Sonntag, 19. November 2017

Besinnliche Weihnacht. Zeit, sich zu besinnen: Was war, was ist und was sein soll

Auch Jesus war ein Fl├╝chtling

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Dieser Bub spielt unter Aufsicht seines Vaters im neuen „Garten auf Zeit“ – im Hintergrund sieht man Blumen, die er gerade gepflanzt hat. Die Aufnahme entstand im August 2013 in Ladenburg. Ab Mitte Januar 2014 wird die Familie aus der Alten Martinsschule ausgezogen sein und in Container in Schweztingen umgesetzt.

 

Rhein-Neckar, 24. Dezember 2013. (red/Rose) Rund 700 neu eingetroffene Asylsuchende hat der Rhein-Neckar-Kreis dieses Jahr aufnehmen m├╝ssen – auch die kreisfreien St├Ądte in unserer Region werden hunderte Menschen aufnehmen. Und es werden mehr werden, denn in Syrien tobt ein grausamer B├╝rgerkrieg, die Menschen fliehen aus Afghanistan, aus dem Irak, aus dem Sudan. Hinter den Zahlen stehen Schicksale. Menschen. Und die brauchen Hilfe. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Wie viele Stra├čen h├Ątte man mit dem Geld bauen oder reparieren k├Ânnen?

Mappus: 778 Millionen Euro zuviel f├╝r EnBW-Aktien bezahlt

Stefan Mappus bei einem Wahlkampfauftritt 2011 in Heddesheim (Montage-Video)

Stuttgart/Rhein-Neckar, 21. November 2013. (red/pm) Das Gutachten des Professors Ballwieser l├Ąsst keinen Zweifel: Der fr├╝here Ministerpr├Ąsident Stefan Mappus (CDU) hat 778 Millionen Euro zu viel beim R├╝ckkauf der EnBW-Aktien bezahlt. Das ist der gr├Â├čte Schaden aller Zeiten, den ein Ministerpr├Ąsident in Baden-W├╝rttemberg je angerichtet hat. Kann man CDU-Politiker, die die Gr├╝n-rote Regierung in Sachen Haushalt kritisieren, noch ernst nehmen oder sollte man einfach die Frage stellen, wie viele Stra├čen man ihrer Meinung nach mit diesem Geld h├Ątte bauen oder reparieren k├Ânnen? [Weiterlesen…]

Stadt und "Wir gegen rechts" wollen Nazis "ignorieren"

Quo vadis Ladenburg?

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Geht es nach B├╝rgermeister Rainer Ziegler und dem B├╝ndnis „Wir gegen rechts“ soll niemand gegen die NPD demonstrieren, sondern den Auftritt der Rechtsextremen durch „Ignoranz abstrafen“.

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 30. Agust 2013. (red/pro) B├╝rgermeister Rainer Ziegler und das B├╝ndnis „Wir gegen rechts“ wollen eine f├╝r Samstag angek├╝ndigte NPD-Veranstaltung auf dem Dr.-Carl-Benz-Platz „ignorieren“. B├╝rger/innen sollen als „wahre Demokraten“ der Veranstaltung fern bleiben. Diese „entschlossene“ Ignoranz macht fassungslos. Der DGB und andere wollen sich dem nicht anschlie├čen.
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Gro├čeinsatz in Ladenburg

90-j├Ąhrige Frau nach Rettung verstorben

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Was gibt es da zu glotzen?

 

Ladenburg/Heddesheim/Ilvesheim, 30. Juli 2013. (red) Die 90-j├Ąhrige Heddesheimerin, die heute vormittag von der Feuerwehr in Ladenburg aus dem Neckar gerettet worden war, ist im Krankenhaus verstorben. Die Polizei geht von einer verzweifelten Lage aus, in der sich die Person befunden hat. [Weiterlesen…]

In eigener Sache: Neue M├Âglichkeiten f├╝r unsere Leser

Unsere neue Diskussions- und Kommentarfunktion DISQUS

Mannheim/Rhein-Neckar, 3. Juli 2013 (red/sw) Wir haben die frühere WordPress-Kommentarfunktion durch das Kommentar-Tool DISQUS ersetzt, das mittlerweile viele Blogs einsetzen, da es deutlich mehr Funktionen umfasst.

Unser Ziel ist es immer, die Wertigkeit der Kommentare auf unseren Blogs zu erhalten und gleichzeitig den Respekt im Austausch der Nutzer zu stärken. Da dies manchmal aufgrund der vielen Kommentare nicht immer zu 100 Prozent gegeben war, haben wir das Kommentarsystem umgestellt. [Weiterlesen…]

Kommentar zum Streit ├╝ber Musikfestival

Wie w├Ąre es mit einem Stadtmarketing?

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Wo bleibt endlich ein vern├╝nftige Stadtmarketing f├╝r Ladenburg?, fragt sich Chefredakteur Hardy Prothmann. Foto: sap

Ladenburg, 07. Juni 2013. (red/pro) Der Streit um das Musikfestival ist richtig, denn es sind viele Fragen offen. Und bietet Gelegenheit, das eigentliche Thema endlich zu fokussieren: Hat die Stadt ein Stadtmarketing und wenn ja, gibt es auch ein ├╝berzeugendes Konzept? Und wie sieht die Kosten-Nutzen-Rechnung aus?

Kommentar: Hardy Prothmann

Der B├╝rgermeister Rainer Ziegler ist also bereit, das Musikfestival aus Stadtmarketingsgr├╝nden „ein St├╝ck weit mitzufinanzieren“. Diese Aussage ist erstaunlich, weil nicht der B├╝rgermeister Herr des Haushalts ist, sondern der Gemeinderat.┬áUnd der ist offensichtlich nicht umf├Ąnglich ├╝ber Kosten und Nutzen der Veranstaltung informiert. Zumindest muss man von au├čen diesen Eindruck haben. Und selbst, wenn die Einzelausgabe in den Entscheidungsbereich des B├╝rgermeisters fallen sollte – gilt das auch f├╝r die Summe aller Ausgaben in diesem Bereich? [Weiterlesen…]

Beim NSU-Prozess wird auch der Journalismus verhandelt werden

T├Ąter, Opfer, Verhandlung, Berichterstattung

Beate Zsch├Ąpe (38) ist die Hauptangeklagte im "NSU-Prozess". Quelle: BKA

Beate Zsch├Ąpe (38) ist die Hauptangeklagte im „NSU-Prozess“. Quelle: BKA

Rhein-Neckar, 06. Mai 2013. (red/pro) Heute beginnt der Prozess gegen Beate Zsch├Ąpe sowie vier weitere Mitangeklagte vor dem Oberlandesgericht M├╝nchen. Der „NSU-Prozess“ hat gigantische Dimensionen, was die Zahl der Opfer und Nebenkl├Ąger, die Anklageschrift, die Zeugen oder die Zahl der Verhandlungstage angeht. Und vor allem das Interesse der Medien. Vor Gericht wird nicht ├╝ber den Journalismus verhandelt werden – aber jeder von uns wird sich ein Urteil ├╝ber die Berichterstattung der Medien machen. Zwangsl├Ąufig – denn die vertreten die ├ľffentlichkeit im Gericht. [Weiterlesen…]

Das aussterbende Sch├╝lerVZ wird abgeschaltet

Ausgegruschelt

Rhein-Neckar, 11. April 2013 (red/ms) In den letzten Jahren hat das Sch├╝lerVZ mehr als vier Millionen Mitglieder verloren. Nachdem die Massen zu Facebook abwanderten, sind nur noch 200.000 Benutzer bei der Seite angemeldet. Darunter sind so viele gef├Ąlschte Profile, dass das Netzwerk von vielen als „FakeVZ“ verspottet wird. Jetzt soll dem ein Ende bereitet werden. Auf der Website verk├╝nden die Betreiber: „Wir machenÔÇÖs kurz: Es ist vorbei. sch├╝lerVZ wird am┬á30. April 2013┬ágeschlossen. F├╝r immer.

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Geprothmannt: Vom Lobbyismus zum Leistungsschutzrecht

„Die Mehrheit im Bundestag sind Internet-Doof-Finder“

 

Rhein-Neckar/Berlin, 04. M├Ąrz 2013. (red/pro) Am Freitag hat eine Mehrheit im Bundestag dem „Leistungschutzrecht f├╝r Presseverlage“ zugestimmt. Das Gesetz soll angeblich die „Leistungen“ von Verlagen sch├╝tzen – so d├╝rfen nur noch „einzelne Worte“ oder „kleinste Textausz├╝ge“ von Verlagsinhalten kostenfrei angezeigt werden – alles andere muss bezahlt werden. Was „kleinste Textausz├╝ge“ genau hei├čt, ist offen und muss im Zweifel vor Gericht gekl├Ąrt werden. Droht eine neue Abmahnwelle – provoziert durch die Verlegerlobby? F├╝r die gr├╝ne Medienexpertin Tabea R├Â├čner steht jetzt schon fest: „Dieses Gesetz ist der gr├Â├čte Schwachsinn aller Zeiten.“ [Weiterlesen…]

Geprothmannt

Darf man Rechte mit Eiern bewerfen?

Rhein-Neckar, 18. Februar 2013. (red) In Mannheim haben B├╝rger/innen, Politik-Vertreter und Mitglieder der linken Szene der NPD wieder einmal gezeigt, dass sie Widerstand gegen Rechtsradikale leisten. Das ist gut so. Nicht gut sind die Begleitumst├Ąnde.

Von Hardy Prothmann

Es gibt Kommentare, die schreibt man nicht gerne. Aber sie m├╝ssen trotzdem geschrieben werden. Am Samstag hat die rechtsradikale NPD eine Kundgebung in Mannheim angemeldet. Die Partei nimmt damit ein Grundrecht unserer Verfassung wahr – ob das den Gegnern der Partei passt oder nicht. [Weiterlesen…]

Geprothmannt: Warum der Titel-Entzug richtig ist und weitere Konsequenzen haben sollte

Diebstahl zerst├Ârt den Glauben und die W├╝rde – nicht nur der Diebe

Rhein-Neckar, 11. Februar 2013. Karl-Theordor zu Guttenberg (CSU), Silvana Koch-Mehrin (FDP), Annette Schavan (CDU) sind ganz unterschiedliche Typen von Politiker/inen und haben doch eins gemein: Sie haben bei Erlangung der Doktorw├╝rde get├Ąuscht und geklaut oder stehen im begr├╝ndeten Verdacht, sich die geistigen Leistungen anderer zum eigenen Nutzen angeeignet zu haben. Aktuell ist Frau Schavan ihren Posten als Bundesgesundheitsministerin los. Ihr R├╝cktritt war richtig – doch vieles l├Ąuft falsch. Beispielsweise die Debatte ├╝ber ein politisches Wirken und einen „Fehler“ in der Vergangenheit. Diese „Fehler“ dauern bis heute an und es w├Ąre von Vorteil, wenn man daraus lernt und Konsequenzen zieht. Sonst bringt die Debatte nichts.

Von Hardy Prothmann

Plagiatoren stehlen die geistige Leistungen anderer und nutzen sie zum eigenen Vorteil. Immer wieder. Sofort durch Diebstahl und T├Ąuschung beim Erstellen einer „Arbeit“. Sp├Ąter immer wieder, jeden Tag, an dem sie den Titel tragen und sich beim Titel nennen lassen, den Titel als Ausweis ihrer Qualifikation f├╝r die eigene Karriere nutzen.

Plagiatoren gab es schon in der Antike

Plagiatoren gab es schon immer – sie sind Teil der Kulturgeschichte. Ein „Plagi?rius“ ist in der urspr├╝nglichen Bedeutung ein „Menschenr├Ąuber“ oder „Seelenverk├Ąufer“. Bereits in der Antike wurden Plagiatoren verachtet und es gab schon damals „Plagiatsj├Ąger“, die Diebe geistigen Eigentums ├╝berf├╝hrt haben – ebenso wie Kritiker der Plagiatsj├Ąger, die diesen „Kleingeistigkeit“ unterstellten.

Diese Argumentation, wenn der J├Ąger zum Gejagten wird, ist dumm und kennt jeder Journalist, der ├╝ber Verfehlungen anderer Menschen berichtet. Sehr oft gibt es Unterstellungen ├╝ber die „niederen Motive“ der Berichterstatter – gerne wird dabei vergessen, dass die Verfehlung vor dem Bericht dar├╝ber begangen worden ist. Aktuell wird der Plagiatsj├Ąger Martin Heidingsfelder teils in ein schlechtes Licht ger├╝ckt – l├Ąsst er sich doch teuer von „unbekannten Auftraggeber“ daf├╝r bezahlen, Promotionen auf wissenchaftliche Redlichkeit zu ├╝berpr├╝fen.

Na und? Staatsanw├Ąte werden auch bezahlt, um Informationen zu Schuld oder Unschuld eines Beschuldigten zu sammeln. Rechtsanw├Ąlte daf├╝r, Argumente f├╝r oder gegen jemanden zu finden und zu begr├╝nden. Gutachter, um festzustellen, wer der Verursacher eines Unfalls war.

Gelehrte oder Geleerte?

Fest steht, dass die Universit├Ąten Bayreuth (zu Guttenberg), D├╝sseldorf (Schavan) und Heidelberg (Koch-Mehrin) den jeweiligen Doktortitel nach Pr├╝fung entzogen haben. Wenn dagegen geklagt wird, wie aktuell durch Frau Koch-Mehrin, dient die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht nicht dazu, den Doktortitel inhaltlich zu best├Ątigen oder abzulehnen, sondern nur, ob die Universit├Ąt einen Verfahrensfehler begangen hat. Und hier wird es sehr eklig.

Die Plagiatoren haben andere gesch├Ądigt und – noch viel schlimmer – die Glaubw├╝rdigkeit derer, die sauber arbeiten. Die sich anstrengen, die korrekt zitieren, sich nicht mit fremden Federn schm├╝cken und im Sinne des Geistes der Wissenschaften f├╝r die Forschung und f├╝r die Gesellschaft eine herausragende Arbeit abliefern. Eine an die man „glauben“ kann und die geeignet ist, die „W├╝rde“ der Wissenschaft zu wahren. Beides Glaube und W├╝rdigkeit werden durch Plagiatoren dieses Kalibers – in den h├Âchsten ├ämtern unserer Demokratie oder herausragenden Parteifunktionen nachhaltig gesch├Ądigt.

Daraus entsteht ein Kollateralschaden, der zu noch mehr Politikverdrossenheit f├╝hrt:

Ich glaube keinem von denen mehr,

haben sicher sehr viele Menschen resigniert beschlossen, nachdem sie erst irritiert ├╝ber die Vorw├╝rfe waren, dann an die W├╝rde der Beschuldigten glaubten, um sp├Ąter mitzuerleben, wie w├╝rdelos und unglaubhaft sich diese „Vorzeige“-Personen pr├Ąsentierten.

Besch├Ąmung ohne Scham

Das ist besch├Ąmend. F├╝r die Wissenschaft, f├╝r die Menschen, die an Vorbilder glauben, f├╝r die bestohlenen Urheber. Die Betr├╝ger – denn nichts anderes sind Plagiatoren – verhalten sich unversch├Ąmt. Was soll man anderes erwarten? Von jemandem, der die Hochschulreife (Abitur) erlangt hat, meist ein mindestens f├╝nf Jahre langes Studium absolviert hat und dann noch eine mehrj├Ąhrige Promotionsphase hinter sich gebracht hat? Jemand, der in Summe mehr als 20 Jahre in Ausbildung bis zum „Doktor“ ist und behauptet, er habe etwas „├╝bersehen“ oder „unabsichtlich“ gehandelt, l├╝gt entweder oder beweist damit, dass er nach all der Zeit nichts verstanden hat und allein deshalb schon nicht „den Doktor“ als Titel verdient.

Es ist gut und richtig, dass diese Betr├╝ger nun zittern m├╝ssen, dass ihnen jemand auf die Schliche kommt. Und es ist gut und richtig, wenn alle „Doktoren“ ab sofort wieder zur eigentlich selbstverst├Ąndlichen, peinlichen Genauigkeit zur├╝ckfinden.

Redaktionsintern haben wir dar├╝ber diskutiert – durchaus mit unterschiedlichen Positionen. Ein Ergebnis ist aber klar: Auch die Wissenschaft als System, also die Universit├Ąten und ihre Professoren m├╝ssen auf die Plagiatorenskandale reagieren. Sie sind mit verantwortlich, genau zu pr├╝fen, ob wissenschaftliche Standards eingehalten worden sind. Sie m├╝ssen selbst das System der Plagiate abschaffen. Wie viele Professoren gibt es, die die Arbeit ihrer Studenten f├╝r „eigene Arbeiten“ „auswerten“ – ohne die Urheber zu nennen?

Klare Haltung: Ordentliche Zitation ist Pflicht

In unserer Redaktion ist es selbstverst├Ąndlich, dass die Urheber genannt werden. Auch, wenn ein Autor die Hauptarbeit macht und ein anderer in Teilen (wesentlich) mitwirkt. Die Zitation fremder Quellen ist Pflicht. Da gibt es kein Vertun, sondern die klare Ansage, dass Quellen immer ordentlich benannt werden – die einzige (seltene) Ausnahme ist, dass wir zum Schutz der Quellen diese nicht nennen oder verschleiern (m├╝ssen). Jeder Mitarbeiter wird dar├╝ber informiert, dass ein Kopieren fremder Inhalte das Ende der Mitarbeit bedeutet.

Diese redaktionelle Haltung ist nicht selbstverst├Ąndlich. Das Mediensystem ist noch viel versauter, was Plagiate angeht, als die Wissenschaft. Hier wird t├Ąglich im gro├čen Stil geklaut und get├Ąuscht. Und ausgerechnet diese Medien spielen sich als „Moralw├Ąchter“ auf. Das erinnert leider teils an absurdes Theater.

F├╝r Medien gelten andere Produktionsma├čst├Ąbe als f├╝r die Wissenschaft – wir schreiben keine Artikel mit einem Wust von Fu├čnoten mit Quellenhinweisen. Das ist auch meist nicht n├Âtig, weil die Zahl der Quellen f├╝r einen Artikel ├╝berschaubar bleibt und im Text hinreichend gekennzeichnet werden kann.

Eine Frage des Anstands

Wer wie informiert oder wer wie einen Titel anstrebt, muss sich immer die Frage der eigenen Verantwortung stellen und im Zweifel Antworten geben oder Konsequenzen ziehen. Frau Schavan hat das gemacht – sie ist zur├╝ckgetreten. Soll man sie daf├╝r respektieren? Ich finde nicht. Man nimmt das zur Kenntnis. Weder die Entwicklung bis zum R├╝cktritt noch die Anf├Ąnge ihrer Karriere als „Doktor“ begr├╝nden die Einsch├Ątzung eines „ehrvollen Verhaltens“.

Das verdienen Menschen, die sich t├Ąglich alle M├╝he geben, ihre Arbeit anst├Ąndig zu machen. Menschen, die andere Menschen als Vertreter w├Ąhlen, weil sie glauben, dass sie von diesen in W├╝rde und Verantwortlichkeit vertreten werden. Menschen, die sich niemals trauen w├╝rden, andere zu „beschei├čen“ – aus Sorge um den eigenen Ruf, den der Familie, der Kollegen, des Vereins oder f├╝r wen auch immer sie verantwortlich sind.

Geprothmannt

Stuttgart21: Falsche Zitate? Falsche Berichte? Falsches Spiel!

Initiativen und B├╝rgermeister aus Ilvesheim, Seckenheim und Edingen-Neckarhausen ├╝berreichten Ende Oktober im Beisein von Abgeordneten ihre Unterschriftenlisten an Verkehrsminister Hermann. Foto: privat

 

Rhein-Neckar, 12. November 2012. (red/pro) Stuttgart21 l├Ąsst das Land nicht zur Ruhe kommen und bleibt Konfliktthema Nummer 1. Aktuell haben sich der SPD-Fraktionsvorsitzende Claus Schmiedel (Wahlkreis Ludwigsburg) sowie seine Stellvertreterin Rosa Gr├╝nstein (Wahlkreis Schwetzingen) f├╝r eine weitere Kosten├╝bernahme f├╝r den Bahnhofsbau am Flughafen Stuttgart ausgesprochen – der soll 224 Millionen Euro teurer werden. Notfalls w├╝rde die SPD mit der Opposition daf├╝r stimmen, berichteten die Stuttgarter Nachrichten. Nach unseren Informationen f├╝hlen sich die SPD-Politiker falsch zitiert.

Von Hardy Prothmann

Die Stuttgarter Nachrichten haben am Wochenende f├╝r eine Sensation gesorgt. Angeblich ├╝berlege die SPD, einen neuen Finanztopf aufzumachen, um weitere 224 Millionen Euro zu finanzieren, die der Bau des Bahnhofs am Flughafen nach neuen Pl├Ąnen (Filderdialog) teurer werden w├╝rde. Und notfalls w├╝rde man zusammen mit CDU und FDP daf├╝r stimmen, wird Frau Gr├╝nstein zitiert:

Bei den teuren ├änderungen am Flughafen k├Ânne es ÔÇ×eine Mehrheit ohne die Gr├╝nen gebenÔÇť. CDU und FDP haben ihre Arme f├╝r die Sozialdemokraten bereits ausgebreitet.

Und auch der 2009 durch den Stuttgarter Gemeinderat getroffene Beschluss, weitere Kosten├╝bernahmen nur durch einen B├╝rgerentscheid genehmigen zu lassen, sei durch einen neuen Beschluss zu kippen. Zuvor berichtete die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung am 08. November zum Thema und zitiert Herrn Schmiedel:

Es handelt sich um eine qualitative Abweichung von den bisherigen Pl├Ąnen, das hat mit Risiko nichts zu tun. Der bessere Filderbahnhof ist das Ergebnis eines ma├čgeblich von den Gr├╝nen betriebenen B├╝rgerdialogs. Die Gr├╝nen m├╝ssen nun entscheiden, ob der nur eine Fata Morgana war.

Z├╝ndstoff

Das Thema hat f├╝r ordentlich Z├╝ndstoff am Wochenende gesorgt und heute Nachmittag wurde zur├╝ckgerudert. Angeblich sei Frau Gr├╝nstein vom Journalisten Konstantin Schwarz in eine „Falle gelockt“ worden, wurde uns zugetragen. Angeblich gebe es ├╝berhaupt keine Absichten seitens der SPD vom verbindlich im Koalitionsvertrag vereinbarten Kostendeckel von 4,5 Milliarden Euro abzuweichen.

Was nun? Hat die Zeitung Frau Schwarz falsch zitiert oder wollte die SPD einfach nur mal ein bischen die Muskeln spielen lassen und den Koalitionspartner ├Ąrgern? Beides ist vorstellbar, letzteres vor allem, weil jeder Kenner der politischen Szene wei├č, dass die SPD ihren Wahlverlust und die „Juniorpartnerschaft“ noch l├Ąngst nicht verkraftet hat.

Frage der Ehre

Was fehlt, ist eine ├äu├čerung vom stellvertretenden Ministerpr├Ąsidenten und Minister f├╝r Finanzen und Wirtschaft, Nils Schmid. Auch ein Schweigen kann beredsam sein. Ist es vorstellbar, dass die Fraktionsvorsitzenden ohne sein Wissen diesen Vorsto├č gemacht haben? Auch das w├╝rde B├Ąnde ├╝ber den Zustand der SPD sprechen.

Die Koalitionspartner werden gut daran tun den Ball flach zu halten. Aber dann sind da noch die Stuttgarter Nachrichten und der Journalist Konstantin Schwarz. Wenn die Zeitung nicht mehr nachlegt, muss man davon ausgehen, dass sie wieder mal falsch berichtet hat und weiter im Sinne konservativer Kreise das Feuer sch├╝rt, um die Koalition zu besch├Ądigen und die „Finanzierungsw├╝nsche“ gewisser Lobbygruppen zu st├╝tzen. F├╝r die Zeitung w├Ąre das ein journalistisches Armutszeugnis.

Wenn die Zeitung aber nachlegen und belegen kann, dass die SPD den Sondertopf und eventuell auch eine Abstimmung mit der Opposition plant, dann w├╝rde alles daraufhin deuten, dass diese Koalition instabiler ist als ein kollabierendes Kernkraftwerk.

Interessenfragen

Die Frage ist, wer daran Interesse haben k├Ânnte. Selbstverst├Ąndlich die Oppositionsparteien, die medial immer noch sehr gut vernetzt sind und hier ihre Botschaften unterbringen k├Ânnen und seien sie auch noch so dumm und utopisch.

Die SPD, weil sie eigentlich nicht der kleine Partner der Gr├╝nen sein will, sondern wenn schon Junior, dann doch lieber mit der CDU.

Wer auch immer welche Ziele verfolgt, hat die Gr├╝nen im Visier.

Wer ├╝berhaupt kein Interesse daran haben kann, sind die B├╝rgerinnen und B├╝rger. Denn die wissen langsam nicht mehr, auf wen man sich noch verlassen kann. Die alte CDU/FDP-Regierung hat dem Land einen desolaten Haushalt hinterlassen. Zeitungen wie die Stuttgarter Nachrichten und die Stuttgarter Zeitung haben sich zu willigen Unterst├╝tzern von Lobbyisten machen lassen und eine kritische Berichterstattung zu Stuttgart21 nicht nur nicht „├╝bersehen“, sondern gezielt nicht gemacht – denn sie sind Teil des alten korrupten Systems. (Lesetipp! stern: „Fahrt auf schw├Ąbischem Filz„)

Zerst├Ârte Hoffnungen

Ob die SPD-Fraktionsvorsitzenden nun falsch zitiert worden sind, ist eine wichtige Frage und die SPD-W├Ąhlerinnen und -W├Ąhler und vor allem alle B├╝rgerinnen und B├╝rger werden genau darauf achten, ob es ein offizielles Dementi gibt. Denn es ist eine Frage der Ehre, ob man sich bei derart wichtigen Projekten falsch zitieren l├Ąsst und nicht darauf reagiert.

Die SPD-Abgeordneten in unserem Berichtsgebiet haben sich f├╝r Verkehrsprojekte in der Region stark gemacht, ob f├╝r die Neckarbr├╝cke Ilvesheim/Edingen-Neckarhausen oder die Ortsumgehung Heddesheim oder, oder, oder. Wenn die Landes-SPD nun nochmals 224 Millionen Euro f├╝r Stuttgart21 nachschie├čen wollten, hie├če das, dass alle Hoffnung f├╝r auch nur eines der Projekte hier und sonstwo im Land zerst├Ârt w├Ąre.

Was also ist falsch? Das Zitat, die Berichterstattung oder das Spiel?

Ab morgen ist Winterzeit

Schafft die unsinnige Zeitumstellung ab!

Eigentlich sollte die Zeitumstellung Energie sparen – tats├Ąchlich bringt sie bei vielen nur den Zeitrhythmus durcheinander. Quelle: Daniel FR, Plenz

Rhein-Neckar, 27. Oktober 2012. (red/nadr.de) Heute Nacht wird um drei Uhr die Zeit um eine Stunde zur├╝ckgestellt. Vollkommener Bl├Âdsinn, meint unser Autor Arnd Waidelich, der als einer unserer Partner im Netzwerk istlokal.de in Bretten das Angebot Neues aus der Region (nadr.de) betreibt.

Von Arnd Waidelich

Drau├čen vor der T├╝r liegt der wei├če Beweis: Der Winter kommt, oder ist er gar schon da? Heute Nacht ÔÇô genau um drei Uhr morgens ÔÇô wirds auf jeden Fall zeitlich manifest. Aus Sommerzeit wird Winterzeit. Genau um drei Uhr setzt gesamteurop├Ąisch und auch in der Region die Vernunft aus. Die Uhren werden um eine Stunde zur├╝ckgestellt.

L├Ąngst ist klar: Der Schritt in die verfr├╝hte Dunkelheit bringt nicht die geringste Energieersparnis, weswegen die ungeliebte Umstellung vor Jahrzehnten eingef├╝hrt worden war. Kein Experte hat je diesen Effekt nachweisen k├Ânnen. Trotzdem halten wir an dem ungeliebten Ritus fest.

Geklagt wird viel, ├Ąndern tut sich nichts. Immerhin darf man ja morgen fr├╝h eine Stunde l├Ąnger schlafen. In einem halben Jahr folgt Kommando zur├╝ck: ÔÇ×Oh je, heute Nacht haben wir eine Stunde weniger Schlaf!ÔÇť, wird dann geklagt.

Klingt irgendwie sinnlos? Ist es. Schafft sie endlich ab, die unsinnige Zeitumstellung!

Geprothmannt

Eskalierende Berichterstattung

Ein Jugendlicher zerst├Ârt eine Scheibe und die RNZ suggeriert aufgrund einer „Zeugenaussage“, die Polizei sei schuld, weil zu „rabiat“. Gehts noch?

 

Rhein-Neckar/Schriesheim, 15. Oktober 2012. (red/pro) In Schriesheim gab es vor kurzem so etwas wie Chaostage. Rund 250 zum Teil heftig besoffene Jugendliche treffen sich einer „Abrissparty“. Rund 50 eilig herbeieilende Polizisten bekamen die Lage aber in den Griff. Die „Qualit├Ątspresse“ sieht das anders. Und pumpt einen 20-j├Ąhrigen Chaos-Beteiligten zum „Kronzeugen“ auf.

Von Hardy Prothmann

Nein, ich mache jetzt keine Namensanspielungen zum Beitrag von Carsten Blaue in der Rhein-Neckar-Zeitung vom 09. Oktober 2012 mit der ├ťberschrift:

Sorgte die Polizei f├╝r eine Eskalation?

Aber ich frage mich sehr wohl, was den RNZ-Journalisten dazu treibt, eine solche ├ťberschrift zu formulieren und einen Beitrag zu verfassen, der jeden aufmerksamen Leser vollst├Ąndig ersch├╝ttert zur├╝ckl├Ąsst: Ist dieser Artikel ein Beispiel f├╝r den angeblichen Qualit├Ątsjournalismus der Tageszeitungen?

Abriss“birnen“

Zur Sachlage: Am Abend des 05. Oktobers 2012 finden sich in Summe rund 250 Jugendliche in Schriesheim zusammen, um an einer „Abrissparty“ teilzunehmen. Sie rotten sich in Gruppen zusammen, saufen mitgebrachte Alkoholika, werden auff├Ąllig und die Polizei reagiert. Insgesamt rund 50 Streifenbeamte der Polizeidirektion Heidelberg, unterst├╝tzt durch das Polizeipr├Ąsidium Mannheim treffen in Schriesheim ein, errichten Kontrollpunkte und versuchen die Lage zu kl├Ąren.

Die Mannheimer Beamten kennen sich vor Ort nicht aus – das geht auch vielen Heidelberger Polizisten so. F├╝r einen Einsatzplan bleibt keine Zeit. Der Einsatz kommt ├╝berraschend. Und man „jagt keine Verbrecher“, sondern betrunkene Jugendliche, die unter der Woche sicher Mamas und Papas Liebling sind. Brave Kinder im Alkoholausstand.

Chaos-Nacht in Schriesheim

Die Jugendlichen zerdeppern Flaschen auf der Stra├če (welche, spielt keine Rolle, es h├Ątte ├╝berall sein k├Ânnen), verm├╝llen den Platz vor einem fr├╝heren Handelsmarkt, demolieren zwei Autos, schlagen die T├╝rscheibe einer Bahn ein, gr├Âhlen, beleidigen und provozieren Beamte.

Die Jugendlichen werden abgeschirmt, begleitet, in kleinen Gruppen in die Bahnen gesetzt. Nach vier bis f├╝nf Stunden ist der Spuk am Freitagabend kurz vor Mitternacht vorbei. Die Lage ist beruhigt.

In der Folge schreibt ein 20-j├Ąhriger eine email an die Rhein-Neckar-Zeitung. Die Zeitung nennt den Namen des email-Schreibers, sein Alter und seinen Wohnort. Dass sie dabei gegen jede Grundregel des Quellenschutzes verst├Â├čt, ist Redakteur Carsten Blaue scheinst, vollst├Ąndig egal.

Quellenverbrennung

Guter Journalismus bewahrt „Quellen“ auch vor Selbstschaden. Den hat der junge Mann jetzt. Denn er wird f├╝r einen vermeintlichen „Scoop“ (journalistische Aufdeckung) klasklar missbraucht. Es gibt journalistisch ├╝berhaupt keinen Grund, Namen, Alter und Wohnort und „Status“ des Informanten als „Beteiligten“ zu nennen – au├čer die Folgen f├╝r den Informanten sind einem RNZ-Journalisten einfach nur egal. Jeder „Informant“ sollte es sich genau ├╝berlegen, ob man dieser Zeitung trauen kann.

Die Rhein-Neckar-Zeitung stellt tats├Ąchlich wegen der Behauptung eines einzelnen, jungen „Erwachsenen“ den Einsatz der Polizei in Frage. Fragen zu stellen, ist journalistisch absolut legitim. Geradezu notwendig. Aber welche Fragen wurden gestellt?

Jugendliche in Abrisslaune randalieren, die Polizei bekommt die Lage in den Griff und die Zeitungsberichterstattung „eskaliert“.

 

„Blaues Sicht“ – null Recherche

Der junge Mann behauptet, die Polizei sei „rabiat“ gewesen. Hier muss man nachhaken. Was meint das? Hat die Polizei etwa klare Ansagen gemacht? Oder auch ein bisschen „gedr├Ąngelt“?

Der junge Mann behauptet laut der Zeitung aber auch, die Polizei sei „gewaltt├Ątig“ gewesen. Und sp├Ątestens hier ist Schluss mit lustig. Gewalt hat Konsequenzen: H├Ąmatome, blaue Augen, Platzwunden, Verletzungen eben.

Sind Verletzungen dokumentiert? Nein. Wurde die Polizei befragt, ob es Festsetzungen gab, Schlagstock- oder Tr├Ąnengaseinsatze? Nein.

Denn das h├Ątte ja „den Aufreger“ zunichte gemacht.

Wurde im Ansatz von Herrn Blaue und der Redaktion ├╝ber die Lage vor Ort nachgedacht? ├ťber die Einsatzwirklichkeit der Polizei?

L├Ącherliche Polizei vs. bl├Âdsinnige Meinung

50 Beamte stehen 250 mehr oder weniger alkoholisierten Jugendlichen gegen├╝ber, die in „Abrissparty-Laune“ sind. Ohne jegliche Vorbereitung. Glaubt der Journalist tats├Ąchlich, dass die Polizei so dumm ist und durch falsches Verhalten diesen schon sichtbar aggressiven Mob noch mehr zu reizen?

Die Einsatzwirklichkeit von Polizeibeamten beschreibt der Pressesprecher Harald Kurzer so:

Wir sind teilweise das Gesp├Âtt der Stammtische. F├╝nf Beamte waren n├Âtig, um einen ausrastenden Betrunkenen unter Kontrolle zu bringen – ja, haben die gar nix drauf?

Gute Frage, n├Ąchste Frage. Sollen die Beamten kn├╝ppeln oder gar schie├čen? Um eine ausrastende Person zu „stabilisieren“, braucht es mindestens zwei, eher drei oder sogar f├╝nf Personen. Vor allem, um die Person vor Verletzungen zu bewahren, die sonst umung├Ąnglich w├Ąren. Die Methode „Schlagstock ├╝ber den Sch├Ądel ziehen“ wird ├╝berwiegend nur noch in Diktaturen angewandt, nur Herr Blaue hat das noch nicht mitbekommen.

Gehts noch?

Konkret vor Ort hie├če das, die Polizei h├Ątte nicht mit 50 Beamten, sondern mit 500 oder besser 750 Beamten vor Ort sein m├╝ssen. Wegen einer bl├Âd-besoffenen Abrissparty-Laune, die ├╝ber Facebook „organisiert“ wurde? Gehts noch? Denkt ein Herr Blaue abgesehen von der Absurdit├Ąt der Vorstellung auch mal ├╝ber die Kosten f├╝r den Steuerzahler nach?

Geht Herr Blaue davon aus, dass am Wochenende hunderte von Polizisten in Einsatzbereitschaft sind, um dem feierw├╝tigen Nachwuchs klar zu machen, dass man sich mal eben nicht irgendwo trifft, um zu saufen und was kaputt zu machen? Und wenn dies so w├Ąre, berichtete die RNZ dann ├╝ber „Polizeistaatsverh├Ąltnisse mitten in Deutschland“?

Bl├Âdsinniger kann man tats├Ąchlich nicht „berichten“, als die Rhein-Neckar-Zeitung das im Fall der „Schriesheim-Flashmobs“ getan hat. Ohne Recherche, ohne Sinn, ohne Verstand.

Falsches Ticket

Ich f├╝r meinen Teil hoffe, dass die Beamten vor Ort den besoffenen Jugendlichen so deutlich wie m├Âglich klar gemacht haben, dass es niemanden interessiert, ob man in die falsche Bahn gesetzt wird und einmal umsteigen muss, nachdem man sich verabredet hat, sich die Birne aufzuweichen und was kaputt zu machen.

Jeder, der an diesem Freitagabend mit dieser Stimmung nach Schriesheim gefahren ist, war „mit dem falschen Ticket“ unterwegs.

Und die Schriesheimer Bev├Âlkerung kann sehr dankbar sein, dass die Polizei daf├╝r gesorgt hat, dass die Situation vor Ort nicht eskaliert ist und niemand wirklich zu Schaden kam. Den T├╝reinschlager hat man festgestellt, er wird zur Verantwortung gezogen. Wer noch finanziell (Party-Veranstalter oder Facebook-Einlader) f├╝r den Einsatz aufkommen muss, wird noch gepr├╝ft. Die Besitzer der demolierten Autos haben hoffentlich eine Vollkasko, sonst bleiben sie vermutlich auf dem Schaden sitzen. Alle anderen Autobesitzer sind der Polizei dankbar.

Die friedliche und k├╝nstlerische Idee des „Flashmobs“ wurde ebenfalls besch├Ądigt, die vielen tollen M├Âglichkeiten der sozialen Medien ebenso, denn f├╝r Zeitungen ist alles mit Internet sowieso „igitt“.

Eskalation vs. gute Polizeiarbeit

Die „Eskalation“ hat im Kopf eines Zeitungsschreibers stattgefunden, der journalistische Standards nicht beherrscht, sondern selbst auf Krawall aus ist. Flankiert von einer Zeitung, die an Standards offensichtlich nicht interessiert ist. Gew├╝rzt mit einer (zeitungsredakteursimmanenten) Panikstimmung gegen├╝ber dem Internet. Und der verlorenen Hoffnung, vielleicht irgendeinen bl├Âd-besoffenen Jugendlichen, der eh keine Zeitung liest, f├╝r die Zeitung zu interessieren.

Es k├Ânnte sein, dass die Rhein-Neckar-Zeitung den ein oder anderen Polizisten als Abonnenten verloren hat, der sich solche Berichte „einfach nicht mehr geben muss“.

Dokumentation: Die Berichte in der Rhein-Neckar-Zeitung k├Ânnen Sie hier nachlesen (sofern sie nicht gesperrt werden)

Sorgte die Polizei f├╝r eine Eskalation?

Mit jeder Bahn kamen mehr Jugendliche?

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung „politisch berichtet, k├Ânnen Sie hier nachlesen:

Politische „Berichterstattung“ bei der RNZ

 

 

 

 

Fehlende Debatte: Der Rechtsradikalismus ist unter uns

Die NPD macht Punkte

„Dokumentation“ von rechten Auftritten – aktuell in Heidelberg.

Rhein-Neckar/Heidelberg/Mannheim/Ludwigshafen, 04. Oktober 2012. (red/pro) Heidelberger B├╝rger/innen und weitere Demonstranten aus dem Umland haben der NPD in Heidelberg gezeigt, dass die rechtsextreme Partei nicht willkommen ist. Wer jetzt gl├╝cklich und selbstzufrieden nach Hause geht und denkt, man „hat es den Braunen“ mal wieder gezeigt, der kann das tun und irrt doch gleichzeitig gewaltig. Die „Braunen“ haben sich ebenso gezeigt, sie tun das im Rahmen der gesetzlichen M├Âglichkeiten und versuchen daraus Profit zu schlagen.

Kommentar: Hardy Prothmann

Die Politikwissenschaftlerin Ellen Esen reist unerm├╝dlich durchs Land und h├Ąlt mal vor sehr vielen, mal vor sehr wenigen Menschen Vortr├Ąge ├╝ber Rechtsradikalismus, insbesondere rechtsradikale Frauen und neue Formen und Formierungen von rechtsextremen Gruppen.

Wer der Expertin zuh├Ârt, erf├Ąhrt, dass die rechte Szene sehr aktiv ist und zwar au├čerhalb von NPD, REP oder DVU. Es sind einzelne Gruppen, kleine und gr├Â├čere Zirkel, die teils sehr spezialisiert ihr rassistisches und staatsfeindliches Gedankengut „pflegen“ und „formen“. W├Ąhrend die Medien immer noch stereotyp Symbolfotos von „Glatzen“ und „Springerstiefel“ zeigen, sobald es um Rechtsradikalismus geht, sagt die Forscherin Esen: [Weiterlesen…]

Journalist vs. katholische Kirche

Geprothmannt: Solidarit├Ąt mit Aigner

Der Regensburger Dom – Sinnbild der Meinungsverachtung und des Schweigegelds. Quelle: Regensburg-digital.de

Rhein-Neckar/Regensburg, 24. September 2012. (red) Der Regensburger Journalist Stefan Aigner ist jemand, der genau hinschaut. Jemand, der sich um Opfer k├╝mmert. Jemand, der die l├Ąngst vergessene Kunst der Sozialreportage im Lokalen wieder aufleben l├Ąsst. Jemand, dem es nicht egal ist, ob man „Streumunition“ als „intelligente Wirksysteme“ bezeichnet. Und immer wieder wird der Journalist von Konzernen verklagt: Ob von Waffenfabrikanten wie „Diel“, ob von Glaubensfabrikanten wie der „Di├Âzese Regensburg“ oder von einer XXL-M├Âbelfabrikantenkette. Die katholische Kirche will Stefan Aigner exkommunizieren und geht bis vors weltlich j├╝ngste Gericht. Der Glaubenskonzern will dem Regensburger Journalisten verbieten lassen, im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch Geldzahlungen als „Schweigegeld“ zu bezeichnen.

Von Hardy Prothmann

Die Di├Âzese Regensburg hat die Widerw├Ąrtigkeit als Glaubensprinzip entdeckt. Der juristische Glaubenskampf eines Bischofs M├╝ller ist an Erb├Ąrmlichkeit nicht zu ├╝berbieten. ├ťber Jahrzehnte┬á hat die katholische Kirche den Missbrauch von Schutzbefohlenen „gedeckt“.

Der Skandal des mannigfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern Jugendlichen durch katholische Priester oder sonstige Angestellte dieser Kirche hat nicht nur die Glaubensgemeinde, sondern das ganze Land ersch├╝ttert. Eine glaubhafte Aufkl├Ąrung durch die Verantwortlichen hat nicht stattgefunden. Die Missbrauchsopfer wurden durch diese Kirche nochmals verh├Âhnt und ├Âffentlich vergewaltigt.

„Beigeschmack“

Der Regensburger Journalist Stefan Aigner hat sich vor Ort „um das Thema gek├╝mmert“. Und Zahlungen an ein vergewaltiges Opfer als „Beigeschmack von Schweigegeld“ bezeichnet. Wie auch der Spiegel. Das Magazin formulierte h├Ąrter: Schweigen gegen Geld. Von „Beigeschmack“ ist da keine Rede.

Die Di├Âzese Regensburg hat im Zuge des „fliegenden Gerichtsstands“ dann in Hamburg gegen Spiegel und Aigner geklagt. „Fliegender Gerichtsstand“ meint – da das Internet ├╝berall ist, sucht man sich das Gericht aus, bei dem man sich die besten „Chancen“ ausrechnet. Was das ├╝ber eine Gerichtsbarkeit „im Namen des Volkes“ aussagt, soll hier nicht debattiert werden.

Das Landgericht Hamburg hat erwartungsgem├Ą├č sowohl den Spiegel als auch Aigner verurteilt, die Behauptung von „Schweigegeldzahlungen“ zu unterlassen. Doch das Oberlandesgericht hat das Urteil des Landgerichts kassiert. Das passiert oft, aber nur, wenn man es sich leisten kann. Stefan Aigner konnte das, weil er rund 10.000 Euro Spendengelder einwerben konnte, um sich zu wehren. Sonst w├Ąre er ruiniert gewesen. Im Sinne der Kirche. Denn Aigner hatte vorher versucht, eine Einigung zu erzielen. Sowas wollte das Bistum nicht. Bischof M├╝ller steht f├╝r Inquisition.

Verfassungsbeschwerde gegen „Schweigegeld“

Gegen das Urteil des Oberlandesgericht hat die Di├Âzese Regensburg nun laut einem Bericht von regensburg-digital.de „Verfassungsbeschwerde“ eingelegt. Bischof M├╝ller als Verantwortlicher will also vom h├Âchsten deutschen Gericht kl├Ąren lassen, ob Zahlungen an die Familie eines von einem katholischen Priester zweifelsfrei missbrauchten Jungen als „Schweigegeld“ bezeichnet werden darf oder nicht.

Abseits jeder juristischen „Einordnung“ macht das fassungslos. Jede Scham fehlt. Jedes Schuldbewusstsein. Jede Verantwortlichkeit. Selbst wenn es kein Schweigegeld gewesen w├Ąre, vermisst man bis heute Demut und Anstand bei der Di├Âzese Regensburg. Vielleicht „stinkt der Kopf vom Fisch her“ hier besonders von der Person M├╝ller, aber insgesamt ist das Verhalten der katholischen Kirche in Sachen Aufkl├Ąrung in ganz Deutschland auf ungl├Ąubiges Entsetzen gesto├čen.

Um auch das festzustellen: Die „ungeheuerliche“ Klage richtet sich allein gegen einen gro├čen Verlag, den Spiegel und gegen einen freien Journalisten, Stefan Aigner. Auch das erstaunlich oder auch nicht. Die vor Ort „etablierte Presse“ hat entweder gar nicht oder im Sinne der Kirche berichtet. Eine kritische Berichterstattung hat es hier nicht gegeben. Vor Ort soll alles seinen Gang gehen wie immer, Kritik ist nur „in Ma├čen“ erw├╝nscht, was sich h├Ąufig in Ma├čbierberichterstattung best├Ątigt, die Tageszeitungen bedienen teuer bezahlende Kunden gut und der Rest findet nicht statt.

Regensburg ist ├╝berall

Regensburg ist ├╝berall. Genau wie Heddesheim, Ilvesheim oder Weinheim. Was anders ist: Es gibt neue, freie und unabh├Ąngige journalistische Angebote. Die sich trauen, hintergr├╝ndig zu berichten. Und immer ├Âfter finden sie Themen, die deutschlandweit Interesse finden, w├Ąhrend Lokalzeitungen in ihrer Instant-Bratwurst-So├če schwimmen. Im Gegensatz zu denen, die sich nichts in den Block diktieren lassen, sondern auf dem Blog anprangern, was schief l├Ąuft.

Teilen Sie diesen Artikel, informieren Sie Ihre Freunde und Bekannten ├╝ber neue M├Âglichkeiten. Fragen Sie sich, was Ihrer Meinung nach „├Âffentlich“ sein muss. Informieren Sie wirklich kritische Journalisten. Helfen Sie mit Ihrem Interesse Stefan Aigner – denn der macht das nicht f├╝r sein Bankkonto, sondern aus ├ťberzeugung. Ich halte ihn f├╝r einen ganz herausragenden Journalisten, der mit Herzblut und einer nach Artikel 5 Grundgesetz bestimmten Haltung eine St├╝tze unserer Demokratie ist. Einen Preis wird er f├╝r seine engagierte Arbeit vermutlich nie gewinnen. Denn er ist kein Teil des „Print-Preis-Systems“, das sich nur selbst huldigt.

 

 

 

Altstadt und Verkehr: Die falsche Debatte

„Der letzte wirft den Schl├╝ssel in den Neckar“

Ladenburg, 26. Juni 2012. (red/pro) Rund 90 interessierte B├╝rgerinnen und B├╝rger fanden gestern den Weg in den Domhof, um mit B├╝rgermeister Rainer Ziegler und Interessenvertretern ├╝ber ein Jahr „unechte Einbahnstra├če“ zu diskutieren. Das ist die falsche Debatte – denn sie f├╝hrt zu nichts.

Kommentar: Hardy Prothmann

Es geht nicht um die Frage, ob man eine Fu├čg├Ąngerzone will, alles wie es vorher war oder die jetzige L├Âsung der „unechten Einbahnstra├če“ fortf├╝hrt. Es kann nur um die Frage gehen – was aus Ladenburg und seiner historischen Innenstadt werden soll.

Au├čergew├Âhnliches Flair

Hardy Prothmann ist Chefredakteur von Ladenburgblog.de und blickt mit Sorge auf die Entwicklungen.

Ladenburg ist eine bislang sehr lebendige Stadt mit einem au├čergew├Âhnlichen Flair – dieses besteht aus der Mischung vieler Angebote: Der historischen Altstadt als Attraktion f├╝r Touristen und Ausfl├╝gler, Gastronomie, Einzelhandel, Gewerbe, Dienstleister, aktive Vereine und Festen. Die Menschen kommen gerne nach Ladenburg, bringen Geld in die Stadt, beleben sie und sie nutzen dazu ├╝berwiegend das Auto.

Eine Fu├čg├Ąngerzone w├╝rde der Gastronomie, dem Handel und den Dienstleistern ├╝berwiegend innerhalb von wenigen Jahren den Garaus machen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das n├Ąchste Opfer w├Ąre der Tourismus – kein Platz zum Innehalten und sich zu verpflegen, keine Einkaufsm├Âglichkeiten, keine Souvenirs, hei├čt keine Touristen und Ausfl├╝gler. Gastronomie kaputt, Handel kaputt, hei├čt Dienstleister kaputt.

Tote Konsequenzen

Gastronomie, Handel, Dienstleister, Touristen weg, hei├čt in der Konsequenz, dass die Innenstadt tot w├Ąre. Kein Verkehr, kein Gesch├Ąftsbetrieb, keine Ausw├Ąrtigen. Ladenburg w├Ąre ein Museum ohne Besucher.

Und ohne jede Verkehrsma├čnahme ist Ladenburg jetzt schon auf diesem Weg – das zeigen die Schlie├čungen der L├Ąden und die abnehmenden Verkehrszahlen – auch ohne jede „unechte Einbahnstra├če“.

Und mit jedem Laden, der schlie├čt, w├Ąchst die Gefahr f├╝r andere, dass es ihnen bald ebenso geht. Denn je geringer das Angebot, desto geringer wird die Nachfrage.

Widerstand ist gefragt

Die Stadt Ladenburg w├Ąre sehr gut beraten, wenn sie sich nicht von sogenannten „Pressure-Groups“ unter Druck setzen lassen w├╝rde, sondern selbst handelt. Mit einem aktiven und kreativen Stadtmarketing.

Das w├╝rde Leute wie den Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinb├Âck ausschalten, dem ich unterstelle, nur aus wahltaktischen Gr├╝nden immer wieder die Verkehrsdebatte zu f├╝hren. (Wo war der eigentlich?)

Das w├╝rde einzelne Mitglieder des Bunds der Selbst├Ąndingen ausschalten, die vorgeben, die H├Ąndler zu vertreten und doch nur ihr eigenes S├╝ppchen kochen.

Das w├╝rde die ausschalten, die eigentlich nur grunds├Ątzlich n├Ârgeln wollen und vor allem gegen den B├╝rgermeister.

Alle genannten sind zwar laut und werden gerne von den lokalen Zeitungen f├╝r Pseudo-Aufreger instrumentalisiert – aber sie sind nur kleine Gruppen, die nicht die Meinung und die Interessen der Mehrheit der Bev├Âlkerung wiedergeben. Und die alten lokalen Medien sind mit ihrer „Sch├Ânschreiberei“ sehr wesentlich f├╝r viele Probleme verantwortlich.

L├Âsungswege gegen Ausweglosigkeit

Ein aktives Stadtmarketing w├╝rde auch diese „Groups“ h├Âren, sich aber nicht unter „Pressure“ bringen lassen. Sondern Konzepte und L├Âsungen entwickeln, die der Stadt ingesamt dienen. Ein erster Ansatz w├Ąre eine „gescheites Parkleitsystem“. Wer von au├čen kommt, findet die oft versteckten Parkm├Âglichkeiten nicht und f├Ąhrt eben in die Innenstadt.

Klagen gegen Feste wie die von Anwohnern des Marktplatzes sind in unserem Rechtsstaat grunds├Ątzlich m├Âglich. Aber sind sie richtig? Muss man so kompromisslos das Einzelwohl ├╝ber das Gemeinwohl stellen? H├Ątte hier ein Marketing mit flexiblen M├Âglichkeiten nicht die Katastrophe (und das ist es) verhindern k├Ânnen? Und ist nicht auch die Verkehrsdebatte eine, die von wenigen ├╝ber viele gef├╝hrt wird?

Kann man das Gef├╝hl von wenigen, die „ihre absolute Ruhe haben wollen“ nicht in ein Gef├╝hl von „wir sch├Ątzen es, dass hier was los ist“ wandeln?

„Ladenburg tafelt“ k├Ânnte zu einer herausragenden Veranstaltung werden – aber nur, wenn man das endlich professionell statt kl├Ąglich organisiert und den Egoisten klar macht, dass sie alleine nichts rei├čen.

Das Drama des dieses Jahr aus „Organisationsgr├╝nden“ ausgefallenen Ballon-Festivals h├Ątte es nicht gegeben. Das ein solches Ballon-Festival erfolgreich ist, seit die Historie in Ladenburg und die Weiterf├╝hrung im Mannheimer Luisenpark. In Ladenburg zeigt der Ausfall nur, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht.

Ein aktives Marketing k├Ânnte vermutlich verhindern, dass Sauf-Parties von Jugendlichen den Ruf der Stadt sch├Ądigen. Und im Gegenteil daf├╝r sorgen, die Vorz├╝ge deutlich herauszustellen.

Tot oder lebendig – das ist die Frage

Ein n├Ąchster Ansatz w├Ąre, den Gesch├Ąftsleuten klar zu machen, dass es 5 vor 12 Uhr ist. Wer nur an sich denkt und nicht in einer Gemeinschaft der „gemeinsamen Innenwirtschaft“ wird einer nach dem anderen das Licht ausmachen k├Ânnen m├╝ssen. Der letzte schlie├čt dann die zweit├Ąlteste Stadt Deutschland als totes Museums ab und wirft den Schl├╝ssel in den Neckar.

Dann herrscht Ruhe. Friedhofsruhe.

Merkw├╝rdige Luxusdebatten

Feuer unterm Dachsch├Ądel

Ladenburg, 21. Juli 2012. (red/pro) Die ausgefallene Jahreshaupt├╝bung der Feuerwehr setzt ein Zeichen. Die Feuerwehr spart. Sie folgt dem Willen des Gemeinderats und muss sich daf├╝r „merkw├╝rdige“ Kommentare bieten lassen. Die Frage ist, ob manchen Stadtr├Ąten bewusst ist, dass sie die Feuerwehr besch├Ądigen.

Ein Kommentar von Hardy Prothmann

Kommandant Harald Lange l├Ąsst dieses Jahr die Haupt├╝bung der Feuerwehr ausfallen – um Kosten einzusparen. Und gewisse Stadtr├Ąte sehen das als Affront gegen ihre Spar- und Streichpolitik gegen├╝ber der Feuerwehr und nehmen das „pers├Ânlich“.

Hallo? Geht’s noch? Insbesondere Dr. Rainer Beedgen (CDU), Dr. Peter Hilger (Freie W├Ąhler) und Wolfgang Luppe (FDP) sind drauf und dran, mit ihrer durchweg verqueren Haltung und ihren unpassenden Kommentaren der Stadt Ladenburg Kosten in ungeahnter H├Âhe „aufzun├Âtigen“.

Warum? Die Logik ist ganz einfach. Jede Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, eine Feuerwehr zu unterhalten. Ob freiwillig oder beruflich, ist erst mal dahingestellt. Ab dem Moment, wo nicht mehr genug Freiwillige bereit sind, ihren Lebensrhythmus, ihr Familienleben, ihre Freizeit und auch ihr Arbeitsleben (oft ├╝ber Generationen) in den ehrenamtlichen Dienst der Feuerwehr zu stellen, muss eine Berufswehr her. Und die erzeugt Kosten, von denen die Herren Beedgen, Hilger und Luppe offensichtlich noch nicht mal im Ansatz irgendeine Ahnung haben.

Die unsachliche Kritik dieser Stadtr├Ąte an der Feuerwehr und damit den Menschen, die sich besonders herausragend f├╝r die Gemeinschaft und deren Schutz von Leben und Haben und Gut einsezten, wird hoffentlich keine Spuren hinterlassen. Sollte das doch der Fall sein, wird sich in Zukunft jeder Feuerwehrfreiwillige fragen, „ob man sich das gefallen lassen muss“.

Bei Tag und Nacht und Wind und Wetter sich f├╝r andere einzusetzen und sich dann abwertende Spr├╝che anh├Âren zu m├╝ssen ist sicher nicht motivierend.

Die Feuerwehr Ladenburg vereint – wie alle Wehren – Menschen, die sich ├╝ber Geb├╝hr f├╝r die Gemeinschaft einsetzen. Man muss selbstverst├Ąndlich auf die Kosten achten, was unter Kommandant Harald Lange verantwortungsvoll geschieht. Eine „Luxusdebatte“ zu f├╝hren, reichlich ahnungslos die Einsatzf├Ąhigkeit von Fahrzeugen anhand des Kilometerstands zu beurteilen oder pikiert zu reagieren, wenn man sich als Stadtrat bei Bier und Schnitzel nicht der Bev├Âlkerung pr├Ąsentieren kann, ist nicht zielf├╝hrend, sondern extrem kontraproduktiv.

Aus unserer Sicht gibt es keinen Luxus bei der Feuerwehr Ladenburg. Es gibt eine Investition in die Zukunftsf├Ąhigkeit der Wehr, das Feuerwehrhaus, Schutzkleidung f├╝r die Mannschaft, neue Fahrzeuge, um effektiver Eins├Ątze fahren zu k├Ânnen.

Aus unserer Sicht gibt es keine „unverst├Ąndlichen“ Forderungen, sondern klare Bed├╝rfnisse im Sinne des Gemeinwohls. Je besser eine Wehr ausgestattet ist und ihre Mitglieder schulen und binden kann, umso gr├Â├čer ist der Schutz von Leib und Leben. Von Hab und Gut.

Im Ladenburger Gemeinderat fallen ├╝ber die Feuerwehr ├äu├čerungen, die geradezu verst├Ârend sind. Noch hat die Feuerwehr Ladenburg viele Jugendliche, die sich auf den freiwilligen Dienst im Sinne der Gemeinschaft vorbereiten und die Zukunft einer Freiwilligen Wehr bilden. Die meisten werden innerhalb der Feuerwehrfamilien rekrutiert. Wenn die Feuerwehr weiter so schlecht geredet wird, wie das gewisse Gemeinder├Ąte tun, wird die Bereitschaft, sich zu engagieren, schlagartig abnehmen.

Und das wird schlagartig Kosten erzeugen, gegen die die „Einsparforderungen“ geradezu l├Ącherlich sein werden. Und man darf vermuten, dass dann Stadtr├Ąte der Kategorie Beedgen, Hilger und Luppe dar├╝ber klagen, dass das „ehrenamtliche“ Engagement doch „zu w├╝nschen ├╝brig lasse“. Und dass man daf├╝r „kein Verst├Ąndnis“ habe.

Es gibt keinen Luxus bei der Feuerwehr Ladenburg. Es gibt ein au├čergew├Âhnliches Engagement der Feuerwehrleute, Leben und Hab und Gut zu besch├╝tzen und zwar f├╝r alle Menschen in einer Gemeinde. Die Gemeinde stellt daf├╝r das notwendige Geld zur Verf├╝gung – die Freiwilligen in der Wehr bringen sich und ihre Zeit ein. Wenn die Gemeinde streicht, kann auch das Engagement gestrichen werden.

Unterm Strich verlieren alle.

Akkreditierungsbedingungen schr├Ąnken Pressefreiheit ein

„Im Arsch“ – kein Bericht zu Jan Delay

„Im Arsch“ – feat. Udo Lindenberg.

 

Ladenburg/Rhein-Neckar, 02. Juli 2012. (red/pro) Jan Delay ist aus unserer Sicht der Top-Star der deutschen Musikszene. Trotzdem ver├Âffentlichen wir keine Konzertkritik zum Auftritt in Ladenburg. Der Grund ist eine unerfreuliche Auseindersetzung mit dem Veranstalter Demi Promotion und der pressefeindliche Umgang mit unabh├Ąngigen Journalisten.

Von Hardy Prothmann

Nach dem Jan-Delay-Konzert stehe ich noch auf dem Platz. Pl├Âtzlich kommt ein Mann, will mich sprechen. Wie ich dazu k├Ąme, mich „nicht an die Regeln zu halten“. Ich h├Ątte mir „unrechtm├Ą├čig“ Zugang verschafft. Mein Verhalten sei „asozial“ gegen├╝ber anderen Journalisten. Ich solle sofort alle Bilder auf meiner Kamera l├Âschen. Es gebe „klare Regeln“ und an die habe sich jeder zu halten. Der Mann hat sich nicht vorgestellt, ich frage deshalb, wer er eigentlich ist: „Gissel, ich bin der Veranstalter.“ Der Wutausbruch von Dennis Gissel dauert gute zehn Minuten, er hei├čt mich dies und jenes, zum Ende l├Ąuft er weiter und macht eine wegwerfende Handbewegung.

Indiskutable Einschr├Ąnkung der Pressefreiheit

Der Grund f├╝r die Aufregung: Ich habe w├Ąhrend des Konzerts ein paar Fotos gemacht – so wie die meisten anderen G├Ąste auch. Weil ich aber „professionell“ bin, ist das mir nur w├Ąhrend der ersten drei Lieder erlaubt. Wer das vorschreibt, ob der K├╝nstler, dessen Management oder der Veranstalter, ist relativ egal. Es handelt sich dabei um eine leider mittlerweile fast „normale“ Einschr├Ąnkung der Pressefreiheit. Eigentlich vollkommen indiskutabel – weil viele Medien sich diesen unzumutbaren Diktaten aber beugen, kommen viele Management-Firmen und Veranstalter damit durch.

Der Hintergrund f├╝r das Verfahren: Das Interesse f├╝r den K├╝nstler „d├╝rfen“ Medien schon haben. Und ├╝ber Pressemitteilungen versucht man gezielt und gesteuert Werbung durch Aufmerksamkeit f├╝r den K├╝nstler zu machen. Aber die Vermarktung oder Imagesteuerung soll voll im Griff des Managements und der Veranstalter bleiben – ebenso die eigene k├╝nstlerische Arbeit der Journalisten.

Wer kritisch berichtet, wird auch schon mal nicht mehr „zugelassen“. Wer sich auf Unabh├Ąngigkeit beruft, wird in Kenntnis gesetzt, dass eine Veranstaltung privat ist und damit der „Hausherr“ bestimmt, was er zul├Ąsst und was nicht.

Eine paradoxe Situation: Ohne ├ľffentlichkeit ist alle Kunst nichts – aber die ├Âffentliche Meinung soll sich nur so bilden, wie es den K├╝nstlern und/oder deren Vermarktungsfirmen passt. Wer eine solche Haltung vertritt, hat das hohe Gut der Pressefreiheit nicht verstanden.

Unabh├Ąngige Journalisten „nehmen anderen K├╝nstlern“ nichts weg, sondern erarbeiten hart eigene Inhalte und bereichern damit die ├Âffentliche Meinung und durch positive Berichte auch das Ansehen der K├╝nstler. Negative Berichte k├Ânnen K├╝nstler als „Warnzeichen“ sehen, dass etwas schief l├Ąuft, und wenn sie klug sind dazu nutzen, um sich und ihre Kunst zu verbessern.

Urheber beschneiden Urheber

In der Konsequenz beschneiden damit Urheber andere Urheber: Musikgruppen sind K├╝nstler, Pressefotografen ebenfalls. Die erhalten f├╝r ein Foto, das in der Tagespresse ver├Âffentlicht wird ein Honorar, das sich nach der Auflage richtet. Bei einer Zeitung wie dem Mannheimer Morgen rund 40 bis 50 Euro. Die von der Hirschberger Agentur „Demi Promotion“ an die Fotografen ├╝bermittelten „Regeln“ besagen, dass der Fotograf nur in dem Medium ver├Âffentlichen darf, f├╝r das er „akkreditiert“, also angemeldet und „zugelassen“ ist. Mithin hat der Fotograf keine Chance mehr, das mickrige Honorar durch weitere Verk├Ąufe zu einem einigerma├čen anst├Ąndigen Honorar zu machen.

Manche K├╝nstler zeigen dann gewisse Kost├╝me oder Show-Einlagen erst, wenn die Runde f├╝r die Pressefotografen vorbei ist. Jetzt ├╝bernehmen Fotografen, die vom Management oder Veranstalter gebucht sind. Deren Bilder sind „exklusiv“ und werden f├╝r sehr viel mehr Geld als Pressefotografen f├╝r ihre Arbeit erhalten, an Medien verkauft. Die machen das Spiel mit, weil sie keinen Fotografen vor Ort haben oder eben das „exklusivere“ Bild bringen wollen.

In der Vergangenheit ist dieses Vermarktungssystem teils vollends pervertiert. K├╝nstler oder deren Management gingen sogar so weit, jedes zu ver├Âffentlichende Bild erst genehmigen und alle Bilder f├╝r sich selbst honorarfrei (!) verwenden zu wollen.

Knebelvertr├Ąge

Ob Robbie Williams, Coldplay, Bon Jovi, DestinyÔÇÖs Child, Fleetwood Mac, Bob Dylan und B├Âhse Onkelz oder Silbermond – nach Informationen der Journalistengewerkschaft DJV legen diese und andere „Knebelvertr├Ąge“ vor nach dem Motto: Fri├č oder stirb. Das hei├čt f├╝r Pressefotografen: Du h├Ąlst die an die „Regeln“ oder bist drau├čen.

F├╝r wirklich journalistische Pressefotografen, also nicht die Eventknipser, die unkritisch alles mitmahcen, kommt diese „Regelung“ einer beruflichen Kastration gleich. Denn deren „Sprache“ ist das Bild – will ein Fotojournalist ein Geschehen, also das Konzert „beschreiben“, muss er die M├Âglichkeit haben, vom Anfang bis zum Ende zu – um damit „seinen Blick“ zu dokumentieren. Wenn er das nicht kann, w├Ąre das so, als w├╝rde man auch schreibenden Journalisten „Regeln diktieren“, sie d├╝rfen nur ├╝ber die ersten drei Lieder schreiben oder die ersten drei Kapitel eines Buches besprechen oder das erste Drittel eines Kunstwerks. Das w├Ąre absurd – aber f├╝r Fotografen ist das in der Veranstaltungsbranche die „Normalit├Ąt“.

Dagegen gab es schon fr├╝her Proteste: Beispielsweise blieben Agenturfotografen Konzerten fern. Der Druck wirkte – sie wurden wieder f├╝r die volle L├Ąnge zugelassen. Aber nur sie – andere Fotografen nicht. „Solidarit├Ąt“ ist unter Journalisten oft ein Fremdwort.

Sch├Ądliche Vermarktungsgier

Aus Sicht der K├╝nstler oder auch Sportler (gerade beim Fu├čball geht es noch heftiger zu) mag die Vermarktungsgier zun├Ąchst in Ordnung sein – doch langfristig schadet man sich selbst, fehlt doch eine unabh├Ąngige und kritische Berichterstattung in Wort, Ton, Bild und Video. Der „scherzende“ L├Âw bei der EM ist ein gutes Beispiel, wie Manipulationen T├╝r und Tor ge├Âffnet sind.

Gerade beim Sport entwickeln sich daraus mafi├Âse Systeme (aktuell in Italien, Tour de France, Boxsport usw.) und ausgerechnet die K├╝nstler, die freie Systeme nutzen, um durch Gesten, Kleidung, Verhalten und ihre Musik auch Freiheit zu provozieren, wollen die Freiheit anderer K├╝nstler einschr├Ąnken? Das ist pervers. Und dumm.

In L├Ąndern, wo es keine freie Presse gibt, h├Ątten diese K├╝nstler keine Chance, die meisten von ihnen w├╝rden unterdr├╝ckt und bis zum Tode bedroht (Salman Rushdie, Shahin Najafi). Die aufgestellten „Regeln“ bedrohen in unserer „freien“ Welt gerade kleine Medien oder freie Journalisten ebenfalls existenziell.

Wir haben das Management von Jan Delay angeschrieben und uns erkundigt, ob es wirklich der Wille des K├╝nstlers ist, dass diese „Regeln“ durchgesetzt werden – vielleicht behauptet das ja nur der Veranstalter Demi Promotion um ein wenig „gro├čer Veranstalter“ zu spielen? Wenn nicht, bin ich absolut entt├Ąuscht von Jan Delay, dessen Musik und Performance ich als „Fan“ sehr sch├Ątze. Er ist ein ganz gro├čartiger K├╝nstler. Aber ich w├Ąre sehr entt├Ąuscht von ihm, wenn er tats├Ąchlich die Pressefreiheit so gering achtet.

F├╝r Jan Delay m├╝ssen aber „nur 2.500 G├Ąste“ ebenfalls entt├Ąuschend gewesen sein – der Mann bekommt mit seiner tollen Band woanders weit mehr Zuschauer zusammen – ob hier die „Vermarktung“ des Veranstalters Demi Promotion nicht funktioniert hat? Wer wei├č.

Demi Promotion haben wir ├╝brigens schon mehrfach angeboten, bei uns Werbung f├╝r ihre kommerziellen Veranstaltungen zu schalten. Es gab nie eine Reaktion, daf├╝r aber immer eifrig die Zusendung von „Presseinformationen“, die die Veranstaltungen kostenlos bewerben sollen.

Einerseits tut man also so, als sei man Veranstalter eines f├╝r die ├ľffentlichkeit interessanten Events, dann aber ist man wieder „privat-kommerziell“ – eine seltsame „Auffassung“. Es geht bei solchen Konzerten sicher nicht ums Gemeinwohl, sondern klar ums Gesch├Ąft.

Unabh├Ąngiger Journalismus vs. „Partnerunwesen“

Vielleicht war Herr Dennis Gissel auch deswegen so ungehalten – weil wir als einzige Redaktion nicht nach seiner Marketing-Pfeife tanzen. Ob verwandtschaftliche Beziehungen von anderen Lokaljournalisten in Ladenburg und Mitarbeitern bei Demi Promotion oder die Medienpartnerschaften von Demi Promotion mit dem Mannheimer Morgen, „Lokalmatador“ und der Rhein-Neckar-Zeitung, die wir h├Ąufig f├╝r miese journalistische Leistungen kritisiert haben, auch eine Rolle spielen, dar├╝ber kann sich jeder selbst seine Gedanken machen.

Wir werden sehen, ob wir nach dieser Kritik k├╝nftig noch von Demi Promotion zu Veranstaltungen eingeladen oder zugelassen werden – auch dar├╝ber halten wir unsere Leserinnen und Leser auf dem Laufenden. F├╝r die n├Ąchste Zeit ist uns aber erstmal die Lust vergangen und wenn die „Regeln“ so bleiben, werden wir vermutlich weiter verzichten – klar, dass ist schade f├╝r die Fans und f├╝r alle, die unsere unabh├Ąngige Berichterstattung sch├Ątzen.

W├╝rden alle Medien im Raum mitziehen, w├╝rden sich die „Regeln“ schnell ├Ąndern – nur leider ist es mit der eigenen Achtung der Pressefreiheit, mit der Solidarit├Ąt gegen├╝ber einem unabh├Ąngigen Journalismus und dem eigenen Selbstverst├Ąndnis einer unabh├Ąngigen Berichterstattung bei vielen Medien nicht besonders weit her.

Die Geschichte nach dem Jan-Delay-Konzert ging ├╝brigens noch weiter: Kurz vor dem Ausgang passten mich zwei muskelbepackte Ordner drohend ab und verlangten, dass ich sofort alle Bilder meiner Kamera l├Âschen sollte. Ich habe das verweigert und die Polizei hinzugezogen. Die kl├Ąrte die nicht sehr hellen Ordner auf, dass man mich des Platzes verweisen, sicher aber keine L├Âschung der Bilder verlangen k├Ânne. Wegen des Vorgangs wurden meine Personalien „f├Ârmlich“ aufgenommen (die Polizisten kannten mich zwar, aber das nimmt dann seinen beh├Ârdlichen Lauf). Ich konnte das Gel├Ąnde ohne Platzverweis dann nach weiteren 20 Minuten unseliger Diskussion verlassen.

Fotografen-Vereinigung Freelens zu „Silbermond“

Der Tagesspiegel: „Abgeblitzt“ – ├╝ber uns├Ągliche Arbeitsbedingungen f├╝r Pressefotografen

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) ├╝ber Knebelvertr├Ąge

Aus gegebenem Anlass sieht die Fotostrecke so aus:

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Anm. d. Red.: Zu Dieter Thomas Kuhn, ebenfalls von Demi Promotion veranstaltet, haben wir letztmalig eine Fotostrecke gezeigt. Darauf m├╝ssen die K├╝nstler, die Knebelbedingungen diktieren, zumindest bei uns k├╝nftig verzichten.

Unfreundliche, chaotische Bewirtung und schlechter Sound

DTK-Konzert: Massive Kritik vieler Fans am Veranstalter

7.500 G├Ąste - viele davon kritisierten einen lausigen Ton und ungen├╝gendes Catering.

 

Ladenburg, 02. Juli 2012. (red/pro) Fanatische Fans kann nichts entt├Ąuschen, wenn ihr DTK auftritt. Doch gibt es jede Menge Beschwerden von Konzertg├Ąsten, die gar nicht zufrieden mit den Rahmenbedingungen beim Konzert von Dieter Thomas Kuhn auf der Ladenburger Festwiese waren. Dabei st├Ârte die meisten weniger der Abbruch der Veranstaltung – daf├╝r hatte man wegen der Sicherheitsabw├Ągungen Verst├Ąndnis -, sondern man regte sich ├╝ber die Veranstaltung an sich auf. Der Veranstalter Demi Promotion sieht sich nicht verantwortlich und meint, es g├Ąbe in ganz Ladenburg keine f├Ąhigen Gastronomen.

Von Hardy Prothmann

Viele Fans haben sich per E-Mail bei uns gemeldet, um ihrer Entt├Ąuschung Ausdruck zu machen. Auch bei Facebook gibt es sehr viele Eintr├Ąge von Fans, die ihren Frust schildern. Beispielsweise:

Mit Freunden zu DTK … mitsingen, Spass haben … das ist wohl Sinn und Zweck dieses Konzertes. Gestern haben wir in der Mitte nix mehr geh├Ârt, viel zu leise, mitsingen- keine Chance. Weiter fehlten viele Lieder, glaub diesmal hat er mehr gesprochen, also das war gar nix. Nach einer 3/4 Stunde anstehen, hatte ich dann auch eine Apfelsaftschorle …. Orga=0 ….. F├╝r 30,90 Eintritt kann ich Leistung erwarten, diese war ├╝berhaupt nicht vorhanden. Wir waren 22 entt├Ąuschte Leute und Ladenburg Festwiese und die Organisatoren sehen uns nicht wieder. Traurig- schade !!!!!!

Ein anderer Fan schreibt:

dtk konzert gestern war leider der absolute reinfall….die organisation war ja mal ein witz….dass die leute an dem einen (!!!!) weinstand ma├člos ├╝berfordert waren,h├Ątte man bei so vielen besuchern doch wissen m├╝ssen…aber auch an allen bierst├Ąnden musste man ewig anstehen,wenn man pech hatte das ganze konzert oder man hat halt gar nix bekommen…..der sound war auch super mies….

Der Veranstalter nimmt die Kritik nicht auf die eigene Kappe, sondern reicht sie durch an die bewirtenden Betriebe. Auf Facebook schreibt Demi Promotion teilt Demi Promotion eine Stellungnahme von Dieter Thomas Kuhn:

Die Probleme bei der Gastronomie sind in der Tat unverst├Ąndlich, jedesmal in Ladenburg. Es scheint dort keinen f├Ąhigen Gastronomen zu geben. Wir werden dem nachgehen, da k├Ânnt ihr sicher ein!

So leicht wird Demi Promotion da aber nicht rauskommen. Schlie├člich entscheidet der Veranstalter, wie viele St├Ąnde auf dem Gel├Ąnde sind und ist daf├╝r verantwortlich, die erwartete Menge der Zuschauer ausreichend bedienen zu k├Ânnen. Und der Veranstalter gibt selbst zu, dass es wohl auch in der Vergangenheit „Probleme“ gegeben hat („jedesmal in Ladenburg“) – warum wurden dann nicht „f├Ąhige“ Gastronomen aufs Gel├Ąnde gebracht?

Schade f├╝r die Fans, die nach eigenen Aussagen zwischen einer halben und einer Stunde f├╝r ein Getr├Ąnk anstehen mussten und dabei viel vom Konzert verpassten – war doch aus Sicht von vielen auch der Ton schlecht abgemischt.

F├╝r die „Festivalwiese“ in Ladenburg ist das keine gute Werbung und es steht zu bef├╝rchten, dass die Fans sich anders orientieren. Ob die Ladenburger Gastronome es sich gefallen lassen werden, als „unf├Ąhig“ durch Demi Promotion dargestellt zu werden, muss man abwarten.

Anm. d. Red.: Wir haben im Text die Kritik an den „Ladenburger Wirten“ korrigiert. Es handelt sich um eine Stellungnahme auf der Facebook-Seite von Dieter Thomas Kuhn, die von der Demi Promotion-Facebook-Seite „geteilt“ worden ist.