Freitag, 22. September 2017

Sonderschulpflicht soll im n├Ąchsten Schuljahr fallen

Sckerl: „Noch weit von Inklusion entfernt“

Ladenburg/Rhein-Neckar, 03. Dezember 2014. (red/ld) Die Landesregierung strebt an, die Inklusion von Kindern mit Behinderungen an Schulen voranzutreiben. Daf├╝r ist f├╝r das kommende Jahr eine ├änderung des Schulgesetzes vorgesehen, die bereits im n├Ąchsten Schuljahr greifen soll. Sonderschulp├Ądagogen stehen diesen Pl├Ąnen kritisch gegen├╝ber. Ebenso Eltern von Kindern mit Behinderung. Am Dienstag kamen diese mit dem Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Sckerl (Gr├╝ne) zu einer Diskussionsrunde im Ladenburger Domhof zusammen. Dazu hatte der Ladenburger Ortsverband von B├╝ndnis 90/Die Gr├╝nen eingeladen. [Weiterlesen…]

Evangelische Kirchengemeinde und Johannes-Diakonie Mosbach planen gemeinsamen Neubau

Gemeindehaus soll auch Wohnst├Ątte werden

Ladenburg, 26. November 2013. (red/pm) Die Evangelische Kirchengemeinde und die Johannes-Diakonie Mosbach haben mit dem Planungsprozess f├╝r den Neubau eines gemeinsam genutzten Geb├Ąudes in der N├Ąhe der Ladenburger Altstadt begonnen. In unmittelbarer Nachbarschaft zur evangelischen Kirche soll ein Gemeindehaus mit einer Wohnst├Ątte f├╝r 24 Menschen mit Behinderungen entstehen. Auch R├Ąume f├╝r sogenannte tagesstrukturierende Ma├čnahmen sind angedacht. [Weiterlesen…]

Eltern w├╝nschen sich inklusiven Unterricht, der bisher als Schulversuch l├Ąuft

Nele ist ein Kind wie alle anderen – nur geh├Ârlos

Nele und Linn Sch├╝├čler besuchen die selbe Grundschule in Heddesheim. Ohne ihre Implantate w├Ąre Nele taub.

Nele und Linn Sch├╝├čler besuchen dieselbe Grundschule in Heddesheim. Ohne ihre Implantate w├Ąre Nele (links) aber taub.

Heddesheim/Weinheim/Rhein-Neckar, 16. Oktober 2013. (red/ld) Ihre Taubheit sieht man Ihr nicht an: Sie mag Musik, egal ob laut oder leise. Sie liebt Hip-Hop und Tanzen, Voltigieren und Karate. Nele ist von Geburt an geh├Ârlos. Trotzdem geht die Siebenj├Ąhrige auf dieselbe Schule wie ihre Schwester. Seit drei Jahren haben Eltern beeintr├Ąchtigter Kinder das Recht, ihre Kinder auf eine Regel- und nicht auf die Sonderschule zu schicken. Und das wird sehr gut angenommen – trotz vieler H├╝rden. [Weiterlesen…]

Wolf: Ein innovativer und Wirtschaftsstandort inmitten einer reizvollen Landschaft

Landtagspr├Ąsident Guido Wolf zu Besuch im Rhein-Neckar-Kreis

Ladenburg/Eppelheim, 16. April 2013. (red/pm) Landtagspr├Ąsident Guido Wolf (CDU) hat die Reihe seiner Kreisbesuche im Rhein-Neckar-Kreis┬á gestern, fortgesetzt. Zuerst besuchte er die Wild Werke in Eppelheim. Dort traf Wolf sich auch mit Landrat Stefan Dallinger und B├╝rgermeister Dieter M├Ârlein. [Weiterlesen…]

Sch├╝lerinnen und Sch├╝ler der Martinsschule erleben Musik "zum Anfassen"

Klassische Musik „hautnah“

Ladenburg, 04. M├Ąrz 2013. (red/pm) Menschen die klassische Musik n├Ąher zu bringen, ist das Bestreben des Vereins „Yehudi Menuhin Life Music Now“ aus Heidelberg. Ein Duo aus Pianistin und Tenor spielen am 07. M├Ąrz f├╝r die Sch├╝ler der Martinsschule. Die Schule f├╝r k├Ârperbehinderte Kinder in Ladenburg richtet bereits zum zweiten Mal ein Konzert dieser Art aus.

Information der Martinsschule Ladenburg: 

„Am Donnerstag, den 7. M├Ąrz 2013 findet in der Martinsschule Ladenburg ein besonderes Konzert statt. Der Verein „Yehudi Menuhin Life Music Now“ aus Heidelberg hat eine Pianistin und einen Tenor eingeladen, die den Sch├╝lern ihre – meist klassische – Musik nahebringen wollen. Der Verein hat zum Ziel, in unterschiedlichen Einrichtungen (Pflegeheime, Schulen, Kinderheime, Gef├Ąngnis …) Menschen den Zugang zu klasssicher Musik zu erm├Âglichen, die nicht so einfach in Konzerte gehen k├Ânnen, denen Musik aber besonders gut┬átut. In der Martinsschule ist es bereits das zweite Konzert dieser Art. Das Besondere ist, dass die┬áK├╝nstler ganz auf die Sch├╝ler eingehen, Musik „hautnah“ und „zum Anfassen“ vermitteln. Beginn ist um 10.45 Uhr im Foyer.“

Die Martinsschule in Ladenburg bietet ihren k├Ârperbehinderten Sch├╝lerinnen und Sch├╝lern immer wieder neue Erlebnisse.

Zeitgem├Ą├čes Design, "neue Ma├čst├Ąbe" (bisher) Fehlanzeige

L├Ąndle mit neuer Homep├Ądsch

Rhein-Neckar, 04. Februar 2013. (red/zef) Seit dem 01. Februar 2013 hat das Land Baden-W├╝rttemberg eine neue Online-Plattform. Die Homepage soll neue Ma├čst├Ąbe setzen, damit ÔÇ×sich die B├╝rgerinnen und B├╝rger mit Politik auseinandersetzenÔÇť, sagt die Silke Krebs, Ministerin im Staatsministerium. Wir haben uns die Seite angeschaut: „Neue Ma├čst├Ąbe“ gilt im Vergleich mit der alten Seite bestimmt, das Design ist frisch und modern ÔÇô inhaltlich und konzeptionell kann die Seite aber durchaus noch zulegen. Immerhin: In den ersten drei Stunden nach dem Start am 1. Februar haben bereits 2.500 Menschen insgesamt 15.000 Seiten aufgerufen – und das innerhalb von drei Stunden.

Von Ziad-Emanuel Farag

Oben sind die f├╝nf strukturierenden Elemtente zu sehen, darunter der anschauliche Slider mit aktuellen Artikeln. Quelle: www.baden-wuerttemberg.de

 

Sofort sticht der ansprechende Slider ins Auge. Dieser pr├Ąsentiert aktuelle politische Themen anschaulich. Hier kommen nicht nur Artikel, sondern auch andere Medien wie Videos oder Fotostrecken zum Einsatz┬á Aktuelle Beispiele w├Ąren: Ein Zeitstrahl dar├╝ber,was die gr├╝n-rote Landesregierung bisher geleistet hat, die Ganztagsschule oder die Bildungsgerechtigkeit. Man kann den Slider automatisch die Artikel abspielen lassen oder einfach bequem per Pfeil in der Mitte oder der Navigationsleiste unten wechseln.

Besonders brisant wirkt der „transparente Landeshaushalt“. Hier gibt es zwar viel Zahlenwerk: Das Regierungspr├Ąsidium Stuttgart erh├Ąlt 8,4 Millionen Euro f├╝r Bundesautobahnen, w├Ąhrend Kalrsruhe 4,4 Millionen Euro erh├Ąlt . Viele Fragen bleiben hier aber v├Âllig unbeantwortet: Wieviel Geld wird in welche Autobahnen investiert? Da stehen viele Zahlen – ohne weitere Informationen sind sie kaum zu nutzen. Da steht gar nichts! Bei den Hochschulen ist der Landeshaushalt auch sehr pauschal: Einzeln aufgeschl├╝sselt werden die aktuellen Zuwendungen f├╝r Bauma├čnahmen. ├ťber die Verteilung der restlichen 336 Millionen Euro erf├Ąhrt man nichts. Blo├č keine Verteilungskritik riskieren, scheint hier die Devise zu lauten. Der „transparente Landeshaushalt“ verspricht mehr als er h├Ąlt. Die Bedienung ist zudem ├Ąu├čerst umst├Ąndlich.

Die Seite unterteilt sich ingesamt in f├╝nf Rubriken: ÔÇťUnser LandÔÇŁ, ÔÇťRegierungÔÇŁ, ÔÇťBW gestaltenÔÇŁ ÔÇťServiceÔÇŁ und ÔÇťBeteiligungsportalÔÇŁ. Die ersten vier erm├Âglichen eine einfache Orientierung. Legt man den Cursor auf einer dieser Buttons, wird eine umfangreiche, aber ├╝bersichtliche Auflistung der Unterpunkte angezeigt. In der Rubrik „Regierung“ gelangt man schnell zu Vorstellungen der Regierungsmitglieder und ihrer Ministerien. „Unser Land“ bietet einen ├ťberblick ├╝ber alles Erdenkliche zu Baden-W├╝rttemberg. Geschichte, Geografie, Landesverfassung, ein Quiz zur Unterhaltung, Traditionen, hier ist alles dabei.

„BW gestalten“ erkl├Ąrt, wie Baden-W├╝rttemberg k├╝nftig aussehen soll:┬á „Erfolgreiches Baden-W├╝rttemberg“ (Wirtschaftspolitik), „Schlaues Baden-W├╝rttemberg“ (Bildungspolitik), „Nachhaltiges Baden-W├╝rttemberg (Energiepolitik)“, „B├╝rgernahes Baden-W├╝rttemberg (B├╝rgerbeteiligung und Integration)“ und „Gerechtes Baden-W├╝rttemberg (Gleichstellung, Inklusion, Gesundheitspolitik)“. Dies liest sich aber zunehmend fade, irgendwann hat man dann genug von Baden-W├╝rttemberg. Wenigstens fasst die Landesregierung hierbei ihre politischen Ziele unter wenigen, verst├Ąndlichen Schlagworten zusammen. In der Rubrik „Service“ erh├Ąlt der Leser viele Informationen, um Kontakt zu ├ämtern aufzunehmen, sich einen ├ťberblick ├╝ber Publiktationen zu verschaffen oder einfach einen Ansprechpartner zu erhalten.

Die Detailansicht in den einzelnen Rubriken. Quelle: www.baden-wuerttemberg.de

 

Das „Beteiligungsportal“ schlie├člich soll k├╝nftig ÔÇťMehr Demokratie klickenÔÇŁ gew├Ąhrleisten. Dem m├╝ssen jedoch au├čer blo├čen Ank├╝ndigungen Taten folgen. Daf├╝r gibt es bereits auf der Startseite einen Textkasten, in dem man schnell eine Frage an die Landesregierung eintippen kann. Wir haben diese Funktion mit einer Frage am Freitag selbst getestet. Bis heute, den 04. Februar 2013, 17:00 Uhr haben wir noch keine Antwort erhalten.┬á Am, Dienstag, den 05. Februar, wurde sie um 14:43 beantwortet.

Wir erinnern uns: Baden-W├╝rttemberg soll gerecht werden. „Menschen mit Behinderung geh├Âren in die Mitte der Gesellschaft. Deshalb bauen wir Barrieren und Benachteiligungen ab.“ Nirgendwo geht das schneller und einfacher als online. Eine Seite, die m├Âglichst alle mit Behinderungen leicht nutzen k├Ânnen, ist unverhandelbar: Nirgendwo gibt es so wenige Barrieren wie am eigenenen Rechner. Hier scheitert die neue Homepage aber: Einige Artikel k├Ânnen zwar vorgelesen werden. Dies geschieht jedoch so blechern, dass man dem nicht folgen kann. Wenn doch, w├╝rde man es nicht wollen. Mit den verbreiteten Leseger├Ąten f├╝r Blinden f├Ąllt es diesen also deutlich einfacher, sich zu informieren. Der Button daf├╝r ist viel zu klein. Sehbehinderte d├╝rften ihn nicht ausmachen k├Ânnen. Hier w├Ąre es ratsam, die entsprechende Funktion in der Zeile der ├ťberschrift zu platzieren anstatt neben der Unter├╝berschrift.

Die Vorlesefunktion ist in dieser Zeile nur schwer zu sehen. Quelle: www.baden-wuerttemberg.de

 

Der neue Ma├čstab muss also noch ordentlich Ma├č nehmen, um tats├Ąchlich ├╝berzeugen zu k├Ânnen. Immerhin, ein Anfang ist gemacht und man darf gespannt sein, was noch folgt.

Feuerwehr: Jahreshaupt├╝bung am „schwierigen Objekt“

Guten Tag!

Ladenburg, 24. Juli 2010. Die Jahreshaupt├╝bung der Freiwilligen Feuerwehr galt einem der schwierigsten Objekte in der Stadt: Der neuen Martinsschule. Nicht die Brandbek├Ąmpfung ist hier die gr├Â├čte Herausforderung – es sind die vielen jungen Menschen, oft mehrfachbehindert, die meisten Rollstuhlfahrer, die im Ernstfall gerettet werden m├╝ssen.

Von Hardy Prothmann

Einsatzleiter Ralf Tiemann r├╝ckte mit einer Mannschaft aus 35 Feuerwehrfrauen und -m├Ąnnern an. Brandalarm. Schwelbrand in der Holzwerkstatt der Martinsschule.

Vor Ort verschafft er sich einen ├ťberblick – Hausmeister Friedrich Dell begleitet ihn und gibt ihm alle relevanten Informationen. Informationen sind ├╝berlebensnotwendig. Wo ist wer und was? Es gibt 32 Klassenzimmer und 16 Aufenthaltsr├Ąume – es ist ein gro├čes, weitl├Ąufiges Geb├Ąude.

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Voller Einsatz: Immobile Person wird gerettet. Bild: ladenburgblog.de/Robin Birr

Zwei L├Âschgruppenfahrzeuge und ein Tankl├Âschfahrzeug mit 2.500 Litern Wasser r├╝cken an. W├Ąhrend die Schl├Ąuche ausgerollt und verbunden werden r├╝cken Atemschutzger├Ątetr├Ąger vor. Bereits im Gang bewegen sie sich am Boden – stehend k├Ânnten sie im Qualm nichts sehen und w├Ąren orientierungslos.

„Unsere prim├Ąre Aufgabe ist die Menschenrettung.“ Josef Karlberger

In der Holzwerkstatt treffen sie auf mehrere Sch├╝lerInnen – gespielt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr. Alle sind hilflos – k├Ânnen sich nicht alleine bewegen und in Sicherheit bringen. Die Feuerwehrleute st├╝lpen den in Not Geratenen „Fluchthauben“ ├╝ber – eine lebenssichernde Ma├čnahme. Von der anderen Seite arbeiten sich die L├Âschtrupps vor. Ein kraftvoller Ventilator kommt zum Einsatz, um den Qualm zu vertreiben.

Zu viert schaffen die Feuerwehrleute Mensch f├╝r Mensch aus dem Raum, manche im Rollstuhl, anderen m├╝ssen sie schleppen. Die Arbeit geht an die Belastungsgrenze – auf dem Boden robben die Feuerwehrfrauen und -m├Ąnner und ziehen die Sch├╝lerInnen aus der Gefahrenzone. Drau├čen warten die Johanniter, um die Menschen sofort not├Ąrztlich zu versorgen.

190 behinderte Kinder befinden sich unter der Woche in der Martinsschule. Dazu 170 Bedienstete. 120 Kinder sind mehrfachbehindert, 150 sitzen im Rollstuhl.

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Not├Ąrztliche Versorgung. Bild: ladenburgblog.de

„Unsere prim├Ąre Aufgabe ist hier die Menschenrettung“, erl├Ąutert Josef Karlberger, der stellvertretende Kommandant, den Einsatz: „Die Martinsschule ist durch die besondere Situation der Menschen f├╝r uns tats├Ąchlich keine einfache Aufgabe, sondern ein schwieriger Einsatz.“

F├╝r 35 der insgesamt 87 Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Ladenburg ist dieser Einsatz die diesj├Ąhrige Jahreshaupt├╝bung. Erfahrene Feuerwehrkollegen arbeiten mit noch nicht so erfahrenen zusammen – im Ernstfall m├╝ssen alle funktionieren. Dann gibt es keine Diskussionen oder den ein oder anderen Hinweis, dann gibt es Kommandos, dann m├╝ssen die Handgriffe sitzen, dann gilt es, volle Leistung zu bringen und Leben zu retten.

Enorme Belastung.

Die Atemschutzger├Ąte zischen, der Inhalt der Flaschen wird kontrolliert – je nach Belastung geben diese f├╝r 20 bis 30 Minuten Sauerstoff. Die „volle Montur“ der feuersicheren Kleidung, Helm, Atemschutzger├Ąt, sonstige Ausr├╝stung – selbst eine ├ťbung ist schon eine immense k├Ârperliche Belastung. Im Ernstfall muss nicht nur der K├Ârper mitmachen, sondern auch die Nerven.

Jede ├ťbung macht Abl├Ąufe „selbstverst├Ąndlicher“ – Routine braucht keiner. Routine ist eher gef├Ąhrlich. Denn Routine gibt es nicht. Jeder Einsatz ist anders – die Feuerwehrleute m├╝ssen verstehen, was sie wann wie tun.

Rund eine halbe Stunde dauert die Jahreshaupt├╝bungin der Martinsschule. Feuerwehr-Chef B├╝rgermeister Rainer Ziegler beobachtet den Einsatz, rund 30 B├╝rgerInnen, Bedienstete der Schule, Stadtr├Ąte und nat├╝rlich Mitglieder der Unterkreiswehren aus benachbarten Orten. Auch sie lernen von ihren KameradInnen – zwar gibt es Standards bei Eins├Ątzen, aber wie gesagt, jeder Einsatz ist anders und die praktische Erfahrung unersetzlich.

Alle Erfahrung, alle Ausr├╝stung ist nichts gegen die Kameradschaft – im Ernstfall m├╝ssen sich die Feuerwehrleute auf „Leben und Tod“ aufeinander verlassen k├Ânnen, auch ihr eigenes Leben dem K├Ânnen der anderen anvertrauen. Nur im Team ist eine Feuerwehr wirklich „einsatzbereit“.

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Diese Gemeinschaft wird traditionell nach der Jahreshaupt├╝bung in einer gemeinsamen Runde gefeiert. Kommandant Harald Lange begr├╝├čt die G├Ąste und anderen Wehren wie auch B├╝rgermeister Rainer Ziegler, der den Anwesenden, auch Polizei und Johannitern dankt und den Einsatz lobt: „Im Ernstfall wird hier Menschen geholfen, die durch ihre besondere Lage am meisten auf unsere Hilfe angewiesen sind.“ Und er erinnert an seinen Vorg├Ąnger, Rolf Reble, der Ziegler ins Stammbuch zur alten Martinsschule geschrieben habe, „dass die baulichen Gegebenheiten zu gef├Ąhrlich f├╝r alle sind, die sich dort aufhalten.“

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Kameradschaft - Wehren, Polizei, Johanniter, nur gemeinsam ist Rettung m├Âglich. Bild: ladenburgblog.de

Das ist Geschichte, der Neubau ist nat├╝rlich auch nach neuesten brandschutztechnischen Kriterien entwickelt worden, doch es gibt immer etwas zu verbessern: „Heute wurde klar, dass noch ein Orientierungssystem fehlt, das muss nachgebessert werden.“

„Unser Dank gilt ihrem besonderen Einsatz.“ Kurt Gredel

Axel Schuh, stellvertretender Kreisbrandmeister lobt den „sehr hohen Ausbildungsstand und den gelungenen Ablauf“ und informiert den B├╝rgermeister, dass es vor einigen Tagen eine Begehung im Vorfeld der ├ťbung gegeben habe, bei der dieser Mangel schon entdeckt worden sei und dessen Abhilfe bereits in Arbeit sei.

Der Rektor Kurt Gredel sagt in seiner ihm eigenen herzlichen Art: „Ich m├Âchte den Dank aller Kinder, der Eltern und der gesamten Schulgemeinschaft f├╝r diesen „Einsatz“ aussprechen. Wir haben besondere Kinder und Sie setzen sich daf├╝r besonders ein. Daf├╝r sind wir sehr dankbar.“

Im Herbst wird es wieder eine ├ťbung geben – w├Ąhrend des Schulbetriebs. Das wird eine gro├če Herausforderung werden – f├╝r die Sch├╝lerinnen, das Personal und die Feuerwehr. Aber auch eine sehr sinnvolle.

Viel Freude mit unseren Fotos.
Alle Fotos: ladenburgblog.de/Robin Birr

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Dokumentation: Die Rede von Landrat Sch├╝tz zur Einweihung der Martinsschule

Guten Tag!

Ladenburg/Region Rhein-Neckar, 25. Februar 2010. Der Landrat des Rhein-Neckar-Kreises, Dr. J├╝rgen Sch├╝tz, hat zur Er├Âffnung der neuen Martinsschule eine umfangreiche Rede gehalten. Da die Rede wichtige Aussagen zur Schule trifft und die hohe Bedeutung dieser Einrichtung unterstreicht, dokumentier die Redaktion die Rede in voller L├Ąnge

Rede zur offiziellen Einweihung der Martinsschule von Dr. J├╝rgen Sch├╝tz

„Verehrte G├Ąste,
heute ist einer der sch├Ânsten Tage meiner bald zu Ende gehenden 24-j├Ąhrigen Amtszeit als Landrat. Denn jetzt weihen wir gemeinsam die neue Martinsschule hier in Ladenburg ein. Beinahe zehn Jahre lang hat dieses Projekt eines Neubaues unserer regionalen Schule f├╝r k├Ârper- und mehrfach behinderte Kinder mich in meiner Arbeit begleitet, ja, hatte sogar oberste Priorit├Ąt. Und nun, nach vielen Gespr├Ąchen, Verhandlungen, Vereinbarungen, nach einem Architektenwettbewerb, Spatenstich, Richtfest, nach knapp zwei Jahren Bauzeit, dem Umzug einer ganzen Schule an einen neuen Standort, ist es soweit. Das erf├╝llt mich mit gro├čer Freude, ebenso wie Ihrer aller Anwesenheit, und geteilte Freude ist bekanntlich doppelt so fein…

Aus der gro├čen Schar der G├Ąste, die, wie schon beim Ersten Spatenstich und beim Richtfest zum Beginn ganz gekonnt von der Sch├╝lerfirma mit Cocktails bewirtet wurden – herzlich Dank Euch allen ebenso wie den Mitgliedern der Sch├╝lerband ÔÇ×Crazy-Sch├╝lersÔÇť und den kooperativ-integrativen Klassen 6 und 8, die diese Feierstunde musikalisch und mit Beitr├Ągen umrahmen, – will ich einige wenige namentlich begr├╝├čen.

Ich hei├če Herrn Regierungspr├Ąsidenten Dr. Rudolf K├╝hner, der nachher als Vertreter der Landesregierung zu uns sprechen wird, herzlich willkommen. Mit ihm und seinem Haus standen wir oft im Kontakt, wenn es um Raumplanung und Zusch├╝sse f├╝r die neue Schule ging. Gerne w├Ąre auch Kultusstaatssekret├Ąr Wacker gekommen, doch da heute die neue Landesregierung vereidigt wird, muss er in Stuttgart anwesend sein. Voll Dankbarkeit erinnere ich an dieser Stelle noch einmal an den Besuch (2004) der damaligen Kultusministerin Dr. Annette Schavan, die sich von unseren Vorstellungen ├╝berzeugen lie├č und ebenso wie Ministerpr├Ąsident G├╝nter Oettinger (2006) einen Neubau der Martinsschule und eine finanzielle F├Ârderung (6,4 Millionen Euro) durch das Land unterst├╝tzt hat.

Ich habe die neue Martinsschule einmal als Bauwerk mit Symbolcharakter bezeichnet. Dabei erinnerte ich mich noch gut, was mein ehemaliger Chef im Innenministerium und sp├Ątere Bundespr├Ąsident Roman Herzog einmal gesagt hat: ÔÇ×├ťber die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidet die Gegenwart unserer Kinder“, waren seine Worte. Sicher war die alte Martinsschule noch gut in Schuss, doch sie wurde der st├Ąndig steigenden Zahl der schwerst mehrfach behinderten Kinder, die zudem oft Medizinische Behandlungspflege brauchen, nicht mehr gerecht. Deshalb ging es darum die Gegenwart zu verbessern, wof├╝r sich alle kommunalen Partner dieser ├╝berregional bedeutenden Schule zu diesem Neubau am Ortsrand Ladenburgs entschlossen.
Herzlich begr├╝├če ich meinen Kollegen Landrat Matthias Wilkes f├╝r den Kreis Bergstra├če, der nachher ebenfalls zu uns sprechen wird, Erster B├╝rgermeister Christian Specht f├╝r die Stadt Mannheim sowie Herrn Br├╝hl, den Leiter des Schulverwaltungsamtes f├╝r die Stadt Heidelberg. Lassen Sie mich Ihnen und den Vertretern Ihrer Gremien, die ich ebenfalls, wie unsere Kreisr├Ątinnen und Kreisr├Ąte, herzlich willkommen hei├če, auch an dieser Stelle noch einmal f├╝r die partnerschaftlich-kooperativen Beziehungen und die Finanzierung dieses 28,2 Millionen Euro-Projektes danken. Sie sind f├╝r die uns anvertrauten Kinder wirklich zukunftsweisend! Ein herzlicher Gru├č gilt auch meinem Nachfolger, Stefan Dallinger, der heute ebenfalls mit dabei sein kann. Dieses Projekt ist abgeschlossen, aber er wei├č, dass noch einige weitere, die es noch zu Ende zu bringen gilt, auf ihn warten-ÔéČ┬Ž

Ich glaube, auch f├╝r die Stadt Ladenburg ist heute ein gro├čer Tag. Nicht nur, dass der Schulstadt ein weiterer Mosaikstein hinzugef├╝gt wird, der eigentlich, auch diesen Begriff habe ich einmal verwendet, ein Edelstein ist. Denn mit ihrer anspruchsvollen Architektur und Umfeldgestaltung stellt die neue Martinsschule ein selbstbewusst-gelungenes st├Ądtebauliches Entree der alten R├Âmerstadt dar. B├╝rgermeister Rainer Ziegler ist heute ebenfalls unter uns und wird ein Gru├čwort sprechen. Seien Sie und die Mitglieder des Stadtrates herzlich gegr├╝├čt und bedankt f├╝r die Unterst├╝tzung der Stadt.

Wenn ich die Architektur anspreche, sind wir beim Architektenehepaar Maximilian Otto und Ursula H├╝fftlein-Otto angelangt, die uns nachher ebenfalls einige Worte zu Ihrer Arbeit sagen werden. Ich begr├╝├če Sie beide und Ihr Team des Stuttgarter Architektenb├╝ros ÔÇ×OHOÔÇť ganz herzlich und lehne mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage: Es h├Ątte uns kaum etwas Besseres als die Zusammenarbeit mit Ihnen passieren k├Ânnen. Vom Planentwurf ├╝ber die Ausf├╝hrung und die Arbeit mit den am Bau beteiligten Ingenieurb├╝ros und Firmen – denen ich alle f├╝r ihre Arbeit danke – bis hin zur Einhaltung von Zeit- und Kostenplan waren Sie unserem Eigenbetrieb Bau und Verm├Âgen, uns allen ein ausgezeichneter Partner. F├╝r die rund 240 Kinder, die k├╝nftig hier zur Schule gehen, haben Sie beinahe eine kleine Stadt geschaffen, die durch die verwendeten Baumaterialien und die Einbindung in die Landschaft zwischen Ladenburg und Schriesheim sowie das ihr eigene Modulkonzept schon f├╝r viel Aufsehen gesorgt hat. W├Ąre die Schule bereits im September fertig gewesen, h├Ątten der Kreis und Sie beim Auszeichnungsverfahren ÔÇ×Beispielhaftes Bauen Rhein-Neckar-Kreis – 1999 bis 2009ÔÇť der Architektenkammer Baden-W├╝rttemberg ganz gewiss einen Preis eingeheimst, so begeistert war die Jury.

Apropos Modulkonzept: Das ist f├╝r Versorgung der schwerst-pflegebed├╝rftigen und schwerst mehrfach behinderten Kinder und Jugendlichen eine ausgezeichnete Sache. Vor allem, weil wir damit noch bessere p├Ądagogische F├Ârderung, therapeutische Ma├čnahmen, Betreuung und Versorgung erm├Âglichen. Denn die N├Ąhe im Modul erreicht viel Positives, die Kommunikation im Team, der Einsatz technischer Hilfsmittel bei der Pflege und Betreuung wird erleichtert, die physische und psychische Belastung der Mitarbeiter reduziert. Das gibt mir Gelegenheit, mich bei allen, die sich hier vor Ort f├╝r die Kinder der Martinsschule engagieren, ganz herzlich Danke zu sagen, von der Schulleitung ├╝ber Pflegekr├Ąfte und Betreuungspersonal bis hin zum Elternbeirat mit Anita Baro und dem F├Ârderverein mit J├╝rgen Vosslo an der Spitze. Sie alle haben sehr aktiv an der Ideenfindung und Planung der neuen Schule mitgewirkt – gerne nennen will ich auch die extra eingerichtete Projektgruppe mit Ursula Grabbert, Ingrid Linsenmeyer-Wenz und Peter Hellriegel, die unseren Schulleiter Kurt Gredel und dessen Vorg├Ąnger Paul Hennze, sowie die Stellvertreterin Brigitte Spies-Bechtel unterst├╝tzt haben. Ein Dankesch├Ân gilt zudem den Mitgliedern des Kollegiums, die die Ferien geopfert haben, um den Umzug in der vergangenen Woche zu realisieren. Sch├Ân, dass Sie alle da sind, ebenso wie Pflegekr├Ąfte und Betreuungspersonal, die ich gerne in meinen Dank mit einschlie├če. Ohne jetzt alle namentlich erw├Ąhnen zu k├Ânnen, will ich hier nicht vergessen den gro├čen Kreis der Kooperationspartner und das bestehende Netzwerk der Martinsschule, in dem sich Schulverwaltung und Schulen, die Bundesagentur f├╝r Arbeit und viele mehr engagieren. Dazu z├Ąhle ich auch die Vertreter der Presse, die uns ├╝ber die ganze Zeit so ausf├╝hrlich zu diesem Thema begleitet haben! ├ťberblickt man dies alles, k├Ânnte man beinahe sagen, ein M├Ąrchen ist wahr geworden, denn selten bringen sich so viele Menschen ├╝ber eine so lange Zeit so beharrlich, mit Fantasie und so intensiv f├╝r eine Sache ein.

In Abwandlung eines Bibelwortes k├Ânnte man auch sagen: Sie alle suchen der Kinder Bestes, was mir Gelegenheit gibt, die Vertreter der Kirchen in Ladenburg herzlich zu gr├╝├čen. Die Schule tr├Ągt ja den Namen eines der ber├╝hmtesten Heiligen, und vielleicht hat jeder, der sich f├╝r unsere Kinder und Jugendlichen hier in der Schule engagiert, ein klein wenig von St. Martin. Heute wie damals braucht es den Martin, der hinschaut, der Not wahrnimmt und seinen Mantel teilt. Und heute ist das der Mantel der G├╝te und N├Ąhe, der Mantel der Sorge und Anteilnahme, der Mantel tatkr├Ąftiger Hilfe.
Damals war es ein frierender Bettler im Schnee. Wie Martin ihm in seiner Not begegnet ist, daran erinnert die gro├če Stahlskulptur, die der in H├Ârdt/Pfalz lebende K├╝nstler Andreas Helmling f├╝r den Verkehrskreisel vor der Schule geschaffen hat. Trotz ihrer Dimension (6 to schwer, Gesamth├Âhe 3,50 m) strahlt die scherenschnittartige Skulptur eine unglaubliche Leichtigkeit aus und wirkt ├Ąu├čerst lebendig. Ich freue mich sehr, dazu schon viel Positives von Menschen aus der Stadt vernommen zu haben. Die Plastik schl├Ągt so den Bogen von der Verehrung des heiligen Martin, die in Ladenburg eine lange Tradition hat, zur Moderne und fordert, wie auch der K├╝nstler sagt, zu Humanit├Ąt auf.

Eine ganz andere k├╝nstlerisch gestaltete Skulptur aus Aluminium steht direkt im Eingangsbereich der neuen Schule. Geschaffen hat sie der Heidelberger K├╝nstler Pieter Sohl, der auch die weitere k├╝nstlerische Ausgestaltung der Schule ├╝bernommen hat. Es war f├╝r ihn eine echte Herausforderung besonders f├╝r die Kinder zu arbeiten, hat er mir gestanden. Zudem musste es zu der wundersch├Ânen Architektur passen und die einzelnen Bauelemente unterst├╝tzen. Auch wollte Pieter Sohl nicht nur kindergerecht gestalten, sondern f├╝r Lehrer, Betreuer und Besucher insgesamt ein Seherlebnis schaffen. Ich denke, das ist ihm gelungen. Sein besonderer Wunsch war es, die Fantasie der Kinder anzuregen und nicht, wie meist ├╝blich, nur vor dem Eingang als g├Ąngige Kunst am Bau ein ÔÇ×Schmuckst├╝ckÔÇť zu platzieren. Diese Begr├╝├čungsskulptur gibt es, und eigentlich besteht sie aus dem Grundriss der Schule (und w├Ąre vielleicht auch ein sch├Ânes ÔÇ×SchullogoÔÇť). Doch auch innen entdeckt man, gleich wo man steht oder geht, immer wieder einen fr├Âhlichen Farbtupfer. Und die beweglichen W├Ąnde innen sollen besonders einladen, sich nach Lust und Laune ein Bild zu drehen – auch mit dem Hintergedanken einer p├Ądagogischen Funktion.

Meine Damen und Herren, wie man es also dreht und wendet: Mit der neuen Martinsschule haben wir eine moderne, offene und freundliche Schule geschaffen. Wir haben geduldig daran gearbeitet, den behinderten Kindern eine bessere Chance auf einen guten Start ins Leben zu erm├Âglichen. Die investierten Gelder sind gut angelegt, die Schule wird im Laufe der Jahre noch weiter an Kontur gewinnen und jedem einzelnen Kind und jedem Jugendlichen hier einen optimalen Weg der F├Ârderung bieten. Ich hoffe und w├╝nsche, dass auch Sie – so wie ich – heute damit einen Augenblick der Dankbarkeit erleben und dass sich alle, die hier arbeiten, und besonders die Kinder, in der neuen Martinsschule wohlf├╝hlen und das Lernen Freude macht.“

Anmerkung der Redaktion: Es handelt sich um die schriftliche Fassung der Rede. Der m├╝ndliche Vortrag kann davon abweichen.

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das ladenburgblog

Fotostrecke: Die Einweihung der Martinsschule

Guten Tag!

Ladenburg/Region Rhein-Neckar, 25. Februar 2010. Die neue Martinsschule bietet zur Zeit 235 behinderten und schwerst-behinderten Kindern Ausbildung und Betreuung. Am 24. Februar wurde die Schule offiziell eingeweiht.

Spielecke: Die Martinsschule ist auf den ersten Blick eine Schule. Aber eine besondere. Bild: ladenburgblog

Gut 150 G├Ąste waren zur Einweihung der Martinsschule gekommen. Die Redaktion zeigt Fotos der Einweihung und Impressionen, wo und wie die Kinder dort unterrichtet und betreut werden.

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Das ladenburgblog

Hintergrund: Die neue Martinsschule

Guten Tag!

Ladenburg/Region Rhein-Neckar, 25. Februar 2010. Daten und Fakten zur heute eingeweihten Martinsschule in Ladenburg: 28,2 Millionen Euro hat der Schulbau gekostet. Unterrichtet werden aktuell 235 behinderte und schwerst-behinderte Kinder.

Der Rhein-Neckar-Kreis informiert in einer Presseinformation:

Zwei Freunde umarmen sich. Die Skulptur des K├╝nstlers Pieter Sohl formt den Grundri├č der Schule nach. Bild: lblog

„Die neue Martinsschule ist der Nachfolgebau f├╝r die bestehende Martinsschule, die momentan 235 Kinder aus Mannheim, Heidelberg, dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Kreis Bergstra├če unterrichtet und seit 1978 als regionale Gemeinschaftsaufgabe gef├╝hrt wird.

Ein Neubau war notwendig geworden wegen der sich stetig vergr├Â├černden Sch├╝lerzahl, der Zunahme des Behindertengrades, darunter viele Schwerst-Mehrfachbehinderungen, den ge├Ąnderten, sonderp├Ądagogischen Gegebenheiten und den h├Âheren baurechtlichen Anforderungen, insbesondere Sicherheitsanspr├╝che aus dem Brandschutz.

Mit 28,2 Millionen Euro ist der Schulneubau das gr├Â├čte Hochbauprojekt des federf├╝hrenden Rhein-Neckar-Kreises. Die Finanzierung erfolgt durch die regionalen Partner, entsprechend der Sch├╝lerzahlen vom Oktober 2005.

So entfallen auf den Rhein-Neckar-Kreis (65 Kinder, 30,5 %, 6,649 Millionen Euro; Heidelberg, 13 Kinder, 6 %, 1,308 Millionen Euro, Mannheim (90 Kinder, 42 %, 9,156 Millionen Euro und Kreis Bergstra├če (46 Kinder, 21,5 %, 4,687 Millionen Euro; das Land zahlt einen Zuschuss von 6,4 Millionen Euro).

Die neue Martinsschule hat rund 12.600 qm Fl├Ąche, einen umbauten Raum von 51.000 Quadratmeter und steht auf einem knapp 19.000 qm gro├čen Baugrundst├╝ck.

Das gesamte Schulgeb├Ąude ist in die Bereiche Zentralfunktionen und Klassenmodule gegliedert.

Die Zentralfunktionen – Foyer, Versorgungs- und Speisebereich, Sporthalle und Schwimmhalle sind im Erdgeschoss des Geb├Ąudes angeordnet.

Die 8 Klassenmodule mit Klassenr├Ąumen, Therapie- und Pflegebereichen sind um -┬Ż Geschoss nach unten bzw. ein -┬Ż Geschoss nach oben an den Zentralbereich angebunden. Die Erschlie├čung erfolgt ├╝ber Rampen und 2 Aufz├╝ge.

Das zweigeschossige Schulgeb├Ąude bildet verschiedene H├Âfe aus, die sich in Lage, Funktion und Ausstattung unterscheiden. Um allen Klassen einen ebenerdigen Ausgang in die Freir├Ąume zu erm├Âglichen, befinden sich die H├Âfe hinsichtlich der H├Âhenabwicklung auf drei unterschiedlichen Niveaus (Niveau Eingang, Werkhof, Gartenfl├Ąchen zwischen den gr├╝nen Klassenzimmern, Zentraler Pausenhof, Niveau f├╝r die unteren Klassenmodulen wie Mauerhof, Schulgarten, Wellengarten und Niveau f├╝r gr├╝ne Klassenzimmer). Die Niveauunterschiede sind mit St├╝tzmauern aus Drahtschotterk├Ârben bewerkstelligt.

Die Schule hat drei Schwimmbecken: Therapiebecken mit Hubboden, Whirlpool, Bewegungsbecken.

Bei der ÔÇ×KlimatisierungÔÇť – au├čer der M├Âglichkeit der Fensterbel├╝ftung – kommt das Bauer-Optimierungs-System zum Einsatz. Das System wird durch die meteorologischen Wetterlagen inspiriert und arbeitet mit unterschiedlichen Luftdr├╝cken. Erg├Ąnzend hierzu werden keine festen Luftwechselraten verwendet, die R├Ąume erhalten je nach gemessener Luftqualit├Ąt mit variablen Volumenstr├Âmen.“

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das ladenburgblog

„Zusammen sind wir eins“ – Einweihung der Martinsschule

Guten Tag!

Ladenburg/Region Rhein-Neckar, 25. Februar 2010. Der Schulbeginn war am Montag. Am Mittwoch, den 24. Februar 2010, wurde die Martinsschule in Ladenburg offiziell eingeweiht. In der Schule werden 235 behinderte und schwerst behinderte Kinder unterrichtet und betreut. Landrat Dr. J├╝rgen Sch├╝tz bezeichnete die neue Martinsschule als „Edelstein.“ Gut 150 G├Ąste waren zur Einweihung gekommen.

Von Sabine Prothmann

Die Kinder der Martinsschule haben bei der internen Einweihungsfeier vor zwei Tagen die Parole ÔÇ×Zusammen sind wir einsÔÇť auf ein Plakat ├╝ber ihren Alltag und ihr Leben in der Schule geschrieben. K├╝rzer und besser kann man kaum beschreiben, was die heutige Einweihungsfeier des Neubaus in der Hirschberger Allee 2 vermittelt hat.

Kinder f├╝hren den "Umzugszug" auf. Bild: ladenburgblog

Die Kinder, die Eltern und die Lehrer haben schon sehr fr├╝h erfahren, dass sie zusammenhalten m├╝ssen, um stark zu sein. Dass sie gemeinsam k├Ąmpfen m├╝ssen, um ihre Ziele zu erreichen. Und dass sie sehr viel Hilfe brauchen, um sich eine Zukunft zu realisieren. M├╝he-, aber hoffnungsvoll.

Die Martinsschule wurde 1978 schon einmal er├Âffnet. Doch die alte Schule ist im Laufe der Zeit zu klein geworden. Die Konzeption, die Planung und die Finanzierung haben viel M├╝he und Zeit gekostet – sehr viele Menschen haben an diesem Projekt gearbeitet. Am Montag konnten 235 Sch├╝ler zusammen mit 105 Lehrern und 46 Kreisbediensteten in diesen wunderbaren Neubau einziehen. Die M├╝he hat sich gelohnt.

Oberste Priorit├Ąt.

Einer dieser Menschen ist der Landrat Dr. J├╝rgen Sch├╝tz. Und man glaubt ihm, wenn er in seiner Ansprache sagt: „Dies ist heute ist einer meiner sch├Ânsten Tage. Beinahe zehn Jahre lang hast dieses Projekt eines Neubaus unserer regionalen Schule f├╝r k├Ârper- und mehrfach behinderte Kinder mich in meiner Arbeit begleitet, ja, hatte sogar oberste Priorit├Ąt.“

28,2 Millionen Euro hat das Projekt gekostet. Das ist viel Geld, aber es ist gut investiert.

Sch├╝tz bezeichnete die neue Martinsschule als ein Bauwerk mit Symbolcharakter und zitierte den Bundespr├Ąsidenten a. D. Roman Herzog: ÔÇ×├ťber die Zukunft unserer Gesellschaft entscheidet die Gegenwart unserer Kinder.“

Landrat Dr. J├╝rgen Sch├╝tz: "Einer meiner sch├Ânsten Tage." Bild: lblog

Der Neubau war durch die st├Ąndig steigende Zahl der hier unterrichteten Kinder notwendig geworden. Diese ben├Âtigen oft eine medizinische Behandlungspflege.

„Edelstein“ in Ladenburg.

Mit ihrer anspruchsvolle Architektur und Umfeldgestaltung stelle die Martinsschule ein gelungenes st├Ądtebauliches Entr├â┬ęe zur alten R├Âmerstadt dar – ein weiterer Mosaikstein der Schulstadt. „Ein Edelstein“, sagte Sch├╝tz. Die Einweihung sei damit auch ein gro├čer Tag f├╝r die Stadt Ladenburg.

Das Architektenehepaar Maximilian Otto und Ursula H├╝fftlein-Otto und ihr Team des Stuttgarter Architektenb├╝ros ÔÇ×OHOÔÇť haben beinahe eine kleine Stadt geschaffen, eingebunden in die Landschaft zwischen Ladenburg und Schriesheim.

Sch├╝tz hob das Modulkonzept des Neubaus besonders hervor. Dieses erm├Âgliche mehr als nur eine Versorgung, bessere p├Ądagogische F├Ârderung sowie therapeutische Ma├čnahmen der schwerst mehrfach behinderten Kinder und Jugendlichen.

Enormer Einsatz.

Der Einsatz des Rektors Kurt Gredel, des Kollegiums, das seine Ferien f├╝r den Umzug opferte, das des Elternbeirats, des F├Ârdervereins, der Pflegekr├Ąfte und des Betreuungspersonals so wie der Kooperationspartner und vieler anderer mehr h├Ątten die Realisierung des Projekts erst erm├Âglicht.

ÔÇ×Ein M├Ąrchen ist wahr geworden, denn selten bringen sich so viele Menschen ├╝ber eine so lange Zeit so beharrlich, mit Fantasie und so intensiv f├╝r eine Sache ein.“ Und: „Sie alle suchen der Kinder Bestes.“

Sch├╝tz erinnert auch an den Namenspatron der Schule, den Heiligen Martin. „Einer der hinschaut, der Not wahrnimmt und seinen Mantel teilt.“

Schulleiter Kurt Gredel (links) mit B├╝rgermeister Ziegler. Bild: lblog

Besonders lobte Sch├╝tz auch die Skulptur des Heidelberger K├╝nstlers Pieter Sohl, die am Eingang steht: Zwei Freunde, deren K├Ârper den Grundriss der Schule zeigen, umarmen sich.

Ort der Unterst├╝tzung.

Der Regierungspr├Ąsident Dr. Rudolf K├╝hner bezeichnete den Neubau der Martinsschule als Ort des Lebens, Ort der Beratung und Unterst├╝tzung. ÔÇ×Ja, sagen hier die Sch├╝ler, ja, sagen hier die Eltern, ja, sagen hier die Lehrer.“

Die Metropolregion und Baden-W├╝rttemberg k├Ânnten stolz sein auf diese Einrichtung, auf diesen Ort der Begegnung, des Miteinanders, des Lernens, des F├Ârderns und Forderns, der zu einem St├╝ck Heimat wurde.

„Die Finanzierung von sozialen Projekten ist ein Ma├čstab der Menschlichkeit und der Qualit├Ąt einer Gesellschaft insgesamt“, sagte Landrat Matthias Wilkes als Vertreter der Kommunalen Partner f├╝r den Kreis Bergstra├če.

Die staatlichen Vertreter seien oft weit entfernt, doch die Landes- und Kommunalpolitiker konnten und wollten beim Einsatz f├╝r behinderte Kinder nicht ausweichen. Wilkes ist so sozialisiert worden. Sein Vater war Lehrer f├╝r geh├Ârlose Menschen.

Viel zu schultern.

ÔÇ×Es ist ein guter und gro├čer Tag f├╝r unsere StadtÔÇť, sagte B├╝rgermeister Rainer Ziegler in seiner Ansprache. Ladenburg sei gerne eine Schulstadt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, doch ÔÇ×f├╝r die Martinsschule haben wir die Rolle des Schultr├Ągers nicht, daf├╝r bedarf es breiterer und st├Ąrkerer SchulternÔÇť.

"Lichtertanz" zur Einweihung. Bild: lblog

Aber, so betonte der B├╝rgermeister, Ladenburg sei von Herzen gerne Heimat f├╝r diese Schule: ÔÇ×Die Menschen in unserer Stadt freuen sich, wenn die Sch├╝ler unterwegs sind, teilnehmen und teilhaben.“

Die Lage des Neubaus sei angebunden an die Stadt und an die Natur, gelegen am Kandelbach und in der N├Ąhe des Waldparks.

Es gab ein ehrgeiziges Ziel: Es sollten p├Ądagogische und medizinische Voraussetzungen geschaffen werden, die sich baulich an die Stadt anschmiegen und in die Natur integrieren. „Das haben die Architekten mit diesem baulichen Ensemble ├╝berzeugend erreicht“, sagte B├╝rgermeister Ziegler: ÔÇ×Vor 32 Jahren war die Martinsschule ein Vorzeigeprojekt. Und dies ist auch jetzt wieder eindrucksvoll gelungen.“

Wie ein kleines Dorf.

Als eine Schule wie ein kleines Dorf zwischen Stadt und Landschaft beschrieb der Architekt Maximilian Otto bei der symbolischen Schl├╝ssel├╝bergabe an Landrat Dr. Sch├╝tz und den Sonderschulrektor Kurt Gredel seinen Neubau der Martinsschule.

Es gibt hier einen Bahnhof, einen Marktplatz, eine Cafeteria, Sporthalle und Schwimmbad, H├Ąuser aus Backstein, aus Holz, eckig oder ÔÇ×kartoffeligÔÇť rund, grau, blau, maigr├╝n.

Es gibt Gassen, Pl├Ątze und selbst├Ąndig ÔÇ×erfahrbareÔÇť Wege. Spielr├Ąume innen wie au├čen, als B├╝hne f├╝r Begegnung und Kommunikation.

Besonders bedankte sich der Architekt daf├╝r, ÔÇ×dass sie uns haben machen lassenÔÇť.

Beeindruckendes Miteinander.

Beeindruckender als die Architektur ist aber das Miteinander der Sch├╝ler, der Eltern und Lehrkr├Ąfte.

"Crazy Sch├╝lers" haben Spa├č und rappen. Bild: lblog

Es ist beeindruckend, wenn die Sch├╝lerband ÔÇ×Crazy Sch├╝lersÔÇť auftritt. Es ist ber├╝hrend, wie die 6. Klasse ihren „Umzugszug“ darstellt. Es ist ergreifend, wie sich die 8. Klasse zum Lichtertanz bewegt und singt.

„Wir sind hier vier Schulen in einer“, sagt Peter Hellriegel, Leiter der Fr├╝hberatung: „Eine Grund-, eine Haupt-, eine F├Ârderschule und eine Schule f├╝r Geistigbehinderte.“ Er und andere Lehrer f├╝hren die G├Ąste nach den Einweihungsreden durch das Schulgeb├Ąude.

Entdeckung der Langsamkeit.

Viele Menschen dr├Ąngen durch die Flure, Rampen und Treppen. Dazwischen kommt man ins Stocken, wenn zum Beispiel eine gehbehinderte Sch├╝lerin die Treppen m├╝hsam erklimmt. ÔÇ×Sich in einer Behinderten-Schule zu befinden, ist die Entdeckung der LangsamkeitÔÇť, sagt eine Mutter.

Dieses helle und freundliche Geb├Ąude steckt voller Sonderanfertigungen und Sondereinrichtungen.

Ein Gel├Ąnder kann nicht nur ein Gel├Ąnder sein. Ein Schutz ist n├Âtig, damit die Kinder sich nicht verletzen.

Ein Schwimmbad ist nicht einfach ein Schwimmbad. Es ist viel w├Ąrmer, 32-┬░ Grad Celsius. Damit die behinderten Kinder nicht ausk├╝hlen, sondern ihre K├Ârper und sich entspannen k├Ânnen. Es hat eine Transportschiene, damit auch Rollstuhlkinder in eines der drei Becken gehoben werden k├Ânnen.

125 Sch├╝ler sind Rollstuhlkinder.

Die vielen Details in diesem einzigartigen Geb├Ąude sind teuer, aber sie tragen den Bed├╝rfnissen der Kinder Rechnung.

Wie in der gro├čen Turnhalle. Da gibt es Kletterw├Ąnde f├╝r die, die viel k├Ânnen. Und Kletterebenen f├╝r die, die weniger k├Ânnen. Ein gro├čes Trampolin f├╝r die, die h├╝pfen k├Ânnen. Aber auch f├╝r die, die nur gelagert werden und sich an den Schwingungen freuen.

Die Sch├╝lerschaft ist breit gef├Ąchert und so ist auch die Einrichtung. Hier muss auf jeden Einzelnen individuell eingegangen werden. Das geht gar nicht anders.

Und das tut man hier gemeinsam, denn ÔÇ×zusammen sind wir eins.ÔÇť

Fotostrecke: Die Einweihung der Martinsschule
Hintergrund: Die neue Martinsschule