Freitag, 19. Januar 2018

Xavier Naidoo-Konzert besch├Ąftigt Polizei

„Verkehrliche Herausforderung“

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Das Parkleitkonzept zum Xavier-Naidoo-Konzert. Quelle: Stadt Ladenburg

Das Parkleitkonzept zum Xavier-Naidoo-Konzert. Quelle: Stadt Ladenburg

Ladenburg/Rhein-Neckar, 30. Mai 2013. (red/pro) Das Polizeirevier Ladenburg ist auf den Besucherverkehr zum Open-Air-Konzert von Xavier Naidoo gut vorbereitet – trotzdem rechnet man mit Behinderungen, weil die Stadt „verkehrlich“ nicht auf einen solchen Andrang eingerichtet ist. Vor allem in der Zeit zwischen 16:00-19:00 Uhr und bei der Abreise zwischen 23:00 Uhr bis Mitternacht wird es am Freitag zu Behinderungen kommen.

Von Hardy Prothmann

Polizeirevierleiter Frank Hartmannsgruber hat bei diesem Einsatz „die M├╝tze auf“ – wie meistens bei Gro├čeins├Ątzen. Und am Freitag geht es hoffentlich rund in Ladenburg. Zumindest will die Polizei daf├╝r sorgen, dass es so wenig Verkehrsbehinderungen wie m├Âglich gibt:

Wir werden das voraussichtlich nicht 100-prozentig schaffen, weil Ladenburg verkehrlich f├╝r eine solche Masse von Verkehrsteilnehmer nicht geeignet ist.

Mit bis zu 15.000 Konzertbesuchern rechnet der Polizeirat – die innerhalb von acht Stunden in die Stadt zur Festwiese str├Âmen und gegen Mitternacht die Stadt wieder verlassen.

Einbahnstra├čen und Kontrollpunkte

Das Konzept sieht eine Einbahnstra├čenregelung vor. So werden die Ilvesheimer Stra├če und dann folgend die Bahnhofstra├če und die Wallstadter Stra├če nur in eine Richtung Innenstadt befahrbar sein. Zudem wird eine Seite der Stra├čen zur Parkverbotszone erkl├Ąrt: F├╝r die Ilvesheimer Stra├če und Bahnhofstra├če neckarseitig, die Wallstadter Stra├če innenstadtseitig. Die Schwarzkreuz-/Luisenstra├če wird ebenfalls wie die Trajanstra├če zur Einbahnstra├če, hier soll der Verkehr abflie├čen k├Ânnen. Die Innenstadt wird gesperrt. Die Stadt hat auf der Internetseite eine ├ťbersichtskarte mit Parkr├Ąumen ver├Âffentlicht. Auch Schriesheim und Edingen-Neckarhausen sind in das Konzept mit einbezogen:

Wir versuchen den Verkehr im Fluss zu halten. Zun├Ąchst werden die inneren Parkr├Ąume besetzt, dann geht es weiter nach au├čen.

Insgesamt sind zwischen 40 und 50 Personen im Einsatz. Die Beamten werden dabei von rund 20 Polizeifreiwilligen unterst├╝tzt, denn Pr├Ąsenz ist wichtig, sagt Frank Hartmannsgruber:

Die Bedeutung von Parkverbotsschildern wird deutlicher, wenn „Autorit├Ąten“ klar machen, dass ein Parkverbot gilt.

Neu ist, dass der Seilergraben als Rettungszone eingerichtet wird. Denn der Festivalplatz ist auf die Neckarstra├če ausgedehnt worden, wo das Catering angeboten wird:

Wir m├╝ssen nat├╝rlich im Einsatzfall schnell vor Ort sein k├Ânnen, daf├╝r brauchen wir einen nahen Zugang zum Gel├Ąnde.

Auf dem Konzert werden ebenfalls Beamte im Einsatz sein, die mit offenen Augen beispielsweise auch darauf achten, was an wen ausgeschenkt wird. Zus├Ątzlich sind nat├╝rlich die Feuerwehr sowie weitere Rettungskr├Ąfte im Einsatz, darunter die DLRG, die im Bereich des Neckars zum Einsatz kommt. Dort wird ein Polizeiboot darauf achten, dass┬á „Zuh├Ârer“ in Booten nicht sich selbst und andere auf der Wasserverkehrsstra├če in Gefahr bringen.

Lagezentrum der Polizei in Ladenburg.

Frank Hartmannsgruber (links) im Lagezentrum der Polizei in Ladenburg bei einem fr├╝heren Einsatz. Archivbild

Belastungsspitze zwischen 23:00 Uhr und Mitternacht

Im Bereich der Zufahrten nach Ladenburg wird das Revier von der Autobahnpolizei Seckenheim und dem Polizeipr├Ąsidium Mannheim beispielsweise mit Motorradpolizisten unterst├╝tzt:

Die sind auf zwei R├Ądern flotter und flexibler unterwegs.

Wenn die Belastungsspitzen zu gro├č werden, greifen die Beamten beispielsweise in die Ampelschaltung ein und steuern diese manuell, um Entlastungen herzustellen. Insbesondere die Autobahn Auf- und sp├Ąter Zufahrten werden von der Autobahnpolizei im Blick gehalten:

Hier k├Ânnten gef├Ąhrliche Situationen entstehen, deswegen wird da im Zweifel steuernd eingegriffen werden. Vor allem der Abfluss wird in der Zeit von 23:00-24:00 Uhr interessant. Wir m├╝ssen dann f├╝r eine Entzerrung sorgen.

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Die Konzertbesucher sollen feiern – gefahren werden darf nur n├╝chtern. Archivbild

Neben den Einsatzkr├Ąften, die ausschlie├člich wegen des Konzerts vor Ort sind, gibt es nat├╝rlich den Regeldienst des Reviers, der teils die Kollegen unterst├╝tzt, wenn es sein muss, beispielsweise bei Unfallaufnahmen, aber auch darauf achtet, dass nur f├Ąhrt, wer auch fahren darf. Alkohol- und Drogenkontrollen werden mit Sicherheit ebenfalls ausgef├╝hrt.

Ein Teil des Konzepts ist auch, den Konzertg├Ąsten einen abschlie├čenden Besuch in der Stadt oder im Benzpark zu erm├Âglichen, um dort „nachzufeiern“. Vermutlich spielt da das Wetter nicht mit, was wiederum R├╝ckwirkungen auf den Polizeieinsatz hat:

Wenn ein Teil der G├Ąste noch in der Stadt bliebe, w├╝rde das beim Entzerren helfen. Sollte das Wetter schlecht sein, ist nicht damit zu rechnen.

Wegen der langen Regenperiode hat die Polizei von einem Sachverst├Ąndigen auch die B├Ąume im Konzertbereich pr├╝fen lassen – hier hat sich keine Gefahrenlage erkennen lassen.

 

 

├ťber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr├╝ndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr├Ąts und Reportagen oder macht investigative St├╝cke.