Freitag, 20. Juli 2018

Ausstellung im Domhof: „Menschen wie du und ich“

Guten Tag!

Ladenburg, 16. Februar 2010. „Menschen wie du und ich“ – Frauen und Männer der Bibel, heiĂźt eine Ausstellung, die ab kommendem Freitag im Domhof zu sehen sein wird.

Am Freitag, den 19. Februar 2010, 19:00 Uhr, eröffnet die Ausstellung „Menschen wie du und ich“ – Frauen und Männer der Bibel – im Domhof. Die Schau zeigt Malereien der Ladenburger KĂĽnstlerin Ute Fahse.

Die EinfĂĽhrung ĂĽbernimmt die Kunsthistorikerin Dr. Maria Lucia Weigel.

Die Ausstellung ist vom 20. Februar – 7. März 2010, jeweils samstags von 14 – 17 Uhr und sonntags von 11 – 17 Uhr geöffnet. Die KĂĽnstlerin ist jeweils anwesend.

Google Maps: Domhof, HauptstraĂźe 9, Ladenburg
Telefon 06203/16242

Einen schönen Tag wünscht
Das ladenburgblog

Leserbrief: Unglaubliche Zustände für Schüler im ÖPNV

Guten Tag!

Ladenburg, 15. Februar 2010. Die Redaktion veröffentlicht einen Leserbrief, der eine massive Kritik am Busunternehmen BRN formuliert. Die Darstellungen im Text schildern die Sicht des Verfassers. In der vergangenen Gemeinderatssitzung wies der Verfasser in der Fragezeit für Bürger auf seine Erlebnisse hin und forderte Aufklärung beziehungsweise Abhilfe. Das ladenburgblog dokumentiert die schriftliche Schilderung der Kritik am Busbetreiber.

Leserbrief

Erlebnisse bei einer Busfahrt nach Mannheim-Seckenheim

Als Mitglied des Arbeitskreises Netzwerk Berufsfindung der Zukunftswerktadt Ladenburg begleitete ich am 26.01.2010 14 SchĂĽlerinnen und SchĂĽler der Klasse 8 der Sickingen Haupt- und Werkrealschule mit ihrem Lehrer auf einem Lerngang zum BIZ Berufs-Informations-Zentrum nach Mannheim.

Es sollte um 12.44 Uhr mit dem Bus an der Haltestelle in der BahnhofstraĂźe, gegenĂĽber der Sparkasse Rhein-Neckar-Nord losgehen.

SchĂĽler, Lehrer und ich waren rechtzeitig an der Haltestelle. Wir warteten geduldig bei -3,5 Grad auf das Eintreffen des Busses, jedoch nichts tat sich.

Die meisten Kinder im Alter von 14 Jahren wohnen in Ilvesheim und besuchen seit Herbst 2009 die Sickingen Haupt- und Werkrealschule, weil die Hauptschule in Ilvesheim fĂĽr ihren Jahrgang geschlossen wurde.

Nachdem der Bus auf sich warten ließ, machten die Kinder ihren Lehrer und mich darauf aufmerksam, dass wir mit ziemlicher Sicherheit mit dem 12.44 Uhr Bus wegen Überfüllung nicht mitfahren können und ob das mit dem nächsten 13.19 h-Bus gelinge, sei ebenfalls zweifelhaft.

Ich hielt das im Stillen fĂĽr ĂĽbertrieben – aber, ich musste dazulernen!

Inzwischen war es kurz vor 12.55 h und unser Bus war immer noch nicht zu sehen.

Aus Richtung Ilvesheim kommend war inzwischen ein Bus mit großer Richtungsanzeige „LEERFAHRT“ an uns vorbeigefahren und am Benz-Platz in Richtung Schwimmbad abgebogen. Merkwürdig-€¦, das Schwimmbad ist doch geschlossen!?

Zwei Minuten vor 13.00 Uhr kam dann endlich unser Bus um die Ecke aus Richtung Wallstadter StraĂźe angefahren, – aber, er hielt gar nicht erst an, sondern fuhr einfach ungebremst weiter in Richtung Ilvesheim, denn er war, wie zu erkennen, bereits brechend voll!

Die SchĂĽler maulten zwar, aber verhielten sich einwandfrei und warteten mit uns zwei Erwachsenen geduldig weiter.

Ein weiterer Bus aus Richtung Ilvesheim kommend mit Richtungsanzeige „LEERFAHRT“ bog wiederum am Benz-Platz in Richtung Schwimmbad ab.

Inzwischen waren noch 4 ältere Schülerinnen (etvl. aus Realschule oder Gymnasium) an der Haltestelle angekommen und warteten ebenfalls.

Da, endlich, es war 13.19 Uhr, kam der Bus pĂĽnktlich um die Ecke aus Richtung Wallstadter StraĂźe und hielt sogar an. Trotz ĂśberfĂĽllung!

Zwei Insassen stiegen aus (offenbar musste er deshalb anhalten) aber 20 Personen wollten/mussten rein, obwohl alle Sitzplätze, die Mittelgänge und Einstiegsplattform besetzt waren.
Also, jeder presste sich – die Luft anhaltend – engstens an die Mitreisenden, versuchte, irgendeine Stange oder Griff zu Festhalten zu packen.

Es wurde gedrĂĽckt und geschoben und geflucht und geschrieen – aber der Busfahrer konnte endlich die TĂĽren schlieĂźen. Und schon gings los!

Offenbar musste er irgendwie Zeit aufholen, denn er gab Gas, so dass der Pulk der Stehenden nach hinten schwankte. Beim Bremsen schwankte er nach vorne und je nach Kurve schwankte der Pulk nach rechts oder links.

Positiv war, es konnte keiner umfallen!

Mir ging durch den Sinn, dass es bei diesem Gedränge leicht wäre, mir meinen Geldbeutel aus der Jackentasche zu klauen, – aber, ich beruhigte mich schnell, denn wir standen ja so eng, dass niemand die Arme bewegen konnte.

An einer Haltestelle wollte eine Frau vor mir, die einen Sitzplatz hatte, aussteigen, aber es war wegen der ĂśberfĂĽllung nicht möglich. Sie schrie mich zwar an, sie mĂĽsse aussteigen, aber – ich konnte sie ja nicht durch mich hindurch gehen lassen.

Also bat ich an der Haltestelle die vor der TĂĽr stehenden SchĂĽler doch auszusteigen, um Platz zum Aussteigen fĂĽr diese Frau zu machen. Das taten sie auch ohne murren.

Aber, sie mussten sich gewaltig beeilen, um sich rechtzeitig wieder reinzuquetschen, damit der Busfahrer sie mitnahm und die TĂĽren schlieĂźen konnte.

Endlich in Seckenheim angekommen, stiegen wir aus, um mit der StraĂźenbahn weiterzufahren. Tief Luft holen, war wichtig!

Die RĂĽckfahrt von Seckenheim nach Ladenburg – nach 16.00 h – verlief ĂĽbrigens mangels „Fahrgast-Masse“ erfreulicherweise im Sitzen. Allerdings waren etliche SchĂĽlerinnen und SchĂĽler von der StraĂźenbahn-Haltestelle Seckenheim zu FuĂź nach Ilvesheim gehen.)

Die Schüler sagten zu ihrem Lehrer und mir „ -€¦.jetzt haben Sie einmal gesehen, was wir jeden Tag morgens und mittags mitmachen müssen -€¦“

Meine Frage, ob das morgens auf der Fahrt nach Ladenburg nicht doch besser sei, beantworteten sie mit „..da ist es genau so-€¦“

Und ihr Lehrer erzählte mir, dass mehrfach Kinder zu spät zum Unterricht kommen, weil der Bus überfüllt oder erheblich zu spät war.

Wenn mir irgendwer vorher erzählt hätte, was ich auf dieser Busfahrt dann selbst erlebt habe – ich hätte ihm nie und nimmer geglaubt!

Aber – ich habe es selbst erlebt, am 26.01.2010.

Das, was sich der Betreiber des Ă–ffentlichen Personen-Nahverkehrs hier leistet, ist menschenverachtend! Wo bleibt eigentlich die Verantwortung fĂĽr WĂĽrde und die Sicherheit unserer Kinder?

Würden Tiere auf ähnliche Weise transportiert, wären die Straßen von protestierenden „Tierschützern“ blockiert. Die Polizei würde den Fahrer verhaften, dem Fahrzeughalter würde die Transport-Lizenz entzogen und die Presse, Funk und Fernsehen wären voll mit dicken Schlagzeilen und großen Berichten über die Ungeheuerlichkeiten mit der man mit Tieren umgeht.

Aber, im von mir persönlich erlebten Fall geht es um Menschen, um SchĂĽler, um Kinde – und da regt sich niemand auf, – das wird einfach so hingenommen!

Unfassbar! In welcher Welt leben wir eigentlich??

Diese Erlebnisse habe ich Herrn BĂĽrgermeister Ziegler und den Fraktionsvorsitzenden der im Gemeinderat Ladenburgs vertretenen Parteien am 28.01.2010 schriftlich mitgeteilt und gebeten, sich dieses Problems anzunehmen und dringend fĂĽr Abhilfe zu sorgen.

Am 03.02.2010 erhielt ich von Herrn Bürgermeister Ziegler (er war vorher geschäftlich vereist) eine mail-Antwort.

Er teilte mir mit, dass er von den aktuellen Problemen Kenntnis hat und in Kürze mit dem Verkehrsunternehmen ein Gespräch zur Verbesserung dieser Situation führen wolle.

Er informierte mich, dass zum 01.01.2010 das Busverkehrsunternehmen von RNV zu BRN gewechselt hat, wodurch offenbar zusätzliche Startschwierigkeiten auftreten.

AuĂźerdem meinte er, dass die geschilderten Probleme auch schneebedingt seien, da nahezu alle fahrradfahrenden SchĂĽlerinnen und SchĂĽler auf den Ă–PNV umsteigen.

Meine Antworten dazu habe ich während der Fragestunde in der Öffentlichen Gemeinderatssitzung am 03.02.2010 gesagt und erneut auf die Dringlichkeit hingewiesen.

Klaus Ehry

Anmerkung der Redaktion: Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Der Verfasser ist fĂĽr den Inhalt verantwortlich.