also, liebe Antonia Weitblick, seien Sie bitte bei Ihren Voraussagen künftig etwas seriöser und machen mir nicht meine ganze Stadt struwwelig – und Sie liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, glauben bitte nicht alles, was prophezeit wird. Denken Sie daran: Wer’s glaubt, wird selig.

Spaß beiseite, aber: Nehmen wir Perikles wirklich ernst, wenn er sagt: Es ist nicht unsere Aufgabe, die Zukunft vorauszusagen, sondern gut auf sie vorbereitet zu sein.

Seien Sie in diesem Sinne herzlich willkommen, Sie alle, auch wenn ich Sie namentlich nicht einzeln nennen kann – natürlich soll es einen Begrüßungsapplaus geben, aber den spenden wir bitte zusammengefasst.

Herzlich Willkommen

dem Bundestagsabgeordneten Dr. Karl Lamers,
den Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck, Georg Wacker, Uli Sckerl,
dem früheren Bürgermeister Rolf Reble,
den Kreisrätinnen und Kreisräten,
den Stadträtinnen und Stadträten unseres Gemeinderates sowie den ehemaligen Stadträtinnen und Stadträten,
den Mitgliedern des Jugendgemeinderates und auch ihren Vorgängern,
den sachkundigen Einwohnerinnen und Einwohnern in den Ausschüssen, Kommissionen, Beiräten und sonstigen Gremien.

Ich begrüße die Vertreter
des Landratsamtes,
der Polizei und der Kriminalpolizei,
die Vertreter
unserer Feuerwehr, die sicher nach dem Feuerwehrball bis spät in den Morgen noch müde sind,
aller weiteren Hilfsorganisationen,
der Kirchen,
der sozialen Einrichtungen in unserer Stadt,
der Ladenburger Schulen, Kindergärten und sonstigen Einrichtungen für unsere Kinder und Jugendlichen sowie die Elternbeiräte,
die Vertreter
der Ladenburger Vereine und Verbände
sowie der ortsansässigen Unternehmen aller Facetten.

Ich begrüße
die zahlreichen ehrenamtlich Tätigen in unserer Stadt,
darunter auch die Mitglieder der ZukunftswerkStadt in den aktiven Arbeitskreisen.

Willkommen den
Künstlerinnen, Künstlern und anderen Kulturschaffenden,
den Spendern und Sponsoren sowie allen anderen, die uns im vergangenen Jahr auf vielfältigste Weise unterstützt haben,
den Vertretern der Medien und
nicht zuletzt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der städtischen Einrichtungen.

Und ich begrüße vor allem Sie, die Bürgerinnen und Bürger, die Jugend und die Kinder sowie die Gäste unserer Stadt. Schön, dass Sie alle da sind und dass wir uns heute Morgen Zeit füreinander nehmen.

Jetzt gilt es aber auch gleich `mal danke zu sagen und zwar für die musikalische Begleitung dieses Antoniusempfangs. Ist das nicht ein toller Sound? Sie hörten gerade das Ihnen sicher bekannte Mack the Knife von Kurt Weill, gespielt von der Big Band des Carl-Benz-Gymnasiums unter der Leitung des engagierten CBG-Musiklehrers Manuel Jandl mit den Solisten Annika Beck, Jan Grießhaber, Philippe Jaquemin und Michael Weick.

Ich dachte mir, das ist genau die richtige Musik heute Morgen, wo wir uns doch im CBG befinden und damit diese Musik sozusagen hausgemacht ist. Seit Manuel Jandl Lehrer im CBG ist, gibt es diese Big Band – natürlich in wechselnder Besetzung – mit jungen Leuten, auf die wir stolz sein können. Ich bin begeistert von ihrem Sound und ich merke, Sie auch – später mehr davon.

Davor, als meine Frau und ich viele Hände schütteln durften, wurden Sie schon vortrefflich musikalisch auf den Neujahrsempfang eingestimmt von den CBG-Schülern der Oberstufe Annika Beck, Christian Beck und Carolin Stadelmayer. Auch ihnen gebührt unser herzlicher Dank.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder einige bemerkenswerte Jubiläen, wenn auch nicht von ganz hohem Alter, so z.B.:
Vor 40 Jahren sind die Lobdengauhalle und der Günther’sche Kindergarten eingeweiht worden, ebenfalls vor 40 Jahren ist die Ladenburger Sportvereinigung durch die Fusion von TSG 1864 und SV 1950 gegründet worden, vor 30 Jahren konnten die ersten Kinder den Anne-Frank-Kindergarten besuchen, und auch vor 30 Jahren ist die Seniorenbegegnungsstätte in der Löwenscheuer eröffnet worden, vor 25 Jahren wurde der Waldpark eingeweiht.

Das bedeutendste Jubiläum feiert unser Schachklub – er wird dieses Jahr 50 Jahre alt und feiert das natürlich gebührend. Über die Entwicklung von der Gründung bis heute und über die Jubiläumsveranstaltungen wird uns nachher das Klubmitglied Sascha Barembruch, er ist bekanntlich auch Stadtrat in unserem Gemeinderat, berichten. Wir dürfen gespannt sein.

Blicken wir zurück ins letzte Jahr, das gehört bei einem Neujahrsempfang unweigerlich dazu. Das will ich aber nur mit dem Focus auf das wichtigste Geschehen tun.

Erfreulich war nach den schlechten Jahren zuvor die wirtschaftliche Entwicklung bei Bund, Land und den Kommunen, vor allem getragen durch ein gutes Wachstum in der Privatwirtschaft. Durch die der Stadt daraus zugeflossenen Einnahmen war die ursprünglich vorgesehene Kreditaufnahme und die daraus folgende Schuldenerhöhung verzichtbar und sogar möglich, der Rücklage etwa 2,7 Mio. Euro zuzuführen.

Erfreulich war auch, dass wir intensiv in unsere Schulhäuser investieren konnten, insbesondere in energetischer Hinsicht durch Inanspruchnahme der Konjunkturförderprogramme und auch durch den fertig gestellten Anbau an die Merian-Realschule, der die Konzentrierung der Schule auf einem Standort ermöglichte. Die Außenanlage kommt jetzt im Frühjahr dran.

Ein bedeutender und genugtuender Moment des Jahres 2011 war die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim zum Bebauungsplan für die Quartiere in der Weststadt. Dessen dadurch erlangte Rechtskraft ist für mich die Bestätigung, dass der von uns eingeschlagene Weg zur Strukturentwicklung unserer Stadt richtig und rechtmäßig ist. Die Begründung liegt uns jetzt vor:

Wir haben alles richtig gemacht – nur an einer textlichen Stelle des umfangreichen Bebauungsplans haben wir nach Meinung des Gerichts etwas unglücklich formuliert. Das ist verkraftbar.

Ein weiterer freudiger Augenblick war, als ich die Unterschrift unter den Bebauungsplan für das Industriegebiet „Altwasser“ setzen konnte und es damit nach mehreren Jahrzehnten endlich gelungen ist, den dort angesiedelten Industrieunternehmen Standortsicherheit und Entwicklungschancen zu gewähren.

Betrüblich stimmt mich natürlich, dass in diesem zeitlichen Kontext ein Teil der Produktion eines Unternehmens nach Polen verlagert wird. Das wird uns weh tun – `mal sehen, wie sehr.

Ein heißes kommunalpolitisches Thema war 2011 die Verkehrslenkung in der Altstadt mit der beschlossenen „Unechten Einbahnstraße“, vielleicht unser Wort des Jahres. Dazu werden wir in ein paar Monaten eine 1-jährige Bilanz ziehen.

Mit großem Aufwand und sehr arbeitsintensiv haben wir die gesplittete Abwassergebühr eingeführt – ich weiß, für einige von Ihnen bis heute ein Buch mit 7 Siegeln. Aber glauben Sie mir, aus rechtlichen Gründen mussten wir das tun – wie alle anderen Kommunen unseres Landes auch – und glauben Sie mir auch: Wir erzeugen keinesfalls Mehreinnahmen für die Stadt.

Die Unterscheidung in Niederschlagswasser einerseits und Schmutzwasser andererseits bedeutet halt hinsichtlich der Kosten für die Beseitigung im öffentlichen Abwassersystem, dass für Grundstücke mit großer Versiegelung etwas mehr Gebühren anfallen, für die anderen etwas weniger. Ich hoffe, Sie verstehen die Gebührenbescheide einigermaßen.

Das Auto zum Teilen, das car-sharing wurde letztes Jahr in Ladenburg offiziell eingeführt. Nutzen Sie dieses ökologisch sinnvolle Angebot; ich habe gelernt, 1 Auto zum Teilen kann 9 übliche Fahrzeuge ersetzen und ich denke dabei an die Parkplatzsituation in der Altstadt.

Gut gelungen ist – wie ich meine – die fertig gestellte Restaurierung der Fassade des Bischofshofs.

Viel diskutiert haben wir letztes Jahr darüber, ob die Entscheidung im Gemeinderat richtig war, die Straßenbeleuchtung nachts zwischen 2 und 4 Uhr auszuschalten. Ich meine ja, wenn ich auch weiß, dass das denjenigen, die dann unterwegs sind, nicht recht ist und sie sich im dunklen Ladenburg unwohl fühlen. Wir werden in wenigen Monaten nach einem Jahr Laufzeit der Abschaltung die Entscheidung überprüfen.

Spätestens seit der nuklearen Katastrophe in Japan im März 2011 müssen wir aber ernst machen mit dem Einsparen von Energie und die jährliche Reduzierung von 25.000 Euro Energiekosten durch die nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung sind doch ein Wort – wir haben die Einsparung in Euro und Energie muss dafür nicht mehr erzeugt werden.

Aber schenken Sie bitte nicht der Wahrsagung von Antonia Weitblick Glauben, dass diese Einsparaktion auf die Privathaushalte ausgedehnt wird. Gegen das Eintreten der von ihr prognostizierten Steigerung der Geburtenrate infolge der nächtlichen Abschaltung um 27,5 % hätte ich aber nichts einzuwenden.

Ich weiß, was einigen von Ihnen beim Thema „Abschalten der Straßenbeleuchtung“ im Kopf herumgeht: „Warum wird in der Hauptstraße ein Stück Bachbett wieder sichtbar gemacht und dann legt der Bürgermeister da noch Licht hinein und lässt es die ganze Nacht brennen – ist das nicht inkonsequent?“

Ich sage heute dazu gerne etwas. Die Öffnung haben wir im Gemeinderat entschieden, weil die Abdeckungen nicht mehr verkehrssicher waren, eine Baumaßnahme also auf jeden Fall fällig war. Damit wurde es aber sinnvoll, das alte Bachbett an dieser Stelle mit Landesunterstützung wieder zu zeigen und so das etwas unter Wert erscheinende Schriesheimer Viertel deutlich aufzuwerten. Es ist doch wirklich gut geworden, finden Sie nicht auch?

Antonia Weitblick hält ja sogar ein Drachenbootrennen im wieder sichtbaren Bach und den Einbau eines Wasserkraftwerks zur autonomen Energieversorgung Ladenburgs für möglich – also dann.

Apropopos Energie: Mit dem Dach der Merian-Realschule und dem neuen Tribünendach im Römerstadion wird in Kürze die 5. große kommunale Dachfläche zur Gewinnung regenerativer Energie genutzt.

Ob und welcher Form wir noch eine Absturzsicherung am Bachbett brauchen, darüber werden wir uns noch Gedanken machen. Dass wir aber in den Nachtstunden etwas LED-Licht in das Bachbett strahlen lassen, halte ich aus Verkehrssicherheitsgründen sehr sinnvoll. Übrigens: Die Lichtquellen kosten uns aufgrund eines großzügigen Angebots einmalig gerade `mal etwas über 2.000 Euro und die jährlichen Stromkosten dafür belaufen sich auf bescheidene 100 Euro – wirklich nicht mehr.

Gut für die Zukunft vorbereitet sein, mahnt Perikles. Dafür haben wir uns auch 2011 angestrengt mit dem Ziel vor Augen, die Qualitäten unserer Stadt zu erhalten und sogar weiter zu verbessern. Ich danke allen von Herzen, die dazu beigetragen haben, dies zu erreichen.

Mein Fazit für 2011 ziehe ich infolgedessen ein weiteres Mal so:

Es war ein überaus arbeitsreiches und anstrengendes, aber auch ein wieder spannendes und mit allen positiven und negativen Erlebnissen ein insgesamt erfolgreiches Jahr. Die Themen waren vielfältig und zumeist komplex und kompliziert, sodass die Prozesse zur Lösungs- und Entscheidungsfindung oft eine lange Zeitspanne in Anspruch nahmen, u. a. auch, um das Recht von Bürgerschaft, von Interessensvertretern und auch von behördlichen Institutionen auf Beteiligung angemessen zu beachten.

Nicht nur, weil es ein weiteres erfolgreiches Jahr für unsere Stadt war, das Jahr 2011, sollten wir dankbar sein. Dankbar für die wirklich wichtigen Werte des Lebens: Für den Frieden, den wir seit über 65 Jahren genießen dürfen, dafür, dass wir in einer in vielfacher Hinsicht begünstigten Region unserer Erde leben, für Gesundheit und dies vor dem Hintergrund, dass wir in den zurückliegenden Monaten wieder viele wertvolle Menschen unserer Stadt verloren haben, zuletzt u. a. Prof. Herbert Luft und Fritz Schnittspahn.

Angesichts dieser eigentlich wichtigen Werte unserer Gesellschaft und mit dem Blick in das Weltgeschehen mit Kriegen, Terror, Not und Leid sowie mit dramatischen Katastrophen und nicht zuletzt bei Einordnung unserer Ladenburger Situation dahingehend wünsche ich mir manchmal etwas mehr Zufriedenheit.

Der Blick des Menschen ist aber halt oft zunächst auf das Optimale für ihn selbst gerichtet. Und wenn er das für sich nicht erreicht sieht, ist er bereit, energisch dafür zu streiten. Ich verstehe die damit verbundene Wertigkeit oftmals nicht, das muss ich gestehen.

Ich sähe auch gerne, dass die Menschen ihren Blick weniger auf den Aktienindex richten als auf einen leider nicht existierenden Index, den der evangelische Pfarrer Schindelin als Menschlichkeitsindex bezeichnet. Ein solcher Index könnte anzeigen, wie es den Menschen wirklich geht, ob die Zahl der Hungernden ansteigt oder fällt, wie Bildung und Wasser weltweit verteilt sind, ob die Zahl der Flüchtlinge zu- oder abnimmt, wo und wie Armut ausgeprägt ist und vieles mehr. Ein solcher Menschlichkeitsindex stünde unserer Erde gut zu Gesicht und: Er würde uns die Augen für die wahre Werteordnung öffnen.

Um was es beim Ausblick auf 2012 und die Folgejahre vor allem geht, hat uns ja Perikles deutlich gemacht: Wir müssen gut für die Zukunft vorbereitet sein. Sind wir das?

Die Antwort lautet: Teilweise ja, teilweise aber auch: Noch nicht ausreichend. Was müssen wir tun, um uns noch besser für die Zukunft aufzustellen? Was sind stichwortartig skizziert die wichtigen Themen für 2012?

Das Schaffen von Baurecht für die letzten neuen Wohngebiete östlich und westlich der Benzstraße, also hinter ABB und auf der Hockenwiese. Der letzte dafür noch in Arbeit befindliche Bebauungsplan soll dieses Jahr Rechtskraft erlangen; die Umlegung mit anschließender Bebauung kann danach beginnen. Damit ist dann die Innenentwicklung im baulichen Sinne zunächst abgeschlossen, die letzte große Brachfläche belegt.

Die weitere räumliche Stadtentwicklung mit Ausweisung eines neuen Wohngebietes sozusagen vor den Mauern unserer Stadt – was ich unter Außenentwicklung verstehe – wird dieses Jahr ebenfalls ein wichtiges Thema sein. Um unsere gute Infrastruktur zu halten und auf die vorhandene Nachfrage zu reagieren, wäre ein maßvolles Wachsen ein überlegenswerter Weg. Wir müssen aber vorsichtig sein, dass wir uns nicht überfordern, was geschehen würde, wenn wir gegenüber den positiven Effekten überproportional in neue Infrastruktur investieren müssten.

Für den in unserer Stadt städtebaulich bedeutenden Standort „Alte Martinsschule“ steht die Entscheidung über die weitere Entwicklung an – und das ist ein Thema im Jahr 2012 mit großen Chancen, aber auch mit einem erheblichen Problempotenzial.

Es steht eigentlich an, sowohl das alte Schulgebäude als auch die alte Sporthalle der Martinsschule abzureißen. Damit bestünde die Chance auf eine umfassende, städtebaulich und inhaltlich interessante Folgenutzung, z. B. mit sozialen Dienstleistungen und auch altengerechtem oder betreutem Wohnen an diesem Standort. Wenn die Halle jedoch stehenbleiben würde, dann hätte sie aufgrund ihrer zentralen Lage auf dem Gesamtgelände ganz wesentlichen Einfluss auf die städtebaulichen Entwicklungschancen; sie würde die Chancen überaus deutlich minimieren.

Das alte Schulgebäude wird auf jeden Fall abgerissen werden. Kopfzerbrechen macht mir – und ich weiß, nicht nur mir – bei einem Abriss auch der alten Sporthalle aber die Entwicklung der Sporthallenkapazitäten in unserer Stadt, nachdem klar geworden ist, dass die Halle der neuen Martinsschule die gewohnten Nutzungsmöglichkeiten der alten Halle nur eingeschränkt übernehmen kann. Sollte die alte Halle abgerissen werden, entsteht ganz klar ein Defizit an Sporthallenkapazitäten und deshalb muss das gesamte Projekt wohlbedacht sein.

Es gibt verschiedene Denkansätze, auf die ich heute noch nicht eingehen kann. Wir sind dabei, alle Optionen und die darauf entfallenden Kosten zu prüfen. Der Gemeinderat muss sich jedenfalls im ersten Halbjahr zu einer Entscheidung in dieser wichtigen Stadtentwicklungsthematik durchringen. Das wird wirklich ein Ringen sein, denn die Thematik ist eben sehr komplex – und es geht um viel Geld.

Ein bedeutender Standortfaktor einer Kommune ist ein breites und gutes Bildungsangebot sowie eine am Bedarf der Familie orientierte Kinderbetreuung. Wir sind bereits recht gut auf dem Weg zu einer kinder- und familienfreundlichen Stadt, müssen aber noch besser werden.

Wir haben aktuell in der Stadt für 37 % der Kinder von 0-3 Jahren Betreuungsplätze, als Rechtsanspruch ab dem nächsten Jahr werden 34 % definiert. Wir könnten uns also zurücklehnen; ich sehe den Bedarf jedoch bei 40 bis 45 %.

Der tatsächliche Bedarf steht nämlich nicht im Gesetzbuch, sondern vor der Tür. Das bedeutet, dass wir bis ins nächste Jahr hinein noch weitere Kapazitäten schaffen müssen.

Zum Glück hat das Land auf den Bedarf und den kommenden Rechtsanspruch reagiert und eine beachtliche finanzielle Unterstützung zugesagt. Damit sollte es uns gelingen, das Angebot weiter zu verbessern.

Bei den Betreuungsplätzen für Kinder zwischen 3 Jahren und dem Beginn der Schulzeit sowie in der Kernzeitbetreuung liegen wir bedarfsgerecht. Aber wir scheinen aktuell in noch höherem Maße als letztes Jahr dem Bedarf an Hortplätzen nicht mehr gerecht zu werden. Darüber müssen wir demnächst im Gemeinderat reden.

Kümmern werden wir uns in diesem Jahr auch um die Fortsetzung der Sanierung des Jugendzentrums und der Pflastermühle. Außerdem gilt es, Bauvorhaben an bedeutenden Stellen unserer Stadt, u. a. am früheren Standort der Feuerwehr, im Sinne unserer Altstadtsatzung zu begleiten.

Kummer bereitet den Menschen unserer Stadt immer wieder unser Altstadtpflaster. Wir werden für den Haushalt 2012 wieder einmal neue Hauptstraßenpflasterung anmelden und zwar den gar nicht mehr verkehrssicheren Bereich zwischen Neckartorplatz und Kirchenstraße. Ich weiß, Handlungsbedarf gäbe es an vielen Stellen der Altstadt.

In allernächster Zeit wird der Gemeinderat die Leitungsstelle unseres Lobdengau-Museums besetzen; die Resonanz auf die Ausschreibung war mit ca. 80 Bewerbungen erfreulich hoch.

Weitere Investitionen in unseren Schulen stehen an, u. a. auch im Hinblick auf den Brandschutz, wie das Fluchttreppenhaus hier am CBG.

Kopfzerbrechen wird uns auch 2012 und darüber hinaus die Frage machen, wann und wie wir die erforderliche Sanierung des Carl-Benz-Gymnasiums schaffen können. Sie wissen, die geschätzten Kosten für die Sanierung und die zeitweise Auslagerung belaufen sich auf nahezu 10 Mio. € – ein wirklich dicker Brocken. Wir werden dazu noch Geld ansparen müssen, stellen die Sanierung aber jedenfalls wieder in die mittelfristige Finanzplanung ein.

Sehr nachdenklich haben mich die Botschaften zu Geschäftsschließungen in der Altstadt gestimmt. Die Situation des Einzelhandels, gerade in unserer Altstadt, erfüllt mich mit Sorge. Diese Entwicklung mit der Einführung der Unechten Einbahnstraße in unmittelbaren kausalen Zusammenhang zu setzen, halte ich aber für „zu kurz gesprungen“.

Die Einflüsse sind ganz sicher von viel komplexerer Natur; die Ursachen sind vielschichtig und besonders vom Kaufverhalten der Menschen unserer heutigen Gesellschaft geprägt. Alle beteiligten Akteure müssen gemeinsam überlegen, ob und wie der unerwünschten Entwicklung entgegengesteuert werden kann. Das Einkaufsverhalten gezielt zu steuern, ist aber außerordentlich schwierig.

Ein Beitrag könnte das Parkraumkonzept für unsere Altstadt leisten, das wir begonnen haben, zu erarbeiten und das u. a. Parkplatzerweiterungen, Parkraumbewirtschaftung und Anwohnerparken beinhalten muss – eine sehr anspruchsvolle Aufgabenstellung, die Zeit benötigt.

Jedenfalls: Nur eine schöne, museal wirkende Stadt zu sein, bringt Ladenburg keine Zukunftsfähigkeit; wir brauchen vielmehr eine möglichst hohe Lebendigkeit, die jedoch im Rahmen der Abwägung aller Interessen auch gelegentlich und stellenweise der Lenkung bedarf.

Streiten müssen wir dieses Jahr auch: Für den barrierefreien und S-Bahn-gerechten Ausbau unserer Bahnsteige – jetzt mehr denn je.

Seit Beginn meiner Amtszeit kämpfe ich darum, dass die Bahnsteige unseres Bahnhofs barrierefrei erreichbar und nutzbar werden. Der Zustand ist jedoch nach wie vor katastrophal und zu großem Nachteil für unsere Bürgerschaft, vor allem für diejenigen Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Und dabei mussten wir schon annähernd 90.000 Euro für die Planung des Umbaus bezahlen in der Hoffnung, dass wenigstens bis Ende 2015 die Barrierefreiheit im Zusammenhang mit der 2. Ausbaustufe der S-Bahn hergestellt ist, wie vertraglich im Grunde auch festgelegt.

Jetzt wurden wir auf Ende 2018 vertröstet, was für unsere Stadt und ihre Menschen völlig inakzeptabel ist. Gemeinsam mit den Abgeordneten, mit dem Landrat und den weiteren betroffenen Kommunen habe ich dagegen interveniert und bin bereit, heftig zu streiten.

Positiv ist und das gilt für die Vergangenheit, die Gegenwart und auch für die Zukunft: Das bürgerschaftliche Engagement ist eine Stärke unserer Stadt. Viele Einrichtungen und Angebote, die unsere Stadt so lebenswert machen, beruhen auf Initiativen und Aktivitäten der Bürgerinnen und Bürger. Ich danke Ihnen allen deshalb sehr, die Sie ehrenamtlich und bürgerschaftlich eine Aufgabe für die Gemeinschaft übernommen haben. Sie sind eine unentbehrliche Stütze unserer Stadt. Wir brauchen Sie.

Und wir brauchen einen Umgang miteinander – in der Stadt und in der Gesellschaft, wo sich der Einzelne der persönlichen Zuwendung durch den Anderen sicher sein kann. Wenn wir uns an diesen Worten orientieren, schaffen wir es, die zukunftsprägenden Aufgaben unserer Stadt mit Freude und Zuversicht miteinander anzupacken und zu guten Lösungen zu führen. Alles erdenklich Gute für Sie im Jahr 2012.

Nun zurück zum Jubiläum unseres Ladenburger Schacklubs. Sascha Barembruch wird dazu das Wort übernehmen. Aber zunächst gibt es wieder Musik – den Sound der Big Band des CBG mit den Solisten Ira Stoll und Andreas Düll, die uns mitnehmen auf den Broadway.

Vielen Dank Sascha Barembruch für die prägnante Darstellung der Geschichte des Schachklubs mit Blick auf die Jubiläumsveranstaltungen und auch nochmals vielen Dank der CBG-Big Band mit dem Stück Watermelon Man und den Solisten Kerstin Frank und Michael Weick.

So, gestatten Sie mir abschließende Worte des Dankes – das gehört am heutigen Tag dazu: Danke, den Vertretern der Johanniter-Unfallhilfe für den Beistand, danke an alle Helferinnen und Helfer der Stadtverwaltung für Auf- und Abbau, für den Dienst hinter der Theke oder an anderer Stelle.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Gäste, vergessen Sie auch heute nicht, von hier wieder das mitzunehmen, was wir Ihnen – wie jedes Jahr – druckfrisch ausgelegt haben (hochhalten): Unser Kultur- und Veranstaltungsprogramm für das Jahr 2012.

Ein letztes Mal jetzt der Big Band-Sound des CBG mit Barbara Ann und den Solisten Kerstin Frank und Annika Beck. Und für danach wünsche ich Ihnen noch gute Gespräche, einen schönen Sonntag und für 2012 nochmals alles Gute.“

Technischer Ausschuss vergibt Auftrag für Rodungs- und Pflanzarbeiten

Kandelbach: Renaturierung beschlossen

Übersicht der Renaturierungsmaßnahmen. Quelle: Stadt Ladenburg

 

Ladenburg, 19. Januar 2012 (red/jt) Die Rodungs- und Pflanzarbeiten entlang des Kandelbachs wurden für knapp 56.000 Euro an eine Firma aus Ingolstadt vergeben. Der Endpreis lag 41 Prozent unter dem teuersten Angebot.

„Wildwuchs und bruchgefährdete Pappeln“ sollen entlang des Kandelbachs beseitigt werden.

Anschließend werden etwa 100 neue Bäume gepflanzt. Damit erfülle man den ersten Teil der notwendigen Ausgleichsmaßnahmen für den Neubau der Martinsschule.

Bernd Garbaczok (SPD) erkundigte sich direkt, wie lange die Arbeiten andauern werden. Laut dem stellvertretenden Bauamtsleiter Herbert Felbek seien die Rodungsarbeiten bis Ende Februar abgeschlossen, die anschließenden Pflanzarbeiten bis Mitte April.

Die noch zu vergebenden baulichen Maßnahmen erfolgen dann laut Bürgermeister Rainer Ziegler vermutlich im „Spätjahr“.

Sieben Bewerber

Auf die Ausschreibung der Stadt Ladenburg für die anstehenden Rodungs- und Pflanzarbeiten gaben sieben Unternehmen ein Angebot ab.

Mit 55.809,69 Euro lag das Angebot der „Fa. Schrader GmbH Garten- und Landschaftsbau“ aus Ingolstadt mehr als 41 Prozent unter dem mit 94.982,49 Euro teuersten Angebot.

Dieser „eklatante Unterschied“ führte auch zu genauen Nachfragen über die Zuverlässigkeit der Firma. Petra Erl (SPD):

Herr Bürgermeister, trauen sie der Firma einen solchen Auftrag zu?

Auch Alexander Spangenberg (GLL) fragte noch einmal nach:

Ich bin doch sehr verwundert über die hier vorhandene Preisspanne. Das Angebot erscheint mir sehr günstig. Ich habe die Befürchtung, dass die Firma dann während der Arbeiten illiquide wird.

Die geäusserten Bedenken wurden von Bürgermeister Ziegler souverän zerstreut. Laut seiner Aussage habe man bereits häufiger mit der Firma Schrader gearbeitet und bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Weiter:

Wir geben der Firma ja nicht einfach das ganze Geld in die Hand. Es erfolgen Abschlagszahlungen für die bereits getätigten Teilabschnitte.

Somit sei man auf der sicheren Seite. Auch verwies Bürgermeister Ziegler hier erneut an Herbert Felbek. Dieser antwortete auf die Frage ganz nüchtern:

Es handelt sich hier ja um eine große Firma. Die haben mehrere unabhängige Trupps ständig im Einsatz. Das bekommen die schon hin.

Nullsummenspiel

Stadtrat Uwe Wagenfeld (CDU) fragte nach den entstehenden Kosten für die Stadt Ladenburg:

Mir ist nicht ganz klar, wieso die Kosten für diese Maßnahmen jetzt bei uns liegen. Schließlich sind die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen ja Kreissache.

Laut Bürgermeister Ziegler handelt es sich hierbei jedoch um ein „Nullsummenspiel“. Die entstehenden Kosten würden vollständig durch den Rhein-Neckar-Kreis ersetzt.

Bei der nachfolgenden Abstimmung wurden die Rodungs- und Pflanzarbeiten dann einstimmig an die Firma aus Ingolstadt vergeben.

Bebauungsplan Altwasser: „Doch keine unendliche Geschichte.“

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Die Nabelschnur Ladenburgs: Das Industriegebiet Altwasser. Bild: local4u

Guten Tag!

Ladenburg, 27. Juli 2011. (red) In der heutigen Sitzung wurden nochmals Stellungnahmen und Behandlungen zum Bebauungsplan „Altwasser“ vorgestellt, der immerhin seit 1975 nicht fertig gestellt worden ist. Der Gemeinderat beschloss ohne nennenswerte öffentliche Beratung heute einstimmig den Bebauungsplan, der mit seiner Veröffentlichung zum Ortsrecht wird.

„Es ist die Nabelschnur, an der wir hängen“, sagte Bürgermeister Rainer Ziegler zum Beginn der Behandlung von TOP4 „Bebauungsplan 9.1 Altwasser“. „Wenn diese Firmen prosperieren, geht es uns gut.“

Der Bürgermeister verwies auf viele Gutachten, juristische Beratungen und die Schwierigkeiten, das 1975 (sic!) begonnene Verfahren nun abzuschließen. Stadtbaumeister André Rehmsmeier verwies darauf, dass die Unterlagen den Vorlagen vom 13. April 2011 entsprechen und in Form gebracht worden sind.

Das Industriegebiet Altwasser. Quelle: Stadt Ladenburg

Tatsächlich gab es gleich zu Beginn der Beratung die Feststellung, dass eine Seite der Zusammenfassung fehlt und die Behandlung der Stellungnahmen unvollständig seien. Bürgermeister Ziegler verwies auf den Versand von CDs zum Technischen Ausschuss im April (unsere Redaktion hat keine CD erhalten). Keiner der Stadträte protestierte.

Ute Mitschang, Geschäftsführerin des Planungsbüros, referierte die Stellungnahmen und die Lösungen – allerdings war es kaum möglich, ihr zu folgen, da die Dame sehr „nuschelig“ vorgetragen hat. Irgendwann bat auch Stadrat Wolfgang Luppe (FDP): „Könnten Sie vielleicht das Mikrofon näher ranziehen?“ – was aber nur eine leichte „Verbesserung“ darstellte.

Der Bürgermeister informierte, dass alle nötigen Ausgleichsflächen nun im Besitz der Stadt seien.

Stadtrat Steffen Salinger (SPD) erkundigte sich über die „Interimsnutzung“ der Zufahrt von der L597: „Wer trägt denn die Kosten, wenn das umgebaut werden muss? Diese Zufahrt ist doch nur für die Betriebe. Wenn wir wollen, dass das Gewerbe prospiert, wird auch der Verkehr zunehmen. Gibt es keine Möglichkeit, die Betriebe daran zu beteiligen?“

Stadtrat Salinger erkundigte sich nach den Ausbaukosten für die "Interimszufahrt" von der L597 zum Industriegebiet Altwasser. Wenn der Verkehr zunimmt, muss hier ausgebaut werden - hier drohen der Stadt in Zukunft enorme Kosten, an denen sich die Industrie nicht beteiligen wird.

 

Stadtbaumeister Rehmsmeier sagte: „Es kommt darauf an, wer Baurechtsträger ist und das sind wir.“ Bürgermeister Ziegler sagte: „Die Betriebe waren nicht bereit mit uns einen Städtebaulichen Vertrag in dieser Richtung zu schließen. Auch bei den Planungskosten sind wir zuständig.“

Stadtrat Salinger erkundigte sich weiter zum Lärmschutz und einem „städtebaulichen Vertrag“ der Stadt mit der BK Giulini GmbH, der offensichtlich dem Gemeinderat unbekannt ist. Nach Auskunft des Bürgermeisters enthält der Vertrag eine Selbstverpflichtung des Unternehmens, Lärmreduzierungen vorzunehmen, um auf der anderen Seite erweitern zu können.

Eine weitere Diskussion fand nicht statt.

Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, dass Stellungnahmen und Erwiderung der Verwaltung zur Kenntnis genommen wurden. Der Bebauungsplan „9.1 Altwasser“ wurde als Satzung beschlossen.

Bürgermeister Ziegler sagte: „Damit beschließen wir eine langjährige Geschichte.“ Die dauerte immerhin 36 Jahre.

„Den Brandschutz müssen wir jetzt machen“ – doch die Sanierung des CBG liegt in weiter Ferne

Brandschutz jetzt - Sanierung irgendwann. Bild: ladenburgblog.de

Guten Tag!

Ladenburg, 22. Juli 2011.(red) In der Gemeinderatssitzung vom 20. Juli 2011 wurde entschieden für die Errichtung des zweiten baulichen Rettungsweges am Carl-Benz-Gymnasium im Haushaltsjahr 2012 zusätzliche 200.000 Euro bereit zu stellen. Der Beschlussvorschlag wurde bei einer Enthaltung (Petra Erl, SPD) angenommen. [Weiterlesen…]

Entlassfeier Werkrealschule: Alle bestanden


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Große Freude über den Abschluss.

Guten Tag!

Ladenburg, 16. Juli 2011. (red) Die Werkrealschule Unterer Neckar hat am 15. Juli insgesamt 54 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 entlassen – darunter fünf Schüler der Außenklasse der Martinsschule. Alle haben bestanden. Und fast die Hälfte beginnen in Kürze eine Ausbildung, die meisten anderen streben einen höheren Schulabschluss an.

Von Hardy Prothmann

Gäbe es Zensuren für besondere Herzlichkeit, würde Rektorin Martina Schmidt sicher eine glatte Eins bekommen. Die Rektorin vermittelt Wärme und Zuneigung, wie man das selten erlebt.

Und sie hat ordentliche Gründe zur Freude bei der Entlassfeier in der Lobdengauhalle: Alle 54 Schülerinnen und Schüler der Werkrealschule haben ihren Abschluss der Klassen 9 und 10 bestanden. Darunter fünf von der Martinsschule.

Von den achtzehn Absolventen in Klasse 10 gehen vierzehn direkt in eine Ausbildung, was ein toller Erfolg für die Schule und deren Unterstützer ist, darunter der Elternbeirat, der Förderverein, das Netzwerk Berufsfindung und Partner aus der Wirtschaft und Verwaltung.

Zwei Werkrealschulabgänger werden ein berufliches Gymnasium besuchen, einer eine Fachschule und einer ein Berufskolleg.

Zehn Schülerinnen und Schüler der Klasse 9 machen weiter und besuchen die zehnte Klasse der Werkrealschule, sechs wählen die zweijährige Ausbildung zur mittleren Reise an der Berufsfachschule, eine wählt eine einjährige BFS, acht beginnen eine Ausbildung, eine geht ins freiwillige soziale Jahr, einige wählen das Berufseinstiegsjahr und drei warten noch auf einen unterschriebenen Ausbildungsvertrag.

Die besten Zeugnisse in Klasse 9 hatten Katharina Löffler (1,6) und Tamara Metzger (1,7), in Klasse 10 Lisa Gohlke (2,0). Einen Preis für besonderes soziales Engagement erhielten Melisa Ebert, Nina Lohnert und Lukas Perreira.

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Mit sehr gut haben Tamara Metzger, Nina Lohnert, Felix Weiß, Katharina Löffler und Sükriye Altung die Projektprüfung absolviert.

Tamara Metzger, Rena Perreira und Lukas Perreira haben die Englischprüfung mit sehr gut abgeschlossen.

Einen Sonderpreis erhielten Lukas Perreira, Manuel Maier und Dennis Garbaczok aus der Klasse 10 für die engagierte Mitarbeit an der Einrichtung eines Schulgartens in Kooperation mit der Initiative Glashaus.

Den Schülerinnen und Schülern war die Aufregung bei der Entlassfeier anzumerken – bei aller guten Laune. Schließlich ändert sich für viele das gewohnte Umfeld – so adrett, wie sie sich herausgeputzt hatten, sind aber alle fest entschlossen, den besten Eindruck zu machen.

In verschiedenen Grußworten richteten sich Bürgermeister Rainer Ziegler, Fördervereinvorstand Joachim Loose und Lehrer an die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. Selbstverständlich wurden Glück und Erfolg für den weiteren Lebensweg gewünscht.

Herbert Maier wurde auch „entlassen“ – ehrenvoll, als Elternbeiratsvorsitzender. Da sein Manuel Maier nach der zehnten Klasse die Schule verlässt, gibt der engagierte Mann das Amt nach sechs Jahren ab. Er bleibt der Schule aber als Vorstand des Fördervereins verbunden.

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Fotostrecke: Lorena Hoffmann ist Miss Ladenburg 2011


Lorena Hoffmann ist Miss Ladenburg 2011.

Guten Tag!

Ladenburg, 02. Juli 2011. (red) Sie sind jung, sie sind hübsch – aber es kann nur eine geben: Die neue Miss Ladenburg 2011 heißt Lorena Hoffmann. Die 19-jährige Schülerin aus Rheinhausen mit Faible fürs Theater gewann die Gunst von Jury und rund 150 Gästen und wurde mit klarem Vorsprung unter den neun Kandidatinnen zur 5. Miss Ladenburg gewählt.

Von Hardy Prothmann

Bekanntlich gibt es das Ladenburgblog seit Februar 2010 – im vergangenen Jahr haben wir bereits über die Miss Ladenburg berichtet. Allerdings wussten wir damals nicht, dass dieser schöne Titel keinerlei weitere Bedeutung hat.

Die sehr sympathische Miss Ladenburg 2010, Jennifer Lehmann, hat mit Lorena Hoffmann eine sehr sympathische Nachfolgerin. Doch außer dem Titel ist mit der Miss Ladenburg keinerlei Repräsentation verbunden.

Ein Titel ohne Funktion.

Das ist in anderen Städten anders. Beispielsweise in Frankenthal (wo ich aufgewachsen bin). Dort gibt es die Miss Strohhut, die zu vielfältigen Anlässen die Stadt repräsentiert. Eine Miss Strohhut lernt in ihrer einjährigen Amtszeit viele Menschen kennen, was sich auch schon förderlich auf die Karriere der jungen Damen ausgewirkt haben soll.

Viel wichtiger aber ist die Rolle der Botschafterin – sympathisch, adrett und lebenslustig soll eine Miss Strohhut sein, um in der Ferne und vor Ort für ihre Stadt zu werben und sie stilvoll zu repräsentieren.

In Ladenburg ist das nicht der Fall – es wäre ein leichtes für den Bürgermeister Rainer Ziegler und die Stadt, sich der neuen Miss Ladenburg 2011 „zu bedienen“. Sie als Repräsentantin der Stadt zu präsentieren. Image-Gewinn und Interesse wären die vermutlichen Folgen. Kosten würde das nichts. Außer guten Willen.

Gute Laune bei der Wahl.

Tatsächlich müsste man aber wohl ein wenig am Konzept ändern und sich mit dem privaten Veranstalter Willy Koch arrangieren, der die Wahl ausrichtet. Darüber kann man sicher bis zur nächsten Wahl reden.

Klar ist: Ladenburg ist nur ein Viertel so groß wie Frankenthal, aber touristisch viel attraktiver. Mit dem Altstadtfest im September oder jetzt in Kürze dem Drachenbootrennen und dem Römerman gibt es aber schon drei wunderbare Gelegenheiten, die Miss Ladenburg aktiv für ein positives Image der Stadt zu nutzen. Wie gesagt, vorausgesetzt, man will das. Vorausgesetzt, man betreibt echtes Stadtmarketing.

Nun könnte man sagen: „Naja – die Miss Ladenburg kommt ja aus Rheinhausen.“ Das ist ein Argument. Aber dann müsste man auch fragen, ob der Bürgermeister Ziegler Ladenburg repräsentieren kann, denn der ist auch kein Ladenburger.

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Lorena Hoffmann wäre eine sehr sympathische Repräsentantin der Stadt Ladenburg.

In der heutigen Zeit sollte man solch „dörflerische“ Gedanken beiseite schieben und das positive Ganze sehen.

Neues Konzept?

Eine Wahl der Miss Ladenburg könnte bald auch auf dem Marktplatz stattfinden, also in der Stadt, unter der Beteiligung von vielen Bürgern. Vielleicht kombiniert mit Ladenburg tafelt und Ladenburg bewegt.

Menschen interessieren sich am meisten für Menschen – für hübsche und sympathische junge Damen allemal. Mal schauen, ob sich hier was zum positiven ändern kann.

Die Wahl wurde dieses Jahr von Nadja Coviç und Kochs Tochter Kim Stelling weitgehend moderiert – auch das ein Gewinn gegenüber dem Vorjahr, wenn auch die Stimmlagen teils arg schrill waren und die „Interviewtechnik“ deutlich verbessert werden könnte.

Vielleicht sollte man aber über eine andere Agentur nachdenken – denn das angebliche „Casting“ vor einer Woche auf dem Marktplatz war keines, weil hier keine Vorauswahl getroffen worden ist und statt der angekündigten fünfzehn jungen Damen waren es bei der Wahl nur neun.

Und „gut aussehen“ ist vielleicht auch ein wenig dürftig als Kriterium – eine Vertreterin der Stadt sollte auch frei sprechen können und sich kommunikativ zeigen.

Ob sich das machen lässt? Wer weiß.

Die jungen Damen haben sich jedenfalls sehr gut präsentiert und sicher war es nicht nur für die Zuschauer ein Erlebnis.

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Und er fließt doch – Bachöffnung in der Hauptstraße


Guten Tag!

Ladenburg, 01. Juli 2011. (red) Am Mittwoch wurde in der Ladenburger Gemeinderatssitzung die teilweise Öffnung des Bachbetts in der Hauptstraße zwischen Hausnummer 40 und 60 heftig diskutiert: „Luxus“ oder „Handlungsbedarf“?.

Von Sabine Prothmann

Zur Ausgangslage: In der Altstadt von Ladenburg floss bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts der Kandelbach. Er wurde damals stillgelegt. Das ehemalige Bachbett ist heute überwiegend mit Platten oder mit andren Materialien abgedeckt. Einige wenige Teilöffnungen bestehen.

Bei einer Bestanderhebung der Abdeckungen in der Hauptstraße zeigte es sich, dass auch aus Verkehrssicherheitsgründen Handlungsbedarf besteht. Die Abdeckungen müssen erneuert werden. Für die Umbauarbeiten und Belagserneuerungen können Landessanierungsmittel verwendet werden.

In diesem Zusammenhang kam auch die Idee wieder auf, das Bachbett teilweise offen zu legen, was schon in der Gemeinderatssitzung am 20. April dieses Jahres diskutiert wurde. Auch eine Befragung der Anwohner ergab dafür ein positives Stimmungsbild.

Es ist geplant, den Bachlauf im Teilbereich Hauptstraße 52 bis 60 teilweise wieder offen zu legen, die Abdeckungen zu entfernen, abschnittsweise – soweit erforderlich – mit neuen Sandsteinplatten abzudecken und die Restbereiche mit Natursteinpflaster zu belegen.

Im zweiten Bauabschnitt, Hauptstraße 40 bis 52, ist eine Offenlegung des Bachlaufs nicht möglich, deshalb sollen dort die defekten Abdeckungen lediglich durch neue Sandsteinabdeckungen ersetzt werden.

Die Wasserführung ist in einem Kreislaufsystem mit Umwälzpumpen vorgesehen.

Die ersten Zahlen wurden vorgelegt

Jetzt wurden dem Gemeinderat die ersten Zahlen, sprich Kostenvarianten, vorgelegt.

Bei einer Oberflächenwiederherstellung als Reparatur in Pflaster bleibt für die Stadt Ladenburg, abzüglich der Fördermittel, ein Finanzierungsanteil von 52.000 Euro übrig.

Bei der geplanten teilweisen Öffnung des Bachlaufes, beliefe sich der Finanzierungsanteil der Stadt, auch hier abzüglich der Fördermittel, auf 54.000 Euro.

Zusätzlich muss bei dieser Lösung, abzüglich der Fördermittel, noch ein Finanzierungsanteil der Stadt von 19.000 Euro für die Aktivierung von Wasser und jährliche Betriebskosten von rund 4.000 Euro dazu gerechnet werden.

Die Kosten für die Abdeckung mit Sandsteinplatten im zweiten Bauabschnitt (Hauptstraße 40 bis 52) belaufen sich für die Stadt Ladenburg auf 52.000 Euro.

Klarheit der Fördermittel vorausgesetzt

Bürgermeister Rainer Ziegler informierte zunächst darüber, dass schon jetzt ein Versicherungsschutz vorliege. Die teilweise Bachbettöffnung mit Wasserführung habe auch bei der Befragung der Anwohner allgemeine Zustimmung erfahren. Durch eine Halbschale in der Bachrinne könne die Vernässung der Hauswände vermieden.

Ziegler betonte, „wir beginnen erst, wenn es Klarheit über die Fördermittel gibt“.

„Ich sehe darin einen Gewinn“, betonte Stadtrat Gerhard Seidel (CDU). Die Reparatur des Pflasters sei fast genauso teuer wie die Öffnung und jetzt habe man die Chance, also sollte man den Schritt wagen. Die Berechnung der Folgekosten hingegen betrachtete er kritisch.

Auch Stadträtin Gudrun Ruster (FWV) bewertete das Vorhaben postiv, sprach aber genauso wie ihr Amtskollege Gerhard Kleinböck (SPD) die Parkplatzproblematik an, die der Bürgermeister aber zu diesem Zeitpunkt nicht diskutieren wollte.

„Wir begrüßen das Projekt“, erklärte Stadträtin Ingrid Dreier für die GLL. Damit setze man sich nicht nur für die Erhaltung ein, sondern werde gestalterisch tätig.

„Wir begrüßen die Altstadtsanierung.“

Stadtrat Wolfgang Luppe (FDP) freute sich, die Meinung der Anwohner sei deckungsgleich mit der des Gemeinderates, dass die Öffnung des Bachbettes nur mit einem Wasserlauf Sinn mache. „Wir begrüßen die Altstadtsanierung.“

Ganz anders argumentierte Günter Bläß (CDU). In seiner Fraktion sei man sich uneinig. Zunächst sollte man die Fördermittel klären und den Versicherungsschutz. Laufe in der Rinne Wasser betrage der Unterschied zur Ausbesserung der Abdeckung nicht zwei, sondern 20.000 Euro. Für ihn gäbe es bei diesem Vorhaben zu viele Unwegbarkeiten, auch hinsichtlich der Folgekosten.

Eine Bachöffnung dürfe nicht um jeden Preis herbei geführt werden, „ich bin dagegen“.

Die Meinung liege in seiner Fraktion weit auseinander, betätigte auch Stadtrat Dr. Meinrad Georg (CDU). „Ich stimme der Bachöffnung zu.“ Der Sprecher des Heimatbundes erinnerte daran, dass dieses Thema schon vor Jahren diskutiert wurde.

„Wollen wir uns so einen Luxus leisten?“ Ilse Schummer

„Alle Fraktionen haben zum Sparen aufgerufen, wir haben nicht das Geld“, appellierte Stadträtin Ilse Schummer (SPD). Die Bachöffnung bezeichnete sie als „reinen Luxus“. Solange man kein Geld für Hortgruppen habe, nachts die Lichter ausstelle und solange die Wormser Straße in diesem Zustand sei, könne sie diesem Vorhaben nicht zustimmen. „Wollen wir uns so einen Luxus leisten?“

„Ich schließe mich meinen Amtskollegen Bläß und Schummer an“, erklärte auch Stadtrat Sascha Barembruch (SPD) und verwies nochmals auf die Betriebskosten.

Stadtrat Wolfgang Zahner (SPD) bezeichnete das Vorhaben als ersten Schritt einen alten Plan wieder aufzunehmen. Damals scheiterte dies an der Feuchtigkeit. So gesehen sei jegliche Altstadtsanierung Luxus. Die Stadt Ladenburg habe eine historische Verantwortung,

Stadtbaumeister Werner Felbek versicherte, bei der Kostenschäzung sei man auf der sicheren Seite, er habe „mit Luft“ gerechnet. „Wasser ist genug da“.

Mit der Einstellung, „wenn das net, dann das net“, könne man in der Zukunft gar nichts mehr machen, erklärte Stadtrat Seidel (CDU). „Unsere Vergangenheit ist unsere Zukunft.“

Stadtrat Steffen Salinger (SPD) bat zu prüfen, ob, wenn wie der Stadtbaumeister erklärt habe, genügende Wasser da sei, eine Pumpe überhaupt notwendig würde. Vielleicht könne man ja auch das Wasser in den Kanal ableiten.

Der Öffnung des Bachlaufes (Hauptstraße 53-60) wurde vorbehaltlich der Fördermittel bei vier Gegenstimmen (Bläß, Schummer, Barembusch, Meng) zugestimmt.

Auch die Sandsteinabdeckung im zweiten Bauabschnitt wurde bei einer Enthaltung positiv entschieden.

Der dritte Abstimmungspunkt wurde insofern modifiziert, dass die Bachrinne mit einem Wasserfluss zu versehen sei, ob das nun durch ein Wasserkreislaufverfahren geschehe oder ob vorhandenes Wasser in den Kanal geleitet werde, müsse noch geklärt werden.

Auch dieser Beschlussvorschlag wurde bei vier Gegenstimmen angenommen.

Skizze zur Gemeinderatsvorlage. Quelle: Stadt Ladenburg

Einen schönen Tag wünscht

Das ladenburgblog

Technischer Ausschuss: Neue Bauvorhaben – Anwohner kündigt Klage gegen Kindertagesstätte an


Ladenburg, 08. Juni 2011 (red) Im technischen Ausschuss haben die Mitglieder heute verschiedene Bauvorhaben beraten. Für Empörung sorgte die schriftliche Ankündigung eines Anwohners, gerichtlich bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen zu wollen, falls eine Kindertagestätte im Frankenweg realisiert werden solle.

Der technische Ausschuss (TA) hat das Bauvorhaben der Jungbunzlauer Ladenburg GmbH zur Erweiterung des Gebäudes für die Ester-Herstellung einstimmig genehmigt. Nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz muss die Kommune zu dem Vorhaben gehört werden.

Es gab keinerlei Unterlagen zum Bauvorhaben. Das Projekt wurde kurz mündlich vorgetragen, der TA hatte keine Fragen und nahm den Antrag an.

Der Bauantrag zum Ausbau einer Scheune zum Wohnhaus in der Babogasse 4 wurde von TA-Ausschussmitglied Lacknern kritisiert, dass das Fachwerk nicht freigelegt wird. Außerdem sollten die von der Straße aus einsehbaren Fenster als Gauben ausgeführt werden. Die Verwaltung verweist auf umfangreiche Gespräche. Eine Zeichnung wurde gezeigt – bei den Unterlagen fehlt diese. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Der Antrag auf Nutzung einer Wohnung in eine Kindertagesstätte im Frankenweg wurde einstimmig angenommen.
Ein Nachbar hatte über einen Anwalt eine unzulässige Nutzung bemängelt, da es sich um ein reines Wohngebiet handle. Zudem sei die Stellplatzsituation problematisch. Weiter wurden Lärmemissionen durch zusätzlichen Fahrzeugverkehr und durch die Tagesstätte selbst wurde als Einwand vorgebracht. „Kindergeschrei würde die Emissionswerte überschreiten.“ Der Einwänder kündigt an: „Sollte das Vorhaben realisiert werden, werden wir diesen Fall, auf den wir geradezu gewartet haben, verfassungsrechtlich prüfen lassen.“

Stadtrat Peter Hilger erkundigte sich, ob man eine Ausnahmegenehmigung brauche – Bürgermeister Ziegler verneinte das. Stadträtin Ingrid Dreier sagte: „Es ist wirklich unglaublich, spielende Kinder und deren Geräusche als Lärm zu bezeichnen.“ Bürgermeister Ziegler sagte: „Kinderlärm ist Zukunftsmusik, das ist meine Einstellung.“ Stadtrat Gerhard Seidel sagte: „Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die als Erwachsene auf die Welt kommen.“

Der neue Eigentümer des Anwehsens in der Nagelschmiedgasse, Flurstück 200, möchte das „sehr renovierungsbedürftige Gebäude“ modernisieren und drei Gauben einbauen. Der Zustand sei „desolat“.

Da es sich bei dem Gebäude um ein „Kulturdenkmal“ handle und das Gebäude in der Gesamtanlage Ladenburg liege und somit im Geltungsbereich der Altstadtsatzung. Eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung sei notwendig und die Auflagen der Unteren Denkmalschutzbehörde einzuhalten.

Stadtbildpfleger Lackner meinte, man solle überlegen, ob die Gauben in der geplanten Form erlaubt werden sollten oder nicht etwas flacher auszuführen sein, weil die Dachfläche sehr klein sei und drei große Gauben sind nicht optimal einfügten. Er bringe diese Einwände vor, weil er bei der Besprechung mit der Denkmalbehörde nicht dabei war.

Stadtbaumeister André Rehmsmeier meinte, man könne das Gespräch nochmals suchen, sei aber froh, „dass überhaupt jemand sich gefunden hat, das Gebäude zu sanieren.“ Bürgermeister Ziegler schlug aufgrund des Einwands das Thema nochmals zu beraten.

Der Antrag auf die ERstellung eines 2-geschossigen Anbaus an ein Reihenendhaus in der Hirschberger Allee wurde einstimmig angenommen.

Der Antrag auf Umbau und Erweiterung einer Lagerhalle zur abgeschlossenen Lagerung von Geräten und Werkzeug sowie die Umnutzung ehemaliger Stallungen für Bullenmast zu vermieteten Lagerflächen in Neubotzheim wurde bei einer Enthaltung angenommen. Eine Güllesilo solle abgerissen werden.

Stadtrat Dr. Rudolf Lutz wandte ein, ob es planungsrechtliche Probleme geben könnte. Bürgermeister Ziegler wies daraufhin, dass das Landratsamt keine Einwände vorgebracht habe. Man habe sich dabei auf § 35 BauGB berufen: „Auf 35 wollen wir uns auch beschränken“, sagte Bürgermeister Ziegler.

In der Schriesheimer Straße wurde der Neubau eines Einfamilienhauses gestellt. Dieses solle behindertengerecht ausgeführt werden und einen Aufzug haben. Das Haus werde in Massivbauweise erstellt, unterkellert sein und zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss haben. Dafür wurden geringe Überschreitungen von Baugrenzen beantragt. Der TA nahm den Antrag einstimmig an.

Für einen neuen Schaltschrank, der im wesentlichen die Flutlichtanlage und die Beregnung im Römerstadion steuert, waren bislang 10.000 Euro im Haushalt vorgesehen. Die Kosten steigen allerdings um 81 Prozent und werden zum Preis von 18.818,66 Euro von der Firma KD-Schaltanlagenbau übernommen.

Als Begründung führte die Verwaltung an, die Technik sei vorangeschritten und für eine sichere Bedienung der Anlage müsse man den Stand der Technik berücksichtigen. Stadtrat Seidel wollte wissen, wer die Anlage bedienen darf. Bürgermeister Ziegler sagte: „Wir haben die Vereine angeschrieben, um uns Personen zu nennen, die dies tun sollten. Über Personenkarten können wir kontrollieren, wer wann was bedient hat. Der Personenkreis wird überschaubar bleiben.“

Im Anschluss wurde geklärt, dass der TA bis zu 25.000 Euro als beschließender Ausschuss den Antrag genehmigen kann. Der TA nahm den Antrag einstimmig an.

Im Cronberger Hof konnte bislang nur eine Stunde geparkt werden. Der TA hat eine Anpassung an die Parkzeiten im Rathaus beschlossen. Also kann zukünftig auch hier zwei Stunden geparkt werden. Damit erhöhe sich für Besucher der Stadt die Chance, einen attraktiven altstadtnahen Parkplatz zu finden.

Stadtrat Günter Bläß merkte an, Anwohner in der Schriesheimer Straße hätten sich beschwert wegen überhängener Äste. Die Stadt kündigt an, dass die stadteigenen Pappeln gefällt und an anderer Stelle ersetzt werden. Über die privaten könne die Verwaltung nichts sagen – Sicherungsmaßnahmen seien privat zu erledigen.

Die Stadt will eine Kraft auf geringfügiger Basis bechäftigen, um „Platzwart“-Funktion zu übernehmen. Allerdings: „Hier fallen Worte von Leuten, die Missbrauch begehen, die unter aller Sau sind. Das muss“, sagte Bürgermeister Ziegler über Erfahrungen mit Fremdnutzern. Es wäre schön, wenn sich eine Kraft finden ließe.

In Sachen Eichenprozessionsspinner seien Bäume abgesperrt worden. Die Stadt hole Angebote ein, um die Raupen zu bekämpfen. Stadtrat Salinger: „Bei allem Respekt, die Viecher sind gefährlich und ich verstehe nicht, dass wir nach genau zwei Wochen keinen Schritt weiter. Das verstehe ich nicht. Das ist nicht akzeptabel.“

Stadtbaumeister Rehmsmeier sagte: „Wir haben zwei Angebote, die sind uns aber zu teuer.“ Bürgermeister Ziegler sagte: „Wir haben dort mit Feuer bekämpft, wo es ging und prüfen jetzt die Angebote, um einen geeigneten Partner zu finden. Hier wird nichts ausgesessen, wenn es um die Gesundheit geht.“

Zur Zeit seien die Raupen im dritten von sechs Raupenstadien – ab dem vierten seien sie besser zu bekämpfen.

Ladenburg: Ärger am Fluss – widrige Bedingungen sorgen für Verstimmung


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"Appasionante" - Lebensfreude oder "dünne Stimmchen"?

Ladenburg/Rhein-Neckar, 02. Juni 2011 (red/pol) Beim diesjährigen „Klassik am Fluss“ in Ladenburg soll es zu großen Verstimmungen gekommen sein. Das Wetter hat erstmals seit elf Jahren nicht mitgespielt – für die Musiker und für die Zuschauer war es zu kalt und feucht. Da kann man nichts machen – oder doch? Hätte das Konzert abgesagt werden müssen? Hatten die Musiker keine „Spielfreude“? War dem Publikum die Lust vergangen? Hätte man das Konzert absagen müssen? War es nun unter „den Umständen gut“, eine Enttäuschung oder gar eine Zumutung? Viele Fragen – Sie können Ihre Meinung dazu äußern.

Von Hardy Prothmann

Die Programmankündigung klang verheißungsvoll – das musste sie auch bei „billigen“ Karten von 30 Euro bis hin zu den „teuren“ für 50 Euro – zuzüglich „Verkaufsgebühren“:

„Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz bringt gemeinsam mit Appassionante pure Lebensfreude nach Ladenburg. Ein lauer Sommerabend, eine leichte Brise von Seiten des Neckars und klassische Kompositionen mit einem Hauch von Popmusik die einen zum Träumen bewegen – das zeichnet seit Jahren Klassik am Fluss auf der Festwiese in Ladenburg aus. Im Juni 2011 wird zu all dem noch ein wenig Lebensfreude versprüht „Gioia della vita – die Lebensfreude“ ist das Motto des Klassik am Fluss Konzertes in diesem Jahr. Erleben Sie, in einer wunderschönen Atmosphäre direkt am Neckarufer unter freiem Himmel, Kompositionen und Interpretationen der „Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz“.“

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"Schickt" sich ein Auftritt in "Schmuddeljeans" für einen klassischen Dirigenten?

Tatsächlich herrschte tagsüber eher eine steife Brise, es regnete und war kalt – rund 12 Grad Celsius im Tagesverlauf. Nach Angaben des Veranstalter konnte das Orchester deshalb nicht proben. Erst zum Konzertabend fanden sich die Musiker ein – eingepackt und mit frostigen Mienen, bei denen man nicht wusste: Ist das Konzentration, Unwille oder Frust?

Die 70 Musiker und Musikerinnen sowie die drei „hochkarätigen italienischen Solistinnen von „Appassionante“ übten vor dem Publikum gut eine halbe Stunde, dann kamen die „wichtigen Leute“ aus der abgesperrten „VIP-Zone“ – ein Zeichen, das es bald losgehen würde. Die wichtigen Leute füllten einige der leeren Stuhlreihen – richtig voll war es danach aber auch nicht. Viele Gäste hatten sich mit dicker Kleidung, Decken und Regenschirmen den „Umständen angepasst“.

Der Dirigent Markus Huber präsentierte sich während er Probe in Jeans und Sweart-Shirt und der erste Eindruck „saß“ so schmuddelig wie die verlodderte Jeans und wie das Wetter war. Kurz vor dem Auftritt wechselte er dann in den Smoking – aber man hat keine Chance auf einen zweiten, ersten Eindruck. Keine Ahnung, ob Herr Huber das „cool“ oder „modern“ findet oder ob ihm der Eindruck beim Publikum „hintenrum“ vorbei geht.

Über ein Jugendförderkonzept der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz „Listen to our future“ konnte man nur was durch den Moderator erfahren, der sonst vielleicht Bügeleisen oder Bratpfannen verkauft – die Kinder kamen nicht auf die Bühne. Angeblich war alles so widrig, die Profis spielten trotzdem gegen saftige Eintrittspreise auf „historischen“ Instrumenten – die Jugend war vermutlich vorbereitet, hat keine wertfollen Instrumente und wäre vermutlich nicht so todernst aufgetreten wie die Leichenbittermienen der Staatsphilharmonie.

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Die Lebensfreude war rassig und hübsch anzuschauen - aber auch überzeugend?

Lebensfreude wurde versprochen: „Gioia della vita“ – wurde sie auch geboten? War das Konzert ein Reinfall? Eine Abzocke?

Hätte es nicht verschoben werden müssen? Hätte nicht der Eintrittspreis zurückgezahlt werden müssen? Sind die Äußerungen im Mannheimer Morgen von heute nachvollziehbar? War die Darbietung „nicht Open-Air-tauglich“, „nicht unserem Publikum angemessen“, wie Bürgermeister Ziegler heute in der Zeitung zitiert wird?

Ist die kolportierte Aufregung des verantwortlichen Veranstalters von demi-Promotion, Dennis Gissel, nachvollziehbar. Der sagte über das „zusammengestrichene Konzert“ laut MM: „Das grenzt an reiner Willkür der Orchesterleitung.“

Ist es nachvollziehbar, dass der Intendant Rainer Neumann sich angeblich äußert, er habe das Konzert retten wollen? Oder ging es um die Gage?

Ich war leider nur bis gegen 21:30 Uhr vor Ort – habe also nur das erste „Drittel“ selbst erlebt.

Die Irritation der Gäste über das langwierige Prozedere, die „Generalprobe“ und den schmuddeligen Auftritt des Dirigenten und das „Girlie-Outfit“ der Sängerinnen dabei, konnte ich ebenso wie die abgenervten Mienen der Orchestermusiker beobachten. Aber auch die „trotzig-stoische“ Lust der Zuschauer, die ganz sicher nicht gekommen waren, um sich aufzuregen, sondern Klassik genießen wollten. Herzig fand ich die Damen mit dem Mädchen, die es sich mit „Flanier-Ticket“, Sekt, Erdbeeren, richtigem Geschirr und Schlafsäcken „gemütlich gemacht hatten“.

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Stimmung ist, was man draus macht - diese Damen hatten gute Laune.

Das Konzert wurde trotz der widrigen Umstände nicht abgesagt, also durften die Gäste auch darauf vertrauen, dass alles „gut wird“.

Laut Mannheimer Morgen war das nicht so. Buh-Rufe und Pfeifen habe es gegeben. Viele unzufriedene Gäste. Das Orchester war laut „Bericht“ „hervorragend“ – laut Umfrage auf der gleichen Zeitungsseite höchstens „gut“. Laut „MM“ waren es 1.500 Gäste – unserer Schätzung nach eher gut 1.000, höchstens 1.200.

  • Waren Sie dabei?
  • Was stimmt?
  • Was ist Ihre Meinung?
  • Was „Klassik am Fluss“ gut – angesichts der Umstände oder nicht?
  • Was hat Ihnen gefallen?
  • Wer ist schuld, falls es nicht gut war?
  • Ein Wetterumschwung ist nicht zu berechnen – muss man das selbst kalkulieren oder sollte man sein Geld zurück verlangen können?
  • War die Organisation nun gut oder war sie schlecht?
  • Hat Ihnen das Konzert gefallen oder sind Sie enttäuscht?

Viele Fragen – wir schätzen Ihre Meinung.

Unsere Fotostrecke finden Sie beim rheinneckarblog.de.

„Großer Schritt“ in Sachen Verkehrsberuhigung? Gemeinderat beschließt „unechte Einbahnstraße“


Guten Tag!

Ladenburg, 25. Mai 2011. (red) Der Gemeinderat hat heute eine „Unechte Einbahnstraße“ und Einfahrtsverbot (Ausnahme: Anlieger) für alle Straßen der Altstadt am Wochenende und an Feiertagen beschlossen.

„Wir haben einen großen Schritt vorwärts gemacht“, kommentierte Stadtrat Wolfgang Luppe (FDP) die Entscheidungen des Ladenburger Gemeinderats zur Verkehrsberuhigung. Den Ratsmitgliedern lagen zwei Anträge vor: Von SPD und FDP. Bürgermeister Rainer Ziegler regte aber an, die verschiedenen Punkte getrennt zur Abstimmung zu bringen, „um den größten gemeinsamen Nenner“ zu erzielen.

Tatsächlich wurden die einzelnen Punkte der Anträge nicht zur Abstimmung gestellt, sondern nach einer umfangreichen Diskussion vom Bürgermeister mündlich vorgetragene „Kompromisse“ zum Entschluss gestellt.

Beschlossen wurde, bei vier Gegenstimmen, die Einrichtung einer „unechten“ Einbahnstraße im „Karolingischen Ring“ (Kirchenstraße und Hauptstraße von der VHS bis zum Gasthaus „Krone“) und ein Einfahrtsverbot für alle Straßen der Altstadt – Anlieger frei – am Wochenende in der Zeit von Samstag, 14:00 Uhr, bis Montag, 07.00 Uhr sowie an Feiertagen – ebenfalls vier Gegenstimmen. Somit, hofft der Gemeinderat, soll zumindest die Durchfahrt durch die Altstadt am Wochenende und an Feiertagen verhindert werden.

Der Vorschlag des Bürgermeisters, die Einfahrt am Wochenende ausschließlich für Anwohner und sonstige Berechtigte – also die nächste Stufe – zu erlauben, wurde mit 14 Gegenstimmen bei sieben Dafürstimmen und einer Enthaltung abgewiesen.

Bürgermeister Ziegler dankte den Ratmitgliedern für die „zielführende Diskussion“.

Dazwischen hatte Rainer Ziegler die Sitzung für fünf Minuten unterbrochen und sich mit den Fraktionsvorsitzenden besprochen. Dem Bürgermeister war wichtig, dass der Gemeinderat den ersten Schritt machte, um den Gemeinderatsbeschluss vom 02. März 2011, die Verkehrsberuhigung in Ladenburg voranzubringen, zu realisieren.

Die Regelung dürfte wieder für Diskussionen sorgen. Tatsächlich können nach der Rechtssprechung damit auch Verkehrsteilnehmer am Wochenende in die Altstadt einfahren, wenn sie dortiges Gebäude als Ziel haben – also die Gastronomie oder Hotelerie oder einen Anwohner besuchen möchten. Ein Einfahren mit dem Ziel, einen Spaziergang zu machen ist hingegen nicht möglich. Auch jegliche Durchfahrtsquerungen sind verboten.

Die Kosten für diese Beschlüsse wurden nicht diskutiert.

Weiterer Bericht folgt. Wir werden auch versuchen, eine aktualisierte Grafik von der Stadt zu erhalten, weil die keine der Übersichten Präsentation Verkehrsberuhigung Altstadt zu den Entschlüssen passt.

 

 

Einen schönen Tag wünscht
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Verkehrsberuhigung: Eine Fußgängerzone wird es nicht geben.


Ladenburg, 17. Mai 2011. Soviel Andrang ist selten im Gemeinderat. Rund 180 Bürgerinnen und Bürger kamen zur Sondersitzung des Gemeinderats am gestrigen Abend. Zweieinhalb Stunden dauerte die Vorstellung möglicher Lösungen, die Debatte und die Anhörung der Gäste. Am Ende stand kein verbindliches Ergebnis. Nur soviel ist klar: Eine Fußgängerzone wird es nicht geben.

Von Hardy Prothmann

Würde man nach einem Applausometer entscheiden, wäre alles ganz einfach: „Lossen mer doch äfach alles, wie es is. Bald 35 Johr werd schun diskutiert. Frieher war’s schlimm mit dem Verkehr. Heit hot sich des doch vun selbschd geregelt“, sagte ein älterer Herr. Der spontanste und lauteste Applaus des Abends gehörte ihm.

Doch so einfach wird das nicht werden. Eben weil schon so lange diskutiert wird. Und weil die SPD, allen voran Stadtrat Gerhard Kleinböck (der auch Landtagsabgeordneter ist) das Thema bereits zur Kommunalwahl 2009 und zur Landtagswahl im März hoch aufgehängt haben. Und weil die Verwaltung viel Arbeit mit Lösungsvorschlägen hatte. Und weil der Bund der Selbständigen sich um „Schadensbegrenzung“ aus seiner Sicht bemüht hat. Und weil die Einsicht, dass „es sisch vun selbschd geregelt hot“ vielleicht richtig ist, aber leider ein Manko hat: Es fehlt scheinbar eine Entscheidung.

Volles Haus: Rund 180 Bürgerinnen und Bürger kamen zur Sondersitzung des Gemeinderats mit dem Thema Verkehrsberuhigung

Die SPD wird unbedingt eine Entscheidung wollen, die irgendeine Veränderung bringt – Hauptsache irgendwas wird entschieden und verändert und damit vermeintlich das Gesicht gewahrt. Die Geschäftsleute hoffen, dass eine Veränderung nicht über ihr Schicksal entscheidet. Und viele Anwesende hoffen, dass eien Entscheidung nicht das mit sich bringt, was eigentlich keiner will: Die Altstadt als Museum.

Bürgermeister Rainer Ziegler hat sich als guter Demokrat gezeigt und die Sitzung mit dem enormen Auditorium souverän moderiert. Aber er ist auch SPD-Mitglied und ganz sicher erwarten die Genossen von ihm eine Unterstützung ihres Anliegens: Es muss sich aus deren Sicht etwas ändern. Die SPD hat sich so sehr darauf versteift, dass sie irgendeine Änderung für ihr Selbstbewusstsein braucht. Dass die Partei landauf, landab mit dieser sturen Haltung keine Punkte macht, ist in der Ladenburger SPD auch noch nicht verstanden worden.

Die Einsicht zur Aussicht fehlt bei manchen.

Leider ist es immer falsch, Entscheidungen zu treffen, bloß, weil man sich auf etwas versteift hat. Noch falscher ist es, ein Thema, mit dem man im Wahlkampf Punkten wollte weiterzutreiben. Vor allem, wenn man zählen kann und feststellt, dass man schon wieder deutlich Stimmen verloren hat. Eine gewisse Einsicht würde hier zu mehr Aussicht verhelfen.

Fest steht: Es gibt viele unterschiedliche Interessen. Die Anwohner wollen mehr Ruhe. Die Eltern mehr Sicherheit für die Kinder. Der Heimatbund weniger Tische auf dem Marktplatz. Die Spaziergänger keine Autos. Die Autofahrer mehr Parkplätze. Die Gewerbetreibenden und Gastronomen keine Einschränkungen für die Kunden und Gäste. Der Bürgermeister keinen Streit. Die Parteien ihre Profilierung.

Und keiner will ein „Museum“ und keiner eine „tote“ Innenstadt – aber irgendeinen Tod muss man sterben, wenn so viele widerstreitende Positionen aufeinanderprallen.

Umfangreiche Debatte: Das Thema Verkehrsberuhigung erregt die Gemüter und forderte Bürgermeister Ziegler.

Fakten, Fakten, Fakten.

Zu den Fakten: Die Polizei zählte im Jahr 2010 vierzehn Unfälle, davon acht Fahrerfluchten, also Beschädigungen von ruhendem Verkehr. Der stellvertrende Revierleiter Steffen Hildebrand sieht statistisch deswegen keinen Handlungsbedarf, sondern betont, wie „sicher“ es zugeht. Eltern, die „mehrmals täglich beinahe-Unfälle“ subjektiv erkennen, wird das nicht überzeugen.

Die Stadt hat eine aktuelle Verkehrszählung durchgeführt. Wurden 1995 in der Hauptstraße West an einem Tag 2.600 Pkw gezählt, sind es aktuell zwischen 1.700 und 1.800. In der Hauptstraße Ost waren es 1995 1.800, aktuell zwischen 1.100 und 1.200 Fahrzeuge. Der Rückgang ist überdeutlich. Und das, obwohl es viel mehr Fahrzeuge pro Einwohner gibt. Auch in der Kirchenstraße sind es zwischen 400 und 460 – gegenüber 800 im Jahr 1995.

Und es sind viele Fahrräder unterwegs: Im Westteil der Hauptstraße über 1.000, im Ostteil rund 500, in der Kirchenstraße rund 600 in 24 Stunden. Doch auch das störte einen Bürger, der „Fahrräder“ als gefährlichstes Fahrzeug ausmachte, weil man die nicht hört.

Während manche monierten, die Rollator-Rentner könnten wie Mütter mit Kinderwagen nur unter Dauergefahr in die Innenstadt, sagten andere Rentner, dass sie wegen Gehproblemen mit dem Auto in die Innenstadt fahren – aber nie einen Parkplatz finden. Doch der ruhende Verkehr sollte nicht Teil der Debatte sein, was andere wieder als nicht zulässig betrachteten.

Was für ein Zirkus könnte man meinen. Tatsächlich geht es um Meinungen und die darf man haben – egal, ob sie klug oder dumm sind. Und es ist Teil unserer Demokratie, dass das Grundgesetz diese Meinungsfreiheit garantiert.

Was bleibt also übrig von dieser Sondersitzung des Gemeinderats unter einer wirklich sehr hohen Bürgerbeteiligung? Das Schlusswort des Bürgermeisters, der sich bei allen für die Teilnahme bedankte, aber darauf verwies, „dass der Gemeinderat sich ein Meinungsbild verschafft hat, was aber sicher nicht repräsentativ ist, aber nach einer Beratung zeitnah entscheiden wird“.

Entscheidungsfindung.

Und der Bürgermeister hat recht. Eine Versammlung von Bürgerinnen und Bürgern allein ist noch nicht repräsentativ. Aber es waren 180 Bürgerinnen und Bürger, die aus eigenem Antrieb den Montagabend im Rathaus verbracht und ihre Sicht der Dinge vorgetragen haben. Darunter waren auch viele Geschäftsleute. Und jeder, der etwas vorzutragen hatte, hätte kommen können.

Und anhand der Stimmung ließ sich bestens ablesen, dass eine Fußgängerzone nur von einer Minderheit gewünscht wird. Und dass der Vorschlag eines BdS-Regionalverbandvertreters, doch vielleicht Bodenschweller anzubringen, nur Gelächter hervorgerufen hat. Der Mann wirkte insgesamt deplaziert.

Der Bund der Selbständigen hat sich kompromissbereit gezeigt und erweiterte Zufahrtssperrungen am Wochenende nicht begrüßt, aber als Möglichkeit der Verkehrsberuhigung als noch aktzeptabel signalisiert – auch wenn die Gastronomen davon mehr betroffen sind, als der Handel.

Auch eine „unechte Einbahnstraße“, also Straßen, in die man nur aus einer Richtung einbiegen darf, aber die in beide Richtungen befahrbar sind, könnte man akzeptieren – wenn es nicht anders geht.

Damit schließt sich wieder der Kreis: „Des hot sisch doch vun selbschd geregelt“, steht da wieder im Raum.

Die Rücksichtslosigkeit mancher Autofahrer wurde oft kritisiert – aber die lässt sich nicht über Schilder regeln. Auch nicht über eine oft geforderte verstärkte Überwachung. Dafür aber mit Aufklärung. Erstaunlich ist, dass die vehementen „Verkehrsberuhiger“ den Einsatz von BdS und Stadt mit keinem Wort gewürdigt haben – kein Lob für die Anstrengungen. Kein Einverständnis, dass es wirklich nur verschwindend geringe Unfallzahlen gibt. Kein Verständnis für die Nöte der Kaufleute und Dienstleister, die immerhin für Arbeit sorgen, die die „schönen Schaufenster“ anbieten, die Leben in die Stadt ziehen.

Der ältere Herr, den ich am Anfang zitiert habe, erzählte dazu folgende Beobachtung: „Wann isch meine Freunde von außerhalb Ladeberg zeige, dann hänn die misch schun oft gefrogt: Seid wann hebt ihr denn die Fußgängerzone? Die denke des wirklisch, weil so wenisch los is. Wann isch Leut treffe will, geh ich zum Parkplatz an der Wallstädter Stroß – do ist viel los. Wann des hier so weitergeht, ist die Altstadt bald ganz tot.“

Anmerkung:
Wir haben die Sitzung live mitprotokolliert.
Sie können das bei Facebook oder bei Twitter nachlesen.

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Altstadtverkehr: Bürgermeister lädt zu Sondersitzung des Gemeinderats ein

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Das ist das ausgelobte Ziel..., das zweite Bild zeigt die angestrebte Lösung. Quelle: Stadt Ladenburg

Ladenburg, 12. Mai 2011 (red/pm) Am kommenden Montag, 16. Mai 2011, läd Bürgermeister Rainer Ziegler um 19:00 Uhr in den Domhofsall ein. Das brisante Thema der Sondersitzung: Der Altstadtverkehr. (Hinweis: Am Ende des Artikels finden Sie die Präsentation zum Download.)

Von Hardy Prothmann

Der Bürgermeister wird eine „Powerpoint-Präsentation“ vorstellen, mit den möglichen Beruhigungen, deren Vor- sowie Nachteile und deren Bewertung. Dann soll beraten werden und auch die Besucher sollen zu Wort kommen.

Soviel steht fest: Der Verkehr bleibt, bei allen Maßnahmen wird es zu Verkehrsverlagerungen kommen. Sprich: Der Verkehr, der nicht mehr in der Altstadt fährt, verlagert sich auf die Ränder. Das dürfte alle interessieren, die dort leben.

Und Ärger ist auch vorprogrammiert: Mit Handel, Gewerbe und Gastronomie. Denn die verlieren bei jeder Lösung – mal mehr, mal weniger.

Die voraussichtlichste Lösung ist eine Sperrung der Hauptstraße auf der Breite des Marktplatzes. Das würde laut einer „Matrix“ für eine gute Verkehrsberuhigung sorgen, den Geschäftsleuten nur ein „eher schlecht“ statt „ganz schlecht“ einbringen. Aber: Für die Anwohner wäre das eine „neutrale“ Lösung. Es wird also nicht besser und auch nicht schlechter.

Dazu können weitere Maßnahmen kommen, wie echte und unechte Einbahnstraßen.

Wichtigsts Ziel soll sein: „Wir wollen kein Museum.“ Man darf gespannt auf die Debatte sein.

Die Lösung? Favorisiert ist eine Sperrung der Hauptstraße am Marktplatz. Quelle: Stadt Ladenburg

 

Information der Stadt Ladenburg:

„Das Thema Straßenverkehr und dessen Verträglichkeit mit der Nutzvielfalt in der Ladenburger Altstadt ist schon lange ein wichtiges kommunalpolitisches Thema, das aktuell wieder auf der Tagesordnung steht.

In seiner Sitzung vom 2. März dieses Jahres hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, eine Verbesserung der Verkehrssituation der Altstadt herbeizuführen.

In einer öffentlichen Sondersitzung am kommenden Montag, den 16. Mai, um 19.00 Uhr im Domhofsaal wird der Gemeinderat darüber ausführlich mit Sachkundigen beraten.

Bürgermeister Rainer Ziegler wird in das Thema einführen und verschiedene Alternativen einer Verkehrsberuhigung bzw. -lenkung mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen vorstellen.

Direkt im Anschluss an die Sitzung wird eine öffentliche Diskussion stattfinden, bei der alle an dem Thema Interessierten ihre Meinung zum Ausdruck bringen können und der Austausch von Argumenten unter Einbeziehung des Gemeinderates und der Sachkundigen erwünscht ist.

Die interessierte Bürgerschaft ist herzlich zu der Gemeinderatssitzung und der anschließenden Diskussion eingeladen.

Der Bürgermeister und der Gemeinderat wären dankbar, wenn diese Gelegenheit, sich zu informieren und sich an der anstehenden Entscheidung zu diesem wichtigen kommunalpolitischen Thema zu beteiligen, intensiv genutzt würde.“

Download: Präsentation Verkehrsberuhigung Altstadt

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Polizei: Sieben neue auf einen Streich


Ladenburg/Edingen-Neckarhausen/Heddesheim/Ilvesheim/Seckenheim, 04. Mai 2011. (red) Beim Polizeirevier Ladenburg arbeiten sieben neue Polizeibeamte. Fünf davon wurden gestern im Rathaus vom Bürgermeister empfangen – zwei ruhten sich von der Nachtschicht aus. Die „Neuzugänge“ erwartet ein spannendes Revier – nicht so sehr, weil es hier so viele „böse Buben“ gäbe, sondern, weil es vielfältige Aufgabenstellungen gibt. Und dazu ein modern geführtes Revier.

Von Hardy Prothmann

Bürgermeister Rainer Ziegler empfing gestern eine Polizistin und vier Polizisten im Rathaus – stellvertretend für die anderen Bürgermeister des Einzugsgebiets des Ladenburger Polizeireviers (Edingen-Neckarhausen, Heddesheim, Ladenburg, Seckenheim, Ilvesheim). Zwei der insgesamt sieben „Neuzugänge“ hatten Nachtschicht gehabt und waren deshalb nicht zugegen.

Gute Zusammenarbeit

Der Bürgermeister betonte die enge und gute Zusammenarbeit der Stadt, dem kommunalen Vollzugsdienst, der Jugendarbeit und der Polizei und deren wichtige Aufgabe innerhalb der Kommunen.

Im Vergleich zu einer Großstadt wie Mannheim ist der Revierbereich eher „ein ruhiges Pflaster“ (siehe Kriminalitätsbericht). Aber natürlich gibt es für die Polizisten hier vielfältige Aufgaben zu erledigen, angefangen beim Verkehr, über Einsätze bei den vielen Veranstaltungen in Ladenburg bis hin zur Aufklärung von Straftaten, die natürlich auch in Ladenburg und anderen Kommunen begangen werden.

Die neuen Beamten ersetzen Kollegen, die pensioniert worden sind oder nun in anderen Dienststellen arbeiten. Unterm Strich verstärken sie aber das Revier mit einer Stelle. Aktuell gibt es 68 besetzte Haushaltsstellen im Revier (zuvor 67, bei 71 Sollstärke). Zusätzlich sind beim Revier auch immer Praktikanten tätig, aktuell drei.

Fünf der sieben neuen Kollegen wurden durch den "Chef", Frank Hartmannsgruber (2. v. r.) vorgestellt und von Bürgermeister Ziegler (1.v.r.) empfangen.

„Die neuen Beamten kommen ausnahmslos aus dem Raum“, sagt Revierleiter Frank Hartmannsgruber. Das erleichtert für die neuen natürlich „die Orientierung“. Alle waren auch beim vergangenen Einsatz zur „Walspurgisnacht“ beteilgt.

Einige haben bereits am 01. März begonnen, die meisten am 01. April 2011. „Mich freut persönlich, dass die Kollegen jung sind, das wird sich positiv auswirken“, sagt Herr Hartmannsgruber. Das Alter liegt zwischen Ende 20 und Mitte 30.

Frank Hartmannsgruber bei seinem Amtsantritt 2009. Archivbild: ladenburgblog.de

Junge Kollegen – junger Chef.

Das könnte er auch über sich sagen. Als Frank Hartmannsgruber Ende 2009 das Revier als Leiter übernommen hat, war er 35 Jahre alt. Er hat im „mittleren Dienst“ begonnen und sich „hochgeschafft“, zwei Studien absolviert und ist heute Polizeirat. Ein Leistungsträger, der viel von sich und mit Sicherheit auch von seinen Kollegen erwartet.

Kein Großeinsatz findet ohne seine Beteiligung statt. Oft leitet er die Einsätze, gibt aber auch die Verantwortung ab, beispielsweise zur Zeit häufig an seinen Stellvertreter Steffen Hildebrand, der im Rahmen seiner Ausbildung als Führungskraft noch bis September 2011 in Ladenburg Erfahrung sammeln soll, bis der eigentliche Stellvertreter, Walter Berka, zurückkommt. Herr Berka verstärkt zur Zeit die Pressestelle des Polizeipräsidiums in Mannheim.

Modern geführtes Revier.

Die Neuzugänge werden ein modern geführtes Revier vorfinden. Präsenz, Prävention und Information sind drei Schwerpunkte, die Revierleiter Frank Hartmannsgruber konsequent eingeführt und umgesetzt hat. Aus Sicht der Polizeibeamten eine positive Entwicklung, denn die Aufgaben sind „vielfältiger“ geworden, die hohe Präsenz und Ansprechbarkeit hat den direkten, positiven Kontakt zu Bevölkerung gestärkt. Die Prävention greift ebenfalls und wird sich in der Statistik sicherlich positiv niederschlagen.

Insgesamt, so hört man allerorten, kommt der Führungsstil sehr gut an und als jemand, der häufig beruflich mit der Polizei zu tun hat, kann ich das nur bestätigen. Der Umgang ist immer korrekt und darüber hinaus sehr freundlich – mit allen Beamten. Nach zwanzig Jahren Berufserfahrung als Journalist kann ich mich auch an andere Zeiten und Erfahrungen erinnern – zwar nicht in Ladenburg, dafür an vielen anderen Orten.

Polizeioberkommissar Steffen Hildebrand leitet für sechs Monate als Stellvertreter das Revier Ladenburg. Bild: Polizei

Positive Entwicklung.

Diese Entwicklung, die die Polizei durchmacht, ist sehr positiv. Selbst die, die sich „häufiger“ durch „Kontrollen gestört“ fühlen könnten, also Jugendliche, scheinen auf den „neuen Stil“ gut anzusprechen – zumindest hören wir das im Kontakt mit der Jugend.

Freundlichkeit mit „Nachlässigkeit“ zu verwechseln, wäre ein Fehler. Frank Hartmannsgruber ist Polizist durch und durch: „Wer sich korrekt verhält, bekommt auch keinen Ärger„, hat er mal in einem Interview mit uns gesagt. Umgekehrt heißt das: Wer „Ärger“ sucht, bekommt den auch. Mit Sicherheit. Doch das ist keine Drohung, sondern nur eine freundlich gemeinte Feststellung. Und es ist ein offener Umgang mit Kritik, die zuvor am Verhalten der Polizei geäußert worden war. Statt Kritik abzuweisen, wird diese ernst genommen und man setzt sich damit auseinander. Das ist vorbildlich.

Sicherheit ist das Hauptanliegen von Herrn Hartmannsgruber – für die Bevölkerung, aber auch für die Beamten. Bei der Präsentation der neuen Kleidung hat er sich sichtbar mit den Kollegen über die schicken neuen Uniformen gefreut. Ebenso über den Tragekomfort, denn das ist Arbeitskleidung und noch mehr über Sicherheitsfunktionen wie zahlreiche Reflektoren, durch die die Beamten bei schlechter Sicht zusätzlich (präventiv) im Straßenverkehr geschützt werden. Frank Hartmannsgruber selbst wurde mal im Dienst Opfer eines Unfalls und weiß „ganz praktisch“, warum er sich um die Sicherheit der Beamten sorgt.

Landeseinheitlicher Schichtdienst – vielfältige lokale Aufgaben.

Den Dienstplan kennen die neuen Kollegen – der heißt „landeseinheitlicher Schichtplan“ und funktioniert so. Der Einsatz beginnt mit dem Spätdienst. Der dauert von 12:00 Uhr Mittag bis 19:00 Uhr am Abend. Dann hat man bis zum kommenden Morgen frei. Um 06:00 Uhr beginnt die Frühschicht, die um 12:00 Uhr endet. Dann hat man wieder frei bis zur Nachtschicht um 19:00 Uhr, die um 6:00 Uhr endet. Den Rest des Tages, sowie die zwei Folgetage haben die Beamten frei. Dann geht es wieder von vorne los.

Damit würde man nicht auf 41 Wochenarbeitsstunden kommen – Trainings und Fortbildungen kommen außerhalb des Schichtdienstes dazu. Insgesamt gibt es in einem Revier fünf Dienstgruppen, die auf diese drei Schichten verteilt werden.

Dazu kommt der Tagesdienst, beispielsweise auf den Posten wie in Heddesheim. Dort beginnt die Dienstzeit für die Beamten um 06:00 Uhr und endet meist um 16:00 Uhr. In der Realität müssen die Beamten aber „häufiger ran“ – Sonderdienste, beispielsweise auch zu Stuttgart21 erhöhen die Überstundenzahl. Sicher auch interessant für die neuen Beamte: Die revierübergreifende Zusammenarbeit wird verstärkt. Hier ein Videobericht über eine Kontrolle zur Fasnachtszeit 2011.

Sicher freut die Beamten im Revier Ladenburg, dass der Landtagsabgeordnete Uli Sckerl, Polizeiexperte bei der neuen Grün-Roten Landesregierung, sich für eine moderne Polizei stark machen will und gestern Abend in Weinheim bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags bereits einige hundert Neueinstellungen angekündigt hat und die Position der Polizei als Dienstleister für die Gesellschaft stärken will.

Von Seiten der Redaktion aus wünschen wir den „Neuzugängen“ einen guten Start und eine gute Zeit mit ihrer Arbeit im Revier Ladenburg.

Die neuen Polizeibeamten heißen (PM=Polizeimeister, PK=Polizeikommissar):

PM Marc Braun, PK Thorsten Hohenedel, PK Sabine Huber, PK Stephan Kau, PK Sven Kohlmüller, PK Mario Notheisen, PM Jens Schlendwein.

Bürgermeister Ziegler zu Sommertagszug, Garango und verkaufsoffenem Sonntag

Guten Tag!

Ladenburg, 02. April 2011. Bürgermeister Rainer Ziegler lobt das Brauchtum, das morgen beim Sommertagszug begangen wird, lädt ein, das Angebot des „Garango-Tags“ und der Händler am verkaufsoffenen Sonntag zu nutzen. [Weiterlesen…]

Fahrradständer am Marktplatz „offiziell“ übergeben

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Guten Tag!

Ladenburg, 01. April 2011. (che) Die neuen Fahrradständer am Marktplatz sollen spätestens mit der kommenden Freiluftsaison Ladenburgs Straßen und Plätze entlasten. Die Initiatoren Andreas Knoth, Jonas Seidel und Bürgermeister Ziegler sehen eine breite Akzeptanz – auch wenn es noch „Wildparker“ gibt.

Andreas Knoth vom „Kaffeehaus“ und Jonas Seidel vom „Vanité“ bieten eine Außenbewirtschaftung am Ladenburger Marktplatz an und machen mit Bürgermeister Ziegler gemeinsame Sache. Auf ihre Initiative wurden im Herbst vierzehn neue Fahrradständer am Rande des Marktplatzes installiert. Deren „große Stunde“ wird in der kommenden Freiluftsaison erwartet, die heute, am 1. April 2011, beginnt.

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(von links): Die Gastronomen Andreas Knoth (Kaffeehaus) und Jonas Seidel (Vanité) bieten zwei herausragende Gastronomien am Markplatz an. Zusammen mit der Stadt haben sie in Fahrradständer investiert, um Ladenburgern und Ausflugsgästen gute "Stellplätze" zu bieten. Am 31. März 2011 wurden diese zusammen mit Herbert Felbek und Bürgermeister Ziegler "eingeweiht".

Angesichts der Haushaltslöcher in Ladenburgs Kassen beschlossen die beiden Gastronomen, die Hälfte der Kosten für die Fahrradständer auf eigene Rechnung zu übernehmen und konnten so Bürgermeister Ziegler, selbst Radfahrer, dafür gewinnen, die andere Hälfte aufzubringen.

Rund 1.800 Euro haben die Bügelständer gekostet, der städtische Bauhof übernahm zusätzlich den Einbau. Strategisch günstig an der Stirnseite der Parkbuchten für PKWs gelegen und mit einem Durchgang versehen, stören dort abgestellte Fahrräder weder den Wochenmarkt noch andere Veranstaltungen und Festivitäten.

Die Fahrradständer sind bereits vor der „offiziellen Einweihung“ gut angenommen worden, so Knoth und Seidel. Die müssen es wissen, haben sie die neuen „Parkplätze“ doch direkt vor der Haustür. Ein Indiz dafür, dass die Initiatoren eine sinnvolle Investition getätigt haben.

Natürlich sind vierzehn Fahrradständer (mindstens je zwei Räder, also 28 kann man dort abstellen) nicht ausreichend, um alle Fahrräder von Altstadtbesuchern und Gästen anzuschließen, aber es ist ein Angebot, das die Umgebung des Marktplatzes vor allem an den Wochenenden spürbar entlasten wird. Und das kommt allen zugute, die rund um den Marktplatz den Sommer genießen. Bis zu 300 Gäster finden bei den Gastronomen einen gemütlichen Platz am historischen Marktplatz – darunter sicher auch viele, die zu Fuß kommen.

Soviel ist sicher: 28 Pärkplätze für Autos würden deutlich mehr Platz in Anspruch nehmen, auch vierzehn, wenn man pro Auto zwei Personen annimmt.

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