Mittwoch, 26. September 2018

Die kalte RealitĂ€t des Schwetzinger FlĂŒchtling-Camps soll fĂŒr humane dezentrale Unterbringung stehen

FlĂŒchtlinge: Ab in die Container

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Das Container-Camp in Schwetzingen. Kleine RÀume, keine Gemeinschaft, trostlose AtmosphÀre.

 

Schwetzingen/Rhein-Neckar, 12. Februar 2014. (red) Sie fliehen aus ihrer Heimat. Sie haben viel Leid erfahren. Deutschland ist fĂŒr FlĂŒchtlinge aus der ganzen Welt das Ziel ihrer Hoffnungen. Doch in der RealitĂ€t werden sie abgestellt. Auf einem Parkplatz. Vollgestopft mit Containern. Jeder Gang zur Toilette fĂŒhrt ĂŒber einen zugigen, kalten „Hof“. Vor allem fĂŒr die Frauen und MĂŒtter und die vielen oft sehr kleinen Kinder ein Ort der dauerhaften BeschĂ€mung. Doch das allerschlimmste, das wirklich allerschlimmste, sagt ein junger Mann, ist die Nutzlosigkeit dieses Lebens. Und die Langeweile. [Weiterlesen…]

Themenabend im Olympia-Kino - Asylbewerber, zwischen Hoffnung und Verzweiflung

„In meiner Heimat habe ich keine Chance“

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Das Olympia-Kino ermöglicht immer wieder Einblicke in das Leben von Menschen – aktuell das von Asylbewerbern. Durch die Kriege in Afghanistan und Syrien kommen viele FlĂŒchtlinge auch zu uns in die Region.

 

Hirschberg/Ladenburg, 10. Dezember 2013. (red/csk) „Can’t be silent“ zeigt die Gruppe „Strom & Wasser“ auf Konzerttour in Deutschland – zusammen mit Asylbewerbern aus verschiedenen LĂ€ndern. Regisseurin Julia Oelkers dokumentiert das Leben der FlĂŒchtlinge. Der Film berĂŒhrt durch Lebensfreude und gleichzeitiger Beklemmung. Im Anschluss an die VorfĂŒhrung im Olympia-Kino folgte eine Fragerunde mit zwei derzeit in Ladenburg untergebrachten Asylbewerbern. [Weiterlesen…]

Unglaubliche Strapazen, gestorbene Kinder, Todesangst und Ablehnung - FlĂŒchtlinge berichten

„Wenn wir zurĂŒck mĂŒssen, sind wir verloren“

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Ladenburg/Rhein-Neckar, 19. August 2013. (red/ch/pro) Seit Anfang August sind in der Ladenburger alten Martinsschule 100 Asylbewerber untergebracht. Bis Ende August werden es 160 sein. Die Vertreter des Landratsamtes tun laut Landrat Stefan Dallinger „alles um dem Andrang der FlĂŒchtlinge Herr zu werden.“ Doch so wirklich interessiert ist man an dem Schicksal der Asylbewerber offenbar nicht. Wir haben dank der Hilfe zweier Übersetzer am vergangenen Freitag mit einigen von ihnen gesprochen. Eine MĂŒhe, die sich die Behörden bislang noch nicht gemacht haben. Auch in die Schule dĂŒrfen die Kinder nach heutigen Stand nicht – obwohl es auch fĂŒr die Kinder der FlĂŒchtlinge eigentlich eine Schulpflicht gibt. [Weiterlesen…]

CDU-Kandidat Dr. Karl A. Lamers im GesprÀch

„Am Ende des Tages will ich sagen: Mehr geht nicht!“

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Dr. Karl A. Lamers (rechts) erlÀuterte in Begleitung seiner Assistentin Sentiana E. Schwerin Chefredakteur Hardy Prothmann seine Politik.

 

Heidelberg/Rhein-Neckar, 08. August 2013. (red/pro/ch) Der CDU-Politiker Dr. Karl A. Lamers will es nochmal wissen – 19 Jahre ist er schon Mitglied des Bundestags und tritt in seinem Wahlkreis Heidelberg/Weinheim erneut an. Das Direktmandat dĂŒrfte ihm sicher sein – der rĂŒhrige Abgeordnete ist sehr prĂ€sent in seinem Wahlkreis Heidelberg-Weinheim (274), aber auch auf der BĂŒhne der internationalen Politik. Gestern startete der Wahlkampf im Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim – wir haben Herrn Dr. Lamers im Rahmen unserer Kandidaten-Interviews im Vorfeld gesprochen. [Weiterlesen…]

Vorstoß und RĂŒckzug – BundesprĂ€sident Köhler ist zurĂŒckgetreten

Guten Tag!

Ladenburg/Berlin, 31. Mai 2010. Der heutige Tag geht in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein: BundesprĂ€sident Horst Köhler hat völlig ĂŒberraschend heute seinen RĂŒcktritt erklĂ€rt. .

Von Hardy Prothmann

Horst Köhler. Bild: Bild - Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, B 145 Bild-00170079, Foto: Chaperon

„Meine Äußerungen zu AuslandseinsĂ€tzen der Bundeswehr am 22. Mai dieses Jahres sind auf heftige Kritik gestoßen. Ich bedauere, dass meine Äußerungen in einer fĂŒr unsere Nation wichtigen und schwierigen Frage zu MissverstĂ€ndnissen fĂŒhren konnten. Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befĂŒrwortete EinsĂ€tze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wĂ€ren. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lĂ€sst den notwendigen Respekt fĂŒr mein Amt vermissen.“

Mit diesen Worten hat BundesprĂ€sident Horst Köhler seinen RĂŒcktritt eingeleitet – nachdem er Tage zuvor im DeutschlandRadio etwas gesagt hatte, dem ein deutlicher „imperialistischer“ Zungenschlag anhaftete:

„Meine EinschĂ€tzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer GrĂ¶ĂŸe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch AußenhandelsabhĂ€ngigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militĂ€rischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale InstabilitĂ€ten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurĂŒckschlagen negativ durch Handel, ArbeitsplĂ€tze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“

Die Reaktionen auf diesen Vorstoß sieht Herr Köhler als „Unterstellung“ an, als „Kritik, die jeder Rechtfertigung entbehrt“.

Ist das so? Herr Köhler hat gesagt, was er gesagt hat und hat keinen Versuch unternommen, ein „MissverstĂ€ndnis“ zu klĂ€ren. Heute tritt er zurĂŒck und zeigt, dass er keine Kritik aushalten kann oder will. Deshalb ist sein RĂŒcktritt zu begrĂŒĂŸen.

Andere Medien landauf, landab berichten ĂŒber die „großen Verdienste“ des BundesprĂ€sidenten a.D. Horst Köhler. Das gehört sich so. Ganz sicher hat Herr Köhler das höchste Staatsamt ordentlich ausgefĂŒllt, auch das gehört sich so.

Lenkend in Debatten einzugreifen oder Linien vorzugeben, ist ihm nicht gelungen. Es hat den Anschein, als habe er sich deshalb ein wenig beleidigt zurĂŒckgezogen – hatte er zu wenig Aufmerksamkeit?

Wenn ja, hat er diese mit seinem heutigen Schritt auf alle FĂ€lle bekommen. Er geht als der erste BundesprĂ€sident, der zurĂŒckgetreten ist, in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein.

Interessant ist, dass seine Äußerung im Interview mit DeutschlandRadio einen neuen Blick auf den Afghanistan-Krieg lenken, der nicht nur die „Sicherheit Deutschlands“ verteidigen will, sondern wirtschaftlichen Interessen dienen könnte.

Ob dies zutreffend ist oder nicht, wird die Debatte darĂŒber in der kommenden Zeit klĂ€ren. Im Abgang hat Herr Köhler damit vielleicht seinen ersten großen, eigenstĂ€ndigen Erfolg gesichert: Eine Debatte ĂŒber eine nationale Frage anzustoßen.

Dokumentation der RĂŒcktrittsrede:

„Es war mir eine Ehre, Deutschland als BundesprĂ€sident zu dienen“
ErklÀrung von BundesprÀsident Horst Köhler

Meine Äußerungen zu AuslandseinsĂ€tzen der Bundeswehr am 22. Mai dieses Jahres sind auf heftige Kritik gestoßen. Ich bedauere, dass meine Äußerungen in einer fĂŒr unsere Nation wichtigen und schwierigen Frage zu MissverstĂ€ndnissen fĂŒhren konnten. Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befĂŒrwortete EinsĂ€tze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wĂ€ren. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lĂ€sst den notwendigen Respekt fĂŒr mein Amt vermissen.
Ich erklĂ€re hiermit meinen RĂŒcktritt vom Amt des BundesprĂ€sidenten – mit sofortiger Wirkung. Ich danke den vielen Menschen in Deutschland, die mir Vertrauen entgegengebracht und meine Arbeit unterstĂŒtzt haben. Ich bitte sie um VerstĂ€ndnis fĂŒr meine Entscheidung.
VerfassungsgemĂ€ĂŸ werden nun die Befugnisse des BundesprĂ€sidenten durch den PrĂ€sidenten des Bundesrates wahrgenommen. Ich habe Herrn BĂŒrgermeister Böhrnsen ĂŒber meine Entscheidung telefonisch unterrichtet, desgleichen den Herrn PrĂ€sidenten des Deutschen Bundestages, die Frau Bundeskanzlerin, den Herrn PrĂ€sidenten des Bundesverfassungsgerichts und den Herrn Vizekanzler.
Es war mir eine Ehre, Deutschland als BundesprĂ€sident zu dienen.“

Stelllungnahmen im Video finden Sie bei Spiegel online.