Dienstag, 21. August 2018

Entwicklungsminister Niebel

Sexismus gibt es auch gegen MĂ€nner – meint Niebel

Heidelberg/Rhein-Neckar, 04. Februar 2013. (red/cm) Im Zuge der aktuellen Sexismus-Debatte hat sich Dirk Niebel (FDP, Wahlkreis Heidelberg-Weinheim), Bundesminister fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, in einem GesprĂ€ch mit der „Welt“ geĂ€ußert. Hinsichtlich der aktuell laufenden Debatte betonte der Minister, dass es Sexismus auch gegen MĂ€nner geben wĂŒrde. Im Gegensatz zu Sexismus gegen Frauen werde darĂŒber aber kaum gesprochen.

Von Christian MĂŒhlbauer

Dirk Niebel (FDP) meint, auch MĂ€nner seien von Sexismus betroffen und das werden nur „verschĂ€mt“ behandelt. Archivbild: hirschbergblog.de

Die aktuelle Sexismus-Debatte fĂŒhrt zu vielfĂ€ltigen Meinungen, nicht nur unter dem Twitter-Hastag #aufschrei. Auch Dirk Niebel, Bundesminister und FDP-Abgeordneter des Wahlkreis Heidelberg-Weinheim, hat sich gegenĂŒber der „Welt“ zur aktuellen Sexismus-Debatte geĂ€ußert. GegenĂŒber der Zeitung brachte er die Forderung zum Ausdruck, dass es auch eine Debatte ĂŒber „Sexismus gegen MĂ€nner“ geben mĂŒsse.

Diese Art Sexismus existiere nĂ€mlich ebenfalls, gleichwohl werde darĂŒber jedoch „kaum gesprochen“. Insgesamt werde dieser Themenkomplex „extrem verschĂ€mt behandelt“, so Niebel gegenĂŒber der „Welt“. Er selbst habe bereits erste Maßnahmen nach den Sexismus-VorwĂŒrfen gegen den Rainer BrĂŒderle, Fraktionschef der FDP, getroffen.

Bei Interviews mit Journalistinnen sei nicht mehr nur sein Pressesprecher, sondern auch eine weibliche Mitarbeiterin anwesend. Wie Niebel gegenĂŒber der „Welt“ betonte, wolle er an diesem Vorgehen vorerst auch nichts Ă€ndern. Ein Interview mit der Journalistin Laura Himmelreich, welche die Sexismus-Debatte durch Ihren Artikel ĂŒber Rainer BrĂŒderle angestoßen hatte, habe er aufgrund mangelnder Vertrauensbasis abgesagt.

GegenĂŒber der „Welt“ warnte der Bundesminister vor einer Situation, die vergleichbar zu den USA werde. Dort könne man als Mann einen Fahrstuhl nicht betreten, wenn eine Frau darin allein unterwegs ist. Eine Ă€hnliche Entwicklung befĂŒrchtet Niebel offenbar in Deutschland. Man bekĂ€me es mit „einer anderen Republik zu tun“, wenn man an einer Bar, abends nach einem Parteitag, aus einem freien GesprĂ€ch Konsequenzen fĂŒrchten mĂŒsse. Schließlich werde dort nicht alles „druckreif formuliert“ und das Gesagte könne „falsch verstanden werden“.

Hinweis: Lesen Sie auch unseren Gastbeitrag der Mainpost-Journalistin Gisela Rauch zum Thema.