Mittwoch, 18. September 2019

Besucherandrang am Bürgertag in der Feuerwehr

Guten Tag!

Ladenburg, 29. März 2010. Waren es 700 oder 800 Besucher oder gar 1.000 oder mehr? Die Frage ist schwer zu beantworten. Fest steht: Der Bürgertag am 28. März 2010 war sehr gut besucht – sicher auch, weil die LadenburgerInnen neugierig auf die neue Feuerwehr waren. Viele Familien nutzten das Angebot für einen Ausflug.

Halbe Strecke: Blick aus 12 Meter Höhe auf den Hof der Feuerwehr. Die Leiter ist auf 23 Meter ausgelegt, kann aber auch bis zu 30 Metern ausfahren. Bild: ladenburgblog

Von 11:00 Uhr morgens bis zum Nachmittag um 17:00 Uhr war es ein ständiges Kommen und Gehen in der Feuerwehr. Die LadenburgerInnen und Gäste von außerhalb nutzten den Sonntag, um sich das neue Feuerwehrhaus genau anzuschauen.

Arbeitskreise präsentieren sich.

Auch die ehrenamtlichen Arbeitskreise der Stadt profitierten von dem Besucherandrang: Im Schulungsraum präsentierten die Arbeitskreise Berufsfindung, Senioren, Stadtmarketing, Touristik und Umwelt ihre Projekte. Fragen zur Verwaltung beantworteten Angestellte der Stadt.

Auch die Kliba war vor Ort, um übers Energiesparen zu informieren – allerdings mit enttäuschendem Zuspruch -auch zum Vortrag am Nachmittag fanden sich nur zwei Interessierte ein.

(von links) Fritz Lüns und Bürgermeister Ziegler begrüßen die BürgerInnen im neuen Feuerwehrhaus. Bild: ladenburgblog

Bürgermeister Rainer Ziegler und Gemeinderat Fritz Lüns vom Arbeitskreis Umwelt der „Zukunftswerkstadt“ eröffneten den Bürgertag in der Fahrzeughalle.

Ziegler sagte: „Der Bürgertag ist ideal, um locker miteinander ins Gespräch zu kommen. Heute hier im neuen Feuerwehrhaus, in dem Sie herzlich eingeladen sind, sich alles anzuschauen und Fragen zu stellen.“ Das taten die Bürger auch – nach der Ansprache war der Bürgermeister ständig in Gespräche „verwickelt“. Auch die Gemeinderäte stellten sich am „runden Stehtisch“ den Bürgerfragen. Im ersten Stock informierte der Jugendgemeinderat über seine Arbeit.

Neue Investoren für Fotovoltaik gesucht.

Zusammen mit Gemeinderat Fritz Lüns (Freie Wähler) weihte Ziegler aber zunächst die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach der Feuerwehr ein, die allerdings schon seit Dezember in Betrieb ist und bereits 7.000 kWh Energie produziert hat. Insgesamt 23 Privatleute haben in die Solaranlage investiert, darunter auch der Bürgermeister. Die 80 kWp-Anlage produziert rund 75.000 kWh im Jahr – damit können umgerechnet 25 Haushalte das ganze Jahr mit Strom versorgt werden.

„Sowohl im Land als auch in Gesamtdeutschland liegen wir im Vergleich mit anderen Kommunen damit im guten Mittelfeld, was die Nutzung regenerativer Energien angeht“, sagte Fritz Lüns. Und wichtiger: „Die Anlage spart rund 55 Tonnen CO2 ein.“ Fritz Lüns überwacht die Anlage vom heimischen Computer aus.

Insgesamt an die 1.000 BürgerInnen nutzten den Bürgertag im neuen Feuerwehrhaus zur Information. Bild: ladenburgblog

Die Gäste ermunterte der Initiator, selbst in eine solche Anlage zu investieren und sich bei ihm zu melden. Es existiere bereits eine Warteliste, so dass bald eine neue Anlage geplant werden könne. Bürgermeister Ziegler versprach, sich für eine weitere städtische Dachflächen einzusetzen, die kostenlos für den Betriebe solcher Anlagen seien.

Drehleiter macht Spaß.

Viel Spaß hatten die BürgerInnen und Kinder mit der Drehleiter. Wie auf dem Jahrmarkt bildete sich eine lange Schlange – sehr viele Besucher wollten die Welt aus einer Höhe von rund 12 Metern betrachten und einen Blick auf die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach werfen.

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Einen schönen Tag wünscht
Das ladenburgblog

Seid stolz auf die Arbeitskreise in Ladenburg!

Guten Tag!

Ladenburg, 10. März 2010. In seinem Gastbeitrag mahnt Dr. Herbert Luft eine höhere Aufmerksamkeit für die Leistungen der Arbeitskreise der Zukunftswerkstatt an. Die Arbeitskreise ergänzen die Kommunalpolitik und helfen, die Lebensqualität in Ladenburg zu verbessern.

Gastbeitrag: Dr. Herbert Luft

Vor einiger Zeit stellten die ehrenamtlichen Quartierbeauftragten in Mannheim wegen Erfolglosigkeit ihre Arbeit ein. Damals lamentierte der „Mannheimer Morgen“, dass es kein ehrenamtliches Engagament zum Wohle der Stadt mehr gäbe. Der Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz wäre froh, er hätte eine so lebendige Ehrenamtsszene, wie sie die Arbeitskreise (AK) in Ladenburg darstellen.

Die Arbeitskreise sind zu wenig bekannt.

Statt die AKs in Ladenburg zu ignorieren oder zu belächeln, sollte man sich darin üben, sie zu loben und zu ehren. Leider weiss man zuwenig von ihrer Arbeit, denn es dringen nur sporadisch irgenwelche Meldungen über gelungene Aktionen über die Medien an die Bevölkerung.

Anlässlich der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses hat der Bürgermeister den Arbeitskreisen eine Fläche mit kleinen Ständen eingeräumt, an denen sie sich und ihre Arbeit darstellen können. Vorab hier nun eine Vorstellung dieser Kreise und ihrer AKtionen.

Der Arbeitskreis Senioren bietet im Glashaus für die Senioren regelmäßige Veranstaltungen vom „Seniorentheater“ über „generationsübergreifende Spiele“ bis zu „Informationen rund ums Alter“ an. Außerdem hat der Seniorenarbeitskreis eine Senioren-Info Broschüre erarbeitet und veröffentlicht, die viele nützliche Hinweise für Freizeit, Gesundheit, Bildung und Beratung enthält. Regina Dietrich zeichnet für diesen AK verantwortlich.

Der Arbeitskreis Stadtmarketing ist wohl der größte und Aktivste der AKs. So wurden- größere Aktionen wie das Maibaumfest, das kostenfreie Sommernachtskonzert auf der Neckarwiese (Neuauflage 26. Juni 2010) und die Schmückung der Osterbrunnen hier organisiert.
Ein Ladenburger Kochbuch wurde aufgelegt und war schnell vergriffen. In Vorbereitung ist ein Geschenkpapier mit Ladenburger Motiven. An vielen Verbesserung wie das Entfernen von Grafitti an der Neckarbrücke, die Verbesserung der wilden Müllsituation bei den Lkw-Anfahrplätzen in der Weststadt, der Aktion „Nette Toilette“ oder der besseren Kennzeichnung von Behindertenparkplätzen hat dieser Arbeitskreis mitgewirkt.
An der Homepage der Stadt hat er sich allerdings die Zähne ausgebissen und enerviert die Flügel gestreckt.

Das Netzwerk Berufsfindung hilft Jugendlichen den Weg zu einem Ausbildungsplatz zu ebnen. Zu diesem Zweck werden Berufseignungstest und Bewerbungsplanspiele mit Schulabgängern durchgeführt. Auch bei der Suche nach Praktikaplätzen in Ladenburger Betrieben ist der Arbeitskreis behilflich. Der AK Berufsfindung, wie auch der AK Stadtmarketing werden von Dr. Ulrike Karg geleitet.
Die Leiter nenen sich bescheiden „Sprecher“.

Der Arbeitskreis Touristik hat Prospekte und Informationsmaterial zum Thema Ladenburg in den Restaurants und Cafés der Stadt verteilt. Die Mitglieder übernehmen eherenamtliche Wochenenddienste in der Stadtinformation und im Lobdengau Museum. Sie führen kostenlos zwei Stadtführungen pro Jahr für Neubürger mit anschließendem Empfang beim Bürgermeister durch. Ingrid Wagner leitet diesen AK mit lediglich sechs Aktiven Mitgliedern.

Der Arbeitskreis Umwelt bemüht sich um die Schmuckbepflanzung der Blumenkübel in der Stadt und pflegt diese, um das Stadtbild zu verschönern. Die Mitglieder dieses AK pflegen und schneiden Pflanzen und kümmern sich nach Diebstählen und Vandalismus um Nachpflanzungen. Bei der laufenden Pflege der über 100 Pflanzkübel fehlen dem AK jedoch ehrenamtliche Mitarbeiter. Wer von den Bürgern eine Patenschaft für einen Kübel übernehmen möchte, kann sich mit Fritz Lüns (Telefon: 1 46 42) kurzschliessen, der auch Leiter dieses AKs ist.

Der Arbeitskreis Kinder hat die Broschüre „Was gibt-´s für Kids“ mit Angeboten von diversen Institutionen für Kleine und ihre Eltern (2004/2005, Neuauflage 2009) erarbeitet. Und sich für mehr- Wickeltische in öffentlichen Gebäuden und Gaststätten (2005) eingesetzt oder- bei der Auswahl von Spielgeräten für Spielplätze (seit 2005) mitgewirkt. Der Arbeitskreis wird von Britta Kautz geleitet.

Engagement ist keine Kritik, sondern Unterstützung

Bei den Arbeitskreislern ist man nicht nur über mangelnde Aufmerksamkeit der Bürger, sondern auch über die der Stadträte besorgt. Gerade bei den Stadtparlamentariern haben die AKler das Gefühl, dass ihre Arbeit mit Eifersucht beobachten wird und ihr Einsatz für eine lebenswerte Stadt als eine Kritik an der mangelnden Fürsorge der gewählten Stadtoberen empfunden wird.

Nichts könnte den AKs ferner sein. Stadträtinnen – und räte verbringen viele Stunden mit gravierenden Problemen der Stadt, wie beispielsweise die Finanzen und sie können sich nicht um alles kümmern.

Die AKler wollen wie die Stadtväter ein lebenswertes Ladenburg. Sie arbeiten nur am anderen Ende daran. Keiner kann und will dem anderen etwas nehmen, sondern man sollte die Synergie-Effekte dieses ehrenamtlichen bürgerlichen Engagement schätzen und würdigen. Zumal dieser freiwillige Einsatz mit Liebe und Leidenschaft für unser Gemeinwesen erfolgt. In anderen Städten, wie z.B. Mannheim würde man sich alle zehn Finger danach lecken.