Sonntag, 19. November 2017

Wie blogs die Medien und die Politik aufmischen

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Guten Tag!

Ladenburg, 30. April 2010. Unser blog-Konzept f├╝r Heddesheim, Hirschberg und Ladenburg wird von vielen als „Zukunft des Lokaljournalismus gesehen“. Das freut uns und spornt uns an. In Deutschland gibt es aber auch l├Ąngst andere einflussreiche Internetblogs von Journalisten. Eines betreibt Alfons Pieper – ein erfahrener Journalist, der den Nordrhein-Westf├Ąlischen Ministerpr├Ąsidenten J├╝rgen R├╝ttgers ordentlich unter Druck setzt. Das ZDF hat dar├╝ber berichtet.

Das heddesheimblog geh├Ârt zu den bekanntesten neuen Medien in Deutschland. Warum? Ganz einfach: Wir arbeiten unabh├Ąngig und ├╝berparteilich. Wir recherchieren ergebnisoffen und umfassend. Wir sind meinungsstark. „Wir“ ist die Redaktion – diese wird von vielen Leserinnen und Lesern mit Hintergr├╝nden und Hinweisen unterst├╝tzt.

"Wir in NRW" mischt die Landespolitik auf. Quelle: Wir in NRW

Einen ├Ąhnlichen Ansatz hat das blog „Wir in NRW“ von Alfons Pieper – der arbeitet aber vorwiegend zur Landespolitik in NRW. Journalistisch erfolgreich. Geheime Dossiers, kritische Hintergrundberichte und starke Meinungsartikel setzen die CDU in NRW geh├Ârig unter Druck.

Die CDU vermutet die SPD als „Drahtzieher“, die weist das zur├╝ck. Erinnert irgendwie an Heddesheim: Hier vermutet die CDU die Gr├╝nen als Drahtzieher – die weisen das zur├╝ck.

Die CDU vermutet eine „Schmutzkampagne“ – auch das gab es schon in Heddesheim („K├╝bel voller Dreck und Unrat„).

Auch unsere Berichterstattung aus Ladenburg wird teils schon angefeindet.

Alfons Pieper sagt im ZDF-Beitrag: „Wir haben den Eindruck, dass der Journalismus gef├Ąlliger geworden ist, nicht mehr kritisch genug.“ Damit meint er die gesamte Branche.

Der Politikwissenschaftler Ulrich von Alemann nennt das im Beitrag „Guerilla“-Journalismus und definiert den so: „Der recherchiert auf eigene Faust.“

Was ein Journalismus kann, der auf „eigene Faust recherchiert“, zeigen professionelle blogs. Wir werden in den kommenden Wochen solche blogs vorstellen, die ├╝berwiegend nicht den Journalismus machen wollen, wie ihn der Politikwissenschaftler von Alemann beschreibt: abh├Ąngig – vom Verleger, der „Ausrichtung“ usw.

Sondern einen unabh├Ąngigen – im Fall von „Wir in NRW“ eine Seite, die sich mit der Nordrhein-Westf├Ąlischen Landespolitik besch├Ąftigt.

Unser Thema sind die Kommunen, das lokale und regionale Geschehen. Das Konzept ist dasselbe: „Echten Journalismus zu bieten, der nicht gef├Ąllig ist, sondern kritisch.“

Video:
ZDF-Blog Kennzeichen digital

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das heddesheimblog

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.

  • ├ťberparteilich?

    Sehr geehrter Herr Prothmann,
    mh falls jeweils immer nur die CDU einen Komplott vermutet, k├Ânnen Sie schon einmal nicht sehr ├╝berparteilich arbeiten, denn anscheinend wird ihre Arbeit ├╝berm├Ą├čig h├Ąufig kritisiert.
    Au├čerdem verfassen Sie eine Lobrede auf Joachim Gauck.
    Frage: Was ist hier objektiver Journalismus?
    Sind Sie vielleicht nicht doch einfach nur eine Vierbuchstabenzeitung f├╝r die andere Seite und wollen einfach nur soviel aufmischen, dass sich die Bandenwerbung lohnt?
    Das mit dem Heddesheimblog als eines der bekanntesten neuen Medien war ├╝brigens herrlicher als ein gut vorgetragener Harald Schmidt Gag :D.
    In der Hoffnung, dass Sie sich Ihre Unabh├Ąngigkeit bewahren und sie irgendwann 4.000.000.000.000.000 Zugriffe die Sekunde haben.

    • Dasladenburgblog

      Guten Tag!

      Sie schreiben: „mh falls jeweils immer nur die CDU einen Komplott vermutet, k├Ânnen Sie schon einmal nicht sehr ├╝berparteilich arbeiten, denn anscheinend wird ihre Arbeit ├╝berm├Ą├čig h├Ąufig kritisiert.“
      Wir w├╝rden ja gerne auf diesen Satz etwas antworten – allein, wir verstehen selbst mit einiger Anstrengung nicht, was Sie eigentlich damit sagen wollen.

      Sie schreiben: „Au├čerdem verfassen Sie eine Lobrede auf Joachim Gauck. Frage: Was ist hier objektiver Journalismus?“
      Hm. Objektiver Journalismus – das haben wir schon mal geh├Ârt. Das behaupten gerne diejenigen, die anderen das, was sie f├╝r sich selbst in Anspruch nehmen, absprechen wollen. Interessant wird die Debatte dar├╝ber dann, wenn es um die Definition „objektiv“ geht. Daran haben sich schon so viele die Z├Ąhne ausgebissen, dass wir getrost vermuten k├Ânnen, von Ihnen eine auch nicht ann├Ąhernd interessante Definition zu erhalten.

      Sie schreiben: „Sind Sie vielleicht nicht doch einfach nur eine Vierbuchstabenzeitung f├╝r die andere Seite und wollen einfach nur soviel aufmischen, dass sich die Bandenwerbung lohnt?
      Das mit dem Heddesheimblog als eines der bekanntesten neuen Medien war ├╝brigens herrlicher als ein gut vorgetragener Harald Schmidt Gag.“
      Sch├Ân, dass Sie was zu lachen hatten – insgesamt klingt Ihr Kommentar, als komme das eher selten vor. Noch sch├Âner w├Ąre, wenn Sie statt plattem Rumgeraunze auch irgendein Argument, irgendeinen Beleg h├Ątten. Wir k├Ânnen unsere Aussage belegen, nachzulesen hier: Berichte ├╝ber das heddesheimblog.

      Zum Vergleich w├╝nschen wir viel Spa├č bei der Suche nach der Berichterstattung ├╝ber die Ladenburger Zeitung, den MM und die RNZ, sagen wir mal, in den vergangen f├╝nf Jahren. Wenn Sie etwas gefunden haben sollten, k├Ânnen Sie uns das gerne zur Kenntnis zukommen lassen.

      Unabh├Ąngig davon ist Ihnen vielleicht nicht aufgefallen, dass der Text ├╝berwiegend nicht von unserer blogs handelt, sondern die Arbeit von Kollegen lobt. Wir finden diese Arbeit wichtig, ebenso wie unsere. Ein Ansatz, der den meisten Monopolmedien abhanden gekommen ist: Die finden sich nur noch selbst wichtig, was aber heilbar ist, denn diese verlieren zuhauf Abonnenten und Werbung, w├Ąhrend wir bescheiden, aber stetig dazugewinnen.

      Sch├Ân, dass Sie uns eine Billiarde Seitenzugriffe w├╝nschen, sogar in der Sekunde! Mal abgesehen daf├╝r, dass dann die Server gl├╝hen w├╝rden… Stellen Sie sich das mal vor: Damit w├Ąren wir der globale Markf├╝hrer!

      Das ist noch ein langer Weg – aber wir arbeiten dran. Versprochen ­čÖé

      Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
      Das ladenburgblog

  • J├╝rgen Mieder

    Sehr geehrter Herr Prothmann,

    ich finde es widerw├Ąrtig, selbstherrlich und scheinheilig, in welcher Form Sie hier Ihre Leser beschimpfen und ma├čregeln.

    Daf├╝r, da├č Sie die deutsche Ortographie und Grammatik ebenfalls nicht richtig beherrschen, lehnen Sie sich ziemlich weit aus dem Fenster hinaus.

    Bin auf Ihr Blog durch den Hinweis eines Bekannten gesto├čen. Man k├Ânne hier selbstverliebten Krawalljournalismus bestaunen. Ich mu├č sagen, der Mann hatte recht.

    Ein Tip an alle: Mit einem Werbeblocker lassen sich Werbeanzeigen prima blockieren.

    • Dasladenburgblog

      Guten Tag!

      Das mit dem „sehr geehrter“ k├Ânnen Sie sich sparen, weil Sie nachweislich Ihres Kommentars mit Sicherheit keine „Ehre“ im Leib haben – die hat Ihnen wahrscheinlich Ihr Nachname abgedr├╝ckt.

      Ebenso wie die Luft, die Ihnen fehlt, um ├╝berhaupt ein Argument zu nennen.

      Sicher gibt es auch bei uns manchmal einen Rechtschreibfehler – wir nehmen Hinweise dankbar entgegen. Nebenbei bemerkt, schreibt sich Orthographie oder auch Orthografie immer noch mit einem „h“ nach dem „t“ – sicherlich haben Sie das nur aus Versehen falsch geschrieben.

      Dankbar w├Ąren wir auch f├╝r einen Tipp, wo der „selbstverliebte Krawalljournalismus zu bestaunen“ ist. Haben Sie einen Beleg? Oder nur einen unbekannten Bekannten, der „recht hat“?

      Und: Herr Mieder! Wieso geben Sie unn├Âtige Tipps? Sie brauchen nicht erst umst├Ąndlich einen „Werbeblocker“ installieren und damit nicht nur uns, sondern allen Medien die wirtschaftliche Grundlage entziehen.

      Sie k├Ânnen ganz einfach Ihren Computer ausschalten, Ihren Nachnamen aufkn├Âpfen, tief durchatmen und sich auf einer Parkbank ganz und gar der Lekt├╝re der Ladenburger Zeitung, des MM oder einem anderen Anzeigenblatt Ihrer Wahl widmen – leider ohne Werbeblocker.

      Und wenn Sie damit fertig sind, rufen Sie Ihren Bekannten an, au├čer die Bedienung eines Telefons ist Ihnen zu l├Ąstig, dann besuchen Sie diesen und tauschen sich ├╝ber die tollen Inhalte aus und best├Ątigen sich gegenseitig darin, dass dort alles mit „rechten Dingen“ zugeht.

      Probieren Sies mal aus. Es wird Ihnen sicherlich gut tun.

      Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
      Das ladenburgblog

      • chi

        Na, nun seien Sie mal nicht zu hart, mindestens ein Gutes hatte der Kommentar: Er hat mich darauf aufmerksam gemacht, da├č ich bisher vergessen hatte, das Ladenburgblog und das Hirschbergblog vom Werbeblocker auszunehmen (anders als das Heddesheimblog, da hatte ich das schon lange gemacht).

        Hier haben Ladenburger Zeitung, MM und andere papierene Dinosaurier immerhin *einen* Vorteil gegen├╝ber Onlinemedien, wenn auch unbeabsichtigt: Noch hat keine Zeitungsanzeige und keine Werbebeilage in ruhiger Umgebung pl├Âtzlich zu pl├Ąrren angefangen, wie dringend ich doch Produkt X kaufen sollte, und auch zuckende Blitze gibt es in Offlinewerbung nicht.

        Deshalb sehe ich leider einen Werbeblocker als Notwendigkeit an, gerechtfertigt durch Notwehr. Aber ich nehme einzelne Seiten wie Ihre davon aus und auch ganze Werbekategorien, wie Google-Textanzeigen ÔÇô die blinken und pl├Ąrren nicht und sind oft sogar relevant. Auch wenn ein Interesse an der Flu├čquerung Neckarhausen ÔÇô Ladenburg nicht zwangsl├Ąufig Kundschaft f├╝r die beworbenen F├Ąhren nach Gro├čbritannien oder ins Baltikum bedeutet. ­čśë

        • Dasladenburgblog

          Guten Tag!

          Wir k├Ânnen Ihre „Notwehr“ nachvollziehen – Anzeigen bei uns pl├Ąrren ├╝blicherweise nicht los. Zu heftig animierte Anzeigen st├Âren uns selbst – wir arbeiten daran, ein eigenes System zu entwickeln, dass Anzeigen unserer Kunden optimal einbindet – das hei├čt, hohe Aufmerksamkeit f├╝r die Werbekunden, bei gleichzeitiger „nicht-Bel├Ąstigung“ unserer LeserInnen.

          Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
          Das ladenburgblog