Mittwoch, 22. November 2017

Cronberger Hof hat einen neuen Besitzer - Ehepaar Saalmüller ist im Ruhestand

„Ich habe ein sehr gut geführtes Haus übernommen“

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Christel Saalmüller, Andreas Seiter, Rolf Saalmüller – das Ehepaar hat den Cronberger Hof an den Rechtsanwalt verkauft, der seit 1. April (kein Scherz) neuer Besitzer ist.

 

Ladenburg, 29. April 2014. (red) Was für eine Zeit: 42 Jahre lang war das Ehepaar Saalmüller in der Ladenburger Gastronomie erfolgreich. 20 Jahre führte das Ehepaar, das 51 Jahre verheiratet ist, die Backmulde, 22 Jahre lang das Hotel Cronberger Hof. Nun haben Sie einen Nachfolger gefunden – der Mannheimer Rechtsanwalt Andreas Seiter ist Investor und hat sich einen Traum erfüllt.

Von Hardy Prothmann

Rund zehn Jahre lang suchte Rolf Saalmüller, seit er Mitte Sechzig war, einen Käufer für das Hotel. Der Euro, die Wirtschaftskrise, nicht der passende Käufer – der Markt war nicht einfach, um zu verkaufen. Es dauerte. Unentwegt hielten er und seine Frau Christel das Hotel nicht nur in Schuss, sondern brachten es immer wieder auf Vordermann.

Langes Warten, kurzes Verhandeln, Zufriedenheit

Rolf Seiter, Rechtsanwalt für Zivilrecht in Mannheim, suchte rund drei Jahre nach einem Objekt, das ihm gefällt:

Ich wollte ein sehr gut geführtes Haus, das ich ohne grundsätzliche Investitionen einfach übernehmen kann, weil ich mir mit einem Hotel einen Traum erfüllen: Mein erstes Hotel.

Und dann ging es ganz schnell. Man lernte sich kennen, verhandelte, fand einen Preis zur gegenseitigen Zufriedenheit und sitzt nun am Tisch im Restaurant des Hotels und alle drei strahlen um die Wette. Seit 1. April ist nun Herr Seiter der neue Inhaber und das Ehepaar Saalmüller im Ruhestand:

Wir haben viel geschafft und sind froh, einen sympathischen Käufer gefunden zu haben – alles passte gleich von Anfang an. Das Personal wird übernommen, der Betrieb läuft reibungslos weiter. Damit sind wir sehr zufrieden.

Rolf Saalmüller strahlt und strahlt. Anfang des Jahres habe ich von den Verkaufsverhandlungen erfahren. Herr Saalmüller traf mich zum Gespräch und bat, Stillschweigen zu bewahren: „Ich möchte das Geschäft erst abschließen, dann können Sie das gerne veröffentlichen.“ Ich sicherte ihm zu, mein Wissen für mich zu behalten, bis die Verträge „trocken“ sind. Er versprach, mich zu informieren, wenn „das Geschäft gemacht“ ist. Zum 1. April war es soweit, dann kam Ostern dazwischen, am Montag der „offizielle“ Termin.

Familie Saalmüller – 42 Jahre Gastronomiegeschichte in Ladenburg

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Investor und Verkäufer sind zufrieden mit dem Übergang.

Das Ehepaar Saalmüller hat eine besondere Geschichte – Christel war Bankkauffrau und Rolf Maschinenbautechniker: „Ich hätte Ingenieur sein sollen, schließlich habe ich die bei mir eingelernt und die haben mir dann gesagt, was ich zu machen habe. Irgendwann war das nichts mehr für mich.“ Dann kam ein Angebot – in Ladenburg gebe es ein „Schnäppchen“, sagte ein Freund. Christel koche so wunderbar und beide entschlossen sich, den Sprung ins Risiko zu wagen. Sie übernahmen die Backmulde.

Wir mussten viel machen, alles in Eigenleistung und haben uns die Backmulde aufgebaut,

erzählt Rolf Saalmüller und Christel nickt – sie lächelt eher, erinnert sich zurück. Dann kam 1992, ebenfalls im April, die Anfrage, ob man nicht in ein Hotel investieren wolle, für fünf Zimmer. Die Eheleute zeigten Interesse:

Dann wurden zehn Zimmer draus und ab August waren wir mit im Hotel – die Backmulde lief bis 1997 parallel.

Irgendwann haben die Saalmüllers auch die anderen neun Zimmer mit übernommen und dann waren sie schließlich die alleinigen Inhaber des Cronberger Hofs. „Naja, die Banken auch“, zwinkert Herr Saalmüller. Gegenüber kam noch das Gästehaus hinzu, weitere fünf Zimmer:

Das war wichtig, denn so konnten wir auch ganze Reisebusse mit rund 40 Personen bei uns einbuchen.

Das Hotel macht zu einem ganz erheblichen Teil seinen Umsatz mit Geschäftsleuten: „Viele Gäste bleiben ein, zwei Nächte. Ein guter Service ist absolut wichtig.“ Ansonsten gibt es Reisegruppen, ob Touristen oder auch Sportler, die bei einer Radtour hier Gast sind. In der Tiefgarage gibt es acht Stellplätze für Gäste – besonders wichtig, in der engen Altstadt.

Einen laufenden Betrieb ohne Unterbrechung zu übernehmen, ist Arbeit, sagt Andreas Seiter:

Da kommen schnell viele Unterlagen zusammen. Das Personal, die Abrechnungssysteme, die vielen Verträge mit anderen.

Alle drei loben die Zusammenarbeit mit der Stadt: „Das lief reibungslos, ohne jeden Abzug.“ Nur mit den Kreditkartenunternehmen ist es nicht ganz so einfach: „Da hieß es, das ist in drei Tagen erledigt, nach vier Wochen laufen immer noch Buchungen über mein Konto“, sagt Herr Saalmüller: „Ich mache jetzt halt für eine gewisse Zeit noch eine doppelte Buchführung und mit Herrn Seiter läuft das ohne Schwierigkeiten.“

 

Reibungslose Übergabe – verdienter Ruhestand

 

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Mitten in Ladenburg, gerne von Geschäftsleuten gebucht – der Cronberger Hof. 22 Jahre unter der Leitung des Ehepaars Saalmüller. Jetzt der „Traum“ von Rechtsanwalt Seiter.

 

Rolf Saalmüller ist gebürtiger „Käfertäler“, seine Frau Christel kam mit sechs Jahren aus der Nähe von Magdeburg nach Mannheim. Die beiden lernten sich im Herzogenriedbad kennen, als es funkte – seitdem sind sie ein Paar. Christel Saalmüller sagt:

Wissen Sie, seit 42 Jahren sehen wir uns eigentlich rund um die Uhr. Wir kennen uns wirklich sehr, sehr gut.

Und seit Jahrzehnten wohnen sie in Ladenburg, wo sie auch ihren Ruhestand verbringen:

Wir haben hart und viel gearbeitet. Und nicht jeder Gastronom ist erfolgreich. Reich sind wir nicht geworden, aber wir haben uns einen Ruhestand verdient, in dem wir gut leben können. Darauf sind wir auch ein bisschen stolz.

Und der neue Eigentümer Andreas Seiter freut sich, sein „Traumobjekt“ gefunden zu haben:

Das Haus ist sehr gut geführt, es gibt keinen Investitionsstau.

Aktuell kümmert er sich um die Geschäftsleitung – es gibt eine Anwärterin für die Geschäftsführung, aber der neue Hausherr ist für interessierte Angebote offen.