Montag, 25. September 2017

Betrunkener Radfahrer

Mit 1,8 Promille unterwegs

polizei_feature11-300x122Ladenburg, 29. Juli 2014. (red/pol) Weil er in der Nacht zum Dienstag ohne Licht unterwegs war und durch seine unsichere Fahrweise auffiel, kontrollierten Beamte des Polizeireviers Ladenburg in der Hohen Straße einen Fahrradfahrer. Bei der genaueren ÜberprĂŒfung des Radlers Uhr bemerkten die OrdnungshĂŒter zudem starken Alkoholgeruch. Der Alko-Test gegen 04:15 Uhr ergab einen Wert von ĂŒber 1,8 Promille. Daraufhin musste der 20-jĂ€hrige Wieslocher die Uniformierten zur Wache begleiten, wo ihm eine Blutprobe entnommen wurde. Gegen ihn wird wegen Trunkenheit im Verkehr ermittelt.

Mit 0,5 Promille unterwegs

Betrunken Auto gefahren

polizei_feature11-300x122Ladenburg, 23. Juni 2014. (red/pol) Erheblicher Alkoholgeruch aus dem Innenraum seines Fahrzeugs wurde in der Nacht zum Montag einer 41-jĂ€hrigen Frankenthalerin zum VerhĂ€ngnis. Der Ford der PfĂ€lzerin fiel einer Streife des Polizeireviers Ladenburg gegen 00:35 Uhr in der Benzstraße auf. Im Rahmen der anschließenden Verkehrskontrolle baten die OrdnungshĂŒter die Frau zum Alko-Test. Hierbei erzielte sie einen Wert von 0,5 Promille. Sie muss sich auf Punkte in Flensburg, eine Geldbuße und ein Fahrverbot einstellen.

Anzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr

Betrunken vom Fahrrad gefallen

Ladenburg, 12. Juni 2014. (red/pol) Betrunken auf dem Fahrrad unterwegs war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein 32-jĂ€hriger Mann in Ladenburg. [Weiterlesen…]

Alkohol- und Drogenkontrollen der Polizei an Fasnacht

Mehrere Autofahrer betrunken unterwegs

Ladenburg/Ilvesheim, 03. MĂ€rz 2014. (red/pol) Gleich mehrere betrunkene Autofahrer fielen den Beamten des Polizeireviers Ladenburg im Laufe des Sonntagnachmittags auf. [Weiterlesen…]

Plakatwettbewerb zur AlkoholprÀvention gestartet - Schulen können sich anmelden

„Bunt statt Blau“: SchĂŒler gegen Komasaufen

Mannheim/Rhein-Neckar, 19. Februar 2014. (red/jsc) Die DAK will mit ihrer Plakataktion „Bunt statt Blau“ ein Zeichen gegen Komasaufen setzen. Die jungen Menschen sind dazu aufgefordert bunte Bilder zu malen, die vor dem Rauschtrinken warnen. Schöner Nebeneffekt dabei: Die SchĂŒler denken ĂŒber ihren eigenen Konsum nach. [Weiterlesen…]

Fast zwei Promille

Betrunken mit dem Fahrrad unterwegs

polizei_feature11Ladenburg, 21. Januar 2014. (red/pol) Stark alkoholisiert unterwegs war am Montagabend in Ladenburg ein 36-jĂ€hriger Fahrradfahrer. Er fiel einer Polizeistreife gegen 20:00 Uhr auf, da er beim Anhalten an einer EinmĂŒndung in der Wallstadter Straße fast zu Fall kam. Bei der Kontrolle konnte sich der Mann kaum auf den Beinen halten und nur schwer artikulieren. Ein Alkoholtest ergab fast 2 Promille. Er sieht nun einer Anzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr entgegen.

Fast 2,6 Promille

Radfahrer betrunken unterwegs

Ladenburg, 24. Mai 2013. (red/pol) Einen stark alkoholisierten Fahrradfahrer kontrollierten Beamte des Polizeireviers Ladenburg am spĂ€ten Mittwochabend. [Weiterlesen…]

Die Polizeidirektion Heidelberg nutzt die Social Media jetzt dauerhaft

„Facebook ersetzt keinen Notruf“

Bild: Facebookseite der Polizeidirektion Heidelberg

Bild: Facebookseite der Polizeidirektion Heidelberg

 

Heidelberg/Rhein-Neckar, 10. Mai 2013. (red/ld) Die Facebook-Seite der Polizeidirektion Heidelberg hat sich bewĂ€hrt. Seit Montag betreut die Pressestelle den Social Media-Auftritt dauerhaft. Im Februar war die Seite gestartet worden, um besondere PolizeieinsĂ€tze wie Fußballspiele oder Abschlussfeiern von SchĂŒlern zu begleiten. Die Beamten wollen Facebook ab sofort zur Vorbeugung gegen Straftaten und zur Zeugensuche nutzen. Den Notruf 110 oder die persönliche Anzeigenerstattung ersetzt die Seite aber nicht. [Weiterlesen…]

Alkoholkontrollen

Jugendschutz auf dem Altstadtfest

Ladenburg, 05. September 2012. (red/pm) Bald ist es wieder soweit, Ladenburg feiert sein Altstadtfest 2012: Die Stadtverwaltung Ladenburg möchte Jugendliche und Erziehungsberechtigte anlÀsslich des kommenden Altstadtfestes aktuell auf die Bestimmungen des Gesetzes zum Schutz der Jugend hinweisen und bitten, auf deren Einhaltung zum Wohle der Jugendlichen zu achten.

Information der Stadt Ladenburg:

„Nachfolgend werden die wichtigsten Bestimmungen aufgefĂŒhrt:

 

 

Kinder unter

14 Jahren

Jugendliche

unter

16 Jahren

Jugendliche

von

16 -18 Jahren

Aufenthalt in GaststÀtten

 

ohne Begleitung eines Erziehungsbeauftragten nur gestattet zur Einnahme eines GetrÀnks oder einer Mahlzeit

ja

bis 24 Uhr

Abgabe und Verzehr von Branntwein, branntweinhaltigen GetrÀnken und Lebensmitteln

z.B. Schnaps, MixgetrÀnke, sog. Alcopops

nein

nein

nein

Abgabe/Verzehr anderer alkoholischer GetrÀnke

z.B. Wein, Bier

nein

nein

ja

Abgabe und Konsum von Tabakwaren &

Rauchen in der Öffentlichkeit

nein

nein

nein

Anwesenheit bei öffentlichen Tanzveranstaltungen

 

nur gestattet in Begleitung eines Erziehungsbeauftragten

ja

bis 24 Uhr

Hinweis: Durch die Polizei werden auch in diesem Jahr Kontrollen hinsichtlich der Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen durchgefĂŒhrt.

Stadt will handeln

Angriff auf die Sauf-Parties

Bier, Wein, Schnaps - es wurde ordentlich gekippt rund ums Drachenboot-Festival. Die Stadt will dagegen vorgehen. Wie, ist noch unklar.

 

Ladenburg, 20. Juli 2012. (red) Hinter den Kulissen gibt es Bewegung – eine „gezwungene“. Die haltlosen Sauf-Parties auf SchulgelĂ€nde, SpielplĂ€tzen oder anderen Orten im Umfeld des Drachenboot-Festivals sollen kĂŒnftig nicht mehr geduldet werden. Wie man die negative Entwicklung stoppen kann, ist unklar – dass die Entwicklung negativ ist, nicht.

Von Hardy Prothmann

Nach uns vorliegenden Informationen ist die Stadt, respektive BĂŒrgermeister Rainer Ziegler, entschlossen zu handeln. Die Vorkommnisse rund um das Drachenbootfestival hĂ€tten sich in den vergangenen Jahren zunehmend negativ entwickelt.

Strategien gegen das jugendliche Saufen

Die Stadt plant, das Netzwerk der in der Jugendarbeit Beteiligten „zusammenzurufen, um ĂŒber Strategien“ zu beraten. Stadt, SozialpĂ€dagogen, Jugendgemeinderat und Polizei sowie Schulen und Lehrer sollen hier gemeinsam „Lösungen entwickeln“.

Auf Anfrage Ă€ußert sich BĂŒrgermeister Rainer Ziegler, dass „man das Thema nicht dramatisieren muss“. „Alkoholkonsum von Jugendlichen“ sei „prĂ€sent“ – allerdings nicht in der „jetzt erlebten Dimension“.

Klar ist: Bei der Masse von Teilnehmern an den Sauf-Parties kamen viele von „außerhalb“. Uns liegen Informationen vor, nach denen auch viele Ladenburger Jugendliche, die teils engagierte Positionen innerhalb der Jugend einnehmen, ebenfalls beteiligt waren.

Klar ist auch, dass gerade diese „engagierten Personen“ ĂŒberhaupt kein Interesse haben, erkannt zu werden – wĂŒrde das doch ein „negatives Bild“ auf sie werfen.

Klar ist noch mehr, dass es eine Zeit der Besinnung im Schatten des besinnungslosen Besaufens geben muss.

Juristische Konsequenzen

Fest steht auch, dass wir im Zuge unserer Berichterstattung mit „juristischen Konsequenzen“ bedroht worden sind. Eltern (darunter ein vorgeblicher „Journalist“) und Sauf-Party-Teilnehmer haben uns zum Löschen von Fotos aufgefordert. Die BegrĂŒndung: Wir hĂ€tten „Persönlichkeitsrechte“ verletzt.

Wir sind dem nachgekommen – nicht in Anerkennung des Vorwurfs -, sondern zur Vermeidung von Rechtsstreitigkeiten und weil unser Anwalt gerade im Urlaub ist und wir nach dessen RĂŒckkehr die Fotos prĂŒfen lassen.

(Anm. d. Red.: Die Betroffenen werden von uns vor einer Veröffentlichung informiert und können also zeitnah eine Unterlassung fordern. Eine „vorbeugende“ Unterlassungsforderung ist nicht „notwendig“ und wird nicht akzeptiert.)

Null Einsicht bei den „Ehrenwerten“

Erstaunlich ist, dass die Abmahner sich mit keinem Wort von der unhaltbaren Tatsache distanziert haben, dass die Beteiligten auf dem GelĂ€nde einer Grundschule fĂŒr Dreck und Scherben gesorgt und ihre Sauf-Utensilien zurĂŒckgelassen haben. Dass es keine Entschuldigung oder irgendeine Äußerung von Bedauern gab, dass man der Stadt und dem Steuerzahler Kosten aufbĂŒrdet und riskiert, dass sich kleine Kinder verletzen oder vielleicht aus einer der „limo-mĂ€ĂŸig-aussehenden“ Alko-Pop-Flaschen ein SchlĂŒcklein wagen. Das interessiert die Abmahner nicht im geringsten. Ihr Eigeninteresse steht vor dem aller anderen. Sie sind Ego-Assis.

Um eins klar zu stellen: Wir reden nicht ĂŒber „sozial-schwache“ Menschen am „Rande der Gesellschaft“, sondern von angeblich „vorbildlichen“ Ladenburger SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern, deren Eltern sich ebenso „vorbildlich“ engagieren und die angeblich selbst „vorbildliche“ Positionen innehaben. Wir reden also von „ehrenwerten“ Teilen der Ladenburger Gesellschaft. Wir reden von Personen, die ein Bild „vorgeben“ und gegen Bilder, die „aufgenommen“ wurden und der „Eigendarstellung“ widersprechen, mit Klage drohen.

Recht brechen – Recht fordern

Also von Leuten, die selbstverstĂ€ndlich „Rechte einfordern“, nachdem sie oder deren Kinder Gesetze, Verordnungen oder einfach nur die „guten Sitten“ einfach missachtet und weggesoffen haben. Irgendeine Form von Schuldbewusstsein, Scham oder VerantwortungsgefĂŒhl gibt es in eigener Sache nicht. Wer das dokumentiert oder danach fragt, wird mit „juristischen Schritten“ bedroht. Die Logik: Auf öffentlichen PlĂ€tzen zu saufen und die Ordnung zu stören ist O.K. – das öffentlich zu dokumentieren ist eine „Persönlichkeitsrechtsverletzung“. Na, denn: Prost. Man „kennt“ also vermeintlich seine „Rechte“.

Haben GrundschĂŒler ein Recht auf einen sauberen Hof ohne Scherben und sonstigen Dreck? Hat die Öffentlichkeit ein Recht, sich nicht durch Horden besoffener Jugendlicher verunsichert zu fĂŒhlen?

Offensichtlich ist das gewissen „vorbildlichen“ Mitgliedern der Ladenburger Gesellschaft mehr als egal.

ZwickmĂŒhle oder klarer „Zug“?

Die Drachenbootabteilung des FV 03 muss sich diesem Problem abseits aller „vorbildlichen“ AbsurditĂ€ten stellen. Denn der Verein ist der Veranstalter des Events und in dessen Umfeld „passieren“ diese ĂŒberaus unerfreulichen und fĂŒr den Ruf Ladenburgs schĂ€dlichen „Ereignisse“.

Das hat sicher auch damit zu tun, dass das Drachenboot-Festival immer hĂ€rter auf den Event-Charakter als auf das sportliche Ereignis getrimmt worden ist. Ganz sicher ist der Verein gut beraten, hier „zurĂŒck zu paddeln“, um nicht in „unbefahrbares Wasser“ zu geraten.

Vorbild „Römerman“

Ein Beispiel könnte man sich am Römerman nehmen. Die nach Teilnehmern rund drei Mal grĂ¶ĂŸere Veranstaltung der LSV setzt auf das, was das Vereinsziel ist: Sport. Und zwar von der Jugend an ĂŒber Spitzensport bis hin zu Breitensport.

Dieses noch viel grĂ¶ĂŸere Mega-Event kommt seit Jahren ohne Skandale aus, rĂŒhmt den Ruf der Sportstadt Ladenburg und ist eine durchweg positive Veranstaltung.

Auch hier gibt es eine „Finisher“-Party. Die ist immer gesittet und vollstĂ€ndig unproblematisch. Es gibt keine „Begleit-Sauf-Parties“ und auch wenig Beschwerden ĂŒber „Verkehrs-Assis“.

Der Römerman ist allerdings auch durchweg als vereinsorganisiertes Sport-Event geplant. FĂŒr das Drachenboot-Festival muss man diesen Anspruch im Vergleich in Frage stellen.

Der Arbeitskreis in Sachen „Alkohol-Exzesse“ wird das mit berĂŒcksichtigen mĂŒssen und eins wird klar sein mĂŒssen: Eine Steigerung der aktuellen Entwicklung bedeutet das Aus fĂŒrs Drachenboot-Festival.

Das wÀre zum Kotzen. Aber unausweichlich, wenn zuviel gesoffen wird.

Persönliche Note

Persönlich ist fĂŒr mich klar: Wir sind alle keine Heiligen und sollten die Kirche im Dorf lassen. Jugendliche mĂŒssen sich ausprobieren und ihre Grenzen finden. Ein oder zwei „Bierchen“, mal mehr Wein als gut tut oder auch mal die Grenzen durch Schnapsgenuss kennenzulernen – wer von uns Erwachsenen hat da nicht aus „was zu erzĂ€hlen“?

Es geht aber um Respekt – vor sich selbst und vor anderen. Auf dem Schulhof einer Grundschule, auf SpielplĂ€tzen Scherben und Dreck zu hinterlassen, ist respektlos und unverantwortlich. Und ganz sicher nicht im Sinne von „Erfahrungen sammeln“ zu tolerieren.

Schon gar nicht, wenn 14- und 15-jĂ€hrige Kinder buchstĂ€blich auf der Strecke bleiben und besinnungslos besoffen „eingesammelt“ werden mĂŒssen.

Dann hört der „Spaß“ ganz einfach auf.

Die Vertreter der „ehrenwerten“ Gesellschaft haben wir diesmal nicht benannt – nach dem Motto: „Einen Fehlgriff hat jeder frei“.

FĂŒr die Zukunft ist klar, dass sich die Exzesse nicht mehr wiederholen dĂŒrfen, weil sonst viele Menschen aufgrund der Dummheit von wenigen – und seien sie noch so „ehrenwert“ –  Schaden nehmen.

 

 

 

 

 

Negative Bilanz ums Drachenbootrennen herum

Suff im Schatten des Drachens

Bier, Wein, Schnaps - es wird ordentlich gekippt. Und dass schon im Alter von 14 Jahren. Den Abfall lĂ€sst man zurĂŒck.

 

Ladenburg, 16. Juli 2012. (red) BĂŒrgermeister Rainer Ziegler und Revierleiter Frank Hartmannsgruber sahen sich fast genötigt, heute in einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit ĂŒber „unschöne Begleiterscheinungen“ des Drachenbootrennens zu informieren. Jugendlicher Suff, VermĂŒllung und ein „katastrophales Parkverhalten“ haben Stadt und Polizei mehr als verĂ€rgert. Der veranstaltende Verein wurde ausdrĂŒcklich gelobt.

Von Hardy Prothmann

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler und Revierleiter Frank Hartmannsgruber sind alles, nur „nicht amĂŒsiert“ ĂŒber die Nacht vom Samstag. Mehrere hundert Jugendliche haben sich zum Saufen rund um das Drachenbootfestival getroffen. Sie hinterließen Abfall und Scherben und insgesamt drei im Alter von 14 und 15 Jahre auch die Sinne: Die Kinder wurde bewußtlos auf der Straße gefunden und musste von der DLRG erstversorgt werden.

Das erfĂŒllt uns mit Sorge – nicht der sportliche Verlauf und das Event an sich. Wir sind alle miteinander erschrocken ĂŒber die Entwicklung, weil viele, viele Jugendliche volltrunken angetroffen worden sind. Das hat uns bedrĂŒckt. Die letzten zwei bis drei Jahre hat sich das ungut entwickelt, jetzt haben wir hier eine Eskalation.

ZugemĂŒllte Grundschule - saufen ohne Sinn und Verstand.

BĂŒrgermeister Rainer Ziegler ist bekannt fĂŒr seine sonst diplomatische Ausdrucksweise. Seine deutlichen Worte sparen nicht mit Kritik – auch an Eltern. Veranstalter, Stadt und Polizei können die Situation allein nicht bewĂ€ltigen. Der ĂŒberwiegende Teil der Jugendlichen kam von außerhalb.

Unschöne Bilanz

Frank Hartsmannsgruber gibt einen droben Überblick: 8 „provokante“ Urinierer wurden verwarnt, also solche, die gesehen werden wollten oder denen alles egal war. Mehrfach wurden Jugendlichen Zigaretten abgenommen und vor allem Alkohol. Zwei 15-JĂ€hrige, ein 16-JĂ€hriger und ein 17-JĂ€hriger waren „hochprozentig“ unterwegs. Irgendein Dummkopf entzĂŒndete Plastikgeschirr unter ein Bank. Auf der EisenbahnbrĂŒcke wurde einem Mann zwei Mal mit der Faust so heftig ins Gesicht geschlagen, dass ein Schneidezahn abgebrochen ist – der TĂ€ter ist bislang unbekannt. LĂ€rmend-randalierende Jugendliche mussten zur Ordnung gerufen werden. Rund 100 Jugendliche hat die Polizei direkt angesprochen – ermahnt und aufgeklĂ€rt. Manche auch direkt die Spuren der Saufexzesse wegrĂ€umen lassen. Frank Hartmannsgruber bilanziert:

In der Vergangenheit habe ich immer wieder den Jugendlichen ein gutes Verhalten attestiert. Hier trifft das Gegenteil zu.

Im Innenhof der Dalberg-Grundschule traf die Polizei auf eine Gruppe von rund 50 Jugendlichen, „die sich mit harten Sachen ordentlich vorgewĂ€rmt haben“. Als die Polizei ankam, rannten viele weg, erst auf „deutliche Anordnungen“ hin, kamen ein paar zurĂŒck und haben aufgerĂ€umt. Es gibt also wenigstens noch so viel Bewusstsein, dass das Verhalten nicht „normal“ ist und Ärger droht.

Dieses Gesamtbild können wir auf Dauer so nicht ertragen.

Als sehr positiv bewerten BĂŒrgmeister Ziegler und Revierleiter Hartmannsgruber den Verlauf der eigentlichen Veranstaltung. Aus Neckarhausen gab es keine einzige Beschwerde, die Beachparty lief sehr fröhlich aber durch Security ĂŒberwacht auch sehr geregelt ab. FrĂŒhzeitige GesprĂ€che mit Anwohner auf beiden Seiten des Neckars haben gewirkt. BĂŒrgermeister Ziegler sagt:

Wir wollen die Vielfalt haben und wollen die Stadt lebendig haben – das ist in unserem Sinne. Das ist ein gute Ausstrahlung nach außen. Aber wir mĂŒssen auf die GesamtvertrĂ€glichkeit achten. Ich bin dankbar, dass die Absprachen mit den 03-ern eingehalten wurden. Was abgestimmt worden ist, wurde so umgesetzt.

„BegleitumstĂ€nde bereiten Sorge“

Man mĂŒsse zwischen Veranstaltung an sich und dem GelĂ€nde außerhalb des eigentlichen Veranstaltungsorts trennen. Nicht der sportliche Verlauf und das Event an sich, sondern die „BegleitumstĂ€nde“ erfĂŒllten den BĂŒrgermeister mit „Sorge“.

Ebenfalls richtig „fuchsig“ zeigt er sich mit dem Parkverhalten der Eventbesucher.

Man stellt sich in die GrĂŒnflĂ€chen, in die Feuerwehrzufahrten. Das Parkverhalten ist eine Katastrophe. Nur wenige nutzen die gut ausgeschilderten Parkmöglichkeiten.

"Unfreiwillig" aufgerÀumte Reste des jugendlichen Saufens.

Es habe einige Abschleppmaßnahmen gegeben. „Wir machen das nicht gern als Gastgeber. Wir haben aber auch einen Anspruch, dass die GĂ€ste sich ordentlich verhalten. Mit diesem Verhalten ĂŒberfordert man uns und lĂ€uft Gefahr, diese Veranstaltungen kaputt zu machen.“

Im kommenden Jahr werde konsequent jeder aufgeschrieben, der falsch parkt. „Wir wollen kein Geld einnehmen – sondern wir mĂŒssen darauf achten, dass die Ordnung außerhalb der FestivitĂ€ten erhalten bleibt.“ Wie frech manche sind, schildert Frank Hartmannsgruber: „Wenn Sie mit einem diskutieren mĂŒssen, der sich vor die Polizeiausfahrt stellt, dann zeigt das ungefĂ€hr, wie verantwortungslos viele unterwegs sind.“

Das ResĂŒmee heißt also: Tolle Veranstaltung der Drachenbootsportler – aber leider viel Ärger außenrum. Auch der Verein wird sich bei Lösungswegen mit einbringen mĂŒssen. Nicht das Event ist der Auslöser fĂŒr diese ZustĂ€nde – aber anlĂ€ĂŸlich des Events finden diese ZustĂ€nde statt. Die schwierige Aufgabe wird sein, das in den Griff zu bekommen. Der sinnlose Suff wirft sonst einen dunklen Schatten auf das Drachenbootfestival.

 

[nggallery id=249]

Kein FĂŒhrerschein, falsche Kennzeichen und jede Menge Alkohol

Ladenburg/Ilvesheim, 02. Mai 2012. (red/pol) Gestern Abend wurde ein 34-Jähriger von der Polizei kontrolliert, da sein Abblendlicht defekt war. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Mann stark alkoholisiert war. Zudem fuhr er ohne gültigen Führerschein und hatte die Kennzeichen eines BMW an seinen Fiat montiert.

Information der Polizei:

„Gegen 21.20 Uhr kontrollierten Beamte des PR Ladenburg einen 34jährigen Fiat-Fahrer in Ilvesheim, da dessen linkes Abblendlicht defekt war.

Beim Aussteigen hatte der Fahrer eine Dose Cola-Cognac in der Hand. Auf Nachfrage gab er an, dass er bereits 3 oder 4 Dosen getrunken habe. Ein vor Ort durchgeführter Test bestätigte die Angaben des Fahrers. Dieser ergab einen Wert von 2,12 Promille.

Des Weiteren gab der Fahrer spontan an, dass er auch nicht mehr im Besitz eines Führerscheins sei.

Bei der Überprüfung des Fahrzeugs stellte sich dann auch noch heraus, dass die angebrachten Kennzeichen eigentlich an einen BMW angebracht sein müssten. Die Ermittlungen dauern an.“

AuffÀllig viele Verwarnungen

Polizei fĂŒhrt verstĂ€rkt Kontrollen durch

Ein Viertel aller kontrollierten Fahrer und Fahrzeuge erhielten Verwarnungen.

 

Ladenburg, 03. Februar 2012. (red/pol) Die Polizei kontrollierte Donnerstagnacht im Revier Ladenburg 80 Fahrer und Fahrzeuge. Insgesamt 19, also ein Viertel aller Kontrollen fĂŒhrten zu Beanstandungen, grĂ¶ĂŸtenteils allerdings nur zu mĂŒndlichen Verwarnungen.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag kontrollierten acht Beamte insgesamt 80 Fahrzeuge. Trotz der eisigen KĂ€lte von minus zehn Grad (gefĂŒhlt minus 20) waren die Beamten der Polizeistation Ladenburg unter Leitung von Polizeikommissar Stephan Kau hoch motiviert.

Bei dem vier Stunden dauernden Einsatz wurden 19 VerstĂ¶ĂŸe festgestellt. Darunter eine alkoholisierte Fahrerin und zwei Personen unter Drogeneinfluss. Ein Fahrer hatte Haschisch geraucht, einer Kokain konsumiert.

Mit knapp einer Promille kommt die Fahrerin noch einmal mit einem „blauen“ Auge davon. FĂŒr vier Wochen muss sie ihren FĂŒhrerschein abgeben, zudem erwartet sie neben Punkten in Flensburg eine Geldstrafe in Höhe von mehreren Hundert Euro.

Insgesamt drei Personen wurden ohne gĂŒltige Fahrerlaubnis angehalten. Zwei davon hatten ihren FĂŒhrerschein lediglich nicht dabei, die dritte Person steht auch weiterhin im Verdacht, ohne gĂŒltigen FĂŒhrerschein unterwegs gewesen zu sein.

Das PolizeiprĂ€sidium Mannheim wird in den nĂ€chsten Wochen wegen der Fasnachtszeit verstĂ€rkt solche Kontrollen durchfĂŒhren. Interessant: Auf Facebook wurden Informationen zum Standort der Kontrollen durch Nutzer verbreitet, was Revierleiter Frank Hartmannsgruber positiv kommentierte:

„Das ist doch schön, wenn unsere Kontrollen wahrgenommen werden. Die Leute sollen wissen, dass wir fĂŒr sie da sind, aber Alkohol- und DrogensĂŒnder aus dem Verkehr ziehen.“

Nicht nur das Revier Ladenburg war im Einsatz – die Mannheimer Kollegen fĂŒhrten weitere Kontrollen im Stadtgebiet durch.

So ists vorbildlich: Dieser Mann hat "Null Promille" - zeigt das AtemalkoholtestgerÀt.

 

Information der Polizei Mannheim:

„Am Donnerstagabend und in der Nacht zum Freitag kontrollierten Beamte des PolizeiprĂ€sidiums Mannheim wieder zahlreiche FahrzeugfĂŒhrer.

Um 22:55 Uhr stellten Beamte der Verkehrspolizei in der Zehntstraße bei einem 38-jĂ€hrigen Weinsberger fest, dass der Minifahrer unter Drogeneinfluss stand.

Ein entsprechender Drogenvortest reagierte positiv. Weiterhin steht der Mann im Verdacht, ohne FĂŒhrerschein unterwegs gewesen zu sein.

Gegen 23:35 Uhr wurde in der Seckenheimer Landstraße ein 34-jĂ€hriger Mannheimer kontrolliert. Bei ihm wurde ein Alkoholwert von 0,98 Promille gemessen.

Kurze Zeit spĂ€ter, um 23:55 Uhr, fiel der Polizei an gleicher Örtlichkeit ein 25-jĂ€hriger Mutterstadter auf.

Der Opel-Fahrer zeigte eindeutige Anzeichen auf Drogenkonsum. Ein Vortest bestÀtigte diesen Verdacht.

In der Frankenthaler Straße in Mannheim kontrollierten, gegen 02:50 Uhr, Beamte des Polizeireviers Sandhofen eine 29-jĂ€hrige Pkw-Lenkerin aus Einhausen.

Da die Frau stark nach Alkohol roch, wurde ihr ein Alko-Test angeboten. Dieser ergab einen Wert von 1,38 Promille.

Ein 21-jÀhriger Ludwigshafener musste sich um 04:20 Uhr auf dem Kaiserring in der Mannheimer Innenstadt einer Verkehrskontrolle unterziehen.

Bei ihm stellten die Polizeibeamten einen Alkoholwert von 1,4 Promille fest.

DarĂŒber hinaus steht ein junger Mann im Verdacht, seinen Volvo unter Drogeneinfluss gelenkt zu haben.

Er war von der Polizei gegen 21:10 Uhr in der Ilvesheimer Straße in Ladenburg angehalten worden. Da es ihm nicht möglich war, eine Urinprobe abzugeben, wurde ihm Blutprobe entnommen.“

Alkoholkontrolle mit „positivem“ Ergebnis

Ladenburg/Heddesheim/Ilvesheim, 27. Januar 2012. Gestern haben Beamte des Polizeireviers Ladenburg an drei Einsatzstellen Alkoholkontrollen durchgefĂŒhrt. Ergebnis: Die Fahrer waren nĂŒchtern oder hatten nur im erlaubten Rahmen Alkohol genossen.

In Ladenburg, Heddesheim und Ilvesheim haben die Beamten je rund eineinhalb Stunden Kontrollstellen errichtet. Ein Fahrer war ohne Fahrerlaubnis unterwegs und einer gleich mit zwei FĂŒhrerscheinen und zwei Kraftfahrzeugscheinen: Der Mann hatte die Papiere als „verschwunden“ gemeldet, neue beantragt, die alten wiedergefunden. Die alten Dokumente musste der Mann bei der Kontrolle abgeben. Polizeirevierleiter Frank Hartmannsgruber:

„Wir haben da die Ordnung wiederhergestellt.“

Ansonsten stellte die Polizei ein paar BeleuchtungsmÀngel fest.

In der Fasnachtszeit kontrolliert die Polizei verstĂ€rkt auf Alkohol am Steuer und appelliert an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer: Trinken und Feiern ist erlaubt – Fahren unter Alkoholeinfluss jedoch nicht. Wer mit mehr als 0,3 Promille unterwegs ist, auffĂ€llig wird oder sogar in einen Unfall verwickelt ist, muss mit Konsequenzen fĂŒr seine Fahrerlaubnis rechnen.

Im Zweifel sind ein Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel immer gĂŒnstiger.

Saufgelage in Heidelberg – maue Party in Ladenburg


Merian-Realschul-AbgÀnger feiern auf der Festwiese. Bild: ladenburgblog.de

Ladenburg/Heidelberg/Rhein-Neckar, 11. Mai 2011 (red/pol) Die Realschulabschlussfeier artete in Heidelberg zu einem Saufgelage aus. 25 Anzeigen, auffallend viele sehr betrunkene SchĂŒlerinnen und SchĂŒler beschĂ€ftigten Polizei und Rettungsdienste. In Ladenburg kamen rund 80 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler in der „Hochphase“ am Nachmittag auf die Festwiese – ohne ZwischenfĂ€lle.

Von Hardy Prothmann

Abends um 20:00 Uhr ging es eher ruhig zu auf der Festwiese. Etwas ĂŒber 30 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler feierten hier noch ihren Realschulabschluss. Die meisten gehen/gingen zur Merian-Realschule, ein Gruppe von Seckenheimer RealschĂŒlern war auch vor Ort.

Und die Polizei schaute regelmĂ€ĂŸig vorbei: „Nervt ein bisschen“, meint ein MĂ€dchen, sagt aber auch: „Die sind aber schon nett gewesen.“ Ein SchĂŒler aus Heddesheim bestĂ€tigt: „Keine Probleme, die gucken halt, das man nichts „Hartes“ dabei hat. Ist ja auch ok so.“

Viele sind ein wenig enttĂ€uscht und hatten sich eine grĂ¶ĂŸere Party erhofft: „Wir haben das extra beim BĂŒrgermeister angemeldet und durften dann ja auch, aber vielleicht haben sich einige nicht getraut oder keinen Bock auf Stress gehabt.“

Vergangenes Jahr wurde am spĂ€ten Nachmittag das Rundklo demoliert – mehrere tausend Euro Sachschaden waren das Ergebnis einer alkoholisierten Zerstörungswut von zwei SchĂŒlern. Damit war „Schluss mit lustig“ – seitdem wird stĂ€rker kontrolliert.

Auch Seckenheimer SchĂŒler feierten auf der Festwiese: "War etwas mau."

Das Konzept des Revierleiters Frank Hartmannsgruber geht auf: regelmĂ€ĂŸige PrĂ€senz und aktive Ansprache der Jugendlichen hat fĂŒr Ruhe in Ladenburg gesorgt: Hexennacht, Altstadtfest und gestern die Realschulfeier kamen ohne Exzesse und Zerstörungen, Gewalt und KrankenhausfĂ€llen aus: „Die sollen feiern, ich wĂŒrde das auch wollen“, sagt der Revierleiter: „Aber es muss im Rahmen bleiben.“

Heißt ĂŒbersetzt: Party ja – Rambazamba nein. Eigentlich schade, dass viele SchĂŒlerinnen und SchĂŒler die Party deshalb „etwas mau“ fanden. Hey – freut Euch. Schule geschafft ist doch toll. Und man kann sich auch ohne Alk freuen. Man kann aber auch ein Bierchen trinken und sich entspannen, Spaß miteinander haben. Stockbesoffen in der Gegend rumzufallen ist alles andere als cool.

Wie es in Heidelberg zugegangen sein muss, beschreibt dieser Polizeibericht:

„FrĂŒher da – schneller betrunken – frĂŒh wieder weg, so verlief in KĂŒrze der „Besuch“ vieler RealschĂŒler aus Heidelberg und dem gesamten Rhein-Neckar-Kreis nach den schriftlichen PrĂŒfungen am Dienstag ab der Mittagszeit. Und manch einer muss mit einem „Nachspiel“ rechnen.

25 Anzeigen, davon 14 wegen des Genusses von „harten“ Spirituosen (ĂŒberwiegend Wodka!) und elf wegen Rauchens, sowie in einem Fall der Besitz von Marihuana, diese Bilanz zog die Polizei alleine auf dem Bismarckplatz am Dienstagmittag.

Das Ziel der 15 – 17-JĂ€hrigen war wie alle Jahre das Neckarvorland. Und mancher schaffte es gerade mal bis zum Hauptbahnhof. In einem WartehĂ€uschen schlief ein 17-JĂ€hriger aus Sandhausen seinen Rausch aus. Er wurde, wie noch viele Andere, von den verstĂ€ndigten Eltern abgeholt.

Schon um 14 Uhr wurde ein 16-jĂ€hriger SchĂŒler mit ĂŒber 1,2 Promille auf die Wache gebracht, es sollte nicht der letzte sein. Einem 17-JĂ€hrigen aus Wiesloch wurde um 13.40 Uhr die Wodkaflasche weggenommen, der informierte Vater „verlangte“, dass die Flasche ausgeschĂŒttet wird. Im Endeffekt ohne Erfolg, um 17.00 Uhr fiel der Jugendliche mit ĂŒber 1,1 Promille wieder auf dem Bismarckplatz auf.

Gegen 15 Uhr erreichte die Party auf dem Neckarvorland mit etwa 600 SchĂŒlern den Höhepunkt. Durch zu starken Alkoholkonsum kam es bei vielen Jugendlichen zu „TotalausfĂ€llen“. Drei Jugendliche mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein MĂ€dchen musste notĂ€rztlich versorgt werden, um die anderen SchĂŒler kĂŒmmerten sich die SanitĂ€ter. Insgesamt hatte das DRK – zwei NotĂ€rzte und ĂŒber 20 SanitĂ€ter – bis zum Abend 21 EinsĂ€tze zu leisten, ab 17 Uhr musste das DRK ein Einsatzzelt auf dem Neckarvorland aufbauen.

Etwa ab 15.30 Uhr setzte die Abwanderungswelle ein, kurz nach 19 Uhr waren noch etwa 100 Feiernde auf der Neckarwiese.

ZurĂŒck blieb eine „MĂŒllhalde“, zahlreiche Bewohner beschwerten sich ĂŒber erbrechende und pinkelnde SchĂŒler in ihren VorgĂ€rten. Die Toilettenanlage unterhalb der Theodor-Heuss-BrĂŒcke musste mehrfach kurzfristig geschlossen werden und konnte erst nach erfolgter Reinigung wieder geöffnet werden.

Auch die Feuerwehr war im Einsatz, direkt am Neckarufer musste ein brennender Abfalleimer gelöscht werden.
Die Polizei hatte in den Spitzenzeiten etwa 40 Beamte im Einsatz.“

Fazit eines solchen Einsatzes: Jede Menge Kosten fĂŒr den Staat. Geld, dass man besser in Schulbildung einsetzen kann. Jede Menge Anzeigen. Jede Menge Ärger. Und ganz sicher ein Grund, ĂŒber ein Verbot solcher „Parties“ nachzudenken.

Das Nachsehen haben die, die in den nĂ€chsten Jahren feiern wollen. Die dĂŒrfen nicht oder nur unter Auflagen. Die diesjĂ€hrigen AbgĂ€nger haben das „leidvoll“ erfahren. Die Party war in ihren Augen leider „mau“ – Schuld daran, dass weniger los war, waren vor allem zwei Randalierer, die allen anderen den Spaß verderben.

Den Jugendlichen kann man nur wĂŒnschen: Feiert Eure Parties – aber nicht bis zum Anschlag. Denn irgendwann ist leider Schluss mit lustig. Und das ist schade. FĂŒr alle.

Hexennacht ohne besondere Vorkommnisse


Guten Tag!

Ladenburg, 02. Mai 2011. (red) Die Polizei war gut vorbereitet – vor allem prĂ€ventiv sollte verhindert werden, dass es zu Straftaten, „ĂŒblen Streichen“ oder exzessiven Saufgelagen in der Hexennacht kommt. Das Ergebnis ist erfreulich: Die Polizei musste nur in ein paar FĂ€llen „eingreifen“ – insgesamt verlief die Nacht zum 01. Mai sehr ruhig.

Von Hardy Prothmann

Im „Lagezentrum“, einem GebĂ€ude hinter dem eigentlichen Revier, haben Revierleiter Frank Hartmannsgruber und Einsatzleiter Steffen Hildebrand zunĂ€chst eine Besprechung mit den insgesamt 26 Beamten, die zusĂ€tzlich zur normalen SchichtstĂ€rke von sechs Beamten, im Einsatz sind, darunter drei Jugendsachbearbeiter.

„Wir trennen das, damit der Betrieb in der Zentrale nicht gestört wird“, sagt Frank Hartmannsgruber.

Lagezentrum der Polizei. Bild: ladenburgblog.de

Polizeioberkommissar Steffen Hildebrand erlĂ€utert die Strategie: „Wir werden schon sehr frĂŒh zu Fuß und mit Streifen PrĂ€senz zeigen und außerdem aktiv auf die Jugendlichen zugehen. Das Motto ist klar: Die Jugendlichen sollen gerne feiern – aber ohne Folgen fĂŒr sich und andere.“

Deshalb sprechen die Beamte die Jugendlichen an, kontrollierten bei Verdacht auch.

Ebenfalls im „Einsatz“: Streetworkerin Esther Wichers und der ehrenamtliche Streetworker Kurt Mumme. Die beiden sprechen sich natĂŒrlich mit der Polizei ab, machen ihren „Job“ aber unabhĂ€ngig von den Beamten: „Wir sind fĂŒr die Jugendlichen da und holen sie runter, falls das sein muss“, sagt Frau Wichers. Die SozialpĂ€dagogin kennt die „Szene“. „Wir setzen uns dafĂŒr ein, dass sie keinen Stress bekommen.“

Kurt Mumme erklĂ€rt, warum er sich so engagiert: „Ich hatte es nicht einfach in meiner Jugend und deswegen kann ich die Jugendlichen gut verstehen. Ich finde, die sollen ihre Jugend genießen. Reden, zuhören und verstehen, hilft.“ Als es 2007 „Ärger in der Weststadt“ gegeben hatte, stand sein Entschluss, sich fĂŒr die Jugend einzusetzen.

Kurt Mumme unterstĂŒtzt SozialpĂ€dagogin Esther Wichers. Bild: ladenburgblog.de

Nach dem Pressetermin bin ich am Neckar. Drei Heddesheimer Jungs warten dort auf Freunde. Six-Packs stehen neben ihnen. Ich will wissen, ob sie schon „Kontakt“ zur Polizei hatten. „Ja, die waren sehr freundlich. Wir können uns nicht beschweren.“ Der andere sagt: „Naja, sie haben uns einen „Feigling“ abgenommen, aber das ist schon ok, der war eh fĂŒr einen Kumpel, der nicht kommt.“ Sie finden die Kontrollen in Ordnung: „Wir haben keinen Bock auf Stress, sondern wollen gepflegt feiern. Die Polizei macht nur ihre Arbeit, es gibt ja leider Leute, wegen denen das nötig ist.“

Es ist 20:30 Uhr. Und nur wenige Jugendliche sind unterwegs. Mit 15 Grad ist es nicht gerade warm. Die drei ĂŒberlegen auch, ob sie nach Heidelberg weiterziehen. Am Bahnhof ist ordentlich Betrieb – die Idee haben viele.

Die Bilanz am Sonntag nach dem Einsatz: Zwei mal wurden Zigaretten abgenommen, fĂŒnf Mal hochprozentiger Alkohol bei unter 18-jĂ€hrigen. Ein betrunkener Radfahrer, der seinen FĂŒhrerschein schon zuvor hatte abgeben mĂŒssen, durfte seine Wackelfahrt nicht fortsetzen. Außerdem wurde eine EC-Karte sichergestellt, die ein Jugendlicher dabei hatte und zu der er keine plausiblen Angaben machen konnte.

In Seckenheim schlichtete die Polizei eine Rangelei. Dank der Information durch einen Busfahrer war man schnell zur Stelle. „Einen 14-jĂ€hrigen mit „Artikulationsschwierigkeiten“ haben wir den Eltern ĂŒberstellt“, sagt Frank Hartmannsgruber.

In den Vorjahren waren Eier an HauswĂ€nde geworfen worden – solche oder andere SchĂ€den waren gestern noch keine gemeldet worden. Insgesamt ist die Polizei mit ihrem Einsatz und dem Verhalten der Jugendlichen sehr zufrieden. Auch in Heidelberg verliefen die Mai-Feiern „störungsfrei“.

Video: Polizei kontrolliert „Fasnachtsverkehr“


Guten Tag!

Ladenburg, 28. Februar 2011. Die Polizeireviere Ladenburg und KĂ€fertal haben Freitagnacht gemeinsame Kontrollstellen eingerichtet und 450 Autofahrer kontrolliert. Das Ergebnis: Die allermeisten Autofahrer haben sich zumindest in dieser Nacht vernĂŒnftig verhalten.

Von Hardy Prothmann

Im vergangenen Jahr zÀhlte das PolizeiprÀsidium Mannheim 14 UnfÀlle unter Alkoholeinfluss. 17 Trunkenheitsfahrten wurden festgestellt. Immer öfter sind Autofahrer auch unter dem Einfluss von Drogen unterwegs.

Grund genug fĂŒr umfassende Kontrollen. Am Freitag, den 25. Februar 2011, kontrollierten die Reviere Ladenburg und KĂ€fertal gemeinsam den „Fasnachtsverkehr“. ZunĂ€chst mit mobilen Streifen und dann mit Kontrollstellen in Ladenburg und KĂ€fertal.

Großangelegte Kontrolle zur Fasnachtszeit. Bild: ladenburgblog.de

36 Beamte waren im einsatz, 450 Fahrzeuge wurden kontrolliert. Die Revierleiter Frank Hartmannsgruber (Ladenburg) und Jörg Lewitzki (KĂ€fertal) waren zufrieden mit der Vernunft der Autofahrer: „Aus unserer Sicht ein positives Ergebnis, wir hatten keinen Alkoholtreffer. Ganz ĂŒberwiegend verhalten sich die Autofahrer richtig.“ Der höchste gemessene Atemalkohol in dieser Nacht lag bei 0,38 Promille.

„Damit darf man noch fahren, aber Vorsicht, im Falle eines Unfalls ist auch hier der FĂŒhrerschein in Gefahr“, sagt Frank Hartmannsgruber.

Bis auf einen, der Cannabis konsumiert hatte und einen, dem bereits der FĂŒhrerschein abgenommen worden war. Weiter fanden die Beamten bei drei Personen „Rauschmittel“ – Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das BetĂ€ubungsmittelgesetz folgen. Vor Ort musste bei Verdacht auf Drogenkonsum eine Urinprobe abgegeben werden – die Polizei kann mittels Teststreifen vor Ort schon Hinweise auf Cannabis und andere Rauschmittel feststellen. Interessant: Die „Probanten“ erhalten von der Polizei antialkoholische GetrĂ€nke, falls jemand gerade mal „nicht kann“.

Ein Fahrer durfte erst weiterfahren, als ihm jemand die Brille gebracht hatte, die zwingend bei ihm vorgeschrieben ist.

Ein paar Autofahrer wurden wegen Telefonierens am Steuer oder nicht angelegten Gurten ermahnt.

„Aus unserer Sicht ist der Einsatz ein Erfolg,“, sagte Revierleiter Hartmannsgruber: „Die Kontrollen dienen auch der PrĂ€vention. NatĂŒrlich werden wie wie jedes Jahr in der Fasnachtszeit weiter verstĂ€rkt kontrollieren. Wenn die Menschen aus Einsicht auf Alkohol am Steuer verzichten, sind wir natĂŒrlich sehr zufrieden.“

Drogen und Alkohol bei Jugendlichen: Ignoranz löst keine Probleme


Guten Tag!

Ladenburg, 18. Februar 2011. Nur 28 Eltern von CBG-SchĂŒlern haben die Chance genutzt, sich vom Drogen-Experten der Mannheimer Polizei informieren zu lassen. Von einem „Interesse“ kann also keine Rede sein – eher von Ingnoranz. „Drogen oder Alkohol? Bei meinen Kindern? Nein“, mögen viele Eltern „Probleme“ von sich weisen. Die RealitĂ€t ist nicht „nĂŒchterner“, sondern bedenklich zugedröhnt.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Zahlen sprechen fĂŒr sich: 28 anwesende Eltern sind bei 1.150 SchĂŒlern gerade mal 2,5 Prozent. Geht man davon aus, dass alle SchĂŒler zwei Eltern haben, sind es noch 1,25 Prozent der Eltern, die sich fĂŒr den AufklĂ€rungsvortrag des Polizeihauptkommissars Willi Stier interessierten.

Vielleicht sind das auch nur die Eltern, die sich noch nicht informiert haben und die restlichen rund 98 Prozent wissen schon Bescheid, „was so alles geht“. Und vielleicht ist es auch so, dass es am CBG keine Drogen- und Alkoholprobleme bei SchĂŒlern gibt.

143 Prozent mehr Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen. Stand: 2007

Damit wĂ€re das Ladenburger CBG die rĂŒhmlichste Ausnahme der Republik. Bundesweit sehen die Zahlen anders aus, wie der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung 2009 ausweist:

„Im Jahr 2007 wurden 23.165 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren aufgrund einer Alkoholvergiftung stationĂ€r im Krankenhaus behandelt. Das ist die höchste Zahl seit der Ersterhebung im Jahr 2000 und entspricht einer Zunahme um 143 %.“

img_1769

Eltern informieren sich ĂŒber Drogen- und Alkoholmissbrauch bei einer Informationsveranstaltung im CBG.

Das sind nur die „statistisch“ erfassten FĂ€lle. Wie viele Kinder und Jugendliche sich die „Seele aus dem Leib gekotzt“ oder sich mit Drogen vergiftet haben und am Krankenhaus gerade nochmal vorbei gekommen sind, ist und bleibt eine Dunkelziffer.

Bei der Einnahme von Cannabis-Produkten liegen die Zahlen bei einer Zunahme von sechs bis zwölf Prozent. Diese Daten stammen aus dem Jahr 2007. Seither sind keine neuen Daten veröffentlicht worden. Wie die Entwicklung 2008-2010 war? Das ist nicht zu belegen.

Wer denkt, dass sein(e) Kind(er) nicht betroffen sind, verschließt die Augen. Drogen- und Alkoholmissbrauch finden nicht erst statt, wenn es eine amtliche Erfassung gibt, sondern haben meist eine lange „Karriere“ hinter sich. Immer wieder, immer hĂ€ufiger, immer exzessiver – bis der „Extremfall“ eingetreten ist und man die Augen nicht mehr verschließen kann.

Und machmal ist das sehr bitter: Immer hĂ€ufiger, so Willi Stier, werden „k.o.“-Tropfen eingesetzt und die Opfer, meist junge Frauen, vergewaltigt. Die Dunkelziffer ist hoch: „Die MĂ€dchen können sich an nichts erinnern und schĂ€men sich.“

Keine Frage der Schule oder der Milieus.

Man darf davon ausgehen, dass sowohl das CBG, als auch die Merian-Realschule oder die Sickingenschule und andere Schulen in anderen Orten ungefĂ€hr gleich von all diesen „Entwicklungen“ betroffen sind. „Drogen-Willi“, wie sich Polizeihauptkommissar Stier selbst scherzhaft nennt, sagt: „Es ist keine Frage der Schule oder der Milieus. Es ist ein allgemeines Problem.“

Und es ist ein Problem in den Familien. Wo sonst? Sind es immer nur die anderen Kinder – nie die eigenen?

Alle Eltern, die mit ĂŒbermĂ€ĂŸigem Alkoholkonsum ihrer Kinder konfrontiert werden oder gar mit Drogen, werden zunĂ€chst mit Schutzreflexen reagieren. Es darf nicht sein, was nicht sein darf. Es muss ein „Ausrutscher“ sein, eine „JugendsĂŒnde“ und wie die Schutzbehauptungen auch heißen mögen.

Der Reflex zu Scham, Sorge und es „wieder gut haben zu wollen“, ist verstĂ€ndlich und nachvollziehbar – aber leider wenig hilfreich zur Lösung der Probleme.

Durch einen Hinweis aus der Bevölkerung hat die Redaktion im November 2009 von zwei alkoholisierten MÀdchen auf der Heddesheimer Eisbahn erfahren. Beide waren zwölf Jahre alt und wurden in einer Weinheimer Klinik behandelt. Ein MÀdchen ist aus Ladenburg, wo das andere MÀdchen wohnt, haben wir nicht erfahren.

Nichts sehen. Nichts hören. Nichts sagen.

Die Reaktion der Gemeinde Heddesheim war bezeichnend: Der Vorfall wurde verschwiegen. Durch hartnĂ€ckiges Nachfragen bekamen wir nur die Informationen bestĂ€tigt, die wir schon wussten. Andere Medien haben darĂŒber nicht berichtet. Auch die Stadt Ladenburg hat sich unserer Kenntnis nach nicht dazu geĂ€ußert – vielleicht, weil es dort keine „Erkenntnisse“ gab.

Der „Affenreflex“, „Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen“, ist verbreitet.

Seither sind die Kontrollen angeblich verstĂ€rkt worden. Und selbst wenn. Willi Stier schilderte, wie es ablĂ€uft. Bei „Adler“-Spielen wird eben schon vorher „geschluckt“, „Aufreißer“ in den Taschen enthalten hochprozentiges und schmecken sĂŒĂŸ. Selbst geschulte „TĂŒrsteher“ können diese „Mitbringsel“ nur schwer entdecken.

Woran es fehlt, ist der Wille zur AufklĂ€rung. Sowohl bei Eltern, als auch bei Behörden. Und der Wille zur echten PrĂ€vention. Ein paar Unterrichtseinheiten, wie sie der MM „lobend“ in seinem Bericht erwĂ€hnt, dienen nur den „FormalitĂ€ten“, nichts sonst: „Alles ok bei uns, keine „bekannten“ Probleme.“

Wie passen aber eine bundesweite Zunahme von 147 Prozent „mehr“ stationĂ€r behandelter Alkoholvergiftungen mit dieser „RealitĂ€t“ zusammen? Wohl eher gar nicht.

Solche Zahlen muss man nicht „kĂŒnstlich“ dramatisieren, wie man das dann der „Presse“ gerne vorwirft – sie sind dramatisch (auch wenn die Kritik an der Presse oft berechtigt ist – wir sparen ja auch nicht damit).

Wo gedeckelt wird, gibt es keine Probleme. Nur woanders.

Gehören die Saufgelage auf der Neckarwiese und das zertrĂŒmmerte Rundklo nicht zu diesem Thema? Sind Alkoholmissbrauch und Drogenkonsum in Ladenburg, Heddesheim und anderswo nicht bekannt? Ist das so?

Solange man es irgendwie „deckeln“ kann, ist das so. Denn dann gibt es keine Probleme.

Auch nicht zu anderen „Problemfeldern“.

Unser Bericht ĂŒber SchĂŒlerInnen des CBG, die sich mit „Hitlerscherzen“ die Zeit vertreiben, hatte genau keine „Nachwirkungen“ – bis auf Anfeindungen und Drohungen und ĂŒble Nachreden gegen unsere Redaktion.

Obwohl – das stimmt nicht ganz.

Seither erhalten wir durch die Schulleitung fast keine Termineinladungen oder andere Informationen mehr zum CBG. Rektor GĂŒnter Keller und sicher auch andere haben unsere Redaktion offensichtlich als „Problem“ identifiziert.

Das Problem sind nicht die Berichte, sondern die Haltung dazu.

Ganz sicher werden „interessierte Kreise“ nach unserem Bericht und diesem Kommentar sich in ihrer Haltung bestĂ€rkt fĂŒhlen. Unseren „Blogs“ werden dann gerne die abstrusesten Motive unterstellt, warum wir „negativ“ berichten.

Wer sich nĂŒchtern zurĂŒcklehnt, wird feststellen, dass wir einfach nur „informieren“, anstatt eine Schönwetter-„Berichterstattung“ zu betreiben und alles zu ignorieren, was „nicht ins Bild passt“. Wir berichten nicht „negativ“, sondern kritisch. Das ist ein bedeutender Unterschied.

Die Tageszeitung „Die Welt“ schreibt:
„Es gab Zeiten, da war Lokalzeitungen jeder Jugendliche eine Meldung wert, der mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Heute sind die Koma-MĂ€dchen und Koma-Jungs verschwunden – aus den Nachrichtenspalten; denn ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren in einer Weise explodiert, die eine tĂ€gliche Berichterstattung unmöglich macht.“

Nicht die Zahl der FÀlle verhindert eine Berichterstattung, sondern die Ignoranz. Und die löst keine Probleme, sondern hofft, dass sie vorbeigehen.

Wir gehen nicht vorbei, sondern halten an, schauen hin, recherchieren und schreiben auf. Ob das nun „gefĂ€llt“ oder nicht.

„Gefallen zu wollen“ hat mit Journalismus nichts zu tun.

Drogenexperte Willi Stier: „Cannabis ist nicht am Kommen, sondern am Explodieren.“


Guten Tag!

Ladenburg, 18. Februar 2011. Polizeihauptkommissar Willi Stier sparte nicht mit drastischen Schilderungen, harten Fakten ĂŒber „harten Drogenmissbrauch“ und krassen Bildern am Dienstag, den 15. Februar 2010, zum Thema: „DrogengefĂ€hrdung bei Jugendlichen, Infoabend am CBG.“ Nur 28 GĂ€ste waren gekommen, ĂŒberwiegend MĂŒtter, aber auch ein paar VĂ€ter. Der Vortrag Stier war eindringlich und informativ und schonungslos.

Von Hardy Prothmann

img_1766

Polizeihauptkommissar Willi Stier beim Vortrag - im Fordergrund seine "Mitbringsel" in Sachen Drogen.

Willi Stier nimmt kein Blatt vor den Mund: „Cannabis ist nicht am Kommen, sondern am Explodieren“, so der Drogenexperte des PolizeiprĂ€sidiums Mannheim.

Er erzĂ€hlt Geschichten aus dem Alltag der Polizei – also wahre Begebenheiten, angezeigte und aufgenommen FĂ€lle, RealitĂ€ten, die sich nicht leugnen lassen. Alkoholmissbrauch und Vollsuff sind lĂ€ngst kein „Jungsproblem“ mehr. Willi Stier hat die Fakten. Über ein 12-jĂ€hriges MĂ€dchen mit 2,16 Promille Blutalkohol und sagt: „MĂ€dchen zwischen vierzehn- und sechzehn Jahren mit mehr als zwei Promille sind lĂ€ngst keine Seltenheit mehr.“

Hauptsache, es wirkt.

Es wird alles gesoffen, geschnupft, gespritzt, sonstwie dem Körper zugefĂŒhrt, „Hauptsache, es wirkt.“ Da wird giftiges Sekret von Kröten abgeschleckt, Gartenblumen „veredelt“, KĂŒchenkrĂ€uter zu Drogen umgewandelt oder auch DĂŒnger geschluckt: „Es wird gebacken, gekocht, aufgelöst. Es gibt eine große Fantasie“, sagt Stier und belegt seine drastischen Beispiele mit Statistiken und Fotos.

Die 28 Eltern im Raum sind sehr still, sehr konzentriert.

Warum sind sie hier? Weil zuhause bei den eigenen Kindern alles in Ordnung ist und sie sich nur ĂŒber die Gefahren informieren wollen? Oder gibt es hier und da schon ein Problem bei den eigenen Kindern?

Willi Stier fragt das nicht und das ist auch in Ordnung. Sein Job ist AufklĂ€rung. Sensibilisierung. Und nicht eine Adhoc-Beratung bei tatsĂ€chlichen Problemen. Als Polizist sagt er: „Wenn ich von illegalem Drogenkonsum erfahren, bin ich von Amts wegen verpflichtet zu handeln.“

Steigender Cannabis-Konsum – Koma-Saufen alarmierend.

Der Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung von 2009 (2010 gab es keinen, der nĂ€chste soll im Mai 2011 vorgestellt werden), zeichnet sich angeblich eine leichte „Entspannung“ – tatsĂ€chlich war die Erhebungsmethoden fragwĂŒrdig und wurden bezweifelt. Stiers Aussage zu Cannabis liest sich in Zahlen so: Die Einnahme von Haschisch (+5,6 Prozent) und Marihuana (+12,7 Prozent) ist deutlich gestiegen und das „Koma“-Saufen bleibt nach wie vor ein alarmierendes Problem.

Die körperlichen, aber vor allem die psychischen SchĂ€den können enorm sein: „Haben Sie schon mal was von Cannabis-Psychose gehört?“. Die Eltern schweigen. Dann fragt eine Mutter: „Was ist das?“ Willi Stier erklĂ€rt, dass der „Konsum“ von Cannabis zu massiven Persönlichkeitsstörungen fĂŒhren kann.

Und erklĂ€rt auch, warum: „Das Cannabis von heute ist hochgezĂŒchtet. Der Inhaltsstoff THC war vor zwanzig Jahren im Bereich von zwei bis drei Prozent, heute liegt er um das zehnfache höher.“ Das diene in erster Linie der „Gewinnmaximierung“ der DrogenhĂ€ndler, die mit derselben Menge Cannabis nun mehr Gewinn machen könnten, dafĂŒr werde allerdings der „Stoff“ gestreckt. Im Einzelfall kann aber das THC um ein Vielfaches höher liegen als frĂŒher – „ein Joint“ sind dann fĂŒnf, sechs oder mehr.

„Schlumpfpisse“ und andere „Aufreißer“.

„Magic Mushrooms“, also Pilze mit psychedelischen Wirtstoffen seien sehr im Trend, aber auch andere Pflanzen, die wie auch immer wirken – auch tödlich.

Und Willi Stier informiert umfangreich ĂŒber Alkohol, die Hauptdroge. Da wird „Schlumpfpisse“ getrunken – Wodka, in dem blaue Hustenbonbons aufgelöst werden: „FĂŒr MĂ€dels ist Wodka oft zu scharf, die Bonbons machen den sĂŒĂŸ.“ Im Supermarkt gibt es „Aufreißer“ zu kaufen. Die sehen aus wie SĂŒĂŸigkeiten, der Inhalt ist hochprozentig.

img_1763

Willi Stier prĂ€sentiert eine Bierflasche mit "StĂŒrzer2-Aufsatz: "Das batscht mehr."

„Die kleinen PĂ€cken lassen sich gut verstecken und werden bei Kontrollen nicht so schnell gefunden“, sagt Stier. Beispielsweise bei „Adler“-Spielen. Flaschen sind nicht erlaubt: „Die Fantasie und die Möglichkeiten, Alkohol durch die Kontrollen zu schmuggeln sind vielfĂ€ltig.“

Und die Statistik einer Befragung, die Willi Stier an die Wand wirft, ist alarmierend: 52 Prozent der Jugendlichen kommen schon „mit“ zu den Spielen, 36 Prozent trinken in der Halle – aus welcher Quelle auch immer.

„Beim FĂŒhrerschein werden einige nachdenklich.“

Vor Jugendlichen hĂ€lt Willi Stier einen anderen Vortrag: „Die hier gezeigten Bilder und Infos wĂŒrde ich so nicht weitergeben“, sagt er. Er hat einen „SchlĂŒssel“ zu den Jugendlichen gefunden, von dem er glaubt, dass er wirkt: „Die wollen alle den FĂŒhrerschein machen. Und wenn ich denen erzĂ€hle, dass man den auch „abgenommen“ kriegt, wenn man ihn noch gar nicht hat, werden einige doch nachdenklich.“

Und: „Wenn ich frage, wer selbst schon Erfahrungen mit Drogen gemacht hat, gehen 20-30 Prozent der HĂ€nde hoch. Wenn ich wissen will, wer jemanden kennt, dann sind es schon manchmal mehr als die HĂ€lfte.“

Eine Mutter fragt: „Kann es nicht sein, dass sich da manche wichtig machen wollen?“ Willi Stier will das fĂŒr einzelne SchĂŒler nicht ausschließen – die Zahlen bestĂ€tigen allerdings seine Erfahrung.

„Da wird einer mit Cannabis erwischt. Ist ein guter SchĂŒler. Bislang noch nicht aufgefallen. Der Staatsanwalt verfolgt das nicht weiter. Was die meisten nicht wissen: Die FĂŒhrerscheinstelle wird trotzdem benachrichtigt“, sagt Stier und weiter: „Eine Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU), auch Idiotentest genannt, dauert etwa ein Jahr und kostet rund 3.000 Euro.“

Volltreffer und VerdachtsfÀlle.

Dann zeigt Willi Stier Bilder von „Treffern“ – FrontalzusammenstĂ¶ĂŸen, ausgebrannten Autos mit verkohlten Leichen junger Erwachsener und zitiert Pressemeldungen mit krassen Zahlen zu Alter und Promillewerten. Wer jetzt noch denkt: „Mein Gott, was es fĂŒr schlimme Sachen gibt“, will nicht daran denken, dass es einen auch „selbst treffen“ kann.

Am Ende des Vortrags wollen die Eltern wissen, was die Schule tut. Es gebe Drogen- und SuchtaufklĂ€rung ab der fĂŒnften Klasse, sagt die CBG-Lehrerin Susanne Koch, die mit „Suchtvorbeugung“ beauftragt ist. Auch Rektor GĂŒnter Keller versichert, dass man der AufklĂ€rung nachkomme. Aber die Hauptverantwortung liege bei den Eltern.

Bei VerdachtsfĂ€llen vermittle man an Drogenberatungsstellen. Willi Stier empfiehlt Dr. Diehl beim Zentralinstitut fĂŒr Seelische Gesundheit in Mannheim – muss hier aber seinen Vortrag aktualisieren, denn nach unseren Informationen arbeitet Dr. Diehl seit ĂŒber einem Jahr dort nicht mehr.

1.150 SchĂŒler hat das CBG. Auf die Frage, wie viele Vermittlungen es im Jahr 2010 gegeben hat, antwortet Frau Koch: „Zwei.“

Lesen Sie zum Thema unseren Kommentar.

[nggallery id=166]

BĂŒrgermeister Ziegler: „Unter diesen Bedingungen fĂŒr Stimmung zu sorgen ist sehr schwer.“

Guten Tag!

Ladenburg, 17. September 2010. Im Interview mit dem ladenburgblog zeigt sich BĂŒrgermeister Rainer Ziegler zufrieden mit dem Altstadtfest. Trotz aller Widrigkeiten wie fehlenden FĂ€hnchen, LĂ€rmpegelbegrenzung, Haushaltslage und Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen. Er lobt die Vielfalt und die ĂŒberregionale AttraktivitĂ€t des Festes und kĂŒndigt VerĂ€nderungen an.

altstadtfest2010449

BĂŒrgermeister Ziegler: Begeisterter Musikfan und Festbesucher.

Herr BĂŒrgermeister Ziegler: Das Programm des 37. Altstadtfestes war vielfĂ€ltig – was hat Ihnen am besten gefallen? Jetzt sagen Sie bitte nicht „einfach alles“…
Rainer Ziegler: „Die Vielfalt. Ich möchte nichts herausheben, weil der Gedanke des Festes ist, allen etwas anzubieten: generationenĂŒbergreifend fĂŒr jung und alt und unterschiedliche GeschmĂ€cker. Überall gibt es etwas anderes zu entdecken. Deswegen schlendere ich auch gerne wie andere Festbesucher ĂŒber das Fest und lasse mich ĂŒberraschen. Das ist das Konzept, das Herr Dietrich Edinger, der Leiter der Musikschule und meine Mitarbeiterin, Frau Stahl sowie ich verfolgen. Wobei ich klar sagen muss: Frau Stahl ist die Macherin des Altstadtfestes.“

Frau Stahl ist die Macherin des Altstadtfestes.

Das wird Frau Stahl gerne hören.
Ziegler: „Ich sage nur: 37 Altstadtfeste, die 37 mal von Frau Stahl organisiert worden sind.“

Was ist neben der Vielfalt das besondere am Altstadtfest?
Ziegler: „Die Stadt Ladenburg betreibt keine direkte Vereinsförderung. Das Fest wurde damals eingerichtet, um den Vereinen eine Einnahmemöglichkeit zu bieten. So ist das bis heute. Und wir sind ĂŒberraschend – haben immer wieder neue KĂŒnstler im Programm – neben den Klassikern wie den Altstadtmusikanten. Fast alle Musikrichtungen sind vertreten, dazu gibt es Kinder- und Jugendprogramm, Kabarett und Angebote aus dem Ausland.“

Zur Eröffnung haben Sie Ihren ersten Flashmob erlebt, rund 200 „Aktivisten“ wedelten mit weiß-blauen FĂ€hnchen. Was halten Sie davon?
Ziegler: „Sie haben mich lĂ€cheln sehen. Das war eine geniale Idee, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das hat mir gefallen. Ich fĂ€nds toll, wenn die Menschen jedes Jahr mit den weiß-blauen FĂ€hnchen wedeln.“

Die Mutter aller Altstadtfeste: Brigitte Stahl hat alle 37 Altstadtfeste organisiert. Bild: ladenburblog.de

Unsere „Spaßaktion“ Save the FĂ€hnchen“ hat gezeigt – nicht nur Ladenburger haben die Wimpel vermisst. Wird es die im kommenden Jahr wieder geben?
Ziegler: „Mir haben sie auch gefehlt, sie erinnern ja weiß-blau an unsere Stadtfarben silber-blau. Ich glaube aber, dass sie auf dem Fest gar nicht so sehr gefehlt haben, da gabs ja so viel anderes zu schauen, sondern vor allem im Vorfeld, weil die FĂ€hnchen in den vergangenen Jahren schon Wochen im voraus signalisiert haben: Achtung, das Altstadtfest steht an.“

FĂ€hnchen-Demo.

Das hat meine Frage nicht beantwortet.
Ziegler:
„Ich war noch nicht fertig. Unsere Haushaltslage ist bekannt. Uns fehlten dieses Jahr schlicht und ergreifend die Mittel fĂŒr diese schöne NebensĂ€chlichkeit. Wir mĂŒssen ĂŒberall einsparen, auch beim Altstadtfest. Man kann das nicht isoliert betrachten.“

Stimmen die 20.000 Euro, die eingespart sein sollen?
Ziegler: „Die Zahl ergibt sich aus der Berechnung der Arbeitszeit, dem Einsatz der Hubwagen und Arbeiten, die der Bauhof erledigen dann anstelle von Fremdfirmen erledigen kann. Die FĂ€hnchen sind ein enormer Aufwand, auch weil die meisten HĂ€user denkmalgeschĂŒtzt sind und nicht einfach irgendwelche Löcher gebohrt werden dĂŒrfen. Und um gleich zu beantworten, ob man das privat machen könnte. Nein – das kann ich nicht verantworten, wenn dabei etwas passieren wĂŒrde.“

altstadtfest2010334

Unsere Aktion "Save the FĂ€hnchen" hat Spaß gemacht - das Thema wird aber ernsthaft diskutiert. Ein Festteilnehmer sagte uns: "Ohne FĂ€hnscher is des Aldschdadfeschd naggisch."

Wie wĂ€re es mit einer Teillösung, also nur den Marktplatz oder die Hauptstraße zu „bewimpeln“?
Ziegler: „Dann geht die Diskussion in den anderen Teilen des Festes los, warum dort und nicht bei uns. Ich hĂ€tte sie gerne aufhĂ€ngen lassen, das war uns nicht möglich und ich weiß, dass die FĂ€hnchen wieder hĂ€ngen werden, sobald wir uns das finanziell leisten können. “

Wie wÀrs mit einer Wimpelabgabe?
Ziegler: „Jetzt sind Sie aber hartnĂ€ckig.“

Immer.
Ziegler (lacht): „Ich weiß. Nein, das ist keine Lösung, wir haben gerade die GebĂŒhren fĂŒr die StĂ€nde erhöht, das geht nicht. Aufgeschlossen bin ich natĂŒrlich gegenĂŒber Spendenlösungen, aber da muss man abwarten, ob dabei genug zusammenkommt.“

Harte Bedingungen.

Was kostet denn das Fest?
Ziegler: „Wir haben eine Haushaltsperre, auch auf die Kulturausgaben. Geplant waren mal 36.000 Euro, dann waren es nur noch 16.000 Euro. 12.000 Euro haben wird als Spenden und ĂŒber die Sponsoren des Festes erhalten, wofĂŒr wir sehr dankbar sind. Dazu kommen vermischte Einnahmen, deren Höhe ich noch nicht kenne. Ich hoffe, dass wir gerade so alles bezahlen können. Zum Vergleich: 2008 hatten wir 48.000 Euro zur VerfĂŒgung.“

Die fortwÀhrende LÀrmpegelmessung hat Musikern und Festbesuchern am Markptlatz die Stimmung "begrenzt". Bild: ladenburgblog.de/local4u

Das Hauptthema war allerdings die Kritik an der Pegelbegrenzung und dem rigorosen Abschalten der Musik um 23:00 Uhr. Das war fĂŒr viele Festbesucher ein Ärgernis. Die Stadt musste sich einem gerichtlichen Vergleich fĂŒgen. Besteht Hoffnung, dass sich das wieder entspannt?
Ziegler: „Diese Hoffnung habe ich nicht. Wir haben sehr hart fĂŒr diesen Vergleich kĂ€mpfen mĂŒssen und das beste herausgeholt. Ganz klar ist das vielen sicher nicht genug. Ich hĂ€tte auch gerne mehr, mehr war aber nicht drin. In einer Auseinandersetzung zwischen Festbetreibern und Anwohner haben die Anwohner ganz einfach Vorteile vor Gericht. Jedes Fest ĂŒberall in Deutschland verstĂ¶ĂŸt gegen die Vorschriften. Wo kein KlĂ€ger ist kein Richter. Bei uns wurde geklagt, wir mĂŒssen uns nun an die Vergleiche halten, die an der Gerberstiege und am Marktplatz getroffen wurden.“

11092010_altstadt-88

"Hallo, hört mich jemand?" Tamara Push hat mit ihrer Band eine ĂŒberzeugende Show hingelegt - die aber unter der Pegelbegrenzung litt.

Nicht nur die Besucher, auch die Musiker dĂŒrften unzufrieden gewesen sein.
Ziegler: „Herr Prothmann, ich habe selbst miterlebt, wie die Bands abends kĂ€mpfen mussten, weil sie sich teils selbst nicht gehört haben. Unter diesen Bedingungen fĂŒr Unterhaltung und Stimmung zu sorgen ist sehr schwer. Aber es ist nunmal so, dass das reine Festgeschehen einen LĂ€rmpegel von 70 dB(A) erzeugt und unsere Grenze im 16-Stunden-Mittelpegel bei 85 dB(A) liegt. Das wĂŒssen wir einhalten. Über Pausen und ĂŒber die Pegelbegrenzung.“

Klagen ĂŒber Klagen?

Deren Messung teuer ist. Trifft es zu, dass das 6.000 Euro kostet?
Ziegler: „Das ist die Zahl aus dem vergangenen Jahr fĂŒr einen Tag. Bei diesem Fest waren es zwei Tage, an denen wegen des Vergleichs gemessen werden musste. Die Kosten liegen zwar nicht bei dem doppelten Betrag, aber deutlich ĂŒber denen vom vergangenen Jahr.“

Das ist teuer. Können Sie sich das in den kommenden Jahre leisten?
Ziegler: „Der Vergleich sieht vor, dass die Messergebnisse ausgewertet werden und ab dem kommenden Jahr die BĂŒhnentechnik sich an den Erfahrungen dieses Jahres orientiert. Also vorerst werden keine Kosten entstehen.“

Außer, es wird nochmals geklagt. Es wird bereits kolportiert, dass es eine erneute Klage gibt. Trifft das zu?
Ziegler: „Davon ist mir nichts bekannt. Ich weiß nur, dass die KlĂ€ger wieder unzufrieden waren. Aber auch die mĂŒssen sich an den Vergleich halten und die Auswertungen abwarten.“

Rock at Church als Jugendmagnet.

Rock at Church kam bei den Jugendlichen gut an, die Konzerte auf dem Marktplatz hingegen nur bedingt. Könnte es sein, dass die BĂŒhne auf die Festwiese umzieht?
Ziegler: „Das ist ĂŒberhaupt nicht vorstellbar. Das Altstadtfest gehört in die Altstadt. Was Rock at Church angeht: Ich bin der evangelischen Kirche sehr dankbar fĂŒr deren Einsatz. Die haben wieder ein sehr jugendbetontes Programm veranstaltet, nicht nur fĂŒrs Publikum, sondern auch, was die KĂŒnstler betrifft. Eine enorme Bandbreite wurde da geboten. Das ist zwar nicht alles meine Musik, aber ich konnte miterleben, wie sich die Jugendlichen wohl gefĂŒhlt und die Bands begeistert angenommen haben. Das ist das, was zĂ€hlt.“

altstadtfest2010295

UnauffÀllige PrÀsenz der Polizei, die mit Feuerwehr, Johannitern und Stadt ein gemeinsames Konzept erarbeitet hat.

Polizei, Feuerwehr, Johanniter und Stadt haben ein neues Sicherheitskonzept gehabt. Bilanzieren Sie das bitte aus Ihrer Sicht.
Ziegler: „Sie haben ja selbst positiv darĂŒber berichtet. Mir hat die unauffĂ€llige PrĂ€senz der Polizei sehr zugesagt, das war genau richtig. Auch die Feuerwehr war gut vorbereitet und die Johanniter haben eine einwandfreie Arbeit geleistet, wobei die Zahl der FĂ€lle ĂŒberschaubar war und keine alkoholbedingten AusfĂ€lle versorgt werden mussten. Dazu waren die Jugendsozialarbeiter im Einsatz. Das hat sehr ĂŒberzeugend ineinandergegriffen.“

Sicherheitskonzept ĂŒberzeugt – Alkohol bleibt ein Problem.

Es gab zwar keine bekannten alkoholbedingten „AusfĂ€lle“ bei Jugendlichen – trotzdem musste die Polizei drei Platzverweise aussprechen. Besucher berichten von einem MassenbesĂ€ufnis rund um den Wasserturm. Wie ist Ihr Kenntnisstand in der Sache?
Ziegler: „Das sehe ich unabhĂ€ngig vom Altstadtfest. Das ist als generelles Problem bekannt. Leider nimmt der ĂŒbermĂ€ĂŸige „Alkoholgenuss“ von Jugendlichen zu. Nicht nur bei uns. Wir kennen das Problem und jeder kleine Erfolg bringt uns weiter. Und es gibt Vorbilder wie den Jugendgemeinderat, der alkoholfreie Cocktails angeboten hat. Jedes Angebot, jeder Einsatz in dieser Richtung ist gut und hilft, auch wenn ich die Probleme nicht beschönigen will.“

„Ich brauche keine weiteren KlĂ€ger.“ BM Ziegler

Nochmal zur Polizei: Vereinsvertreter berichten, dass sie die Anordnung der Polizei als ĂŒberzogen betrachteten. Weiter gibt es Beschwerden, dass es „Ungleichbehandlungen“ gegeben habe. Was sagen Sie dazu?
Ziegler: „Sie können ein so großes Fest nicht Punkt 23 Uhr ausschalten. NatĂŒrlich gibt es Kulanzen, die man aber auch nicht ĂŒbertrieben einfordern darf. Die Polizei hat ihren Rundgang gemacht und auf die Verordnung hingewiesen, die alle kannten. Je nach Wegstrecke waren eben die einen vor den anderen dran. Und bei einer zweiten Aufforderung wurde dann sicher darauf hingewiesen, dass eine Zuwiderhandlung die Lizenz fĂŒrs nĂ€chste Fest kosten kann. Die abschließende Runde wurde dann zum Ausschankende um 01:00 Uhr gemacht. Ich stehe dazu, denn ich brauche keine zusĂ€tzlichen KlĂ€ger gegen das Fest. Das sollten die, die sich beschweren, bedenken.“

altstadtfest2010312

Samstagabend war der Markplatz voll - am Sonntag bricht der Besucherandrang am Nachmittag ein.

Sie haben Gedanken geĂ€ußert, dass es ein neues Konzept geben könnte, weil der Sonntag „ĂŒberschaubar“ war, was die Besucherzahlen angeht. Haben Sie schon konkrete Ideen dazu?
Ziegler: „In welche Richtung sich unsere Ideen genau entwickeln, wird die Bilanzierung mit den Vereinen und Gastronomen zeigen, denn der Sonntag erweist sich nicht mehr so, wie manche sich das wĂŒnschen. Die Geldbeutel sind enger und der Besucherstrom lĂ€ĂŸt ab dem Nachmittag nach. Die Gerberstiege ist sehr gut frequentiert, der Bischofshof und der Marktplatz haben aber nachgelassen. Vielleicht mĂŒssen wir das Fest am Sonntag mehr konzentrieren. Wir werden uns Gedanken machen, wie wir die AttraktivitĂ€t des Altstadtfestes hoch halten.“